Nachzahlung finanzamt

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    Freiwillige Steuererklärung Rückzieher bei Nachzahlung

    Längst nicht jeder Arbeitnehmer muss eine Steuererklärung machen. Die meisten tun es dennoch, denn normalerweise lohnt sich der Aufwand. Allerdings nicht immer. Fordert das Finanzamt wider Erwarten Geld zurück, kann man die Steuererklärung einfach für null und nichtig erklären lassen.

    Bis zum 31. Mai sollte die Steuererklärung für 2011 beim Finanzamt einlaufen, dann endet jedenfalls die Frist für alle, die sich ohne Hilfe eines Steuerberaters ans Werk machen. Viele Arbeitnehmer können sich den Aufwand allerdings sparen, denn längst nicht jeder ist zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.

    In rund zehn Prozent aller Fälle fordert das Finanzamt Geld nach. Meistens betrifft das aber jene, die zur Steuererklärung verpflichtet sind.

    Bis zum Grundfreibetrag von 8004 Euro (bei Ehepaaren 16.008 Euro) sind ohnehin alle Einkünfte von der Steuer befreit. Hat man nicht mehr eingenommen – egal, auf welche Weise – braucht man auch keine Steuererklärung zu machen. Wer über den Freibetrag hinauskommt und Einnahmen aus selbstständiger Arbeit hat, muss die Steuererklärung auf jeden Fall abgeben.

    Bei Arbeitnehmern wird die Lohnsteuer gleich bei der Gehaltsabrechnung einbehalten. Hier greift nur in bestimmten Fällen eine Abgabepflicht. Insbesondere dann, wenn man Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro erhalten hat, etwa Eltern-, Arbeitslosen- oder Krankengeld. Die 410 Euro-Grenze gilt auch für andere Einkünfte, etwa aus Mieteinnahmen oder einer gewerblichen Nebentätigkeit. Auch bei Abfindungen kommt man üblicherweise nicht um die Steuererklärung herum. Verpflichtend ist sie zudem für Angestellte, die bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt sind und für Ehegatten mit der Steuerklassenkombination III / V oder IV.

    Vier Jahre Zeit

    Es gibt noch diverse andere Fälle, in denen die Steuererklärung gesetzlich vorgeschrieben ist. Die meisten Steuerzahler geben ihre Steuererklärung aber freiwillig ab. Dazu hat man vier Jahre Zeit. Bis Ende 2012 kann man also noch die Steuererklärung für 2008 abgeben. In den meisten Fällen lohnt sich die Arbeit, oft schon allein wegen der Werbungskosten und absetzbarer Vorsorgeaufwendungen. Wer im vergangenen Jahr Nachwuchs bekommen oder geheiratet hat, darf ebenso mit einer Rückzahlung rechnen wie Ex-Paare, die sich haben scheiden lassen.

    Im Schnitt hat die Steuererklärung im letzten Jahr rund 800 Euro eingebracht. Verlassen sollte man sich auf die Rückerstattung allerdings nicht. Im ungünstigsten Fall verlangt das Finanzamt eine Nachzahlung. Das Praktische daran: In diesem Fall kann man die Steuererklärung zurückziehen. Dazu genügt es, Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid einzulegen und den Antrag auf Veranlagung zurückzuziehen. Dazu hat man einen Monat nach Verkündung des Steuerbescheids Zeit. Bei einem Rückzug steht man so da, als hätte man die Erklärung nie abgegeben. Aber Vorsicht: Wahrscheinlich wird das Finanzamt in diesem Fall sehr genau prüfen, ob man nicht doch zur Steuererklärung verpflichtet ist.

    Der Steuerbescheid – musst Du damit noch etwas machen?

    Nachdem das Finanzamt Deine Steuererklärung bearbeitet hat, schickt es Dir einen Steuerbescheid. Die wenigsten Menschen lesen ihren Steuerbescheid von vorne bis hinten durch: Wichtig ist ja nur, ob unter dem Strich das rauskommt, was man sich an Erstattung oder Nachzahlung ausgerechnet hat – oder? Aber was, wenn da ein ganz anderer Betrag steht und Du im schlimmsten Fall statt der erwarteten Erstattung kräftig Steuern nachzahlen musst?

    Im Steuerbescheid steht, welche Deiner angegebenen Kosten berücksichtigt wurden (also Steuern gespart haben) und wie viel Steuern Du für ein Jahr endgültig zahlen musst. Gleichzeitig wird der Solidaritätszuschlag festgesetzt und ggf. auch die Kirchensteuer. Auch Zinsen, Verspätungs- oder Säumniszuschläge werden im Steuerbescheid genannt.

    In diesem Beitrag liest Du alles, was Du rund um den Steuerbescheid beachten musst:

    Welche Fristen gelten, warum Du in einem Brief mehrere Bescheide bekommen kannst, große Checkliste zur Steuerbescheid-Prüfung

    Wie legt man Einspruch gegen den Steuerbescheid ein, Unterschied zwischen offenen, bestandskräftigen und vorläufigen Steuerbescheiden

    Frist zur Nachzahlung von Steuern, wie gebe ich dem Finanzamt sein Geld

    Wann ist beim Finanzamt Ratenzahlung möglich, braucht man dafür einen triftigen Grund, können Steuern auch ganz erlassen werden

    Wie prüft man einen Steuerbescheid?

    Welche Fristen gelten, warum Du in einem Brief mehrere Bescheide bekommen kannst, große Checkliste zur Steuerbescheid-Prüfung

    Wie lange hat man Zeit, um einen Steuerbescheid zu prüfen?

    Sobald Du Deinen Steuerbescheid erhältst, beginnt eine Frist: Du hast jetzt einen Monat Zeit, um auf den Steuerbescheid zu reagieren. Das ist nicht viel! Denn innerhalb dieser Einspruchsfrist musst Du nicht nur den Steuerbescheid überprüfen, sondern auch noch Einspruch einlegen, falls der Steuerbescheid von Deiner Steuererklärung abweicht und Du ihn korrigieren lassen willst. Nach einem Monat ist Schluss, danach geht nichts mehr.

    Bevor es ans Eingemachte geht und Du die Zahlen aus dem Steuerbescheid mit denen in Deiner Steuererklärung vergleichst, solltest Du folgendes tun:

    Schritt 1: Vergleiche das Endergebnis im Steuerbescheid mit Deiner Berechnung.

    Bekommst Du bei einer Steuererstattung den Betrag, den Du erwartet hast? Musst Du bei einer Steuernachzahlung den Betrag zahlen, den Du Dir ausgerechnet hast?

    Wenn das so, ist hat das Finanzamt vermutlich alles so gemacht, wie Du es in der Steuererklärung beantragt hast.

    Trotzdem solltest Du die einzelnen Werte prüfen – und zwar aus zwei Gründen: Zum einen kann es sein, dass das Finanzamt zwar bestimmte Kosten anerkannt hat, dies aber im nächsten Jahr nur noch unter bestimmten Voraussetzungen tun will. Zum anderen sind einige Beträge im Steuerbescheid die Grundlage für bestimmte Leistungen. Deshalb müssen sie stimmen, sonst kann es sein, dass die Leistungen geringer ausfallen oder ganz wegfallen.

    Stimmt das Endergebnis im Steuerbescheid nicht mit Deiner Berechnung überein, hat das Finanzamt wahrscheinlich etwas gestrichen. Vergleiche dann alle Einzelwerte anhand dieser → Checkliste. Bei Abweichungen kannst Du Einspruch einlegen.

    Schritt 2: Lies die Hinweise und Erläuterungen im Steuerbescheid.

    Wenn das Finanzamt etwas geändert oder Ausgaben nicht anerkannt hat, findest Du in den Erläuterungen zum Steuerbescheid die entsprechenden Anmerkungen des Sachbearbeiters dazu. Wenn die Änderung aus Deiner Sicht nicht berechtigt ist, kannst Du Einspruch einlegen.

    Manchmal helfen aber die Erläuterungen zum Steuerbescheid nicht weiter und eine Abweichung ist auch nach Überprüfung der einzelnen Werte nicht nachvollziehbar. Dann solltest Du ebenfalls Einspruch einlegen und Dir vom Finanzamt die Differenz erklären lassen.

    Achtung: Mehrere Bescheide auf einem Papier

    Wenn Du Deinen Steuerbescheid in den Händen hältst, ist das in den meisten Fällen nicht nur ein einziger Bescheid, sondern eigentlich mehrere Bescheide in einem Schreiben: Rechts neben Deiner Adresse steht zum Beispiel Bescheid für 2015 über Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag . Das sind schon mal mindestens zwei Bescheide, einer für die Einkommensteuer und einer für den Solidaritätszuschlag. Dazu können noch Bescheide über Kirchensteuer, Verlustfeststellung, Riester-Rente, Arbeitnehmersparzulage, Vorauszahlungen usw. kommen. Die einzelnen Bescheide werden auch Festsetzungen genannt.

    Das ist wichtig, weil Du jede Festsetzung separat anfechten kannst. Ist also zum Beispiel der Bescheid über die Einkommensteuer fehlerhaft und muss geändert werden, sind auch die Folgeberechnungen wie Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag usw. fehlerhaft und müssen ebenfalls geändert werden. Es genügt in diesem Fall jedoch, einen Einspruch gegen die Einkommensteuerfestsetzung einzulegen.

    Bist Du lediglich mit der Festsetzung von Vorauszahlungen nicht einverstanden, kannst Du nur gegen diese Einspruch einlegen. Die übrigen Festsetzungen bleiben davon unberührt. Das Gleiche gilt auch für alle anderen Festsetzungen.

    Wir sprechen der Einfachheit halber trotzdem immer nur vom Steuerbescheid, womit aber das ganze Papier gemeint ist.

    Checkliste: Die wichtigsten Punkte in Deinem Steuerbescheid

    Es gibt spannendere Texte als den Steuerbescheid, so viel ist sicher. Trotzdem solltest Du ihn ganz genau lesen – auch wenn es schwerfällt und nach viel Arbeit aussieht. Diese → Checkliste hilft Dir dabei.

    Nicht alle Punkte aus der Checkliste treffen auf Dich zu. Als 25-jähriger lediger und kinderloser Arbeitnehmer kannst Du zum Beispiel die Ausführungen zur Rente, zum Altersentlastungsbetrag und zu den Steuervorteilen für Eltern ignorieren.

    Wann und wie kann ein Steuerbescheid geändert werden?

    Wie legt man Einspruch gegen den Steuerbescheid ein, Unterschied zwischen offenen, bestandskräftigen und vorläufigen Steuerbescheiden

    In Kapitel 1 haben wir schon an verschiedenen Stellen erwähnt, dass Du gegen einen Steuerbescheid Einspruch einlegen kannst. Dafür gibt es verschiedene Vorschriften zu Form und Frist.

    Einspruch: Form, Frist und Kosten

    Ein Einspruch muss schriftlich eingelegt werden, und zwar innerhalb eines Monats nach Zugang des Steuerbescheids. Wenn die Frist auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag endet, verlängert sie sich bis zum nächsten Werktag.

    Der Einspruch ist zunächst auch ohne Angabe von Gründen wirksam, die Begründung muss dann aber nachgereicht werden. Verschiedene kostenlose Musterbriefe dazu findest Du → hier.

    Ein Einspruch kostet nichts. Allerdings kann es sein, dass das Finanzamt Deinen Einspruch ablehnt. Dann musst Du überlegen, ob es sich lohnt, vor Gericht zu gehen. Dort fallen dann Gebühren an.

    In welchen Fällen sollte Einspruch eingelegt werden?

    Wenn Du Angaben vergessen hast, das Finanzamt zu Unrecht oder ohne Begründung etwas abgelehnt hat oder Du von einem Steuervorteil nichts gewusst hast, solltest Du Einspruch einlegen. Auch bei älteren Steuerbescheiden ist dann manchmal noch etwas zu retten.

    Wie Du vorgehen musst, hängt davon ab, ob Dein Steuerbescheid bestandskräftig ist oder nicht.

    Was ist ein offener Steuerbescheid?

    Solange Dein Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig ist, ist er offen . Eine Änderung zu Deinem Vorteil ist dann noch einfach und unproblematisch.

    In den drei folgenden Fällen ist ein Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig und eine Änderung unproblematisch:

    Du hast den Steuerbescheid erst vor Kurzem erhalten: Legst Du innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerbescheids Einspruch ein, kann der Steuerbescheid noch in jedem Punkt geändert werden.

    Der Steuerbescheid ist vorläufig: Ein solcher Steuerbescheid bleibt in ganz bestimmten Punkten offen. In allen übrigen Punkten ist der Steuerbescheid nach Ablauf der Einspruchsfrist bestandskräftig. Welche das sind, steht in den Erläuterungen zum Steuerbescheid. Solange einzelne Punkte vorläufig sind, ist die Änderung des Steuerbescheids in diesen vorläufigen Punkten auch nach vielen Jahren noch möglich.

    Der Steuerbescheid steht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung: Ein solcher Steuerbescheid ist in keinem einzigen Punkt bestandskräftig – auch wenn die Einspruchsfrist längst abgelaufen ist. Eine Änderung ist ohne Einschränkungen und Hindernisse jederzeit möglich – solange der Vorbehalt besteht. Du musst nur die Festsetzungsfrist beachten: Nach Ablauf dieser Frist fällt der Vorbehalt der Nachprüfung einfach weg, der Steuerbescheid kann dann nicht mehr korrigiert werden.

    Was ist ein bestandskräftiger Steuerbescheid?

    Ein Steuerbescheid ist bestandskräftig, wenn

    die Einspruchsfrist von einem Monat verstrichen ist,

    Du keinen Einspruch eingelegt hast und

    der Steuerbescheid nicht vorläufig ist und nicht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht.

    Ist der Steuerbescheid erst einmal bestandskräftig, kann er nur noch unter ganz bestimmten Voraussetzungen geändert werden. Die Änderung eines bestandskräftigen Steuerbescheids soll nämlich aus Gründen der Rechtssicherheit eher die Ausnahme als die Regel sein.

    WennDu mit dem Gedanken spielst, gegen einen bestandskräftigen Steuerbescheid vorzugehen, solltest Du Dich an einen Fachmann wenden, beispielsweise einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein.

    Was ist ein vorläufiger Steuerbescheid ?

    Manchmal kann das Finanzamt nicht alle Unklarheiten klären, bevor es einen Steuerbescheid erlässt. Damit man als Steuerzahler in solchen Fällen nicht monate- oder gar jahrelang auf seinen Steuerbescheid warten muss, darf das Finanzamt einen vorläufigen Steuerbescheid erlassen.

    Ein Steuerbescheid kann vorläufig ergehen, wenn

    ungewiss ist, ob und wann Verträge mit anderen Staaten über die Besteuerung, die sich zugunsten des Steuerpflichtigen auswirken, für die Steuerfestsetzung wirksam werden,

    das Bundesverfassungsgericht die Unvereinbarkeit eines Steuergesetzes mit dem Grundgesetz festgestellt hat und der Gesetzgeber zu einer Neuregelung verpflichtet ist,

    die Vereinbarkeit eines Steuergesetzes mit höherrangigem Recht Gegenstand eines Verfahrens bei dem Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften, dem Bundesverfassungsgericht oder einem obersten Bundesgericht ist oder

    die Auslegung eines Steuergesetzes Gegenstand eines Verfahrens bei dem Bundesfinanzhof ist.

    Durch die vorläufige Steuerfestsetzung in einzelnen Punkten bleiben Deine Rechtsansprüche gewahrt, ohne dass Du Einspruch einlegen musst:

    Entscheidet das Gericht positiv, zum Beispiel dass bestimmte Kosten anerkannt werden müssen, wird der Steuerbescheid automatisch vom Finanzamt zu Deinen Gunsten geändert.

    Fällt die Entscheidung des Gerichts negativ aus und wird zum Beispiel eine Vorschrift für verfassungsgemäß erklärt, bleibt es beim ursprünglichen Steuerbescheid.

    Die Vorläufigkeit betrifft nicht den gesamten Steuerbescheid, sondern nur einen oder auch mehrere einzelne Punkte. Der Steuerbescheid bleibt deshalb auch nur in diesen Punkten offen. Nur diese Punkte können später noch geändert werden. Alles andere nicht mehr.

    Bis wann muss man eine Nachzahlung leisten und wie macht man das?

    Frist zur Nachzahlung von Steuern, wie gebe ich dem Finanzamt sein Geld

    Im Steuerbescheid steht, wie viel Steuern Du endgültig für ein Jahr zahlen musst. Die während des Jahres gezahlten Steuern, zum Beispiel Lohnsteuer und Einkommensteuer-Vorauszahlungen, rechnet das Finanzamt auf die Steuerschuld an. Die Differenz zwischen den endgültig zu zahlenden Steuern und den Vorauszahlungen ist die Steuererstattung oder Steuernachzahlung.

    Falls Du Steuern nachzahlen musst, hast Du dafür einen Monat Zeit. Diese Zahlungsfrist beginnt mit der Bekanntgabe des Steuerbescheids.

    Schau einfach in Deinen Steuerbescheid, dort findest Du das Datum, bis wann Du Deine Steuern spätestens zahlen musst.

    Die Nachzahlung wird auch fällig, wenn Du Einspruch einlegst. Nur wenn Du wegen des strittigen Betrags erfolgreich einen Antrag auf → Aussetzung der Vollziehung gestellt hast, musst Du die Steuernachzahlung erst einmal nicht begleichen. Das Gleiche gilt bei einem Antrag auf Stundung der Zahlung und einem Antrag auf Erlass der Steuern (mehr dazu unten).

    Falls Du eine Steuererstattung bekommst, musst Du nicht einen Monat darauf warten – das Finanzamt überweist das Geld ziemlich schnell, nachdem es Dir den Steuerbescheid geschickt hat.

    Wie bekommt das Finanzamt sein Geld?

    Eine Zahlung an das Finanzamt gilt als geleistet

    bei Banküberweisung oder Einzahlung am Bank- oder Postschalter: am Tag der Gutschrift auf dem Konto der Finanzkasse;

    bei Übergabe von Bargeld: am Tag der Einzahlung bei der Finanzkasse;

    bei Übersendung eines Schecks: erst drei Tage nach dem Zugang des Schecks beim Finanzamt;

    bei einer Einzugsermächtigung: am Tag der Fälligkeit der Steuerschuld.

    Strafe für Spätzahler

    Falls Du Steuern nachzahlen musst, mach das bitte das rechtzeitig: Wenn Du bei Fälligkeit noch nicht bezahlt hast, droht ein Säumniszuschlag als Strafe. Er beträgt für jeden angefangenen Monat 1 % des auf den nächsten durch 50 € teilbaren abgerundeten Steuerbetrags.

    Die Steuernachzahlung beträgt 780 €, abgerundet 750 €, und ist fällig am 15.8. Du zahlst am 25.9. Für die Zeit vom 16.8.-25.9. verlangt das Finanzamt einen Säumniszuschlag. Dieser beträgt 15 € (= 2 % von 750 €).

    Kurze Verzögerungen werden zum Glück nicht bestraft: Die sogenannte Zahlungsschonfrist bewahrt Dich vor den Säumnisfolgen, wenn die Zahlung nur kurze Zeit zu spät geleistet wird. Diese Schonfrist beträgt drei Tage – und gilt nur für Überweisungen! Für Bareinzahlungen bei der Finanzkasse oder Zahlung per Scheck gibt es keine Schonfrist.

    Kann man Steuern auch in mehreren Raten nachzahlen?

    Wann ist beim Finanzamt Ratenzahlung möglich, braucht man dafür einen triftigen Grund, können Steuern auch ganz erlassen werden

    Ratenzahlung bei Steuernachzahlungen

    Wenn Du Deine Steuerschuld später bezahlen willst, kannst Du beim Finanzamt einen Antrag auf Stundung stellen. Stunden bedeutet, dass die Fälligkeit hinausgeschoben wird. Du bezahlst also erst später und zum Beispiel in Raten.

    Den Antrag auf Stundung stellst Du möglichst schon vor Fälligkeit der Zahlung.

    Bedingung für eine Stundung: Die pünktliche Steuerzahlung ist für Dich eine erhebliche Härte , Du würdest in ernsthafte und unvermeidbare Zahlungsschwierigkeiten kommen. Deine Gründe für einen Wunsch nach Stundung musst Du dem Finanzamt nennen:

    Gib Deine persönlichen Gründe an: plötzliche Arbeitslosigkeit, Krankheit, Naturkatastrophe (z. B. Hochwasser).

    Erkläre Deinen Zahlungsengpass: Wie hoch sind die jetzigen und in naher Zukunft zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben?

    Das Finanzamt ist nicht verpflichtet, Deinen Antrag auf Stundung anzunehmen! Normalerweise ist das Finanzamt aber nicht kleinlich bei sonst pünktlichen Steuerzahlern, kleineren Beträgen und nur kurzen gewünschten Stundungszeiträumen.

    Am besten machst Du in Deinem Antrag auf Stundung schon Vorschläge zur Zahlung, zum Beispiel, dass Du einen Teilbetrag sofort und den Rest in drei gleichen Raten zu bestimmten Terminen zahlen kannst.

    Solange gestundet ist, können keine Säumniszuschläge entstehen. Wenn Du bei Fälligkeit aber einfach nicht zahlst, verlangt das Finanzamt zusätzlich Säumniszuschläge. Außerdem werden bei einer Stundung immer auch Zinsen fällig.

    Erlass von Steuerschulden

    Wenn das Steuernzahlen nach Lage des einzelnen Falles unbillig ist, kann das Finanzamt die Steuerschuld niedriger festsetzen oder Steuern sogar ganz erlassen.

    Das kommt in der Praxis aber nur sehr selten vor: Die Steuerzahlung müsste Deine wirtschaftliche oder persönliche Existenz vernichten oder ernsthaft gefährden. Ob diese Gefahr droht, entscheidet das Finanzamt im Einzelfall.

    Steuernachzahlung – was tun, wenn das Finanzamt mehr Geld fordert?

    Warum muss ich Steuern nachzahlen?

    Insgesamt müssen nur wenige Steuerpflichtige eine Nachforderung des Finanzamts befürchten. Nur bestimmte Personengruppen leben mit dem Risiko, dass der Staat sich mit einer nachträglichen Forderung an sie wendet.

    Ledige Menschen, die nur bei einem einzigen Arbeitgeber beschäftigt sind, müssen ebenso wie viele weitere Personengruppen i.d. Regel keine Steuern nachzahlen. In diesem Fall wird die Steuer monatlich bereits vom beschäftigenden Unternehmen an das Finanzamt abgeführt. Das bedeutet, dass sämtliche generierten Einnahmen durch die monatlich vom Lohn einbehaltenen Abschläge bereits korrekt versteuert wurden. Anders stellt sich die Sache dar, wenn im abgelaufenen Steuerjahr keine oder nicht genügend „Zahlungen“ an das Finanzamt geleistet wurden. Zu solchen steuerlich komplizierten Situationen kommt es z.B. dann, wenn unterschiedliche Einnahmequellen für den Lebensunterhalt in Anspruch genommen werden.

    Wann erfolgt eine Nachzahlung? (5 Beispiele)

    Die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung ist ein guter Indikator, um das Risiko auf eine Steuernachzahlung zu beurteilen. Der Staat hat ausschließlich jene Personengruppen von der Abgabepflicht befreit, die unter keinen bekannten Umständen zu wenig Steuern zahlen würden. In diesen Fällen ist die Abgabe der Erklärung freiwillig, da sie häufig zu einer Steuerrückerstattung führt. Anders stellt sich die Situation bei folgenden Personen dar:

    Bei mehreren Einkunftsarten

    Sämtliche Personen, die zusätzlich zu ihrem Arbeitslohn noch weitere Einkünfte erzielen (siehe Einkunftsarten), haben unter Umständen einen zu geringen Steuerbetrag abgeführt. Diese Situaution ist gegeben, wenn die zusätzlichen Einkünfte einen Wert von 410 Euro im Jahr überschreiten. In der Praxis wird diese Grenze häufig durch den Bezug einer Rente oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung erreicht.

    Bei Wahl der Steuerklassen 3 und 5

    Weiterhin müssen auch verheiratete Menschen mit einer Nachforderung rechnen, wenn sie sich für die Steuerklassen drei und fünf entschieden haben. In der Praxis lohnt sich die Wahl dieser Steuerklassen nur dann, wenn ein Partner mehr als 60 Prozent des Gesamteinkommens verdient. Dabei kann jedoch die tatsächliche Verteilung des Einkommens nicht im Vorfeld steuerlich berücksichtigt werden. Darüber hinaus entsteht bei der Berechnung der abzuführenden Lohnsteuer ein Problem. Die zu zahlende Lohnsteuer wird anhand der Splittingtabellen in Abhängigkeit vom Gesamteinkommen eines Paares errechnet. Das beschäftigende Unternehmen darf die zur Berechnung benötigten Daten jedoch nicht erheben. Deshalb versteuert es den Lohn des Beschäftigten ohne Berücksichtigung des Einkommens seines Ehepartners. Aufgrund dieses „Rechenfehlers“ ist eine Steuernachzahlung häufig nicht zu vermeiden.

    Bei Steuerklasse 4 mit Faktorverfahren

    Eine ähnliche Situation liegt bei Paaren vor, die eine Besteuerung mit Steuerklasse 4 und Faktor gewählt haben. Dabei ermittelt das Finanzamt einen Faktor, der kleiner als eins ist und drei Nachkommastellen besitzt, um die annähernd korrekte Lohnsteuer zu ermitteln. Dieser wird schließlich in die Lohnsteuerkarte eingetragen, und dem Unternehmen mitgeteilt. Da jedoch auch in diesem Fall aufgrund von Runden oder Änderungen im Laufe des Jahres keine korrekte Besteuerung gegeben sein kann, muss der Betroffene häufig Steuern nachzahlen.

    Bei der Nutzung von Freibeträgen

    Zu einer Nachzahlung kann es auch kommen, wenn bereits im Vorfeld vom Finanzamt ein Freibetrag in der Lohnsteuerkarte eingetragen wird. Dieser richtet sich meist nach den Fahrtkosten zur Arbeit oder den Kinderbetreuungskosten. Jedoch können sich auch hier viele Einflüsse im Laufe des Jahres ändern, sodass nur in wenigen Fällen ein korrekter Freibetrag eingetragen werden kann. Dadurch ist eine zu hohe Steuervergünstigung möglich, die schließlich in einer Nachforderung des Finanzamts endet.

    Mehrere Arbeitgeber

    Letztlich sind vor allem Selbstständige und Arbeitnehmer, die bei mehreren Arbeitgebern arbeiten, von Steuernachzahlungen betroffen. In diesen Fällen ist grundsätzlich keine korrekte Berechnung der Steuerschuld im Vorfeld möglich, sodass meist deutlich zu wenig gezahlt wird. Aus diesem Grund sind beide Personengruppen stets zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.

    Was ist der Progressionsvorbehalt?

    Neben den o.g. genannten Beispielen können auch durch den Progressionsvorbehalt Steuernachzahlungen auf die Betroffenen zukommen. Jedes Jahr sind insbesondere junge Mütter sehr erbost über diese Feinheit des deutschen Steuerrechts, da sie teilweise zu unerwarteten Nachzahlungen von über 1.000 Euro führt. Grundsätzlich ist in Deutschland der Bezug von Sozialleistungen gemäß § 32b des Einkommensteuergesetzes nicht steuerpflichtig. Dabei ist im Gesetz eindeutig geregelt, dass unter anderem die Erträge aus Krankengeld, Arbeitslosengeld und Elterngeld nicht versteuert werden müssen. In der Praxis ist dies jedoch nicht vollständig gegeben, da Sozialleistungen durch die Progression in vielen Fällen indirekt besteuert werden.

    Was tun bei einer Steuernachzahlung?

    In den meisten Fällen kommt eine Steuernachzahlung für die Betroffenen unerwartet. Das Finanzamt ist jedoch neben den Krankenkassen einer der unangenehmsten Gläubiger in Deutschland. Aus diesem Grund ist eine hohe Nachzahlung in den meisten Fällen existenzbedrohend. Kommt es zu einer unerwarteten Steuerforderung, sollten Betroffene in jedem Fall erst einmal Ruhe bewahren. Darüber hinaus sollte schnell gehandelt werden. Denn grundsätzlich steht nicht viel Zeit zur Verfügung, um die Schuld zu begleichen.

    Steuerbescheid gründlich lesen

    Als Erstes sollte der beigefügte Steuerbescheid gründlich gelesen werden. Ebenso wie Steuerpflichtigen Fehler bei Anfertigung der Steuererklärung passieren, unterlaufen auch Mitarbeitern des Finanzamts regelmäßig Fehler bei der Prüfung der Bescheide. Aus diesem Grund lohnt sich in den meisten Fällen die Überprüfung der Forderung durch einen Steuerberater.

    Finanzierung sicherstellen

    Während der Bescheid überprüft wird, sollten sich Steuerpflichtige schnellstmöglich um die Finanzierung der Nachzahlung kümmern. Selbst wenn sich herausstellt, dass der Steuerbescheid fehlerhaft war, so muss die Forderung des Finanzamts dennoch zunächst beglichen werden. Durch einen berechtigten Widerspruch verschiebt sich die Zahlungsfrist für Forderungen des Finanzamts in Deutschland erst mal nicht. Bei einem Einspruch muss eine ausführliche schriftliche Begründung vorgelegt werden, die im Idealfall mit zusätzlichen Belegen und Verweisen auf finanzgerichtliche Urteile untermauert wird.

    Zinsen beachten

    Unabhängig davon ob der Bescheid korrekt ist, sollten Betroffene daher in jedem Fall pünktlich zahlen. Ein Einspruch lohnt sich aktuell in jedem Fall. Bei einer Nachzahlung fordert das Finanzamt nicht nur die Steuerschulden, sondern ebenfalls Zinsen in Höhe von sechs Prozent pro Jahr ein. Mit der Unterstützung eines Steuerberaters kann dieser oft auf marktübliche zwei Prozent gesenkt werden.

    Fristen beachten

    Um teure Konsequenzen zu vermeiden, sollten bei einer Steuernachzahlung sämtliche Fristen auf den Tag genau beachtet werden. Dabei ist vor allem der Beginn der Frist von großer Bedeutung. Dies ist jeweils der Tag, an dem der Steuerbescheid verschickt wurde, nicht jedoch der Tag des postalischen Zugangs. Sowohl für die Nachzahlung als auch für den Einspruch wird Steuerpflichtigen eine Frist von insgesamt einem Monat gewährt. Sowohl das Datum des Fristbeginns als auch des Fristendes sind in der Regel auf dem Bescheid vermerkt.

    Kein Geld für Nachzahlung – was tun?

    Selbstständige können bei einer hohen Steuernachzahlung eine Herabsetzung der Steuervorauszahlung beantragen. Auf diese Weise senkt sich die Steuerlast in den meisten Fällen bereits erheblich. Arbeitnehmer können an der Höhe der zu leistenden Steuern jedoch zu diesem Zeitpunkt nichts mehr ändern. Wer seine Steuern bis zum Ende der gewährten Frist nicht bezahlen kann, sollte sich mit dem Finanzamt in Verbindung setzen. Die Abgabenordnung sieht für diese Situation mehrere Möglichkeiten vor, wie mit Steuerschulden umzugehen ist. Eine Stundung der Steuerschuld ist immer dann möglich, wenn die Zahlung für den Schuldner eine „erhebliche Härte“ darstellen würde. Bei einem Aufschub handelt es sich um eine gewöhnliche Ratenzahlung der Steuerschulden. Diese wird jedoch nur im Ausnahmefall gewährt, wenn eine Vollstreckung droht. In Einzelfällen ist jedoch auch ein vollständiger Erlass der Steuerschuld möglich.

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    2 Comments

    ich hätte folgende Frage… ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Das Finanzamt hatte mich in diesem Jahr aufgefordert, eine Steuererklärung abzugeben. Warum habe ich ehrlich gesagt nicht genau verstanden, da ja alles schon vom Arbeitgeber abgeführt wird. Nun kam vor ein paar Wochen der Bescheid. Ich sollte 32 Euro nachzahlen.

    Ich kann mir nicht so wirklich erklären, wie diese Nachzahlung zu Stande kommt. Ich bin ledig und Steuerklasse 1. Mein Verdienst ist eher gering… unter 20.000 in 2016.

    es ist tatsächlich eher selten, dass man bei Steuerklasse 1 etwas nachzahlen muss. Ich kann mir aktuell 2 Szenarien für eine Steuernachzahlung in Steuerklasse 1 vorstellen.

    1. Es liegt tatsächlich unversteuertes Geld vor. Das kann z.B. sein, wenn Sie in 2016 Lohnersatzleistungen oder Nebeneinkünfte aus einem Zweitjob bezogen haben. Daraus wurden dann möglicherweise gar keine Steuern abgeführt.

    2. Der Steuerbescheid ist falsch. Mit anderen Worten: das Finanzamt hat sich verrechnet, und Ihnen zu viel abgezogen.

    Ich rate Ihnen zunächst, Ihren Steuerbescheid genau zu lesen. Vielleicht finden Sie dort schon Hinweise. Wenn Sie der Meinung sind, der Bescheid könnte falsch sein, legen Sie Widerspruch ein. Bedenken Sie, dass Sie hierfür nur 4 Wochen nach Ausstellung des Bescheids Zeit haben.

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    Источники: http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Rueckzieher-bei-Nachzahlung-article5407481.html, http://www.steuertipps.de/die-erste-steuererklaerung/finanzamt-und-formalitaeten/der-steuerbescheid-musst-du-damit-noch-etwas-machen, http://www.brutto-netto-rechner24.de/steuernachzahlung-was-tun-wenn-das-finanzamt-mehr-geld-fordert.html

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