Start Blog Seite 2

Scheidungskosten steuererklärung

0

Urteil des Bundesfinanzhofs Scheidungskosten nicht mehr von Steuer absetzbar

Hauptinhalt

Die Kosten für Scheidungsverfahren können nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abgesetzt werden. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden: Prozesskosten fielen unter das sogenannte Abzugsverbot.

Ehepartner können die Kosten für ein Scheidungsverfahren nicht mehr von der Steuer absetzen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschieden (AZ: VI R 9/16). Anders als früher seien diese Ausgaben nicht länger als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Scheidungskosten fielen vielmehr unter das 2013 eingeführte Abzugsverbot für Prozesskosten.

Rechtsstreit keine außergewöhnliche Belastung

Die Münchner Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass seit der entsprechenden Änderung des Einkommensteuergesetzes Aufwendungen für einen Rechtsstreit grundsätzlich nicht mehr als außergewöhnliche Belastung absetzbar sind. Ausnahmen gebe es nur, wenn der Steuerpflichtige ohne die Aufwendung Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen zu können.

NRW-Klägerin wollte Scheidungskosten absetzen

Auf diese Ausnahmeregelung hatte sich eine Klägerin aus Nordrhein-Westfalen bei ihrer Scheidung berufen. Sie verlangte, dass das Finanzamt angefallene Scheidungsprozesskosten in Höhe von 1.216 Euro als außergewöhnliche Belastung steuerlich berücksichtigen müsse.

Gesetzesänderung 2013

Bis zur Änderung der gesetzlichen Grundlagen 2013 waren Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt worden. Das BFH selbst hatte die steuerliche Abzugsfähigkeit von Prozesskosten 2011 sogar noch erleichtert. Der Gesetzgeber hatte daraufhin reagiert und ab 2013 die Steuerentlastung weitgehend ausgeschlossen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 16.08.2017 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2017, 09:26 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

3 Kommentare

17.08.2017 23:31 part 3

17.08.2017 11:08 Krause – "ich bin ja ein Nazi, aber" 2

Scheidungskosten von Steuer absetzen – Wann ist das zulässig?

Inhalt des Artikels:

Die Auflösung einer Ehe ist mit teils umfangreichen Scheidungskosten verbunden. Nicht nur der vertretende Anwalt, auch Gericht und gegebenenfalls beauftragter Notar haben einen Anspruch auf Vergütung ihrer Dienste. Viele Scheidungswillige fragen sich auch aus diesem Grund, ob die Scheidungskosten eventuell steuerlich absetzbar sind, um so den Verlust wieder zu relativieren. Erfahren Sie in unserem Ratgeber mehr darüber, ob Sie die Scheidungskosten in der Steuererklärung aufnehmen können.

Können Sie die Scheidungskosten von der Steuer absetzen?

Bei der Einkommenssteuer die Scheidungskosten angeben und sparen?

Scheidungskosten absetzen: Ist das bei allen anfallenden Gebühren möglich?

Bis zum Jahre 2013 war es möglich, dass die entstandenen Kosten für Zivilrechtsprozesse bei der jährlichen Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung veranlagt wurden. Teil des Zivilrechts sind auch die Scheidungsverfahren.

Die Ansicht, dass es sich bei den durch Ehescheidung entstehenden Kosten um außergewöhnliche Belastungen handelt, bestätigte der Bundesfinanzhof (BFH) – das höchste deutsche Steuergericht – in verschiedensten Urteilen.

Demnach war es dem Grunde nach zumindest zulässig, in der Steuererklärung die Scheidungskosten anzugeben. Das bedeutete jedoch noch längst keine Steuerentlastung: Zwar hatte der BFH seine Auffassung mehrfach bestätigt, diese wurde jedoch nie wirksam umgesetzt. Finanzbehörden bestimmten damit stets, dass die Scheidungskosten unter Vorbehalt zunächst nicht anerkannt werden, bis sich die Gesetzeslage eindeutig änderte bzw. in einem Einzelfall ein abschließendes Urteil beim BFH erging.

Dies geschah zum 01. Januar 2013:

Nach der Gesetzesänderung: Sind Scheidungskosten noch steuerlich absetzbar?

Zum 01. Januar 2013 trat eine Gesetzesänderung in Kraft, die eindeutig das Schicksal der Sparwilligen besiegelte: Seither ist es nicht mehr zulässig, Scheidungskosten von der Einkommenssteuer abzusetzen. Nur noch eine einzige Ausnahme gewährt das Einkommenssteuergesetz (EStG):

Sind Scheidungskosten absetzbar? Bis 2013 war dies noch möglich.

„Aufwendungen für die Führung eines Rechtsstreits (Prozesskosten) sind vom Abzug ausgeschlossen, es sei denn, es handelt sich um Aufwendungen ohne die der Steuerpflichtige Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse in dem üblichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu können.“ (§ 33 Absatz 2 EStG)

Ist der Rechtsstreit also unumgänglich, weil andernfalls die Existenz des Betroffenen gefährdet wäre, kann er entstehende Kosten für den Zivilprozess steuerlich geltend machen. Da dies bei einer Scheidung in aller Regel auszuschließen ist, bedeutet dies:

Allerdings gibt es auch für Fälle nach 2013 einige Urteile, die die teilweise steuerliche Geltendmachung dennoch gewähren.

Achtung: BFH schließt Absetzbarkeit von Scheidungskosten mit neuem Urteil aus (Stand: 16.08.2017)

Mit einem neuen Urteil zum Aktenzeichen VI R 9/16 hat der Bundesfinanzhof bestätigt, dass Scheidungskosten grundsätzlich nicht mehr steuerlich absetzbar seien. Als Grund hierfür führt er an, dass die Absetzbarkeit nur dann möglich wäre, wenn die entstandenen Kosten die Existenz des Betroffenen stark beeinträchtigten. Dies sei bei Scheidungskosten jedoch grundsätzlich nicht anzunehmen – selbst dann nicht, wenn die Weiterführung der Ehe das eigene Leben andernfalls stark beeinträchtigen würde. Es ist anzunehmen, dass auch in folgenden noch offenen Verfahren entsprechende Urteile fallen werden.

Uneinigkeit auch bei Richtern

Obwohl das Gesetz vermeintlich deutlich bestimmt, dass die Verbraucher bei der Steuer hohe Scheidungskosten nicht mehr absetzen können: Die Neuerungen des Einkommensteuergesetzes sind zum Teil höchst umstritten – auch unter den Richtern in den Finanzgerichten (FG).

So verwundert es nicht, dass auch steuerzahlerfreundliche Urteile fielen, z. B.:

Urteil vom 16. Oktober 2014 vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Aktenzeichen 4 K 1976/14)

Die Scheidung ist stets existenziell. Eine Eheauflösung kann ausschließlich vor Gericht erfolgen, sodass immer Kosten entstehen (müssen). Der Versorgungsausgleich ist von Amts wegen durchzuführen, sodass die Beteiligten auch hierauf keinen Einfluss nehmen können. Durch die Zwangsläufigkeit von Hauptverfahren und VA seien zumindest hieraus resultierende Scheidungskosten steuerlich abzugsfähig.

Aus dieser Begründung geht hervor, dass all jene Kosten, die bei der Scheidung für zusätzliche und nicht verpflichtende gerichtliche Entscheidungen anfielen, bei der Steuer nicht berücksichtigt werden. Hierzu zählen etwa Kosten für die Entscheidung über Kindes- oder Ehegattenunterhalt, den Zugewinnausgleich oder aber für Wohnungszuweisungsverfahren.

Der Fall liegt derzeit beim BFH (Az. VI R 66/14). Ein abschließendes Urteil ist daher noch nicht getroffen.

Urteil vom 13. Januar 2016 vor dem Finanzgericht Köln (Az. 14 K 1861/15)

Kann man Scheidungskosten absetzen? Seit 2013 ist das offiziell nicht mehr zulässig.

Die hier getroffene Entscheidung ist besonders deshalb von Interesse, als hier die Terminologie im Familienrecht, die mit der Reform 2009 verändert wurde, eine tragende Rolle spielt: Da seither im Familienrecht nicht mehr von “Prozess” oder “Rechtsstreit”, sondern von “Verfahren” die Rede sei. Das Scheidungsverfahren werde dadurch nicht durch den § 33 EStG berührt, sodass bei der Einkommensteuererklärung auch die Scheidungskosten berücksichtigt werden können.

Auch hierzu steht eine abschließende Entscheidung noch aus (BFH, Az. VI R 19/15).

Fazit: Bei der Steuer vorsorglich Scheidungskosten absetzen!

Aufgrund der noch immer schwer abzuschätzenden Entscheidungsgrundlage können Sie vorsorglich die Scheidungskosten dennoch absetzen. Allerdings müssen Sie davon ausgehen, dass das zuständige Finanzamt Ihren Anspruch zunächst ablehnt.

Nach der Ablehnung können Sie jedoch innerhalb eines Monats einen Einspruch gegen die Entscheidung einlegen. Als Begründung können Sie hierbei auf die oben genannten Verfahren vor dem Bundesfinanzhof verweisen. Eine abschließende Entscheidung hinsichtlich dieser Frage wird das Finanzamt anschließend vermutlich nicht treffen, sondern die steuerliche Absetzung Ihrer Scheidungskosten zunächst offen lassen. Im Anschluss müssen Sie auf die Urteile des BFH warten. Wie lange, ist offen.

Wenn das Finanzamt Ihren Einspruch ablehnt, bleibt Ihnen in aller Regel nur eins: der Weg über ein Klageverfahren. In diesem Fall wird ihr Fall zunächst vor dem zuständigen Finanzgericht verhandelt. Wird hier bestimmt, dass Sie Ihre Scheidungskosten absetzen dürfen, müssen Sie jedoch damit rechnen, dass das Finanzamt die Sachlage ebenfalls vor dem Bundesfinanzhof verhandeln lässt.

(46 Bewertungen, Durchschnitt: 4,39 von 5)

Kommentare

Eine Definition für den umgangssprachlichen Begriff “Scheidungskosten” fehlt.

Was genau ist das denn?

Sind es lediglich die gerichtlichen Verfahrenskosten?

die Scheidungskosten ergeben sich aus den Anwalts- sowie den Gerichtskosten. Darüber hinaus können, soweit in Anspruch genommen, auch Gutachter- und Notarkosten mit einfließen.

Auf meinen Einspruch vom 30.06.2017 für die EkSt 2016 schrieb mir jetzt das Finanzamt, dass mit Urteil vom 18.05.2017 die Verfahren beim BFH beendet sind. Scheidungskosten sind danach nicht als außergewöhnliche Belastungen abziehbar. Ist es ratsam, wie oben beschrieben, den Einspruch weiter aufrecht zu halten wegen verfassungsrechtlicher Bedenken? Oder ist hier nicht mehr mit einer Änderung zu rechnen?

entsprechend des neuen Urteils vom 16. August 2017 ist nunmehr davon auszugehen, dass auch in künftigen und noch offenen Fällen vor dem Bundesfinanzhof ähnliche Urteile gefällt werden. Damit ist die Absetzbarkeit der Scheidungskosten vermutlich nicht mehr ohne Weiteres möglich. Wenden Sie sich an Ihren Anwalt, um prüfen zu lassen, inwieweit ein Aufrechterhalten des Einspruches noch sinnvoll erschiene.

Inhaltsverzeichnis:

Kostenlose eBooks

Die häufigsten Fragen rund um die Trennung beantwortet!

Ab wann ist ein Ehevertrag sittenwidrig?

Dienstleister-Verzeichnis

Inhalt des Artikels:

Kostenlose eBooks

Die häufigsten Fragen rund um die Trennung beantwortet!

Scheidungskosten absetzen

Ausgaben für Anwalt und Gericht sind selten absetzbar

  • Zuletzt aktualisiert: 18. August 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 2013 lassen sich Zivilprozesskosten grundsätzlich nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen.
  • Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass diese gesetzliche Neuregelung auch für die Kosten eines Scheidungsverfahrens gilt (Az. VI R 9/16). Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen sind die Ausgaben absetzbar.
  • Der Streit ums Vermögen, den Zugewinnausgleich sowie den Kindesunterhalt und Trennungsunterhalt sind Scheidungsfolgesachen und müssen nicht gerichtlich geklärt werden. Auch die Kosten dafür sind nicht als außergewöhnliche Belastungen abziehbar.

So gehen Sie vor

  • Bei Scheidungskosten, die Ihnen bis Ende 2012 entstanden sind und die Sie absetzen wollen, haben Sie noch Aussicht auf Erfolg, falls Ihr Steuerbescheid offen ist. Warten Sie ab, wie das Finanzamt damit umgeht.
  • Für Zivilprozesskosten ab 2013 gilt grundsätzlich nur eine gesetzliche Ausnahme: falls der geführte Prozess dazu diente, den Verlust der eigenen Existenzgrundlage abzuwehren. Doch das trifft nur in wirtschaftlichen Ausnahmesituationen zu, etwa wenn ein nun getrenntes Paar gemeinsam einen Betrieb hatte.
  • Folglich können es sich die meisten sparen, Scheidungskosten in der Einkommensteuererklärung anzugeben.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Fast 40 Prozent aller Ehen scheitern. Eine Scheidung kann mit sehr hohen Kosten verbunden sein. Anwalts- und Gerichtskosten können schnell in die Tausende gehen. Vorgeschrieben ist, dass Sie nur von einem Familienrichter geschieden werden können, und auch der Versorgungsausgleich lässt sich nur gerichtlich klären. Beim Versorgungsausgleich teilt der Richter die während der Ehe erwirtschafteten Rentenanwartschaften zugunsten des schlechter verdienenden Ex-Partners neu auf. Um diese Gerichtskosten kommen Sie keinesfalls herum.

Die meisten scheidungswilligen Eheleute beauftragen außerdem jeweils einen Anwalt, der sie vor Gericht vertritt. Manchmal kommen noch Gutachter dazu, vor allem, wenn es einen langwierigen Streit um den Wert des Eigenheims gibt. Sogenannte Scheidungsfolgesachen wie der Ehegattenunterhalt, Kindesunterhalt, Zugewinnausgleich und andere Vermögensstreitigkeiten können ebenfalls anfallen. Kein Wunder, dass Steuerpflichtige versuchen, sich einen Teil davon über die Einkommensteuererklärung zurückzuholen. Doch das ist nach einem im August 2017 veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) sehr schwierig geworden (Urteil vom 18. Mai 2017, Az. VI R 9/16).

Helfer für die Steuererklärung

Rechtslage bis Ende 2012

Noch bis Jahresende 2012 konnten sich Geschiedene auf ein steuerzahlerfreundliches Urteil berufen. Der BFH, das höchste Steuergericht, hatte den Abzug als außergewöhnliche Belastung zugelassen (Urteil vom 12. Mai 2011, Az. VI R 42/10).

Die Finanzverwaltung hat dieses Urteil in der Praxis nicht angewendet. Steuerpflichtige, die ihre Kosten absetzen wollten, wurden damit vertröstet, dass ihr Fall – in aller Regel bis heute – in diesem Punkt offengehalten wurde. Ihre Steuerlast senken konnten sie also nicht.

Gesetzesänderung zum 1. Januar 2013

Zum 1. Januar 2013 reagierte dann der Gesetzgeber. In Paragraf 33 Absatz 2 Einkommensteuergesetz fügte er den neuen Satz 4 ein: „Aufwendungen für die Führung eines Rechtsstreits (Prozesskosten) sind vom Abzug ausgeschlossen, es sei denn, es handelt sich um Aufwendungen ohne die der Steuerpflichtige Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse in dem üblichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu können.“ Im Klartext: Grundsätzlich sind Scheidungskosten als Zivilprozesskosten steuerlich spätestens seit 2013 nicht mehr abzugsfähig.

Die seit 2013 gültige Ausnahmeregelung im Einkommensteuergesetz dürfte in der Praxis nur ausnahmsweise greifen – eben nur in Fällen, wo der Prozess erforderlich ist, um nicht die lebensnotwendigen Grundlagen zu verlieren. Mit dieser Formulierung lässt der Gesetzgeber nur in Extremfällen den Steuerabzug zu, damit die Regelung nicht gegen das Grundgesetz verstößt. Denkbar sind Fälle, in denen der Steuerpflichtige einen Prozess führen muss, weil ansonsten seine wirtschaftliche Existenz gefährdet sei. Dabei muss es laut BFH immer um die existenznotwendige Sicherung von Einkünften gehen. Denkbar ist dies bei einem nun getrennten Ehepaar, das gemeinsam einen Betrieb besitzt. In dem Fall könnten Gerichtskosten dazu dienen, auch künftig die für den Lebensunterhalt benötigten erforderlichen betrieblichen Einkünfte zu sichern.

Zivilprozesskosten sind keine außergewöhnliche Belastungen

In einem Urteil vom 18. Juni 2015 hat der BFH in einem mit der Scheidung vergleichbaren Fall seine vorherige Rechtsansicht zur Abzugsfähigkeit von Zivilprozesskosten umgedreht: Nach diesem Urteil, das zu einem Erbrechtsstreit erging, sind die Kosten eines Zivilprozesses im Allgemeinen keine außergewöhnliche Belastungen im Sinne des Paragrafen 33 Einkommensteuergesetz (Az. VI R 17/14). Einzige Ausnahme ist, wenn der Zivilprozess „existenziell wichtige Bereiche oder den Kernbereich menschlichen Lebens berührt“.

Im Jahr 2016 hat der BFH dies in mehreren Urteilen bestätigt, die Scheidungen vor der Gesetzesänderung 2013 betrafen. In seinem Urteil vom 10. März 2016 akzeptierte er bei einem Steuerpflichtigen, dass dieser allein die Gerichts- und Anwaltskosten für die Scheidung und den Versorgungsausgleich als außergewöhnliche Belastungen absetzen durfte, weil diese zwangsläufig entstanden. Den höheren Kostenanteil, der anfiel, um die Scheidungsfolgen zu regeln, erkannte das Gericht nicht an (Az. VI R 69/12). Genauso entschied der BFH (Urteil vom 4. August 2016, Az. VI R/14).

Den Abzug von Kosten für Scheidungsfolge-Nebensachen lehnte der BFH auch in einem weiteren Verfahren ab (Urteil vom 14. April 2016, Az. VI R 56/14). Dieser Kostenblock ist meist deutlich größer als der für den sogenannten Zwangsverbund aus gerichtlicher Scheidung und Versorgungsausgleich – und kann nach dieser deutlichen Linie der Rechtsprechung nie abgesetzt werden.

Das BFH-Urteil vom 18. Mai 2017 bestätigt die gesetzliche Neuregelung (Az. VI R 9/16). Scheidungskosten sind demnach seit 2013 nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen abziehbar. Solche Aufwendungen fallen unter das Abzugsverbot für Prozesskosten. Eine gegenteilige Auffassung des Finanzgerichts Köln hat der BFH damit abgelehnt (Urteil vom 13. Januar 2016, Az. 14 K 1861/15). Eine existenzielle Betroffenheit liege bei Scheidungskosten grundsätzlich nicht vor.

Der BFH hat aber die Tür für einen Steuerabzug nicht ganz verschlossen – es verbleibt ein kleiner Spalt. Die gesetzliche Ausnahme eines Abzugs dürfte jedoch nur in wenigen wirtschaftlichen Extremsituationen zutreffen, zum Beispiel bei einem Ehepaar, das bislang von den Einnahmen aus einem gemeinsamen Betrieb lebte. In aller Regel können aber die meisten Geschiedenen ab 2013 keinerlei Scheidungskosten mehr absetzen.

Altfälle bis 2012 haben noch Chancen

Anders sieht die Situation für Fälle bis Ende 2012 aus: Doch auch dann sind grundsätzlich allenfalls die Kosten aus dem Zwangsverbund, also für die Scheidung vor Gericht und den Versorgungsausgleich, möglicherweise abzugsfähig. Viele Steuerpflichtige haben per Einspruch ihren Steuerbescheid offengehalten. Sie sollten weiterhin abwarten, wie das Finanzamt reagieren wird.

Grundsätzlich sind die Hürden bei außergewöhnlichen Belastungen hoch: Ein entscheidendes Kriterium für die Abzugsfähigkeit ist, dass Ihnen die Aufwendungen zwangsläufig entstehen, weil Sie sich aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen dem nicht entziehen können. Zudem müssen die Kosten den Umständen nach notwendig sein und dürfen einen „angemessenen Betrag“ nicht übersteigen.

Bei außergewöhnlichen Belastungen ist darüber hinaus die sogenannte zumutbare Belastung ohnehin nicht abzugsfähig. Diese wird abhängig vom Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte und der Kinderanzahl festgelegt. Nur die außergewöhnlichen Belastungen oberhalb der zumutbaren Belastung können Sie steuermindernd geltend machen.

Zwar sind noch weitere Scheidungskosten-Verfahren vor dem BFH anhängig. Doch nach der mittlerweile klaren Linie der Rechtsprechung schätzen wir die Erfolgsaussichten von Klagen in den meisten Fällen als gering ein. Falls Sie dennoch vor das Gericht ziehen, laufen Sie Gefahr, auf Ihren Klagekosten sitzen zu bleiben.

Das können Sie theoretisch absetzen

Gerichts- und Anwaltsgebühren richten sich nach dem Streitwert des Verfahrens, so ist es im Gesetz über Gerichtskosten für Familiensachen (FamGKG) geregelt. Der Streitwert ergibt sich unter anderem aus dem Einkommen der beiden Partner. Dazu kommt noch der gesetzlich vorgeschriebene Versorgungsausgleich, also das Aufteilen der Rentenanwartschaften.

Und so kommen auch bei mittleren Einkommen schnell ein paar Tausend Euro an Scheidungskosten zusammen – ohne die weiteren Kosten. Denn die sogenannten Folgesachen wie Unterhalt, Sorgerecht oder die Teilung eines Hauses regelt das Gericht nur auf Antrag – gegen zusätzliche Gebühren.

Rechenbeispiel

Ein Ehepaar hat ein monatliches Nettoeinkommen von 4.000 Euro.

Streitwert Einkommen: dreifaches Monatseinkommen: 12.000 Euro (§ 43 FamGKG)

Streitwert Versorgungsausgleich: 12.000 Euro × 10 % × 2 = 2.400 Euro (§ 50 FamGKG), nur für gesetzliche Rente, bei weiteren Rentenverträgen erhöht sich dieser Streitwert.

Streitwert insgesamt: 14.400 Euro

Um die Prozesskosten zu ermitteln, werden die Tabellen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und dem Gerichtskostengesetz hinzugezogen. Daraus ergeben sich in unserem Beispiel Anwalts- und Gerichtsgebühren von rund 2.544 Euro. All diese Kosten könnten laut einem Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz abgesetzt werden (Urteil vom 16. Oktober 2014, Az. 4 K 1976/14). Würde das Ehepaar beispielsweise noch den Zugewinnausgleich oder den Unterhalt verhandeln, ergäben sich zusätzliche Kosten, die sogenannten Scheidungsfolgekosten. Diese sind jedoch steuerlich nicht absetzbar.

Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

Experte für Steuern

Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

  • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
  • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
  • Welche Ausgaben die Steuern mindern.

Weitere hilfreiche Ratgeber:

Haben Sie eine Frage? Stellen Sie sie in der Finanztip Community!

Источники: http://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/scheidungskosten-nicht-von-steuer-absetzbar-100.html, http://www.scheidung.org/scheidungskosten-absetzen/, http://www.finanztip.de/scheidungskosten-absetzen/

Werktage pro jahr

0

Wie viele Arbeitstage kann ich bei der Steuererklärung angeben?

Viele veranschlagen fГјr ihre Fahrten zur Arbeit immer 220 Arbeitstage pro Jahr. Aber Vorsicht: Das Finanzamt schaut genau hin, ob das auch stimmt.

Wozu brauche ich die Anzahl meiner Arbeitstage?

Als Berufstätiger dürfen Sie die Kosten für Ihre Fahrt zur Arbeit von der Steuer absetzen. Für jeden Kilometer einer einzigen Fahrtstrecke bekommen Sie 30 Cent Steuervergünstigung vom Staat. Das klingt erstmal nach wenig Geld, aber tatsächlich kann dadurch eine ziemlich hohe Steuerrückerstattung zustande kommen. Schon wer jeden Tag 16 Kilometer zur Arbeit fährt, kann allein für die Kosten der Fahrten über 1.000 Euro Werbungskosten absetzen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie Ihre Steuererklärung abgeben.

Steuer ABC

Wie viel absetzbare Werbungskosten für den Arbeitsweg bei Ihnen zusammenkommen, ermitteln Sie so: Sie multiplizieren die Anzahl der Arbeitstage mit der Kilometerzahl und mit 30 Cent – das Ergebnis ist Ihre persönliche Pendlerpauschale.

Wie viele Arbeitstage Sie in Ihrer Steuererklärung angeben können, erklärt Ihnen unser Video in Sekundenschnelle:

Wie viel Arbeitstage kann ich angeben?

Das Jahr hat 365 Tage. Davon sind etwa 104 Tage ein Samstag und Sonntag. Hinzu kommen pro Bundesland zwischen neun und 13 Feiertage pro Jahr. AuГџerdem stehen jedem Angestellten mit einer 5-Tage-Woche mindestens 20 Tage Urlaub zu. Die meisten haben mehr, manche sogar bis zu 35 Urlaubstage.

Abgezogen werden müssen außerdem Krankheitstage, Betriebsausflüge, Fehltage für eine Fortbildung oder ein Meeting außer Haus. Je nachdem, wie diese Zahlen bei Ihnen aussehen, fällt auch die Höhe Ihrer Arbeitstage aus.

Wichtig ist, dass Sie genau so viele Arbeitstage angeben, wie Sie auch tatsächlich hatten.

Wie kann ich die exakte Anzahl meiner Arbeitstage berechnen?

Wenn sie sich nicht sicher sind, wie viele Wochenend- und Feiertage es in Ihrem Bundesland gibt und wie viele Arbeitstage Sie in einem Jahr hatten, hilft Ihnen unser Arbeitstage-Rechner 2016 weiter:

Was passiert, wenn ich mehr Arbeitstage angebe als ich hatte?

Die Finanzbeamten schauen genau hin: Haben Sie zum Beispiel viele Fortbildungskosten in Ihrer Steuererklärung eingetragen? Oder etliche Arztrechnungen? Passt das zu der Anzahl Ihrer Arbeitstage, die Sie angegeben haben? Wenn nicht, wird der Finanzbeamte schnell stutzig.

Dann kann er Sie dazu auffordern, dass Sie die Anzahl Ihrer Arbeitstage nachweisen müssen, zum Beispiel durch ein Schreiben vom Arbeitgeber. Im schlimmsten Fall – wenn Sie zum Beispiel in Ihrer Steuererklärung immer wieder zu viele Arbeitstage angegeben haben – droht Ihnen ein Strafverfahren.

Was passiert, wenn ich weniger Arbeitstage angebe als ich hatte?

In diesem Fall haben Sie Pech gehabt: Sie bekommen für Ihre Fahrten zur Arbeit weniger Steuern zurück als Ihnen zustehen. Die Finanzbeamten werden Sie jedenfalls nicht darauf aufmerksam machen und für eine höhere Steuerrückerstattung für Sie sorgen.

Wie viele Arbeitstage für Sie zusammen kommen, welche weiteren Steuervorteile Ihnen zustehen und wie hoch Ihre persönliche Steuerrückerstattung für Sie ausfällt, das ermittelt Ihr persönlicher VLH-Berater für Sie. Interessiert? Hier finden Sie eine VLH-Beratungsstelle Ihrer Nähe: Beratersuche.

Inhalt teilen:

Steuer ABC

Meist gelesen

Für Weihnachtsgeld werden Steuern fällig

Was sind außergewöhnliche Belastungen?

Was sind Spenden und wie setzt man sie ab?

Berater aussuchen, Termin vereinbaren und entspannt zurücklehnen. Denn Ihr Berater übernimmt den lästigen Steuerkram für Sie.

Haben Sie Fragen zur Mitgliedschaft? Unsere Mitarbeiter sind gerne fГјr Sie da: 06321 96 39 96 9

Werktage pro jahr

  • Ferien
    • nach Bundesländern
      • Baden-Württemberg
      • Bayern
      • Berlin
      • Brandenburg
      • Bremen
      • Hamburg
      • Hessen
      • Mecklenburg-Vorp.
      • Niedersachsen
      • NRW
      • Rheinland-Pfalz
      • Saarland
      • Sachsen
      • Sachsen-Anhalt
      • Schleswig-Holstein
      • Thüringen
    • nach Jahren
      • Schulferien 2017
      • Schulferien 2018
      • Schulferien 2019
      • Schulferien 2020
    • nach Schuljahren
      • Ferien 2016 / 2017
      • Ferien 2017 / 2018
      • Ferien 2018 / 2019
    • nach Ferien
      • Winterferien
      • Osterferien
      • Pfingstferien
      • Sommerferien
      • Herbstferien
      • Weihnachtsferien
    • Kalender Download NEU
    • Ferienkalender
    • Feriendichte 2017/2018/2019
    • Ferien Dezember 2017
    • Ferien im iCal-Format
  • Feiertage
    • Feiertage aktuell
    • Feiertage 2017
    • Feiertage 2018
    • Feiertage 2019
    • Feiertage 2020
  • Ferien Ausland
    • Belgien
    • Dänemark
    • Frankreich
    • Großbritannien
    • Niederlande
    • Liechtenstein
    • Luxemburg
    • Österreich
    • Polen
    • Norwegen
    • Schweiz
  • Jahreskalender
    • Kalender aktuell
    • Kalender 2017
    • Kalender 2018
    • Kalender 2019
    • Kalender 2020
    • Kalender drucken
  • Sonstiges
    • Sonnenstand
    • Zeitumstellung
    • Arbeitstage
    • Aktuelle Uhrzeit
    • Kalenderwoche
    • Mondkalender
    • Namenstage
    • Taschenrechner
    • Einschulung
    • mehr .
    • Datenschutzhinweis
    • Impressum

Arbeitstage 2015, 2016, 2017

Brauchen Sie für Ihre jährliche Steuererklärung gegenüber Ihrem Finanzamt die Anzahl der Arbeitstage – meist im Zusammenhang mit den Fahrtkosten? Dann werden Sie hier fündig.

übrigens: Verlangt ihr Arbeitgeber, dass Sie an einem Feiertag arbeiten (üblich z.B. in der Gesundheits- oder Freizeitbranche) dann steht Ihnen ein freier Ersatztag zur Verfügung sodass sich die Zahl der Arbeitstage pro Jahr nicht ändert.

Mit dem Arbeitstage-Rechner können Sie die Arbeits- bzw. Werktage für einen beliebigen Zeitraum (max. drei Jahre) berechnen.

Arbeitstage 2015

Um detailliertere Informationen zu erhalten klicken Sie in der jeweiligen Tabelle auf ein Bundesland. Sie erhalten dann die Jahresberechnung der Arbeitstage für das betreffende Bundesland. Wenn Sie auf einen Monat klicken sehen Sie die Auflistung der Tage für alle Bundesländer in dem betreffenden Monat und Jahr.

Arbeitstage 2016

Arbeitstage 2017

Wollen Sie auf Ihrer Webseite einen Link zu uns setzen? Bauen Sie einfach folgenden HTML-Code ein:

Arbeitstage-Rechner

Berechnen Sie die Zahl der Arbeitstage für 2015, 2016 und 2017 – jeweils für das gesamte Jahr oder einen beliebigen kürzeren Zeitraum. Feiertage werden abhängig vom Bundesland berücksichtigt.

Arbeitstage-Rechner

Passende Musterdokumente

  • Alles was Sie wissen müssen auf einen Blick
  • Arbeitstage berechnen auf der Grundlage bestimmter Angaben
  • Arbeitstage für die Steuererklärung berechnen
  • Rechtlicher Hintergund: Abgrenzung zu Werktagen

Arbeitstage berechnen auf der Grundlage bestimmter Angaben

Im Jahr 2012 liegt die Zahl der Arbeitstage, die je nach der Anzahl der Feiertage in den einzelnen Bundesländern variiert, zwischen 248 und 253 Arbeitstagen. 2013 liegt sie zwischen 249 und 252 Arbeitstagen.

Arbeitstage berechnen kann man mit unserem Online-Rechner, der individuell und auf der Grundlage bestimmter Angabe die genaue Anzahl der Arbeitstage ermittelt. So ist es möglich, einen genauen Zeitraum festzulegen, indem man den ersten und letzten Arbeitstag, also das Anfangs- und das Enddatum, in die Online-Maske einträgt.

Arbeitstage für die Steuererklärung berechnen

Arbeitstage werden für die verschiedenen Bundesländer unterschiedlich berechnet, da die Anzahl der Feiertage je nach Bundesland variiert. Wichtig ist, Urlaubstage oder auch Fortbildungstage abzuziehen.

Wer im Rahmen der Steuererklärung Fahrtkosten bzw. die Entfernungspauschale geltend macht, kann die Zahl der Arbeitstage mit dem Online-Rechner genau ermitteln oder die üblichen Werte ansetzen. Bei einer Fünftagewoche sind dies 230, bei einer Sechstagewoche 280 Arbeitstage pro Kalenderjahr

Rechtlicher Hintergund: Abgrenzung zu Werktagen

Das Bundesurlaubsgesetz (BurlG) stammt aus dem Jahr 1963, als es noch insgesamt sechs Arbeitstage pro Woche gab. Vom Arbeitstag abzugrenzen ist der Werktag, an dem das Arbeiten ohne besondere Einschränkungen grundsätzlich erlaubt ist. Denn nach § 3 Abs. 2 BurlG sind Werktage alle Kalendertage, ausgenommen gesetzliche Feiertage und Sonntage. Anders als ein Werktag ist der Arbeitstag ein Tag, an dem gearbeitet wird.

Für die meisten Arbeitnehmer ist der Samstag kein Arbeitstag. Allerdings gibt es auch Branchen, beispielsweise die Gastronomie und das Hotelgewerbe sowie in Bereichen des Handels und des Verkehrswesens, in denen an Samstagen und an Sonntagen gearbeitet wird. Um Arbeitstage berechnen zu können und um Fehler zu vermeiden, ist eine strikte Unterscheidung von Werktag und Arbeitstag zwingend notwendig.

Источники: http://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/wie-viele-arbeitstage-kann-ich-bei-der-steuererklaerung-angeben.html, http://www.schulferien.org/Arbeitstage/, http://www.lto.de/juristen/rechner/arbeitstage-rechner/

Verpflegung steuer

0

Berufliche Reisekosten

Reisekosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen

  • Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Waren Sie aus beruflichen Gründen unterwegs, können Sie Ihre Ausgaben als Werbungskosten von der Steuer absetzen.
  • Für Fahrtkosten mit Ihrem privaten Fahrzeug setzen Sie entweder einen Pauschalbetrag oder – nachgewiesene – höhere Kosten je gefahrenen Kilometer an.
  • Auch für Ihren Verpflegungsmehraufwand gelten Pauschalen, die je nach Dauer der Abwesenheit gestaffelt sind. Ihr Arbeitgeber kann alternativ die Verpflegungspauschalen steuerfrei erstatten.
  • Die reinen Übernachtungskosten können Sie ebenfalls steuermindernd geltend machen. Weil es dafür keine Pauschbeträge gibt, müssen Sie aber Belege sammeln.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu Themen rund um Ihre Steuererklärung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Wenn Sie aus beruflichen Gründen unterwegs waren, können Sie die Kosten, die Ihnen dadurch entstanden sind, als Reisekosten bei den Werbungskosten von der Steuer absetzen. Zu den Reisekosten zählen Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwand und Reisenebenkosten. Typische Beispiele für beruflich veranlasste Reisen sind Seminar-, Kunden- oder Messebesuche.

Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Reisekosten sind als Werbungskosten abziehbar, wenn sie durch eine so gut wie ausschließlich beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit entstanden sind. Eine Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn Sie vorübergehend außerhalb Ihrer Wohnung und Ihrer regelmäßigen Arbeitsstätte beruflich tätig geworden sind.

Ob Ihre Auswärtstätigkeit beruflich veranlasst war, müssen Sie nachweisen. Sie sollten daher die Reisedauer und den Reiseweg genau aufzeichnen und anhand geeigneter Unterlagen belegen, beispielsweise durch ein Fahrtenbuch, Tankquittungen, Hotelrechnungen oder Schriftverkehr.

Das können Sie absetzen – und das nicht

Fahrtkosten: Sind Sie mit Ihrem eigenen Fahrzeug gefahren, können Sie für Ihre Fahrten – ohne Nachweise – pauschal für jeden gefahrenen Kilometer folgende Beträge ansetzen:

  • beim Pkw 30 Cent
  • beim Motorrad oder Motorroller 13 Cent
  • beim Moped oder Mofa 8 Cent
  • beim Fahrrad 5 Cent

Wenn Sie in Ihrem Auto einen oder mehrere Arbeitskollegen mitgenommen haben, erhöht sich der Betrag von 30 Cent um 2 Cent. Auch die in der Realität vielleicht nicht allzu verbreitete Möglichkeit, dass Sie bei einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit mit dem Motorrad oder dem Motorroller einen Arbeitskollegen mitnehmen, ist im Reisekostenrecht abgebildet: In diesem Fall erhöht sich der Betrag von 13 Cent auf 14 Cent.

Dienst- und Firmenwagen

Für Fahrstrecken, die Sie mit Ihrem Dienst- oder Firmenwagen oder im Rahmen einer steuerfreien Sammelbeförderung zurückgelegt haben, ist kein Werbungskostenabzug möglich.

Falls Ihre Kosten mit dem eigenen Auto 30 Cent pro Kilometer überstiegen haben, können Sie auch höhere Kilometerkosten angeben, sofern Sie sie im Einzelnen durch Nachweise belegen können. Dazu müssen Sie Ihre jährlichen Gesamtkosten für Ihr Fahrzeug ermitteln und können dann den Teilbetrag ansetzen, der dem Anteil der zu berücksichtigenden Fahrten an der Jahresfahrleistung entspricht. Wenn Sie für Ihre beruflich veranlassten Reisen öffentliche Verkehrsmittel genutzt haben, brauchen Sie zum Nachweis jeweils Einzelbelege für Bus-, Bahn- oder Taxifahrten.

Verpflegungsmehraufwand: Weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass Sie auf Reisen mehr Geld für Ihre Verpflegung ausgeben müssen als zu Hause, können Sie Mehraufwendungen für Essen und Trinken von der Steuer absetzen. Dafür sind pauschal feste Beträge vorgesehen, je nachdem, wie lange Sie von Ihrer Wohnung und Ihrer regelmäßigen Arbeitsstätte abwesend waren. Seit 2014 gelten hierfür nur noch zwei pauschale Sätze: 24 Euro für jeden Tag, an dem der Arbeitnehmer mindestens 24 Stunden von seiner Wohnung abwesend ist beziehungsweise 12 Euro für den An- und Abreisetag bei mehrtägigen Reisen. Bei Dienstreisen ohne Übernachtung, die nicht länger als 24 Stunden andauert gelten 12 Euro. Diese Pauschalen darf der Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten. Maßgeblich ist die Abwesenheit von der ersten Tätigkeitsstätte.

Zahlt der Arbeitgeber mehr, muss er die Beträge pauschal versteuern.

Bis 2013 galten noch drei Pauschalsätze:

Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwand bis 2013

Diese Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwand sind verbindlich. Selbst wenn Sie also aus Nachweisgründen unterwegs Restaurantrechnungen gesammelt haben, können Sie keine höheren Kosten geltend machen. Anders ist das nur, wenn Sie auf Reisen Geschäftspartner bewirtet haben. Eine Ausnahme ist außerdem für die Bewirtung von (Team-)Kollegen möglich, sofern Ihr Gehalt variable erfolgsabhängige Bestandteile enthält.

Wenn Sie beruflich im Ausland unterwegs waren, gelten je nach Staat unterschiedliche Pauschbeträge, die sogenannten Auslandstagegelder. Diese Beträge passt das Bundesfinanzministerium in regelmäßigen Abständen an die Preisentwicklung in den einzelnen Ländern an, für Auslandsreisen ab dem 1. Januar 2012 mit Schreiben vom 8. Dezember 2011 und für Auslandsreisen ab dem 1. Januar 2013 mit Schreiben vom 17. Dezember 2012 (Az. IV C 5 – S 2353/08/10006 :003).

Bei Übernachtung im Doppelzimmer

setzen Sie die Kosten an, die im selben Haus entstanden wären, wenn Sie ein Einzelzimmer genommen hätten. Fragen Sie im Hotel nach, ob Sie eine Rechnung über ein Einzelzimmer bekommen können. Oder Sie errechnen die Differenz zwischen den Preisen für Einzel- und Doppelzimmer selbst und bewahren als Nachweis beispielsweise eine Preisliste des Hotels auf.

Übernachtungskosten: Als Übernachtungskosten gelten die tatsächlichen Kosten, die Ihnen für die persönliche Inanspruchnahme einer Unterkunft entstanden sind. Anders als bei den Verpflegungsmehraufwendungen verlangt das Finanzamt bei den Übernachtungskosten Einzelnachweise. Falls Sie nicht allein gereist sind, lässt sich der Fiskus leider nicht an den Mehrkosten beteiligen, die aufgrund der Mitnutzung etwa eines Hotelzimmers durch eine Begleitperson entstehen. Sofern die an Sie adressierte Hotelrechnung auch den Preis für das Frühstück, Mittag- oder Abendessen enthält, kürzt das Finanzamt den abziehbaren Betrag von sich aus prozentual.

Soweit höhere Übernachtungskosten angefallen sind, weil Sie eine Unterkunft gemeinsam mit Personen genutzt haben, die in keinem Dienstverhältnis zu Ihrem Arbeitgeber stehen, können Sie nur diejenigen Aufwendungen ansetzen, die angefallen wären, wenn Sie die Unterkunft allein genutzt hätten. Nicht abziehbar sind somit Mehrkosten, die aufgrund der Mitnutzung der Übernachtungsmöglichkeit durch eine Begleitperson entstehen, insbesondere wenn die Begleitung privat und nicht beruflich veranlasst ist. Bei Mitnutzung eines Mehrbettzimmers (z. B. Doppelzimmer) können die Aufwendungen angesetzt werden, die bei Inanspruchnahme eines Einzelzimmers im selben Haus entstanden wären.

Hierhin in der Steuererklärung

Ihre Angaben zu den Reisekosten machen Sie bei den Werbungskosten auf Seite 2 der Anlage N zur Einkommensteuererklärung 2015 ab Zeile 49. Die Aufwendungen senken Ihr zu versteuerndes Einkommen und sorgen so dafür, dass Ihre Steuerlast geringer ausfällt.

Auch wenn Sie Übernachtungskosten für den Werbungskostenabzug grundsätzlich einzeln nachweisen müssen, kann es passieren, dass Sie keine Übernachtungsbelege (mehr) haben. In diesem Ausnahmefall dürfen Sie Ihre Kosten schätzen, wenn sie Ihnen zweifelsfrei entstanden sind.

Reisenebenkosten: Sie sollten zusätzlich die Kosten ansetzen, die Ihnen für die Beförderung und Aufbewahrung von Gepäck, Telefonate und Schriftverkehr beruflichen Inhalts mit dem Arbeitgeber oder dessen Geschäftspartner, für Straßenbenutzung und Parkplatz sowie eventuelle Schadensersatzleistungen infolge von Verkehrsunfällen entstanden sind. Wenn Sie eine Reisegepäckversicherung abgeschlossen haben, gehören auch diese Kosten zu den Reisenebenkosten, ebenso Wertverluste infolge eines Diebstahls Ihres persönlichen – notwendigen – Reisegepäcks. Geld und Schmuck bleiben dabei außen vor.

Als Privatvergnügen gelten dagegen Ihre Aufwendungen für private Telefonate, Massagen, Minibar oder Pay-TV – an diesen Kosten lässt sich der Fiskus nicht beteiligen. Das Gleiche gilt für Kosten, die Ihnen für die Anschaffung von Bekleidung, Koffern und anderen Reiseausrüstungen entstanden sind.

Sonderfall Leiharbeitnehmer

Ein vom Lohnsteuerhilfeverein „Steuerring“ erstrittenes Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 30. November 2016 (Az. 9 K 130/16; Revision beim Bundesfinanzhof unter Az. VI R 6/17) eröffnet weitere Steuersparmöglichkeiten für Leiharbeiter: Nicht nur die Entfernungspauschale, sondern die Fahrtkosten für jeden gefahrenen Kilometer zum Arbeitsort dürfen Leiharbeitnehmer abrechnen. Es zählt also nicht nur die einfache Wegstrecke, sondern jeder gefahrene Kilometer auf Hin- und Rückfahrt wie bei einer Dienstreise. Dies trifft dann zu, wenn der Arbeitsvertrag vorsieht, dass der Leiharbeitnehmer kurzfristig woanders eingesetzt werden kann, also nicht dauerhaft einem sogenannten Entleiher zugeordnet ist. Im konkreten Fall arbeitete der Leiharbeitnehmer ganzjährig im selben Betrieb, doch im Vertrag stand, dass er „bis auf Weiteres“, also eben nicht dauerhaft, in einer betrieblichen Einrichtung des Entleihers tätig werden soll. Der Betrieb des Entleihers stellt in solchen Fällen keine erste Tätigkeitsstätte dar.

Ab 1. April 2017 haben Leiharbeitnehmer noch bessere Argumente, weil dann das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz den Einsatz beim selben Entleiher auf höchstens 18 Monate begrenzen wird. Für alle Angestellten, bei denen das Arbeitsverhältnis danach weitergeht, sind von Beginn an Reisekosten zu berücksichtigen. Leiharbeitnehmer sollten deshalb ihre Fahrtkosten aufzeichnen. Autofahrer können 30 Cent je gefahrenen Kilometer absetzen, Bus- und Bahnkunden hingegen die Kosten für ihre gekauften Fahrscheine. Zusätzlich können Leiharbeitnehmer für die ersten drei Monate eines neuen Einsatzes Mehraufwendungen für die Verpflegung geltend machen.

So können Sie Steuern sparen

Jobwechsel in Planung: Auch Reisen zu Vorstellungsgesprächen zählen zu den beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten. Sie können Ihre Kosten, die Ihnen durch die Reise zu einem Bewerbungsgespräch entstanden sind, daher als Werbungskosten ansetzen.

Berufliches und Privates gemischt: Wenn Sie im Zusammenhang mit Ihrer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit in einem mehr als geringfügigen Umfang auch private Angelegenheiten erledigt haben, muss das nicht heißen, dass Sie auf Ihren Kosten sitzen bleiben. Allerdings müssen Sie die beruflich veranlassten von den privat veranlassten Aufwendungen trennen (können). Ist das nicht – auch nicht durch Schätzung – möglich, gehören Ihre gesamten Aufwendungen zu den nicht abziehbaren Aufwendungen für die Lebensführung. Als Aufteilungsmaßstab kommen in der Praxis meist die zeitlichen Anteile in Frage, die auf den beruflich und privat veranlassten Teil der Reise entfallen.

Beispielrechnung für gemischte Aufwendungen

Sie haben einen Fachkongress in London besucht und sind Samstagfrüh angereist. Die Veranstaltung fand ganztägig von Dienstag bis Donnerstag statt. Am Sonntagabend sind Sie nach Hause zurückgereist.

In diesem Fall können Sie die Kosten für zwei Übernachtungen (von Dienstag bis Donnerstag) und die Kongressgebühren vollständig als Werbungskosten abziehen. Die Flugkosten sind gemischt veranlasst und entsprechend den Veranlassungsbeiträgen aufzuteilen. Sachgerechter Aufteilungsmaßstab ist das Verhältnis der beruflichen und privaten Zeitanteile der Reise (beruflich veranlasst sind drei Neuntel). Ihre Verpflegungskosten können Sie nur in Höhe der Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen für die beruflich veranlassten drei Tage als Werbungskosten abziehen.

Nur eine regelmäßige Arbeitsstätte: Der Bundesfinanzhof hat 2011 entschieden, dass Arbeitnehmer nur eine regelmäßige Arbeitsstätte haben können. Der Fiskus folgt dieser Rechtsprechung (vgl. Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 15. Dezember 2011, Az. IV C 5 – S 2353/11/10010). Das hat für Sie den Vorteil, dass Sie die Kosten, die Ihnen für Ihre Fahrten zu anderen Tätigkeitsstätten entstehen, als Reisekosten ansetzen können.

Zahlung durch den Arbeitgeber

Als Werbungskosten sind Ihre Reisekosten nur dann abziehbar, wenn Ihr Arbeitgeber sie Ihnen nicht ersetzt hat. Meistens oft zahlt dieser steuer- und sozialversicherungsfrei den Verpflegungsmehraufwand in Höhe der Pauschalen.

Das Finanzamt geht von einer regelmäßigen Arbeitsstätte aus, wenn Sie dienstrechtlich oder arbeitsvertraglich einer betrieblichen Einrichtung Ihres Arbeitgebers dauerhaft zugeordnet sind oder in einer betrieblichen Einrichtung Ihres Arbeitgebers

  • arbeitstäglich,
  • je Arbeitswoche einen vollen Arbeitstag oder
  • mindestens 20 Prozent Ihrer vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit

tätig werden sollen.

Ein Arbeitnehmer ist grundsätzlich auswärts tätig, wenn er außerhalb einer dem Arbeitgeber zuzuordnenden Betriebsstätte tätig wird. Das ist vor allem bei Leiharbeitnehmern der Fall (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs vom 15. Mai 2013, Az. VI R 18/12). Beispiele für Tätigkeitsstätten außerhalb der regelmäßigen Arbeitsstätte sind auch verschiedene Filialen desselben Arbeitgebers.

Reisekosten in der Steuererklärung

Wie Sie Ihre Reisekosten in der Steuererklärung absetzen, lesen Sie in unserem Ratgeber So setzen Sie Ihre Reisekosten richtig ab.

Wenn Sie sich über Einzelheiten informieren möchten, können Sie einen Blick in das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 24. Oktober 2014 (IV C 5 -S 2353/14/10002) werfen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 23. Dezember 2014 (IV C 6 -S 2145/10/10005) zu den Entfernungspauschalen.

Beide Dokumente enthalten zum besseren Verständnis zahlreiche Beispiele.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu Themen rund um Ihre Steuererklärung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Doppelte Haushaltsführung seit 2014: Wenn Sie aus beruflichen Gründen einen doppelten Haushalt führen, können Sie in Ihrer Steuererklärung für das Jahr 2014 weiterhin die Kosten Ihrer Unterkunft angeben, die Ihnen tatsächlich entstanden sind. Während die Wohnungsgröße von höchstens 60 Quadratmetern anders als bis einschließlich 2013 keine Rolle mehr spielt, werden ab 2014 allerdings nur noch Kosten bis zu 1.000 Euro berücksichtigt. Außerdem wird künftig eine finanzielle Beteiligung an den laufenden Kosten der Haushaltsführung am Lebensmittelpunkt verlangt. Wenn Ihre Barleistungen mehr als zehn Prozent der monatlich regelmäßig anfallenden laufenden Kosten der Lebensführung betragen – zum Beispiel Miete, Mietnebenkosten, Kosten für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs –, geht der Fiskus von einer finanziellen Beteiligung aus.Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber So setzen Sie Kosten der doppelten Haushaltsführung ab.

Sollen wir Sie

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps – kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Das könnte Sie auch interessieren

Noch mehr sparen mit Finanztip

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Kostenlos anmelden

Artikel verfasst von

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

Wie Sie Verpflegungsmehraufwand steuerlich geltend machen

Hinter dem offiziellen Wortungetüm "Verpflegungsmehraufwendungen", auch "Verpflegungsmehraufwand" oder "Verpflegungspauschale" genannt, verbirgt sich eine großartige Möglichkeit, um als Arbeitnehmer mehr Geld vom Chef oder vom Finanzamt zu erhalten. Auch Selbstständige sparen hiermit Steuern. Schon bei wenigen Reisen pro Jahr kommen mehrere 100 Euro Ersparnis zusammen. Das Beste: Mit "Reise" sind nicht bloß Flüge ins ferne Ausland gemeint, sondern schon Fahrten in einen anderen Stadtteil. Selbst die Fahrt zur Berufsschule kann steuerbegünstigt sein.

Hinter der Verpflegungspauschale steht der Gedanke, dass ein Steuerzahler fernab von zu Hause nicht mehr günstig kochen oder sich ein Brot schmieren kann. Im Gegenteil: Für Essen und Trinken entstehen unweigerlich höhere Kosten im Restaurant, Café oder bei der Bahnhofsbäckerei. Da die Reise und somit diese Mehrkosten beruflich bedingt sind, lassen sie sich steuerlich geltend machen oder vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzen.

Um wie viel Geld geht es?

Die Höhe der Verpflegungspauschale hängt davon ab, wie lange Sie von zu Hause oder Ihrer so genannten ersten Tätigkeitsstätte (vor 2014: "regelmäßige Arbeitsstätte") abwesend sind und in welchem Land Sie sich aufhalten. Sie finden die Sätze für andere Länder in unserer Tabelle für Reisekosten im Ausland. Für Deutschland gilt diese Tabelle:

Beispiel: Sie fahren 2014 zu 4 verschiedenen Messen in Deutschland, um dort Ihr Unternehmen zu vertreten. Sie brechen am ersten Tag um 14 Uhr von Ihrer ersten Tätigkeitsstätte auf und sind am dritten Tag um 19 Uhr wieder zurück. So berechnen Sie Ihren Verpflegungsmehraufwand:

Ergebnis: Ihr pauschal angenommener Verpflegungsmehraufwand für die vier Messen betragen 192 Euro. Sie können sich den Betrag vom Arbeitgeber steuerfrei auszahlen lassen. Falls dies nicht möglich ist, machen Sie ihn als Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung geltend.

Profi-Tipp: Verpflegungspauschale automatisieren

Tragen Sie für die Reisekostenabrechnung noch alle beruflichen Termine aus Ihrem Kalender zusammen? Berechnen Sie für jeden Tag von Hand, welche Verpflegungspauschale Ihnen zusteht? Schlagen Sie alle passenden Auslandspauschalen in unserer Ländertabelle nach? Oder verzichten Sie wegen dieses Aufwands von vornherein auf die satte Steuerersparnis? Wenn Sie nur eine dieser Fragen mit "ja" beantwortet haben, verbrennen Sie Zeit und Geld.

Sinnvoller ist für Sie eine Lösung, die direkt mit Ihrem Terminkalender und möglichst auch mit einem Fahrtenbuch "spricht". Das Ergebnis: Die Software misst automatisch, wie lange Sie außer Haus waren und welcher Verpflegungssatz für welches Land Ihnen zusteht. Gleichzeitig berücksichtigt sie die Fahrtkosten und Übernachtungskosten. Die Ergebnisse werden auf Knopfdruck gedruckt oder in die Reisekostenabrechnung oder in die Einkommensteuererklärung übertragen.

Steuer-Anzeige: Für Arbeitnehmer und Freiberufler eignet sich besonders die Basisversion von Lexware Reisekosten. Sie beinhaltet zugleich ein Fahrtenbuch und lässt sich mit gängiger Terminverwaltung verbinden. Ab nur 5,90 Euro im Monat kaufen Sie sich von der lästigen Handarbeit frei und haben mehr Zeit für produktivere Tätigkeiten, Freizeit und Familie. Probieren Sie es einfach hier aus: 4 Wochen kostenlos testen.

So nutzen Sie die Verpflegungspauschale

Als Arbeitnehmer dürfen Sie sich Ihre Verpflegungsmehraufwendungen steuer- und sozialabgabenfrei vom Chef erstatten lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie tatsächlich höhere Ausgaben hatten als zu Hause. Selbst wenn Sie kostenlos gegessen haben, ist die Erstattung steuerfrei.

Im oben berechneten Beispielfall dürfen Sie sich 192 Euro steuerfrei und ohne Sozialversicherung auszahlen lassen.

Steuer-Tipp: Der Arbeitgeber darf Ihnen sogar mehr Geld zahlen als die Pauschale. Dann muss er für den Mehrbetrag Lohnsteuer ans Finanzamt abführen. Er darf sich diese Lohnsteuer nicht von Ihnen zurückholen, außer es war vorab so vereinbart. Die "höhere Verpflegungspauschale" eignet sich also als steuergünstiges Gehalts-Extra, um Mitarbeiter zu motivieren oder sich bei ihnen zu bedanken.

Wenn Ihr Chef Ihnen jedoch keine oder eine niedrigere Verpflegungspauschale zahlt, dann setzen Sie den Restbetrag in Ihrer Steuererklärung an. So holen Sie sich das Geld zumindest zum Teil vom Finanzamt zurück.

Auf obiges Beispiel bezogen bedeutet das: Wenn Ihr Unternehmen keinen Cent erstattet, geben Sie 192 Euro in Ihrer Steuererklärung an. Bei einem persönlichen Steuersatz von zum Beispiel 35 Prozent (einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) ergibt dies, grob vereinfacht: 35 Prozent x 192 Euro = 67,20 Euro zusätzliche Steuerersparnis.

Als Selbstständiger geben Sie Ihren Verpflegungsmehraufwand als Betriebsausgaben in Ihrer Steuererklärung an. Das funktioniert genauso, wie im vorangegangenen Beispiel beschrieben.

Hinweis: GmbH-Geschäftsführer gelten steuerlich als Arbeitnehmer, nicht als Unternehmer.

Steuer-Tipp: Für eine höchstmögliche Ersparnis müssen Sie die Pauschale für Werbungskosten überschreiten, die Ihnen pro Jahr zusteht.

Fragen und Antworten zum Verpflegungsmehraufwand und zur Verpflegungspauschale

Wir sammeln laufend die häufig gestellten Fragen zu Verpflegungsmehraufwendungen und beantworten sie hier:

Warum gibt es die Verpflegungspauschale?

Auf Geschäftsreisen sind Essen und Getränke teurer als in der Küche zu Hause. Ein Arbeitnehmer oder Selbstständiger auf Reisen hat also höhere Ausgaben als einer, der zu Hause bleibt. Und zwar nicht wegen seiner privaten Abenteuerlust, sondern aus einem glasklaren beruflichen Grund heraus. Nach den Grundsätzen unseres Steuersystems wäre es ungerecht, die reisenden und die daheimbleibenden Steuerzahler gleich zu besteuern. Denn dann hätten diejenigen, die beruflich reisen müssen, trotz gleicher Arbeit weniger Geld in der Tasche. Der Gesetzgeber hat deshalb die Idee des Verpflegungsmehraufwands mit seinen steuerfreien und steuerlich absetzbaren Verpflegungspauschalen eingeführt.

Wie hoch sind der Verpflegungsmehraufwand 2016 und die Verpflegungspauschale 2016?

Beide Begriffe meinen im Grunde das Gleiche: einen steuerlichen Ausgleich für Essen und Trinken auf Dienstreisen, weil diese unterwegs teurer sind als zu Hause. Die Verpflegungspauschale 2016 Deutschland beträgt 12 Euro für jeden Tag, den Sie mehr als 8 Stunden berufsbedingt außer Haus verbracht haben (siehe Tabelle oben). Die Verpflegungsmehraufwendungen verdoppelte sich auf 24 Euro für Tage mit vollen 24 Stunden Abwesenheit.

Die Pauschbeträge für andere Staaten stehen in unserer aktuellen Tabelle Verpflegungsmehraufwand 2016 Ausland.

Wie hoch war der Verpflegungsmehraufwand 2015?

Die Verpflegungspauschale 2015 Deutschland betrug 12 Euro pro Tag, den Sie mehr als 8 Stunden berufsbedingt außer Haus verbracht haben (siehe Tabelle oben). Diese Pauschale verdoppelte sich auf 24 Euro bei vollen 24 Stunden Abwesenheit. Es galten also die selben Spesensätze wie für 2016.

Wie hoch war der Verpflegungsmehraufwand 2014?

Zum 1. Januar 2014 wurde das Reisekostenrecht erneuert. Seitdem gibt es pro Tag eine Verpflegungspauschale von 12 Euro, wenn Sie eine mehrtägige Reise beginnen, beenden oder aus beruflichem Grund mehr als 8 Stunden außer Haus verbringen (siehe Tabelle und Beispielrechnung oben). Die Verpflegungspauschale 2014 Deutschland verdoppelte sich auf 24 Euro pro Tag, den Sie vollständig abwesend von zu Hause waren.

Wie hoch waren der Verpflegungsmehraufwand 2013?

2013 und in den Jahren davor galt das alte Reisekostenrecht mit drei verschiedenen Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand. Deren Höhe hing von Ihrer Abwesenheitsdauer von zu Hause ab: 6 Euro ab 8 Stunden Abwesenheit, 12 Euro ab 14 Stunden Abwesenheit und 24 Euro ab 24 Stunden Abwesenheit, also bei vollen Tagen auf einer mehrtägigen Dienstreise (siehe dazu auch obige Tabelle).

Die damaligen Werte fürs Ausland stehen in der Tabelle Verpflegungsmehraufwand 2013 Ausland.

Weitere Steuer-Tipps zum Verpflegungsmehraufwand:

Tabelle Reisekosten im Ausland – Pauschalen, Erklärungen, alle Länder

Neue Reisekostenabrechnung 2017 fürs Ausland: Welche Pauschalen für Übernachtung und Verpflegung (Auslöse/Spesen) gelten und welche Unterschiede Selbstständige und Arbeitnehmer beachten müssen.[weiterlesen. ]

Tabelle Reisekosten im Ausland 2016

Reisekostenabrechnung 2016 fürs Ausland: Welche Spesen-Pauschalen für Übernachtungen und Verpflegungsmehraufwand gelten.[weiterlesen. ]

Tabelle Reisekosten im Ausland 2015

Reisekostenabrechnung 2015 fürs Ausland: Welche Spesen-Pauschalen für Übernachtungen und Verpflegungsmehraufwand gelten.[weiterlesen. ]

Tabelle Reisekosten im Ausland 2014

Welche Kostenpauschalen für Übernachtungen und Verpflegungsmehraufwendungen für das Steuerjahr 2014 gelten.[weiterlesen. ]

Reisekosten-Änderungen 2014

Wie Sie mit dem neuen Reisekostenrecht Zeit und Steuern sparen.[weiterlesen. ]

Fahrten zur Arbeit: Die erste Tätigkeitsstätte

Neue Definition: Wann der Weg zur Arbeit unter die Reisekosten fällt und wann Sie sich mit der niedrigeren Pendlerpauschale begnügen müssen.[weiterlesen. ]

Die 4 wichtigsten Reisekosten: 2. Verpflegungsmehraufwendungen

Pauschalen und Gehalts-Extras: Wie Sie Ihre Ausgaben für Essen und Trinken zurückbekommen, wenn sie beruflich verreisen.[weiterlesen. ]

Tabelle Reisekosten im Ausland 2013

Welche Kostenpauschalen für Übernachtungen und Verpflegungsmehraufwendungen für das Steuerjahr 2013 gelten.[weiterlesen. ]

Reisekosten für Selbstständige

Wie das Finanzamt Ihre Geschäftsreisen mitbezahlt und Sie als Freiberufler oder Gewerbetreibender mehrere 1.000 Euro Steuern sparen.[weiterlesen. ]

Reisekosten für Arbeitnehmer

Wie Arbeitnehmer mehr Reisekosten erstattet bekommen, als sie tatsächlich hatten – steuerfrei und völlig legal.[weiterlesen. ]

Reisekosten bei außergewöhnlicher Belastung

Krankheit und Behandlung: Wie Familien ihre Kosten für Fahrten, Essen, Trinken und Übernachtungen doppelt absetzen.[weiterlesen. ]

Tabelle Reisekosten im Ausland 2012

Welche Kostenpauschalen für Übernachtungen und Verpflegungsmehraufwendungen für das Steuerjahr 2012 gelten.[weiterlesen. ]

Doppelte Haushaltsführung: Die Verpflegungspauschale gilt

Wie Sie nach einem beruflichem Umzug 1.440 Euro steuerfrei kassieren – allein für Essen und Trinken.[weiterlesen. ]

Fahrt zur Berufsschule als Dienstreise erstatten lassen

Wie Auszubildende pro Jahr mehrere hundert bis tausend Euro steuerfrei einstreichen dürfen oder zumindest mit Werbungskosten Steuern sparen.[weiterlesen. ]

Tabelle Reisekosten im Ausland 2010 bis 2011

Welche Kostenpauschalen für Übernachtungen und Verpflegungsmehraufwendungen für die Steuerjahre 2010 und 2011 gelten.[weiterlesen. ]

Tabelle Reisekosten im Ausland 2009

Welche Kostenpauschalen für Übernachtungen und Verpflegungsmehraufwendungen im Jahr 2009 gelten.[weiterlesen. ]

Gemischt veranlasste Reisen: Kosten sind ab sofort aufteilbar

Warum Selbstständige und Arbeitnehmer eine Dienstreise oder Fortbildung mit ihrem Privatvergnügen verbinden dürfen.[weiterlesen. ]

Ihre Lebenszeit.

. ist zu wertvoll, um sie mit Steuerrecht zu vergeuden. Fragen Sie gezielt einen Profi, statt stundenlang selbst zu suchen. Hier bekommen Sie die verlässliche Antwort:

Finden Sie den passenden Steuerberater

Ageras macht den Markt für Steuerberatung durchsichtig. Die Unterschiede zwischen Kanzleien sind riesig und viele Suchende wissen nicht, welcher Berater am besten für sie ist. Ageras ist ein unabhängiger Vermittler und findet mit Ihnen zusammen kostenlos die passenden Fachleute:

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen oder auch geholfen hat, denken Sie bitte daran, ihn weiterzuempfehlen – vielleicht hilft er auch anderen:

  • 1: Startseite .
  • 2: Steuertipps & Artikel .
    • 2.1: für Arbeitnehmer & GmbH-Chefs .
    • 2.2: für Immobilienbesitzer .
    • 2.3: für Kapitalanleger .
    • 2.4: fürs Private & Familien .
    • 2.5: für Rentner & Privatiers .
    • 2.6: für Selbstständige .
    • 2.7: für Studenten .
    • 2.8: Abschreibung/AfA .
    • 2.9: Arbeitszimmer .
    • 2.10: Aus- & Fortbildung .
    • 2.11: Ausland .
    • 2.12: Außergew. Belastung .
    • 2.13: Auto, Pkw, Lkw .
    • 2.14: Doppelter Haushalt .
    • 2.15: Einkommensteuer .
    • 2.16: Finanzamt .
    • 2.17: Freibeträge .
    • 2.18: Haushaltsnahe Dienstleistungen .
    • 2.19: Kirchensteuer .
    • 2.20: Konto & Geld .
    • 2.21: Kredit .
    • 2.22: Lebensversicherung .
    • 2.23: Reisekosten .
      • 2.23.1: Fahrtkosten .
      • 2.23.2: Verpflegungspauschale .
      • 2.23.3: Übernachtungskosten .
      • 2.23.4: Reisenebenkosten .
    • 2.24: Sonderausgaben .
    • 2.25: Steuerberater .
    • 2.26: Verein & Ehrenamt .
    • 2.27: Werbungskosten .
  • 3: Steuererklärung .
  • 4: Einspruch gegen den Steuerbescheid .
  • 5: Rechner & Vergleiche .
  • 6: Service .
  • 7: Editorial & Kommentar .
  • 8: Steuerberater suchen und finden .

Der Steuer-Schutzbrief schreibt seit 1993 über Steuern und Geld. Unser Ziel ist es, dass Sie Geld, Zeit und Steuern sparen und einen größtmöglichen Nutzen erhalten. Die Inhalte sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte an den Artikeln und Dokumenten des Steuer-Schutzbriefs liegen bei Information Highway Lutz Schumann, sofern nicht anders vermerkt. Nachdruck, die Verwendung auf Internetseiten und die Veröffentlichung sind nur mit schriftlicher Genehmigung erlaubt.

Verpflegungsmehraufwendungen

Verpflegungsmehraufwendungen steuerliche betrachtet

8 bis 14 Stunden Abwesenheit 6 Euro

14 bis 24 Stunden Abwesenheit 12 Euro

Ab 24 Stunden Abwesenheit 24 Euro

Im Ausland

Unterschied Einkommensteuer und Umsatzsteuer

Aktuelle Artikel zum Thema Verpflegungsmehraufwendungen

Werden im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung Verpflegungsmehraufwendungen nur zeitlich befristet anerkannt? Einkommensteuer Steuergerechtigkeit

  • Verpflegungsmehraufwendungen für Fahrer im Bergwerk?

    Kann ein Fahrer in einem Bergwerk oder einem anderen weitläufigen Betriebsgelände Verpflegungsmehraufwendungen als Werbungskosten absetzen? Einkommensteuer

  • Verpflegungskosten bei doppelter Haushaltsführung

    Inwieweit sind Verpflegungsmehraufwendungen nach einem Umzug als Werbungskosten wegen doppelter Haushaltsführung anzuerkennen? Gilt das auch noch nach einem Zeitraum von über drei Monaten? Sonstiges Einkommensteuer

  • Inwieweit kann Arbeitnehmer auf Schiff seine Verpflegung absetzen?

    Der Bundesfinanzhof hat entshieden, dass Arbeitnehmer unter Umständen auch nach drei Monaten noch ihre Verpflegungsmehraufwendungen als Werbungskosten veranschlagen können. Einkommensteuer

  • Diskussionen zu Thema Verpflegungsmehraufwendungen

    Guten Tag, den Verlust kann man erst dann vortragen, wenn in Ihrem Steuerbescheid der Gesamtbetrag der Einkünfte im minus ist und nicht wenn diese die Armutsgrenze von .

  • Forum Veranlagung, Thema: Re: Frage zur regelmäßigen Arbeitsstätte bei Projektarbeit

    Hallo, ich hoffe, dass die Frage noch für dich relevant ist. Ich denke deine Frage bezieht sich auf die Rechtslage 2013 und nicht die neue. Bei der .

  • Forum Veranlagung, Thema: Re: Steuerklasse 1 Nachzahlung?

    Die 168 EUR aus der Erstattung für Verpflegungsmehraufwand müssen wohl in dem Programm vorher auch als Ausgaben angegeben werden, da sonst die Erstattung als "Überzahlung" hinzugerechnet wird. Sprich, .

  • Источники: http://www.finanztip.de/reisekosten-absetzen/, http://www.steuer-schutzbrief.de/reisekosten/verpflegungsmehraufwand.html, http://www.steuerberaten.de/tag/verpflegungsmehraufwendungen/

    Einkommensteuer versicherungen

    0

    Einkommensteuer versicherungen

    Versicherungen als Sonderausgaben

    • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012
    • Von: Finanztip-Redaktion

    In unserem ABC der Versicherungsbeiträge finden Sie die Versicherungen, die ggf. im Rahmen der Sonderausgaben Berücksichtigung finden können. Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie alle Versicherungen in voller Höhe ansetzen. Den Höchstbetrag berechnet das Finanzamt automatisch. Tipp: Aufgrund der zumeist bereits ausgeschöpften Sonderausgaben-Höchstbeträge empfiehlt es sich, rein berufliche Versicherungen, die vom Arbeitgeber nicht übernommen werden, als Werbungskosten geltend zu machen.

    Einschränkung der Sonderausgaben seit dem Jahr 2010

    Wegen der besseren steuerlichen Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge in der Steuererklärung entfällt für viele Steuerzahler ab dem Jahr 2010 zumindest teilweise der Abzug von so genannten sonstigen Vorsorgeaufwendungen und Beiträgen zu "anderen Versicherungen" (siehe hierzu bei Bedarf auch den Artikel zum Bürgerentlastungsgesetz). Die "teilweise Abschaffung" des Sonderausgabenabzugs ab dem Jahr 2010 für sonstige Vorsorgeaufwendungen und andere Versicherungen schränkt die nachstehende Liste deutlich ein.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Versicherungsbeitrag als Sonderausgaben bzw. Werbungskosten

    Beiträge zu bestimmten Versicherungen können als Sonderausgaben vollständig oder nur bis zu einem Höchstbetrag steuermindernd geltend gemacht werden. Beispiel: Beiträge zu einer Unfallversicherung, die ausschließlich berufliche Unfälle absichert, sind als Werbungskosten abziehbar und die Versicherungsprämie können daher auf der Anlage N der Steuererklärung eingetragen werden. Sichert die Unfallversicherung private Risiken ab, können die Beiträge lediglich als Sonderausgaben abgezogen werden.

    Im Absatz zu "Versicherungsbeitrag als Sonderausgaben bzw. Werbungskosten" wurde bereits deutlich, worin der Unterschied beim Abzug der Aufwendungen in der Steuererklärung liegt. Andere Vorsorgeaufwendungen können wegen der besseren steuerlichen Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge in der Steuererklärung häufig nicht mehr berücksichtigt werden. Die folgende Checkliste nennt alle wichtigen Versicherungen, an denen sich das Finanzamt unter den vorgenannten Einschränkungen ggf. beteiligt:

    • Arbeitnehmer-Beiträge zur Sozial-Versicherung
    • Arbeitslosen-Versicherung
    • Ausbildungs-Versicherung
    • Aussteuer-Versicherung
    • Berufsunfähigkeits-Versicherung
    • Erbschaftssteuer-Versicherung
    • Familien-Haftpflicht-Versicherung
    • Freiwillige Beiträge zur Sozialversicherung
    • Haftpflicht-Versicherung
    • Hundehalter-Haftpflicht-Versicherung
    • Jagd-Haftpflicht-Versicherung
    • Kapital-Lebens-Versicherung (Sonderregelung!)
    • Kfz-Haftpflicht-Versicherung
    • Knappschafts-Versicherung
    • Krankenhaus-Finanzierungs-Beitrag
    • Krankenhaus-Tagegeld-Versicherung
    • Kranken-Tagegeld-Versicherung
    • Kranken-Versicherung
    • Lebens-Versicherung (Sonderregelungen!)
    • Loss-of-Licence-Versicherung
    • Pensionskasse
    • Pflege-Versicherung
    • Pflichtbeiträge Selbständiger zur beruflichen Versorgungseinrichtung
    • Praxisgründungs-Versicherung
    • Privat-Haftpflicht-Versicherung
    • Reise-Kranken-Versicherung
    • Reise-Unfall-Versicherung
    • Renten-Versicherung (Sonderregeln!)
    • Risiko-Lebens-Versicherung
    • Sozial-Versicherung
    • Sterbekasse
    • Tier-Haftpflicht-Versicherung
    • Todesfall-Versicherung
    • Unfall-Versicherung
    • Versorgungskasse
    • Waisenkasse
    • Witwenkasse
    • Zusatzbeiträge

    Hinweis: Für Kapital-Lebens-Versicherungen gelten komplizierte Sonderregeln. Im Zweifelsfall alle Beiträge ansetzen und Reaktion des Finanzamtes abwarten.

    Sollen wir Sie

    Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps – kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

    Vielen Dank für Ihre Anmeldung

    Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

    1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
    2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
    3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

    Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Noch mehr sparen mit Finanztip

    Finanztip Newsletter

    • Jede Woche die besten Tipps
    • Absolut kostenlos
    • 100% werbefrei

    Kostenlos anmelden

    Artikel verfasst von

    Die Experten für Verbraucherfinanzen

    Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.

    Einkommensteuer-Tipps: Was Steuerzahler alles absetzen können

    Sie haben den Artikel in Ihre Merkliste aufgenommen.

    Möchten Sie ihn nicht auch gleich mit Feunden teilen?

    Versicherungsbeiträge: Wenn Sie sich ausschließlich gegen berufliche Risiken absichern, können Sie Ihre Versicherungsbeiträge vollständig als Werbungskosten absetzen. Das trifft z. B. auf die Berufshaftpflichtversicherung zu. Viele Versicherungen decken aber sowohl berufliche als auch private Risiken ab. Ob Unfall-, Rechtsschutz- oder kombinierte Berufs- und Privathaftpflichtversicherung: Bei diesen Versicherungen teilen Sie die Beiträge in einen beruflichen und einen privaten Anteil auf. Dabei können Sie pauschal mindestens 50 Prozent als Werbungskosten absetzen. Um höhere berufliche Anteile geltend zu machen, müssen Sie sich von Ihrer Versicherungsgesellschaft bescheinigen lassen, welcher Beitragsanteil auf die berufliche Absicherung entfällt. Bei beruflicher Veranlassung einer Reise können Sie übrigens auch die Kosten einer Reisegepäckversicherung als Reisenebenkosten ansetzen.

    Telefon & Internet: Ihre Telefonrechnung und die Internet-Flatrate können Sie ebenfalls bei den Werbungskosten unterbringen, soweit sie beruflich veranlasst sind. Dabei haben Sie zwei Möglichkeiten: Anhand der Rechnungsbeträge können Sie den Anteil der beruflich veranlassten Kosten an den Gesamtkosten für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten einzeln nachweisen. Das Finanzamt wird dann daraus einen monatlichen Durchschnittsbetrag als beruflichen Anteil für das ganze Jahr 2009 zugrunde legen.

    Wenn bei Ihnen erfahrungsgemäß beruflich veranlasste Telefon- und Internetkosten anfallen, können Sie auch ohne Nachweis einfach bis zu 20 Prozent des Rechnungsbetrags, höchstens allerdings 20 Euro, monatlich als Werbungskosten absetzen. Als Begründung für die berufliche Veranlassung der Kosten kann z. B. eine Bescheinigung Ihres Arbeitgebers dienen. Falls Ihnen Ihr Arbeitgeber Telefon- und Internetgebühren steuerfrei ersetzt hat, mindert das den als Werbungskosten abziehbaren Betrag.

    Fortbildung: Berufliche Fortbildungskosten, z. B. für Seminare, Kurse und Lehrgänge, können Sie in voller Höhe als Werbungskosten absetzen. Sie müssen nur nachweisen, wie teuer die Veranstaltung war und welchen Inhalt sie hatte. Vergessen Sie nicht, auch Fahrt- und etwaige Übernachtungskosten anzugeben!

    Bei (mehrtägigen) Kongressen/Seminaren an touristisch attraktiven Orten wittert das Finanzamt meist eine nicht unerhebliche private Mitveranlassung. In diesen Fällen sollten Sie nachweisen können, dass das Seminarprogramm möglichst einen ganzen Tag (zumindest aber sechs bis sieben Unterrichtsstunden) umfasste und der Teilnehmerkreis auf Ihre Berufsgruppe zugeschnitten war.

    Außerdem ist jetzt höchstrichterlich geklärt: Das so genannte Aufteilungs- und Abzugsverbot gibt es gar nicht (mehr). Deshalb muss das Finanzamt bei sowohl beruflich als auch privat veranlassten Reisekosten zumindest die anteiligen allgemeinen Kosten (insbesondere für die An- und Abreise und Übernachtung) steuerlich berücksichtigen.

    Früher haben die Finanzämter vor allem bei Sprachkursen im Ausland eine erhebliche private Mitveranlassung unterstellt und deshalb den Werbungskostenabzug insgesamt gestrichen. Die Steuergerichte haben aber längst klargestellt: Nur weil ein Sprachkurs oder eine Fortbildung im Ausland stattfindet, muss das nicht für eine überwiegend private Veranlassung des Kurses sprechen. Das gilt zumindest für die Mitgliedstaaten der EU und wird von den Finanzämtern darüber hinaus auch bei den EWR-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen) und für die Schweiz angewandt.

    Lesen Sie Weiter auf Seite 6: Werbungskosten II

    Vorsorgeaufwendungen

    So setzen Sie Altersvorsorge und Versicherungen von der Steuer ab

    • Zuletzt aktualisiert: 6. März 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Machen Sie Ihre Vorsorgeaufwendungen in der Einkommensteuererklärung geltend, können Sie viel Geld sparen.
    • Zu steuermindernden Sonderausgaben gehören insbesondere die Ausgaben für die Altersvorsorge, aber auch Riester-Verträge, Kranken- und Pflegeversicherung, Betreuung und Unterhalt für Kinder sowie Aufwendungen für die Berufsausbildung.
    • Ausgaben für die private und gesetzliche Rentenversicherung und ihr gleichgestellte Aufwendungen können Sie 2016 bis zu einem Höchstbetrag von 22.767 Euro (das Doppelte für Ehepaare) von der Steuer absetzen. Für 2016 erkennt das Finanzamt aber nur 82 Prozent der Aufwendungen an.
    • Wenn Sie rentenversicherungspflichtig sind, wird Ihnen der Abzug um den Arbeitgeberteil gekürzt.
    • Die Basiskrankenversicherung ist grundsätzlich in voller Höhe absetzbar. Wenn dadurch der jährliche Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen von 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Beamte oder 2.800 Euro für Selbstständige nicht ausgeschöpft ist, können Sie die Ausgaben für weitere Versicherungen geltend machen.
    • Die Beiträge können Sie zusätzlich zu Ihren Aufwendungen für die Altersvorsorge anrechnen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Aufwendungen für die Altersvorsorge oder die Krankenversicherung gehören zu den Sonderausgaben, die vom Gesetzgeber steuerlich begünstigt sind. Weil Sie mehrere verschiedene Steuerformularen ausfüllen müssen, ist allerdings Geduld gefragt. Sie sollten sich davon nicht abschrecken lassen: Die Mühe lohnt sich.

    Helfer für die Steuererklärung

    Die Vorsorgeaufwendungen unterteilen sich in drei Bereiche:

    • Basisversorgung (gesetzliche Renten, berufsständische Versorgungswerke, landwirtschaftliche Alterskassen und Rürup-Renten),
    • sonstige Vorsorgeaufwendungen (beispielsweise Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall- und klassische private Lebensversicherung mit Abschluss vor 2005) und
    • Zusatzversorgung (Riester-Rente).

    So setzen Sie die Basisversorgung ab

    Die Basisversorgung setzt sich aus Beiträgen für den Aufbau einer Altersversorgung zusammen. Darunter fällt die gesetzliche Rentenversicherung, ihr gleichgestellte Aufwendungen wie berufliche Versorgungswerke und die Rürup-Rente (Basisrentenvertrag). Diese Aufwendungen können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

    Grundsätzlich gilt dafür im Jahr 2016 ein Höchstbetrag von 22.767 Euro im Jahr – Ehepaare und Lebenspartner, die zusammen veranlagt sind, können den doppelten Betrag geltend machen, also 45.534 Euro. 2017 steigt dieser Betrag auf 23.362 Euro beziehungsweise 46.724 Euro bei einer gemeinsamen Veranlagung an.

    Allerdings können Sie erst ab dem Jahr 2025 vom vollen Höchstbetrag profitieren. In den kommenden Jahren wird der Anteil der jährlich abziehbaren Basisvorsorgeaufwendungen langsam angehoben – pro Jahr um zwei Prozentpunkte. Im Umkehrschluss werden Renteneinkünfte vollständig besteuert – allerdings erst ab 2040. Fachleute sprechen vom Prinzip der nachgelagerten Besteuerung.

    In der Steuererklärung für 2016 berücksichtigt das Finanzamt höchstens 82 Prozent der Höchstbeträge, also 18.669 Euro für Alleinstehende und 37.338 Euro für Paare. 2017 können Sie 84 Prozent des Höchstbetrags absetzen, also 19.624 Euro für Alleinstehende und 39.248 Euro für Paare

    Davon abzuziehen ist der steuerfreie Arbeitgeberanteil: Arbeitnehmer, die verpflichtet sind, in die Rentenversicherung einzuzahlen, bekommen ihre Vorsorgeaufwendungen um diesen Betrag gekürzt. In der folgenden Rechnung zeigen wir an einem Beispiel, wie Sie sich das vorstellen müssen:

    Beispiel Altersvorsorge absetzen für 2016

    Der Arbeitnehmer kann also – wie im Beispiel errechnet – Altersvorsorgeaufwendungen in Höhe von 4.290 Euro als Sonderausgaben geltend machen.

    Umstritten ist die gesetzliche Berechnungsweise deshalb, weil rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer einen Großteil ihrer Vorsorgeaufwendungen nicht absetzen können. Der Abzug von Vorsorgeaufwendungen ist Streitgegenstand juristischer Musterverfahren. Oft erlassen Finanzämter Einkommensteuerbescheide, in denen sie geltend gemacht werden, daher nur vorläufig.

    Rückerstattung möglich

    Werden Ihre Vorsorgeaufwendungen, zum Beispiel für eine Haftpflichtversicherung, nur in begrenztem Maße vom Finanzamt anerkannt, wird der Sachverhalt gekennzeichnet und Ihre Einkommensteuererklärung gilt als vorläufig. Später haben Sie aber möglicherweise die Chance auf eine Rückerstattung, falls ein entsprechendes Musterverfahren zugunsten der Steuerzahler ausgeht.

    Kürzungen nicht nur für Rentenversicherungspflichtige

    Der Abzug bei den Vorsorgeaufwendungen gilt auch für Beamte, Richter, Berufssoldaten und Geistliche, die nicht in die Rentenversicherung einzahlen müssen. Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder Vorstandmitglieder einer Aktiengesellschaft müssen die Kürzungsregelungen ebenfalls akzeptieren. Der Anteil, der dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung entspricht, wird auch von den Vorsorgeaufwendungen abgezogen, die sie geltend machen könnten.

    Ihre Aufwendungen tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand auf Seite 1 in die Zeilen 4 bis 10 ein.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Rürup-Beitrag anpassen

    2017 steigt der Höchstbeitrag für die Basisversorgung von 22.767 Euro auf 23.362 Euro.

    Tipp: Insbesondere Selbstständige, die diesen noch nicht ausschöpfen, können die maximale Steuerentlastung erzielen, wenn sie ihren Beitrag in einen laufenden Rürup-Vertrag dementsprechend erhöhen. Die Zahlungen müssen bis Jahresende 2017 erfolgen, damit sie für die Steuererklärung 2017 berücksichtigt werden können.

    Basiskrankenversicherung in voller Höhe absetzen

    Zu den Sonderausgaben, die Sie in voller Höhe von der Steuer absetzen können, gehören auch die Beiträge für Pflegeversicherung und Krankenkasse – aber nur die, die Sie auf sozialhilfegleichem Niveau absichern. Das ist die sogenannte Basiskrankenversicherung.

    Zahlen Sie mehr, gelten diese Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen. Dazu gehören zum Beispiel Aufwendungen für Wahlleistungen der Kassen. Sind Sie gesetzlich krankenversichert und haben somit Anspruch auf Krankengeld, wird Ihr abzugsfähiger Beitrag um vier Prozent vermindert.

    Ihre Aufwendungen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand auf den Seiten 1 und 2 in die Zeilen 11 bis 45 ein.

    Bonuszahlung der Krankenkasse

    Für gesetzlich Krankenversicherte, die an einem Gesundheitsprogramm ihrer Krankenkasse teilgenommen und dafür einen Bonus erhalten haben, gibt es eine gute Nachricht: Sie können in der Regel die ungekürzten Beiträge für die Krankenversicherung in der Steuererklärung angeben. Der Bonus kann als Zuschuss der Krankenkasse für gesundheitsbewusstes Verhalten gelten. Konsequenz: Der Zuschuss gilt nicht als Erstattung von gezahlten Krankenversicherungsbeiträgen. Deshalb muss der Sonderausgabenabzug – entgegen der Ansicht der Finanzverwaltung – nicht reduziert werden. Dies entschied der Bundesfinanzhof in einem Urteil vom 1. Juni 2016 (Az. X R 17/15, veröffentlicht am 14. September 2016).

    Im entschiedenen Fall nahm eine Krankenversicherte am Bonusprogramm ihrer gesetzlichen Krankenkasse teil. Die BKK zahlte im Jahr bis zu 150 Euro als Bonus an sie aus. Dies war eine Belohnung für gesundheitsbewusstes Verhalten. Denn die Versicherte verpflichtete sich, an einer Reihe von kostenfreien Vorsorgemaßnahmen teilzunehmen sowie weitere Gesundheitsmaßnahmen wie Brillen, Osteopathie, Massagen und Heilpraktikerbehandlungen selbst zu finanzieren.

    Weil die steuerliche Bewertung von Bonuszahlungen der Krankenkassen seit Jahren umstritten ist, erteilen die Finanzämter die Steuerbescheide in diesem Punkt seit einiger Zeit vorläufig. Wer also die vollen Sonderausgaben in seiner Steuererklärung angegeben hat, der kann eventuell auf eine nachträgliche Steuererstattung hoffen. Denn sollten sich die zusätzlichen Sonderausgaben im konkreten Berechnungsfall auswirken, muss das Finanzamt Steuern erstatten.

    Änderung des Steuerbescheids beantragen

    Nach Ansicht des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine haben die meisten Finanzämter die Bonuszahlungen automatisch berücksichtigt, weil sie hierüber elektronische Meldungen von den Krankenkassen erhalten. In diesen Fällen sollten Sie eine Änderung aller betroffenen Steuerbescheide beantragen. Dies gilt zumindest für einen Bonus für Gesundheitsmaßnahmen, die über den Basisschutz hinausgehen; nicht jedoch für echte Beitragsrückerstattungen. Diese mindern tatsächlich den Abzug von Sonderausgaben.

    Sonstige Vorsorgeaufwendungen geltend machen

    Als Vorsorgeaufwendungen berücksichtigt werden im Grunde alle Beiträge zur Absicherung von Arbeitslosigkeit, Erwerbs- und Berufsunfähigkeit sowie Unfall-, Haftpflicht-, Renten- und Lebensversicherungen. Für Arbeitnehmer und Beamte gilt der Höchstbetrag von 1.900 Euro, Selbstständige können 2.800 Euro geltend machen. Auch die Beiträge für Rentenversicherungen, für die Sie vor 2005 erstmals eingezahlt haben, können Sie hier eintragen. Ihre Aufwendungen tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand auf der Seite 2 in die Zeilen 46 bis 52 ein.

    Das entlastet aber nur wenige Steuerzahler. Wenn Sie die Beiträge für Basiskranken- und gesetzliche Pflegeversicherung abgesetzt haben, bleibt von Ihrem Höchstbetrag meist nicht mehr viel übrig.

    Sonderausgaben für Versicherungen Ihres Kindes

    Beiträge zur inländischen privaten Kranken- und Pflegeversicherung tragen Sie auf der Seite 1 ab Zeile 23 ein. Haben Sie Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder, können Sie auch die Kranken- und Pflegeversicherung Ihres Kindes als Sonderausgaben geltend machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie selbst der Versicherungsnehmer sind oder Ihr Kind. Beiträge können aber nicht zweimal abgesetzt werden: Ihr Kind hat nicht die Möglichkeit, dass die Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben in seiner Steuererklärung berücksichtigt werden, wenn Sie selbst die Beiträge geltend machen.

    Dies können Sie, indem Sie die übernommenen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge in der Anlage Kind, Seite 2, Zeilen 31-37 eintragen.

    Falls Sie keinen Anspruch auf Kindergeld haben und als Versicherungsnehmer die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge übernehmen – zum Beispiel für Ihre Kinder –, dann können Sie diese in der Anlage Vorsorgeaufwendungen, Seite 2 ab Zeile 40 eintragen. Sie benötigen auch die Steuer-Identifikationsnummer der „anderen Person“.

    Profitieren vom Riester-Vertrag

    Gehören Sie zum förderberechtigten Kreis der Sparer, die Zulagen für die Riester-Rente erhalten, können Sie im günstigsten Fall bis zu 2.100 Euro von der Steuer absetzen. Vor allem Beamte und Arbeitnehmer, die verpflichtet sind, in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen, profitieren von diesem Abzug.

    Damit Sie die volle Förderung erhalten, müssen Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens abzüglich der Zulagen sparen. Die Zulagen betragen im Einzelnen:

    • bis zu 154 Euro Grundzulage,
    • einmalig 200 Euro Zuschuss für junge Sparer, wenn ein neuer Vertrag abgeschlossen wird, bevor der Riester-Sparer 25 Jahre alt wird,
    • für Kinder, die vor 2008 geboren wurden, gibt es 185 Euro Kinderzulage, für später geborene 300 Euro. Das gilt aber nur für Kinder, für die ein Kindergeldanspruch besteht.

    Aufwendungen für die Riester-Rente tragen Sie in der Anlage AV ein. Das Finanzamt berechnet, ob der Sonderausgabenabzug oder die Zulagengewährung für Sie günstiger ist.

    Sollen wir Sie

    Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps – kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

    Vielen Dank für Ihre Anmeldung

    Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

    1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
    2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
    3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

    Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Noch mehr sparen mit Finanztip

    Finanztip Newsletter

    • Jede Woche die besten Tipps
    • Absolut kostenlos
    • 100% werbefrei

    Kostenlos anmelden

    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Источники: http://www.finanztip.de/versicherungen-als-sonderausgaben/, http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/steuern/einkommensteuer-tipps-was-steuerzahler-alles-absetzen-koennen-seite-5/3383802-5.html, http://www.finanztip.de/vorsorgeaufwendungen/

    Steuererklärung fahrgeld

    0

    Entfernungspauschale

    30 Cent pro Kilometer für den Weg zur Arbeit

    • Zuletzt aktualisiert: 1. November 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Finanzamt erkennt für die Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte pro Arbeitstag jeden Kilometer der einfachen Wegstrecke als Fahrtkosten an, und zwar pauschal mit 30 Cent.
    • Sie können in Ihrer Steuererklärung für Fahrten zur Arbeit grundsätzlich bis zu 4.500 Euro im Jahr ansetzen.
    • Die Entfernungspauschale ist verkehrsmittelunabhängig, das heißt sie gilt gleichermaßen für Fußgänger, Radler, Motorrad-, Bus- und Bahnfahrer sowie für Autofahrer und ihre Beifahrer. Ausgenommen sind Flüge.
    • Sonderregeln gelten für behinderte Menschen sowie für diejenigen, die Park & Ride nutzen, und für Fahrgemeinschaften.

    So gehen Sie vor

    • Wenn Sie an mehreren Orten arbeiten, muss Ihr Arbeitgeber einen davon als Ihre „erste Tätigkeitsstätte“ festlegen. Fahrten zu anderen Arbeitsorten können Sie als Dienstreise abrechnen – das heißt, Sie können Hin- und Rückfahrt statt nur die Entfernung ansetzen.
    • Nutzen Sie ausschließlich die Entfernungspauschale, müssen Sie grundsätzlich keine Belege sammeln.
    • Wohnen Sie weit weg vom Arbeitsplatz und fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, kann sich das Belege-Sammeln doch lohnen. Denn es gibt Ausnahmen vom 4.500 Euro-Höchstbetrag im Jahr.
    • Diese Ausnahmen gelten, wenn Sie einen privaten Pkw oder einen Firmen- oder Dienstwagen nutzen, bei Familienfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung und wenn die tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel höher sind.
    • Als Arbeitnehmer tragen Sie Ihre Angaben auf der zweiten Seite der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuertipps immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Das tägliche Pendeln zur Arbeit kostet nicht nur Zeit und Nerven – es geht bei großen Entfernungen zwischen Wohnung und Arbeitsplatz auch so richtig ins Geld. Für die meisten Arbeitnehmer sind Fahrtkosten die größte Abzugsposition bei der Steuer. Diese dürfen Sie als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung absetzen, allerdings grundsätzlich nur pauschal.

    Für Ihre Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte können Sie eine Entfernungsspauschale in Höhe von 0,30 Euro für jeden vollen Kilometer der Entfernung von der Steuer absetzen. Die Pauschale gehört zu den Werbungskosten und ist unabhängig davon, wie Sie zur Arbeit und wieder nach Hause gelangen. Gesetzlich geregelt ist die Entfernungspauschale in Paragraf 9 Absätze 1 bis 4. Details mit Beispielen hat die Finanzverwaltung zusammengestellt (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 23. Dezember 2014, Gz. IV C 6 – S 2145/10/10005).

    Diese Grundsätze gelten

    Einfache Entfernungsstrecke: Natürlich fahren Sie täglich zweimal die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, nämlich hin und zurück. Manche fahren über die Mittagspause oder als Schichtarbeiter mehrmals nach Hause. Den Fiskus interessiert dies aber alles nicht. Pauschal dürfen Sie für jeden Arbeitstag nur einmal die einfache Wegstrecke abrechnen.

    Kürzeste Straßenverbindung: Für die Bestimmung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung maßgebend, wobei das Finanzamt nur volle Entfernungskilometer berücksichtigt. Eine andere als die kürzeste Straßenverbindung können Sie aber angeben, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und Sie sie regelmäßig gefahren sind. Verkehrsgünstiger ist eine Strecke, sofern Sie Ihre regelmäßige Arbeitsstätte trotz gelegentlicher Verkehrsstörungen normalerweise schneller und pünktlicher erreichen.

    Welches Verkehrsmittel Sie tatsächlich genutzt haben, spielt keine Rolle. Das heißt, die kürzeste Straßenverbindung zählt, auch wenn eine (Teil-)Strecke länger sein sollte, die Sie beispielsweise mit der Bahn zurückgelegt haben.

    Höchstbetrag 4.500 Euro: Grundsätzlich ist die Entfernungspauschale auf einen Höchstbetrag von 4.500 Euro gedeckelt. Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie mit Ihrem eigenen oder einem zur Nutzung überlassenen Pkw, also einem Dienstwagen, zur Arbeit gefahren sind. Höhere Kosten müssen Sie jedoch nachweisen können. Weitere Ausnahmen sind Familienheimfahrten bei einer doppelten Haushaltsführung sowie tatsächlich höhere Kosten bei Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

    Mehrere Wohnungen: Wer nicht nur von einer Wohnung aus zur Arbeit fährt, kann Fahrten von der weiter entfernt liegenden Wohnung nur dann für die Entfernungspauschale zugrunde legen, wenn diese den Lebensmittelpunkt bildet und nicht nur gelegentlich aufgesucht wird. Ein Reizthema war hierbei immer wieder beispielsweise das ehemalige Kinderzimmer bei den Eltern. Deshalb gilt seit 2014 als eine Bedingung, damit eine Wohnung als Ort des Lebensmittelpunkts gelten kann, dass Sie sich mit mindestens 10 Prozent der Lebenshaltungskosten für Miete, Lebensmittel und Ähnlichem beteiligen.

    Doppelte Haushaltsführung: Auch die Kosten für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung können über die Entfernungspauschale berücksichtigt werden. Die Begrenzung auf den Höchstbetrag von 4.500 Euro gilt bei Familienheimfahrten übrigens nicht. Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen steuerfreie Leistungen für Ihre Familienheimfahrten gezahlt haben, werden diese Zahlungen auf die für diese Fahrten anzusetzende Entfernungspauschale angerechnet.

    Was Sie absetzen können – und was nicht

    Verkehrsmittel spielt keine Rolle: Das Finanzamt berücksichtigt die Kilometerpauschale von 30 Cent grundsätzlich unabhängig vom Verkehrsmittel. In welcher Höhe Ihnen tatsächlich Aufwendungen entstanden sind, ist unerheblich.

    Hierhin in der Steuererklärung

    Ihre Angaben zu den Wegen zwischen Wohnung und Arbeitsstätte machen Sie bei den Werbungskosten auf Seite 2 der Anlage N in den Zeilen 31 bis 39.

    Öffentliche Verkehrsmittel: Die Entfernungspauschale können Sie also auch ansetzen, wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen – dazu gehören auch Taxis. Falls Ihre Kosten für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel den im Kalenderjahr insgesamt als Entfernungspauschale anzusetzenden Betrag übersteigen, können Sie die tatsächlichen Kosten stattdessen ansetzen. Seit 2012 überprüfen die Finanzämter nicht mehr tageweise, ob die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel die Pauschale übersteigen. Es wird nur noch jahresbezogen ermittelt, ob die Entfernungspauschale oder die Summe der Fahrtkosten höher ist. (FG Münster, Urteil vom 1. April 2014, Az. 11 K 2574/12 E). Als pauschale Kosten sind maximal 4.500 Euro absetzbar.

    Mischfall Park & Ride: Viele Arbeitnehmer nutzen für den Weg zur Arbeit verschiedene Verkehrsmittel, beispielsweise außer ihrem eigenen Auto auch Bus und Bahn. Auch in solchen Mischfällen ermitteln Sie erst einmal die Entfernung, die für die kürzeste Straßenverbindung maßgebend ist. Danach geben Sie nur noch an, wie viele Kilometer Sie mit welchem Verkehrsmittel zurückgelegt haben. Sie können dabei auch einen höheren Betrag als 4.500 Euro ansetzen.

    Folgendes Berechnungsbeispiel zeigt die beiden Optionen Pauschale und tatsächliche Kosten: Ein Arbeitnehmer fährt an 220 Arbeitstagen im Jahr zunächst 12 Kilometer mit dem Auto zum Bahnhof und fährt von dort weitere 100 Kilometer mit dem Zug zur Arbeit. Für die Bahncard 100, 2. Klasse, hat er 4.190 Euro selbst bezahlt. Im ersten Schritt ermittelt er seine Kosten für die beiden Teilstrecken nach der Pendlerpauschale:

    Autofahrt: 220 * 12 km * 0,30 Euro = 792 Euro

    Zugfahrt: 220 * 100 km * 0,30 Euro = 6.600 Euro, aber maximal bis zum Höchstbetrag 4.500 Euro

    Dann rechnet er beides zusammen:

    Entfernungspauschale: 792 Euro + 4.500 Euro = 5.292 Euro

    Nachdem dieser Betrag höher ist als die tatsächlichen Kosten für die Bahnfahrten (4.190 Euro), berücksichtigt das Finanzamt die Entfernungspauschale von 5.292 Euro.

    Fahrgemeinschaften: Jeder Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft kann die Entfernungspauschale entsprechend der für ihn maßgeblichen Entfernungsstrecke ansetzen. Wer einen Umweg fahren muss, um Mitfahrer abzuholen, darf diese Strecke allerdings nicht in die Entfernungsermittlung einbeziehen. Der Höchstbetrag für die Entfernungspauschale von 4.500 Euro gilt auch bei einer wechselseitigen Fahrgemeinschaft, und zwar für die Mitfahrer der Fahrgemeinschaft an den Arbeitstagen, an denen sie ihr eigenes Fahrzeug nicht einsetzen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuertipps immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Diese Tipps helfen Ihnen, Steuern zu sparen

    Entfernungen bestimmen: Nutzen Sie kostenfreie Internetkartendienste wie Google Maps, um die kürzeste Entfernung zwischen Ihrem Wohn- und Ihrem Arbeitsort zu bestimmen. Die Finanzbeamten werden das voraussichtlich ebenfalls tun, sollten sie Ihre Angaben überprüfen.

    Antrag auf Lohnsteuerermäßigung: Um schon im Laufe des Jahres weniger Lohnsteuer zahlen zu müssen, können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen. Dann werden Ihre Werbungskosten – beispielsweise für Ihre Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte – als Freibetrag schon jeden Monat beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Das ist möglich, wenn Ihre Werbungskosten über 1.000 Euro liegen und zusammen mit anderen Beträgen, beispielsweise Sonderausgaben, der Grenzbetrag von 600 Euro überschritten wird.

    Botengänge

    Sind Sie während der Arbeitszeit für Ihren Arbeitgeber mit Ihrem eigenen Auto beispielsweise zur Post gefahren, um anschließend in die Mittagspause zu gehen, können Sie für diese Fahrten pauschal 0,30 Euro pro Kilometer ansetzen. Voraussetzung ist, dass Sie nicht privat einen Umweg gefahren sind und Ihr Arbeitgeber Ihnen Ihre Kosten nicht erstattet hat. Grundsätzlich dürfen Sie für Dienstfahrten, die Ihnen nicht erstattet werden, 30 Cent pro gefahrenem Kilometer ansetzen.

    Erste Tätigkeitsstätte: Arbeitnehmer können nur eine regelmäßige Arbeitsstätte haben: die erste Tätigkeitsstätte. Wenn jemand an mehreren Orten arbeitet, muss der Arbeitgeber festlegen, welcher davon die erste Tätigkeitsstätte ist. Das Finanzamt geht von einer regelmäßigen Arbeitsstätte aus, wenn der Arbeitnehmer einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers vertraglich dauerhaft zugeordnet ist oder im Betrieb des Arbeitgebers täglich, einen vollen Tag pro Woche oder mindestens 20 Prozent seiner Arbeitszeit tätig ist.

    Fahrt zum Job als Dienstreise: Berufliche Fahrten, die Sie zu einer anderen Arbeitsstelle unternehmen, gelten dann als Dienstreisen und können mit 30 Cent für jeden Kilometer der Hin- und Rückfahrt als Reisekosten abgerechnet werden. Bei den Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte zählt nur die einfache Strecke, bei der Sie für jeden Kilometer 30 Cent als Entfernungspauschale ansetzen können.

    Unfallkosten: Falls Sie auf der Fahrt zur Arbeit oder auf dem Rückweg nach Hause einen Unfall hatten, können Sie die Folgekosten als außergewöhnliche Aufwendungen neben der Entfernungspauschale von der Steuer absetzen. Das gilt für alle Aufwendungen, die Ihr Arbeitgeber, Ihr Unfallgegner oder Ihre eigene Versicherung Ihnen nicht ersetzt hat. Sofern Sie Ihre Kfz-Kaskoversicherung in Anspruch genommen haben, ergeben sich die abziehbaren Werbungskosten meist aus den Reparaturkosten nach Abzug der Zahlungen Ihres Versicherers. Das entspricht häufig der Selbstbeteiligung.

    Pauschale für Unfallkosten?

    Aktuell ist die Finanzverwaltung bei Unfallkosten kulant. Passiert dieser auf dem Weg zur Arbeit, dürfen Sie die Reparaturkosten als außergewöhnliche Werbungskosten geltend machen.

    Behinderte Menschen: Behinderte können für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte statt der Entfernungspauschale ihre tatsächlichen Kosten ansetzen. Nutzen sie ihr eigenes Fahrzeug oder einen Dienst-/Firmenwagen, können sie ihre Fahrtkosten ohne Einzelnachweis pauschal mit 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer geltend machen, also doppelt so viel wie nicht-behinderte Arbeitnehmer. Unfallkosten, die auf einer Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte entstanden sind, können sie neben dem pauschalen Kilometersatz angeben. Nutzen sie unterschiedliche Verkehrsmittel, können sie ihr Wahlrecht (Entfernungspauschale oder tatsächliche Kosten) für sämtliche Teilstrecken allerdings nur einheitlich ausüben.

    Mehr als ein Arbeitgeber: Haben Sie mehrere Jobs bei verschiedenen Arbeitgebern, können Sie die Entfernungspauschale für jeden Weg zur Arbeit ansetzen, wenn Sie am Tag zwischenzeitlich in Ihre Wohnung zurückgekehrt sind. Fahren Sie von einer Arbeitsstätte gleich weiter zu Ihrem anderen Arbeitgeber, ohne zu Hause vorbeizuschauen, müssen Sie für die Entfernungsermittlung den Weg zur ersten Arbeitsstätte als Umwegstrecke zur nächsten Arbeitsstätte angeben. In diesem Fall gilt die Einschränkung, dass die für die Ermittlung der Entfernungspauschale anzusetzende Entfernung höchstens die Hälfte der Gesamtstrecke betragen darf.

    Kein eigener Aufwand bei Familienheimfahrten: Der Bundesfinanzhof hat in einem Urteil vom 18. April 2013 (Az. VI R 29/12) bestätigt, dass die Entfernungspauschale für eine wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung aufwandsunabhängig in Anspruch genommen werden kann. Steuerfreie Reisekostenvergütungen und Freifahrten des Arbeitgebers reduzieren jedoch den absetzbaren Betrag.

    Fahrten als Unternehmer

    Unternehmer können die Entfernungspauschale analog für ihre Wege zwischen Wohnung und Betrieb ansetzen.

    Flugstrecken und Sammelbeförderung: Die Entfernungspauschale gilt nicht für Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung. Für Flugstrecken setzen Sie Ihre tatsächlichen Kosten an. Falls Ihr Arbeitgeber eine steuerfreie Sammelbeförderung anbietet, dürfen Sie die so zurückgelegten Teilstrecken nicht in die Ermittlung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte einbeziehen. Dagegen können Sie Ihre Kosten als Werbungskosten ansetzen, wenn Sie zu einer Sammelbeförderung Ihres Arbeitgebers etwas dazugezahlt haben.

    Arbeitgeberleistungen: Steuerfreie Sachbezüge und pauschal besteuerten Arbeitgeberersatz für Ihre Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte können Sie nicht als Werbungskosten ansetzen.

    Firmenwagen für Familienheimfahrten: Dürfen Sie für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung unentgeltlich einen Dienst- oder Firmenwagen ihres Arbeitgebers nutzen, ist ein Werbungskostenabzug ausgeschlossen (BFH, Urteil vom 28. Februar 2013, Az. VI R 33/11).

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuertipps immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Sollen wir Sie

    Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps – kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

    Vielen Dank für Ihre Anmeldung

    Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

    1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
    2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
    3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

    Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Noch mehr sparen mit Finanztip

    Finanztip Newsletter

    • Jede Woche die besten Tipps
    • Absolut kostenlos
    • 100% werbefrei

    Kostenlos anmelden

    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Fahrtkosten in der Steuererklärung absetzen

    • Fahrtkosten sind die anfallenden Kosten für die einfache Fahrt zur Haupt-Arbeitsstätte.
    • Fahrtkosten können als Werbungskosten in der Anlage N steuerlich geltend gemacht werden.
    • Pauschal sind bis zu 4.500 Euro absetzbar.
    • Pro gefahrenem Kilometer mit dem eigenen PKW darf man 30 Cent in der Steuererklärung absetzen.

    Fahrtkosten absetzen: Der Fahrtkostenrechner hilft

    Die entsprechenden Werbungskosten für die Fahrten werden auch als Entfernungspauschale bezeichnet. Der wichtigste Wert für die Entfernungspauschale sind 30 Cent.

    • Wer mit dem eigenen PKW unterwegs ist, darf pro gefahrenem Kilometer 30 Cent in der Steuererklärung absetzen. Die Eintragungen werden in den Zeilen 31 bis 40 vorgenommen.

    Häufig gestellte Fragen zu Fahrtkosten

    Was ist mit Fahrtkosten über dem Pauschbetrag?

    Arbeitnehmer haben für die Werbungskosten einen Pauschbetrag in der Höhe von 1000 Euro. Dies bedeutet, dieser wird immer abgezogen. Entsprechende Nachweise müssen zur Steuererklärung nicht erbracht werden.

    Wer allerdings mehr Werbungskosten absetzen möchte, muss dafür die entsprechenden Belege beibringen. Dies kann durch die Entfernungspauschale leicht passieren.

    Wer einen Arbeitsweg von 15 Kilometern oder mehr hat, überschreitet bereits den Pauschbetrag. Wer täglich 50 Kilometer zur Arbeit und wieder zurückfahren muss, kommt bereits auf einen Abzugsbetrag von 3450 Euro.

    Können bei einem defektem PKW Taxifahrten abgesetzt werden?

    Ist der eigene PKW kaputt, muss man natürlich dennoch zur Arbeit kommen.

    In diesem Fall kann man die Taxikosten, welche für die Zeit der Reparatur des eigenen PKW anfallen, als Fahrtkosten absetzen.

    Wichtig hierbei ist, dass die angefallenen Kosten mittels Beleg nachweisbar sind und die Taxifahrten zu jener Zeit erfolgen, in der üblicherweise der Arbeitsweg erfolgt.

    • Taxikosten müssen mittels Beleg nachweisbar sein
    • Die Fahrten müssen zur selben Zeit stattgefunden habe
    • Taxikosten können nur für einen begrenzten Zeitraum abgesetzt werden

    Können Sammelbeförderungen auch abgesetzt werden?

    Wer Flugzeuge, Fähren oder Fortbewegungsmittel, die der Sammelbeförderung dienen, benötigt, um zur Arbeit zukommen, kann die Kosten nicht als Entfernungspauschale absetzen.

    Abzugsfähig bleiben Sie aber trotzdem, denn sie dürfen als reguläre Werbungskosten vermerkt werden. Allerdings ist man verpflichtet, die günstigste Variante auszuwählen.

    Die Entfernungspauschale geordnet nach Verkehrsmitteln

    Fahrtkosten: Definition und Anrechnungsgrenzen

    Mit dem Begriff Fahrtkosten werden die Aufwendungen für alle Fahrten bezeichnet, die man für den Weg zur Arbeitsstätte oder von dieser nach Hause absolvieren muss. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Arbeitnehmer die Fahrten mit dem eigenen PKW, den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad, einem Dienstwagen oder in einer Fahrgemeinschaft absolviert.

    Die Aufwendungen darf er immer absetzen. Es verändert sich allerdings die Höhe des Betrags, die pro Kilometer für die Fahrkosten in der Steuererklärung abgesetzt werden dürfen. Die entsprechenden Eintragungen sind in den Zeilen 31 bis 40 der Anlage N der Steuererklärung vorzunehmen.

    • Eine Einschränkung gilt hierbei allerdings: Nur die Personen, die mit dem eigenen PKW unterwegs sind, dürfen die Fahrtkosten für die einfache Fahrt in der Steuererklärung unbegrenzt geltend machen. Ansonsten gilt eine Grenze in der Höhe von 4500 Euro.

    Das Finanzamt erkennt allerdings nicht unbegrenzt viele Fahrten zur Arbeit und wieder zurück an. Arbeitet man fünf Tage die Woche, so erkennt das Amt 220 bis zu 230 Fahrten an. Arbeitet man jedoch sechs Tage die Woche, so werden 260 bis 280 Fahrten anerkannt.

    • 5 Tage Arbeitswoche max. 230 Fahrten
    • 6 Tage Arbeitswoche max. 280 Fahrten

    Neben dieser Begrenzung der maximalen Anzahl an Fahrten, die man im Zuge der Steuererklärung als Fahrtkosten absetzen kann, gilt es jedoch zu beachten, dass man immer dazu angehalten ist den kürzesten Arbeitsweg zu wählen.

    Längere Fahrten werden allerdings anerkannt, sollten diese verkehrsgünstiger sein. Eine Fahrt ist dabei der Weg zur Arbeitsstätte und der Rückweg.

    Einzelnachweise

    Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz (EStG) §9 Werbungskosten

    Fahrtkosten: Das mГјssen Sie wissen

    Wie kann man Fahrtkosten absetzen? Was ist die Entfernungspauschale? Und was gilt bei Bahnfahrten? Unser Гњberblick beantwortet alle Fragen.

    Wer eine Ausbildung macht oder arbeiten geht, muss in der Regel einige Kilometer zum Betrieb oder ins Büro zurücklegen. Die meisten fahren mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln, viele mit dem Motorrad oder Fahrrad und nur wenige Glückliche können zu Fuß gehen. Sie alle aber haben eines gemeinsam: Der Staat unterstützt sie mit einem ganz besonderen Steuervorteil, nämlich mit 30 Cent pro Kilometer für die einfache tägliche Fahrtstrecke zur Uni oder Arbeit. Das ist die sogenannte Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale oder Fahrtkostenpauschale genannt. Weitere Details hierzu und wie die Entfernungspauschale berechnet wird, erfahren Sie in unserem Artikel: Die Pendlerpauschale für Einsteiger.

    Wer nicht einfach nur zur Arbeit fГ¤hrt, sondern im Auftrag des Chefs oder im Rahmen der Ausbildung eine Dienstreise macht, wird ebenfalls unterstГјtzt: FГјr jeden einzelnen Kilometer kann man 30 Cent absetzen – also nicht nur eine einfache Fahrt am Tag wie bei der Entfernungspauschale, sondern sowohl die Hin- als auch die RГјckfahrt. Das sindВ die sogenanntenВ Dienstreisekosten.В

    Neben diesen beiden grundsätzlichen Regeln haben wir weitere wichtige Informationen zum Thema Fahrtkosten für Sie zusammengestellt:

    1. Auf Umwegen zur Arbeit: Auch längere, aber verkehrsgünstigere Wege sind absetzbar

    Autobahn, LandstraГџe oder Stadtverkehr: Meistens fГјhren mehrere Wege zur Arbeit. Doch nur fГјr die kГјrzeste Strecke gab es frГјher die Entfernungspauschale. Das hat sich mittlerweile geГ¤ndert: BerufstГ¤tige bekommen das Kilometergeld nun auch fГјr einen Umweg, wenn er verkehrsgГјnstiger ist. Ob man mit dem Umweg zur Arbeit 20 Minuten Zeit spart oder nur 10 Minuten spielt dabei keine Rolle.В

    Unser Tipp:

    Nutzen Sie eine längere, aber verkehrsgünstigere Strecke zum Arbeitsplatz, so fügen Sie Ihrer Steuererklärung eine formlos verfasste Begründung hinzu. Zum Beispiel: Auf der kürzeren Strecke befindet sich eine Großbaustelle. Anhand dieser Angaben berechnet der zuständige Finanzbeamte dann die persönlichen Fahrtkosten. Dabei wird der Weg berechnet, den der Berufstätige tatsächlich fährt – und nicht die kürzeste Strecke, die vom Routen-Planer empfohlen wird.

    2. Auto, Bus und Bahn: Unterschiedliche Verkehrsmittel fГјr eine Strecke

    Nicht jeder Arbeitnehmer fährt mit dem Auto direkt zur Arbeit. Viele Pendler müssen erst mit dem Auto, Fahrrad oder E-Bike zum Bahnhof und fahren von dort aus mit dem Zug weiter. Andere wechseln ihr Fahrzeug je nach Saison: Sie sind im Sommer mit dem Motorrad und im Winter mit dem Zug unterwegs.

    Wer unterschiedliche Verkehrsmittel für eine Wegstrecke benutzt, sollte bei der Berechnung der Entfernungspauschale Folgendes beachten: Für jede Teilstrecke wird die Entfernungspauschale einzeln ermittelt. Rechengrundlage ist immer die kürzeste Straßenverbindung, auch bei Zugfahrten. Die Kosten für die Teilstrecke, die Sie mit dem eigenen Fahrzeug zurücklegen, zum Beispiel die Fahrt mit dem Auto zum Bahnhof, können Sie in unbegrenzter Höhe von der Steuer absetzen. Die Fahrtkosten, die Sie für die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln geltend machen können, sind dagegen auf 4.500 Euro im Jahr begrenzt.

    Kristina arbeitet Vollzeit an 220 Tagen im Jahr. Mit Ihrem Pkw fährt sie 10 Kilometer zum Hauptbahnhof Stuttgart und von dort 90 Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz nach Mannheim. Die Bahncard 100 für die 2. Klasse kostet 4.090 Euro im Jahr. Kristina berechnet erst sämtliche Fahrten mit der Entfernungspauschale:

    Pkw (nicht begrenzt auf 4.500 Euro):

    220 Arbeitstage x 10 Kilometer einfache Fahrt x 0,3 Euro Entfernungspauschale = 660 Euro

    В BahnВ (begrenzt auf 4.500 Euro):

    220 Arbeitstage x 90 Kilometer einfache Fahrt x 0,3 Euro Entfernungspauschale = 5.940 Euro

    Jetzt vergleicht sie das Ergebnis von 5.160 Euro (4.500 Euro + 660 Euro) mit den tatsächlichen Kosten für ihre Fahrten mit dem Zug, die bei 4.090 Euro im Jahr liegen. Der höhere von beiden Beträgen wird automatisch vom Finanzamt berücksichtigt. Im Fall von Kristina sind das 5.160 Euro, die als Werbungskosten abgezogen werden.

    Mit der Entfernungspauschale ist immer nur eine Fahrt zum Arbeitsplatz proВ Arbeitstag absetzbar. Fahren Sie beispielsweise zur Mittagspause nach Hause, um zu Essen, wird diese Mittagsheimfahrt steuerlich nicht berГјcksichtigt.

    3. Die Bahncard steuerlich absetzen

    Die Deutsche Bahn bietet verschiedene Möglichkeiten an, von ermäßigten Fahrpreisen zu profitieren. Die Bahncard ist eine davon. Sehr viele Bahnfahrer besitzen die Bahncard 25 oder die Bahncard 50. Für einige Vielfahrer lohnt sich sogar die Bahncard 100 mit der sie ein ganzes Jahr lang die Bahn nutzen können, egal wie oft und wie weit Sie in Deutschland fahren möchten.

    Ob Sie die Ausgaben für die Bahncard steuerlich geltend machen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unser Video gibt Ihnen in Sekundenschnelle einen Überblick:

    Oder aber Sie lesen hier weiter: Wenn Sie die Rabattkarte der Bahn selbst finanzieren und vorwiegend für die Fahrten zur Arbeit oder für Dienstreisen nutzen, können Sie die Kosten als Werbungskosten in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben und steuerlich geltend machen. Einzige Voraussetzung hierbei ist: Die Kosten der Bahncard sollten durch die Ersparnis kompensiert werden – der Kauf muss sich also lohnen. Die Preise für die regulären Tickets in einem Monat sollten also beispielsweise höher sein als die monatlichen Kosten für die Rabattkarte.

    Ist die oben genannte Voraussetzung erfüllt, dürfen Sie die Bahncard zusätzlich zu den regelmäßigen Fahrten zur Arbeit auch für private Fahrten nutzen.

    Steuerlich gesehen ist die Bahncard ein nicht ganz einfaches Thema. Das gilt nicht nur für den Fall, dass Sie Selbstzahler sind. Richtig kompliziert wird es, wenn Sie die Karte auf eigene Kosten anschaffen, manche Fahrten aber vom Arbeitgeber erstattet bekommen oder wenn der Arbeitgeber Ihre Bahncard komplett finanziert. Wenden Sie sich in solchen Fällen an die VLH-Beraterinnen und Berater – sie helfen Ihnen gerne weiter. Hier finden Sie einen geeigneten Berater in Ihrer Nähe.

    4. Probezeit: Fahrtkosten wie ein Arbeitnehmer absetzen

    Die Probezeit unterscheidet sich nicht von einem regulären Angestelltenverhältnis – zumindest nicht steuerrechtlich. Deshalb können Sie für Ihre Fahrten zum Job, bei dem Sie auf Probe eingestellt sind, nicht die Hin- und die Rückfahrt absetzen. Vielmehr ist nur die Entfernungspauschale erlaubt, also 30 Cent pro Kilometer für eine einfache Strecke.

    5. Menschen mit Behinderung: Berufliche und private Fahrtkosten absetzen

    Behinderte Arbeitnehmer erhalten Steuervergünstigungen für ihre Fahrten zur Arbeit. Das gilt für alle Arbeitnehmer, die einen Grad der Behinderung von mindestens 70 oder einen Grad der Behinderung von 50 bis 70 haben und gleichzeitig in ihrer Bewegungsfähigkeit erheblich eingeschränkt sind. Diese Arbeitnehmer dürfen die tatsächlichen Fahrtkosten von der Wohnung zum Arbeitsplatz als Werbungskosten absetzen, d.h. sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt. Mehr dazu erfahren Sie auch in unserem Artikel: Menschen mit Behinderung – die wichtigsten Vergünstigungen.

    Neben beruflichen Fahrten kГ¶nnen behinderte Menschen, die einen Behinderungsgrad von mindestens 80 haben, auch die Fahrtkosten fГјr private Fahrten von der Steuer absetzen – und zwar 30 Cent pro Kilometer fГјr bis zu 3.000 Kilometer im Jahr. Bestimmte Fahrten, zum Beispiel zum Arzt oder zum Therapeuten, kГ¶nnen zusГ¤tzlich zu den 3.000 Kilometern als auГџergewГ¶hnliche Belastung abgesetzt werden. MehrВ zum Thema erfahren Sie in unserem Artikel Behinderung: So setzen Sie Fahrtkosten fГјr Privatfahrten ab.

    Inhalt teilen:

    Steuer ABC

    Гњberblick

    Meist gelesen

    Für Weihnachtsgeld werden Steuern fällig

    Was sind außergewöhnliche Belastungen?

    Was sind Spenden und wie setzt man sie ab?

    Berater aussuchen, Termin vereinbaren und entspannt zurücklehnen. Denn Ihr Berater übernimmt den lästigen Steuerkram für Sie.

    Haben Sie Fragen zur Mitgliedschaft? Unsere Mitarbeiter sind gerne fГјr Sie da: 06321 96 39 96 9

    Источники: http://www.finanztip.de/entfernungspauschale/, http://www.steuerklassen.com/steuererklaerung/ratgeber/fahrtkosten-absetzen/, http://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/pendeln/fahrtkosten-das-muessen-sie-wissen.html

    Muss kindergeld versteuert werden

    0

    Kinderfreibetrag oder Kindergeld – Günstigerprüfung

    Beim Kinderfreibetrag handelt es sich steuerrechtlich um einen Betrag, der bei der Versteuerung des Einkommens der Eltern nicht berücksichtigt wird, also nicht besteuert wird. Er stellt in diesem Sinne keine Art der Kinderförderung dar, sondern ist lediglich Ausfluss des Prinzips der Steuergerechtigkeit. Wie das Kindergeld, dient er zum größten Teil nicht als eine Art Sozialleistung, sondern als Ausgleichs- oder Entschädigungsleistung (Ausgleichszahlung) des Staates für die Versteuerung des Einkommens der Steuerpflichtigen und damit des Existenzminimums der Kinder. Sowohl der Kinderfreibetrag als auch das Kindergeld können als Steuerungsmaßnahmen der Familienförderung angesehen werden.

    Unterschied Kindergeld und Kinderfreibetrag

    Im Wesentlichen unterscheiden sich Kindergeld und Kinderfreibetrag dahingehend, dass das Kindergeld monatlich an die Eltern ausgezahlt wird, wohingegen der Kinderfreibetrag als, wie der Name schon sagt, als Freibetrag bei der steuerlichen Veranlagung gewährt wird.

    Günstigerprüfung ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag

    Das Finanzamt nimmt bei der Prüfung, ob das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag gewährt wird, die sogenannte Günstigerprüfung automatisch vor, ohne dass seitens der Eltern ein Antrag gestellt werden muss.

    Im Rahmen der Einkommensteuererklärung der Eltern werden der Kinderfreibetrag und das Kindergeld derart gegenüber gestellt, dass für die steuerpflichtigen Eltern das finanziell günstigere Modell berücksichtigt wird.

    Das bedeutet, dass für die Steuerpflichtigen der Kinderfreibetrag nur wirksam wird, wenn das Finanzamt im Rahmen der Günstigerprüfung feststellt, dass der Bezug von Kindergeld für die Eltern finanziell nachteiliger wäre.

    Rechtsgrundlagen zum Kinderfreibetrag

    Die rechtliche Grundlage für den Familienleistungsausgleich findet sich in § 31 EStG, der den Verweis auf den Kinderfreibetrag in § 32 Abs. 6 EStG beinhaltet.

    Grundsätzlich kommt einem steuerpflichtigen Elternteil bei der Veranlagung der Einkommensteuer gemäß § 32 Abs. 6 EStG pro zu berücksichtigendem Kind ein Kinderfreibetrag in Höhe von 2.184 Euro jährlich zugute. Dieser dient der Sicherstellung des sächlichen Existenzminimums des Kindes.

    Neben diesem sächlichen Existenzminimum steht dem Steuerpflichtigen zusätzlich ein Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf des Kindes zu. Dieser beträgt 1.320 Euro. Die Steuerlast verringert sich durch diese Freibeträge, da das zu versteuernde Einkommen durch diese reduziert wird.

    Kinderfreibetrag bei Ehegatten

    Für Ehegatten, die gemeinsam steuerlich veranlagt werden, verdoppelt sich der Betrag, der sich aus dem sächlichen Existenzminimum in Höhe von 2.184 Euro und aus dem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- sowie Ausbildungsbedarf in Höhe von 1.320 Euro ergibt, auf insgesamt 7.008 Euro jährlich für beide Ehegatten.

    Positive Auswirkung des Kinderfreibetrages

    Zum Zuge kommt der Kinderfreibetrag bei steuerpflichtigen Eltern, deren Besteuerung nach der Splitting-Tabelle vorgenommen wird, erst ab einem zu versteuernden Einkommen in Höhe von ca. 63.500€, bei der Besteuerung nach der Grundtabelle erst ab einem Betrag in Höhe von 33.500€. Hält sich das Einkommen unter diesen Beträgen, ist es für Steuerpflichtige finanziell günstiger, das Kindergeld zu beziehen. Das bedeutet praktisch, dass sich der Kinderfreibetrag bei zwei steuerpflichtigen verheirateten Elternteilen lohnt, deren Besteuerung zusammen veranlagt wird und die insgesamt ein Einkommen von über 63.500€ haben. Bei Ehegatten und Alleinstehenden, die getrennt nach der Grundtabelle besteuert werden, lohnt sich der Kinderfreibetrag erst ab einem Einkommen in Höhe von 33.500€.

    Beispielberechnung

    Zu versteuerndes Einkommen eines Verheirateten: 64.000,00€

    Einkommenssteuer: 12.206 Euro

    Solidaritätszuschlag: 671,33 Euro

    Summe der Abgaben: 12.877,33 Euro

    Versteuerung mit Kinderfreibetrag in Höhe von 7.008 Euro: 56.992 Euro

    Einkommenssteuer: 10.312 Euro

    Solidaritätszuschlag: 567,16 Euro

    Summe der Abgaben: 10.879,16 Euro

    Steuerersparnis aus Kinderfreibetrag: 1.998,17 Euro

    Anrechnung Kindergeld: 2.208 Euro

    Der Betrag des Kindergeldes ist hier um 209,83 Euro höher als der sich aus dem Kinderfreibetrag ergebende Steuervorteil. Hier würde das Finanzamt dem Günstigerprinzip Rechnung tragend das Kindergeld ungefragt gewähren, da es für die Steuerpflichtigen finanziell günstiger ist.

    Dauer des Kinderfreibetrages

    Die Laufzeit des Kinderfreibetrags läuft ebenso lange, wie der Anspruch auf Kindergeld bestehen würde. Änderungen nimmt das Finanzamt nur vor, wenn sich aufgrund der Änderung des zu versteuernden Einkommens ergeben würde, dass der Bezug von Kindergeld für die Steuerpflichtigen günstiger ist.

    Getrennt lebende oder geschiedene Ehegatten

    Zwar steht getrennt lebenden oder dauernd geschiedenen Ehegatten der Kinderfreibetrag je zur Hälfte zu. Diesbezüglich ist es möglich, dass ein geschieden oder getrennt lebender Elternteil beim Finanzamt beantragt, dass der auf den anderen Elternteil entfallende Kinderfreibetrag auf ihn selbst übertragen wird. Dies geht aber nur, wenn gegenüber dem Kind seine Verpflichtung zum Unterhalt zumindest zu 75% erfüllt, der andere Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen jedoch nicht nachkommt. Sowohl Kinderfreibetrag als auch der Freibetrag für Betreuungs- Erziehungs- und Ausbildungsbedarf wird dann übertragen.

    Kindergeld

    Fragen zum Kindergeld?

    Kindergeld Forum – Letzte Beiträge

    Fehler: Der Feed hat einen Fehler oder ist nicht valide.

    Kinderfreibetrag 2015 / 2016 / 2017 / 2018

    Freibetrag für Kinder bei der Einkommensteuer nach § 32 Abs. 6 EStG

    Ist der Steuervorteil höher als das gezahlte Kindergeld, senkt der Kinderfreibetrag die Steuerlast bei der Einkommensteuer.

    Foto © Kzenon – bigstockphoto.com

    Kindergeld und Kinderfreibetrag sind eng miteinander gekoppelt und von staatlicher Seite aus eine Unterstützung für Familien, um den Grundbedarf der Kinder zu decken. Dabei gilt, entweder Kindergeld ODER Kinderfreibetrag, beides zusammen ist nicht möglich.

    Ob nun das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, ermittelt das Finanzamt automatisch bei der jährlichen Berechnung der Einkommensteuer (Veranlagung) im Rahmen einer Günstigerprüfung. Eltern müssen den Kinderfreibetrag also nicht gesondert beantragen. Letztmalig wurden der Kinderfreibetrag und das Kindergeld in 2016 angehoben.

    Kindergeld

    Das Kindergeld ist ein Betrag, der Eltern monatlich überwiesen wird und der nicht der Einkommensteuer unterliegt, also nicht versteuert werden muss. Der Anspruch auf Kindergeld entsteht im Geburtsmonat des Kindes und die Höhe richtet sich dabei nach der Anzahl der Kinder:

    Das Kindergeld wurde in 2015 um 4 Euro je Kind angehoben. Im Jahr 2016 stieg es um weitere 2 Euro und erhöhte sich jeweils zum 01.01.2017 sowie zum 01.01.2018 erneut um 2 Euro je Kind.

    Kinderfreibetrag

    Im Gegensatz zum Kindergeld wird der Kinderfreibetrag nicht ausgezahlt sondern ist ein Freibetrag, der vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen wird und sich bei der Berechnung der Einkommensteuer steuermindernd auswirkt. Die monatlichen Kindergeldzahlungen können dabei als Vorausleistungen auf den Kinderfreibetrag zum Jahresende betrachtet werden.

    Analog zum Grundfreibetrag, der Einkommen von Erwachsenen steuerfrei stellt und das Existenzminimum sicherstellen soll, wird für Kinder der Kinderfreibetrag (§ 32 Abs. 6 EStG) gewährt, der den Grundbedarf des Kindes decken soll.

    Anspruch auf Kinderfreibetrag

    Der Anspruch auf den Kinderfreibetrag entsteht im Geburtsmonat des Kindes und hat so lange Bestand, wie auch der Kindergeldanspruch besteht. Allgemein gilt:

    • bis zum 18. Lebensjahr
    • bis zum 25. Lebensjahr, wenn sich das Kind noch in Ausbildung oder Studium befindet
    • auch über das 25. Lebensjahr hinaus, wenn das Kind behindert ist und außerstande, sich selbst zu unterhalten

    Höhe des Kinderfreibetrages

    Nachdem berichtet wurde, dass der Bund ein Jahr früher als geplant ohne neue Schulden auskommt, besteht Raum für eine Erhöhung. Auf Grundlage des 10. Existenzminimum-Berichts vom 30. Januar 2015 hatte das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf zur Anhebung des Kinderfreibetrages, Kindergeldes sowie des Kinderzuschlags beschlossen. Für die Jahr bis 2018 ergeben sich folgende Werte für den Kinderfreibetrag, nachdem es zum 01.01.2017 eine Erhöhung um 168 Euro sowie eine weitere um 72 Euro zum 01.01.2018 gibt:

    Aktuell beträgt dieser in der Summe 7.356 Euro (7.248 Euro bis 2016) jährlich je Kind für beide Elternteile und setzt sich zusammen aus

    • 2.640 Euro für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf (bleibt zunächst unverändert)
    • 4.608 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes (steigt 2017 und 2018)

    Bei getrennten Elternteilen wird der halbe Kinderfreibetrag angesetzt: ab 01.01.2017 sind das 3.678 Euro (3.624 Euro bis 2016).

    Diese Beträge werden vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen, so dass sich eine neue, reduzierte Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer ergibt.

    Anteilige Berechnung im Geburtsjahr des Kindes

    Wird ein Kind nicht im Januar sondern etwa im Mai geboren, so wird im Geburtsjahr der Kinderfreibetrag anteilig gewährt. Am Beispiel Mai besteht der Kindergeldanspruch für acht Monate des Jahres, so dass auch der Kinderfreibetrag nur für acht Monate berechnet wird: 7.248 / 12 x 8 = 4.832 Euro.

    Kinderfreibetrag übertragen

    In einigen Fällen kann der halbe Kinderfreibetrag von 3.678 Euro (3.624 Euro bis 2016) auf den anderen Elternteil übertragen werden, so dass bei einem Steuerpflichtigen die vollen 7.356 Euro (7.248 Euro bis 2016) angerechnet werden. Das ist dann der Fall, wenn die Eltern getrennt leben oder geschieden sind und ein Elternteil seine Unterhaltspflichten nicht erfüllt oder aufgrund mangelnder Leistungsfähigkeit keine Unterhaltspflicht (§ 1603 BGB) gegeben ist.

    Kinderfreibetrag oder Kindergeld – Günstigerprüfung

    Ob die Kindergeldzahlungen oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, prüft das Finanzamt automatisch im Rahmen einer Günstigerprüfung. Im erster Schritt wird dazu die Einkommensteuer auf das zuvor ermittelte zu versteuernde Einkommen berechnet. Anschließend wird das zu versteuernde Einkommen um den Kinderfreibetrag vermindert und die Einkommensteuer aufgrund der neuen Bemessungsgrundlage erneut ermittelt. Erst wenn bei beiden Berechnungen die Differenz der Einkommensteuer die Höhe des Kindergeldes übersteigt, ergibt sich ein Steuervorteil. Die Grenzen sind:

    • 2.280 Euro bei Verheirateten (190 Euro Kindergeld x 12 Monate; 2.280 Euro ab 2016 (2.256 Euro bis 2015)
    • 1.140 Euro bei getrennt lebenden Elternteilen (das Kindergeld wird nur zur Hälfte berücksichtigt)

    Berechnungsbeispiele nach dem Einkommensteuertarif 2016

    Die nachfolgenden Beispiele werden mit den Werten für Kindergeld und Kindefreibetrag noch nach der Rechtslage 2016 gerechnet, da die Veranlagung zur Einkommensteuer für das Jahr 2017 erst im Jahr 2018 durchgeführt wird. Zum Jahreswechsel 2017/ 2018 werden die Werte entsprechend angepasst.

    Berechnungsbeispiel 1: verheiratete Eltern mit einem Kind (nach Splittingtabelle)

    Berechnungsbeispiel 2: lediger Elternteil mit einem Kind (nach Grundtabelle)

    Quellen und weiterführende Links

    (Letzte Aktualisierung: 02.11.2017)

    Kinderfreibetrag 2015 / 2016 / 2017 / 2018 :

    3,65 von 5 Punkten, basierend auf 75 abgegebenen Stimmen.

    Dies ist steuerlich beim Kindergeld zu berücksichtigen

    Der Staat hat verschiedene Möglichkeiten eingeführt, wie er Familien und insbesondere deren Nachwuchs fördern möchte.

    Die beliebteste Variante ist dabei das Kindergeld, weil es sich um eine direkte monatliche Unterstützung handelt, die entsprechend genutzt werden kann.

    Wer sich für diese Leistung und damit gegen den Kinderfreibetrag entscheidet, muss allerdings die Regeln kennen, die in der Folge greifen.

    Wie hoch ist das Kindergeld?

    Für das erste und zweite Kind werden jeweils 190 Euro monatlich gezahlt. Für das dritte Kind überweist der Staat 196 Euro. Sollte man noch mehr Nachwuchs haben, erhält man jeden Monat 221 Euro für jedes weitere Kind.

    Wann endet das Kindergeld?

    Die Leistungen werden gezahlt bis das Kind das **18.Lebensjahr vollendet hat. Sollte sich der Nachwuchs in Ausbildung befinden, so kann die Frist verlängert werden. Das Geld fließt dann, bis das Kind das 25.Lebensjahr vollendet** hat.

    Was passiert mit dem Kindergeld in den Übergangszeiten?

    Immer wieder gibt es sogenannte Übergangszeiten. So kann der Nachwuchs beispielsweise in aller Regel nicht nach dem Abitur mit dem Studium anfangen. Generell fließt das Geld auch in diesen Zeiten.

    Bedingung hierfür ist allerdings, dass diese Übergangszeiten nicht volle vier Kalendermonate übersteigen dürfen. Ist dies der Fall, so werden die Zahlungen eingestellt.

    Welche steuerlichen Auswirkungen hat das Kindergeld?

    In der Anlage Kind der Einkommensteuererklärung muss der Anspruch auf die Leistung vermerkt werden. Dies ist aber nur deshalb der Fall, weil auf diese Weise die monatliche Leistung beantragt wird.

    Steuerlich hat diese keine Auswirkungen. Dies bedeutet, die Leistungen unterliegen nicht der Abgabepflicht.

    Außerdem greift in diesem Fall auch der sogenannte Progressionsvorbehalt nicht. Während beispielsweise Elterngeld den Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen erhöht, bleibt diese unangenehme Konsequenz aus.

    Wann lohnt sich das Kindergeld nicht mehr?

    Bekanntlich hat man die Wahl: Entweder nimmt man die monatlichen Zahlungen als Unterstützung in Anspruch oder man entscheidet sich für den Kinderfreibetrag.

    Beides zusammen geht nicht. Gering- und Normalverdiener fahren mit der ersten Variante immer besser. Der Kinderfreibetrag lohnt sich erst, wenn man alleine ein zu versteuerndes Einkommen von 30.000 Euro hat oder als Ehepaar auf 60.000 Euro kommt.

    Источники: http://www.kindergeld.info/kinderfreibetrag.html, http://www.kindergeld.org/kinderfreibetrag.html, http://www.steuerklassen.com/steuern/kindergeld/

    Steuerrechner steuerklasse

    0

    Steuerklassenrechner

    Optimale Steuerklasse nach der Heirat

    Die Heirat verändert auch die steuerliche Situation. Ehepaare geben eine gemeinsame Steuererklärung ab. Durch die Wahl der richtigen Steuerklasse können Verheiratete bares Geld sparen. Ermitteln Sie mit dem Steuerklassenrechner, welche Steuerklassenkombination für Sie die richtige ist. Der Wechsel der Steuerklasse muss beim zuständigen Finanzamt beantragt werden.

    Hinweise zum Steuerklassenrechner

    Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sich Ehegatten und eingetragene Lebenspartner auf verschiedene Steuerklassen aufteilen können. Die Ehegatten sind

    • unbeschränkt steuerpflichtig,
    • nicht dauerhaft getrennt lebend und
    • beide beziehen Arbeitslohn.

    Mit dem Steuerklassenrechner lässt sich ermitteln, ob die Kombination aus den Steuerklassen 3/5 oder 4/4 am besten ist. Grundsätzlich gilt, dass Ehepartner mit ungefähr gleich hohem Einkommen mit der Kombination der Steuerklassen 4/4 besser fahren. Bei großen Einkommensunterschieden empfiehlt sich die Aufteilung in die Steuerklassen 3/5.

    Hinweis in Zusammenhang mit dem Elterngeld: Wer ein Kind erwartet, sollte über den Wechsel der Steuerklasse nachdenken, auch wenn dies auf den ersten Blick unvorteilhaft erscheint. Denn der Partner, der Elterngeld bezieht, erhält die staatliche Lohnersatzleistung auf Basis der letzten Netto-Gehälter. Durch die Wahl einer anderen Steuerklasse lässt sich also die Elterngeldzahlung erhöhen. Der Brutto-Netto-Rechner bietet die Möglichkeit, das Nettogehalt unter Berücksichtigung der verschiedenen Steuerklassen zu errechnen.

    WISO Steuer:Sparbuch 2017 Das WISO steuer:Sparbuch führt Sie zur optimalen Steuererstattung. Komplett mit allen Formularen für das Steuerjahr 2016, vielen Profi-Funktionen für Selbständige und jeder Menge cleverer Rechner für jede Gelegenheit.

    Weitere Sparmöglichkeiten ermitteln

    Der Wechsel der Steuerklasse stellt einen Bestandteil dar, um das verfügbare Nettoeinkommen zu erhöhen. Bitte beachten Sie, dass Sie auch durch weitere Sparmaßnahmen Ihre Nettoeinkünfte spürbar erhöhen können. Nachfolgend haben wir Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt:

    Zusammengenommen können Sie Ihre Versicherungskosten deutlich reduzieren und durch Riester- und Rürup-Verträge steueroptimiert für das Alter vorsorgen.

    Kostenlosen Vergleich zur Altersvorsorge anfordern

    Mit der privaten Rentenversicherung die Versorgungslücke im Alter schließen. Bis zu 15% mehr Rente bei Abschluss beim Testsieger. Gratis-Vergleich und Beratung vor Ort anfordern!

    Häufige Fragen zum Steuerklassenrechner

    Gibt es eine Faustregel für die Steuerklassenberechnung?

    Vereinfachend lässt sich sagen, dass die Steuerklassenkombination III/V gegenüber der Kombination IV/IV vorteilhaft ist, wenn der Ehegatte mit dem geringeren Einkommen weniger als 40 Prozent der Gesamteinkünfte erzielt, der Besserverdienende also über ein Einkommen von mehr als 60 Prozent verfügt.

    Was ändert sich durch Heirat in Bezug auf die Steuerklasse?

    Durch die Heirat ändert sich in der Regel auch die Steuerklasse. Bezieht nur ein Ehepartner Lohn, wechselt dieser von der Steuerklasse I in Steuerklasse III. Sind beide erwerbstätig, so entscheidet sich die Steuerklassenkombination nach dem erzielten Arbeitseinkommen. Bei gleich hohen Einkünften werden beide Ehegatten der Steuerklasse IV zugeordnet. Deutliche Gehaltsunterschiede führen zur Einstufung in die Steuerklasse III (der Höherverdienende) und in die Steuerklasse V.

    Was sollte man beim Steuerklassenrechner beachten?

    Die Steuerklassenwahl sollte nicht ausschließlich unter steuerlichen Gesichtspunkten getroffen werden. Denn gesetzliche Lohnersatzleistungen, z.B. Arbeitslosengeld, Elterngeld, Krankengeld und Übergangsgeld hängen vom zuletzt erhaltenen Nettogehalt ab. Wer als Arbeitnehmer der Steuerklasse V angehört, erhält dadurch geringere Lohnersatzleistungen.

    Welche Fristen gelten für den Steuerklassenwechsel?

    Der Wechsel ist grundsätzlich nur einmal im Jahr möglich. Der Antrag muss beim zuständigen Finanzamt für das laufende Jahr bis spätestens 30. November gestellt werden. Für die Umstellung fallen keine Gebühren an.

    Welche Regelung gilt für die Homo-Ehe?

    Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass für eingetragene Lebenspartnerschaften („Homo-Ehe“) die bestehenden Regelungen des Ehegattensplitting angewendet werden müssen. Ein Ausschluss dieser Lebensform verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes (Az. 2 BvR 909/06). Eingetragene Lebenspartner sollten daher beim zuständigen Finanzamt die Änderung der Steuerklasse beantragen – je nachdem welche Kombination für sie am günstigsten ist.

    Faktorverfahren seit 1. Januar 2010

    Seit 2010 können Eheleute für den Lohnsteuerabzug eine zusätzliche Möglichkeit nutzen. Bisher waren nur die Steuerklassenkombinationen III/ V und IV/IV möglich, jetzt kann auch eine Kombination aus IV mit IV mit Faktor gewählt werden. Dadurch wird bei den Eheleuten die steuerliche Wirkung des Splittingverfahrens und steuermindernde Vorschriften wie der Grundfreibetrag bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Ebenso kann es mit dem Faktorverfahren nicht mehr zu hohen Nachzahlungen kommen, wie es bei der Steuerklassenwahl III/V der Fall sein kann.

    Der Steuerklassenrechner ermittelt für Sie die günstigste Steuerklassenkombination. Die aktuelle Steuergesetzgebung wird berücksichtigt.

    Der Steuerklassenwechsel ist einmal im laufenden Jahr bis zum 30. November möglich. Der Wechsel der Steuerklasse kann zu einem höheren Nettoeinkommen führen. Allerdings wird die endgültige Steuerschuld im Rahmen der Einkommensteuererklärung ermittelt. Zuviel gezahlte Steuern werden vom Finanzamt zurückgezahlt. Wer zu wenig Lohnsteuer gezahlt hat, muss diese wieder beim Finanzamt ausgleichen.

    Doch die Lohnsteuer ist nicht die einzige Größe, auf die sich ein Wechsel der Steuerklasse auswirkt. Denn auch Lohnersatzleistungen, die sich auf das Nettogehalt beziehen, hängen von der Steuerklasse ab. Dazu zählen z.B.:

    Wer ein geringeres Nettoeinkommen aufweist, erhält im Leistungsfall auch geringere staatliche Lohnersatzleistungen.

    Steuerklassenrechner

    Die Steuerklasse entscheidet maßgeblich darüber, wie viel Lohnsteuer Ihr Arbeitgeber jeden Monat einbehält. Wenn Sie verheiratet sind, haben Sie bei der Verteilung der Steuerklassen mehrere Wahlmöglichkeiten und können so die Höhe der einbehaltenen Lohnsteuer beeinflussen. Denn bei Zusammenveranlagung von Ehepartnern fasst das Finanzamt in der Jahressteuererklärung v. a. die Einkommen der beiden Partner, aber auch die diversen Freibeträge und Pauschalen zusammen. Bei den monatlichen Lohnsteuerabzügen ist das nicht der Fall, weshalb es hier zu unberechtigt hohen (beim besser verdienenden Partner) oder auch niedrigen (beim schlechter verdienenden) Lohnsteuerabzügen kommen kann.

    Dieser Steuerklassenrechner unterstützt Sie dabei, die für Sie günstigste Steuerklassenkombination zu finden.

    Finden Sie die günstige Steuerklassekombination

    Weitere Steuerrechner:

    Steuerrechner

    Werbungskosten, Sonderausgaben und Außergewöhnliche Belastungen können Sie als Ausgaben von der Steuer absetzen. Wie viel Steuern Sie damit sparen können, zeigt Ihnen dieser Steuerrechner.

    Als Eingaben sind dazu neben den absetzbaren Ausgaben das Steuerjahr, Ihr Bruttojahres-einkommen und Ihr Kirchensatz notwendig.

    Steuerrechner für die Pendlerpauschale

    Die Pendlerpauschale gehört mit zu den am häufigsten abgesetzten Werbungskosten. Dieser Steuerrechner zur Berechnung der Pendlerpauschale ermittelt schnell, wie hoch diese Pauschale bei Ihnen ausfällt.

    Als besonderen Clou berechnet dieser Rechner die dadurch zu erwartende Steuerersparnis in Abhängigkeit vom Bruttoeinkommen.

    Abfindungsrechner

    Niemand will Sie und trotzdem ist jeder froh Sie zu bekommen. Die Rede ist von der Abfindung als Entschädigung für den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes. Doch wie viel bleibt davon denn wirklich netto übrig?

    Brutto-Netto-Rechner

    Der Klassiker unter den Steuerrechnern ist der Brutto-Netto-Rechner. Je nach ausgewählter Steuerklasse und Freibeträgen ermittelt dieser Rechner Ihren Nettolohn.

    Darüber hinaus erhalten Sie mit diesem Steuerrechner Angaben über die zu zahlenden Beiträge für Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung.

    Rentensteuerrechner

    Müssen Sie als Rentner Steuer zahlen und eine Steuererklärung abgeben? Die Antwort darauf liefert Ihnen dieser Steuerrechner für Ihre Rente.

    Als Eingaben sind dazu lediglich das Jahr Ihres Rentenbeginns, Ihre Bruttomonatsrente bei Rentenbeginn sowie die aktuelle Bruttomonatsrente erforderlich.

    Gewerbesteuerrechner

    Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Einnahmequelle von Städten und Gemeinden. Mit unserem Steuerrechner können Sie schnell und einfach die Höhe der Gewerbesteuer berechnen, die Sie für Ihr Unternehmen zahlen müssen. Sie müssen dafür lediglich den Gewinn, die Rechtsform Ihres Unternehmens und den Gewerbesteuer-Hebesatz Ihrer Gemeinde eingeben.

    Steuerklassenrechner 2018 – Berechnen Sie Ihre optimale Steuerklasse

    Wenn zwei Menschen heiraten, steht ihnen eine Wahlmöglichkeit bezüglich der Steuerklassen offen. Je nach der Kombination innerhalb des Ehepaares werden andere Regeln der Berechnung genutzt. Durch die Zusammenlegung von Freibeträgen oder strikte Trennung der Einkommen kann je nach Einkommensunterschied gespart werden. Mit unserem Steuerklassenrechner können Sie erfahren, welche Kombination in Ihrem Fall die Günstigste ist.

    Der Rechner wird geladen .

    So funktioniert der Steuerklassenrechner

    Zunächst geben Sie für beide Ehepartner das Bruttoeinkommen im Rechner an. Die dann folgenden Einträge sind die Haupteinflussfaktoren für die Berechnung der für das jeweilige Einkommen zu zahlenden Lohnsteuer. Für beide Partner ermittelt der Rechner sodann anhand der Angaben die monatliche Lohnsteuer für die unterschiedliche Steuerklassen. Dabei werden genau jene Steuerklassen berücksichtigt, die bei einer Zusammenveranlagung möglich sind, nämlich Steuerklasse III, IV und V. Die wiederum möglichen Kombinationen dieser Steuerklassen werden aufgelistet und der gemeinsame monatliche Steueraufwand in Relation gesetzt.

    Die Eingaben

    Neben der Angabe des des Steuerjahrs und des Bruttoeinkommens für beide Ehepartner, können für die Berechnung der monatlichen Lohnsteuer folgende, die Steuer beeinflussende Eingaben gemacht werden.

    Das Geburtsjahr

    Wer vor Beginn eines Jahres 64 ist, hat ab diesem Jahr Anspruch auf den Altersentlastungsfreibetrag. Dieser betrug 2005 40% des Lohnes aber max. 1.900 Euro. Durch das Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) vom Juli 2004 wird dieser Freibetrag ab 2005 jedes Jahr kontinuierlich gekürzt (2006: 38,4% und max. 1864 Euro) bis 2040 dieser Freibetrag ganz entfällt. Da Bestandsschutz besteht, ist zukünftig für die Höhe des Freibetrages das Erstberechtigungsjahr maßgebend. Deshalb wird hier anhand des Geburtsjahres ermittelt, ab welchem Jahr man bezugsberechtigt war. Wenn das Erstberechtigungsjahr vor 2005 liegt, gilt der Freibetrag von 2005.

    Bundesland der Arbeitsstätte

    Danach richtet sich die Beitragsbemessungsgrenze der Renten- (und Arbeitslosen-) Versicherung. Die westdeutschen Länder haben eine höhere Bemessungsgrenze. In Sachsen arbeitende Arbeitnehmer müssen zudem einen höheren Beitrag zur Pflegeversicherung tragen. Der Arbeitgeber wird dort entlastet. Dafür haben die Sachsen einen arbeitsfreien Tag mehr (Buß- und Bettag)

    Kinderlose ab 24 Jahren zahlen einen etwas höheren Beitrag zur Pflegepflichtversicherung.

    Rentenversicherungspflicht

    Löhne von rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern werden nach der Allgemeinen Tabelle versteuert. Personen, die keiner Rentenversicherungspflicht unterliegen, wie z.B. Beamte und Gesellschafter-Geschäftsführer, werden nach der Besondere Tabelle besteuert, die eine geringere Vorsorgepauschale berücksichtigt.

    Krankenversicherung

    Seit 2015 ist der Krankenkassen-Einheitstarif von der Bundesregierung auf 14,6% zzgl. Zusatzbeitrag (siehe unten) festgelegt. Dies ist der normale Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernehmen jeweils die Hälfte davon. Der ermäßigte Satz beträgt 14,0% zzgl. Zusatzbeitrag und gilt für Arbeitnehmer, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben. Dazu gehören z.B. Vorruhestandsgeldbezieher und Arbeitnehmer die eine Rente oder eine Pension beziehen. Auch in diesem Fall wird der Beitrag zur Hälfte vom Arbeitnehmer geleistet. Nach Auswahl von "privat versichert " erhalten Sie weitere Eingabefelder zur Angabe Ihrer monatlichen Beiträge zur privaten Krankenversicherung.

    Kassenindividueller Zusatzbeitrag

    Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer müssen seit 2015 zudem einen von den gesetzlichen Krankenkassen erhobenen Zusatzbeitrag leisten. Der durchschnittliche kassenindividuelle Zusatzbeitrag beträgt 2018 gemäß Bundesanzeiger 1,0 Prozent (2017: 1,1 Prozent) und gilt als Richtgröße für die Krankenkassen bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze. In den Steuerjahren vor 2015 gab es diesen kassenindividuellen Zusatzbeitrag nicht. Stattdessen musste der Arbeitnehmer generell einen um 0,9 Prozentpunkte höheren Beitragsanteil leisten. Die durchschnittlichen Sätze von 1,1 %, 1,0 % bzw. der zuvor fixe Satz von 0,9 % werden hier abhängig vom gewählten Steuerjahr automatisch bei der Berechnung berücksichtigt.

    Jahres-Freibetrag aus Lohnsteuerkarte

    Auch dieser beeinflusst natürlich die Höhe der monatlich zu entrichtenden Steuer.

    Das Ergebnis der Steuerklassen-Berechnung

    Der Rechner liefert als Ergebnis Ihrer Eingaben für jede mögliche Steuerklassen-Kombination in den ersten drei Spalten die monatliche steuerliche Belastung für Sie, Ihren Partner und für beide zusammen. Die rechte Spalte zeigt die Differenz zur voraussichtlichen Einkommensteuer. Hieran können Sie ablesen, ob Sie bei Ihrem nächsten Lohnsteuer-Jahresausgleich eher mit einer Steuererstattung rechnen können oder zu einer Steuernachzahlung (bei negativem Wert) aufgefordert werden. Ob Sie die Wahl Ihrer Steuerklassen dabei so ausrichten, um eine Steuererstattung bzw. Steuernachzahlung zu minimieren oder zu maximieren, entscheiden Sie selbst. Sie sollten für Ihre persönliche Situation entscheiden, welche Kombination der Steuerklassen für Sie die günstigste ist. Am Ende des Jahres zahlen Sie ohnehin eine von der Wahl der Steuerklasse unabhängige Einkommensteuer. Das heißt, der monatliche Effekt der Steuerklassenwahl spielt für die jährliche Einkommensteuerschuld keine Rolle. Unterm Strich zahlt man gleich viel.

    Worum handelt es sich beim Faktorverfahren

    Ehegatten können als Ersatz zur Steuerklassenkombination III/V auch die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wählen. Durch das Faktorverfahren wird erreicht, dass bei jedem Ehegatten oder den Lebenspartnern die steuerentlastenden Vorschriften beim eigenen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden. Dieser Vorteil ist bei der Steuerklassenwahl bzw. beim Steuerklassenwechsel zu berücksichtigen. Mit dem Faktor wird außerdem die steuermindernde Wirkung des Splittingverfahrens beim Abzug der Lohnsteuer berücksichtigt. Das Faktorverfahren ist nicht verpflichtend, sondern wird nur auf Antrag beider Ehegatten als Steuerklassenkombination angewendet.

    Die möglichen Steuerklassenkombinationen im Überblick

    III/V bzw. V/III

    Die Kombination der Steuerklasen III/V wird meist gewählt, wenn ein Ehepartner deutlich mehr als der andere verdient. Der besser verdienende erhält dann Steuerklasse III, während der geringer verdienende Ehepartner in Klasse V eingestuft wird. In Klasse III fallen verhältnismäßig wenig Steuern an, in V relativ viel. Somit wird die regelmäßige Steuerlast zunächst minimiert.

    Die Kombination IV/IV ist vorteilhaft, wenn beide Ehepartner ungefähr gleich viel verdienen.

    IV/IV mit Faktor

    Seit 2010 besteht bei Steuerklasse IV die Möglichkeit, das Faktorverfahren zu wählen. Das zuständige Finanzamt ermittelt auf Antrag den Faktor, der das Verhältnis der beiden Lohnsteuerbeträge widerspiegelt. Mit diesem Faktor werden die errechneten Lohnsteuern multipliziert. Dadurch wird die stärkere Belastung in Steuerklasse IV gemildert und Nachzahlungen vermieden.

    Tipp 1 zum Steuerklassenrechner : Gemeinsame Steuererklärung ist nicht immer die beste Wahl

    Das sogenannte Ehegattensplitting soll die Steuerlast für verheiratete Paare auf einem verträglichen Level halten. Bei der Einführung dieser Regelung war der Alleinversorger einer Familie das übliche Modell. Da ein einzelnes Einkommen für zwei Personen reichen sollte, wurde auch die Steuerlast auf beide Personen aufgeteilt. Bei Paaren, die beide berufstätig sind, zeigt sich jedoch immer häufiger, dass die getrennte Berechnung der Steuerlast günstiger ausfallen kann. Als Faustregel gilt, je höher der Einkommensunterschied ist, desto vorteilhafter ist die Steuerklassenkombination III/V.

    Tipp 2 zum Steuerklassenrechner : Günstigere Kombination bringt auch Verpflichtungen

    Wenn die Einkommenssituation die gemeinsame Steuererklärung sinnvoll macht, müssen beide Partner die entsprechende Steuerklasse beantragen. Wird die Beantragung versäumt, werden die Steuern weiterhin für beide nach Steuerklasse IV berechnet. Wenn der finanzielle Vorteil des Wechsels nur gering ist, bleibt die Überlegung, den Wechsel nicht zu beantragen. In Steuerklasse IV ist ein Arbeitnehmer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Diese Verpflichtung besteht jedoch bei der Kombination aus den Klassen III und V. Ein Wechsel der Steuerklassen wäre also nur sinnvoll, wenn die zu erwartenden Steuerrückzahlungen auch nach Abzug eventueller Kosten für einen Steuerberater noch relevant sind. Der Steuerklassenrechner teilt aus diesem Grund nicht nur die empfohlene Steuerklassenkombination mit, sondern berechnet auch, mit welchen Steuerlasten bei den verschiedenen Modellen zu rechnen ist. Im Formular können daher für beide Ehepartner detailliert alle steuerlich relevanten Daten eingegeben werden. Sollten natürlich Ausgaben bestehen, die unabhängig von den üblichen Pauschalen von der Einkommenssteuer abgesetzt werden können, kann sich die tatsächliche Steuerlast vom angegebenen Ergebnis unterscheiden.

    Источники: http://www.cecu.de/steuerklassenrechner.html, http://www.steuerklassen.net/steuerklassenrechner.html, http://www.smart-rechner.de/steuerklassen/rechner.php

    Steuerklassen bei eheleuten

    0

    Primär-Navigation

    Steuerklassen bei Ehepartnern

    Verteilen Sie Ihre Steuerlast

    Wieviel Geld Sie monatlich auf Ihr Konto erhalten, hängt vor allem von der Steuerklasse ab. Eheleute und Lebenspartner haben hierbei die Qual der Wahl: Je nach gewählter Lohnsteuerklasse können Sie Ihre Steuerlast unterschiedlich verteilen.

    Wer kann die Steuerklasse wechseln?

    Ehepartner, die beide Arbeitslohn beziehen, unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, haben jährlich aufs Neue die Wahl. Sie können zwischen verschiedenen Kombinationen Ihrer Steuerklassen wählen:

    Was bringt ein Wechsel überhaupt?

    Die letztendliche Höhe der jährlichen Steuerschuld ändert sich durch unterschiedliche Steuerklassen zwar nicht. Jedoch haben Sie durch eine geschickte Wahl Monat für Monat mehr Geld übrig – besser, als auf die Steuererstattung nach Jahresende vom Finanzamt zu warten.

    Denn mit der richtigen Steuerklassenkombination erreichen Sie, dass die monatlich einbehaltene Lohnsteuer möglichst nahe an die gemeinsame Jahressteuerschuld von Ihnen und Ihrem Partner herankommt.

    Wann ist der Wechsel möglich?

    Der Wechsel ist grundsätzlich nur einmal im Jahr möglich. Ausnahmen: Sie oder Ihr Partner beziehen keinen Arbeitslohn mehr, einer von Ihnen beginnt einen neuen Job oder Sie trennen sich. Auch wenn Sie Nachwuchs erwarten und Elterngeld beantragen wollen, dürfen Sie unterjährig wechseln.

    Wollen Sie für 2014 die Steuerklassen-Kombination ändern?

    Dann müssen Sie dies noch bis zum 30. November 2014 beantragen! Ansonsten wird die Änderung erst 2015 übernommen.

    Welche Kombination ist die Beste?

    Welche der Kombinationen dabei am günstigen für Sie und Ihren Partner ist, hängt von der Höhe der monatlichen Arbeitslöhne sowie der eingetragenen Freibeträge ab.

    Steuerklassen III und V

    Die Kombination der Steuerklassen III und V ist dann am günstigsten, wenn Sie und Ihr Ehepartner stark unterschiedlich hohe Einkommen haben. Dies ist der Fall, sobald der höhere Arbeitslohn mindestens 60 Prozent Ihres gesamten Ehepaar-Einkommens ausmacht. Der Ehepartner mit dem größeren Einkommen wählt die Steuerklasse III, der andere dann die Steuerklasse V.

    Hinweis: Arbeitet nur einer von Ihnen beiden, bekommt dieser automatisch die Steuerklasse III.

    Bei dieser Kombination haben Sie einen verhältnismäßig niedrigen Lohnsteuerabzug. Daher kann es mit Abgabe der Steuererklärung, zu der Sie dann verpflichtet sind, zu Steuernachzahlungen kommen.

    Sie und Ihr Ehepartner haben monatliche Arbeitslöhne von € 3.000 und € 1.700. Hier ist die Kombination der Steuerklassen III und V am günstigsten:

    Steuerklassen IV und IV

    Sie und Ihr Ehepartner verdienen ungefähr gleich viel? Dann ist die Kombination aus den Steuerklassen IV und IV am günstigsten.

    Die Arbeitslöhne von Ihnen und Ihrem Ehepartner gleichen Sich ungefähr; der Geringere liegt bei € 2.500. Hier ist nun die Wahl der Steuerklassen IV und IV steuerlich besser:

    Faktorverfahren

    Das Faktorverfahren bietet sich an, wenn es zwischen Ihnen und Ihrem Partner einen großen Gehaltsunterschied gibt. Dabei erhalten Sie beide jeweils die Steuerklasse IV. Durch einen Faktor, der vom Finanzamt mathematisch ermittelt wird, wird außerdem die steuermindernde Wirkung des Splittingverfahrens beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

    Durch diese Berechnung gleicht der Lohnsteuerabzug ziemlich genau der voraussichtlichen Steuerschuld zum Jahresende. Dadurch ergibt sich, im Gegensatz zur Steuerklassenkombination III und V, kaum die Gefahr von Steuernachzahlungen. Allerdings sind Sie bei Wahl dieser Kombination auch wieder verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

    Ich gehe ab 01.05.2016 in Rente und habe 61 Rentenpunkte. Meine Frau ist weiterhin Berufstätig und verdient brutto ca. 2.800,00 Euro. Für uns stellt sich die Frage, in welche Steuerklasse wir beide gehen sollen.

    Mit freundlichem Gruß

    + Kommentar hinterlassen Antworten abbrechen

    neuste Beiträge

    einfacher geht´s nicht

    profitieren Sie vom kostenlosen Newsletter!

    Steuerklassen

    Mehr Netto im Monat mit der richtigen Steuerklasse

    • Zuletzt aktualisiert: 17. November 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei Verheirateten oder eingetragenen Lebenspartnern kann sich eine geschickte Kombination der Lohnsteuerklassen positiv auswirken auf Arbeitslosen-, Kranken-, Mutterschafts- oder Elterngeld.
    • Ab 2018 werden Paare, die heiraten, automatisch in die Steuerklasse IV eingruppiert.
    • Ehegatten können verschiedene Kombinationen von Lohnsteuerklassen wählen. Durch eine günstige Zusammenstellung gibt es mehr Netto vom Gehalt.
    • Die Lohnsteuer ist immer eine Vorauszahlung. Die tatsächliche Steuerschuld wird erst errechnet, wenn Sie eine Steuererklärung abgeben. In den allermeisten Fällen lohnt es sich, eine Steuererklärung abzugeben. Im Durchschnitt erhalten Steuerzahler 900 Euro als Erstattung zurück.

    So gehen Sie vor

    • Zur Abgabe einer Steuererklärung sind Sie verpflichtet, wenn Sie die Kombination III/V oder IV/IV mit Faktorverfahren wählen.
    • Für das Faktorverfahren füllen den „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ aus.
    • Wer mit seiner Kombination unzufrieden ist, kann diese beim Finanzamt mit einem Antrag auf Steuerklasssenwechsel ändern. Bereits im Folgemonat muss der Arbeitgeber bei der Gehaltsabrechnung die neue Steuerklasse berücksichtigen.
    • Ab 2018 kann ein Ehegatte mit der Steuerklasse III oder V ohne Zustimmung seines Partners einen Wechsel der Steuerklasse beantragen. Beide haben dann die Klasse IV.
    • Im Jahr der Trennung können sich Paare noch gemeinsam veranlagen lassen und profitieren vom Splittingtarif für Verheiratete (Sondersplitting).

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Jeder hat bestimmt schon einmal gehört, dass Paare „aus Steuergründen“ heiraten. Aber was genau bedeutet das? In diesem Ratgeber erklären wir, wie Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner mit der Wahl der richtigen Lohnsteuerklassen Geld sparen können.

    Was ist die elektronische Lohnsteuerkarte?

    Während es früher die klassische Lohnsteuerkarte aus Pappe gab, sind die steuerrelevanten Informationen eines Arbeitnehmers nun auf der elektronischen Lohnsteuerkarte gespeichert. Dazu gehören die Steuerklasse, Ihre Freibeträge und eine eventuelle Kirchensteuerpflicht. Man nennt das auch die „elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale“, kurz Elstam.

    Drei Klassenkombinationen für Ehepaare

    Vor allem Verheiratete und eingetragene Lebenspartner sollten sich mit den Lohnsteuerklassen auseinandersetzen, denn im Gegensatz zu Singles können sie wählen, zu welcher sie gehören wollen. Durch eine geschickte Kombination bekommen sie mehr Netto. Außerdem können optimale Lohnsteuerklassen das Arbeitslosen-, Kranken- und Mutterschaftsgeld erhöhen. Allerdings sind hier bestimmte Fristen einzuhalten. Mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesfinanzministeriums lässt sich leicht herausfinden, welche Steuerklassenkombination am günstigsten ist.

    Berufstätige erhalten nach der Hochzeit zunächst automatisch die Steuerklassen IV und IV. Ab 2018 wird diese Zuordnung auf alle ausgeweitet, die heiraten. Das heißt, selbst wenn nur einer der Ehegatten arbeitet, bekommen beide zunächst die Steuerklasse IV. Wenn das für Sie ungünstig ist, sollten Sie wechseln. Dafür müssen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Steuerklassenwechsel stellen. Möglich ist das grundsätzlich einmal im Jahr bei Ihrem zuständigen Finanzamt – und zwar spätestens bis zum 30. November.

    Berufstätige Ehegatten und Lebenspartner, die beide unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, können für den Lohnsteuerabzug wählen,

    • ob sie beide in die Steuerklasse IV eingeordnet werden wollen,
    • ob der besser Verdienende nach Steuerklasse III und der andere nach Klasse V besteuert werden soll oder
    • ob sie die Steuerklassen-Kombination IV/IV mit Faktor wählen.

    Bedenken Sie: Wenn Sie die Variante III/V oder IV mit Faktor wählen, sind Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. In den allermeisten Fällen lohnt es sich ohnehin, eine Steuererklärung abzugeben.

    Neu ab 2018 ist außerdem, dass ein Ehegatte mit der Steuerklasse V oder III allein einen Steuerklassenwechsel beantragen kann. Dazu ein Beispiel: Der schlechter verdienende Partner arbeitet Teilzeit und hat in der Steuerklasse V so hohe Steuerabzüge, dass er nur über geringe eigene Einkünfte verfügt. Um bereits im nächsten Monat einen höheren monatlichen Nettolohn zu erhalten, genügt es, beim Finanzamt einen Antrag auf Steuerklassenwechsel zu stellen. Die Unterschrift des anderen Partners ist nicht erforderlich. Beide Ehegatten werden dann in der Steuerklasse IV eingruppiert.

    Für Ehe- und Lebenspartner hat die Finanzverwaltung in einem Merkblatt Informationen zur Steuerklassenwahl 2018 veröffentlicht. Das für einen Steuerklassenwechsel beim Finanzamt einzureichende Formular finden Sie online im Formular-Management der Finanzverwaltung. Es heißt "Antrag auf Steuerklassenwechel bei Ehegatten/Lebenspartnern".

    Eingetragene Lebenspartner seit November 2015 automatisch in Steuerklasse IV/IV

    Eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner sind Ehepaaren steuerlich gleichgestellt. Bislang erhielten sie nicht automatisch die Kombination IV/IV. Sie mussten eine Änderung ihrer Lohnsteuerklassen gesondert beim Finanzamt beantragen. Seit November 2015 übermitteln die Ämter auch bei eingetragenen Lebenspartnern die Daten, die die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale generieren. Folglich wird auch für diejenigen, die ab November 2015 ihre Partnerschaft neu eingetragen haben, die Kombination IV/IV gebildet. Wünschen Sie eine andere Kombination, so müssen Sie dies beim Finanzamt beantragen.

    Wer seinem Arbeitgeber nicht offenbaren möchte, dass er in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, kann die ungünstigere Steuerklasse I wählen. Das Landesamt für Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass die Datenübermittlung an den Arbeitgeber so erfolgt, dass keine Rückschlüsse auf den Familienstand möglich sind.

    Wann lohnt sich das Faktorverfahren?

    Ehe- oder Lebenspartner mit unterschiedlich hohen Gehältern wählen häufig die Steuerklassen-Kombination III/V. Das hat jedoch den Nachteil, dass derjenige mit Klasse V verhältnismäßig hohe Abzüge hat, weil zum Beispiel beide Grundfreibeträge nur dem in Steuerklasse III besteuerten Partner zugutekommen. Stehen Sie vor diesem Problem, sollten Sie besser die Lohnsteuerklassen IV/IV mit Faktor nehmen. Dadurch werden bei jedem Partner die ihm zustehenden Freibeträge schon beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

    Vorteil des Faktorverfahrens ist eine gerechtere Verteilung der Lohnsteuerlast auf beide Partner – anders als bei der Kombination III/V. Besonders für den geringer Verdienenden – oft ist das die Ehefrau – bringt der Faktor mehr Netto.

    Gleichzeitig ist bei diesem Verfahren die Differenz zwischen Lohnsteuerabzug im Laufe des Jahres und Steuerschuld am Jahresende besonders gering. So muss man keine hohe Steuernachzahlung befürchten, eine Rückzahlung vom Finanzamt fällt aber auch allenfalls gering aus.

    Die abgezogene Lohnsteuer wird zusätzlich durch einen Faktor gemindert – wie im Splittingverfahren. Dieser Faktor wird individuell berechnet und muss immer kleiner als 1 sein.

    Um das Faktorverfahren in Anspruch zu nehmen, muss das Paar gemeinsam einen formlosen Antrag beim Finanzamt stellen und dabei die voraussichtlichen Arbeitslöhne des Kalenderjahrs angeben. Alternativ kann es den "Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern" ausfüllen und abgegeben. Das Faktorverfahren muss jährlich neu beantragt werden; wer es nutzt, ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Mehr hierzu lesen Sie in unserem Ratgeber Faktorverfahren.

    Mehr Elterngeld durch Wechsel der Lohnsteuerklasse

    Die Höhe des Elterngeldes ergibt sich aus dem durchschnittlich erzielten Gehalt der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Erwarten Sie ein Kind, sollte der Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreut, frühzeitig die Steuerklasse III wählen. Dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen. Werdende, verheiratete Mütter oder Väter können so mehr Elterngeld bekommen. Der Antrag auf den Steuerklassenwechsel muss allerdings bis sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes beantragt werden. Mehr dazu lesen Sie in unserm Ratgeber Elterngeld.

    Auch andere Sozialleistungen wie der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, das Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Insolvenz-, Kranken-, Unterhalts- oder Überbrückungsgeld orientieren sich am Nettolohn. Wer beispielsweise in der ungünstigen Steuerklasse V ist und bald mit seiner Arbeitslosigkeit rechnen muss, der sollte frühzeitig den Wechsel in die Steuerklasse III beantragen. Es gelten für die Sozialleistungen jeweils unterschiedliche Fristen, damit eine Änderung der Klasse berücksichtigt werden kann.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Insolvenz eines Ehegatten

    Ist Ihr Ehepartner insolvent oder wird sein Gehalt gepfändet, können Sie mit dem Wechsel der Lohnsteuerklasse sparen. Wählen Sie die Kombination so, dass der andere die größere Steuerlast trägt. Das ist gesetzlich ausdrücklich erlaubt (FG Münster, Urteil vom 4. Oktober 2012, Az. 6 K 301/10 E).

    Wer gehört in welche Steuerklasse?

    Steuerklasse I: Sie gilt für ledige und geschiedene Arbeitnehmer, bei eingetragenen Lebenspartnerschaften sowie auch für verheiratete Angestellte, die von ihrem Ehepartner dauernd getrennt leben. Verwitwete Arbeitnehmer gehören ebenfalls in diese Kategorie – allerdings erst ab dem zweiten Jahr nach dem Tod des Ehepartners. In die Steuerklasse I fallen auch Arbeitnehmer, die beschränkt einkommensteuerpflichtig sind, weil sie zum Beispiel in Deutschland Einkommen erzielen, aber dauerhaft im Ausland leben.

    Steuerklasse II: Dazu gehören alle in Steuerklasse I genannten Personen, sofern sie alleinerziehend sind. Voraussetzung ist, dass in Ihrem Haushalt mindestens ein Kind lebt, für das Sie einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld bekommen. Ist das Kind bei mehreren Personen gemeldet, steht der Entlastungsbetrag demjenigen zu, der das Kindergeld erhält. Lebt der Arbeitnehmer in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, gilt diese Regelung nicht. Wäre dies der Fall, müsste dies auf dem Formular „Versicherung zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende“ angegeben werden.

    Steuerklasse IV mit Faktor: Seit 2010 gibt es die Möglichkeit, die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor zu wählen. Das Faktorverfahren soll dafür sorgen, dass die Lohnsteuerlasten innerhalb einer Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft gerechter verteilt sind. Diese Kombination kann jährlich neu beantragt werden. In diesem Fall ist jedoch auf jeden Fall eine Steuererklärung abzugeben.

    Steuerklasse V: Ehegatten und Lebenspartner fallen an Stelle der Steuerklasse IV in diese Rubrik, wenn der andere Ehegatte in die Steuerklasse III eingeordnet wird.

    Steuerklasse VI: Wer als Arbeitnehmer einen zweiten oder dritten Job antritt, landet automatisch in der Steuerklasse VI. Hier sind die Abzüge am höchsten, weil keinerlei Freibeträge berücksichtigt werden. Sie können aber selbst festlegen, für welche Ihrer Tätigkeiten die Steuerklasse VI angewendet werden soll.

    Minijobber, also Arbeitnehmer mit maximal 450 Euro monatlichen Lohn, benötigen keine Steuerkarte.

    Der Vorteil des Ehegattensplittings

    Wer verheiratet ist oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, kann vom sogenannten Ehegattensplitting bei der Zusammenveranlagung profitieren. In den meisten Fällen ist die zu zahlende Einkommensteuer niedriger als bei der Einzelveranlagung. Die Vorteile wirken sich allerdings erst nachträglich aus.

    Grund: Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung und wird zunächst getrennt von beiden Gehältern abgezogen. Das Finanzamt führt die Arbeitslöhne erst nach Ablauf des Jahres zusammen. Deshalb besteht bei der Steuerklassen-Kombination III/V die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Erst danach ergibt sich die zutreffende Jahressteuer und es kann zu Steuernachzahlungen oder -erstattungen kommen. Je größer die Differenz beim Einkommen der Ehepartner oder eingetragenen Partner, desto höher ist der finanzielle Vorteil, der sich aus einer gemeinsamen Veranlagung im Vergleich zur Einzelveranlagung ergibt.

    Das Finanzamt kann Einkommensteuervorauszahlungen festsetzen, wenn damit zu rechnen ist, dass die Jahressteuerschuld mindestens 400 Euro höher ist als die einzubehaltende Lohnsteuer. Für die Wahl der günstigsten Steuerklasse prüfen Sie mit dem Lohn- und Einkommensrechner des Bundesfinanzministeriums, bei welcher Kombination sich in Ihrem Fall insgesamt der geringste Steuerabzug ergibt.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Trennung und Scheidung

    Sobald ein Paar dauernd getrennt lebt, müssten beide grundsätzlich in die Steuerklasse I. Im Jahr der Trennung können beide Partner jedoch ihre Steuerklasse noch bis zum Jahresende behalten – egal, ob die Trennung am 1. Januar oder am 31. Dezember erfolgte. Ab dem 1. Januar des Folgejahres haben „dauernd getrennt“ lebende Ehepartner definitiv die Steuerklasse I. Lebt ein Kind im Haushalt eines der beiden Getrennten, dann gilt die Steuerklasse II, sofern das Kind auch dort gemeldet ist.

    Im Trennungsjahr kann noch gemeinsam veranlagt werden, wenn einer der Eheleute das verlangt, und seinem Ex-Partner den daraus entstehenden Steuernachteil ersetzt – allerdings erst ab dem Zeitpunkt der Trennung.

    Beispiel: Ein Ehepaar trennt sich am 30. Dezember 2016. Bisher hatte der Mann Steuerklasse III, seine Frau die V. Sie beantragt beim Finanzamt für das Jahr 2016 die getrennte Veranlagung. Auf Verlangen ihres Noch-Gatten muss sie aber einer gemeinsamen Veranlagung zustimmen. Im Gegenzug muss er ihr ihren Steuernachteil erstatten – und zwar ab dem Zeitpunkt, als sie diesen erlitten hat. Würde die Ehefrau also zum Beispiel bei getrennter Veranlagung eine Steuererstattung bekommen, und fällt diese bei gemeinsamer Veranlagung weg, dann muss der Ehemann ihr diesen Betrag auszahlen. In der Regel profitiert aber der Mann trotzdem von der getrennten Veranlagung.

    Oft sind jedoch beide so zerstritten, dass jeder eine getrennte Veranlagung macht. Das kann jedoch bei größeren Einkommensunterschieden zwischen den Ex-Partnern ein unnötiges Geschenk an den Fiskus sein.

    Versöhnungsversuch

    Sobald ein Ehepaar dem Finanzamt mitteilt, dass es versucht habe, wieder miteinander zu leben, gilt es nicht (mehr) als dauernd getrennt lebend. Konsequenz: Sie können gemeinsam veranlagt werden. Auch mehrere Versöhnungsversuche können vorkommen; sie müssen dem Finanzbeamten aber plausibel vermittelt werden.

    Wird die Ehe schließlich geschieden, sind die Eheleute auch steuerlich getrennt. Problematisch kann es werden, wenn Steuerrückerstattungen zu erwarten sind. Diese werden auf beide Köpfe verteilt, abhängig davon, wie viele Steuern jeder unterjährig abgeführt hat. Selbstverständlich muss das Finanzamt die – eventuell neuen – Kontoverbindungen erfahren, auf die es die Beträge überweisen soll.

    Antrag beim Finanzamt stellen

    Wenn eine Steuerrückerstattung zu erwarten ist, berechnen Sie diese am besten mit Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins. Stellen Sie dann beim Finanzamt frühzeitig einen Antrag, Ihren Anteil aufgrund der bereits gezahlten Einkommen- oder Lohnsteuer auf Ihr Konto zu überweisen. Sie können sich mit Ihrem Ex-Partner auch auf eine andere Verteilung der Rückerstattung einigen. Teilen Sie dann dieses Ergebnis dem Finanzamt schriftlich mit – mit beiden Unterschriften.

    Sollen wir Sie

    Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps – kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

    Vielen Dank für Ihre Anmeldung

    Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

    1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
    2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
    3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

    Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Noch mehr sparen mit Finanztip

    Finanztip Newsletter

    • Jede Woche die besten Tipps
    • Absolut kostenlos
    • 100% werbefrei

    Kostenlos anmelden

    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Ratgeber zum Thema Steuerklassen, Steuerklassenwahl und Steuerklassenwechsel

    Arbeitnehmer leben vom Einkommen. Der Staat erhebt Einkommensteuer. Die Höhe der Einkommensteuer bemisst sich nach den Steuertabellen. Die Steuertabellen orientieren sich an den persönlichen Verhältnissen des Arbeitnehmers und ordnen Arbeitnehmer in unterschiedliche Lohnsteuerklassen ein.

    Die Steuerklassen wurden früher auf der Lohnsteuerkarte eingetragen – heute sind diese und andere Merkmale in Ihrer elektronischen Steuerakte beim Finanzamt und Ihrem Arbeitgeber hinterlegt. Unter anderem sind die Steuerklassen Maßgabe für den Arbeitgeber, aus dem Bruttolohn die Lohnsteuer herauszurechnen und an das Finanzamt abzuführen. Diese Angaben (Steuerklasse, Lohnsteuer etc.) finden Sie auch auf Ihrer Gehaltsabrechnung wieder.

    Bedeutung der Steuerklassenwahl

    In Deutschland gibt es sechs Steuerklassen. Vereinfacht erklärt finden sich in der Steuerklasse I alleinstehende Arbeitnehmer, in Steuerklasse II Alleinstehende mit Kind, in Steuerklasse III verheiratete Arbeitnehmer, deren Ehegatte keinen Arbeitslohn bezieht und in Steuerklasse IV verheiratete Arbeitnehmer, die beide Arbeitslohn beziehen.

    Ehepartner die eigentlich in IV einzutragen wären, haben die Wahl, sich bei unterschiedlich hohen Einkommen jeweils in III und V eintragen zu lassen. In Steuerklasse V wird also derjenige eingetragen, dessen Ehepartner die Eintragung in III gewählt hat. In Steuerklasse VI werden Arbeitnehmer eingetragen, die von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen.

    Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Steuerklassen:

    Steuerklassenwechsel und Steuerklassenwahl bis 30.11

    Ein Steuerklassenwechsel kann grundsätzlich nur einmal innerhalb eines Veranlagungszeitraumes erfolgen. Einen weiteren Wechsel lässt das Finanzamt nur nach dem Tod des Ehegatten oder nach Beginn der Arbeitslosigkeit zu. Der letzte Termin, eine andere Steuerklasse zu wählen, ist für jedes Jahr der 30. November.

    Die Steuerlast durch die Steuerklassen optimieren

    Die optimale Gestaltung der Steuerklasse orientiert sich an den persönlichen Verhältnissen des Arbeitnehmers. Da die Einordnung in die Steuerklassen I, II, VI anhand der familiären Verhältnisse vorgegeben ist, spielt die Steuerklassenwahl vornehmlich im Bereich der Steuerklassen III/V und IV/IV eine Rolle. Die Kombination hat Auswirkungen auf die Lohnersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld, Unterhaltsgeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld, ElterngeldPlus und die Höhe des Lohnanspruchs bei der Altersteilzeit.

    Beispielsweise richtet sich die Höhe des Arbeitslosengeldes nach der Steuerklasse am 1. Januar.

    Ein Arbeitnehmer, der verheiratet ist, ist in Steuerklasse III am besten aufgehoben, um die Sozialleistungen optimal auszunutzen. Der nach Steuerklasse V gewechselte Ehepartner zahlt zwar mehr Steuern, die sich aber mit der Abgabe der Steuererklärung von Finanzamt wieder erstatten lassen.

    Wenn beide Ehepartner Arbeitslohn beziehen

    Wenn beide Ehegatten Arbeitslohn und Lohnersatzleistungen getrennt, aber in ähnlicher Höhe beziehen, empfiehlt sich die Einordnung in Steuerklasse IV, andernfalls lässt sich der besser Verdienende in Steuerklasse III und der weniger Verdienende in Steuerklasse V einordnen. In Steuerklasse III sind nämlich die höchsten und in Steuerklasse V die geringsten Freibeträge eingearbeitet. Als Faustregel gilt, dass der weniger verdienende Ehegatte (sofern verheiratete) nicht mehr als 40 % zum Gesamteinkommen beitragen darf. Andernfalls wird zu viel abgezogen.

    Bei der Wahl der Steuerklassenkombination IV/IV zahlt der besser verdienende Ehegatte höhere Steuern als eigentlich notwendig wäre. Diesem Problem setzt der Fiskus das Faktorverfahren entgegen. Statt der Steuerklassenkombination III/IV können Ehegatten sich vom Finanzamt ihren persönlichen Faktor auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen, der sich aus dem Verhältnis der voraussichtlichen gemeinsamen Einkommensteuer zur gemeinsamen Lohnsteuer ergibt. Dann kann der Arbeitgeber mithilfe des Faktors (deshalb Faktorverfahren) den Steueranteil berechnen.

    Im Regelfall dürfte sich die Wahl der Steuerklassenkombination III/IV als günstiger und unbürokratischer erweisen. Letztlich ist jeder Steuerabzug nur vorläufig. In Ihrer Steuererklärung kann eine steuerliche Überbelastung wieder ausgeglichen werden, so dass es nicht darauf ankommt, nach welchen Steuerklassen die Steuer vorab berechnet wurde. Dann werden beide Einkünfte zusammengeworfen und nach der Splittingtabelle besteuert, die ohnehin der Steuerklasse III entspricht.

    Mit einem Rechner die Wahl der Steuerklasse optimieren

    Wer seine optimale Steuerklassenkombinationen beurteilen möchte, kann sich die günstigste Kombination auch im Internet mit einem Rechner, einem sogenannten Steuerklassenrechner errechnen lassen.

    Bedeutung der Lohnsteuertabellen

    Die Einkommensteuer, die der Arbeitnehmer zu zahlen hat, bestimmen sich nach der allgemeinen und besonderen Lohnsteuertabelle. Für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer ist die allgemeine Tabelle relevant, da in ihr die Vorsorgepauschale berücksichtigt ist, mit der im laufenden Jahr die Versicherungsbeiträge abgegolten werden. Diese Komponente fehlt bei der besonderen Lohnsteuertabelle, die deshalb vor allem bei nicht sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern zur Anwendung kommt.

    Je nach Steuerklasse geben die Tabellen eine Mindestgrenze an, ab der Steuern zu zahlen sind (steuerfreies Existenzminimum). Grundsätzlich wird ein Grundfreibetrag gewährt, der sich in Steuerklasse III (Ehepartner) verdoppelt. In den Steuerklassen V und VI entfällt er. Benutzen Sie auch hier den Steuerklassenrechner zur optimalen Kombination für die Ehegatten.

    Freibeträge bei den Steuerklassen

    Weitere Freibeträge sind der Arbeitnehmerpauschbetrag, der Sonderausgabenpauschbetrag, der Entlastungsbetrag für alleinerziehende Steuerzahler mit Kindern in Steuerklasse II. Die Freibeträge für Kinder sind nicht eingearbeitet. Allerdings werden die Freibeträge für Kinder und ein Betreuungsfreibetrag bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlages durch das Finanzamt bei der Steuererklärung berücksichtigt.

    Mehrere Arbeitsverhältnisse und die Einkommenssteuer

    Wer mehr als ein Arbeitsverhältnis bei der Einkommensteuer angibt und im ersten Arbeitsverhältnis nicht steuerpflichtig im Sinne der Einkommensteuer ist, zahlt mit dem zweiten und weiteren Arbeitsverhältnis dauernd zu viel Steuern, da er unabdingbar in Steuerklasse VI eingeordnet wird. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer einen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich stellen, damit ihm die über das Jahr zu viel gezahlten Steuern berechnet und erstattet werden. Tipp: Nutzen Sie unseren Steuerklassenrechner zur Optimierung Ihrer Steuerklassenwahl und bereiten Sie unter Umständen einen Steuerklassenwechsel vor.

    Источники: http://www.buhl.de/steuernsparen/steuerklassen-bei-ehepartnern/, http://www.finanztip.de/lohnsteuer-steuerklasse/, http://www.steuerklassen.net/

    Lohnsteuerbescheinigung arbeitnehmer

    0

    Lohnsteuerbescheinigung

    Elektronische Lohnsteuerbescheinigung

    Elektronisch für welche Arbeitgeber?

    Wirklich keine Ausnahme?

    Was erhält der Arbeitnehmer?

    Auslaufmodell Lohnsteuerkarte

    Was beinhaltet die Lohnsteuerbescheinigung?

    Aktuelle Artikel zum Thema Lohnsteuerbescheinigung

    Falsche Lohnsteuerbescheinigungen wen interessiert’s? Einkommensteuer Lohnbuchhaltung

  • Die „eTIN“ hat noch nicht ausgedient

    Für die Datenübermittlung der Lohnsteuerbescheinigung wird die eTIN immer noch benötigt. Lohnbuchhaltung

  • Änderung der Lohnsteueranmeldung nach Lohnsteuerbescheinigung

    Geht das? Eine korrigierte Lohnsteueranmeldung nach Abgabe der Lohnsteuerbescheinigung? Einkommensteuer Lohnbuchhaltung

  • Die Pendlerpauschale: Rückwirkende Änderungen ab 2007

    Aufgrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Dezember 2008 dürfen rückwirkend ab 1. Januar 2007 die Fahrtenkosten für die ersten zwanzig Kilometer pauschal versteuert werden eine Änderung .

  • Diskussionen zu Thema Lohnsteuerbescheinigung

    Hallo, Deine Steuerlast berechnet sich nach dem zu versteuernden Einkommen. Diese ist nicht identisch mit dem auf Deiner Lohnsteuerbescheinigung eingetragenen Bruttoeinkommen. Davon gehen noch die Werbungskosten und die .

  • Forum Veranlagung, Thema: Lohnsteuerklasse II und Wohngemeinschaft

    Hallo zusammen, wollte heute für 2011 eine Lohnsteuerbescheinigung beim Finanzamt beantragen. Habe endlich Arbeit. Bin alleinstehend mit 2 Kindern. Habe meinen Cousin wegen seiner Ausbildung bei mir aufgenommen .

  • Forum Veranlagung, Thema: Re: Einkommensteuer im Jahr der Heirat / Was mache ich falsch?

    Hallo, Danke für die bisherigen Antworten. Das WISO Internetsparbuch Programm verfügt über eine Plausibilitätsprüfung, also quasi ein Fehlerkorrektur Modul. Ich habe nun vermutet, dass vielleicht beim Übertragen meiner .

  • Das Lohnsteuerabzugsverfahren – Lohnsteuerbescheinigung

    Das BMF-Schreiben vom 27. September 2017 regelt die Ausstellung von elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen für Kalenderjahre ab 2018 und die Ausstellung von Besonderen Lohnsteuerbescheinigungen durch den Arbeitgeber ohne maschinelle Lohnabrechnung für Kalenderjahre ab 2018.

    Mit der Bekanntmachung des Musters für den Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2017 am 01.09.2016 wurde eine Festlegung für französische Grenzgänger getroffen:

    Der Arbeitgeber hat für französische Grenzgänger, bei denen aufgrund einer Bescheinigung nach "39 Absatz 4 Nummer 5 EStG vom Lohnsteuerabzug abzusehen ist, unter Nummer 2 der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung in dem dafür vorgesehenen Teilfeld den Großbuchstaben "FR" zu bescheinigen und um das Bundesland zu ergänzen, in dem der Grenzgänger im Bescheinigungszeitraum zuletzt tätig war. Für Baden-Württemberg ist der Großbuchstabe "FR" ohne Leerzeichen um die Ziffer 1 ("FR1"), für Rheinland-Pfalz um die Ziffer 2 ("FR2") und für das Saarland um die Ziffer 3 ("FR3") zu ergänzen (Artikel 2 Absatz 6 des Gesetzes zum Zusatzabkommen zum DBA Frankreich vom 20. November 2015, BGBl. II Seite 1332).

    Das Gesetz zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften hat abschließend den Bundesrat passiert (924. Sitzung des Bundesrates am 11.07.2014). Dabei wurde genau die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs umgesetzt: Nach der Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung ist eine Minderung der individuellen Lohnsteuer ausschließlich in dem Fall zulässig, in dem es sich um vom Arbeitnehmer veruntreute Beträge handelt (wenn dafür Lohnsteuer einbehalten wurde).

    Der neue § 41b Abs. 1 Nr. 8 EStG schreibt ab 2014 folgendes vor:

    Sobald in einem Kalenderjahr die erste steuerfreie Mahlzeit (vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten) während einer Auswärtstätigkeit vorliegt, ist in der Lohnsteuerbescheinigung der Großbuchstabe "M" anzugeben.

    Grundsätzliches

    Als Lohnsteuerbescheinigung wurden die Eintragungen, die der Arbeitgeber auf der Rückseite der Lohnsteuerkarte vorzunehmen hatte, bezeichnet. Diese Bezeichnung ist mit Einführung des elektronischen Verfahrens beibehalten worden.

    Bereits seit 01.01.2004 ist das Verfahren zur Ausschreibung und Übermittlung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung in Kraft. Der Arbeitgeber hat somit die Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln und dem Arbeitnehmer einen entsprechenden Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung auszuhändigen oder elektronisch bereitzustellen.

    Ab dem Kalenderjahr 2006 können nur noch Arbeitgeber ohne maschinelle Lohnabrechnung, die ausschließlich Arbeitnehmer im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung in ihren Privathaushalten im Sinne des § 8a SGB IV beschäftigen, anstelle der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung eine entsprechende manuelle Lohnsteuerbescheinigung erteilen. Es gibt also keine Härtefallregelung die weitere Ausnahmen zulässt.

    Bei Beendigung eines Dienstverhältnisses oder am Ende des Kalenderjahres hat der Arbeitgeber das Lohnkonto des Arbeitnehmers abzuschließen. Die Arbeitgeber sind grundsätzlich verpflichtet, der Finanzverwaltung bis zum 28. Februar des Folgejahres eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung (auf Grund der Eintragungen im Lohnkonto) zu übermitteln (§ 41b Absatz 1 Satz 2 EStG). Die Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2015 muss damit bis spätestens 28.02.2016 übermittelt werden.

    Die Datenübermittlung ist nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz nach Maßgabe der Abgabenordnung (bis 31.12.2016 nach Maßgabe der Steuerdaten-Übermittlungsverordnung) authentifiziert vorzunehmen. Das für die Authentifizierung erforderliche Zertifikat muss vom Datenübermittler einmalig im ElsterOnline-Portal beantragt werden. Ohne Authentifizierung ist eine elektronische Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung nicht möglich. Einzelheiten zum amtlich vorgeschriebenen Datensatz sind unter www.elster.de abrufbar.

    Für Arbeitnehmer, für die der Arbeitgeber die Lohnsteuer ausschließlich nach den §§ 40 bis 40b EStG pauschal erhoben hat, ist keine Lohnsteuerbescheinigung zu erstellen.

    Bei den Veröffentlichungen zu den jeweiligen Lohnsteuerbescheinigungen befindet sich auch immer ein Schreiben mit Hinweisen zu Eintragungen.

    In Zeile 2 der Lohnsteuerbescheinigung sind folgende Großbuchstaben zu bescheinigen:

    • "S" ist einzutragen, wenn die Lohnsteuer von einem sonstigen Bezug im ersten Dienstverhältnis berechnet wurde und dabei der Arbeitslohn aus früheren Dienstverhältnissen des Kalenderjahres außer Betracht geblieben ist.

    Sonstige Bezüge sind Vergütungen, die ihrem Wesen nach nicht zum laufenden Arbeitslohn gehören. Sie werden als einmalige Zahlung aus besonderem Anlass oder zu einem bestimmten Zweck gewährt. Die häufigsten sonstigen Bezüge sind Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Prämien und Jubiläumszuwendungen. Zur Abrechnung ist die Ermittlung des im Kalenderjahr bereits gezahlten laufenden Arbeitslohns notwendig. Dabei ist der Arbeitslohn aus einem möglichen früheren Arbeitsverhältnis eines anderen Arbeitgebers mitzuzählen. Ist der Arbeitnehmer nicht bereit eine Kopie seiner elektronischen Lohnsteuerbescheinigung vorzuzeigen muss der Arbeitgeber den von ihm gezahlten Arbeitslohn hochrechnen. Basis für diese Hochrechnung ist der laufende Arbeitslohn des Monats in dem der sonstige Bezug gezahlt wird. In so einem Fall bleibt der Arbeitslohn aus früheren Dienstverhältnissen des Kalenderjahres außer Betracht.

    Informationen zu sonstigen Bezügen

  • "F" ist einzutragen, wenn eine steuerfreie Sammelbeförderung eines Arbeitnehmers zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte (ab 2014 erster Tätigkeitsstätte) nach § 3 Nr. 32 EStG erfolgte.
  • "M" (erst ab der Lohnsteuerbescheinigung 2014) ist einzutragen, wenn dem Arbeitnehmer anlässlich oder während einer beruflichen Auswärtstätigkeit oder im Rahmen einer beruflichen doppelten Haushaltsführung vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten eine nach § 8 Absatz 2 Satz 8 EStG mit dem amtlichen Sachbezugswert zu bewertende Mahlzeit zur Verfügung gestellt wurde.
  • "FR" (erst ab der Lohnsteuerbescheinigung 2017) ist für französische Grenzgänger einzutragen, bei denen aufgrund einer Bescheinigung nach § 39 Absatz 4 Nummer 5 EStG vom Lohnsteuerabzug abzusehen ist. Die Großbuchstaben "FR" sind um das Bundesland zu ergänzen, in dem der Grenzgänger im Bescheinigungszeitraum zuletzt tätig war. Für Baden-Württemberg ist der Großbuchstabe "FR" ohne Leerzeichen um die Ziffer 1 ("FR1"), für Rheinland-Pfalz um die Ziffer 2 ("FR2") und für das Saarland um die Ziffer 3 ("FR3") zu ergänzen.
  • Einzutragen ist weiterhin die Anzahl der im Lohnkonto vermerkten Buchstaben "U". Der genaue Zeitraum der Unterbrechung braucht nicht angegeben zu werden. Der Großbuchstabe U ist im Lohnkonto einzutragen, wenn das Beschäftigungsverhältnis zwar weiterbesteht, der Anspruch auf Arbeitslohn aber für mindestens fünf aufeinander folgende Arbeitstage im Wesentlichen weggefallen ist (U = Unterbrechung). Wichtige Fälle:
    • Bezug von Krankengeld für 5 oder mehr Arbeitstage (nach Ablauf der Lohnfortzahlung)
    • Bezug von Kinder-Krankengeld wegen Pflege eines Kleinkindes für 5 oder mehr Arbeitstage (nach Ablauf der Lohnfortzahlung)
    • Bezug von Mutterschaftsgeld ohne Zuschuss des Arbeitgebers
    • Bezug von Elterngeld
    • Unbezahlter Urlaub für 5 oder mehr Arbeitstage
    • Pflegezeit (der Anspruch auf Arbeitslohn fällt für mindestens fünf aufeinanderfolgende Arbeitstage im Wesentlichen weg)
  • Ausschnitt aus dem Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung für 2017:

    Die Bescheinigung des Großbuchstaben "B" ist ab dem Jahr 2010 entfallen. Bis 2009 musste der Großbuchstabe B auf der Lohnsteuerbescheinigung immer dann ausgewiesen werden, wenn der Arbeitnehmer für einen abgelaufenen Lohnzahlungszeitraum oder Lohnabrechnungszeitraum des Kalenderjahres unter Berücksichtigung der gekürzten Vorsorgepauschale zu besteuern war beziehungsweise der Lohnsteuerabzug entsprechend vorgenommen worden ist. Lohnsteuerabzug wurde für irgendeinen Lohnzahlungszeitraum des abgelaufenen Kalenderjahrs nach der Besonderen Lohnsteuertabelle vorgenommen.

    Die Bescheinigung des Großbuchstaben "V" ist ab dem Jahr 2008 entfallen. Bis 2007 musste der Großbuchstabe V auf der Lohnsteuerbescheinigung immer dann ausgewiesen werden, wenn Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung nach § 3 Nr. 63 EStG steuerfrei belassen wurden.

    Ein amtlicher Gemeindeschlüssel (AGS) ist seit 2012 nicht mehr anzugeben.

    Beiträge des Arbeitnehmers zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ab 2010

    Die Angaben in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung wurden ab 2010 um die Beiträge des Arbeitnehmers zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ergänzt. Nachgewiesene Beiträge zur privaten Krankenversicherung und Pflege-Pflichtversicherung sind ab 2010 ebenfalls zu erfassen.

    Der Arbeitnehmerbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung, ab 2015 einschließlich des einkommensabhängigen Zusatzbeitrags, ist bei pflichtversicherten Arbeitnehmern unter Nummer 25 einzutragen. Die Beiträge des Arbeitnehmers zur sozialen Pflegeversicherung sind unter Nummer 26 zu bescheinigen.

    Bei freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Arbeitnehmern ist unter Nummer 25 und 26 der gesamte Beitrag, ab 2015 einschließlich des einkommensabhängigen Zusatzbeitrags, zu bescheinigen, wenn der Arbeitgeber die Beiträge an die Krankenkasse abführt (sog. Firmenzahler). Dies gilt auch in den Fällen des Bezugs von Kurzarbeitergeld. Arbeitgeberzuschüsse sind beim Ausweis in der Lohnsteuerbescheinigung nicht von den Arbeitnehmerbeiträgen abzuziehen, sondern gesondert unter Nummer 24 der Lohnsteuerbescheinigung zu bescheinigen. Die Arbeitgeberzuschüsse stellen damit einen Korrekturposten bei der Veranlagung zur Einkommensteuer dar.

    Wenn der freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Arbeitnehmer die Beiträge an die Krankenkasse abführt (sog. Selbstzahler), sind unter Nummer 25 und 26 der Lohnsteuerbescheinigung keine Eintragungen vorzunehmen. Dies gilt auch in den Fällen des Bezugs von Kurzarbeitergeld. Die Arbeitgeberzuschüsse sind unabhängig davon unter Nummer 24 der Lohnsteuerbescheinigung zu bescheinigen.

    Ausschnitt aus dem Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung für 2017:

    Änderung von Steueranmeldungen nach Übermittlung oder Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung

    Nach der elektronischen Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung war eine Änderung des Lohnsteuerabzugs eigentlich nicht mehr möglich.

    Versehentliche Überweisungen des Arbeitgebers gehören auch dann zum Arbeitslohn des Arbeitnehmers, wenn sie der Arbeitgeber zurückfordern kann (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 4. Mai 2006 – VI R 17/03).

    Mit Urteil vom 13.11.2012 (VI R 38/11) hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass vom Arbeitnehmer veruntreute Beträge nicht zum Arbeitslohn rechnen und dass eine Minderung der Festsetzung einer Lohnsteuer-Entrichtungsschuld durch eine Änderung der Lohnsteuer-Anmeldung unter den Voraussetzungen des § 164 Absatz 2 Satz 1 AO auch nach Übermittlung oder Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigungen zulässig ist.

    Urteil des Bundesfinanzhofs vom 13.11.2012 (VI R 38/11):

    Veruntreute Beträge kein Arbeitslohn; Änderung von Steueranmeldungen nach Übermittlung oder Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung

    1. Überweist ein Arbeitnehmer unter eigenmächtiger Überschreitung seiner Befugnisse Beträge, die ihm vertraglich nicht zustehen, auf sein Konto, so liegt darin kein Arbeitslohn i.S. des § 19 EStG.

    2. Eine Änderung der Festsetzung der Lohnsteuer-Entrichtungsschuld ist unter den Voraussetzungen des § 164 Abs. 2 Satz 1 AO auch nach Übermittlung oder Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung (§ 41c Abs. 3 EStG) zulässig.

    Diese Fallgestaltung wurde mit dem Gesetz zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften gesetzlich umgesetzt (924. Sitzung des Bundesrates am 11.07.2014).

    Dem § 41c Absatz 3 Einkommensteuergesetz werden die folgenden Sätze angefügt:

    Eine Minderung der einzubehaltenden und zu übernehmenden Lohnsteuer (§ 41a Absatz 1 Satz 1 Nummer 1) nach § 164 Absatz 2 Satz 1 der Abgabenordnung ist nach der Übermittlung oder Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung nur dann zulässig, wenn sich der Arbeitnehmer ohne vertraglichen Anspruch und gegen den Willen des Arbeitgebers Beträge verschafft hat, für die Lohnsteuer einbehalten wurde. In diesem Fall hat der Arbeitgeber die bereits übermittelte oder ausgestellte Lohnsteuerbescheinigung zu berichtigen und sie als geändert gekennzeichnet an die Finanzverwaltung zu übermitteln; § 41b Absatz 1 gilt entsprechend. Der Arbeitgeber hat seinen Antrag zu begründen und die Lohnsteuer-Anmeldung (§ 41a Absatz 1 Satz 1) zu berichtigen.

    Lohnsteuerbescheinigung: Was ist das und wie sieht sie aus?

    Silvester ist grad rum und das neue Jahr kommt so langsam aber sicher in die Gänge. Du hast noch Resturlaub aus dem letzten Jahr genommen und entspannst noch ein paar Tage, ehe es wieder in den stressigen Arbeitsalltag geht.

    Doch was ist das? In der Post befindet sich ein Brief deines Arbeitgebers. Eine Kündigung wird es wohl kaum sein. Oder etwa doch? Hektisch öffnest du den Umschlag und stößt auf den Begriff "Lohnsteuerbescheinigung". Puh, also doch alles nicht so schlimm. Stellt sich nur noch die Frage, was genau eine Lohnsteuerbescheinigung überhaupt ist.

    Welche Informationen enthält eine Lohnsteuerbescheinigung?

    Enthalten sind 2 Tabellen, die Informationen zum Arbeitslohn, zur Kirchensteuer und zur Lohnsteuer geben. Ein Beispiel für eine elektronische Lohnsteuerkarte findest du, wenn du dem Link folgst.

    Zusätzlich zu den wichtigsten Informationen gibt die Lohnsteuerbescheinigung noch Aufschluss über etliche weitere Angaben. Folgende Daten können dem Schreiben entnommen werden:

    • Identifikationsnummer
    • Geburtsdatum
    • Kinderfreibeträge
    • Bruttoarbeitslohn
    • Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung
    • eTIN (elektronische Transfer-Identifikationsnummer)
    • Personalnummer
    • Steuerklasse
    • Anschrift und Steuernummer des Arbeitgebers
    • Angaben Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag
    • Kindergeld

    Warum sollte ich die Lohnsteuerbescheinigung aufbewahren?

    Grundsätzlich sollten wichitge Formulare abgeheftet werden. So auch die Lohnsteuerbescheinigung. Sie hilft dir zudem beim Erstellen deiner Einkommensteuererklärung. Informationen wie Bruttoarbeitslohn, Soli-Zuschlag, Kirchensteuer und Lohnsteuer können einfach in die "Anlage N" der Steuererklärung übertragen werden.

    Wann wird mir die Lohnsteuerbescheinigung zugestellt?

    Das kommt ganz darauf an. Eine feste Regel gibt es nicht. Demnach gibt es also auch keine klare Antwort auf diese Frage. Meistens schickt die Personalabteilung deines Arbeitsgebers die elektronische Lohnsteuerbescheinigung gegen Ende des Jahres raus. Bis Februar des folgenden Jahres sollte aber jeder seine Lohnsteuerbescheinigung erhalten haben. Wer sich unsicher ist, sollte einfach auf Arbeit mal nachfragen.

    Hinweis: Endet ein Beschäftigungsverhältnis innerhalb des Jahres, erhält der Arbeitnehmer seine Lohnsteuerbescheinigung dementsprechend auch früher.

    Источники: http://www.steuerberaten.de/tag/lohnsteuerbescheinigung/, http://www.lohn-info.de/lohnsteuerbescheinigung.html, http://www.steuererklaerung.de/ratgeber-steuern/lohnsteuerbescheinigung

    Steuerpflicht in deutschland bei wohnsitz im ausland

    0

    Steuerberatungsgesellschaft

    G ONZE & S CHÜTTLER – D IE B ERATER AG

    W IRTSCHAFTSBERATUNG S TEUERBERATUNGSGESELLSCHAFT

    F RANKFURT – L EIPZIG – D ÖBELN – N IDDERAU

    Die nachfolgenden Links, Infos + Texte stellen keine Rechtsberatung dar. Bei Erstellung der Texte haben wir uns bemüht, eine auch für Nichtsteuerfachleute verständliche Ausdrucksweise zu wählen. Dies geht teilweise zu Lasten einer am Gesetzeswortlaut orientierten Präzision. Für die Inhalte kann trotz größtmöglicher Sorgfalt keinerlei Gewähr übernommen werden. Bitte sprechen Sie über Konkretes mit dem Berater Ihres Vertrauens oder gerne auch mit uns.

    Unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland

    Gem. § 1 EStG (Einkommensteuergesetz) sind natürliche Personen, die im Inland ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.

    Unbeschränkt Einkommensteuerpflichtig“ bedeutet, dass sich die Besteuerung der Einkünfte (§ 2 EStG) auf das gesamte Einkommen – Welteinkommen – erstreckt.

    Im Umkehrschluss sind natürliche Personen, die im Inland weder einen Wohnsitz noch einen gewöhnlichen Aufenthalt haben, beschränkt einkommensteuerpflichtig (§ 49 EStG).

    Beschränkt Einkommensteuerpflichtig“ bedeutet, dass sich die Besteuerung der Einkünfte auf die inländischen (im Inland erzielten) Einkünfte beschränkt. Die beschränkt steuerpflichtigen Einkünfte sind in § 49 EStG dargelegt und entsprechen weitgehend den Einkunftsarten gem. § 2 EStG.

    Dies zum Grundsätzlichen. Durchbrochen werden die vorgenannten Ausführungen durch zahlreiche Sonder-/Ausnahmeregelungen.

    Entscheidend sind die tatsächlichen wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse. Darüber hinaus ist es gut zu wissen, unter welchen Umständen die „unbeschränkte Steuerpflicht“ vorteilhaft und unter welchen Umständen die „unbeschränkte Steuerpflicht“ im Einzelfall Nachteile mit sich bringt. Dies gilt es im Einzelfall zu prüfen/zu beraten.

    1. Vorteile einer „unbeschränkten Steuerpflicht“ und Sonderregelungen hierzu:

    Beschränkt Steuerpflichtige werden nur mit ihren inländischen Einkünften besteuert und können systembedingt damit eine Reihe von Steuererleichterungen nicht in Anspruch nehmen, die sich an der Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen/seinen gesamten Einkünften orientieren (vergl. § 50 EStG).

    Hierzu gehören – bis auf die im Gesetz geregelte Ausnahmen – :

    • Berücksichtigung des Grundfreibetrages (§ 32a Abs. 1 S.2 Nr. 1 EStG)
    • Anwendung des Splittingtarifes für Verheiratete
    • Sonderausgaben über den Pauschbetrag und die Vorsorgepauschale hinaus.
    • Nichtberücksichtigung von Kinderfreibeträgen
    • Kein Anspruch auf Kindergeld
    • Nichtberücksichtigung von außergewöhnlichen Belastungen

    Soweit die Einkünfte überwiegend im Inland bezogen werden, kann im Ergebnis die „beschränkte Steuerpflicht“ zu einer steuerlichen Benachteiligung/steuerlichen/finanziellen Mehrbelastung gegenüber den unbeschränkt Steuerpflichtigen führen.

    Antrag auf „unbeschränkte Steuerpflicht“ gem. § 1 Abs. 3 EStG

    Auf Antrag werden beschränkt steuerpflichtige Personen wie unbeschränkt steuerpflichtige Personen behandelt, wenn ihre Einkünfte zu 90 % der deutschen Steuer unterliegen oder die ausländischen Einkünfte den Grundfreibetrag nicht übersteigen. Auf die Detailregelungen der Gesetzesvorschrift hierzu wird verwiesen.

    Damit besteht ggf. Anspruch auf Kindergeld, Grundfreibetrag etc.

    Ein deutsches Ehepaar mit Kind erzielt nur inländische Einkünfte und gibt seinen inländischen Wohnsitz auf, um einen längeren Auslandsaufenthalt (über sechs Monate) anzutreten. Im Ausland werden keine Einkünfte erzielt. Folge: Kein Anspruch auf Kindergeld etc.

    Lösung: Antrag gem. § 1 Abs. 3 EStG

    Der Antrag kann im Rahmen des Antrages auf Lohnsteuerermäßigung und im Rahmen der Erstellung der Einkommensteuererklärung gestellt werden. Die ausländische Finanzbehörde hat die dortigen Einkommensverhältnisse zu bescheinigen. Die Formulare können im Internet in deutscher und der jeweiligen EU-Landessprache abgerufen werden.

    Fiktive unbeschränkte Steuerpflicht für im EU/EWR-Ausland lebende Familienangehörige (Ehegatten, geschiedene Ehegatten)

    Unbeschränkt Steuerpflichtige mit Angehörigen im EU/EWR-Ausland werden durch eine Reihe von Sonderregelungen den inländischen unbeschränkt Steuerpflichtigen, deren Familienangehörige im Inland leben, gleichgestellt.

    Hierzu gehören gem. § 1a EStG:

    • Anwendung des Splittingtarifes bei im Ausland lebenden Ehegatten, soweit diese nicht dauernd getrennt leben.
    • Berücksichtigung von Unterhaltsleistungen an den getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten (§ 10 Abs. 1 EStG/Realsplitting).
    • Weitere Regelungen gem. Gesetzeswortlaut (§ 1a EStG).

    Antrag im Rahmen der Einkommensteuererklärung gem. Anlage EU/EWR in deutscher und der jeweiligen EU/EWR Landessprache.

    2. Vorteile einer „beschränkten Steuerpflicht“ und Sonderregelungen hierzu:

    Bei hohen Einkünften, die im Ausland erzielt wurden, aber im Inland zu den inländischen Steuersätzen besteuert werden sollen oder beispielsweise auch bei hohen Abfindungszahlungen oder Sondererlösen, wünscht sich der Steuerbürger häufig doch das Land für die Dauer des „Geldregens“ zu verlassen.

    Prinzipiell sind natürliche Personen, die weder ihren Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben, nur mit ihren inländischen Einkünften im Rahmen der beschränkten Steuerpflicht (§ 49 EStG) steuerpflichtig.

    Darüber hinaus bestehen zwischenstaatliche Regelungen (DBA – Abkommen zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung), die bei bestimmten Einkünften (Arbeitslohn, Immobilien u.a.) die Besteuerungshoheit regeln.

    Ein Staat, der seinen Beamten Pensionen gewährt und Zuschüsse in die öffentlichen Rentenkassen zahlt, will sich die Besteuerung dieser Einkünfte nicht nehmen lassen.

    Bezug von Renten aus der deutschen Rentenversicherung im Ausland

    Erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach dem Außensteuergesetz und nach Abkommen zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung

    Erfolgt ein „plötzlicher“ Umzug ins Ausland allein steuermotiviert, greifen i.d.R. eine Reihe von Sondervorschriften, die einem Entzug der deutschen Besteuerung vermeiden sollen.

    Personen, die nach ihrem Umzug ins Ausland dort nicht oder niedrig besteuert werden, trifft unter Umständen eine erweiterte beschränkte Steuerpflicht gem. § 2 Außensteuergesetz (AStG) oder auch die länderspezifischen Regelungen gem. den bilateralen Abkommen zwischen den Staaten zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung (z.B. Österreich, Schweiz etc. oder auch MusterDBA).

    In allen Regelungen ist der Tenor, dass der „Wegzug“ mehr oder weniger steuerlich motiviert ist und ansonsten nicht auf wirtschaftlichen Interessen (Arbeitsaufnahme etc.) begründet ist und allein die Besteuerung dem Grunde nach „inländischer Einkünfte“ ins Ausland verlagert werden soll.

    Nach § 2 AStG ist eine natürliche Person auch nach Wegzug in ein Niedrigsteuerland unter bestimmten Umständen (wesentliche wirtschaftliche Inlandsinteressen u.a.) für weitere zehn Jahre in Deutschland mit ihren inländischen Einkünften erweitert beschränkt steuerpflichtig.

    Die in einigen DBAs (Bilaterale Abkommen zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung) getroffenen Regelungen zur sogenannten „überdachenden Besteuerung“ (Beispiel gem. Artikel 4 Abs. 4 des DBA Schweiz) führen dazu, dass im Ergebnis ein, in das Ausland abgewanderter Steuerbürger, mit seinen aus Deutschland resultierenden Einkünften für weitere fünf Jahre der deutschen Besteuerung unterliegt, obwohl ein DBA mit abweichender Grundregel besteht. Voraussetzung ist jedoch, dass dem Wegzug eine mindestens fünfjährige unbeschränkte Steuerpflicht vorausgegangen ist. Per Saldo soll hier das Besteuerungsrecht für Einkünfte aus Deutschland in bestimmten Fällen innerhalb von fünf Jahren nach Verlegung des Wohnsitzes in Deutschland verbleiben.

    Ist das Ziel die Besteuerung der Einkünfte in Deutschland zu vermeiden, muss der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz und seine Einkünfte ins Ausland verlagern und im Einzelfall prüfen, inwieweit die genannten Sonderregelungen greifen.

    3. Weitere Sonderregelungen zur Besteuerungshoheit

    Für ausländische Beamte im Inland oder Angehörige einer ausländischen Armee (z.B. USA), obliegt die Besteuerung der dort erzielten Einkünfte (z.B. Lohn) dem jeweils anderen Staat. Grundlage hierfür bilden die getroffenen bilateralen Vereinbarungen (Nato-Truppen-Statut, Offshoreabkommen, DBA). Ob darüber hinaus eine unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland besteht, hängt von den Verhältnissen des Einzelfalls ab. Ein Armeeangehöriger, der auf dem Kasernengelände wohnt und sonst keine weiteren inländischen Einkünfte erzielt, ist in Deutschland nicht steuerpflichtig. Anders ist der Fall, wenn beispielsweise ein ausländischer Soldat mit seiner Ehefrau außerhalb der Kaserne wohnt. Die Armeeeinkünfte unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Die übrigen inländischen Einkünfte unterliegen der deutschen Regelbesteuerung. Eine Zusammenveranlagung/Splittingtarif ist möglich.

    4. Näheres zum Thema „Wohnsitz“ und „gewöhnlicher Aufenthalt“

    Wichtig: Der „steuerliche Wohnsitz“ oder „gewöhnliche Aufenthalt“ einer Person bestimmt sich nach dem tatsächlichen Lebenssachverhalt und nicht nach dem Willen der Person oder sonstigen skriptiven Merkmalen wie polizeiliche Anmeldung, Mietverträge etc.

    Gem. § 8 AO (Abgabenordnung) hat jemand dort seinen Wohnsitz, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lässt, dass er die Wohnung beibehalten und benutzten wird.

    Unter Wohnung sind letztlich alle Räumlichkeiten zu verstehen, die zum Wohnen geeignet sind. Der Begriff ist weit auszulegen. Ein fester Raum, der mit Möbeln ausgestattet und beheizbar ist und über einen Zugang zu sanitären Einrichtungen und einer Kochgelegenheit verfügt, reicht. Dies kann eine Gemeinschaftsunterkunft, ein Ferienhaus oder auch ein feststehender Campingwagen sein.

    Der Steuerpflichtige muss die Wohnung tatsächlich mit einer gewissen Regelmäßigkeit nutzen und sie muss ihm auch zur Verfügung stehen. Eine weiter vermietete Wohnung (länger als sechs Monate) steht dem Steuerpflichtigen nicht zur Verfügung.

    Nicht getrennt lebende Ehegatten (räumlich zeitweise aber wirtschaftlich, familiär nicht getrennt) haben grundsätzlich ihren Wohnsitz dort, wo sich die Familie aufhält.

    Die Aufgabe des Wohnsitzes bedeutet, dass die Wohnung dauerhaft weder vom Steuerpflichtigen noch von seinen Angehörigen genutzt wird. Eine Wohnung gilt unzweifelhaft als aufgegeben, wenn sie geräumt und damit nicht mehr nutzbar ist.

    Eine nur vorübergehende Nutzung (Urlaub etc.) begründet keinen Wohnsitz. Nur vorübergehend sind maximal zwei Monate.

    (Vergl. Zu § 8 Anwendungserlass zur Abgabenordnung/AEAO)

    Liegt kein Wohnsitz im steuerlichen Sinne von § 8 AO vor, kommt eine unbeschränkte Steuerpflicht in Betracht, wenn der Betroffene seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat (§ 9 AO).

    Einen gewöhnlichen Aufenthalt hat gem. § 9 AO jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt. Dies ist regelmäßig bei einem zeitlich zusammenhängenden Aufenthalt von mehr als sechs Monaten gegeben. Kurzfristige Unterbrechungen bleiben hierbei unberücksichtigt.

    Aufenthalte, die ausschließlich privaten Zwecken wie Kur etc. dienen, bleiben unberücksichtigt soweit sie zwölf Monate nicht überschreiten.

    Inländer / unbeschränkt Steuerpflichtigen geben ihre Einkommensteuererklärung bei dem für ihren inländischen Wohnsitz zuständigen Finanzamt ab (vergl. §19 Abs. 1 AO).

    § 1 Abs. 4 i.V.m. § 49 EStG beschränkte Steuerpflicht

    § 1a fiktive unbeschränkte Steuerpflicht bei Angehörigen im EU/EWR-Ausland

    § 32a Abs. 1 S.2 Nr. 1 EStG Grundfreibetrag

    § 50 EStG Sondervorschriften für beschränkt Steuerpflichtige

    § 2 AStG Wohnsitzwechsel in niedrig besteuerte Gebiete

    Artikel 4 Abs. 4 des DBA Schweiz

    Dieter P. Gonze, Stb.

    Aktualisiert (09. März 2017)

    oder durchsuchen Sie alternativ

    auch unser Steuerlexikon

    Steuerberatungsgesellschaft Gonze & Schüttler AG | Copyright © 2010 | Impressum

    Beschränkte oder unbeschränkte Steuerpflicht

    Warum ist die Unterscheidung zwischen beschränkter und unbeschränkter Steuerpflicht so wichtig?

    Ob die Steuer nach der beschränkten oder unbeschränkten Steuerpflicht ermittelt wird, entscheidet in erheblichem Maße über die Berechnung und somit über die Höhe der Steuer.

    Im Folgenden werden die Unterschiede zwischen beschränkter und unbeschränkter Steuerpflicht dargelegt und die Voraussetzungen für die Behandlung als unbeschränkt Steuerpflichtiger erläutert.

    Beschränkte Steuerpflicht:

    Beschränkt einkommensteuerpflichtig nach § 1 Absatz 4 EStG sind Personen, die in Deutschland weder einen Wohnsitz haben, noch sich länger als 183 Tage in Deutschland aufhalten, jedoch bestimmte inländische Einkünfte gemäß § 49 EStG beziehen. Wenn Sie darüber hinaus ausländische Einkünfte erzielen oder inländische Einkünfte, die nicht in § 49 EStG genannt sind, bleiben diese bei der Veranlagung als beschränkt Steuerpflichtiger außer Ansatz.

    Die Einkommensteuer bemisst sich bei beschränkt steuerpflichtigen Rentenbeziehern nach dem Grundtarif ohne Berücksichtigung des Grundfreibetrages (§ 50 Absatz 1 Satz 2 EStG). In der Grundtarif-Tabelle ist der Grundfreibetrag bereits für alle Steuerpflichtigen eingearbeitet. Für beschränkt Steuerpflichtige wird daher zur rechnerischen Ermittlung der zutreffenden Einkommensteuer zunächst das zu versteuernde Einkommen um den Grundfreibetrag erhöht und dann auf dieses erhöhte zu versteuernde Einkommen der Grundtarif nach § 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG angewandt.

    Zahlreiche persönliche und familienbezogene Vergünstigungen werden bei der Veranlagung zur beschränkten Steuerpflicht nicht berücksichtigt. So sind beispielsweise außergewöhnliche Belastungen steuerlich nicht absetzbar und das Ehegattensplitting kann nicht in Anspruch genommen werden.

    Spenden und Mitgliedsbeiträge an politische Parteien und an unabhängige Wählervereinigungen werden jeweils zur Hälfte direkt von der Steuerschuld abgezogen, höchstens jedoch bis zu 825 Euro. Soweit die Zuwendungen an Parteien höher sind, werden sie bis zu 1.650 Euro als Sonderausgaben berücksichtigt.

    Freibeträge für Kinder, einschließlich Betreuungs- und Ausbildungskosten, sowie der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende können ebenfalls nicht gewährt werden.

    Werbungskosten sind in nachgewiesener Höhe nur absetzbar, wenn sie in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang mit inländischen Einkünften stehen. Bei Renteneinkünften wird ab dem Veranlagungszeitraum 2009 mindestens der Werbungskostenpauschbetrag berücksichtigt, wenn keine höheren mit den Einkünften im wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Werbungskosten nachgewiesen werden.

    Zu verwenden ist der Vordruck ESt1C sowie die Anlage R für die Renteneinkünfte.

    Unbeschränkte Steuerpflicht auf Antrag:

    Sofern Ihr gesamtes Welteinkommen im Kalenderjahr mindestens zu 90 % der deutschen Einkommensteuer unterliegt, können Sie nach § 1 Absatz 3 EStG einen Antrag auf Behandlung als unbeschränkt Steuerpflichtiger stellen. Dies gilt auch, wenn Ihre Einkünfte, die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegen, nicht mehr als 6.136 Euro betragen. Dieser Betrag ist ab dem Jahr 2008 auf 7.664 Euro, ab 2009 auf 7.834 Euro, ab 2010 auf 8.004 Euro, ab dem Jahr 2013 auf 8.130 Euro und ab dem Jahr 2014 auf 8.354 Euro erhöht worden. Diese Beträge sind zu kürzen, soweit es nach den Verhältnissen im Wohnsitzstaat des Steuerpflichtigen notwendig und angemessen ist.

    Aufgrund der Behandlung als unbeschränkt Steuerpflichtiger können unter Berücksichtigung der einzelnen Voraussetzungen – anders als bei beschränkter Steuerpflicht – personenbezogene Steuervergünstigungen sowie eine Reihe von familienbezogenen Vergünstigungen in Anspruch genommen werden, so dass diese Veranlagungsart zu einer geringeren Einkommensteuer führen kann.

    Insbesondere können grundsätzlich Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse bzw. haushaltsnahe Dienstleistungen steuermindernd geltend gemacht werden. Des Weiteren kommen Steuerermäßigungen für Kinder und der Abzug von Unterhaltsaufwendungen an Angehörige in Betracht.

    Im Gegensatz zur beschränkten Steuerpflicht müssen bei der unbeschränkten Steuerpflicht auch die ausländischen Einkünfte erklärt werden. Diese werden zwar nicht besteuert, aber zur Berechnung des Steuersatzes für die inländischen Einkünfte einbezogen (§ 32b Absatz 1 Nummer 5 EStG).

    Die Einkommensteuer bemisst sich bei unbeschränkter Steuerpflicht nach dem Einkommensteuertarif. Einkünfte bis zur Höhe des Grundfreibetrages werden nicht besteuert (§ 32a Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EStG)

    Nach § 1 a EStG besteht die Möglichkeit mit dem Ehegatten zusammen veranlagt zu werden und von dem günstigeren Splittingtarif zu profitieren, wenn einer der beiden Ehegatten die Voraussetzungen zur Behandlung als unbeschränkt Steuerpflichtiger erfüllt. Darüber hinaus ist erforderlich, dass der antragstellende Ehegatte Staatsangehöriger eines EU oder EWR Staates ist, dass der jeweils andere Ehegatte seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem EU oder EWR-Staat inne hat und dass die gemeinsamen Einkünfte die doppelten Grenzen des § 1 Absatz 3 Satz 2 EStG nicht überschreiten (§ 1a Absatz 1 Nummer 2 Satz 3 EStG).

    Falls die Voraussetzungen für den Antrag nach § 1 Absatz 3 EStG erfüllt sind und ein entsprechender Antrag gestellt wurde, ist eine Einkommensteuererklärung für unbeschränkt Steuerpflichtige abzugeben (Vordruck ESt1A), und zur Angabe der ausländischen Einkünfte eine ausgefüllte „Bescheinigung EU/EWR“ beizufügen, wenn Sie Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der EU oder des EWR sind, oder eine ausgefüllte „Bescheinigung außerhalb EU/EWR“, wenn Sie nicht Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der EU oder des EWR sind.

    Wer muss Steuern zahlen?

    Aufgepasst: Wer im Ausland lebt, muss eventuell seine deutschen Einkünfte in Deutschland versteuern!

    Ab dem Jahr 2005 gilt dies für Empfänger einer deutschen Rente, selbst wenn sie im Ausland wohnen.

    Allerdings trifft die Steuerpflicht nicht jeden Rentner. Entscheidend ist die Art der Einkünfte sowie das Land, in dem der Rentenempfänger lebt.

    Weil nicht alle Einkünfte betroffen sind – also nicht das gesamte Welteinkommen besteuert wird – werden die Personen als „beschränkt“ steuerpflichtig bezeichnet.

    Ob eine Rente in Deutschland zu versteuern ist, hängt einerseits davon ab, um was für eine Art von Rente es sich handelt und in welchem Staat Sie Ihren Wohnsitz haben! Die Höhe der Rente spielt für die Steuerpflicht keine Rolle.

    Zunächst entscheidet die Art der Rente

    Alle beschränkt steuerpflichtigen Einkünfte sind in § 49 Absatz 1 Einkommensteuergesetz (EStG) abschließend aufgezählt. Renteneinkünfte fallen unter § 49 Absatz 1 Nummer 7 oder Nummer 10 EStG. Diese Rechtsnorm verweist auf § 22 EStG. Dort sind alle Rentenarten genannt, die das deutsche Steuerrecht kennt und zwar ungeachtet eines Wohnsitzes in Deutschland. Es gibt gesetzliche, betriebliche und private Renten, die unterschiedlich besteuert werden.

    Sowohl § 22 EStG als auch der Katalog der beschränkt steuerpflichtigen Einkünfte in § 49 EStG wurden in den letzten Jahren mehrmals geändert, so dass sich die Anzahl der steuerpflichtigen Rentenarten schrittweise verändert hat. Ab dem Jahr 2010 unterliegen sämtliche Renten der beschränkten Steuerpflicht. Die Art der Rente ist daher für die Frage „Wer Steuern zahlen muss?“ nur bis zum Jahr 2010 entscheidend.

    Warum der Wohnsitz wichtig ist

    Die Steuerpflicht allein führt noch nicht zur Steuerfestsetzung! Besteht zwischen Ihrem Wohnsitzstaat und Deutschland ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (kurz: Doppelbesteuerungsabkommen) regelt dieses, welcher Staat die Rente besteuert: entweder der Ansässigkeitsstaat (Wohnsitzstaat) oder der Quellenstaat oder beide. Steht ausschließlich dem Ansässigkeitsstaat – also dem Wohnsitzstaat – das Recht zur Besteuerung der deutschen Rente zu, darf Deutschland nicht besteuern.

    Es ist daher wichtig zu wissen, ob zwischen Ihrem Wohnsitzstaat und Deutschland ein Doppel- besteuerungsabkommen besteht und – falls ja – welchem Staat darin das Recht zur Besteuerung der deutschen Rente zugewiesen wird.

    Möglich ist auch, dass beide Staaten – sowohl der Wohnsitzstaat als auch der Quellenstaat – die deutsche Rente besteuern dürfen. In diesem Fall muss der Ansässigkeitsstaat eine doppelte Besteuerung vermeiden. Die Doppelbesteuerung kann im Ansässigkeitsstaat durch Steuerbefreiung für die deutsche Rente oder durch Anrechnung der deutschen Steuer erfolgen. Welche der Methoden zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung anzuwenden ist, ist ebenfalls im Doppelbesteuerungsabkommen geregelt.

    Источники: http://www.steuer-gonze.de/web/index.php/steuertips/privatpersonen/484-steuerpflicht, http://www.finanzamt-rente-im-ausland.de/de/wer-warum-wieviel/wieviel-muss-ich-zahlen/was-unterscheidet-die-beschraenkte-und-unbeschraenkte-steuerpflicht/, http://www.finanzamt-rente-im-ausland.de/de/wer-warum-wieviel/wer-muss-steuern-zahlen/