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Steuerrechner kinderfreibetrag

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Nettogehalt mit Kinderfreibetrag

Kinderfreibetrдge und weitere Steuerfreibetrдge kцnnen das Nettogehalt erhцhen.

Kinderfreibetrдge stellen einen gewissen Betrag vom elterlichen Einkommen steuerfrei, damit Eltern besser fьr ihre Kinder aufkommen kцnnen. Eltern steht pro Kind ein Kinderfreibetrag zu (seit 2010 in Hцhe von 7008 Euro pro Jahr), der auf der Lohnsteuerkarte vermerkt wird.

Verheiratete Eltern mit Steuerklasse IV/IV teilen sich ihre Kinderfreibetrдge jeweils hдlftig (Faktor 0,5 pro Kind). Bei Eltern mit Steuerklasse III/V erhдlt der Elternteil mit Steuerklasse III die vollen Kinderfreibetrдge (Faktor 1,0 pro Kind), der andere Elternteil keine. Auch Alleinerziehende bekommen den vollen Kinderfreibetrag.

Dadurch steigt das monatliche Nettogehalt, denn der Kinderfreibetrag wirkt sich auf Solidaritдtszuschlag und Kirchensteuer aus. Fьr Eltern entfдllt zudem der Aufschlag in der Pflegeversicherung. Auf die Lohnsteuer wirkt der Kinderfreibetrag hingegen erst am Jahresende.

Statt dessen haben Eltern ьbers Jahr Anspruch auf Kindergeld. Seit 2010 zahlt der Staat pro Kind und Monat mindestens 184 Euro (steuerfrei), um den finanziellen Grundbedarf von Kindern unabhдngig vom elterlichen Nettogehalt zu sichern.

Mit der Steuererklдrung zum Jahresende ьberprьft das Finanzamt das gezahlte Kindergeld und den mцglichen Steuervorteil durch den Kinderfreibetrag. Ist der Kinderfreibetrag fьr die Eltern gьnstiger als das Kindergeld, wird er rьckwirkend angerechnet.

Wдhlen Sie einen Kinderfreibetrag im Gehaltsrechner, um zu sehen, wie hoch Ihr Nettogehalt umgerechnet auf den Monat ausfдllt, wenn der Kinderfreibetrag steuerlich berьcksichtigt wird. Daran sehen Sie, wie hoch Ihr Steuervorteil wдre und was fьr Sie gьnstiger ist – Kinderfreibetrag oder Kindergeld.

Neben Kinderfreibetrдgen kцnnen weitere Steuerfreibetrдge auf der Lohnsteuerkarte vermerkt werden, beispielsweise Werbungskosten, soweit sie ьber dem Arbeitnehmerpauschbetrag liegen. Dies ist praktisch, wenn Sie die entsprechenden Ausgaben vorab schon kennen. Denn fьr diese Steuerfreibetrдge entfдllt die monatliche Lohnsteuer, sodass Ihr Nettogehalt steigt.

Herr und Frau Winkelmann erwarten ihr erstes Kind. Da die Babyausstattung ganz schцn ins Geld geht, mцchte Herr Winkelmann bei aller Vorfreude gerne wissen, ob und wie sich das auf sein Nettogehalt auswirkt.

Herr Winkelmann ist 30 Jahre alt und wohnt und arbeitet zusammen mit seiner Frau in Hamburg, wo er monatlich 4.700 Euro brutto verdient. Da sein Gehalt deutlich hцher ist als das seiner Frau, hat er Steuerklasse III und kann damit in Zukunft den vollen Kinderfreibetrag anrechnen.

Herr Winkelmann ist gesetzlich regulдr krankenversichert, versicherungspflichtig in der Renten- und Arbeitslosenversicherung und zahlt Kirchensteuer. Auf seiner Lohnsteuerkarte hat er einen jдhrlichen Steuerfreibetrag von 2.000 Euro eingetragen, den er allein schon durch Werbungskosten regelmдЯig ausschцpft.

Unterm Strich hat Herr Winkelmann damit fьr 2013 bislang ein monatliches Nettogehalt von 3.136,36 Euro.

Wie wird sich der Kinderfreibetrag unterm Strich auf Herr Winkelmanns Nettogehalt auswirken? Das Kindergeld liegt 2013 bei monatlich 184 Euro. Was ist da gьnstiger, Kinderfreibetrag oder Kindergeld?

Berechnung

Zur Berechnung dieses Beispiels tragen Sie die gegebenen Werte wie folgt in den Gehaltsrechner ein:

  • Monatliches Bruttogehalt: 4.700 Euro
  • Jдhrlicher Steuerfreibetrag: 2.000 Euro
  • Steuerklasse: III auswдhlen
  • Kinderfreibetrдge: 1,0
  • Bundesland der Arbeitsstelle: Hamburg
  • Geburtsjahr: nach 1948
  • Krankenversicherung: gesetzlich regulдr
  • Markieren Sie unter Zusдtzliche Angaben die folgenden Punkte:
    • Kirchensteuerpflichtig
    • Rentenversicherungspflichtig
    • Arbeitslosenversicherungspflichtig
  • Abrechnungsjahr: 2013 auswдhlen
  • Klicken Sie dann auf Berechnen.

Rechner aufrufen – Schritt 1

Rechner aufrufen – Schritt 2

(*) Personennamen sind frei erfunden und beziehen sich nicht auf real existierende Personen. Eine eventuelle Ьbereinstimmung mit Namen realer Personen ist nicht beabsichtigt und wдre rein zufдllig.

Nettogehalt mit Kinderfreibetrag

Lohn- und Gehaltsrechner

Wieviel Netto bleibt vom Brutto? Der aktuelle Gehaltsrechner 2018 ermittelt, was von Ihrem Lohn oder Gehalt nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben als Nettolohn ьbrig bleibt.

Kinderfreibetrag 2015 / 2016 / 2017 / 2018

Freibetrag für Kinder bei der Einkommensteuer nach § 32 Abs. 6 EStG

Ist der Steuervorteil höher als das gezahlte Kindergeld, senkt der Kinderfreibetrag die Steuerlast bei der Einkommensteuer.

Foto © Kzenon – bigstockphoto.com

Kindergeld und Kinderfreibetrag sind eng miteinander gekoppelt und von staatlicher Seite aus eine Unterstützung für Familien, um den Grundbedarf der Kinder zu decken. Dabei gilt, entweder Kindergeld ODER Kinderfreibetrag, beides zusammen ist nicht möglich.

Ob nun das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, ermittelt das Finanzamt automatisch bei der jährlichen Berechnung der Einkommensteuer (Veranlagung) im Rahmen einer Günstigerprüfung. Eltern müssen den Kinderfreibetrag also nicht gesondert beantragen. Letztmalig wurden der Kinderfreibetrag und das Kindergeld in 2016 angehoben.

Kindergeld

Das Kindergeld ist ein Betrag, der Eltern monatlich überwiesen wird und der nicht der Einkommensteuer unterliegt, also nicht versteuert werden muss. Der Anspruch auf Kindergeld entsteht im Geburtsmonat des Kindes und die Höhe richtet sich dabei nach der Anzahl der Kinder:

Das Kindergeld wurde in 2015 um 4 Euro je Kind angehoben. Im Jahr 2016 stieg es um weitere 2 Euro und erhöhte sich jeweils zum 01.01.2017 sowie zum 01.01.2018 erneut um 2 Euro je Kind.

Kinderfreibetrag

Im Gegensatz zum Kindergeld wird der Kinderfreibetrag nicht ausgezahlt sondern ist ein Freibetrag, der vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen wird und sich bei der Berechnung der Einkommensteuer steuermindernd auswirkt. Die monatlichen Kindergeldzahlungen können dabei als Vorausleistungen auf den Kinderfreibetrag zum Jahresende betrachtet werden.

Analog zum Grundfreibetrag, der Einkommen von Erwachsenen steuerfrei stellt und das Existenzminimum sicherstellen soll, wird für Kinder der Kinderfreibetrag (§ 32 Abs. 6 EStG) gewährt, der den Grundbedarf des Kindes decken soll.

Anspruch auf Kinderfreibetrag

Der Anspruch auf den Kinderfreibetrag entsteht im Geburtsmonat des Kindes und hat so lange Bestand, wie auch der Kindergeldanspruch besteht. Allgemein gilt:

  • bis zum 18. Lebensjahr
  • bis zum 25. Lebensjahr, wenn sich das Kind noch in Ausbildung oder Studium befindet
  • auch über das 25. Lebensjahr hinaus, wenn das Kind behindert ist und außerstande, sich selbst zu unterhalten

Höhe des Kinderfreibetrages

Nachdem berichtet wurde, dass der Bund ein Jahr früher als geplant ohne neue Schulden auskommt, besteht Raum für eine Erhöhung. Auf Grundlage des 10. Existenzminimum-Berichts vom 30. Januar 2015 hatte das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf zur Anhebung des Kinderfreibetrages, Kindergeldes sowie des Kinderzuschlags beschlossen. Für die Jahr bis 2018 ergeben sich folgende Werte für den Kinderfreibetrag, nachdem es zum 01.01.2017 eine Erhöhung um 168 Euro sowie eine weitere um 72 Euro zum 01.01.2018 gibt:

Aktuell beträgt dieser in der Summe 7.356 Euro (7.248 Euro bis 2016) jährlich je Kind für beide Elternteile und setzt sich zusammen aus

  • 2.640 Euro für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf (bleibt zunächst unverändert)
  • 4.608 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes (steigt 2017 und 2018)

Bei getrennten Elternteilen wird der halbe Kinderfreibetrag angesetzt: ab 01.01.2017 sind das 3.678 Euro (3.624 Euro bis 2016).

Diese Beträge werden vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen, so dass sich eine neue, reduzierte Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer ergibt.

Anteilige Berechnung im Geburtsjahr des Kindes

Wird ein Kind nicht im Januar sondern etwa im Mai geboren, so wird im Geburtsjahr der Kinderfreibetrag anteilig gewährt. Am Beispiel Mai besteht der Kindergeldanspruch für acht Monate des Jahres, so dass auch der Kinderfreibetrag nur für acht Monate berechnet wird: 7.248 / 12 x 8 = 4.832 Euro.

Kinderfreibetrag übertragen

In einigen Fällen kann der halbe Kinderfreibetrag von 3.678 Euro (3.624 Euro bis 2016) auf den anderen Elternteil übertragen werden, so dass bei einem Steuerpflichtigen die vollen 7.356 Euro (7.248 Euro bis 2016) angerechnet werden. Das ist dann der Fall, wenn die Eltern getrennt leben oder geschieden sind und ein Elternteil seine Unterhaltspflichten nicht erfüllt oder aufgrund mangelnder Leistungsfähigkeit keine Unterhaltspflicht (§ 1603 BGB) gegeben ist.

Kinderfreibetrag oder Kindergeld – Günstigerprüfung

Ob die Kindergeldzahlungen oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, prüft das Finanzamt automatisch im Rahmen einer Günstigerprüfung. Im erster Schritt wird dazu die Einkommensteuer auf das zuvor ermittelte zu versteuernde Einkommen berechnet. Anschließend wird das zu versteuernde Einkommen um den Kinderfreibetrag vermindert und die Einkommensteuer aufgrund der neuen Bemessungsgrundlage erneut ermittelt. Erst wenn bei beiden Berechnungen die Differenz der Einkommensteuer die Höhe des Kindergeldes übersteigt, ergibt sich ein Steuervorteil. Die Grenzen sind:

  • 2.280 Euro bei Verheirateten (190 Euro Kindergeld x 12 Monate; 2.280 Euro ab 2016 (2.256 Euro bis 2015)
  • 1.140 Euro bei getrennt lebenden Elternteilen (das Kindergeld wird nur zur Hälfte berücksichtigt)

Berechnungsbeispiele nach dem Einkommensteuertarif 2016

Die nachfolgenden Beispiele werden mit den Werten für Kindergeld und Kindefreibetrag noch nach der Rechtslage 2016 gerechnet, da die Veranlagung zur Einkommensteuer für das Jahr 2017 erst im Jahr 2018 durchgeführt wird. Zum Jahreswechsel 2017/ 2018 werden die Werte entsprechend angepasst.

Berechnungsbeispiel 1: verheiratete Eltern mit einem Kind (nach Splittingtabelle)

Berechnungsbeispiel 2: lediger Elternteil mit einem Kind (nach Grundtabelle)

Quellen und weiterführende Links

(Letzte Aktualisierung: 02.11.2017)

Kinderfreibetrag 2015 / 2016 / 2017 / 2018 :

3,65 von 5 Punkten, basierend auf 75 abgegebenen Stimmen.

Kinderfreibetrag oder Kindergeld? Der Rechner hilft

  • Eltern können entweder Kindergeld beziehen oder den Kinderfreibetrag nutzen.
  • Der Kinderfreibetrag Rechner hilft bei der Entscheidung, welche Option die individuell Bessere ist.
  • Als Faustregel gilt, dass bis zu einem Einkommen von 30.000 Euro meist das Kindergeld von Vorteil ist.

Auswirkungen der Steuerbegünstigung vom Kinderfreibetrag

  • Das Kindergeld erhöht steuerbefreit das eigene Einkommen. Obwohl man mehr verdient, muss man nicht mehr zahlen. Ein Rechenwerkzeug kann dabei helfen zu ermitteln, was persönlich vorteilhafter ist.

Das Video erklärt kurz an einem anschaulichen Rechenbeispiel, wann und wie sich der Kinderfreibetrag als Steuerbegünstigung lohnt.

Höhe des Kinderfreibetrag und des Kindergelds im Vergleich

Häufig gestellte Fragen zum Kinderfreibetrag Rechner

Wie kann der Rechner für Kinderfreibetrag/Kindergeld helfen?

Es ist allerdings nicht gesagt, dass der Freibetrag unbedingt günstiger ist. Vermutlich wäre das Kindergeld ratsamer. Dieses würde das eigene Einkommen um mindestens 192 Euro (Stand 2017) monatlich – also 2.280 Euro pro Jahr – erhöhen. Für das zusätzliche Einkommen muss keine Steuer bezahlt werden.

  • Ab dem 01.01.2017 erhalten Eltern in Deutschland pro Kind 192 Euro für das erste und das zweite Kind. Für das dritte Kind sind es 198 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind je 223 Euro.

Es wird, wie angegeben, ausgezahlt. Im Übrigen ist die Höhe des Kindergeldes so bemessen, dass es einen erheblichen Beitrag zur Gesamtsumme des Existenzminimums ausmacht.

Es wird ohne Einbeziehung des Einkommens der Eltern gezahlt und steht nicht den Kindern selbst, sondern nur den Erziehungsberechtigten zu. In der Regel wird es bis zum Erreichen des 18. Lebensjahr eines Kindes an die Eltern ausgezahlt.

Zwar wird das Kindergeld nicht versteuert, allerdings fällt der Freibetrag im Gegenzug weg. Die Person aus dem Beispiel müsste 2017 jetzt 6.180 Euro (15.000 – 8.820 Euro) versteuern.

Tatsächlich ist der zu versteuernde Betrag sogar noch einmal kleiner, da noch Dinge wie der Sparerpauschbetrag oder die Vorsorgepauschale abgezogen werden dürfen.

Die steuerliche Belastung liegt also deutlich unter den 2280 Euro, die man als Kindergeld bekommen würde. In diesem Fall ist dies finanziell deutlich lukrativer. Das Tool hilft einem dabei, die diesbezügliche Entscheidung zu treffen.

Wie wird der Rechner für den Kinderfreibetrag bedient?

Die Bedienung des Rechners ist denkbar einfach. Es werden keinerlei personenbezogene Daten abgefragt.

Es gilt lediglich, dass man anonym seine Einkünfte sowie die Zahl der Kinder und einige weitere Werte, die für die Berechnungen unabdingbar sind, eintragen sollte, damit das Tool tatsächlich helfen kann.

Wann sollte man den Rechner für den Kinderfreibetrag verwenden?

  • Es gibt eine Faustregel: Hat man ein Kind, dann ist das Kindergeld in der Regel bis zu einem Einkommen von 30.000 Euro als Einzelperson günstiger. Ab dann erweist sich der Freibetrag als vorteilhafter. Personen, die etwa so viel verdienen, sollten den Rechner auf jeden Fall konsultieren.

Einzelnachweise

Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend: Freibeträge für Kinder →

Источники: http://m.zinsen-berechnen.de/nettolohn/nettogehalt-kinderfreibetrag.php, http://www.kindergeld.org/kinderfreibetrag.html, http://www.steuerklassen.com/kinderfreibetrag/rechner/

Einkommenssteuererklärung frist

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Einkommenssteuererklärung frist

Auf diese Fristen müssen Sie achten

06.05.2017, 11:48 Uhr | sk (CF), dpa-tmn

Bei der Steuererklärung müssen Sie einige Fristen einhalten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Einkommensteuererklärung ist für viele Arbeitnehmer Pflicht – aber nicht für alle. Sie kann sich allerdings trotzdem durchaus lohnen und zu einer Steuerrückerstattung führen. Hier erfahren, auf welche Fristen Sie achten müssen und welche Strafen im schlimmsten Fall drohen.

Frist für Steuererklärung 2016

Die Frist für die Steuererklärung 2016 ist der 31. Mai. Dies betrifft jeden, der gesetzlich verpflichtet ist, Steuern zu zahlen. Es besteht aber die Möglichkeit, die Frist weiter nach hinten zu verlagern.

Zum einen ist eine Fristverlängerung möglich, wenn Sie nicht selber Ihre Steuererklärung für 2016 machen, sondern ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein dies übernimmt. Dann muss der Papierkram erst bis zum 31. Dezember beim Finanzamt eingehen. Zum anderen können Sie einen Aufschub beim Finanzamt schriftlich beantragen. Dafür müssen Sie aber einen Grund angeben, warum das Einreichen Ihrer Steuererklärung bis Ende Mai nicht möglich war. Dazu zählen beispielsweise Krankheit oder berufliche Tätigkeit im Ausland.

Wer ist verpflichtet eine Steuererklärung zu machen?

Verpflichtend ist die Abgabe unter anderem für alle Steuerzahler, die 2016 Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro bezogen haben. Dazu gehören Arbeitslosengeld I, Krankengeld, Kurzarbeitergeld, Insolvenzgeld, Mutterschaftsgeld, Aufstockungsbeiträge zur Altersteilzeit und oder Elterngeld.

Um eine Steuererklärung herum kommen auch all diejenigen nicht, die Nebeneinkünfte aus einem zweiten Arbeitsverhältnis mit Steuerklasse VI hatten. Vermieter, die mehr als 410 Euro eingenommen haben, müssen die Formulare ebenfalls ausfüllen. Verpflichtet sind auch Ehegatten, die die Steuerklassenkombination IV mit Faktor oder die Steuerklassen III und V gewählt haben und beide berufstätig sind. Gleiches gilt für Arbeitnehmer, die einen Freibetrag in ihre Lohnsteuerabzugsmerkmale aufgenommen haben.

Versäumnis der Frist – Strafe bis zu 25.000 Euro

Wer den 30. September für seine Steuererklärung 2016 als Frist verstreichen lässt, kriegt zunächst ein Erinnerungsschreiben vom Finanzamt mit einem weiteren Abgabetermin. Wird dieser Termin ebenfalls ignoriert, erhalten Sie einen zweiten Brief mit einer finalen Frist und der „Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung unter Androhung eines Zwangsgeldes“ wie der Verein „Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.“ mitteilt.

Schon vor dem zweiten Schreiben kann das Finanzamt ein Verspätungszuschlag festlegen. Dabei gilt die Regel: Je später Sie abgeben, desto teurer wird es für Sie. Der Zuschlag beläuft sich auf bis zu zehn Prozent des festgesetzten Steuerbetrages, maximal aber 25.000 Euro.

Wenn Sie dann Ihrer Pflicht zur Steuererklärung immer noch nicht nachkommen, erhalten Sie ein Schreiben mit einer Zwangsgeldfestsetzung. Was bedeutet das? Das Finanzamt macht jetzt die Steuererklärung und schätzt Ihre Besteuerungsgrundlage. In der Regel müssen Sie am Ende mehr Steuern zahlen als eigentlich der Fall wäre.

Wer freiwillig zahlt, hat länger Zeit

Wer nicht per Gesetz verpflichtet ist, kann trotzdem seine Steuererklärung abgeben. Der Vorteil ist, dass Sie dann 4 Jahre Zeit haben. Wer also seine Steuererklärung für 2016 freiwillig machen möchte, hat somit bis zum 31. Mai 2019 Zeit. Wer einen Steuerberater beauftragt, hat sogar Zeit bis zum 31.12.2019.

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Abgabefrist Steuererklärung

Am 31. Mai endet die Frist für die Steuererklärung

  • Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, muss die Formulare bis zum 31. Mai des Folgejahres einreichen.
  • Ist abzusehen, dass Sie diesen Termin nicht einhalten können, sollten Sie beim Finanzamt eine Fristverlängerung beantragen.
  • Wer sich von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein unterstützen lässt, hat grundsätzlich länger Zeit.
  • Ab der Steuererklärung für das Jahr 2018 haben Sie für die Abgabe zwei Monate mehr Zeit, also bis zum 31. Juli des Folgejahres. Dies regelt das Steuermodernisierungsgesetz.
  • Ab 2019 werden Fristverstöße strenger verfolgt. Dann verlangt das Finanzamt auf jeden Fall einen Verspätungszuschlag. Dieser beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, aber mindestens 25 Euro pro angefangenem Monat.
  • Wer seine Steuererklärung elektronisch abgibt, bekommt in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen zwei Monate mehr Zeit, um seine Steuererklärung 2016 abzugeben – bis zum 31. Juli 2017.

Alle Jahre wieder: Ende Mai, wenn meist schönes Wetter ins Freie lockt, macht sich bei vielen Steuerpflichtigen Unruhe breit. Am 31. Mai endet die allgemeine Abgabefrist für jährliche Steuererklärungen – zumindest für diejenigen, die eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen. Wer nicht pünktlich abliefert, muss eventuell eine Strafgebühr zahlen.

Zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind

  • diejenigen, die einen individuellen Freibetrag haben, der die Lohnsteuer senkt, die sie monatlich abführen müssen (Ausnahme: Behinderten-Pauschbetrag);
  • ein zusammenveranlagtes Paar, das die Steuerklassenkombination 3 und 5 beziehungsweise 4 mit Faktor hat, oder von denen einer die Steuerklasse 6 hat;
  • Steuerpflichtige, die mehr als 410 Euro an Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Kranken-, Eltern- oder Kurzarbeitergeld erhielten oder
  • Menschen, die Vermietungs- oder Kapitaleinkünfte haben, die 410 Euro übersteigen.

Sieben Monate mehr Zeit für den, der sich beraten lässt

Wer sich professionelle Hilfe beim Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein holt, bekommt automatisch sieben Monate Aufschub. So gilt statt des 31. Mai der 31. Dezember als Abgabefrist für Steuerpflichtige, die sich beraten lassen. Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine können darüber hinaus nochmals zwei Monate Fristverlängerung beantragen, also bis Ende Februar des Folgejahres.

Eine Sonderregelung gibt es in Hessen: Dort ist von vornherein bis Ende Februar des übernächsten Jahres Zeit.

Dort und auch in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gilt für die Steuererklärung 2016 zudem eine weitere Sonderregelung: Für die elektronisch abgegebene Steuererklärung gibt es zwei Monate mehr Zeit, also bis zum 31. Juli 2017. Voraussetzung hierfür ist, dass sich Steuerpflichtige bis Ende Mai 2017 im Elster-Online-Portal registrieren und bis Ende Juli eine Online-Steuererklärung abgeben. Sie können natürlich das kostenlose Programm Elster-Formular der Finanzverwaltung nutzen. Doch diese bietet keinerlei Steuertipps. Anders hingegen Steuersoftware, die Sie bereits zum regulären Preis ab 15 Euro kaufen können und die komplett als Steuerberatungskosten absetzbar sind.

Vier Jahre Zeit für freiwillige Steuererklärung

Was viele nicht wissen: Die meisten Arbeitnehmer sind gar nicht dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Das betrifft beispielsweise Ehepartner, die beide die Steuerklasse 4 haben. In solchen Fällen bleiben vier Jahre Zeit, eine freiwillige Steuererklärung abzugeben, die sogenannte Antragsveranlagung.

Beispiel: Für das Jahr 2016 gilt Silvester 2020 als Stichtag. Bis dahin muss die Steuererklärung beim Finanzamt eingetroffen sein, entweder als Papierformular im Behördenbriefkasten oder elektronisch via Elster. Im Finanzamts-Deutsch ist von der vierjährigen Festsetzungsverjährungsfrist die Rede. Wer diese versäumt, kann danach keine Steuererstattung mehr erwarten.

Spätere Abgabetermine ab 2019

Anfang 2017 ist das Steuermodernisierungsgesetz in Kraft getreten. Es verlängert erstmals ab dem Veranlagungszeitraum 2018 die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung. Diejenigen, die selbst eine Steuererklärung für das Jahr 2018 erstellen, haben dann zwei Monate mehr Zeit, nämlich bis zum 31. Juli 2019. Wer sich vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beraten lässt, für den läuft die Frist sogar erst am 2. März 2020 ab.

Grundsätzlich ist in Zukunft der 31. Juli die neue allgemeine Abgabefrist für diejenigen, die ihre Erklärung allein erstellen, und der letzte Februartag des übernächsten Jahres für alle, die sich von Profis helfen lassen (in Schaltjahren gilt der 29. Februar als Stichtag). Falls der letztmögliche Abgabetag auf ein Wochenende fällt, ist erst der darauffolgende Montag Deadline.

Diese Termine sollten Steuerzahler künftig noch viel ernster nehmen als bisher. Denn mit dem Steuermodernisierungsgesetz kommt ab der Steuererklärung für 2018 auch eine Verschärfung bei den Sanktionen. Wer bislang die Abgabefrist unentschuldigt versäumt, muss zwar einen Verspätungszuschlag seitens des Finanzamts fürchten. Doch weil die Behörde dabei einen Ermessensspielraum hat, kommt es deshalb immer wieder zu Streitigkeiten.

Dem geht der Fiskus künftig aus dem Weg, indem er bei Fristversäumnis einen obligatorischen Mindest-Verspätungszuschlag festsetzt. Dieser liegt dann nicht mehr im Ermessen eines Finanzbeamten. Die Höhe des Verspätungszuschlags ist nunmehr gesetzlich geregelt: Er beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, aber mindestens 25 Euro pro angefangenem Monat.

Rechtzeitig Fristverlängerung beantragen

Noch aber gilt der Stichtag 31. Mai. Wer absieht, dass er diese aktuelle Abgabefrist nicht einhalten kann, sollte möglichst schriftlich eine Fristverlängerung beim zuständigen Finanzamt beantragen. Oft gewährt die Behörde eine solche bis Ende September – sogar ohne schriftliche Bestätigung. Auf diese Kulanz können vor allem Steuerpflichtige hoffen, bei denen keine sogenannten Steuerausfallrisiken bestehen und die wegen des Lohnsteuerabzugs eher mit einer Rückerstattung rechnen können.

Wer seine Steuererklärung elektronisch über Steuersoftware oder Elster abgibt, bekommt in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen zwei Monate

mehr Zeit, um seine Steuererklärung 2016 abzugeben – bis zum 31. Juli 2017.

Zinsen auf Steuererstattung

Oft erhalten Steuerpflichtige erst recht spät zu viel bezahlte Steuern zurück, beispielsweise nach einem Finanzgerichtsurteil, das zu ihren Gunsten ergangen ist. 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden ist, beginnt der Fiskus stattliche Zinsen auf die Steuererstattung zu zahlen: 0,5 Prozent für jeden vollen Monat, also 6 Prozent im Jahr. Achtung: Diesen Zinssatz müssen auch Sie zahlen, wenn das Finanzamt Sie zu Nachzahlungen verdonnert.

Beratenen Steuerpflichtigen wird das Finanzamt künftig nur noch eine Fristverlängerung über Ende Februar des übernächsten Jahres hinaus gewähren, sofern sie das Säumnis nicht zu verschulden haben. Gründe dafür können eine längere Krankheit und ähnliche Vorfälle sein.

Finanzamt darf Steuerklärung vorab anfordern

Das Finanzamt kann sogar vorab vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein die Abgabe einer Steuererklärung verlangen. Allerdings muss es dies begründen – so ist die Rechtslage bis Ende 2017. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in einem Urteil übereifrige Finanzbeamte in seine Schranken verwiesen.

Der Fall: Ein niedersächsisches Ehepaar hatte in den Vorjahren seine Steuererklärung immer wieder verspätet abgegeben, für 2010 aber einen Steuerberater damit beauftragt. Dieser hätte laut Gesetz bis zum 31. Dezember 2011 damit Zeit gehabt und reichte die Erklärung am 7. Dezember 2011 beim Finanzamt ein. Ein Finanzbeamter legte jedoch ohne konkrete Begründung die Abgabefrist auf den 31. August 2011 fest und verlangte dann 880 Euro Verspätungszuschlag, weil die Erklärung nach dem gesetzten Termin eintraf. Zu Unrecht, entschied der BFH (Urteil vom 17. Januar 2017, Az. VIII R 52/14).

Die zunächst vom Finanzamt gelieferte formelhafte Begründung „es handele im Interesse einer ordnungsgemäßen Durchführung des Besteuerungsverfahrens“ sei nicht ausreichend. Die konkrete Begründung, dass die Steuerzahler öfter Fristen versäumten, wurde erst nach dem Einreichen der Steuererklärung nachgeschoben. Das war zu spät. Sowohl die Aufforderung zur vorzeitigen Abgabe der Steuererklärung als auch die Festsetzung des Verspätungszuschlags seien damit rechtswidrig. Das Finanzamt musste den Verspätungszuschlag zurückzahlen und die Prozesskosten der Kläger tragen.

Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben werden?

Abgabefrist für die Steuererklärung ist derzeit noch der 31. Mai. Wie die Frist zukünftig aussieht und wie Sie diese verlängern können, erfahren Sie hier.

Steuerzahler haben bald zwei Monate mehr Zeit für Ihre Steuererklärung. Das haben im Juni 2016 Bundestag und Bundesrat in einem neuen Gesetz beschlossen. Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist und seine Steuererklärung selbst erstellt, für den verschiebt sich der Stichtag vom 31. Mai auf den 31. Juli.

Doch ab wann gilt die neue Abgabefrist? In den kommenden Jahren 2017 und 2018, in denen Sie die Einkommensteuererklärung 2016 bzw. 2017 abgeben müssen, ist offiziell noch der 31. Mai der Stichtag. Im Jahr 2019 gilt dann aber für alle, die ihre Einkommensteuererklärung selbst erstellen, der 31. Juli 2019 als verbindlicher Abgabetermin für die Steuererklärung 2018.

Wie kann ich die Frist verlängern?

Fehlende Unterlagen, beruflicher Auslandsaufenthalt oder Krankheit – wenn Sie es nicht rechtzeitig bis zum Abgabetermin schaffen, können Sie das Finanzamt schriftlich um eine Fristverlängerung bitten. In der Regel stimmt das Finanzamt einer Fristverlängerung bis zum 30. September zu. Das wird auch in den Jahren 2017 und 2018 noch gelten.

Mit der Umsetzung des neuen Gesetzes ist eine Fristverlängerung jedoch nur noch in Ausnahmefällen möglich, wenn der Steuerpflichtige ohne eigenes Verschulden die Abgabe versäumt hat. Die Fristverlängerung muss zudem stets schriftlich begründet werden.

Gilt die Abgabefrist fГјr alle?

Nein, wenn ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein Ihre Steuererklärung erstellt, verlängert sich die Frist. Das bedeutet: Die Steuererklärung für 2015 muss erst am 31. Dezember 2016 abgegeben werden. Folglich muss die Einkommensteuererklärung 2016 erst am 31. Dezember 2017 beim Finanzamt eingehen. Da das neue Besteuerungsgesetz auch die Verlängerung der Fristen für Profis, also Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine, vorsieht, gilt auch hier: Um die Steuererklärung ihrer Mandanten für das Jahr 2018 einzureichen, haben Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine theoretisch Zeit bis Ende Februar 2020.

Alle aktuell geltenden Fristen Гјbersichtlich auf einen Blick, zeigt Ihnen unsere Infografik:

Was passiert, wenn ich die Frist versäumt habe?

Wenn Sie die Abgabefrist Ihrer Steuererklärung 2015 oder 2016 auf den 30. September verlängert haben und diesen Termin versäumen, flattert Ihnen ein Erinnerungsschreiben des Finanzamts ins Haus. Diese Erinnerung enthält in der Regel eine neue Abgabefrist. Verpassen Sie auch diese Frist, erhalten Sie eine nochmalige "Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung unter Androhung eines Zwangsgeldes" inklusive eines letzten Abgabetermins. Zu diesem Zeitpunkt kann das Finanzamt schon einen Verspätungszuschlag festsetzen. Wichtig: Je später Sie abgeben, umso höher kann der Verspätungszuschlag ausfallen – immerhin bis zu zehn Prozent des festgesetzten Steuerbetrags, höchstens aber 25.000 Euro.

Versäumen Sie auch die zweite vom Finanzamt vorgegebene Frist, bekommen Sie einen sogenannten Bescheid über Zwangsgeldfestsetzung. Das bedeutet: Jetzt kann das Finanzamt Ihre Besteuerungsgrundlage schätzen und einen entsprechenden Steuerbescheid erlassen – ohne Ihre Steuererklärung je gesehen zu haben. In der Regel wird dabei eher zu Ihren Ungunsten geschätzt, so dass Sie mehr Steuern zahlen müssen, als es tatsächlich der Fall wäre.

Unser Video gibt Ihnen einen schnellen Гњberblick zum Thema Abgabefrist:

Mit dem neuen Gesetz haben sich jedoch auch Г„nderungen beim VerspГ¤tungszuschlag ergeben: Bislang liegt es im Ermessen der SteuerbehГ¶rden, ob und in welcher HГ¶he VerspГ¤tungszuschlГ¤ge oder Zwangsgelder festgesetzt werden. Ab Januar 2018 wird der Prozess jedoch automatisiert: Jeder, der seine SteuererklГ¤rung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des Besteuerungszeitraumes abgibt und keine FristverlГ¤ngerung beantragt hat, muss einen VerspГ¤tungszuschlag zahlen. Die HГ¶he des Zuschlags ist gesetzlich festgelegt und betrГ¤gt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro pro verspГ¤tetem Monat. Die maximale HГ¶he des VerspГ¤tungszuschlags bleibt bei 25.000 Euro.В

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Pendlerpauschale werbungskosten

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Entfernungspauschale

30 Cent pro Kilometer für den Weg zur Arbeit

  • Zuletzt aktualisiert: 1. November 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Finanzamt erkennt für die Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte pro Arbeitstag jeden Kilometer der einfachen Wegstrecke als Fahrtkosten an, und zwar pauschal mit 30 Cent.
  • Sie können in Ihrer Steuererklärung für Fahrten zur Arbeit grundsätzlich bis zu 4.500 Euro im Jahr ansetzen.
  • Die Entfernungspauschale ist verkehrsmittelunabhängig, das heißt sie gilt gleichermaßen für Fußgänger, Radler, Motorrad-, Bus- und Bahnfahrer sowie für Autofahrer und ihre Beifahrer. Ausgenommen sind Flüge.
  • Sonderregeln gelten für behinderte Menschen sowie für diejenigen, die Park & Ride nutzen, und für Fahrgemeinschaften.

So gehen Sie vor

  • Wenn Sie an mehreren Orten arbeiten, muss Ihr Arbeitgeber einen davon als Ihre „erste Tätigkeitsstätte“ festlegen. Fahrten zu anderen Arbeitsorten können Sie als Dienstreise abrechnen – das heißt, Sie können Hin- und Rückfahrt statt nur die Entfernung ansetzen.
  • Nutzen Sie ausschließlich die Entfernungspauschale, müssen Sie grundsätzlich keine Belege sammeln.
  • Wohnen Sie weit weg vom Arbeitsplatz und fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, kann sich das Belege-Sammeln doch lohnen. Denn es gibt Ausnahmen vom 4.500 Euro-Höchstbetrag im Jahr.
  • Diese Ausnahmen gelten, wenn Sie einen privaten Pkw oder einen Firmen- oder Dienstwagen nutzen, bei Familienfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung und wenn die tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel höher sind.
  • Als Arbeitnehmer tragen Sie Ihre Angaben auf der zweiten Seite der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuertipps immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Das tägliche Pendeln zur Arbeit kostet nicht nur Zeit und Nerven – es geht bei großen Entfernungen zwischen Wohnung und Arbeitsplatz auch so richtig ins Geld. Für die meisten Arbeitnehmer sind Fahrtkosten die größte Abzugsposition bei der Steuer. Diese dürfen Sie als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung absetzen, allerdings grundsätzlich nur pauschal.

Für Ihre Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte können Sie eine Entfernungsspauschale in Höhe von 0,30 Euro für jeden vollen Kilometer der Entfernung von der Steuer absetzen. Die Pauschale gehört zu den Werbungskosten und ist unabhängig davon, wie Sie zur Arbeit und wieder nach Hause gelangen. Gesetzlich geregelt ist die Entfernungspauschale in Paragraf 9 Absätze 1 bis 4. Details mit Beispielen hat die Finanzverwaltung zusammengestellt (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 23. Dezember 2014, Gz. IV C 6 – S 2145/10/10005).

Diese Grundsätze gelten

Einfache Entfernungsstrecke: Natürlich fahren Sie täglich zweimal die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, nämlich hin und zurück. Manche fahren über die Mittagspause oder als Schichtarbeiter mehrmals nach Hause. Den Fiskus interessiert dies aber alles nicht. Pauschal dürfen Sie für jeden Arbeitstag nur einmal die einfache Wegstrecke abrechnen.

Kürzeste Straßenverbindung: Für die Bestimmung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung maßgebend, wobei das Finanzamt nur volle Entfernungskilometer berücksichtigt. Eine andere als die kürzeste Straßenverbindung können Sie aber angeben, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und Sie sie regelmäßig gefahren sind. Verkehrsgünstiger ist eine Strecke, sofern Sie Ihre regelmäßige Arbeitsstätte trotz gelegentlicher Verkehrsstörungen normalerweise schneller und pünktlicher erreichen.

Welches Verkehrsmittel Sie tatsächlich genutzt haben, spielt keine Rolle. Das heißt, die kürzeste Straßenverbindung zählt, auch wenn eine (Teil-)Strecke länger sein sollte, die Sie beispielsweise mit der Bahn zurückgelegt haben.

Höchstbetrag 4.500 Euro: Grundsätzlich ist die Entfernungspauschale auf einen Höchstbetrag von 4.500 Euro gedeckelt. Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie mit Ihrem eigenen oder einem zur Nutzung überlassenen Pkw, also einem Dienstwagen, zur Arbeit gefahren sind. Höhere Kosten müssen Sie jedoch nachweisen können. Weitere Ausnahmen sind Familienheimfahrten bei einer doppelten Haushaltsführung sowie tatsächlich höhere Kosten bei Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mehrere Wohnungen: Wer nicht nur von einer Wohnung aus zur Arbeit fährt, kann Fahrten von der weiter entfernt liegenden Wohnung nur dann für die Entfernungspauschale zugrunde legen, wenn diese den Lebensmittelpunkt bildet und nicht nur gelegentlich aufgesucht wird. Ein Reizthema war hierbei immer wieder beispielsweise das ehemalige Kinderzimmer bei den Eltern. Deshalb gilt seit 2014 als eine Bedingung, damit eine Wohnung als Ort des Lebensmittelpunkts gelten kann, dass Sie sich mit mindestens 10 Prozent der Lebenshaltungskosten für Miete, Lebensmittel und Ähnlichem beteiligen.

Doppelte Haushaltsführung: Auch die Kosten für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung können über die Entfernungspauschale berücksichtigt werden. Die Begrenzung auf den Höchstbetrag von 4.500 Euro gilt bei Familienheimfahrten übrigens nicht. Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen steuerfreie Leistungen für Ihre Familienheimfahrten gezahlt haben, werden diese Zahlungen auf die für diese Fahrten anzusetzende Entfernungspauschale angerechnet.

Was Sie absetzen können – und was nicht

Verkehrsmittel spielt keine Rolle: Das Finanzamt berücksichtigt die Kilometerpauschale von 30 Cent grundsätzlich unabhängig vom Verkehrsmittel. In welcher Höhe Ihnen tatsächlich Aufwendungen entstanden sind, ist unerheblich.

Hierhin in der Steuererklärung

Ihre Angaben zu den Wegen zwischen Wohnung und Arbeitsstätte machen Sie bei den Werbungskosten auf Seite 2 der Anlage N in den Zeilen 31 bis 39.

Öffentliche Verkehrsmittel: Die Entfernungspauschale können Sie also auch ansetzen, wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen – dazu gehören auch Taxis. Falls Ihre Kosten für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel den im Kalenderjahr insgesamt als Entfernungspauschale anzusetzenden Betrag übersteigen, können Sie die tatsächlichen Kosten stattdessen ansetzen. Seit 2012 überprüfen die Finanzämter nicht mehr tageweise, ob die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel die Pauschale übersteigen. Es wird nur noch jahresbezogen ermittelt, ob die Entfernungspauschale oder die Summe der Fahrtkosten höher ist. (FG Münster, Urteil vom 1. April 2014, Az. 11 K 2574/12 E). Als pauschale Kosten sind maximal 4.500 Euro absetzbar.

Mischfall Park & Ride: Viele Arbeitnehmer nutzen für den Weg zur Arbeit verschiedene Verkehrsmittel, beispielsweise außer ihrem eigenen Auto auch Bus und Bahn. Auch in solchen Mischfällen ermitteln Sie erst einmal die Entfernung, die für die kürzeste Straßenverbindung maßgebend ist. Danach geben Sie nur noch an, wie viele Kilometer Sie mit welchem Verkehrsmittel zurückgelegt haben. Sie können dabei auch einen höheren Betrag als 4.500 Euro ansetzen.

Folgendes Berechnungsbeispiel zeigt die beiden Optionen Pauschale und tatsächliche Kosten: Ein Arbeitnehmer fährt an 220 Arbeitstagen im Jahr zunächst 12 Kilometer mit dem Auto zum Bahnhof und fährt von dort weitere 100 Kilometer mit dem Zug zur Arbeit. Für die Bahncard 100, 2. Klasse, hat er 4.190 Euro selbst bezahlt. Im ersten Schritt ermittelt er seine Kosten für die beiden Teilstrecken nach der Pendlerpauschale:

Autofahrt: 220 * 12 km * 0,30 Euro = 792 Euro

Zugfahrt: 220 * 100 km * 0,30 Euro = 6.600 Euro, aber maximal bis zum Höchstbetrag 4.500 Euro

Dann rechnet er beides zusammen:

Entfernungspauschale: 792 Euro + 4.500 Euro = 5.292 Euro

Nachdem dieser Betrag höher ist als die tatsächlichen Kosten für die Bahnfahrten (4.190 Euro), berücksichtigt das Finanzamt die Entfernungspauschale von 5.292 Euro.

Fahrgemeinschaften: Jeder Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft kann die Entfernungspauschale entsprechend der für ihn maßgeblichen Entfernungsstrecke ansetzen. Wer einen Umweg fahren muss, um Mitfahrer abzuholen, darf diese Strecke allerdings nicht in die Entfernungsermittlung einbeziehen. Der Höchstbetrag für die Entfernungspauschale von 4.500 Euro gilt auch bei einer wechselseitigen Fahrgemeinschaft, und zwar für die Mitfahrer der Fahrgemeinschaft an den Arbeitstagen, an denen sie ihr eigenes Fahrzeug nicht einsetzen.

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Entfernungen bestimmen: Nutzen Sie kostenfreie Internetkartendienste wie Google Maps, um die kürzeste Entfernung zwischen Ihrem Wohn- und Ihrem Arbeitsort zu bestimmen. Die Finanzbeamten werden das voraussichtlich ebenfalls tun, sollten sie Ihre Angaben überprüfen.

Antrag auf Lohnsteuerermäßigung: Um schon im Laufe des Jahres weniger Lohnsteuer zahlen zu müssen, können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen. Dann werden Ihre Werbungskosten – beispielsweise für Ihre Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte – als Freibetrag schon jeden Monat beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Das ist möglich, wenn Ihre Werbungskosten über 1.000 Euro liegen und zusammen mit anderen Beträgen, beispielsweise Sonderausgaben, der Grenzbetrag von 600 Euro überschritten wird.

Botengänge

Sind Sie während der Arbeitszeit für Ihren Arbeitgeber mit Ihrem eigenen Auto beispielsweise zur Post gefahren, um anschließend in die Mittagspause zu gehen, können Sie für diese Fahrten pauschal 0,30 Euro pro Kilometer ansetzen. Voraussetzung ist, dass Sie nicht privat einen Umweg gefahren sind und Ihr Arbeitgeber Ihnen Ihre Kosten nicht erstattet hat. Grundsätzlich dürfen Sie für Dienstfahrten, die Ihnen nicht erstattet werden, 30 Cent pro gefahrenem Kilometer ansetzen.

Erste Tätigkeitsstätte: Arbeitnehmer können nur eine regelmäßige Arbeitsstätte haben: die erste Tätigkeitsstätte. Wenn jemand an mehreren Orten arbeitet, muss der Arbeitgeber festlegen, welcher davon die erste Tätigkeitsstätte ist. Das Finanzamt geht von einer regelmäßigen Arbeitsstätte aus, wenn der Arbeitnehmer einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers vertraglich dauerhaft zugeordnet ist oder im Betrieb des Arbeitgebers täglich, einen vollen Tag pro Woche oder mindestens 20 Prozent seiner Arbeitszeit tätig ist.

Fahrt zum Job als Dienstreise: Berufliche Fahrten, die Sie zu einer anderen Arbeitsstelle unternehmen, gelten dann als Dienstreisen und können mit 30 Cent für jeden Kilometer der Hin- und Rückfahrt als Reisekosten abgerechnet werden. Bei den Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte zählt nur die einfache Strecke, bei der Sie für jeden Kilometer 30 Cent als Entfernungspauschale ansetzen können.

Unfallkosten: Falls Sie auf der Fahrt zur Arbeit oder auf dem Rückweg nach Hause einen Unfall hatten, können Sie die Folgekosten als außergewöhnliche Aufwendungen neben der Entfernungspauschale von der Steuer absetzen. Das gilt für alle Aufwendungen, die Ihr Arbeitgeber, Ihr Unfallgegner oder Ihre eigene Versicherung Ihnen nicht ersetzt hat. Sofern Sie Ihre Kfz-Kaskoversicherung in Anspruch genommen haben, ergeben sich die abziehbaren Werbungskosten meist aus den Reparaturkosten nach Abzug der Zahlungen Ihres Versicherers. Das entspricht häufig der Selbstbeteiligung.

Pauschale für Unfallkosten?

Aktuell ist die Finanzverwaltung bei Unfallkosten kulant. Passiert dieser auf dem Weg zur Arbeit, dürfen Sie die Reparaturkosten als außergewöhnliche Werbungskosten geltend machen.

Behinderte Menschen: Behinderte können für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte statt der Entfernungspauschale ihre tatsächlichen Kosten ansetzen. Nutzen sie ihr eigenes Fahrzeug oder einen Dienst-/Firmenwagen, können sie ihre Fahrtkosten ohne Einzelnachweis pauschal mit 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer geltend machen, also doppelt so viel wie nicht-behinderte Arbeitnehmer. Unfallkosten, die auf einer Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte entstanden sind, können sie neben dem pauschalen Kilometersatz angeben. Nutzen sie unterschiedliche Verkehrsmittel, können sie ihr Wahlrecht (Entfernungspauschale oder tatsächliche Kosten) für sämtliche Teilstrecken allerdings nur einheitlich ausüben.

Mehr als ein Arbeitgeber: Haben Sie mehrere Jobs bei verschiedenen Arbeitgebern, können Sie die Entfernungspauschale für jeden Weg zur Arbeit ansetzen, wenn Sie am Tag zwischenzeitlich in Ihre Wohnung zurückgekehrt sind. Fahren Sie von einer Arbeitsstätte gleich weiter zu Ihrem anderen Arbeitgeber, ohne zu Hause vorbeizuschauen, müssen Sie für die Entfernungsermittlung den Weg zur ersten Arbeitsstätte als Umwegstrecke zur nächsten Arbeitsstätte angeben. In diesem Fall gilt die Einschränkung, dass die für die Ermittlung der Entfernungspauschale anzusetzende Entfernung höchstens die Hälfte der Gesamtstrecke betragen darf.

Kein eigener Aufwand bei Familienheimfahrten: Der Bundesfinanzhof hat in einem Urteil vom 18. April 2013 (Az. VI R 29/12) bestätigt, dass die Entfernungspauschale für eine wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung aufwandsunabhängig in Anspruch genommen werden kann. Steuerfreie Reisekostenvergütungen und Freifahrten des Arbeitgebers reduzieren jedoch den absetzbaren Betrag.

Fahrten als Unternehmer

Unternehmer können die Entfernungspauschale analog für ihre Wege zwischen Wohnung und Betrieb ansetzen.

Flugstrecken und Sammelbeförderung: Die Entfernungspauschale gilt nicht für Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung. Für Flugstrecken setzen Sie Ihre tatsächlichen Kosten an. Falls Ihr Arbeitgeber eine steuerfreie Sammelbeförderung anbietet, dürfen Sie die so zurückgelegten Teilstrecken nicht in die Ermittlung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte einbeziehen. Dagegen können Sie Ihre Kosten als Werbungskosten ansetzen, wenn Sie zu einer Sammelbeförderung Ihres Arbeitgebers etwas dazugezahlt haben.

Arbeitgeberleistungen: Steuerfreie Sachbezüge und pauschal besteuerten Arbeitgeberersatz für Ihre Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte können Sie nicht als Werbungskosten ansetzen.

Firmenwagen für Familienheimfahrten: Dürfen Sie für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung unentgeltlich einen Dienst- oder Firmenwagen ihres Arbeitgebers nutzen, ist ein Werbungskostenabzug ausgeschlossen (BFH, Urteil vom 28. Februar 2013, Az. VI R 33/11).

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Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

Entfernungspauschale

30 Cent pro Kilometer für den Weg zur Arbeit

  • Zuletzt aktualisiert: 1. November 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Finanzamt erkennt für die Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte pro Arbeitstag jeden Kilometer der einfachen Wegstrecke als Fahrtkosten an, und zwar pauschal mit 30 Cent.
  • Sie können in Ihrer Steuererklärung für Fahrten zur Arbeit grundsätzlich bis zu 4.500 Euro im Jahr ansetzen.
  • Die Entfernungspauschale ist verkehrsmittelunabhängig, das heißt sie gilt gleichermaßen für Fußgänger, Radler, Motorrad-, Bus- und Bahnfahrer sowie für Autofahrer und ihre Beifahrer. Ausgenommen sind Flüge.
  • Sonderregeln gelten für behinderte Menschen sowie für diejenigen, die Park & Ride nutzen, und für Fahrgemeinschaften.

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  • Wenn Sie an mehreren Orten arbeiten, muss Ihr Arbeitgeber einen davon als Ihre „erste Tätigkeitsstätte“ festlegen. Fahrten zu anderen Arbeitsorten können Sie als Dienstreise abrechnen – das heißt, Sie können Hin- und Rückfahrt statt nur die Entfernung ansetzen.
  • Nutzen Sie ausschließlich die Entfernungspauschale, müssen Sie grundsätzlich keine Belege sammeln.
  • Wohnen Sie weit weg vom Arbeitsplatz und fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, kann sich das Belege-Sammeln doch lohnen. Denn es gibt Ausnahmen vom 4.500 Euro-Höchstbetrag im Jahr.
  • Diese Ausnahmen gelten, wenn Sie einen privaten Pkw oder einen Firmen- oder Dienstwagen nutzen, bei Familienfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung und wenn die tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel höher sind.
  • Als Arbeitnehmer tragen Sie Ihre Angaben auf der zweiten Seite der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein.

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Das tägliche Pendeln zur Arbeit kostet nicht nur Zeit und Nerven – es geht bei großen Entfernungen zwischen Wohnung und Arbeitsplatz auch so richtig ins Geld. Für die meisten Arbeitnehmer sind Fahrtkosten die größte Abzugsposition bei der Steuer. Diese dürfen Sie als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung absetzen, allerdings grundsätzlich nur pauschal.

Für Ihre Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte können Sie eine Entfernungsspauschale in Höhe von 0,30 Euro für jeden vollen Kilometer der Entfernung von der Steuer absetzen. Die Pauschale gehört zu den Werbungskosten und ist unabhängig davon, wie Sie zur Arbeit und wieder nach Hause gelangen. Gesetzlich geregelt ist die Entfernungspauschale in Paragraf 9 Absätze 1 bis 4. Details mit Beispielen hat die Finanzverwaltung zusammengestellt (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 23. Dezember 2014, Gz. IV C 6 – S 2145/10/10005).

Diese Grundsätze gelten

Einfache Entfernungsstrecke: Natürlich fahren Sie täglich zweimal die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, nämlich hin und zurück. Manche fahren über die Mittagspause oder als Schichtarbeiter mehrmals nach Hause. Den Fiskus interessiert dies aber alles nicht. Pauschal dürfen Sie für jeden Arbeitstag nur einmal die einfache Wegstrecke abrechnen.

Kürzeste Straßenverbindung: Für die Bestimmung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung maßgebend, wobei das Finanzamt nur volle Entfernungskilometer berücksichtigt. Eine andere als die kürzeste Straßenverbindung können Sie aber angeben, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und Sie sie regelmäßig gefahren sind. Verkehrsgünstiger ist eine Strecke, sofern Sie Ihre regelmäßige Arbeitsstätte trotz gelegentlicher Verkehrsstörungen normalerweise schneller und pünktlicher erreichen.

Welches Verkehrsmittel Sie tatsächlich genutzt haben, spielt keine Rolle. Das heißt, die kürzeste Straßenverbindung zählt, auch wenn eine (Teil-)Strecke länger sein sollte, die Sie beispielsweise mit der Bahn zurückgelegt haben.

Höchstbetrag 4.500 Euro: Grundsätzlich ist die Entfernungspauschale auf einen Höchstbetrag von 4.500 Euro gedeckelt. Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie mit Ihrem eigenen oder einem zur Nutzung überlassenen Pkw, also einem Dienstwagen, zur Arbeit gefahren sind. Höhere Kosten müssen Sie jedoch nachweisen können. Weitere Ausnahmen sind Familienheimfahrten bei einer doppelten Haushaltsführung sowie tatsächlich höhere Kosten bei Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mehrere Wohnungen: Wer nicht nur von einer Wohnung aus zur Arbeit fährt, kann Fahrten von der weiter entfernt liegenden Wohnung nur dann für die Entfernungspauschale zugrunde legen, wenn diese den Lebensmittelpunkt bildet und nicht nur gelegentlich aufgesucht wird. Ein Reizthema war hierbei immer wieder beispielsweise das ehemalige Kinderzimmer bei den Eltern. Deshalb gilt seit 2014 als eine Bedingung, damit eine Wohnung als Ort des Lebensmittelpunkts gelten kann, dass Sie sich mit mindestens 10 Prozent der Lebenshaltungskosten für Miete, Lebensmittel und Ähnlichem beteiligen.

Doppelte Haushaltsführung: Auch die Kosten für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung können über die Entfernungspauschale berücksichtigt werden. Die Begrenzung auf den Höchstbetrag von 4.500 Euro gilt bei Familienheimfahrten übrigens nicht. Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen steuerfreie Leistungen für Ihre Familienheimfahrten gezahlt haben, werden diese Zahlungen auf die für diese Fahrten anzusetzende Entfernungspauschale angerechnet.

Was Sie absetzen können – und was nicht

Verkehrsmittel spielt keine Rolle: Das Finanzamt berücksichtigt die Kilometerpauschale von 30 Cent grundsätzlich unabhängig vom Verkehrsmittel. In welcher Höhe Ihnen tatsächlich Aufwendungen entstanden sind, ist unerheblich.

Hierhin in der Steuererklärung

Ihre Angaben zu den Wegen zwischen Wohnung und Arbeitsstätte machen Sie bei den Werbungskosten auf Seite 2 der Anlage N in den Zeilen 31 bis 39.

Öffentliche Verkehrsmittel: Die Entfernungspauschale können Sie also auch ansetzen, wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen – dazu gehören auch Taxis. Falls Ihre Kosten für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel den im Kalenderjahr insgesamt als Entfernungspauschale anzusetzenden Betrag übersteigen, können Sie die tatsächlichen Kosten stattdessen ansetzen. Seit 2012 überprüfen die Finanzämter nicht mehr tageweise, ob die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel die Pauschale übersteigen. Es wird nur noch jahresbezogen ermittelt, ob die Entfernungspauschale oder die Summe der Fahrtkosten höher ist. (FG Münster, Urteil vom 1. April 2014, Az. 11 K 2574/12 E). Als pauschale Kosten sind maximal 4.500 Euro absetzbar.

Mischfall Park & Ride: Viele Arbeitnehmer nutzen für den Weg zur Arbeit verschiedene Verkehrsmittel, beispielsweise außer ihrem eigenen Auto auch Bus und Bahn. Auch in solchen Mischfällen ermitteln Sie erst einmal die Entfernung, die für die kürzeste Straßenverbindung maßgebend ist. Danach geben Sie nur noch an, wie viele Kilometer Sie mit welchem Verkehrsmittel zurückgelegt haben. Sie können dabei auch einen höheren Betrag als 4.500 Euro ansetzen.

Folgendes Berechnungsbeispiel zeigt die beiden Optionen Pauschale und tatsächliche Kosten: Ein Arbeitnehmer fährt an 220 Arbeitstagen im Jahr zunächst 12 Kilometer mit dem Auto zum Bahnhof und fährt von dort weitere 100 Kilometer mit dem Zug zur Arbeit. Für die Bahncard 100, 2. Klasse, hat er 4.190 Euro selbst bezahlt. Im ersten Schritt ermittelt er seine Kosten für die beiden Teilstrecken nach der Pendlerpauschale:

Autofahrt: 220 * 12 km * 0,30 Euro = 792 Euro

Zugfahrt: 220 * 100 km * 0,30 Euro = 6.600 Euro, aber maximal bis zum Höchstbetrag 4.500 Euro

Dann rechnet er beides zusammen:

Entfernungspauschale: 792 Euro + 4.500 Euro = 5.292 Euro

Nachdem dieser Betrag höher ist als die tatsächlichen Kosten für die Bahnfahrten (4.190 Euro), berücksichtigt das Finanzamt die Entfernungspauschale von 5.292 Euro.

Fahrgemeinschaften: Jeder Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft kann die Entfernungspauschale entsprechend der für ihn maßgeblichen Entfernungsstrecke ansetzen. Wer einen Umweg fahren muss, um Mitfahrer abzuholen, darf diese Strecke allerdings nicht in die Entfernungsermittlung einbeziehen. Der Höchstbetrag für die Entfernungspauschale von 4.500 Euro gilt auch bei einer wechselseitigen Fahrgemeinschaft, und zwar für die Mitfahrer der Fahrgemeinschaft an den Arbeitstagen, an denen sie ihr eigenes Fahrzeug nicht einsetzen.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuertipps immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Entfernungen bestimmen: Nutzen Sie kostenfreie Internetkartendienste wie Google Maps, um die kürzeste Entfernung zwischen Ihrem Wohn- und Ihrem Arbeitsort zu bestimmen. Die Finanzbeamten werden das voraussichtlich ebenfalls tun, sollten sie Ihre Angaben überprüfen.

Antrag auf Lohnsteuerermäßigung: Um schon im Laufe des Jahres weniger Lohnsteuer zahlen zu müssen, können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen. Dann werden Ihre Werbungskosten – beispielsweise für Ihre Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte – als Freibetrag schon jeden Monat beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Das ist möglich, wenn Ihre Werbungskosten über 1.000 Euro liegen und zusammen mit anderen Beträgen, beispielsweise Sonderausgaben, der Grenzbetrag von 600 Euro überschritten wird.

Botengänge

Sind Sie während der Arbeitszeit für Ihren Arbeitgeber mit Ihrem eigenen Auto beispielsweise zur Post gefahren, um anschließend in die Mittagspause zu gehen, können Sie für diese Fahrten pauschal 0,30 Euro pro Kilometer ansetzen. Voraussetzung ist, dass Sie nicht privat einen Umweg gefahren sind und Ihr Arbeitgeber Ihnen Ihre Kosten nicht erstattet hat. Grundsätzlich dürfen Sie für Dienstfahrten, die Ihnen nicht erstattet werden, 30 Cent pro gefahrenem Kilometer ansetzen.

Erste Tätigkeitsstätte: Arbeitnehmer können nur eine regelmäßige Arbeitsstätte haben: die erste Tätigkeitsstätte. Wenn jemand an mehreren Orten arbeitet, muss der Arbeitgeber festlegen, welcher davon die erste Tätigkeitsstätte ist. Das Finanzamt geht von einer regelmäßigen Arbeitsstätte aus, wenn der Arbeitnehmer einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers vertraglich dauerhaft zugeordnet ist oder im Betrieb des Arbeitgebers täglich, einen vollen Tag pro Woche oder mindestens 20 Prozent seiner Arbeitszeit tätig ist.

Fahrt zum Job als Dienstreise: Berufliche Fahrten, die Sie zu einer anderen Arbeitsstelle unternehmen, gelten dann als Dienstreisen und können mit 30 Cent für jeden Kilometer der Hin- und Rückfahrt als Reisekosten abgerechnet werden. Bei den Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte zählt nur die einfache Strecke, bei der Sie für jeden Kilometer 30 Cent als Entfernungspauschale ansetzen können.

Unfallkosten: Falls Sie auf der Fahrt zur Arbeit oder auf dem Rückweg nach Hause einen Unfall hatten, können Sie die Folgekosten als außergewöhnliche Aufwendungen neben der Entfernungspauschale von der Steuer absetzen. Das gilt für alle Aufwendungen, die Ihr Arbeitgeber, Ihr Unfallgegner oder Ihre eigene Versicherung Ihnen nicht ersetzt hat. Sofern Sie Ihre Kfz-Kaskoversicherung in Anspruch genommen haben, ergeben sich die abziehbaren Werbungskosten meist aus den Reparaturkosten nach Abzug der Zahlungen Ihres Versicherers. Das entspricht häufig der Selbstbeteiligung.

Pauschale für Unfallkosten?

Aktuell ist die Finanzverwaltung bei Unfallkosten kulant. Passiert dieser auf dem Weg zur Arbeit, dürfen Sie die Reparaturkosten als außergewöhnliche Werbungskosten geltend machen.

Behinderte Menschen: Behinderte können für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte statt der Entfernungspauschale ihre tatsächlichen Kosten ansetzen. Nutzen sie ihr eigenes Fahrzeug oder einen Dienst-/Firmenwagen, können sie ihre Fahrtkosten ohne Einzelnachweis pauschal mit 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer geltend machen, also doppelt so viel wie nicht-behinderte Arbeitnehmer. Unfallkosten, die auf einer Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte entstanden sind, können sie neben dem pauschalen Kilometersatz angeben. Nutzen sie unterschiedliche Verkehrsmittel, können sie ihr Wahlrecht (Entfernungspauschale oder tatsächliche Kosten) für sämtliche Teilstrecken allerdings nur einheitlich ausüben.

Mehr als ein Arbeitgeber: Haben Sie mehrere Jobs bei verschiedenen Arbeitgebern, können Sie die Entfernungspauschale für jeden Weg zur Arbeit ansetzen, wenn Sie am Tag zwischenzeitlich in Ihre Wohnung zurückgekehrt sind. Fahren Sie von einer Arbeitsstätte gleich weiter zu Ihrem anderen Arbeitgeber, ohne zu Hause vorbeizuschauen, müssen Sie für die Entfernungsermittlung den Weg zur ersten Arbeitsstätte als Umwegstrecke zur nächsten Arbeitsstätte angeben. In diesem Fall gilt die Einschränkung, dass die für die Ermittlung der Entfernungspauschale anzusetzende Entfernung höchstens die Hälfte der Gesamtstrecke betragen darf.

Kein eigener Aufwand bei Familienheimfahrten: Der Bundesfinanzhof hat in einem Urteil vom 18. April 2013 (Az. VI R 29/12) bestätigt, dass die Entfernungspauschale für eine wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung aufwandsunabhängig in Anspruch genommen werden kann. Steuerfreie Reisekostenvergütungen und Freifahrten des Arbeitgebers reduzieren jedoch den absetzbaren Betrag.

Fahrten als Unternehmer

Unternehmer können die Entfernungspauschale analog für ihre Wege zwischen Wohnung und Betrieb ansetzen.

Flugstrecken und Sammelbeförderung: Die Entfernungspauschale gilt nicht für Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung. Für Flugstrecken setzen Sie Ihre tatsächlichen Kosten an. Falls Ihr Arbeitgeber eine steuerfreie Sammelbeförderung anbietet, dürfen Sie die so zurückgelegten Teilstrecken nicht in die Ermittlung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte einbeziehen. Dagegen können Sie Ihre Kosten als Werbungskosten ansetzen, wenn Sie zu einer Sammelbeförderung Ihres Arbeitgebers etwas dazugezahlt haben.

Arbeitgeberleistungen: Steuerfreie Sachbezüge und pauschal besteuerten Arbeitgeberersatz für Ihre Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte können Sie nicht als Werbungskosten ansetzen.

Firmenwagen für Familienheimfahrten: Dürfen Sie für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung unentgeltlich einen Dienst- oder Firmenwagen ihres Arbeitgebers nutzen, ist ein Werbungskostenabzug ausgeschlossen (BFH, Urteil vom 28. Februar 2013, Az. VI R 33/11).

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Artikel verfasst von

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

Pendlerpauschale – Ratgeber und Berechnung der Rückerstattung bei der Steuererklärung

Nutzen Sie unseren Pendlerpauschale Rechner um Ihre Steuerrückerstattung aufgrund der Entfernung Ihres Wohnorts zur Arbeitsstätte und der Anzahl der Arbeitstage zu ermitteln.

Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Pendlerpauschale

Was versteht man unter Pendlerpauschale (offiziell „Entfernungspauschale“)?

Die im deutschen Einkommensteuerrecht verankerte Pendlerpauschale kann von Steuerzahlern für ihren Weg zur Arbeit in Anspruch genommen werden. Sie ist eine Entfernungspauschale, die die Höhe des zu versteuernden Einkommens reduziert. Über sie können Arbeitnehmer eine Pauschale von 0,30 Euro pro Entfernungskilometer von der Steuer absetzen – gleichgültig, welches Verkehrmittel benutzt wird (außer Fahrten mit Taxi oder Flugzeug) oder ob ihnen tatsächlich Kosten entstanden sind.

Wer kann die Pendlerpauschale in Anspruch nehmen?

Alle Arbeitnehmer und Selbstständigen haben Anspruch auf die Pauschale – unabhängig vom verwendeten Verkehrsmittel (außer Taxi bzw. Flugzeug) und davon, wie hoch die realen Aufwendungen waren.

Wie wird die Pauschale errechnet?

Die individuelle Pendlerpauschale lässt sich errechnen, indem zunächst die Anzahl der Arbeitstage des Kalenderjahres mit der Kilometerzahl für eine einfache Fahrt vom Wohnsitz zur Arbeitsstelle multipliziert werden. Das Ergebnis wird mit 30 Cent multipliziert, und das Resultat ist Ihre persönliche Pendlerpauschale. Diese Summe wird vom Finanzamt von den gesamten Jahreseinnahmen abgezogen. Für die verbleibende Summe werden Steuern erhoben. Die Pendlerpauschale kann nur für Tage angesetzt werden, an denen die Arbeitsstelle tatsächlich aufgesucht wurde. Außerdem kann sie pro Arbeitstag nur einmal und nur für die einfache Wegstrecke zur Arbeit berechnet werden, selbst wenn mehere Fahrten stattfanden. Nur volle, nicht angefangene Kilometer werden berücksichtigt, und die pro Kalenderjahr geltende Höchstgrenze beläuft sich auf 4.500 Euro. Pro Kalenderjahr akzeptiert das Finanzamt im Schnitt 220 – 230 Fahrten für eine 5-Tage-Woche und 260 – 280 Fahrten für eine 6-Tage-Woche.

Welche Rolle spielt die „maßgebliche Wohnung“?

Als maßgebliche Wohnung, von der aus die Fahrten zur Arbeitsstelle stattfinden, wird der „Mittelpunkt der Lebensinteressen“ angesehen. Dies ist der Wohnsitz, der von dem Arbeitnehmer vorwiegend genutzt wird. Das kann auch, falls zwei Wohnsitze verhanden sind, die weiter entfernt liegende Wohnung sein, wenn diese als Lebensmittelpunkt gilt.

Wieviele Fahrten am Tag darf man berechnen?

Pro Arbeitstag kann ein Berufstätiger nur eine einfache Wegstrecke berechnen, selbst bei Schichtarbeit oder wenn er z. B. mittags nach Hause fährt und anschließend wieder zurück zur Arbeitsstelle.

Was beinhaltet die Regel der kürzesten Straßenverbindung?

Grundsätzlich berücksichtigt das Finanzamt bei der Pendlerpauschale nur die kürzeste Fahrtstrecke vom Wohnsitz zur Arbeitsstelle. Allerdings haben Sie die Möglichkeit, eine alternative längere Straßenverbindung anzugeben, wenn diese erwiesenermaßen verkehrgünstiger ist und von Ihnen regelmäßig gefahren wird. Verkehrgünstig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Sie Ihre Arbeitsstelle trotz gelegentlicher Verkehrsstörungen in der Regel zeitsparender und pünktlicher erreichen.

Weitere Online-Rechner

Für welche Verkehrsmittel gilt die Pauschale?

Die Pendlerpauschale kann unabhängig vom benutzten Verkehrmittel beansprucht werden. Einzige Ausnahme sind Taxi und Flugzeug – ansonsten spielt es keine Rolle, ob Sie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad, Moped, Motorrad, Motorroller oder ein Boot benutzen oder ob Sie zu Fuß zur Arbeit gehen. Auch bei der Mischform Park & Ride gilt, zunächst die kürzeste Straßenverbindung zu errechnen. Anschließend wird angegeben, für welche Teilstrecken Sie welches Verkehrmittel benutzt haben. Bei Flügen werden die tatsächlich angefallenen Fahrtkosten berechnet. Wenn Sie allerdings Ihren eigenen Wagen oder ein Ihnen überlassenes Fahrzeug für die Fahrt zur Arbeit benutzen, können Sie die Kilometerpauschale voll und ohne die Höchstgrenze von 4500 Euro ansetzen.

Wie werden die Fahrtkosten berechnet?

Die Kosten für die Fahrten zur Arbeit stellen einen Teil der Berufsausgaben dar, die steuerlich absetzbar sind. Für jeden Kilometer der einfachen Strecke zwischen Wohnsitz und Arbeitsstätte können Berufstätige 30 Cent über die Pendlerpauschale von der Steuer absetzen. Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer bei 220 Arbeitstagen, an denen er jeweils 16 Kilometer zur Arbeitsstätte zurücklegt, am Ende des Kalenderjahres mehr als 1000 Euro absetzen kann.

Beispiel: 220 (Arbeitstage) x 16 (km einfache Fahrt) x 0,3 (Pendlerpauschale) = 1.056 Euro.

Wo und wie trage ich die Pendlerpauschale in meine Steuererklärung ein?

Die Ausgaben für Fahrten zur Arbeitsstätte werden in der Anlage N der Steuererklärung eingetragen, ab Zeile 31. Nur die einfache Strecke kann geltend gemacht werden, und pro Kalenderjahr wird ein Höchstbetrag von 4500 Euro berücksichtigt. Wenn Sie beim Finanzamt beantragen, die Entfernungskilometer auf Ihrer Lohnsteuerkarte eintragen zu lassen, vermeiden Sie, monatlich mehr Vorab-Steuern als nötig zu zahlen.

Wie kann eine Fahrgemeinschaft die Pendlerpauschale abrechnen?

Bei Fahrgemeinschaften gilt, dass jeder mitfahrende Arbeitskollege entsprechend der für ihn geltenden Entfernungsstrecke die Pauschale absetzen kann. Dabei gilt für Arbeitstage, an denen man mitfährt, der absetzbare Höchstbetrag von 4500 Euro. An den Tagen, an denen Sie Ihr eigenes Fahrzeug benutzen, können Sie die Kilometerpauschale voll und unbegrenzt ansetzen. Wege, um Mitfahrer abzuholen, dürfen nicht mitberechnet werden.

Источники: http://www.finanztip.de/entfernungspauschale/, http://www.finanztip.de/entfernungspauschale/, http://www.smart-rechner.de/pendlerpauschale/

Maklergebühren absetzen

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Makler: In diesen Fällen können Sie die Provision absetzen

Sie können die Maklergebühr absetzen, wenn Sie berufsbedingt in eine Mietwohnung ziehen. In welchen Fällen das noch geht, hier im Überblick.

Ein Makler verlangt für seine Dienste eine Provision. Die Höhe ist je nach Region unterschiedlich. Als Faustregel gilt: Kaufen Sie eine Immobilie, betragen die Maklerkosten zwischen drei und sieben Prozent des Kaufpreises. Mieten Sie eine Immobilie, liegt die Provision bei zwei Nettokaltmieten zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Je nach Stadt oder Region kann das also schnell teuer werden.

Entscheidend ist die Frage, wer die Maklerprovision bezahlt. Bis zur Einführung eines neuen Gesetzes am 1. Juni 2015 war das bei einer vermieteten Immobilie in der Regel der Mietinteressent. Seit das Gesetz in Kraft getreten ist, ist jedoch der Besteller des Maklers verpflichtet, die Provision zu bezahlen. Das heißt: Auch in diesem Jahr, 2016, ist das in der Regel der Vermieter. Beauftragen Sie aber selbst einen Makler, um eine Mietwohnung zu finden, müssen Sie die Provision auch selbst zahlen. Immerhin: Erfolgt der Umzug in die Mietwohnung aus beruflichen Gründen können Sie die Maklergebühr in Ihrer Steuererklärung eintragen.

Hier die verschiedenen Möglichkeiten:

Berufsbedingter Umzug in eine Mietwohnung: Sie können die Provision absetzen

Ziehen Sie aus beruflichen Gründen in eine Mietwohnung, können Sie die Kosten für den Makler als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Ein berufsbedingter Umzug liegt beispielsweise dann vor, wenn Ihr Chef Sie an einen neuen Dienstort versetzt oder Sie einen neuen Job in einer anderen Stadt annehmen. Auch wenn Sie als Berufspendler durch den Umzug mindestens eine Stunde Fahrtzeit einsparen, gilt das als Umzug aus Job-Gründen. In einem solchen Fall können Sie neben der Maklerprovision noch viele weitere Kosten absetzen. Erfahren Sie hier mehr dazu: Umzug aus beruflichen Gründen: Kosten absetzen.

Berufsbedingter Umzug ins Eigenheim: Sie können keine Provision absetzen

Beauftragen Sie einen Makler für die Suche nach einem Eigenheim, können Sie trotz berufsbedingtem Umzug die Maklerprovision nicht in Ihrer Steuererklärung eintragen. Die Begründung des Fiskus‘: Da Sie die Immobilie kaufen, gehört die Maklergebühr zu den sogenannten Anschaffungsnebenkosten – und die können Sie nicht absetzen.

Doppelte Haushaltsführung: Sie können die Maklergebühr absetzen

Wenn Sie aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung am Arbeitsort mieten, können Sie die Maklerkosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Welche Kosten Sie bei einer sogenannten doppelten Haushaltsführung noch in Ihrer Steuererklärung eintragen können, zeigt Ihnen unser Steuer-Tipp Doppelte Haushaltsführung: Diese Kosten können Sie absetzen.

Privater Umzug: Sie können keine Maklerprovision absetzen

Ziehen Sie aus privaten Gründen um, gehen Sie steuerlich gesehen leer aus. Die Provision für den Makler gilt dann als Privatangelegenheit und kann nicht von der Steuer abgesetzt werden. Immerhin: Müssen Sie in der neuen Wohnung etwas renovieren, können Sie Handwerkerkosten geltend machen – als haushaltnahe Dienstleistung.

Vermietung: Sie können die Maklerprovision absetzen

Sie möchten eine Immobilie kaufen, um sie zu vermieten. Beauftragen Sie einen Makler, der Ihnen ein Mietobjekt vermittelt, können Sie als Vermieter die Provision steuerlich geltend machen. Allerdings nicht als Werbungskosten. Die Maklergebühr zählt in einem solchen Fall zu den Anschaffungsnebenkosten. Diese werden auf den Kaufpreis aufgerechnet und dann linear abgeschrieben. Erfahren Sie mehr zum Thema Abschreibung und welche weiteren Kosten Vermieter in der Steuererklärung eintragen können in unserem Überblick Was ein Vermieter von der Steuer absetzen kann.

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Maklerprovision steuerlich absetzbar?

Von: Frank Schroeder • Zuletzt aktualisiert: Dezember 2017

Ob Kauf, Verkauf oder Vermietung: Wer für eine Wohnung oder ein Haus Maklergebühren zahlt, kann die Kosten unter gewissen Umständen von den Steuern absetzen. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, um Maklergebühren steuerlich geltend machen zu können und wie Sie die Gebühren in der Steuererklärung ausweisen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wann eine Provision steuerlich absetzbar ist

Wenn Sie aus beruflichen Gründen in eine neue Mietwohnung ziehen müssen, dann können Sie die Maklergebühren absetzen. Dies gilt jedoch nur unter gewissen Voraussetzungen und auch nur in einigen Situationen.

Zusammengefasst: Mieten Sie eine Wohnung oder ein Haus aus beruflichen Gründen, dann ist die Maklerprovision steuerlich absetzbar. Kaufen Sie sich ein Haus oder eine Wohnung, dann können Sie die Kosten für den Immobilienmakler nicht von den Steuern absetzen, da die Provision zu den Anschaffungskosten zählt und daher nicht absetzbar sind. Einen Umzug steuerlich absetzen, wenn dieser beruflich bedingt stattfindet, ist daher möglich. Ob ein Hauskauf steuerlich absetzbar ist, müssen wir allerdings leider verneinen.

Es gibt allerdings viele Details, auf die Sie achten müssen, damit eine Maklerprovision steuerlich absetzbar ist. So können Sie zwar beispielsweise bei einem privaten Umzug keine Maklerkosten absetzen, aber immerhin die Handwerkerkosten, wenn Renovierungen in der neuen Unterkunft anfallen. Diese werden in der Steuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistung eingetragen.

Wann ein Umzug berufsbedingt ist

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Maklergebühr von der Steuer abgesetzt werden.

Die Frage aller Frage, um zu klären, ob ein Umzug bzw. die Maklerprovision steuerlich absetzbar ist: Was genau bedeutet „berufsbedingt“? Einen neuen Job zu bekommen und anschließend umziehen zu wollen, ist leider nicht ausreichend, damit Sie Ihren Umzug von der Steuer absetzen können.

Entscheidend sind stattdessen die folgenden Fälle:

  • Ihr Arbeitsweg verkürzt sich durch den Umzug erheblich – um mindestens eine Stunde pro Tag.
  • Sie sind aus dem Ausland zurückgekehrt oder arbeiten aufgrund eines neuen Jobs in Deutschland, wofür hierzulande eine Wohnung benötigt wird.
  • Ihre Arbeitsbedingungen verbessern sich für Sie stark. Das gilt jedoch nur in Ausnahmefällen und meistens bei Personengruppen wie Ärzten, die näher zur Klinik ziehen, um beispielsweise Patienten eine bessere Betreuung zu gewährleisten.
  • Sie benötigen eine Zweitwohnung aufgrund Ihrer Arbeitsstelle.
  • Sie brauchen eine Dienstwohnung, die betrieblich bedingt (zum Beispiel als Hausmeister) gemietet wird.

Wenn Sie die Maklergebühren absetzen wollen und eine der genannten Voraussetzungen dafür erfüllen, dann achten Sie zudem darauf, wann Sie Ihren Vertrag für die Wohnung unterschreiben.

Sie sollten zumindest einen Arbeitsvertrag in der neuen Stadt besitzen, ehe Sie den Mietvertrag unterschreiben. Sonst ist es möglich, dass der Umzug nicht beruflich bedingt gewertet wird und Sie die Kosten für den Immobilienmakler trotz Erfüllung der Voraussetzungen nicht von den Steuern absetzen können.

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob bei Ihnen berufliche Gründe geltend gemacht werden könne, fragen Sie Ihren Steuerberater. Ein auf Immobiliensteuerrecht spezialisierter Steuerberater wird meistens einen Weg finden und:

  • Maklergebühren steuerlich absetzen bei Kauf
  • Maklergebühren steuerlich absetzen bei Verkauf
  • Maklergebühren steuerlich absetzen bei Vermietung

Umzugskostenpauschale

Ist Ihr Umzug tatsächlich beruflich bedingt und können Sie nicht nur die reinen Umzugskosten von der Steuer absetzen, wie beispielsweise

  • Transport
  • Spedition
  • Maklergebühren
  • eventuell doppelte Miete
  • eventuell anfallende Nachhilfeunterricht für Ihr Kind

Beim Finanzamt ist es zudem möglich, eine sogenannte Umzugskostenpauschale einzureichen. Diese Pauschale umfasst die vielen „Kleinigkeiten“, die bei einem Umzug generell anfallen, aber nicht extra durch Einzelnachweise belegt werden müssen.

Anspruch auf diese Pauschale haben Sie, wenn der Umzug

  • aus beruflichen Gründen
  • aufgrund einer außergewöhnlichen Belastung

nötig ist. Dies können beispielsweise eine Krankheit oder eine Behinderung sein. Es ist außerdem notwendig, dass der neue Lebensmittelpunkt zum neuen Wohnort verlegt wird, sodass auch eine doppelte Haushaltsführung möglichst vermieden wird.

Als Umzugspauschale gelten auch Kleinigkeiten, wie das Trinkgeld für Umzugshelfer oder die Ummeldegebühren, die für PKW, Ausweis und Telefon anfallen.

Die Pauschale selbst beläuft sich auf 1.390 Euro, wenn Sie verheiratet sind. Bei Ledigen liegt der Wert bei 695 Euro plus 306 für jede zusätzliche Person in Ihrem Haushalt. Für den eventuellen Nachhilfeunterricht gibt es dagegen gesonderte und zusätzliche Sätze. Wenn Sie nachweisen können, dass Ihre Umzugskosten höher ausgefallen sind, so können Sie natürlich auch die tatsächlich angefallenen Kosten absetzen. Reichen Sie hierfür alle Rechnungen und Belege bei Ihrem Finanzamt ein.

Werbungskosten für Vermieter absetzbar

Wenn Sie keine Wohnung mieten wollen, sondern selbst als Vermieter fungieren, dann stehen Ihnen ebenfalls Möglichkeiten zur Verfügung, Kosten von den Steuern abzusetzen.

Hierbei handelt es sich um sogenannte Werbungskosten, die Folgendes beinhalten:

Da das Thema der Werbungskosten sehr umfangreich und detailliert ist, empfehlen wir Ihnen eine steuerliche Beratung. So können Sie durch das rechtzeitige Planen von Zahlungen und auch Maßnahmen für Ihre Objekte bestimmen, zu welchen Zeitpunkten die Werbungskosten anfallen und auf diese Weise die steuerlichen Belastungen bestimmter Jahre entsprechend beeinflussen.

Maklergebühren und –provision

Seit dem 1. Juni 2015 gilt für die Vermietung von Häusern und Wohnungen das neue Bestellerprinzip. Dieses besagt, dass die Person die Provision des Maklers bezahlen muss, die den Auftrag erteilt hat.

Aufgrund eines beruflichen Umzugs kann die Maklergebühr steuerlich abgesetzt werden.

  • Vermieter beauftragt Makler: Wenn der Vermieter einen passenden Mieter sucht und für die Suche einen Makler beauftragt, dann übernimmt der Vermieter durch das neue Bestellerprinzip die Kosten für die Provision.
  • Mieter beauftragt Makler: Sucht ein Mieter nach einem Haus oder einer Wohnung und beauftragt für diese Suche einen Makler, dann übernimmt bei Erfolg der Mieter die Provision.

Beim Hauskauf bzw. Hausverkauf gibt es dagegen keine Änderungen. Nach wie vor ist entweder der Käufer oder der Verkäufer dafür zuständig, den Immobilienmakler zu bezahlen.

Zusammengefasst – auf einen Blick:

  • neues Bestellerprinzip seit 1. Juni 2015
  • Provision bei der Vermietung muss von der Person bezahlt werden, die den Makler offiziell beauftragt hat
  • beim Hauskauf gibt es keine Änderungen
  • Provisionen lassen sich unter gewissen Umständen von der Steuer absetzen, beispielsweise wenn ein Umzug berufsbedingt ist
  • ein Umzug ist berufsbedingt, wenn verschiedene Kriterien erfüllt sind, unter anderem eine starke Verkürzung des Arbeitsweges
  • bei einem berufsbedingten Umzug werden nicht nur die Umzugskosten abgesetzt, sondern auch Maklergebühren, Spedition und weitere Kosten
  • es ist möglich, in diesem Fall eine Umzugskostenpauschale beim Finanzamt einzureichen
  • auch als Vermieter können Sie situationsbedingt Werbungskosten absetzen
  • Weitere Informationen erhalten Sie z.B. auf https://www.betriebsausgabe.de/.

Als Selbstständiger kannst du ALLE Ausgaben absetzen, die betriebsbedingt sind, also für den Erhalt oder die Entwicklung deines Geschäftes nötig sind. Die Provision für einen Umzug aus privaten Gründen (also Wohnort wechseln) wird da wohl eher keine Betriebsausgabe sein denke ich.

Aber zur Sicherheit solltest du deinen Steuerberater fragen.

Kann man auch als Selbstständiger den Umzug und die Maklergebühren von der Steuer absetzen? Man kann es ja „berufsbedingt“ nennen, wenn man selbst keine Zeit hat nach einem Haus zu suchen und dafür einen Makler beauftragen muss. Oder?

Maklerprovision und Steuer: Wann ist die Courtage absetzbar?

Deutschland zieht um! Pro Jahr ziehen mehr als 11 Millionen Bundesbürger in ein neues Zuhause – die gleiche Anzahl würde gerne umziehen. Eine Frage, die viele Umziehende eint, bezieht sich auf Maklerprovision und Steuer: Kann man die Maklerprovision von der Steuer absetzen?

Der Umzug in ein neues Zuhause ist nicht nur mit viel Arbeit verbunden, sondern kostet in der Regel auch viel Geld: So muss möglicherweise die Wohnung renoviert, neue Möbel müssen gekauft und ein Umzugsunternehmen beauftragt werden. Hinzu kommt der Makler. Schön, wenn man dann über die Steuer einen Teil des Geldes wieder einholen kann. Maklerprovision und Steuer: ­ HAUSGOLD verrät Ihnen, in welchen Fällen Sie die Maklercourtage absetzen können

Warum Maklerprovision?

Jeder Makler verlangt für die Vermittlung von Immobilien eine Vergütung. Sie wird üblicherweise als Maklerprovision, Maklergebühr oder Maklercourtage bezeichnet. Ein guter Makler nimmt seinem Auftraggeber bei der Objekt-Vermarktung eine Menge Arbeit ab und erhöht die Chancen für einen erfolgreichen Abschluss. So kennt ein guter Makler den lokalen Markt. Er nimmt eine Immobilienbewertung vor und übernimmt die „Laufarbeit“ für den Immobilieneigentümer. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Makler Anzeigen schaltet. Die Kosten für die Vermarktung trägt übrigens der Makler. Er koordiniert Besichtigungstermine und führt diese durch. Außerdem begleitet er in fast allen Fällen den Notartermin. Er ist daher die Maklercourtage durchaus wert, auch wenn die Maklerprovision von Verkäufern, Vermietern und Interessenten oft als Last empfunden wird.

Wer zahlt die Maklercourtage?

Bei vermieteten Immobilien ist 2015 das sogenannte Bestellerprinzip eingeführt worden. Danach muss derjenige die Maklercourtage zahlen, der den Makler beauftragt hat. In vielen Fällen ist das der Vermieter. Beauftragt jedoch ein Wohnungssuchender einen Makler, um eine Mietwohnung zu finden, muss dieser die Provision zahlen. Pauschal lässt sich sagen, dass die Provision bei Mietobjekten bei zwei Nettokaltmieten liegt zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Je nach Stadt oder Region kann das also schnell teuer werden.

Beim Immobilienverkauf gilt das Bestellerprinzip nicht. Hier ist frei verhandelbar, wer die Maklerprovision zahlt. Es gibt jedoch gängige Usancen: In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen und Hamburg zahlt in der Regel der Käufer die Maklerprovision. In den übrigen Bundesländern teilen sich Verkäufer und Käufer meist die Maklerprovision. Je nach Bundesland beträgt die Maklercourtage bei Kaufobjekten zwischen drei und sieben Prozent des Kaufpreises.

Für alle, die umziehen, ist es auf jeden Fall interessant zu wissen, wie es sich mit Maklerprovision und Steuer verhält.

Berufsbedingter Umzug in eine Mietwohnung

Wenn der Job einen Umzug fordert und Sie berufsbedingt in eine Mietwohnung ziehen, können Sie die Maklerprovision – wie alle Ausgaben rund um den Job – als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Ein berufsbedingter Umzug liegt in folgenden Fällen vor:

  • Ihr Arbeitgeber versetzt Sie an einen neuen Dienstort.
  • Sie nehmen eine neue Arbeit an einem anderen Ort an.
  • Wenn Sie als Berufspendler durch den Umzug mindestens eine Stunde Fahrtzeit einsparen.

In all diesen Fällen können Sie die Maklerprovision absetzen. Bedingung ist jedoch, dass Sie in eine Mietwohnung ziehen.

Auch wenn Sie berufsbedingt eine Zweitwohnung am (neuen) Arbeitsort mieten, können die Maklerkosten als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden.

Berufsbedingter Umzug ins Eigenheim

Beauftragen Sie einen Makler für die Suche nach einer Kaufimmobilie, können Sie trotz berufsbedingtem Umzug die Maklerprovision nicht in Ihrer Steuererklärung eintragen. Findet ein berufsbedingter Umzug ins Eigenheim statt, dann können Sie also keine Maklerprovision absetzen. Die Erklärung für diesen Fall von Maklerprovision und Steuer: Da Sie die Immobilie kaufen, gehört die Maklercourtage zu den sogenannten Anschaffungsnebenkosten – und die sind nicht absetzbar.

Maklerprovision und Steuer beim privaten Umzug

Wer aus privaten Gründen umzieht, kann die Maklerprovision steuerlich nicht absetzen. Unabhängig ob Eigenheim oder Mietobjekt: Die Kosten für den Makler gelten bei einem privaten Umzug stets als Privatangelegenheit.

Maklerprovision und Steuer bei Vermietung

Sie möchten eine Immobilie kaufen, um sie zu vermieten? Dann gelten wiederum andere Regeln. Wer einen Makler für die Vermittlung eines Mietobjektes beauftragt, der kann als Vermieter die Maklercourtage steuerlich geltend machen. Allerdings nicht als Werbungskosten. Die Maklerprovision zählt in diesem Fall zu den Anschaffungsnebenkosten. Diese werden auf den Kaufpreis aufgerechnet und dann linear abgeschrieben.

Weitere Steuerspartipps für Vermieter

Eine Immobilie, die vermietet wird, kann für Eigentümer besonders attraktiv sein. Denn bei einer Vermietung werden zahlreiche Ausgaben fällig, die von der Steuer abgesetzt werden können.Die folgende Auflistung zeigt einen groben Überblick, was Vermieter einer Immobilie steuerlich absetzen können:

  • Maklergebühren: Nehmen Sie bei der Suche nach einem Mieter die Hilfe eines Maklers in Anspruch, können die entstandenen Gebühren von den Miet-Einnahmen abgezogen werden. Bezahlt aber der neue Mieter die Maklergebühr, können Sie als Vermieter nichts von der Steuer absetzen.
  • Kaufpreis der Immobilie: Für eine bis 1924 erbaute Immobilie kann der Vermieter 2,5 Prozent vom Brutto-Gesamtpreis jedes Jahr von der Steuer absetzen. Dies ist solange erlaubt, bis der Gesamtpreis für den Erwerb des Hauses erreicht ist. Ist die Immobilie erst nach 1924 erbaut worden, kann der Eigentümer sie mit zwei Prozent im Jahr abschreiben.
  • Zinsen: Die monatlichen Zinsen, die bei der Rückzahlung eines Hypothekendarlehens für die Immobilie anfallen, können Vermieter als Werbungskosten von der Steuer absetzen.
  • Kontoführung: Haben Sie als Vermieter für die Einnahmen und Ausgaben der Immobilie ein eigenes Konto eingerichtet, können sie die Kontoführungsgebühren ebenfalls als Werbungskosten von der Steuer absetzen.
  • Grundsteuer: In Deutschland müssen Immobilieneigentümer jedes Jahr die Grundsteuer bezahlen. Die Höhe der Grundsteuer bestimmen die Kommunen. Sie ist daher deutschlandweit unterschiedlich. Aber auch die Grundsteuer können Sie als Vermieter in voller Höhe als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen.
  • Hausnebenkosten: Die vom Mieter bezahlten Nebenkosten muss der Vermieter zwar als Einkünfte versteuern, kann diese aber danach als Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen.
  • Bürokosten: Alle Kosten, die Ihnen als Vermieter für Telefon, Schreibwaren, Porto und benötigte Software entstehen, können Sie von der Steuer absetzen.
  • Fahrtkosten: Alle Fahrten, die Sie im Zusammenhang mit Ihrer vermieteten Immobilie machen, können in der Steuererklärung als Reisekosten geltend gemacht werden.
  • Bewirtungskosten: Für Gespräche und Treffen mit dem Mieter können Sie die dabei entstehenden Bewirtungskosten zu 70 Prozent absetzen.
  • Mitgliedsbeiträge: Beiträge, den Vermieter als Mitglied für Verbände wie beispielsweise den Vermieterverband zahlen, können ebenfalls von der Steuer abgesetzt werden.
  • Reparaturen: Fallen nötige Arbeiten an der vermieteten Immobilie an, können Vermieter die anfallenden Handwerkerkosten in der Steuererklärung geltend machen.
  • Vermietung an Verwandte: Möchten Sie als Vermieter die Ausgaben als Werbekosten anrechnen, muss die Miete für Ihre Verwandten mindesten 75 Prozent der ortsüblichen Miete betragen. So können Sie durch die niedrige Miete Ihre zu versteuernden Einkünfte schmälern und gleichzeitig die Ausgaben trotzdem als Werbekosten absetzen.
  • Renovierung: Wenn Sie als Vermieter nach dem Auszug eines Mieters die Immobilie renovieren lassen, können sie die dabei anfallenden Kosten von Ihren Miteinnahmen abziehen.
  • Werbung: Machen Sie auf der Suche nach einem neuen Mieter Werbung (Anzeigen, Prospekte etc.) für Ihre Immobilie, können Sie diese Ausgaben ebenfalls in der Steuerklärung angeben.
  • Anwaltskosten: Entstehen Ihnen bei Streitigkeiten im Rahmen der Immobilienvermietung Anwalts- oder Gerichtskosten können Sie als Vermieter diese Kosten auch als Werbungskosten von der Steuer absetzen.
  • Inventar und Möbel: Vermieten Sie eine möblierte Wohnung, können Sie diese inklusive des gesamten Inventars (Möbel, Einbauten) über die Nutzungsdauer hinweg von der Steuer absetzen.

Bitte erachten Sie die genannten Steuertipps als eine unverbindliche Orientierungshilfe. Bei Bedarf lassen Sie sich von Ihrem Steuerberater zusätzlich beraten.

Ideen von Umzugsprofis

Sie möchten darüber hinaus gern Geld beim Umzug sparen? Dann informieren Sie sich frühzeitig, wie Sie den Umzug durchführen wollen – privat mit Freunden oder von einem professionellen Umzugsunternehmen? Wer rechtzeitig plant, findet auch hier noch Potenziale, die Umzugskosten zu reduzieren.

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Источники: http://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/beruf/makler-in-diesen-faellen-koennen-sie-die-provision-absetzen.html, http://www.immobilienmakler.com/steuern-absetzen, http://www.hausgold.de/maklerprovision-und-steuer-wann-ist-die-courtage-absetzbar/

Vereinfachter antrag auf lohnsteuerermäßigung ausfüllhilfe

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Lohnsteuer kompakt Steuerwissen

Die ganze Welt des Steuerwissen

Antrag auf Lohnsteuerermäßigung: Neue Formulare für das Jahr 2018

Wer hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen hat, muss nicht bis zum Jahres-ende warten, ehe es dafür eine Steuererstattung gibt. Sie können diese Aufwendungen bereits während des Jahres steuermindernd berücksichtigen lassen und so Monat für Monat ein höheres Netto-Gehalt bekommen: Mit einem Antrag auf Lohnsteuerermäßigung können Sie einen Lohnsteuerfreibetrag bei den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) eintragen lassen, sodass der Arbeitgeber monatlich weniger Lohnsteuer einbehält.

Der „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ ist ein umfangreiches 6-seitiges amtliches Formular. Anstelle dieses umfangreichen Antrags brauchen Sie in bestimmten Fällen lediglich den 2-seitigen „Vereinfachten Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ auszufüllen, wenn der beantragte Freibetrag nicht höher ist als im Vorjahr, nur die „Zahl der Kinderfreibeträge“ geändert werden soll, erstmals ein Kinderfreibetrag beantragt wird, weil ein Kind geboren wurde oder weil ein Kind nach dem 18. Lebensjahr noch in Berufsausbildung ist.

Aktuell weist das Landesamt für Steuern Rheinland-Pfalz auf wichtige Neuregelungen beim Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für das Jahr 2018 hin (LSt Rheinland-Pfalz vom 15.9.2017):

  • Die bisher üblichen zwei Formen des Antrags – normaler Antrag und vereinfachter Antrag – werden aufgegeben.
  • Stattdessen gibt es künftig nur den „Vereinfachten Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ mit drei Anlagen zu Werbungskosten, Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastungen und Kindern.
  • Dies hat den Vorteil, dass neben dem neuen Hauptvordruck nur noch die Anlage ausgefüllt werden muss, die für den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung tatsächlich gebraucht wird.
  • Zudem werden die Vordrucke und Anlagen optisch an die gewohnten Vordrucke zur Steuererklärung angepasst.

Falls bereits im Vorjahr ein Antrag gestellt wurde und sich die Steuerfreibeträge nicht verändert haben, so genügt es, im neuen Hauptvordruck die Angaben zur Person sowie den Abschnitt „Lohnsteuer-Ermäßigung im vereinfachten Verfahren“ auszufüllen.

Der Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für das Jahr 2018 kann bereits ab Oktober 2017 gestellt werden, und zwar nur beim Finanzamt. Der Lohnsteuerfreibetrag ist dann im Regelfall für zwei Jahre gültig. Ändern sich die Verhältnisse, sodass mit geringeren Kosten zu rechnen ist, muss dies dem Finanzamt mitgeteilt werden.

Formulare für die Lohnsteuer 2018

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2 Kommentare

ich bekomme noch von den letzten zwei Jahren Geld zurück . Es kam bei mir nie an auf meinen Konto. Würde mich

freuen wenn ich die 8oo,- euro jetzt zurück bekommen könnte.

MIT Freundlichen Grüßen

vielleicht sollten Sie sich mit Ihrem Anliegen dann – am besten telefonisch – an Ihr Finanzamt wenden. Die aktuellen Kontaktdaten aller deutschen Finanzämter finden Sie allerdings auch auf unserer Seite.

Lohnsteuer kompakt ist ein privater Anbieter für die Bearbeitung Ihrer Einkommensteuererklärung. Die Online-Steuererklärung Lohnsteuer kompakt erlaubt auch Steuerlaien eine schnelle Erstellung und Abgabe der Einkommensteuererklärung ohne Installation und Aktualisierung einer Software.

Mit freundlichen Grüßen

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Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Neue Formulare für das Jahr 2018

Der einfachste Weg zum höheren Netto-Gehalt: Beantragen Sie noch dieses Jahr die Lohnsteuer-Ermäßigung. Und sichern sich damit ab Januar die günstige Wirkung des Freibetrags.

Erhöhen Sie ihr Nettogehalt

Haben Sie hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen? Dann müssen Sie nicht bis zum Jahresende warten, ehe Sie vom Finanzamt eine Steuererstattung erhalten. Lassen Sie sich die Ausgaben bereits während des Jahres steuermindernd berücksichtigen. So haben Sie Monat für Monat mehr Geld in der Tasche.

Was Sie tun müssen

Stellen Sie einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung bei Ihrem Finanzamt – am besten noch bis Ende dieses Jahres. Dadurch sichern Sie sich die Wirkung des Freibetrages bereits ab Januar 2018. Folge: Ihr Arbeitgeber behält monatlich weniger Lohnsteuer ein – und Sie erhalten netto mehr Geld auf Ihr Konto.

Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Eine positive Neuerung gibt es seit diesem Jahr: Die bisher üblichen zwei Formen des Antrags – normaler Antrag und vereinfachter Antrag – werden aufgegeben. Stattdessen gibt es künftig nur noch den „Vereinfachten Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ mit drei Anlagen zu Werbungskosten, Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastungen und Kindern.

Dies hat den Vorteil, dass neben dem neuen Hauptvordruck nur noch die Anlage ausgefüllt werden muss, die für den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung tatsächlich gebraucht wird. Zudem werden die Vordrucke und Anlagen optisch an die gewohnten Vordrucke zur Steuererklärung angepasst.

Haben Sie bereits im Vorjahr einen Antrag gestellt und sich die Steuerfreibeträge nicht verändert? Dann genügt es, im neuen Hauptvordruck die Angaben zur Person sowie den Abschnitt „Lohnsteuer-Ermäßigung im vereinfachten Verfahren“ auszufüllen.

Stellen Sie jetzt den Antrag für 2018

Der Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für das Jahr 2018 können Sie bereits ab Oktober 2017 stellen, und zwar nur beim Finanzamt. Der Lohnsteuerfreibetrag ist dann im Regelfall für zwei Jahre gültig. Ändern sich die Verhältnisse, sodass mit geringeren Kosten zu rechnen ist, muss dies dem Finanzamt mitgeteilt werden.

Die neuen Formulare für den Lohnsteuerermäßigungsantrag 2018 gibt es aber auch hier zum Download:

Gründe, die zu einer Ermäßigung führen

  • hohe Werbungskosten, z. B. Fahrtkosten, doppelte Haushaltsführung, Arbeitszimmer, Fortbildungskosten (über 1.000 Euro),
  • Sonderausgaben, z. B. Spenden, Ausgaben für Kinderbetreuung, Ausbildungskosten, Schulgeld,
  • außergewöhnliche Belastungen, z. B. Krankheitskosten, Heimunterbringung, Behinderung, Pflegebedürftigkeit, Unterhaltsleistungen an bedürftige Angehörige,
  • Entlastungsbetrag bei verwitweten Alleinerziehenden im Sterbejahr und Folgejahr,
  • Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder dauerhaft getrennt lebenden Ehepartner,
  • Pauschbeträge für behinderte Menschen und Hinterbliebene,
  • Ausgaben für Haushaltshilfe, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen,
  • Verluste aus anderen Einkunftsarten,
  • Geringverdiener: Eintragung des nicht ausgenutzten Freibetrages aus dem ersten Arbeitsverhältnis als Freibetrag bei der zweiten Beschäftigung.

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Lohnsteuerermäßigung Anlage Kind

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Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung

So bekommen Sie ein höheres Nettogehalt am Monatsende

  • Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Freibeträgen bei der Lohnsteuer sichern Sie sich ein höheres Nettoeinkommen schon ab dem nächsten Monat – durch einen Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag.
  • Steuerpflichtige können individuelle Freibeträge beantragen, die zwei Jahre gültig sind.
  • Ein höheres Nettogehalt kann Ihnen bei Sozialleistungen wie dem Elterngeld finanzielle Vorteile bringen. Sie müssen dafür bestimmte Fristen beachten.
  • Haben Sie einen Freibetrag eintragen lassen, dann müssen Sie im Folgejahr fast immer eine Steuererklärung abgeben.

So gehen Sie vor

  • Den „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ stellen Sie bis spätestens Ende November beim Finanzamt auf einem amtlichen Vordruck.
  • Bei einem neuen Antrag müssen Sie für die meisten Aufwendungen einen Betrag von mindestens 600 Euro nachweisen. Handwerkerkosten und haushaltsnahe Dienstleistungen zählen hingegen ab dem ersten Euro.
  • Für Freibeträge, die ab 2018 gelten sollen, gibt es seit Oktober 2017 neue Formulare. Im Hauptvordruck ist der vereinfachte Antrag integriert. Dieser genügt, wenn sich nur der steuerfreie Jahresbetrag ändert oder die Zahl der Kindefreibeträge. Sie müssen dem Hauptvordruck noch die entsprechende Anlage beifügen, zum Beispiel die Anlage Werbungskosten.
  • Haben Sie einen Freibetrag, der nach einer Zeit nicht mehr gerechtfertigt ist, müssen Sie das dem Finanzamt mitteilen.

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Mit einem Freibetrag sinkt Ihr zu versteuerndes Einkommen und Ihr Arbeitgeber muss weniger Lohnsteuer einbehalten. Dadurch erhöht sich Ihr monatliches Nettoeinkommen. Um die Vorteile des Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahrens zu nutzen, beantragen Sie beim Finanzamt einen Freibetrag. Ausgaben, die Ihre Steuerlast mindern, werden sofort berücksichtigt und nicht erst, nachdem Sie im Folgejahr Ihre Steuererklärung abgegeben haben.

Den Antrag können Sie noch bis Ende November des laufenden Jahres stellen – Sie profitieren dann ab dem kommenden Monat von den geringeren Abzügen. Besonders interessant ist es für diejenigen, die Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld erhalten – meist mit dem Novembergehalt. Diejenigen Arbeitnehmer sollten bis spätestens Ende Oktober den Freibetrag beantragen, damit sie bereits mit der Novemberauszahlung davon profitieren können. Der Kauf von Weihnachtsgeschenken lässt sich so entspannter angehen. Gesetzlich geregelt ist das Verfahren in Paragraf 39a Einkommensteuergesetz.

Dafür gibt es Freibeträge

Sie können sich einen Freibetrag für die Werbungskosten aus Ihrer Arbeitnehmertätigkeit, für Sonderausgaben oder für außergewöhnliche Belastungen eintragen lassen.

Mehr Elterngeld

Falls bei Ihnen im Lohnsteuerabzugsverfahren ein Freibetrag berücksichtigt wird, kann sich das aufgrund Ihres höheren Nettogehalts auch positiv auf andere staatliche Leistungen wie das Elterngeld auswirken. Für das höhere Elterngeld müssen Sie jedoch den Steuerklassenwechsel spätestens sieben Monate vor dem Monat, in dem der Mutterschutz beginnt, beantragen. Auch für andere sozialen Leistungen wie Mutterschutz, Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld und Krankengeld sind die jeweiligen Fristen einzuhalten.

Beispiele für Werbungskosten:

  • Aufwendungen für Wege zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte (Entfernungspauschale),
  • Reisekosten (soweit Ihr Arbeitgeber sie Ihnen nicht steuerfrei ersetzt),
  • Aufwendungen für Arbeitsmittel wie Fachliteratur, Werkzeug oder typische Berufskleidung,
  • Beiträge zu Berufsverbänden und
  • berufliche Fortbildungskosten.

Beispiele für Sonderausgaben:

  • Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehe- oder Lebenspartner,
  • Kinderbetreuungskosten,
  • Schulgeld,
  • Kosten von bis zu 6.000 Euro jährlich für Ihre eigene Berufsausbildung (Erststudium, erstmalige Berufsausbildung) und
  • gezahlte Kirchensteuer (Ausnahme: Kirchensteuer auf Abgeltungssteuer).

Beispiele für außergewöhnliche Belastungen:

Generell gelten individuelle Freibeträge maximal zwei Steuerjahre. Ausnahmen hiervon sind ein Behinderten- oder Hinterbliebenenpauschbetrag. Sobald der Pauschbetrag als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert ist, muss er nicht neu beantragt werden. Diese beiden Freibeträge führen nicht automatisch dazu, dass Sie eine Steuererklärung erstellen müssen.

Daneben ist die Eintragung eines Freibetrags auch möglich für:

  • negative Einkünfte aus Kapitalvermögen, die nicht unter das Verlustausgleichsverbot fallen,
  • eine negative Summe der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung sowie der sonstigen Einkünfte,
  • die Steuerermäßigung wegen Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen und Handwerkerleistungen.

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Freibetrag für Dienstleistungen im Haushalt

Die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in Privathaushalten können in Höhe des vierfachen Betrags der sich daraus ergebenden Ermäßigung als Freibetrag berücksichtigt werden. Das gilt, soweit sie nicht von dritter Seite (wie einer Versicherung) erstattet werden. Bei Handwerkerleistungen beträgt die maximale Steuerermäßigung 20 Prozent der tatsächlichen Ausgaben, begrenzt auf 1.200 Euro; als Freibetrag wird dann 4.800 Euro festgesetzt. Bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ist die Steuerermäßigung auf 510 Euro begrenzt und der Freibetrag somit auf 2.040 Euro (= 4 x 510 Euro).

Diese Fristen gelten

Ihren Antrag für 2017 können Sie noch bis zum 30. November 2017 stellen. Dieser gilt grundsätzlich bis zum Jahresende. Das kann sich insbesondere dann für Sie lohnen, wenn Sie zum Jahresende Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld erwarten.

Der Freibetrag wird ab dem 1. des Folgemonats zu einem Ihrer Merkmale auf der elektronischen Variante der Steuerkarte, genannt Elstam (kurz für Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale). Generell beginnt das Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren im Oktober des Vorjahres, für den der Freibetrag gelten soll. Seit Oktober 2017 können Sie einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung für 2018 stellen, der bis Ende 2019 gültig sein kann.

Sie können einen Freibetrag für zwei Jahre statt nur für ein Jahr beantragen. Dies spart etwas Arbeit. Der Freibetrag ist ein Jahresbetrag und wird auf die der Antragstellung folgenden Monate verteilt.

Beispiel: Freibetrag 1.200 Euro, beantragt am

  • 30. Oktober 2017 für 2017 = für November und Dezember 2017 jeweils 600 Euro,
  • 30. November 2017 für 2017 = für Dezember 2017 die gesamten 1.200 Euro,
  • 30. November 2017 für 2017 und 2018 = im Dezember 2017 1.200 Euro und für Januar 2018 bis Dezember 2018 jeweils 100 Euro,
  • 15. Juni 2018 für 2018 und 2019 = Juli bis Dezember 2018 jeweils 200 Euro und Januar bis Dezember 2019 jeweils 100 Euro.

Ihr zuständiges Finanzamt

Den Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung müssen Sie auf einem Papierformular bei dem Finanzamt stellen, in dessen Bezirk Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung wohnen. Haben Sie mehrere Wohnungen, ist das Finanzamt jenes Wohnsitzes zuständig, an dem Sie sich vorwiegend aufhalten. Bei Ehegatten oder Lebenspartnern mit mehreren Wohnsitzen ist das Finanzamt zuständig, an dem sich die Familie vorwiegend aufhält.

Eine Besonderheit gilt für den Fall, dass Sie den Antrag im Januar 2018 stellen: Dann wird der Freibetrag rückwirkend zum 1. Januar 2018 gebildet.

Falls sich bei Ihnen im Dezember 2017 etwas ändert und Sie deshalb erst nach dem 30. November 2017 Ihren Antrag stellen, werden diese Änderungen nicht mehr im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren des laufenden Jahres berücksichtigt. Eine Steuerermäßigung können Sie dann nur noch im Rahmen Ihrer Steuererklärung für 2017 geltend machen.

Sie können sich Ihre Elstam auf Antrag vom Finanzamt für Ihre Unterlagen ausdrucken lassen. Ihrem Arbeitgeber brauchen Sie den Ausdruck aber nicht vorzulegen, weil er die Freibeträge und alle weiteren Änderungen Ihrer Besteuerungsmerkmale in einem elektronischen Abrufverfahren erfährt.

Wenn Sie Ihren Freibetrag beispielsweise erst Ende November für das laufende Jahr beantragen, können Sie auf Nummer sicher gehen und der Lohnbuchhaltung Ihres Arbeitgebers mitteilen, dass diese in der Lohnabrechnung für Dezember den Freibetrag anwenden soll.

Wie Sie die Antragsgrenze überwinden

Versicherungen zählen nicht

Vorsorgeaufwendungen wie die Beiträge zu Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung wirken sich beim Freibetrag nicht aus. Sie werden beim laufenden Lohnsteuerabzug über die Vorsorgepauschale berücksichtigt.

Damit Ihnen das Finanzamt einen Freibetrag einträgt, müssen Ihre Aufwendungen 600 Euro übersteigen. Um diese Grenze zu ermitteln, zieht die Behörde bei den Werbungskosten den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro (beziehungsweise 102 Euro bei Versorgungsbezügen) ab.

Bestimmte Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art sowie Unterhaltszahlungen an Ehegatten und andere Angehörige sind Aufwendungen, die für die Berechnung der Antragsgrenze herangezogen werden. Bei den Sonderausgaben berücksichtigt das Finanzamt mindestens den Pauschbetrag von 36 Euro bei Singles und 72 Euro bei zusammenveranlagten Ehepaaren sowie Lebenspartnerschaften. Bevor Sie den Antrag stellen, sollten Sie überschlägig berechnen, ob Sie über die 600-Euro-Grenze kommen.

Diese Grenze gilt nicht für haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerkosten, Haushaltshilfen, Verlustvorträge, einen Verlust (beispielsweise aus Vermietung), den Behindertenpauschbetrag und den Hinterbliebenenpauschbetrag. Hier zählt jeder Euro für einen Freibetrag.

Fiktives Beispiel – Variante 1:

Freibetrag wird im Oktober beantragt

Quelle: Eigene Berechnung

Freibetrag wird erst im November beantragt

Quelle: Eigene Berechnung

Ergebnis: Herr Müller hat immerhin ein um 615,30 Euro höheres Nettogehalt, weil er den Freibetrag nutzt. Da er diesen aber nicht schon Ende Oktober beantragt hat (siehe Variante 1), gibt er dem Finanzamt de facto einen unverzinsten Kredit in Höhe von 316,78 Euro. Dieses Geld kann er sich erst mit der nächsten Einkommensteuererklärung zurückholen.

Für 2017 ergeben sich wegen des veränderten Steuertarifverlaufs und eines höheren Zusatzbeitrags in der Krankenversicherung geringfügig andere Zahlen.

Diese Unterlagen brauchen Sie

Je nachdem, ob Sie erstmals einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung stellen oder ob Sie Ihren bestehenden Antrag ändern wollen, müssen Sie unterschiedliche Formulare ausfüllen.

  • Wenn Sie erstmals einen Freibetrag für das Kalenderjahr 2017 beantragen oder sich Ihr für das vergangene Kalenderjahr gültiger Freibetrag erhöht, verwenden Sie den amtlichen Vordruck „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“. Den Antrag für die Kalenderjahre 2017/2018 können Sie noch bis Ende November 2017 stellen.
  • Diesen ausführlichen Antrag müssen Sie auch ausfüllen, wenn Sie als Ehepaar die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wünschen. Den Faktor erhalten Sie aber jeweils nur für ein Jahr. Sie müssen ihn jedes Jahr neu beantragen. Ab 2018 geht dies nicht mehr über den Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag. Stattdessen müssen Sie einen Antrag auf Steuerklassenwechsel stellen.
  • Wenn Sie als Ehepaar die Steuerklassen ändern möchten, können Sie das grundsätzlich einmal im Jahr beantragen. Dafür müssen Sie den „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ ausfüllen und gemeinsam unterschreiben. Ab 2018 kann jedoch ein Partner mit der Steuerklasse III oder V auch alleine einen Wechsel in die Klasse IV beantragen. Das gilt dann für beide Partner.
  • Wollen Sie 2017 höchstens den Freibetrag beantragen, der für das Kalenderjahr 2016 ermittelt wurde? Oder möchten Sie nur die Zahl der Kinderfreibeträge oder die Steuerklasse I in II ändern lassen? Dann brauchen Sie nur den zweiseitigen amtlichen Vordruck „Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2017“, den Sie im „Formular-Management des Bundesfinanzministeriums“ finden. Ab 2018 ist der vereinfachte Antrag im Hauptvordruck integriert.
  • Für Anträge ab 2018 gibt es neu gestaltete Formulare, die jetzt ähnlich gestaltet sind wie die für die Steuererklärung. Sie müssen den Hauptvordruck und nur die Anlagen ausfüllen, die Sie für den Antrag benötigen. Es gibt die Anlage Kinder, Anlage Werbungskosten und die Anlage Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastungen.
  • Den Antrag müssen Sie auf der ersten Seite des Hauptvordrucks unterschreiben.

Steuerklassenkombination IV mit Faktor

Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften können anstelle der Steuerklassenkombination III/V beantragen, dass sie die Eintragung der Steuerklassenkombination IV/IV in Verbindung mit einem Faktor bekommen. Beim Faktorverfahren werden Freibeträge in die Berechnung des Faktors einbezogen. Das Faktorverfahren können Sie mit einem „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ beantragen.

Die Formulare können Sie direkt am Bildschirm ausfüllen oder sich als leere PDF-Datei herunterladen. Beachten Sie bitte, dass Sie das Formular unterschreiben müssen. Daher können Sie es nicht einfach per E-Mail schicken. Das Finanzamt akzeptiert folgende drei Möglichkeiten, damit das ausgefüllte ausgedruckte und unterschriebene Formular korrekt ankommt: Entweder Sie versenden es per Post oder Sie gehen beim Finanzamt vorbei und erledigen die Sache persönlich. Alternativ können Sie einen Bevollmächtigten schicken, der sich ausweisen muss und dem Sie vorher schriftlich eine formlose Vollmacht erteilt haben. Bei Ehepaaren und Verpartnerten muss bei einer persönlichen Antragstellung nur einer von beiden Partnern anwesend sein, wenn beide den Antrag unterschrieben haben.

Wer den Antrag zum ersten Mal stellt, muss seine Angaben glaubhaft machen und – soweit vorhanden – entsprechende Nachweise (zum Beispiel den Ausbildungsnachweis eines Kindes) vorlegen. Beim vereinfachten Antrag verlangt das Finanzamt nicht erneut Nachweise über Ihre Aufwendungen, wenn Sie versichern, dass sich nichts Wesentliches geändert hat.

Sonderfall Grenzgänger

Der sechsseitige Antrag ist auch für Arbeitnehmer vorgesehen, die nicht in Deutschland wohnen, wenn

  • deren Einkünfte mindestens zu 90 Prozent der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder
  • die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte nicht mehr als den Grundfreibetrag (2015: 8.472 Euro; 2016: 8.652 Euro; 2017: 8.820 Euro; 2018: 9.000 Euro) betragen. Dieser Betrag wird gegebenenfalls nach den Verhältnissen Ihres Wohnsitzstaates gemindert.

Gehören Sie zur Gruppe dieser sogenannten Grenzpendler, müssen Sie Ihrem Antrag auch die „Anlage Grenzpendler EU/EWR“ oder die „Anlage Grenzpendler außerhalb EU/EWR“ beifügen.

Steuererklärung ist Pflicht

Wenn das Finanzamt Ihnen aufgrund Ihres Antrags einen Steuerfreibetrag gewährt, müssen Sie für das abgelaufene Jahr unaufgefordert eine Einkommensteuererklärung abgeben. Von dieser Verpflichtung gibt es drei Ausnahmen:

Nur die Zahl Ihrer Kinderfreibeträge hat sich geändert.

Ihr im Kalenderjahr insgesamt erzielter Arbeitslohn übersteigt 2016 nicht 11.000 Euro (bei zusammenveranlagten Ehepaaren/Lebenspartnern 20.900 Euro).

Alleinerziehende

Wer Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (Steuerklasse II) hat, muss dem Finanzamt umgehend mitteilen, wenn die Voraussetzungen dafür wegfallen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie einen Partner haben, der bei Ihnen einzieht. Der Entlastungsbetrag wurde rückwirkend für das Jahr 2015 auf 1.908 Euro erhöht. Alleinerziehenden Arbeitnehmern mit mindestens zwei Kindern steht ab dem zweiten Kind ein Zuschlag zum Entlastungsbetrag von 240 Euro je Kind zu. Auch diesen können Sie mit einem Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag beantragen, falls dies noch nicht berücksichtigt ist. Alternativ holen Sie sich den kompletten Entlastungsbetrag, indem Sie in Ihrer Steuererklärung die entsprechenden Felder in der Anlage Kind ausfüllen.

Freibeträge für Menschen mit Behinderungen und Hinterbliebene

Beeinträchtigte Menschen können wegen der mit ihrer Behinderung zusammenhängenden erhöhten Aufwendungen einen nach dem Grad der Behinderung gestaffelten Pauschbetrag als Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren geltend machen (§ 33b Absatz 3 EStG). Alternativ können sie die Pauschbeträge im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer ansetzen. Auch die Pauschbeträge für behinderte Menschen und Hinterbliebene fließen in die Elstam ein.

Den Freibetrag für behinderte Menschen müssen Sie deshalb nur dann neu beantragen, wenn der Gültigkeitszeitraum abgelaufen ist oder sich der Grad der Behinderung geändert hat. Falls ein solcher Pauschbetrag Ihrem Kind zusteht und auf Sie übertragen werden soll, setzt auch das einen neuen Antrag voraus.

Pauschbeträge für Behinderte

Quelle: § 33b Absatz 3 Einkommensteuergesetz, Stand: Oktober 2015

Beträgt Ihr Grad der Behinderung weniger als 50, aber mindestens 25, steht Ihnen der jeweilige Pauschbetrag unter diesen weiteren Voraussetzungen zu:

  • Sie haben wegen einer Behinderung einen gesetzlichen Anspruch auf Rente (zum Beispiel Unfallrente, nicht aber aus der gesetzlichen Rentenversicherung) oder andere laufende Bezüge.
  • Oder Ihre Behinderung hat zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt oder beruht auf einer typischen Berufskrankheit.

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Diese Papiere reichen Sie ein

Als Nachweise akzeptiert das Finanzamt:

  • bei einem Grad der Behinderung von 50 oder mehr: Schwerbehindertenausweis oder Bescheid des Versorgungsamts.
  • bei einem Grad der Behinderung von zwischen 25 und 50: Bescheinigung des Versorgungsamts oder Rentenbescheid.

Besonderheiten für blinde und hilflose Menschen

Blinde (BI) und dauernd hilflose behinderte Menschen (H) erhalten – unabhängig vom Grad ihrer Behinderung – einen Pauschbetrag von 3.700 Euro jährlich. Als Nachweise erkennt die Finanzverwaltung entweder einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen Bl oder H an. Beim Merkmal H reicht ab 2017 auch ein Bescheid über die Einstufung in die Pflegegrade 4 und 5.

Außergewöhnliche Belastungen

Der Pauschbetrag für behinderte Menschen soll nur die laufenden und typischen Aufwendungen für die Hilfe bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens, für die Pflege sowie für einen erhöhten Wäschebedarf abgelten. Das sind Aufwendungen, die behinderten Menschen erfahrungsgemäß durch ihre Krankheit beziehungsweise Behinderung entstehen und deren alleinige behinderungsbedingte Veranlassung nur schwer nachzuweisen ist. Alle übrigen behinderungsbedingten Aufwendungen (etwa Operationskosten sowie Heilbehandlungen, Kuren, Arznei- und Arztkosten, Fahrtkosten) kann der Steuerpflichtige daneben als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigen lassen – auch wenn er einen Pauschbetrag als Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren geltend macht (R 33b Einkommensteuer-Richtlinien).

Der Pauschbetrag für Hinterbliebene beträgt 370 Euro jährlich. Davon profitieren Menschen, denen laufende Hinterbliebenenbezüge bewilligt worden sind, zum Beispiel nach dem Bundesversorgungsgesetz oder aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Helfer für die Steuererklärung

Weitere Tipps

Der „Kleine Ratgeber für Lohnsteuerzahler 2017", den die obersten Finanzbehörden der Länder auf ihren Internetseiten zur Verfügung stellen, enthält weitere Hinweise. Darin finden sich unter anderem diese Tipps:

Freibetrag auf mehrere Dienstverhältnisse aufteilen

Ob und in welcher Höhe Ihr Arbeitgeber einen beantragten und vom Finanzamt ermittelten Freibetrag bei Steuerklasse VI abrufen soll, können Sie selbst entscheiden. Allein für eine solche Verteilung auf die einzelnen Dienstverhältnisse ist kein Antrag beim Finanzamt erforderlich. Sie müssen Ihrem Arbeitgeber lediglich zusätzlich zu Steueridentifikationsnummer und Geburtsdatum den abzurufenden Freibetrag mitteilen.

Soll ein aus anderen Gründen (etwa wegen erhöhter Werbungskosten) gebildeter Freibetrag auf mehrere Dienstverhältnisse aufgeteilt werden, ist ein formloser Antrag beim Finanzamt erforderlich. Das Finanzamt ordnet die Freibetragsanteile den einzelnen Dienstverhältnissen zu. Sie müssen dem Arbeitgeber in diesem Fall weder Angaben zur Anwendung des Freibetrags machen noch dessen Höhe mitteilen.

Kinder berücksichtigen lassen

Im Rahmen des Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahrens können Sie Kinder, die zu Beginn des Kalenderjahres 2018 das 18. Lebensjahr vollendet haben und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, berücksichtigen lassen. Einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung sollten Sie stellen, wenn für das Kalenderjahr 2018 Kinderfreibeträge berücksichtigt werden sollen für

  • vor dem 2. Januar 1999 geborene Kinder,
  • nicht in Ihrer Wohnung gemeldete minderjährige Kinder oder
  • Pflegekinder

und diese Kinder nicht bereits im Ermäßigungsverfahren für das Kalenderjahr 2017 berücksichtigt worden sind.

Mitteilungspflicht bei Änderungen

Wenn die genehmigte Lohnsteuer-Ermäßigung nicht mehr der Realität entspricht, dann sind Sie verpflichtet, dies dem Finanzamt mitzuteilen. Das gilt beispielsweise, falls Sie nach einem Jobwechsel eine geringere Entfernungspauschale haben, Sie die doppelte Haushaltsführung aufgeben oder Sie keinen Unterhalt mehr zahlen müssen. Auch wenn der Sonderfreibetrag für auswärts wohnende Kinder in der Ausbildung oder der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende Ihnen nicht mehr zusteht, müssen Sie das dem Finanzamt unverzüglich mitteilen.

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Artikel verfasst von

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

Источники: http://www.lohnsteuer-kompakt.de/steuerwissen/antrag-auf-lohnsteuerermaessigung-neue-formulare-fuer-das-jahr-2018/, http://www.buhl.de/steuernsparen/vereinfachter-antrag-auf-lohnsteuerermaessigung/, http://www.finanztip.de/lohnsteuerermaessigung/

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Leitfaden: Anlage EÜR 2016 mit Elster ausfüllen

Wenn Sie mit Elster die Anlage EÜR ausfüllen wollen, müssen Sie auf viele Kleinigkeiten achten. Denn Fehler können Sie teuer zu stehen kommen und zu Problemen mit dem Finanzamt führen. In unserem Leitfaden zur Anlage EÜR 2016 beschreiben wir alle wichtigen Stellen in der Anlage EÜR und geben Selbstständigen wichtige Tipps für das Ausfüllen.

Außerdem stellen wir die Anlage EÜR 2016 zum Download bereit und erklären, wie es nach dem Versand der Einnahmenüberschussrechnung über Elster weitergeht.

Anlage EÜR: Das Wichtigste in Kürze

Als selbstständiger Unternehmer sind Sie dazu verpflichtet, beim Finanzamt bis zum 31. Mai die Steuererklärung für Ihre Geschäftstätigkeit aus dem Vorjahr abzugeben. Dies gilt für alle Selbstständigen, unabhängig davon, ob Sie als Freiberufler oder als Gewerbetreibender beim Finanzamt gemeldet sind. Sollten Sie die Frist nicht einhalten können, sind eine Fristverlängerung für Ihre Steuererklärung bis zum 30. September und bei steuerlicher Beratung sogar bis Ende des Jahres in der Regel kein Problem.

Das Herzstück einer betrieblichen Steuererklärung kleinerer Unternehmen ist dabei die Einnahmenüberschussrechnung, die in der Anlage EÜR über Elster elektronisch beim Finanzamt eingereicht werden muss. Die Einnahmenüberschussrechnung ist eine Methode zur Gewinnermittlung, die die erzielten Umsätze den entstandenen Kosten gegenüberstellt und so für das Finanzamt den für die Höhe der Steuern relevanten Gewinn ermittelt.

Zur Einreichung der Anlage EÜR sind diejenigen Selbstständigen verpflichtet, die keine Bücher führen müssen – also keine Bilanzierung durchführen. Sollten Sie mit Umsätzen unter 17.500 Euro zu den Kleinunternehmern gehören, sind Sie sogar von der Abgabe der Anlage EÜR befreit und können Ihren Gewinn formlos, also beispielsweise per Excel-Ausdruck an das Finanzamt übermitteln – sofern Sie das möchten.

Wir beschreiben Ihnen nachfolgend im Detail, wie Sie die Anlage EÜR 2016 korrekt ausfüllen und geben Tipps, worauf Sie besonders achten müssen.

So sieht sie aus: die Anlage EÜR 2016

So funktioniert’s: Die Anlage EÜR mit Elster ausfüllen

Die Anlage EÜR 2016 ist ein mehrseitiges Formular, das Sie über Elster – dem offiziellen Portal des Bundes zur elektronischen Steuererklärung – einreichen müssen. Laden Sie sich hierzu am besten die Elster-Software herunter und installieren Sie diese. Die Anlage EÜR 2016 ist bei der Standard-Installation in der Regel schon enthalten und besteht aus drei Seiten:

  • Seite 1: Allgemeine Angaben, Angaben zum Betrieb, Entnahme oder Veräußerung von Grundstücken / grundstücksgleichen Rechten, Gewinnermittlung
  • Seite 2: Gewinnermittlung
  • Seite 3: Gewinnermittlung, Ergänzende Angaben, Zusätzliche Angaben bei Einzelunternehmen, Mitwirkung

Zusätzlich kann die Anlage EÜR um die Anlage AVEÜR (Anlageverzeichnis/Ausweis des Umlaufvermögens) sowie die Anlage SZE (Ermittlung der nicht abziehbaren Schuldzinsen) ergänzt werden, was jedoch nicht bei allen Selbstständigen notwendig ist und daher hier auf eine nähere Erläuterung verzichtet wird.

Sie haben Elster installiert und die Anlage EÜR 2016 vor sich auf dem Bildschirm? Mit nachfolgender Erklärung der einzelnen Angaben sollte die auf den ersten Blick komplex wirkende Anlage EÜR für Sie keine Hürde mehr sein.

Allgemeine Angaben

Geben Sie auf Seite 1 der Anlage EÜR das für Sie zuständige Finanzamt und Ihre Steuernummer an, damit Elster Ihre Einnahmenüberschussrechnung Ihnen und dem für Sie zuständigen Ansprechpartner zuordnen kann. Bei der Steuernummer handelt es sich um diejenige Steuernummer, die Sie bei der Anmeldung Ihrer Selbstständigkeit mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vom Finanzamt zurückgemeldet bekommen haben. Bei Einzelunternehmen kann es sich dabei auch um Ihre persönliche Steuernummer handeln. Sollten Sie steuerfachlich vertreten sein, ergänzen Sie noch Ihre Mandantennummer.

Angaben zum Betrieb

Geben Sie auch hier das Finanzamt und eventuell eine betriebliche Steuernummer an, die Sie beispielsweise bei der Gründung einer Personengesellschaft erhalten haben. Die weiteren Angaben wie Bezeichnung und Anschrift sollten selbsterklärend sein. Bei Art des Betriebs können Sie den Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit nennen. Für die Rechtsform des Betriebs wird Ihnen eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmensformen zur Auswahl gestellt. Häufige Angaben von Einzelunternehmen sind hier „Angehörige(r) der freien Berufe" für Freiberufler und „Sonstige(r) Einzelgewerbetreibende(r)" für klassische Gewerbetreibende. Schaffen Sie sich im Zweifel einen Überblick: zu den Rechtsformen.

Beim Wirtschaftsjahr in der Anlage EÜR 2016 handelt es sich in der Regel um das Kalenderjahr, sofern Sie im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung hier nichts Gegenteiliges angegeben haben. Selbst wenn Sie Ihr Unternehmen mitten im Jahr gegründet haben, entspricht das Wirtschaftsjahr dem Kalenderjahr – lassen Sie sich hier nicht durcheinanderbringen.

Bei der Einkunftsart haben Sie die Wahl zwischen Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und Selbstständige Arbeit. Als Freiberufler wählen Sie letzteres. Wenn Sie die Anlage EÜR unter gleicher Steuernummer wie die der Einkommensteuererklärung des Ehepartners abgeben, wählen Sie „Ehefrau / Lebenspartner(in) B" bzw. „Beide Ehegarten / Lebenspartner(innen)". Ansonsten ist das Kreuz bei „Stpfl. / Ehemann / Lebenspartner(in) A" korrekt.

Entnahme oder Veräußerung von Grundstücken / grundstücksgleichen Rechten

Haben Sie im Wirtschaftsjahr der Steuererklärung Ihren Betrieb veräußert oder aufgegeben? Dann sollten Sie dies hier bestätigen, da dies auf Seite drei der Anlage EÜR 2016 eine Rolle spielen wird. Gleiches gilt, wenn Sie im Wirtschaftsjahr ein Grundstück aus dem Betriebseigentum entnommen oder verkauft haben.

Probleme beim Ausfüllen der Anlage EÜR? Unser Partner felix1.de unterstützt bei der Buchhaltung und bei der Erstellung der Steuererklärung.

Gewinnermittlung: Betriebseinnahmen

Nun wird es ernst: Bei der Gewinnermittlung der Anlage EÜR 2016 müssen Sie im ersten Schritt nun die Betriebseinnahmen angeben. Leider ist es deutlich komplizierter, als nur Ihre Umsätze einzutragen. Wir führen Sie nun durch die wichtigsten Arten der Betriebseinnahmen:

Betriebseinnahmen als umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer

Wenn Sie Ihren Umsätzen nach Kleinunternehmer sind und nicht auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichtet haben, tragen Sie hier Ihren Gesamtumsatz ein – und wirklich nur dann! Als kleiner Tipp: Wenn Sie in Ihren Rechnungen die Umsatzsteuer ausgewiesen haben, ist dies ein Zeichen dafür, dass sie kein Kleinunternehmer mehr sind bzw. die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch genommen haben. Sollten Sie Umsätze generiert haben, die von der Umsatzsteuer befreit sind beziehungsweise zu den „ nicht steuerbare Umsätzen " gehören, müssen Sie diese im entsprechenden Feld der Anlage EÜR 2016 angeben.

Umsatzsteuerpflichtige Betriebseinnahmen

Sind Sie kein Kleinunternehmer und haben Sie auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichtet, gilt es nun, alle umsatzsteuerpflichtigen Betriebseinnahmen anzugeben. Addieren Sie hierzu die Netto-Beträge – also die Rechnungsbeträge ohne Umsatzsteuer – aller der von Ihnen in dem Wirtschaftsjahr erzielten Umsätze. Orientieren Sie sich dabei nicht an den ausgestellten Rechnungen, sondern am tatsächlichen Geldeingang auf Ihrem Bankkonto, da bei der Einnahmenüberschussrechnung mit der Anlage EÜR das sogenannte Zuflussprinzip gilt.

Umsatzsteuerfreie, nicht umsatzsteuerbare Betriebseinnahmen

Umsatzsteuerfreie Einnahmen wie zum Beispiel Zinsen, oder nicht umsatzsteuerbare Betriebseinnahmen, zu denen beispielsweise öffentliche Zuschüsse oder Entschädigungen zählen, sind in diesem Feld der Anlage EÜR 2016 zu hinterlegen. Hierzu zählen auch Betriebseinnahmen, für die der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer nach § 13b UStG schuldet. Diese Situation kann dann auftreten, wenn Sie einem Unternehmen, das in einem anderen EU-Mitgliedstaat ansässige eine Leistung anbieten und dieses dann für Sie die Umsatzsteuer anmeldet. Sind Sie sich an dieser Stelle unsicher, empfiehlt sich der Kontakt zum Steuerberater.

Vereinnahmte Umsatzsteuer sowie Umsatzsteuer auf unentgeltliche Wertabgaben

Auch wenn die Umsatzsteuer ein Durchlaufposten und eigentlich keine tatsächliche Einnahme für Sie ist: An dieser Stelle der Anlage EÜR müssen Sie nun die Summe der Umsatzsteuer aus Ihren Betriebseinnahmen angeben. Sollten Sie außerdem betriebliche Objekte oder Leistungen – wie beispielsweise das Geschäftsauto – privat genutzt haben, müssen Sie die auf die Leistung anfallende Umsatzsteuer ebenfalls hinzuaddieren. Achten Sie unbedingt darauf, dass die hier angegebene Zahl mit der in der Umsatzsteuererklärung angegebenen Summe übereinstimmt, da fehlerhafte Angaben durch das Finanzamt so schnell aufgedeckt werden.

Vom Finanzamt erstattete und ggf. verrechnete Umsatzsteuer

Im Rahmen Ihrer monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung erhalten Sie von Ihrem Finanzamt eine Steuerrückerstattung auf Ihr Geschäftskonto überwiesen oder es wird eine Verrechnung mit der abzuführenden Umsatzsteuer durchgeführt. Geben Sie in diesem Feld der EÜR 2016 die Summe der auf Ihren Betriebseinnahmen basierenden abgeführten Umsatzsteuer an.

Veräußerung oder Entnahme von Anlagevermögen

Sie haben Maschinen, Autos oder andere Vermögenswerte aus Ihrem Anlagevermögen verkauft oder in Ihr Privatvermögen überführt? Tragen Sie in diesem Feld den Netto-Umsatz der Veräußerung bzw. Entnahmen ein. Bei Entnahmen, also der Überführung ins Privatvermögen, berechnen Sie die Betriebseinnahme, indem Sie den Teilwert ansetzen. Grob kalkuliert ist der Teilwert die Höhe der Netto-Summe, die ein Außenstehender für dieses Wirtschaftsgut im Falle einer Betriebsveräußerung ansetzen würde.

Private Kfz-Nutzung

Wenn Sie ein zum Betriebsvermögen gehörendes Fahrzeug privat genutzt haben, müssen Sie in dieser Zeile der Anlage EÜR 2016 den Netto-Wert der privaten Kfz-Nutzung angeben.

Sonstige Sach-, Nutzungs- und Leistungsentnahmen

Haben Sie weitere Dinge aus Ihrem Betrieb privat genutzt oder sogar ins Privatvermögen übertragen, müssen Sie hier in der Anlage EÜR ebenfalls den entsprechenden Wert ohne Umsatzsteuer angeben. Beispiele für solche Privatentnahmen sind:

  • Private Nutzung von Maschinen
  • Warenentnahmen
  • Private Nutzung von Dienstleistungen des eigenen Unternehmens

Privatentnahmen in Form von Barentnahmen oder Überweisungen auf das Privatkonto gehören an dieser Stelle der Anlage EÜR noch nicht dazu – diese folgen auf Seite 3.

Die Betriebseinnahmen müssen in der Anlage EÜR 2016 zuerst angegeben werden

Gewinnermittlung: Betriebsausgaben

Nachdem Sie nun alle Betriebseinnahmen angegeben haben, folgt im zweiten Schritt auf Seite 2 der Anlage EÜR 2016 die Angabe sämtlicher Betriebsausgaben , die Ihren Gewinn in Ihrer Steuererklärung schmälern.

Betriebsausgabenpauschale für bestimmte Berufsgruppen

Bei manchen Berufsgruppen, wie beispielsweise bei hauptberuflichen Schriftstellern und Journalisten, nebenberuflich tätigen Wissenschaftlern und Künstlern oder bei nebenamtlichen Lehrtätigkeit können pauschale Betriebsausgaben angegeben und die tatsächlichen Betriebsausgaben vernachlässigt werden. Je nach Art der Tätigkeit bewegt sich die Betriebsausgabenpauschale bei rund 25 bis 30 % von den Netto-Betriebseinnahmen. Was auf Sie zutrifft, können Sie in § 3 Nr. 26, 26a und 26b des EStG nachlesen.

Waren, Rohstoffe und Hilfsstoffe einschließlich der Nebenkosten

Sind Sie in Branchen wie der Industrie, der Gastronomie oder dem Handel selbstständig tätig, kaufen Sie regelmäßig verschiedene Waren, Rohstoffe oder Hilfsstoffe ein. Geben Sie die Summe aller Kosten – ohne Umsatzsteuer – in diesem Feld der Anlage EÜR an. Hier gilt analog zum Zuflussprinzip das Abflussprinzip: Es zählt nicht das Datum der Rechnungsstellung sondern das des Geldflusses.

Bezogene Fremdleistungen

Als Selbstständiger nehmen Sie nicht selten Dienstleistungen anderer Unternehmen in Anspruch. In der Anlage EÜR 2016 müssen Sie die Summe für alle Betriebsausgaben durch solche Dienstleistungen im Feld „Bezogene Fremdleistungen" angeben – auch hier natürlich wieder ohne Einberechnung der Umsatzsteuer. Dazu können beispielsweise die Kosten für freie Mitarbeiter gehören.

Ausgaben für eigenes Personal

Sie haben angestellte Mitarbeiter, die ein regelmäßiges Gehalt von Ihnen bekommen? Dann tragen Sie die Ausgaben für eigenes Personal hier in der Anlage EÜR ein. Addieren Sie hierzu sämtliche Bruttolöhne einschließlich gezahlter Lohnsteuer, Versicherungsbeiträge und anderer Nebenkosten.

Absetzung für Abnutzung (AfA)

Wirtschaftsgüter aus dem Anlagevermögen, wie beispielsweise Maschinen oder Autos, werden sowohl bei bilanzierenden Unternehmen, aber auch bei der Anlage EÜR nicht direkt als Betriebsausgabe gebucht, welche den Unternehmensgewinn mindert. Stattdessen werden solche abnutzbaren Wirtschaftsgüter abgeschrieben, was bedeutet, dass die Anschaffungskosten über die gewöhnliche Nutzungsdauer hinweg verteilt jährlich abgesetzt werden. Die Vorgehensweise bei der Abschreibung ist recht komplex und wird daher im Folgenden nicht behandelt – hier empfiehlt sich tatsächlich die Rücksprache mit einem Steuerberater. Für viele Gründer ist die Abschreibung per AfA allerdings gar nicht notwendig, da so genannte geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem Netto-Kaufpreis von unter 410 Euro auch direkt als Betriebsausgabe geltend gemacht werden können. Diese können Sie unter dem Punkt „Aufwendungen für geringwertige Wirtschaftsgüter" in der Anlage EÜR 2016 angeben.

Raumkosten und sonstige Grundstückaufwendungen (ohne häusliches Arbeitszimmer)

Als Selbstständiger ist es häufig notwendig, einen geeigneten Ort für die eigene Geschäftstätigkeit zu finden. Die hierfür entstehenden Raumkosten oder sonstige Grundstückaufwendungen können Sie als Betriebsausgaben unter den nachfolgenden Posten in der Anlage EÜR absetzen.

Miete / Pacht für Geschäftsräume und betrieblich genutzte Grundstücke

Sie haben ein Büro oder eine Lagerhalle gemietet? Die Netto-Kosten hierfür können Sie selbstverständlich als Betriebsausgaben geltend machen. Die Mietkosten für das Büro in den eigenen vier Wänden dürfen Sie hier allerdings noch nicht eintragen – dieser Punkt folgt später in der Anlage EÜR.

Aufwendungen für doppelte Haushaltungsführung (z.B. Miete)

Als Unternehmer mit Familie kann es gut möglich sein, dass das gemietete Büro oder die Produktionsstätte vom eigentlichen Hauptwohnsitz so weit entfernt ist, dass eine Zweitwohnung nahe des Ortes der Geschäftstätigkeit notwendig ist. In diesem Fall können die Kosten für die Zweitwohnung, insbesondere die Miete und unter Umständen auch Einrichtungsgegenstände oder Renovierungskosten, abgesetzt werden. Alle diese Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung tragen Sie an dieser Stelle der Anlage EÜR 2016 ein. Mehraufwendungen für Verpflegung und Kosten für Familienheimfahrten dürfen hier allerdings noch nicht eingetragen werden.

Sonstige Aufwendungen für betrieblich genutzte Grundstücke

Ergänzen Sie in dieser Zeile der Anlage EÜR die sonstigen Kosten, die für betrieblich genutzte Grundstücke entstehen. Dazu gehören beispielsweise die Grundsteuer oder Instandhaltungsaufwendungen.

Sonstige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben

Die Anlage EÜR macht es Selbstständigen mit der Unterteilung der entstandenen Kosten in viele verschiedene Kategorien nicht unbedingt leicht. Nachfolgend werden sonstige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben genannt, die für Sie als Gründer auszufüllen sind. Dabei gilt auch hier, dass Sie den Nettobetrag eintragen – Kleinunternehmer hingegen den Bruttobetrag.

Aufwendungen für Telekommunikation (z.B. Telefon, Internet)

Tragen Sie hier die Kosten für Ihre Handyrechnung, das Internet sowie für das Festnetztelefon ein. Sollten Sie vom Home Office aus arbeiten und das Internet beispielsweise auch privat nutzen, dürfen Sie nur den betrieblich veranlassten Anteil als Kosten ansetzen.

Übernachtungs- und Reisenebenkosten bei Geschäftsreisen des Steuerpflichtigen

Sind Sie als Unternehmer auf einer längeren Geschäftsreise, fallen in der Regel Übernachtungskosten an, die Sie hier ergänzen können. Zu den Reisenebenkosten zählen beispielsweise Aufwendungen für die Aufbewahrung von Gepäck oder Parkgebühren. Fahrtkosten für das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel sind erst später in der Anlage EÜR zu ergänzen.

Schuldzinsen zur Finanzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens (ohne häusliches Arbeitszimmer)

Haben Sie einen Kredit für Maschinen oder weitere Wirtschaftsgüter aus dem Anlagevermögen aufgenommen, zahlen Sie in der Regel Zinsen dafür. Diese werden bei der Anlage EÜR als Betriebsausgabe betrachtet und dürfen hier eingetragen werden. Zinszahlungen für anderweitige Kredite können Sie unter „Übrige Schuldzinsen" angeben.

Gezahlte Vorsteuerbeträge

An dieser Stelle der Einnahmenüberschussrechnung ergänzen Sie bitte die Summe der Vorsteuer aller Eingangsrechnungen, die Sie erhalten haben. Bedenken Sie auch hier, dass diese Zahl mit der Summe aus der Umsatzsteuererklärung übereinstimmen sollte.

An das Finanzamt gezahlte und ggf. verrechnete Umsatzsteuer

Tragen Sie hier die gesamte Umsatzsteuer aus dem Wirtschaftsjahr ein, die Sie an das Finanzamt basierend auf der Umsatzsteuervoranmeldung und der Umsatzsteuerjahreserklärung gezahlt haben bzw. die eventuell auch mit der Vorsteuer verrechnet wurde. Beachten Sie dabei die Regelung zum 10-Tageszeitraum nach § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG.

Weitere, selbsterklärende und einzeln aufzulistende Betriebsausgaben der Anlage EÜR 2016 sind :

  • Fortbildungskosten (ohne Reisekosten), zum Beispiel für Seminare, Workshops oder Vorträge
  • Kosten für Rechts- und Steuerberatung sowie Buchführung
  • Miete oder Leasing für bewegliche Wirtschaftsgüter (z.B. gemietete Laptops, allerdings keine Kfz)
  • Beiträge, Gebühren, Abgaben und Versicherungen (ohne solche für Gebäude und Kfz)
  • Werbekosten (zum Beispiel Inserate, Werbespots, Plakate, Online-Marketing etc.)

Haben Sie weitere unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben, die Sie keiner Zeile der Anlage EÜR 2016 zuordnen können, fügen Sie die Summe dieser Aufwendungen unter „Übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben" ein.

Beschränkt abziehbare Betriebsausgaben

Nicht jede Betriebsausgabe eines Unternehmens darf vollständig gewinnmindernd abgesetzt werden. So gibt es bei folgenden Betriebsausgaben in der Anlage EÜR einige Einschränkungen:

  • Geschenke an Geschäftspartner dürfen den Nettobetrag von 35 Euro nicht überschreiten, wenn sie abgesetzt werden sollen.
  • Bewirtungsaufwendungen , die durch die Bewirtung von Personen aus geschäftlichem Anlass entstehen, sind nur zu 70 % abziehbar.
  • Verpflegungsmehraufwendungen können bei einer Geschäftsreise oder einer betrieblich veranlassten doppelten Haushaltsführung entstehen (24 Euro bei 24 Stunden Abwesenheit oder 12 Euro bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit).

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sind für Selbstständige in der Anlage EÜR vollständig abzuziehen, wenn Sie ausschließlich im Home Office arbeiten, das Arbeitszimmer also der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung ist. Zur Berechnung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer müssen Sie die Miete und Nebenkosten für Ihre private Wohnung entsprechend der Fläche Ihres Arbeitszimmers zur Gesamtfläche ins Verhältnis setzen und können so die abziehbaren Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer kalkulieren.

Kraftfahrzeugkosten und andere Fahrtkosten

Sie haben ein Kraftfahrzeug betrieblich angemeldet? Dann können Sie die für das Kfz entstandenen Aufwendungen auch als Betriebsausgabe in der Anlage EÜR 2016 absetzen:

  • Leasingkosten
  • Steuern, Versicherung und Maut
  • Sonstige tatsächliche Fahrtkosten (wie beispielsweise durch Reparaturen, Treibstoff, aber auch die Kosten für Flugstrecken und öffentliche Verkehrsmittel)

Nutzen Sie stattdessen Ihr privates Auto in gewissen Fällen für betriebliche Fahrten, können Sie unter „Fahrtkosten für nicht zum Betriebsvermögen gehörende Fahrzeuge (Nutzungseinlage)" die hierfür entstandenen Kosten angeben. Diese berechnen Sie am einfachsten, indem Sie je gefahrenen Kilometer pauschal 0,30 Euro berechnen. Alternativ können Sie die tatsächlich entstandenen Aufwendungen ansetzen.

Die Fahrtkosten für Wege zwischen der Wohnung und der ersten Betriebsstätte, also beispielsweise bei Familienheimfahrten, dürfen ebenfalls 0,30 Euro je Kilometer angesetzt werden – allerdings nur für die einfache Strecke. Außerdem müssen die tatsächlichen Aufwendungen hiervon wieder abgezogen werden, da grundsätzlich nur die Entfernungspauschale als Betriebsausgabe berücksichtigt werden kann. Sprechen Sie hier im Zweifel lieber mit einem Steuerberater, bevor sie fehlerhafte Angaben in der Anlage EÜR machen.

Die Betriebsausgaben decken den zweiten großen Teil der Anlage EÜR 2016 ab

Ermittlung des Gewinns

Sie haben nun die vollständigen Angaben zu Ihren Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben in der Anlage EÜR gemacht – herzlichen Glückwunsch. Damit haben Sie es nämlich fast geschafft. Auf Seite 3 der Anlage EÜR 2016 können Sie bei der Ermittlung des Gewinns zwar noch weitere Beträge ergänzen, für die meisten Gründer spielen diese jedoch keine gewichtige Rolle in Ihrer Einnahmenüberschussrechnung. Gleiches gilt für die ergänzenden Angaben bei „Rücklagen und stille Reserven".

Zusätzliche Angaben bei Einzelunternehmen

Als Einzelunternehmen sind Sie noch dazu verpflichtet, alle Sach-, Leistungs- und Nutzungsentnahmen bzw. Einlagen in der Anlage EÜR zu kennzeichnen. Haben Sie also beispielsweise von Ihrem Privatkonto auf Ihr Geschäftskonto einen Betrag überwiesen oder aus Ihrer geschäftlichen Kasse für private Zwecke Geld entnommen, müssen Sie die Summe aller Einlagen und Entnahmen hier ergänzen. Dies gilt auch für die Nutzung betrieblicher Wirtschaftsgüter zu privaten Zwecken.

Sie haben alle Tipps zur Anlage EÜR gelesen und haben immer noch Fragen? Wir finden einen Steuerberater, der Sie bei Ihrer Steuererklärung unterstützt!

Anlage EÜR 2016 herunterladen

Auch wenn Sie die Anlage EÜR 2016 direkt über Elster ausfüllen können, empfiehlt es sich manchmal, ein ausgedrucktes Formular der Anlage EÜR 2016 neben dem Laptop liegen zu haben. Hier geht es zum Download der Anlage EÜR 2016 als PDF.

Anlage EÜR fertig ausgefüllt: So geht es nun weiter

Nachdem Sie die Anlage EÜR 2016 vollständig ausgefüllt haben, können Sie die Einnahmenüberschussrechnung direkt per Elster an das zuständige Finanzamt übermitteln. Es empfiehlt sich, vorher noch die vollautomatisierte Plausibilitätsprüfung durchzuführen, um etwaige beim Ausfüllen entstandene Fehler korrigieren zu können. Möchten Sie eine authentifizierte Übertragung durchführen, sodass Sie auf den Besuch des Finanzamts vor Ort komplett verzichten können, ist ein elektronisches Zertifikat nötig. Dieses kann direkt über die Webseite von Elster beantragt werden und dient als Beweis dafür, dass tatsächlich auch Sie und niemand anderes die Anlage EÜR übermittelt haben.

Neben der Anlage EÜR 2016 müssen Sie im Rahmen Ihrer betrieblichen Steuererklärung eventuell übrigens noch zusätzlich die Umsatzsteuererklärung für das gleiche Jahr absenden, was ebenfalls direkt über Elster möglich ist. Sind Sie mit einem Gewerbebetrieb selbstständig, müssen Sie noch die Anlage G übermitteln, in welcher der in der Einnahmenüberschussrechnung ermittelte Gewinn bzw. Verlust angegeben werden muss. Als Freiberufler greifen Sie hier auf die Anlage S für die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit zurück.

Tipp: Buchhaltungssoftware und Steuerberater helfen

Zum Abschluss geben wir Ihnen noch einen Tipp mit auf den Weg: Auch wenn man mit ein wenig Übung die Anlage EÜR eigenständig ausfüllen kann, können sich doch immer wieder Fehler einschleichen, die zu Unstimmigkeiten mit dem Finanzamt führen oder auch viel Geld kosten können. Daher empfiehlt sich bei vielen Selbstständigen, entweder gemeinsam mit dem Steuerberater die Anlage EÜR zu befüllen oder zumindest mit einem der mittlerweile sehr guten Buchhaltungsprogramme die Einnahmenüberschussrechnung zu machen. Hierfür bieten wir Ihnen einen detaillierten Vergleich von Buchhaltungssoftware.

Erste-Hilfe-Lehrgang

Der Erste-Hilfe-Lehrgang wendet sich grundsätzlich an alle Interessierten, da keinerlei Vorkenntnisse erforderlich sind. Die hohe Anzahl von Notfällen in den verschiedensten Bereichen macht es dringend notwendig, möglichst viele Ersthelfer auszubilden. Neben den "Lebensrettenden Sofortmaßnahmen" beinhaltet der Lehrgang noch folgende

  • Wundversorgung
  • Umgang mit Knochenbrüchen
  • Verbrennungen, Hitze-/Kälteschäden
  • Verätzungen
  • Vergiftungen
  • zahlreiche praktische Übungsmöglichkeiten

"Richtig helfen können – Ein gutes Gefühl!" Dieser Lehrgang liefert Ihnen die Handlungssicherheit in Erster Hilfe bei nahezu jedem Notfall in Freizeit und Beruf.

Ab 01. April 2015 tritt die Novellierung in der Ersten Hilfe in Kraft. Laut DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" gelten veränderte Lehrgangszeiten. Siehe nachfolgende Lehrgangsinformationen.

Nach Änderung der Fahrerlaubnisverordnung kommt es zum Wegfall des Angebotes "Lebensrettende Sofortmaßnahmen". Der Erste Hilfe Kurs mit 9 Unterrichtseinheiten wird ebenso ab dem 01. April 2015 für alle Fahrzeugklassen anerkannt.

Übersicht über Erste-Hilfe-Kurse

(Doppelstunde = 2 x 45 min.)

Führerscheinbewerber-Ausbildung der Klasse A+B in den notwendigen Maßnahmen bei Verkehrsunfällen

Grundlehrgang für alle; Vorraussetzung für Führerscheine der Klasse A,B,C, Pflicht für Übungsleiter in Sportvereinen, betriebliche Ersthelfer etc.

Wiederholungslehrgang zur Auffrischung und Vertiefung. Voraussetzung: abgeschlossener EH-Lehrgang

Erste Hilfe am Kind

Erste Hilfe bei Kindernotfällen und Kinderkrankheiten

Erweiterte Erste Hilfe

(Sanitätsausbildung Teil A)

Für alle, die Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse erweitern möchten

Fit in Erster Hilfe

Wiederholungslehrgang zur Auffrischung und Vertiefung für Führerscheininhaber

Erste Hilfe für Sportgruppen

3-8 Doppelstunden, je nach Vorkenntnissen der TN

Für alle, die sich im Rahmen ihrer beruflichen oder freizeitlichen Sportausübung für Erste Hilfe interessieren. Voraussetzung: abgeschlossene EH-Ausbildung

Источники: http://www.johanniter.de/die-johanniter/johanniter-unfall-hilfe/juh-vor-ort/landesverband-berlinbrandenburg/regionalverband-suedbrandenburg/johanniter-vor-ort/johanniter-in-elbe-elster/, http://www.fuer-gruender.de/wissen/unternehmen-fuehren/buchhaltung/steuererklaerung/anlage-euer/, http://www.drk-elbe-elster-nord.de/angebote/kurse-im-ueberblick/erste-hilfe-lehrgang.html

Steuervorteil kind

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Kinderfreibetrag 2015 / 2016 / 2017 / 2018

Freibetrag für Kinder bei der Einkommensteuer nach § 32 Abs. 6 EStG

Ist der Steuervorteil höher als das gezahlte Kindergeld, senkt der Kinderfreibetrag die Steuerlast bei der Einkommensteuer.

Foto © Kzenon – bigstockphoto.com

Kindergeld und Kinderfreibetrag sind eng miteinander gekoppelt und von staatlicher Seite aus eine Unterstützung für Familien, um den Grundbedarf der Kinder zu decken. Dabei gilt, entweder Kindergeld ODER Kinderfreibetrag, beides zusammen ist nicht möglich.

Ob nun das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, ermittelt das Finanzamt automatisch bei der jährlichen Berechnung der Einkommensteuer (Veranlagung) im Rahmen einer Günstigerprüfung. Eltern müssen den Kinderfreibetrag also nicht gesondert beantragen. Letztmalig wurden der Kinderfreibetrag und das Kindergeld in 2016 angehoben.

Kindergeld

Das Kindergeld ist ein Betrag, der Eltern monatlich überwiesen wird und der nicht der Einkommensteuer unterliegt, also nicht versteuert werden muss. Der Anspruch auf Kindergeld entsteht im Geburtsmonat des Kindes und die Höhe richtet sich dabei nach der Anzahl der Kinder:

Das Kindergeld wurde in 2015 um 4 Euro je Kind angehoben. Im Jahr 2016 stieg es um weitere 2 Euro und erhöhte sich jeweils zum 01.01.2017 sowie zum 01.01.2018 erneut um 2 Euro je Kind.

Kinderfreibetrag

Im Gegensatz zum Kindergeld wird der Kinderfreibetrag nicht ausgezahlt sondern ist ein Freibetrag, der vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen wird und sich bei der Berechnung der Einkommensteuer steuermindernd auswirkt. Die monatlichen Kindergeldzahlungen können dabei als Vorausleistungen auf den Kinderfreibetrag zum Jahresende betrachtet werden.

Analog zum Grundfreibetrag, der Einkommen von Erwachsenen steuerfrei stellt und das Existenzminimum sicherstellen soll, wird für Kinder der Kinderfreibetrag (§ 32 Abs. 6 EStG) gewährt, der den Grundbedarf des Kindes decken soll.

Anspruch auf Kinderfreibetrag

Der Anspruch auf den Kinderfreibetrag entsteht im Geburtsmonat des Kindes und hat so lange Bestand, wie auch der Kindergeldanspruch besteht. Allgemein gilt:

  • bis zum 18. Lebensjahr
  • bis zum 25. Lebensjahr, wenn sich das Kind noch in Ausbildung oder Studium befindet
  • auch über das 25. Lebensjahr hinaus, wenn das Kind behindert ist und außerstande, sich selbst zu unterhalten

Höhe des Kinderfreibetrages

Nachdem berichtet wurde, dass der Bund ein Jahr früher als geplant ohne neue Schulden auskommt, besteht Raum für eine Erhöhung. Auf Grundlage des 10. Existenzminimum-Berichts vom 30. Januar 2015 hatte das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf zur Anhebung des Kinderfreibetrages, Kindergeldes sowie des Kinderzuschlags beschlossen. Für die Jahr bis 2018 ergeben sich folgende Werte für den Kinderfreibetrag, nachdem es zum 01.01.2017 eine Erhöhung um 168 Euro sowie eine weitere um 72 Euro zum 01.01.2018 gibt:

Aktuell beträgt dieser in der Summe 7.356 Euro (7.248 Euro bis 2016) jährlich je Kind für beide Elternteile und setzt sich zusammen aus

  • 2.640 Euro für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf (bleibt zunächst unverändert)
  • 4.608 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes (steigt 2017 und 2018)

Bei getrennten Elternteilen wird der halbe Kinderfreibetrag angesetzt: ab 01.01.2017 sind das 3.678 Euro (3.624 Euro bis 2016).

Diese Beträge werden vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen, so dass sich eine neue, reduzierte Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer ergibt.

Anteilige Berechnung im Geburtsjahr des Kindes

Wird ein Kind nicht im Januar sondern etwa im Mai geboren, so wird im Geburtsjahr der Kinderfreibetrag anteilig gewährt. Am Beispiel Mai besteht der Kindergeldanspruch für acht Monate des Jahres, so dass auch der Kinderfreibetrag nur für acht Monate berechnet wird: 7.248 / 12 x 8 = 4.832 Euro.

Kinderfreibetrag übertragen

In einigen Fällen kann der halbe Kinderfreibetrag von 3.678 Euro (3.624 Euro bis 2016) auf den anderen Elternteil übertragen werden, so dass bei einem Steuerpflichtigen die vollen 7.356 Euro (7.248 Euro bis 2016) angerechnet werden. Das ist dann der Fall, wenn die Eltern getrennt leben oder geschieden sind und ein Elternteil seine Unterhaltspflichten nicht erfüllt oder aufgrund mangelnder Leistungsfähigkeit keine Unterhaltspflicht (§ 1603 BGB) gegeben ist.

Kinderfreibetrag oder Kindergeld – Günstigerprüfung

Ob die Kindergeldzahlungen oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, prüft das Finanzamt automatisch im Rahmen einer Günstigerprüfung. Im erster Schritt wird dazu die Einkommensteuer auf das zuvor ermittelte zu versteuernde Einkommen berechnet. Anschließend wird das zu versteuernde Einkommen um den Kinderfreibetrag vermindert und die Einkommensteuer aufgrund der neuen Bemessungsgrundlage erneut ermittelt. Erst wenn bei beiden Berechnungen die Differenz der Einkommensteuer die Höhe des Kindergeldes übersteigt, ergibt sich ein Steuervorteil. Die Grenzen sind:

  • 2.280 Euro bei Verheirateten (190 Euro Kindergeld x 12 Monate; 2.280 Euro ab 2016 (2.256 Euro bis 2015)
  • 1.140 Euro bei getrennt lebenden Elternteilen (das Kindergeld wird nur zur Hälfte berücksichtigt)

Berechnungsbeispiele nach dem Einkommensteuertarif 2016

Die nachfolgenden Beispiele werden mit den Werten für Kindergeld und Kindefreibetrag noch nach der Rechtslage 2016 gerechnet, da die Veranlagung zur Einkommensteuer für das Jahr 2017 erst im Jahr 2018 durchgeführt wird. Zum Jahreswechsel 2017/ 2018 werden die Werte entsprechend angepasst.

Berechnungsbeispiel 1: verheiratete Eltern mit einem Kind (nach Splittingtabelle)

Berechnungsbeispiel 2: lediger Elternteil mit einem Kind (nach Grundtabelle)

Quellen und weiterführende Links

(Letzte Aktualisierung: 02.11.2017)

Kinderfreibetrag 2015 / 2016 / 2017 / 2018 :

3,65 von 5 Punkten, basierend auf 75 abgegebenen Stimmen.

Kindergeld und Freibeträge

Steuervorteile für Eltern

  • Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Eltern können eine Reihe steuerlicher Vergünstigungen erhalten. So steht ihnen entweder Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zu. Zusätzlich zum Kindergeld bekommen Geringverdiener auf Antrag den sogenannten Kinderzuschlag.
  • Darüber hinaus können der Ausbildungsfreibetrag und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende die Steuern senken. Auch Kinderbetreuungskosten wirken sich steuermindernd aus.
  • Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann von der Kinderzulage profitieren.

So gehen Sie vor

  • Kindergeld und Kinderzuschlag beantragen Sie bei der Familienkasse.
  • In der Steuererklärung füllen Sie für jedes Kind die Anlage Kind aus.
  • Mit der Anlage Kind beantragen Sie den Abzug von Kinderbetreuungskosten, Schulgeld und auch den Ausbildungsfreibetrag für ein auswärts wohnendes, volljähriges Kind in Berufsausbildung.
  • Nach Trennung und Scheidung gilt: Während das Kindergeld nur einem Elternteil zusteht, können sich die Eltern die steuerlichen kinderbezogenen Freibeträge aufteilen.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Kinder schenken viel Freude, kosten aber auch viel Geld. Einen Teil davon können Eltern sich über die Steuererklärung zurückholen, weil der Staat Familien mit Kindern und Alleinerziehende unterstützt. Eines der wichtigsten Förderinstrumente ist das Kindergeld. Darüber hinaus können Eltern aber auch zahlreiche Steuervorteile für sich nutzen. Das Einzige, was sie dafür tun müssen, ist, eine Steuererklärung abzugeben. Wer die Anlage Kind sorgfältig ausfüllt, hat die größte Hürde schon genommen.

Kindergeld oder Kinderfreibeträge

Sie können für Ihr Kind nur entweder Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten. Für die meisten ist das Kindergeld die günstigere Option. Wenn Sie eine Steuererklärung samt Anlage Kind für jedes Kind ausfüllen, dann wendet das Finanzamt die für Sie günstigste Variante an. Kindergeld steht Ihnen ab der Geburt Ihres Kindes zu. Es beträgt monatlich:

Der Gesetzgeber hat im Juli 2015 rückwirkend zum 1. Januar 2015 Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld erhöht. Für die Jahre 2016, 2017 und 2018 wurde das Kindergeld für das erste und zweite Kind jeweils um 2 Euro pro Monat erhöht. 2016 gab es ab dem dritten Kind 196 Euro, für jedes weitere Kind 221 Euro. Für alle Kinder gibt es ab 2017 monatlich jeweils 2 Euro mehr Kindergeld. Auch 2018 steigt es erneut um 2 Euro für jedes Kind.

Einen höheren Kinderzuschlag zum Kindergeld zahlt der Fiskus seit Juli 2016. Der Höchstbetrag lag bei 160 Euro monatlich für jedes Kind; zuvor waren es 140 Euro. Zum Jahresanfang 2017 steigt der Kinderzuschlag auf 170 Euro. Geringverdiener können diese Sozialleistung bei der Familienkasse beantragen.

Eltern erhalten nicht nur für ihren leiblichen Nachwuchs Kindergeld und Kinderfreibeträge, sondern auch für Pflegekinder und adoptierte oder angenommene Kinder. Voraussetzung ist, dass das Kind seinen familiären Mittelpunkt bei den Pflegeeltern hat (§ 32 EStG und § 63 EStG).

Einen Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zum Kindergeld finden Sie in einem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit. Es enthält Informationen zur Antragstellung, den Anspruchsvoraussetzungen sowie zur Höhe und Dauer der Zahlung.

Kindergeld gibt es nur auf Antrag

Das Kindergeld beantragen Sie bei der Familienkasse. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Kasse für Sie zuständig ist, kann Ihnen bei der Suche ein Ortsverzeichnis der Bundesagentur für Arbeit helfen.

Der gesamte Kinderfreibetrag besteht aus zwei Komponenten: dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes (sächlicher Kinderfreibetrag) und dem Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA). Der Freibetrag fürs Existenzminimum muss regelmäßig angepasst werden, weil sich die Preise, zum Beispiel für Lebensmittel, ändern können. Der BEA-Freibetrag blieb in den letzten Jahren konstant. Insgesamt betrug 2016 der Kinderfreibetrag 7.248 Euro, im Jahr 2017 sind es 7.356 Euro und ab 2018 steigt er auf 7.428 Euro.

Dabei liegt der sächliche Kinderfreibetrag 2017 pro Kind und Elternteil bei 2.358 Euro (2018: 2.394 Euro). Die Kinderfreibeträge pro Kind und Elternteil setzen sich in den Jahren 2017 und 2018 so zusammen:

Diese Freibeträge verdoppeln sich, wenn die Eltern verheiratet sind und zusammenveranlagt werden.

Kinder- und BEA-Freibetrag stehen grundsätzlich jedem der beiden Elternteile zu. Anspruch auf den vollen Kinderfreibetrag haben Sie auch dann, wenn der andere Elternteil des Kindes verstorben oder nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist. Das gilt ebenfalls, sofern der andere Elternteil „untergetaucht“ ist oder sich der Vater nicht amtlich feststellen lässt.

Exkurs: Zu niedriger Kinderfreibetrag?

Der Kinderfreibetrag stellt das Existenzminimum eines Kindes steuerlich frei. Daher muss er regelmäßig angepasst werden. Nach dem Existenzminimumbericht der Bundesregierung hätten die kinderbezogenen Freibeträge bereits 2014 erhöht werden müssen. Der Bund der Steuerzahler identifiziert für 2014 eine Lücke von 72 Euro. Daher unterstützt er eine Musterklage vor dem Finanzgericht München (Az.: 8 K 2426/15). Die Steuerbescheide für 2014 bleiben in diesem Punkt automatisch offen. Sie erhalten einen Vorläufigkeitsvermerk und können folglich bei einem erfolgreichen Ausgang des Musterprozesses noch geändert werden.

Eine erste Entscheidung gibt es bereits in einem anderen Verfahren: Das Finanzgericht (FG) Niedersachsen ist davon überzeugt, dass der Fiskus die Kinderfreibeträge nicht nur im Jahr 2014, sondern bereits zuvor zu niedrig bemessen hat. Es bemängelte sowohl die Höhe als auch die Berechnungsweise (Beschluss vom 2. Dezember 2016, Az. 7 K 83/16). Das Gericht hat daher im Anschluss an seine mündliche Verhandlung dieses Klageverfahren ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, ob die gesetzliche Regelung zur Höhe der Kinderfreibeträge verfassungswidrig ist. Vermutlich entscheidet dieses aber frühestens 2019 darüber.

Geklagt hatte die verwitwete Steuerberaterin Reina Becker mit zwei Kindern in Ausbildung – eines davon volljährig. Das FG monierte nicht nur den aufgrund des Existenzminiumumberichts zu niedrig festgelegten Kinderfreibetrag, sondern auch die vom steuerlichen Gesetzgeber verwendete Berechnungsweise. Diese führe dazu, dass die Klägerin Einkommensteuer auf das Existenzminimum ihrer zwei Töchter zahlen müsse. Für volljährige Kinder in Ausbildung stelle der Fiskus einen niedrigeren Betrag steuerfrei als für volljährige Kinder, die keine Ausbildung machen. Für Kinder ab 18 Jahren gibt es derzeit keine eigene Berechnung für den Mindestbedarf.

Von einem positiven Ausgang dieses Verfahrens würden alle Eltern profitieren – und dies sogar, ohne etwas unternehmen zu müssen. Denn obwohl nur die wenigsten mit dem Kinderfreibetrag besser abschneiden als mit dem Kindergeld, ist das Verfahren für alle Eltern mit Anspruch auf Kindergeld von Bedeutung. Der Kinderfreibetrag spielt nämliche eine Rolle bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags.

Für die Festsetzung der Einkommensteuer bereits ab dem Jahr 2001 sind die Finanzämter angewiesen, die Steuerbescheide in Bezug auf die Kinderfreibeträge (§ 32 Abs. 6 Sätze 1 und 2 EStG ) mit einem Vorläufigkeitsvermerk zu versehen. Das heißt, die Bescheide sind in diesem Punkt von Amts wegen offengehalten worden. Kommt es zu einem steuerzahlerfreundlichen Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dürfen sich Eltern auf eine Steuerrückerstattung – samt Zinsen von derzeit sechs Prozent jährlich – freuen.

Anlage Kind vollständig ausfüllen

Für jedes Kind füllen Sie eine eigene Anlage aus. Mit diesem Steuerformular müssen Sie sich auch dann auseinandersetzen, wenn Ihre Lohnsteuerbescheinigung Angaben zu Ihren Kindern enthält. Denn dieser Eintrag spielt für den monatlichen Lohnsteuerabzug und für die Höhe der Einkommensteuer keine Rolle. Im Laufe des Jahres wirken sich die eingetragenen Kinderfreibeträge aber auf die Höhe der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags aus, die Ihr Arbeitgeber einbehält.

Kein Kindergeld für mehr als sechs Pflegekinder

Wenn Sie bis zu sechs Pflegekinder in Ihren Haushalt aufgenommen haben, geht die Familienkasse noch davon aus, dass Sie damit kein Geld verdienen wollen. Ansonsten wird vermutet, dass die Kleinen sogenannte Kostkinder sind und Sie sie zu Erwerbszwecken in Ihrem Haushalt aufgenommen haben. Weil Kostkinder nicht als Pflegekinder gelten, gibt es für sie auch kein Kindergeld.

Vergleichsrechnung bei Kindergeld und Kinderfreibeträgen

Kindergeld und Kinderfreibeträge beeinflussen einander. Grundsätzlich gilt: Sie können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verrechnet nämlich das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Ihnen bleibt daher nur die Differenz zwischen Kindergeld und Steuerfreibeträgen. Das Finanzamt prüft nach der Einkommensteuererklärung, was günstiger ist: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Kinder- und BEA-Freibetrag stehen grundsätzlich jedem der beiden Elternteile zu.

Die Kinderfreibeträge führen übrigens nur bei etwa 5 Prozent aller Steuerzahler zu einem zusätzlichen Steuervorteil. Anders ausgedrückt: Falls sich verheiratete Eltern zusammen zur Einkommensteuer veranlagen lassen, profitieren sie erst ab einem zu versteuernden Einkommen von zirka 64.000 Euro. Diese Grenze kann sich verschieben, wenn das Kindergeld erhöht wird.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Altersgrenzen bei Kindern

Das Kindergeld fließt ohne Weiteres, solange Ihr Nachwuchs das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Von Kindergeld und Kinderfreibeträgen können Sie aber auch bei volljährigen Nachkommen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres profitieren. Das ist möglich, wenn Ihr Kind für einen Beruf ausgebildet worden ist (einschließlich Schulausbildung). Auch falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter keinen Ausbildungsplatz hatte und deshalb die Berufsausbildung nicht beginnen oder fortsetzen konnte, zahlt die Finanzkasse weiter. Darüber hinaus erhalten Sie Kindergeld für ein volljähriges Kind, sofern es einen der folgenden Dienste geleistet hat:

  • freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr,
  • europäischen/entwicklungspolitischen Freiwilligendienst,
  • Freiwilligendienst aller Generationen,
  • Internationalen Jugendfreiwilligendienst,
  • Bundesfreiwilligendienst oder
  • anderen Dienst im Ausland.

Helfer für die Steuererklärung

Ihr Kindergeldanspruch bleibt auch dann erhalten, wenn sich Ihr Nachwuchs in einer Übergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einem der oben genannten Dienste befunden hat. Dabei sind höchstens vier Monate zulässig.

Eine Besonderheit gilt für arbeitslose Kinder, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: Sie müssen bei einer Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet sein, und zwar in Deutschland, der Schweiz, in der Europäischen Union oder in einem Land, das zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört.

Studenten und Azubis dürfen mehr dazuverdienen

Seit 2012 spielt der Grenzbetrag von zuletzt 8.004 Euro für eigene Einkünfte und Bezüge keine Rolle mehr. Das heißt: Volljährige Azubis oder Studenten können jetzt mehr dazuverdienen, ohne dass Sie Ihren Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibeträge verlieren würden. Eine Einkommensprüfung gibt es für sie nicht mehr.

Eltern können das Kindergeld außerdem auch dann beanspruchen, wenn ihr Kind mit einem gut verdienenden Partner verheiratet ist. Das Kind muss nur eine der oben genannten Voraussetzungen erfüllen. Also beispielsweise für einen Beruf ausgebildet worden sein, solange es unter 25 war, oder arbeitssuchend gemeldet gewesen sein, als es unter 21 war.

Auch nachdem Ihr volljähriges Kind unter 25 seine erste Berufsausbildung oder sein Erststudium abgeschlossen hat, können Sie weiterhin Kindergeld beziehen und von den Freibeträgen profitieren. Das geht unter anderem, solange das Kind einer weiteren Ausbildung nachgeht, etwa ein Bachelor- oder ein Masterstudium absolviert. Oder nach seiner Erstausbildung beispielsweise einen Freiwilligendienst leistet. In diesen Fällen kommt allerdings eine wichtige Einschränkung hinzu:

Ihr Kind darf keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Darunter versteht das Finanzamt alles, was über 20 Stunden vertraglich vereinbarte, regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit hinausgeht. Ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein 450-Euro-Job schaden nicht. Das Kind darf allerdings nicht mehrere Jobs haben, bei denen es über 450 Euro verdient hat. Bei solchen geringfügig entlohnten Beschäftigungen spielen die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze keine Rolle. Von einer geringfügigen oder kurzfristigen Beschäftigung geht das Finanzamt auch aus, sofern das Kind zwar mehr als 450 Euro im Monat verdient hat, innerhalb des gesamten Jahres aber höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage gearbeitet hat.

Ihr Sohn oder Ihre Tochter darf auch eine geringfügige Beschäftigung neben einer anderen Erwerbstätigkeit ausgeübt haben, solange dadurch insgesamt nicht die 20-Stunden-Grenze überschritten wurde. Erlaubt ist auch eine vorübergehende (höchstens zwei Monate lange) Ausweitung der Beschäftigung auf mehr als 20 Stunden, wenn den Rest des Jahres durchschnittlich die wöchentliche Arbeitszeit eingehalten wird.

Freiberufliche Tätigkeiten zählen auch

Das Finanzamt versteht unter „Erwerbstätigkeit“ nicht nur das Arbeitnehmerdasein. Auch eine land- und forstwirtschaftliche, eine gewerbliche und eine selbstständige Tätigkeit gehören dazu. Wenn Ihr Kind schon laut Arbeitsvertrag 20 Stunden die Woche arbeitet, sollte es also nicht zusätzlich noch ein freiberufliches Nebengewerbe anmelden.

Für behinderte Kinder gelten Sonderregeln

Sollte Ihr Kind nicht selbst für sich sorgen können, weil es körperlich, geistig oder seelisch behindert ist, wird es auch nach Vollendung des 25. Lebensjahres unbegrenzt berücksichtigt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung schon vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist.

Ein Kind ist außerstande, sich selbst finanziell zu unterhalten, wenn es mit seinen eigenen Mitteln nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Gemeint ist damit

  • der allgemeine Lebensbedarf (Grundfreibetrag in Höhe von 8.472 Euro im Jahr 2015; 8.652 Euro ab 2016, 8.820 Euro ab 2017 und 9.000 Euro ab 2018)
  • und zusätzlich der individuelle behinderungsbedingte Mehrbedarf (unter anderem Kosten für eine Heimunterbringung, Pflegebedarf in Höhe des gezahlten Pflegegelds, gegebenenfalls Behinderten-Pauschbetrag).

Dazu verlangt das Finanzamt eine Gegenüberstellung des notwendigen Lebensbedarfs mit den eigenen finanziellen Mitteln des Kindes, die sich zusammensetzen aus dem verfügbaren Nettoeinkommen und den Leistungen Dritter. Bei der Ermittlung des verfügbaren Nettoeinkommens sind alle steuerpflichtigen Einkünfte zu berücksichtigen, alle steuerfreien Einnahmen und etwaige Steuererstattungen. Abzuziehen sind tatsächlich gezahlte Steuern und Vorsorgeaufwendungen, das heißt, die Beiträge zu einer Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung sowie gesetzliche Sozialabgaben bei Arbeitnehmern.

Kranken- und Pflegeversicherung für Kinder steuerlich geltend machen

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Ihr Kind können Sie als Sonderausgaben von der Steuer abziehen, sofern Sie für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder haben. Das gilt unabhängig davon, ob Sie selbst Versicherungsnehmer sind oder das Kind.

Wenn Ihr Kind älter als 25 Jahre ist

Sie müssen steuerlich nicht unbedingt leer ausgehen, wenn Ihr Nachwuchs die maßgebende Altersgrenze überschritten hat. Ihre Kosten für den Unterhalt und eine Berufsausbildung Ihrer Kinder können Sie 2016 bis zu 8.652 Euro (2017: 8.820 Euro, 2018: 9.000 Euro) pro Jahr als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Dieser Betrag erhöht sich noch um die Kosten, die Sie gezahlt haben für die Basisabsicherung Ihres unterhaltsberechtigten Kindes in der Krankenversicherung und der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Die Kinderfreibeträge stehen Ihnen auch dann zu, wenn Ihr Nachwuchs nicht in Deutschland lebt. Das Finanzamt berücksichtigt hierbei allerdings die wirtschaftlichen Verhältnisse des Staates, in dem Ihr Kind wohnt. Je nach Land kürzt es die Freibeträge um ein Viertel, die Hälfte oder drei Viertel. Ausschlaggebend dafür ist die sogenannte Ländergruppeneinteilung des Bundesfinanzministeriums vom 18. November 2013. Ab dem Veranlagungszeitraum 2017 gilt jedoch eine aktualisierte Ländergruppeneinteilung.

Kinderfreibeträge sichern mit inländischem Haushalt

Wenn Ihr Kind sich nur wegen seiner Berufsausbildung im Ausland aufhält, aber weiterhin zu Ihrem Haushalt gehört oder in Deutschland einen eigenen Haushalt hat, tragen Sie die deutsche Anschrift in der Anlage Kind ein. So sichern Sie sich die vollen Kinderfreibeträge.

Möglicherweise erbringt der ausländische Staat dem Kindergeld vergleichbare Zahlungen. Dann erhalten Sie entweder in Deutschland kein Kindergeld oder das im Ausland gezahlte wird auf das deutsche Kindergeld angerechnet. Eine Tabelle dazu finden Sie beim Bundeszentralamt für Steuern.

Sprachreisen ins Ausland werden anerkannt

Sprachaufenthalte im Ausland erkennt der Fiskus als Berufsausbildung an. Unproblematisch ist es, wenn die Sprachferien verbunden sind mit dem Besuch einer allgemeinbildenden Schule, einem College oder einer Universität. In allen anderen Fällen muss der Aufenthalt von einem theoretisch-systematischen Fremdsprachenunterricht mit wöchentlich zehn Stunden begleitet werden. Das gilt vor allem bei Auslandsaufenthalten im Rahmen von Au-pair-Verhältnissen.

Ausbildungsfreibetrag nicht vergessen

Solange sich Ihr volljähriges Kind noch in der Berufsausbildung befindet und auswärtig untergebracht ist, können Sie ein weiteres Steuersparangebot nutzen: den Freibetrag zur Abgeltung eines Sonderbedarfs bei Berufsausbildung. Dieser Ausbildungsfreibetrag schlägt jährlich mit 924 Euro zu Buche. Voraussetzung ist, dass Sie Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibeträge haben.

Das Finanzamt kürzt den Ausbildungsfreibetrag, wenn die genannten Voraussetzungen nicht das ganze Jahr erfüllt waren. Hat Ihr Kind seine Berufsausbildung zum Beispiel im Dezember abgebrochen, verringert sich der Freibetrag um ein Zwölftel.

Falls Sie geschieden sind oder dauernd getrennt leben, kann jeder Elternteil den Freibetrag zur Hälfte in Anspruch nehmen. Sie können ihn aber auch in einem anderen Verhältnis aufteilen. Dazu geben Sie einfach auf der Anlage Kind einen Anteil in Prozent an und fügen Ihrer Steuererklärung einen formlosen Antrag beider Elternteile bei, aus dem Ihre Aufteilung hervorgeht.

Zur Ausbildung gehört übrigens auch die Schulausbildung.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ausschöpfen

Singles, die ein Kind erziehen, für das sie Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben, können einen weiteren Entlastungsbetrag von nunmehr 1.908 Euro (+ 240 Euro für jedes weitere Kind) steuerlich geltend machen. Dieser Betrag ist rückwirkend zum Jahresanfang 2015 um 600 Euro erhöht worden. Dazu muss der Sohn oder die Tochter zum Haushalt der Eltern gehören. Davon geht das Finanzamt in der Regel aus, wenn das Kind bei Ihnen gemeldet ist. Falls das Kind auch noch bei anderen Personen gemeldet ist, können Alleinerziehende den Entlastungsbetrag trotzdem geltend machen, wenn sie auch das Kindergeld erhalten. Im Lohnsteuerabzugsverfahren entspricht der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende der Steuerklasse II.

Ab Dezember 2015 wurde der erhöhte Entlastungsbetrag denjenigen mit Steuerklasse II automatisch zugerechnet. Diese profitieren obendrein auch noch vom erhöhten Grundfreibetrag, den alle Steuerzahler bekommen. Auch in den Jahren 2016 bis 2018 wird der Grundfreibetrag erhöht.

Kinderbetreuungskosten absetzen

Sie können zwei Drittel Ihrer Kosten für Kinderbetreuung (bis maximal 6.000 Euro), also höchstens 4.000 Euro je Kind und Jahr, als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Kind gehört zu Ihrem Haushalt. Bei nicht zusammenlebenden Eltern ist die Meldeadresse des Nachwuchses entscheidend.
  • Für das Kind steht Ihnen Kindergeld oder ein Freibetrag zu.
  • Das Kind hat sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Diese Altersgrenze gilt nicht, wenn das Kind sich wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst unterhalten kann.

Folgende Kosten können Sie in Ihrer Steuererklärung angeben: Beispielsweise Aufwendungen für

  • die Unterbringung von Kindern in Kindertagesstätten, -horten und -krippen sowie bei Tagesmüttern und in Ganztagspflegestellen;
  • die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern;
  • die Beschäftigung von Haushaltshilfen, soweit sie Kinder betreuen;
  • die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der häuslichen Schulaufgaben.

Nicht berücksichtigt werden allerdings Kosten für (Nachhilfe-)Unterricht, für sportliche und andere Freizeitbetätigungen sowie für die Verpflegung des Kindes.

Der Abzug von Kinderbetreuungskosten setzt voraus, dass Sie dafür eine Rechnung erhalten haben und den Betrag an die entsprechende Person überwiesen haben. Barzahlungen und Barschecks erkennt der Fiskus nicht an. Die Rechnung und die Zahlungsnachweise müssen Sie zwar nur auf Verlangen des Finanzamts vorlegen, trotzdem sollten Sie sie gut aufbewahren. Falls Sie im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses oder eines Minijobs als Arbeitgeber der Betreuungsperson fungieren, reicht als Nachweis der schriftliche Arbeitsvertrag. Beschäftigen Sie in Ihrem Privathaushalt einen Minijobber, dann können Sie für die Haushaltshilfe als Steuerermäßigung 20 Prozent von maximal 2.550 Euro erhalten, also bis zu 510 Euro. Geregelt ist dies im Paragraf 35a Absatz 1 Einkommensteuergesetz.

Wurde das Kind in einem Kindergarten oder Hort betreut, genügen der Bescheid des öffentlichen oder privaten Trägers über die zu zahlenden Gebühren und der Überweisungsbeleg.

Betreuung durch Angehörige absetzen

Häufig übernehmen nahe Angehörige die Kinderbetreuung. Sofern Sie dafür Geld bezahlen und klare und eindeutige Vereinbarungen getroffen haben, die Sie auch tatsächlich umsetzen, können Sie diese Art der Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen. Die Betreuungsperson darf allerdings nicht mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt leben.

Kinderzulage bei der Riester-Förderung nutzen

Viele Steuerzahler haben für ihre private Altersvorsorge Riester-Verträge abschlossen. Diese werden steuerlich besonders gefördert: Es gibt jährlich bis zu 300 Euro Zulage pro Kind. Riester-Sparer können die Kinderzulage selbst dann beanspruchen, wenn sie für ihren Sohn oder ihre Tochter nur einen Monat lang im Jahr Kindergeld bezogen hatten.

Folgen nach Trennung und Scheidung

Trennen sich Eltern, muss auch die Steuererklärung neu durchdacht werden. Kindergeld kann nur einer der beiden Ex-Partner erhalten. Bleibt das Kind zum Beispiel bei der Mutter, dann steht ihr auch das Kindergeld zu.

Zahlt beispielsweise der Mann Unterhalt für das Kind, wird das Kindergeld aber angerechnet. Der Vater schuldet dem Kind Barunterhalt. Davon kann er jedoch die Hälfte des Kindergelds abziehen. Folglich reduziert sich der monatlich zu zahlende Kindesunterhalt. Steuerlich absetzen kann der Vater jedoch den Kindesunterhalt nicht.

Anders behandelt werden die steuerlichen Freibeträge: der Kinderfreibetrag und der sogenannte BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Grundsätzlich stehen diese Freibeträge beiden Elternteilen gleichmäßig zu. Deshalb gibt es steuerrechtlich halbe Kinder: Wenn nämlich der Freibetrag für ein Kind zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werden muss.

Wann nach der Trennung der volle Kinderfreibetrag zusteht

  • Der andere Elternteil ist bereits vor Beginn des Kalenderjahres verstorben.
  • Der andere Elternteil lebt dauerhaft im Ausland und ist deshalb nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.
  • Der Aufenthalt des anderen Elternteils ist nicht zu ermitteln.
  • Der Vater des Kindes ist amtlich nicht feststellbar.
  • Der betreuende Elternteil hat allein das Kind adoptiert oder als Pflegekind aufgenommen.
  • Die Mutter gibt den Behörden den Namen des Vaters nicht preis.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Übertragung des Kinder- und des BEA-Freibetrags

In bestimmten Fällen ist die Übertragung des halben Kinderfreibetrags auf den anderen Elternteil aufgrund eines Antrags in der Einkommensteuererklärung möglich:

  • Der Unterhaltsverpflichtete zahlt weniger als 75 Prozent des eigentlich zu zahlenden Kindesunterhalts.
  • Mangels Leistungsfähigkeit ist dieser gar nicht unterhaltspflichtig.

Wenn in unserem Beispielfall die Mutter das Kind betreut, kann sie in solchen Mangelfällen die kompletten Kinder- und BEA-Freibeträge beantragen. Das gilt auch für die weiteren kinderbezogenen Freibeträge wie Kinderzulage, Ausbildungsfreibetrag, Behinderten-Pauschbetrag und Hinterbliebenen-Pauschbetrag.

Für Kinder unter 18 Jahren kann der BEA-Freibetrag anders als der Kinderfreibetrag von einem zum anderen Elternteil übertragen werden. Oft ist es so, dass die Mutter, die das Kind allein betreut, diesen einseitigen Antrag stellt und dann den BEA-Freibetrag alleine bekommt. Hierfür verlangt das Finanzamt keinerlei Nachweise, denn der andere Elternteil muss nicht zustimmen.

Wichtig: Das Kind darf beim unterhaltsverpflichteten Elternteil (hier der Vater) nicht gemeldet sein. Ein einziger Tag wäre schon schädlich.

Schulgeld für Privatschulen als Sonderausgabe

Geht Ihr Kind auf eine Privatschule, für die Sie Schulgeld bezahlt haben? 30 Prozent des Schulgelds dürfen Sie als Sonderausgaben absetzen. Als Höchstbetrag gilt 5.000 Euro für jedes Kind. Die entsprechenden Angaben machen Sie auf der dritten Seite der Anlage Kind. Wann das Schulgeld abzugsfähig ist, haben wir in einem Ratgeber zusammengefasst.

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Artikel verfasst von

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

Kindergeld und Freibeträge

Steuervorteile für Eltern

  • Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Eltern können eine Reihe steuerlicher Vergünstigungen erhalten. So steht ihnen entweder Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zu. Zusätzlich zum Kindergeld bekommen Geringverdiener auf Antrag den sogenannten Kinderzuschlag.
  • Darüber hinaus können der Ausbildungsfreibetrag und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende die Steuern senken. Auch Kinderbetreuungskosten wirken sich steuermindernd aus.
  • Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann von der Kinderzulage profitieren.

So gehen Sie vor

  • Kindergeld und Kinderzuschlag beantragen Sie bei der Familienkasse.
  • In der Steuererklärung füllen Sie für jedes Kind die Anlage Kind aus.
  • Mit der Anlage Kind beantragen Sie den Abzug von Kinderbetreuungskosten, Schulgeld und auch den Ausbildungsfreibetrag für ein auswärts wohnendes, volljähriges Kind in Berufsausbildung.
  • Nach Trennung und Scheidung gilt: Während das Kindergeld nur einem Elternteil zusteht, können sich die Eltern die steuerlichen kinderbezogenen Freibeträge aufteilen.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Kinder schenken viel Freude, kosten aber auch viel Geld. Einen Teil davon können Eltern sich über die Steuererklärung zurückholen, weil der Staat Familien mit Kindern und Alleinerziehende unterstützt. Eines der wichtigsten Förderinstrumente ist das Kindergeld. Darüber hinaus können Eltern aber auch zahlreiche Steuervorteile für sich nutzen. Das Einzige, was sie dafür tun müssen, ist, eine Steuererklärung abzugeben. Wer die Anlage Kind sorgfältig ausfüllt, hat die größte Hürde schon genommen.

Kindergeld oder Kinderfreibeträge

Sie können für Ihr Kind nur entweder Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten. Für die meisten ist das Kindergeld die günstigere Option. Wenn Sie eine Steuererklärung samt Anlage Kind für jedes Kind ausfüllen, dann wendet das Finanzamt die für Sie günstigste Variante an. Kindergeld steht Ihnen ab der Geburt Ihres Kindes zu. Es beträgt monatlich:

Der Gesetzgeber hat im Juli 2015 rückwirkend zum 1. Januar 2015 Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld erhöht. Für die Jahre 2016, 2017 und 2018 wurde das Kindergeld für das erste und zweite Kind jeweils um 2 Euro pro Monat erhöht. 2016 gab es ab dem dritten Kind 196 Euro, für jedes weitere Kind 221 Euro. Für alle Kinder gibt es ab 2017 monatlich jeweils 2 Euro mehr Kindergeld. Auch 2018 steigt es erneut um 2 Euro für jedes Kind.

Einen höheren Kinderzuschlag zum Kindergeld zahlt der Fiskus seit Juli 2016. Der Höchstbetrag lag bei 160 Euro monatlich für jedes Kind; zuvor waren es 140 Euro. Zum Jahresanfang 2017 steigt der Kinderzuschlag auf 170 Euro. Geringverdiener können diese Sozialleistung bei der Familienkasse beantragen.

Eltern erhalten nicht nur für ihren leiblichen Nachwuchs Kindergeld und Kinderfreibeträge, sondern auch für Pflegekinder und adoptierte oder angenommene Kinder. Voraussetzung ist, dass das Kind seinen familiären Mittelpunkt bei den Pflegeeltern hat (§ 32 EStG und § 63 EStG).

Einen Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zum Kindergeld finden Sie in einem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit. Es enthält Informationen zur Antragstellung, den Anspruchsvoraussetzungen sowie zur Höhe und Dauer der Zahlung.

Kindergeld gibt es nur auf Antrag

Das Kindergeld beantragen Sie bei der Familienkasse. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Kasse für Sie zuständig ist, kann Ihnen bei der Suche ein Ortsverzeichnis der Bundesagentur für Arbeit helfen.

Der gesamte Kinderfreibetrag besteht aus zwei Komponenten: dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes (sächlicher Kinderfreibetrag) und dem Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA). Der Freibetrag fürs Existenzminimum muss regelmäßig angepasst werden, weil sich die Preise, zum Beispiel für Lebensmittel, ändern können. Der BEA-Freibetrag blieb in den letzten Jahren konstant. Insgesamt betrug 2016 der Kinderfreibetrag 7.248 Euro, im Jahr 2017 sind es 7.356 Euro und ab 2018 steigt er auf 7.428 Euro.

Dabei liegt der sächliche Kinderfreibetrag 2017 pro Kind und Elternteil bei 2.358 Euro (2018: 2.394 Euro). Die Kinderfreibeträge pro Kind und Elternteil setzen sich in den Jahren 2017 und 2018 so zusammen:

Diese Freibeträge verdoppeln sich, wenn die Eltern verheiratet sind und zusammenveranlagt werden.

Kinder- und BEA-Freibetrag stehen grundsätzlich jedem der beiden Elternteile zu. Anspruch auf den vollen Kinderfreibetrag haben Sie auch dann, wenn der andere Elternteil des Kindes verstorben oder nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist. Das gilt ebenfalls, sofern der andere Elternteil „untergetaucht“ ist oder sich der Vater nicht amtlich feststellen lässt.

Exkurs: Zu niedriger Kinderfreibetrag?

Der Kinderfreibetrag stellt das Existenzminimum eines Kindes steuerlich frei. Daher muss er regelmäßig angepasst werden. Nach dem Existenzminimumbericht der Bundesregierung hätten die kinderbezogenen Freibeträge bereits 2014 erhöht werden müssen. Der Bund der Steuerzahler identifiziert für 2014 eine Lücke von 72 Euro. Daher unterstützt er eine Musterklage vor dem Finanzgericht München (Az.: 8 K 2426/15). Die Steuerbescheide für 2014 bleiben in diesem Punkt automatisch offen. Sie erhalten einen Vorläufigkeitsvermerk und können folglich bei einem erfolgreichen Ausgang des Musterprozesses noch geändert werden.

Eine erste Entscheidung gibt es bereits in einem anderen Verfahren: Das Finanzgericht (FG) Niedersachsen ist davon überzeugt, dass der Fiskus die Kinderfreibeträge nicht nur im Jahr 2014, sondern bereits zuvor zu niedrig bemessen hat. Es bemängelte sowohl die Höhe als auch die Berechnungsweise (Beschluss vom 2. Dezember 2016, Az. 7 K 83/16). Das Gericht hat daher im Anschluss an seine mündliche Verhandlung dieses Klageverfahren ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, ob die gesetzliche Regelung zur Höhe der Kinderfreibeträge verfassungswidrig ist. Vermutlich entscheidet dieses aber frühestens 2019 darüber.

Geklagt hatte die verwitwete Steuerberaterin Reina Becker mit zwei Kindern in Ausbildung – eines davon volljährig. Das FG monierte nicht nur den aufgrund des Existenzminiumumberichts zu niedrig festgelegten Kinderfreibetrag, sondern auch die vom steuerlichen Gesetzgeber verwendete Berechnungsweise. Diese führe dazu, dass die Klägerin Einkommensteuer auf das Existenzminimum ihrer zwei Töchter zahlen müsse. Für volljährige Kinder in Ausbildung stelle der Fiskus einen niedrigeren Betrag steuerfrei als für volljährige Kinder, die keine Ausbildung machen. Für Kinder ab 18 Jahren gibt es derzeit keine eigene Berechnung für den Mindestbedarf.

Von einem positiven Ausgang dieses Verfahrens würden alle Eltern profitieren – und dies sogar, ohne etwas unternehmen zu müssen. Denn obwohl nur die wenigsten mit dem Kinderfreibetrag besser abschneiden als mit dem Kindergeld, ist das Verfahren für alle Eltern mit Anspruch auf Kindergeld von Bedeutung. Der Kinderfreibetrag spielt nämliche eine Rolle bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags.

Für die Festsetzung der Einkommensteuer bereits ab dem Jahr 2001 sind die Finanzämter angewiesen, die Steuerbescheide in Bezug auf die Kinderfreibeträge (§ 32 Abs. 6 Sätze 1 und 2 EStG ) mit einem Vorläufigkeitsvermerk zu versehen. Das heißt, die Bescheide sind in diesem Punkt von Amts wegen offengehalten worden. Kommt es zu einem steuerzahlerfreundlichen Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dürfen sich Eltern auf eine Steuerrückerstattung – samt Zinsen von derzeit sechs Prozent jährlich – freuen.

Anlage Kind vollständig ausfüllen

Für jedes Kind füllen Sie eine eigene Anlage aus. Mit diesem Steuerformular müssen Sie sich auch dann auseinandersetzen, wenn Ihre Lohnsteuerbescheinigung Angaben zu Ihren Kindern enthält. Denn dieser Eintrag spielt für den monatlichen Lohnsteuerabzug und für die Höhe der Einkommensteuer keine Rolle. Im Laufe des Jahres wirken sich die eingetragenen Kinderfreibeträge aber auf die Höhe der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags aus, die Ihr Arbeitgeber einbehält.

Kein Kindergeld für mehr als sechs Pflegekinder

Wenn Sie bis zu sechs Pflegekinder in Ihren Haushalt aufgenommen haben, geht die Familienkasse noch davon aus, dass Sie damit kein Geld verdienen wollen. Ansonsten wird vermutet, dass die Kleinen sogenannte Kostkinder sind und Sie sie zu Erwerbszwecken in Ihrem Haushalt aufgenommen haben. Weil Kostkinder nicht als Pflegekinder gelten, gibt es für sie auch kein Kindergeld.

Vergleichsrechnung bei Kindergeld und Kinderfreibeträgen

Kindergeld und Kinderfreibeträge beeinflussen einander. Grundsätzlich gilt: Sie können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verrechnet nämlich das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Ihnen bleibt daher nur die Differenz zwischen Kindergeld und Steuerfreibeträgen. Das Finanzamt prüft nach der Einkommensteuererklärung, was günstiger ist: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Kinder- und BEA-Freibetrag stehen grundsätzlich jedem der beiden Elternteile zu.

Die Kinderfreibeträge führen übrigens nur bei etwa 5 Prozent aller Steuerzahler zu einem zusätzlichen Steuervorteil. Anders ausgedrückt: Falls sich verheiratete Eltern zusammen zur Einkommensteuer veranlagen lassen, profitieren sie erst ab einem zu versteuernden Einkommen von zirka 64.000 Euro. Diese Grenze kann sich verschieben, wenn das Kindergeld erhöht wird.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Altersgrenzen bei Kindern

Das Kindergeld fließt ohne Weiteres, solange Ihr Nachwuchs das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Von Kindergeld und Kinderfreibeträgen können Sie aber auch bei volljährigen Nachkommen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres profitieren. Das ist möglich, wenn Ihr Kind für einen Beruf ausgebildet worden ist (einschließlich Schulausbildung). Auch falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter keinen Ausbildungsplatz hatte und deshalb die Berufsausbildung nicht beginnen oder fortsetzen konnte, zahlt die Finanzkasse weiter. Darüber hinaus erhalten Sie Kindergeld für ein volljähriges Kind, sofern es einen der folgenden Dienste geleistet hat:

  • freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr,
  • europäischen/entwicklungspolitischen Freiwilligendienst,
  • Freiwilligendienst aller Generationen,
  • Internationalen Jugendfreiwilligendienst,
  • Bundesfreiwilligendienst oder
  • anderen Dienst im Ausland.

Helfer für die Steuererklärung

Ihr Kindergeldanspruch bleibt auch dann erhalten, wenn sich Ihr Nachwuchs in einer Übergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einem der oben genannten Dienste befunden hat. Dabei sind höchstens vier Monate zulässig.

Eine Besonderheit gilt für arbeitslose Kinder, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: Sie müssen bei einer Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet sein, und zwar in Deutschland, der Schweiz, in der Europäischen Union oder in einem Land, das zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört.

Studenten und Azubis dürfen mehr dazuverdienen

Seit 2012 spielt der Grenzbetrag von zuletzt 8.004 Euro für eigene Einkünfte und Bezüge keine Rolle mehr. Das heißt: Volljährige Azubis oder Studenten können jetzt mehr dazuverdienen, ohne dass Sie Ihren Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibeträge verlieren würden. Eine Einkommensprüfung gibt es für sie nicht mehr.

Eltern können das Kindergeld außerdem auch dann beanspruchen, wenn ihr Kind mit einem gut verdienenden Partner verheiratet ist. Das Kind muss nur eine der oben genannten Voraussetzungen erfüllen. Also beispielsweise für einen Beruf ausgebildet worden sein, solange es unter 25 war, oder arbeitssuchend gemeldet gewesen sein, als es unter 21 war.

Auch nachdem Ihr volljähriges Kind unter 25 seine erste Berufsausbildung oder sein Erststudium abgeschlossen hat, können Sie weiterhin Kindergeld beziehen und von den Freibeträgen profitieren. Das geht unter anderem, solange das Kind einer weiteren Ausbildung nachgeht, etwa ein Bachelor- oder ein Masterstudium absolviert. Oder nach seiner Erstausbildung beispielsweise einen Freiwilligendienst leistet. In diesen Fällen kommt allerdings eine wichtige Einschränkung hinzu:

Ihr Kind darf keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Darunter versteht das Finanzamt alles, was über 20 Stunden vertraglich vereinbarte, regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit hinausgeht. Ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein 450-Euro-Job schaden nicht. Das Kind darf allerdings nicht mehrere Jobs haben, bei denen es über 450 Euro verdient hat. Bei solchen geringfügig entlohnten Beschäftigungen spielen die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze keine Rolle. Von einer geringfügigen oder kurzfristigen Beschäftigung geht das Finanzamt auch aus, sofern das Kind zwar mehr als 450 Euro im Monat verdient hat, innerhalb des gesamten Jahres aber höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage gearbeitet hat.

Ihr Sohn oder Ihre Tochter darf auch eine geringfügige Beschäftigung neben einer anderen Erwerbstätigkeit ausgeübt haben, solange dadurch insgesamt nicht die 20-Stunden-Grenze überschritten wurde. Erlaubt ist auch eine vorübergehende (höchstens zwei Monate lange) Ausweitung der Beschäftigung auf mehr als 20 Stunden, wenn den Rest des Jahres durchschnittlich die wöchentliche Arbeitszeit eingehalten wird.

Freiberufliche Tätigkeiten zählen auch

Das Finanzamt versteht unter „Erwerbstätigkeit“ nicht nur das Arbeitnehmerdasein. Auch eine land- und forstwirtschaftliche, eine gewerbliche und eine selbstständige Tätigkeit gehören dazu. Wenn Ihr Kind schon laut Arbeitsvertrag 20 Stunden die Woche arbeitet, sollte es also nicht zusätzlich noch ein freiberufliches Nebengewerbe anmelden.

Für behinderte Kinder gelten Sonderregeln

Sollte Ihr Kind nicht selbst für sich sorgen können, weil es körperlich, geistig oder seelisch behindert ist, wird es auch nach Vollendung des 25. Lebensjahres unbegrenzt berücksichtigt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung schon vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist.

Ein Kind ist außerstande, sich selbst finanziell zu unterhalten, wenn es mit seinen eigenen Mitteln nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Gemeint ist damit

  • der allgemeine Lebensbedarf (Grundfreibetrag in Höhe von 8.472 Euro im Jahr 2015; 8.652 Euro ab 2016, 8.820 Euro ab 2017 und 9.000 Euro ab 2018)
  • und zusätzlich der individuelle behinderungsbedingte Mehrbedarf (unter anderem Kosten für eine Heimunterbringung, Pflegebedarf in Höhe des gezahlten Pflegegelds, gegebenenfalls Behinderten-Pauschbetrag).

Dazu verlangt das Finanzamt eine Gegenüberstellung des notwendigen Lebensbedarfs mit den eigenen finanziellen Mitteln des Kindes, die sich zusammensetzen aus dem verfügbaren Nettoeinkommen und den Leistungen Dritter. Bei der Ermittlung des verfügbaren Nettoeinkommens sind alle steuerpflichtigen Einkünfte zu berücksichtigen, alle steuerfreien Einnahmen und etwaige Steuererstattungen. Abzuziehen sind tatsächlich gezahlte Steuern und Vorsorgeaufwendungen, das heißt, die Beiträge zu einer Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung sowie gesetzliche Sozialabgaben bei Arbeitnehmern.

Kranken- und Pflegeversicherung für Kinder steuerlich geltend machen

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Ihr Kind können Sie als Sonderausgaben von der Steuer abziehen, sofern Sie für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder haben. Das gilt unabhängig davon, ob Sie selbst Versicherungsnehmer sind oder das Kind.

Wenn Ihr Kind älter als 25 Jahre ist

Sie müssen steuerlich nicht unbedingt leer ausgehen, wenn Ihr Nachwuchs die maßgebende Altersgrenze überschritten hat. Ihre Kosten für den Unterhalt und eine Berufsausbildung Ihrer Kinder können Sie 2016 bis zu 8.652 Euro (2017: 8.820 Euro, 2018: 9.000 Euro) pro Jahr als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Dieser Betrag erhöht sich noch um die Kosten, die Sie gezahlt haben für die Basisabsicherung Ihres unterhaltsberechtigten Kindes in der Krankenversicherung und der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Die Kinderfreibeträge stehen Ihnen auch dann zu, wenn Ihr Nachwuchs nicht in Deutschland lebt. Das Finanzamt berücksichtigt hierbei allerdings die wirtschaftlichen Verhältnisse des Staates, in dem Ihr Kind wohnt. Je nach Land kürzt es die Freibeträge um ein Viertel, die Hälfte oder drei Viertel. Ausschlaggebend dafür ist die sogenannte Ländergruppeneinteilung des Bundesfinanzministeriums vom 18. November 2013. Ab dem Veranlagungszeitraum 2017 gilt jedoch eine aktualisierte Ländergruppeneinteilung.

Kinderfreibeträge sichern mit inländischem Haushalt

Wenn Ihr Kind sich nur wegen seiner Berufsausbildung im Ausland aufhält, aber weiterhin zu Ihrem Haushalt gehört oder in Deutschland einen eigenen Haushalt hat, tragen Sie die deutsche Anschrift in der Anlage Kind ein. So sichern Sie sich die vollen Kinderfreibeträge.

Möglicherweise erbringt der ausländische Staat dem Kindergeld vergleichbare Zahlungen. Dann erhalten Sie entweder in Deutschland kein Kindergeld oder das im Ausland gezahlte wird auf das deutsche Kindergeld angerechnet. Eine Tabelle dazu finden Sie beim Bundeszentralamt für Steuern.

Sprachreisen ins Ausland werden anerkannt

Sprachaufenthalte im Ausland erkennt der Fiskus als Berufsausbildung an. Unproblematisch ist es, wenn die Sprachferien verbunden sind mit dem Besuch einer allgemeinbildenden Schule, einem College oder einer Universität. In allen anderen Fällen muss der Aufenthalt von einem theoretisch-systematischen Fremdsprachenunterricht mit wöchentlich zehn Stunden begleitet werden. Das gilt vor allem bei Auslandsaufenthalten im Rahmen von Au-pair-Verhältnissen.

Ausbildungsfreibetrag nicht vergessen

Solange sich Ihr volljähriges Kind noch in der Berufsausbildung befindet und auswärtig untergebracht ist, können Sie ein weiteres Steuersparangebot nutzen: den Freibetrag zur Abgeltung eines Sonderbedarfs bei Berufsausbildung. Dieser Ausbildungsfreibetrag schlägt jährlich mit 924 Euro zu Buche. Voraussetzung ist, dass Sie Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibeträge haben.

Das Finanzamt kürzt den Ausbildungsfreibetrag, wenn die genannten Voraussetzungen nicht das ganze Jahr erfüllt waren. Hat Ihr Kind seine Berufsausbildung zum Beispiel im Dezember abgebrochen, verringert sich der Freibetrag um ein Zwölftel.

Falls Sie geschieden sind oder dauernd getrennt leben, kann jeder Elternteil den Freibetrag zur Hälfte in Anspruch nehmen. Sie können ihn aber auch in einem anderen Verhältnis aufteilen. Dazu geben Sie einfach auf der Anlage Kind einen Anteil in Prozent an und fügen Ihrer Steuererklärung einen formlosen Antrag beider Elternteile bei, aus dem Ihre Aufteilung hervorgeht.

Zur Ausbildung gehört übrigens auch die Schulausbildung.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ausschöpfen

Singles, die ein Kind erziehen, für das sie Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben, können einen weiteren Entlastungsbetrag von nunmehr 1.908 Euro (+ 240 Euro für jedes weitere Kind) steuerlich geltend machen. Dieser Betrag ist rückwirkend zum Jahresanfang 2015 um 600 Euro erhöht worden. Dazu muss der Sohn oder die Tochter zum Haushalt der Eltern gehören. Davon geht das Finanzamt in der Regel aus, wenn das Kind bei Ihnen gemeldet ist. Falls das Kind auch noch bei anderen Personen gemeldet ist, können Alleinerziehende den Entlastungsbetrag trotzdem geltend machen, wenn sie auch das Kindergeld erhalten. Im Lohnsteuerabzugsverfahren entspricht der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende der Steuerklasse II.

Ab Dezember 2015 wurde der erhöhte Entlastungsbetrag denjenigen mit Steuerklasse II automatisch zugerechnet. Diese profitieren obendrein auch noch vom erhöhten Grundfreibetrag, den alle Steuerzahler bekommen. Auch in den Jahren 2016 bis 2018 wird der Grundfreibetrag erhöht.

Kinderbetreuungskosten absetzen

Sie können zwei Drittel Ihrer Kosten für Kinderbetreuung (bis maximal 6.000 Euro), also höchstens 4.000 Euro je Kind und Jahr, als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Kind gehört zu Ihrem Haushalt. Bei nicht zusammenlebenden Eltern ist die Meldeadresse des Nachwuchses entscheidend.
  • Für das Kind steht Ihnen Kindergeld oder ein Freibetrag zu.
  • Das Kind hat sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Diese Altersgrenze gilt nicht, wenn das Kind sich wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst unterhalten kann.

Folgende Kosten können Sie in Ihrer Steuererklärung angeben: Beispielsweise Aufwendungen für

  • die Unterbringung von Kindern in Kindertagesstätten, -horten und -krippen sowie bei Tagesmüttern und in Ganztagspflegestellen;
  • die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern;
  • die Beschäftigung von Haushaltshilfen, soweit sie Kinder betreuen;
  • die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der häuslichen Schulaufgaben.

Nicht berücksichtigt werden allerdings Kosten für (Nachhilfe-)Unterricht, für sportliche und andere Freizeitbetätigungen sowie für die Verpflegung des Kindes.

Der Abzug von Kinderbetreuungskosten setzt voraus, dass Sie dafür eine Rechnung erhalten haben und den Betrag an die entsprechende Person überwiesen haben. Barzahlungen und Barschecks erkennt der Fiskus nicht an. Die Rechnung und die Zahlungsnachweise müssen Sie zwar nur auf Verlangen des Finanzamts vorlegen, trotzdem sollten Sie sie gut aufbewahren. Falls Sie im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses oder eines Minijobs als Arbeitgeber der Betreuungsperson fungieren, reicht als Nachweis der schriftliche Arbeitsvertrag. Beschäftigen Sie in Ihrem Privathaushalt einen Minijobber, dann können Sie für die Haushaltshilfe als Steuerermäßigung 20 Prozent von maximal 2.550 Euro erhalten, also bis zu 510 Euro. Geregelt ist dies im Paragraf 35a Absatz 1 Einkommensteuergesetz.

Wurde das Kind in einem Kindergarten oder Hort betreut, genügen der Bescheid des öffentlichen oder privaten Trägers über die zu zahlenden Gebühren und der Überweisungsbeleg.

Betreuung durch Angehörige absetzen

Häufig übernehmen nahe Angehörige die Kinderbetreuung. Sofern Sie dafür Geld bezahlen und klare und eindeutige Vereinbarungen getroffen haben, die Sie auch tatsächlich umsetzen, können Sie diese Art der Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen. Die Betreuungsperson darf allerdings nicht mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt leben.

Kinderzulage bei der Riester-Förderung nutzen

Viele Steuerzahler haben für ihre private Altersvorsorge Riester-Verträge abschlossen. Diese werden steuerlich besonders gefördert: Es gibt jährlich bis zu 300 Euro Zulage pro Kind. Riester-Sparer können die Kinderzulage selbst dann beanspruchen, wenn sie für ihren Sohn oder ihre Tochter nur einen Monat lang im Jahr Kindergeld bezogen hatten.

Folgen nach Trennung und Scheidung

Trennen sich Eltern, muss auch die Steuererklärung neu durchdacht werden. Kindergeld kann nur einer der beiden Ex-Partner erhalten. Bleibt das Kind zum Beispiel bei der Mutter, dann steht ihr auch das Kindergeld zu.

Zahlt beispielsweise der Mann Unterhalt für das Kind, wird das Kindergeld aber angerechnet. Der Vater schuldet dem Kind Barunterhalt. Davon kann er jedoch die Hälfte des Kindergelds abziehen. Folglich reduziert sich der monatlich zu zahlende Kindesunterhalt. Steuerlich absetzen kann der Vater jedoch den Kindesunterhalt nicht.

Anders behandelt werden die steuerlichen Freibeträge: der Kinderfreibetrag und der sogenannte BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Grundsätzlich stehen diese Freibeträge beiden Elternteilen gleichmäßig zu. Deshalb gibt es steuerrechtlich halbe Kinder: Wenn nämlich der Freibetrag für ein Kind zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werden muss.

Wann nach der Trennung der volle Kinderfreibetrag zusteht

  • Der andere Elternteil ist bereits vor Beginn des Kalenderjahres verstorben.
  • Der andere Elternteil lebt dauerhaft im Ausland und ist deshalb nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.
  • Der Aufenthalt des anderen Elternteils ist nicht zu ermitteln.
  • Der Vater des Kindes ist amtlich nicht feststellbar.
  • Der betreuende Elternteil hat allein das Kind adoptiert oder als Pflegekind aufgenommen.
  • Die Mutter gibt den Behörden den Namen des Vaters nicht preis.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Übertragung des Kinder- und des BEA-Freibetrags

In bestimmten Fällen ist die Übertragung des halben Kinderfreibetrags auf den anderen Elternteil aufgrund eines Antrags in der Einkommensteuererklärung möglich:

  • Der Unterhaltsverpflichtete zahlt weniger als 75 Prozent des eigentlich zu zahlenden Kindesunterhalts.
  • Mangels Leistungsfähigkeit ist dieser gar nicht unterhaltspflichtig.

Wenn in unserem Beispielfall die Mutter das Kind betreut, kann sie in solchen Mangelfällen die kompletten Kinder- und BEA-Freibeträge beantragen. Das gilt auch für die weiteren kinderbezogenen Freibeträge wie Kinderzulage, Ausbildungsfreibetrag, Behinderten-Pauschbetrag und Hinterbliebenen-Pauschbetrag.

Für Kinder unter 18 Jahren kann der BEA-Freibetrag anders als der Kinderfreibetrag von einem zum anderen Elternteil übertragen werden. Oft ist es so, dass die Mutter, die das Kind allein betreut, diesen einseitigen Antrag stellt und dann den BEA-Freibetrag alleine bekommt. Hierfür verlangt das Finanzamt keinerlei Nachweise, denn der andere Elternteil muss nicht zustimmen.

Wichtig: Das Kind darf beim unterhaltsverpflichteten Elternteil (hier der Vater) nicht gemeldet sein. Ein einziger Tag wäre schon schädlich.

Schulgeld für Privatschulen als Sonderausgabe

Geht Ihr Kind auf eine Privatschule, für die Sie Schulgeld bezahlt haben? 30 Prozent des Schulgelds dürfen Sie als Sonderausgaben absetzen. Als Höchstbetrag gilt 5.000 Euro für jedes Kind. Die entsprechenden Angaben machen Sie auf der dritten Seite der Anlage Kind. Wann das Schulgeld abzugsfähig ist, haben wir in einem Ratgeber zusammengefasst.

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Artikel verfasst von

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

Источники: http://www.kindergeld.org/kinderfreibetrag.html, http://www.finanztip.de/steuervorteile-fuer-eltern/, http://www.finanztip.de/steuervorteile-fuer-eltern/

Versteuerung krankengeld

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Steuer auf Krankengeld

Wer langfristig erkranken sollte und arbeitsunfähig sein sollte, der kann nach dem Auslaufen der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall seitens des Arbeitgebers das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten. Dieses ist zwar an sich steuerfrei, aber es unterliegt einer indirekten Versteuerung durch den Progressionsvorbehalt.

Die Steuerfreiheit des Krankengelds sagt somit nur aus, dass dieses an sich nicht direkt besteuert werden darf und z. B. von der Lohnsteuer oder Einkommensteuer befreit ist. Die Zahlung des Krankengelds ist jedoch dem Progressionsvorbehalt unterworfen und somit einer indirekten Besteuerung, da durch den Progressionsvorbehalt der Steuersatz des steuerpflichtigen Einkommens erhöht wird.

Das Krankengeld ist ebenfalls nicht von allen Abzügen der gesetzlichen Pflichtversicherung befreit – so werden auch auf das Krankengeld die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung erhoben, nicht jedoch für die Krankenversicherung, da das Krankengeld von dieser bezahlt wird.

Die Höhe des Krankengelds richtet sich stets nach den Bruttobezügen und dem Nettoeinkommen. Es wird maximal 70 % des Bruttolohns und 90 % des Nettolohns gezahlt – wer 2.200 Euro Bruttolohn und 1.300 Euro Nettolohn erhält, der erhält somit maximal 1.170 Euro Krankengeld (90 % des Nettolohns) ohne noch anfallende Versicherungsabzüge, auch wenn der Anspruch bei 1.540 Euro (70 % des Buttolohns) liegt.

Das Krankengeld wird ebenfalls durch den Erhalt weiterer Bezüge, z. B. falls man ein zusätzliches Einkommen aus einer weiteren Tätigkeit bezieht, gemindert.

Die Steuer auf das Krankengeld ergibt sich aus dem Progressionsvorbehalt. Mit diesem Verfahren wird der Steuersatz auf das Gesamteinkommen bestehend aus zu versteuerndem Nettoeinkommen und steuerfreiem Krankengeld ermittelt und auf das zu versteuernde Nettoeinkommen angewandt, was zu einer höheren Einkommensteuerlast führt.

An einem Beispiel: Hans erhält 1.300 Euro Nettolohn pro Monat und für 3 Monate Krankengeld in Höhe von 1.170 Euro. Das jährliche Gesamteinkommen liegt somit bei 15.210 Euro (9 x 1.300 Euro Nettolohn + 3 x 1.170 Krankengeld) – der steigt aufgrund des Progressionsvorbehalts von 5,49 % (11.700 Euro Nettolohn) auf 9,61 %.

Somit müssen statt 642,00 Euro Einkommensteuer 1.124,37 Euro Einkommensteuer durch den erhöhten Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen bezahlt werden. Die indirekte Steuer auf das Krankengeld beträgt somit 482,37 Euro.

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5 Kommentar(e) zu diesem Artikel

Können im Gegenzug auch die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung geltend gemacht werden? Wenn ja in welcher Höhe?

Ich finde, einer der ,,Krank“ ist wird dreifach bestraft weniger Krankengeld wie Lohn ist ja noch verständlich dann der hohe Steuersatz und evtl. hohe kosten für Arznei. Wo bleibt da die ,,Gerechtigkeit“ traurich.

Dabei muss man bedenken, dass die Ausgaben die ein jeder hat, Miete, Versicherungsbeiträge u.s.w. gleich hoch bleiben. Wenn man Pech hat, ist der soziale Abstieg vorprogrammiert.

Willkommen in Deutschland

Das Beispiel zum Krankengeld ist nicht nachvollziehbar. Seit wann wird ein Nettolohn versteuert?! Es sollte heißen: 9 Monate Bruttolohn.

Beim Krankengeld wäre es interessant zu wissen, ob das Krankengeld in Höhe des Nettobetrages oder in Höhe des Bruttobetrages dem Progressionsvorbehalt zu unterwerfen ist.

… ich finde das ziemlich frech. .. nicht nur das man nur 70% von dem normalen Lohn “ steuerfrei“ bekommt also mit 30% weniger auskommen muss … Nein am ende zahlt man trotzdem Steuern drauf …. wo bleibt da die Gerechtigkeit … armes Deutschland

Artikeloptionen

Dieser Artikel wurde am 23.02.2011 um 17:16 Uhr veröffentlicht.

Krankengeld und Steuer im Гњberblick

Einfach erklärt: Auf Krankengeld brauchen Sie keine Steuern zu zahlen. Dennoch müssen Sie es meistens in Ihre Steuererklärung eintragen.

Egal ob Sie eine langwierige Krankheit haben oder einen komplizierten Bruch auskurieren müssen, wenn Sie arbeitsunfähig krankgeschrieben sind, bekommen Sie sechs Wochen lang Ihren vollen Lohn vom Arbeitgeber weiterbezahlt. Das nennt sich „Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall" und ist im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt. Nach dieser Zeit gibt es von der gesetzlichen Krankenkasse das Krankengeld. Dieses ist zwar etwas niedriger als Ihr normales Gehalt, hilft Ihnen aber Ihre Unkosten zu bezahlen.

So bekommen Sie Krankengeld

Um Krankengeld zu erhalten, müssen Sie keinen gesonderten Antrag stellen. Ihre Krankenkasse wird mit Ihnen Kontakt aufnehmen und die weitere Vorgehensweise abstimmen. Wichtig ist nur, dass Sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bzw. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die Ihnen Ihr Arzt ausgestellt hat, direkt an Ihre Krankenversicherung senden – am besten per Einschreiben.

Krankengeld wird grundsätzlich ohne zeitliche Beschränkung gezahlt, wegen derselben Krankheit jedoch nicht länger als 78 Wochen.

Auch wenn Ihr Kind krank ist und Sie es so zeitintensiv pflegen mГјssen, dass Sie nicht arbeiten kГ¶nnen, haben Sie eventuell Anspruch auf Krangengeld – umgangssprachlich auch Kinderkrankengeld genannt. Das gilt aber nur, wenn Ihr Kind unter 12 Jahre alt und gesetzlich mitversichert ist. Falls Sie dazu Fragen haben, wenden Sie sich am besten direkt an Ihre Krankenkasse.

Krankengeld ist eigentlich steuerfrei

Wenn Sie Krankengeld bekommen, ist das steuerfrei. Einen Haken hat die Sache aber: Entgeltersatzleistungen, wie das Krankengeld, unterliegen demВ Progressionsvorbehalt. Der sorgt dafГјr, dass die Steuern auf Ihr restliches Gehalt steigen.

Ein Rechenbeispiel: Ruth bekommt drei Monate lang 4.800 Euro steuerfreies Krankengeld. Danach und davor hat sie neun Monate lang normal gearbeitet und in dieser Zeit 22.500 Euro verdient. Normalerweise mГјsste Ruth diese 22.500 Euro mit ihrem persГ¶nlichen Steuersatz von 15,6 Prozent versteuern – also 3.510 Euro Steuern zahlen.

In den Augen des Finanzamts hat Ruth jedoch nicht 22.500 Euro verdient sondern 27.300 Euro (22.500 Euro + 4.800 Euro) und ihr Steuersatz klettert auf 18,3 Prozent. Das Krankengeld von 4.800 Euro bleibt weiterhin steuerfrei, doch die 22.500 Euro muss Ruth nun mit 18,3 Prozent versteuern. Das sind В 4.117,50 Euro, also Гјber 600 Euro mehr Steuern, die Sie zahlen muss.

Das Krankengeld ist grundsätzlich beitragspflichtig zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Die Krankenkasse zieht daher die Beiträge direkt von Ihrem Krankengeld ab, bevor Sie es überwiesen bekommen.

Krankengeld in die Steuererklärung eintragen

Wenn Sie mehr als 410 Euro Krankengeld im Jahr bekommen haben, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben. Die Summe des Krankengelds tragen Sie im Mantelbogen unter „Sonstige Angaben und Anträge“, in der Zeile für „Einkommensersatzleistungen“ ein. Zu diesem Zweck sollten Sie automatisch, von der Krankenkasse eine "Bescheinigung für das Finanzamt" bekommen haben, wo die Höhe Ihres Krankengelds vermerkt ist.

Sie sind unsicher, wie Sie das Krankengeld in Ihrer Steuererklärung eintragen müssen? Unsere Beraterinnen und Berater helfen Ihnen dabei. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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Krankengeld versteuern

Krankengeld versteuern

Wie habt ihr das geregelt.

AW: Krankengeld versteuern

Das wusste ich gar nicht, allerdings ist mein KRankengeld auch soooo niedrig das ich unter dem Betrag bin wo man anfangen muss Steuern zu zahlen (Bei normalem Gehalt).Der liegt ja bei 326 Ђ etwa.

Ist das Krankengeld zu versteuern?

Erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber wдhrend des Krankenstandes weiterhin Bezьge (so genannte Entgeltfortzahlung), wird die Lohnsteuer – wie bei jeder anderen Gehaltszahlung – einbehalten.

AW: Krankengeld versteuern

sunny Moderation im Brustkrebsforum, ansonsten normale Userin

AW: Krankengeld versteuern

erstattet zu bekommen, stattdessen mussten wir nachzahlen. Ich dachte, mir bleibt die Luft weg , als ich den Bescheid sah.

AW: Krankengeld versteuern

Sie fдllt aber unter den Progressionsvorbehalt.

Dein Krankengeld wird zum zu versteuernden Einkommen hinzu gerechnet, darauf wird der Steuersatz ermittelt.

NYC’s ACC platzierte sie auf der berьchtigten **Kill List**

Kein Foster – keine Rettung.

Smashie starb am 17.09.2016.

Ihre grьnen Funkelaugen gibt’s nicht mehr.

Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.

AW: Krankengeld versteuern

Sie fдllt aber unter den Progressionsvorbehalt.

Dein Krankengeld wird zum zu versteuernden Einkommen hinzu gerechnet, darauf wird der Steuersatz ermittelt.

sunny Moderation im Brustkrebsforum, ansonsten normale Userin

AW: Krankengeld versteuern

Du hast bis zum 30.06. Gehalt bezogen, monatlich 1.000,– Euro, auf die Du 20 % LSt. gezahlt = fьr sechs Monate 6000,– Euro, also 1.200 Euro.

Nun hast Du aber von Juli bis August Krankengeld bekommen, auch 1.000,– Euro, d.h. dein jдhrliches Einkommen betrug 12.000 Euro, damit hast Du aber einen Steuersatz von 22 %.

Du musst dann das einkommensteuerpflichtige Gehalt, also die ersten 6.000,– Euro, mit einem Satz von 22 % versteuern, also insgesamt 120,– Euro nachzahlen.

AW: Krankengeld versteuern

sunny Moderation im Brustkrebsforum, ansonsten normale Userin

AW: Krankengeld versteuern

Ob die BU-Rente versteuert wird, weiЯ ich nicht. Da aber die Altersrente versteuert wird, ist davon auszugehen.

AW: Krankengeld versteuern

Die BU-Rente musst Du nicht versteuern, nur Dein Gehalt. Aber darauf wirst Du einen hцheren Steuersatz zahlen mьssen, als bisher. Und die Differenz aus bereits gezahlten und dann neu berechnetem wirst Du zahlen mьssen.

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Источники: http://www.steuerncheck.net/krankengeld-steuer/, http://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/beruf/krankengeld-und-steuer-im-ueberblick.html, http://bfriends.brigitte.de/foren/brustkrebs/130663-krankengeld-versteuern.html

Wem steht der kinderfreibetrag zu

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Scheidung und Steuern – wer bekommt den Kinderfreibetrag?

Jeder, der Kinder hat, hat Anrecht auf einen steuerlichen Kinderfreibetrag. Viele, die einen solchen Freibetrag auf der Steuerkarte eingetragen haben, fragen sich oft, ob sich diese Freibetrag überhaupt auf die zu zahlende Steuer auswirkt. Tatsächlich bringt der Kinderfreibetrag häufig steuerlich überhaupt keinen Vorteil.

Freibetrag oft ohne Auswirkung

Der Grund dafür ist ganz einfach: die meisten Eltern, die Kinder haben, lassen sich einerseits den Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen und beziehen andererseits das Kindergeld. Beide staatliche Leistungen dienen dazu, die Eltern zu entlasten. Grundsätzlich hat man aber nur ein Recht auf eine dieser beiden Entlastungen. Wer also Kindergeld bezieht, bei dem wird das Kindergeld steuerlich berücksichtigt, und der Kinderfreibetrag hat dann keine Wirkung mehr.

In den allermeisten Fällen ist es günstiger, Kindergeld zu beziehen. Erst ab einem Jahres-Brutto von etwa 50.000,00 Euro fährt man günstiger, wenn man auf den Bezug von Kindergeld verzichtet und stattdessen den Kinderfreibetrag voll in Anspruch nimmt.

Verteilung des Freibetrags

Vor diesem Hintergrund ist es in den allermeisten Fällen egal, welcher der beiden getrennt lebenden Eheleute nun den Kinderfreibetrag bekommt. Trotzdem gibt es auch dafür natürlich eine gesetzliche Regelung. Ab dem Jahr, das auf die Trennung erfolgt, erhalten die getrennt lebende Eheleute jeder für jedes Kind einen halben Kinderfreibetrag. Eine Übertragung des halben Kinderfreibetrags auf dem anderen Ehegatten ist – anders als beim Zusammenleben – dann nicht mehr möglich.

Die wichtigsten Begriffe

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Tel.: 089 / 834 78 63

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Kinderfreibetrag: Bundesministerium für Familien und …

Für Alleinerziehende steht der Kinderfreibetrag von € 440 dann zu, … Geltend zu machen ist der Kinderfreibetrag über die Arbeitnehmerveranlagung bzw.

HELP.gv.at: Absetz- und Freibeträge für Familien

Der Kinderfreibetrag steht nicht nur den (leiblichen) Eltern selbst zu, sondern eventuell auch der (Ehe-)Partnerin/dem (Ehe-)Partner eines Elternteiles, …

Kinderfreibetrag

  • Der Kinderfreibetrag ist nur für die Steuerklassen 1 – 4 vorgesehen.
  • Kindergeld oder Kinderfreibetrag – beides zusammen gibt es nicht.
  • Der Kinderfreibetrag wird mit dem Antrag auf Lohnsteuerermäßigung vom Finanzamt eingetragen.
  • Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Freibetrag oder das Kindergeld steuerlich günstiger ist.
  • Der Kinderfreibetrag lohnt sich bei einzelnen Personen ab einem Einkommen von 30.000 Euro, bei Ehepaaren ab 60.000 Euro.

Kinderfreibetragrechner

Kinderfreibetrag – Was, wie, für wen?

Der Kinderfreibetrag ist ein Freibetrag, der Eltern bei der Einkommensteuer eine Steuererleichterung schafft. Um diesen Anspruch auf Lohnsteuerermäßigung geltend zu machen, muss der Kinderfreibetrag zuvor beim Finanzamt eingetragen worden sein.

Während das Kindergeld eine Vorauszahlung ist, handelt es sich beim Kinderfreibetrag um eine Rechengröße bei der Einkommensteuererklärung.

Hier werden der Freibetrag und das jeweils vorausgezahlte Kindergeld gegeneinander aufgerechnet.

Das Finanzamt ermittelt den Betrag, der für den Steuerpflichtigen am günstigsten ist. Dieser Vorgang heißt Günstigerprüfung.

  • Lediglich bei der Berechnung von Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag werden generell die Kinderfreibeträge abgezogen. Hier erfolgt keine Günstigerprüfung durch die Finanzämter.

In der Regel profitieren höhere Einkommen durch die Kinderfreibeträge. Als Richtwert kann hier von einem jährlichen Bruttoeinkommen ab 30.000 Euro für eine einzelne Person ausgegangen werden. Für niedrigere Einkommen lohnt es sich eher, das Kindergeld in Anspruch zu nehmen.

Höhe des Kinderfreibetrags 2017 nach Steuerklassen

Steuerklassenrechner

Wann lohnt sich der Kinderfreibetrag?

Der Kinderfreibetrag führt direkt dazu, dass mehr Netto vom Brutto übrig bleibt. Wer stattdessen bei Auszahlung des Kindergeldes bleibt, muss sich selbst errechnen, ob am Ende mehr Netto übrig bleibt. Das Nettogehalt ist dann einfach der Betrag, der vom Arbeitgeber überwiesen wird plus das staatlich gezahlte Kindergeld. Beim Brutto Netto inklusive Kinderfreibetrag gilt die Annahme, dass ein höheres Einkommen mit Kinderfreibetrag zu mehr Netto führt. An folgendem Beispiel wird klar, dass die Zahlung des Kindergelds zu weniger Netto monatlich führen kann als mit einem Kinderfreibetrag, der direkt einen entsprechenden Steuervorteil liefert.

Erklärvideo: Kinderfreibetrag oder Kindergeld?

Wichtige Fragen zum Kinderfreibetrag

Kinderfreibetrag oder Kindergeld?

Grundsätzlich ist es ratsam, zunächst erstmal das Kindergeld zu beantragen. Auch dann, wenn man davon ausgehen kann, den Kinderfreibetrag zu erhalten. Denn das Finanzamt geht bei der Günstigerprüfung immer davon aus, der das Steuerzahler das Kindergeld beantragt hat und rechnet diesen Betrag automatisch bei der Steuererklärung mit ein.

  • Alle Personen, die entweder keine oder nur sehr wenig Steuern zahlen müssen, sind mit dem Kindergeld in jedem Falle besser beraten.

Auch wenn die Kinder in die Ausbildung gehen, ist es für Eltern wichtig, sich zu informieren, wie es mit den beiden Varianten Kinderfreibetrag und Kindergeld aussieht.

Wie setzt sich der Kinderfreibetrag zusammen?

Der Freibetrag hat sich 2017 geändert. So liegt er aktuell bei 7.356 Euro jährlich pro Kind für beide Elternteile.

Er setzt sich zusammen aus:

  • dem Bedarf für das sachliche Existenzminimum des Kindes 4.716 Euro
  • dem Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf 2.640 Euro.

Welche Altersgrenzen müssen beachtet werden?

Für Eltern, deren Kinder sich in der Berufsausbildung befinden, gibt es durch die Zahlung von Kindergeld oder die Unterstützung durch den Kinderfreibetrag ebenfalls Entlastungen. Dabei ist allerdings auf die Altersgrenze von 25 bzw. in Ausnahmefällen 27 Jahren zu achten.

Der Kinderfreibetrag in bestimmten Lebenssituationen

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Kinderfreibeträge im Falle einer Scheidung jeweils hälftig an beide Elternteile ausgezahlt werden. Dabei ist es unerheblich, von wem die Kinder betreut werden.

Auch hier gilt natürlich, dass die Freibeträge erst dann einen Steuervorteil bieten, wenn man als Alleinstehender die Einkommensgrenze von 30.000 Euro an Jahreseinkommen erreicht. Ansonsten sollte man die Zahlung von Kindergeld in Anspruch nehmen.

  • Übernimmt ein Elternteil weniger als 75 Prozent seiner Unterhaltspflicht, kann der Freibetrag vollständig auf das andere Elternteil übertragen werden.

Kinderfreibeträge können auch von den Eltern in Anspruch genommen werden, die Pflegekinder in ihren Haushalt aufgenommen haben. Als Voraussetzung dafür gilt allerdings die Feststellung eines Pflegekindschaftsverhältnisses.

Das heißt, dass die Beziehung zu dem Kind für einen längeren Zeitraum geplant sein muss und einen familienähnlichen Charakter hat. Es darf sich nicht um eine kurzzeitige Aufnahme des Kindes in den Familienhaushalt handeln.

Ist also das Pflegekindschaftsverhältnis festgestellt worden, dann ist damit auch der Anspruch auf Kinderfreibeträge ebenso wie auf Kindergeld entstanden und kann von der Pflegefamilie genutzt werden.

Häufig gestellte Fragen zum Kinderfreibetrag

Was versteht man unter dem Monatsprinzip bei Kinderfreibeträgen?

Bei der Errechnung des Kinderfreibetrages gilt das Monatsprinzip. Wurden somit an wenigstens einem Tag in einem Monat die Voraussetzungen für die Berücksichtigung eines Kindes erfüllt, dann erhält man für eben diesen Monat den zwölften Teil des Jahresbetrags angerechnet.

Dabei steht jedem Elternteil jeweils die Hälfte des Kinderfreibetrages zu. Auf der elektronischen Lohnsteuerkarte ist dies mit einer 0,5 dargestellt. Der Wert ist unter dem Hinweis über die Zahl der Kinderfreibeträge zu finden.

Auch ist in bestimmten Fällen auf der elektronischen Lohnsteuerkarte der Wert 1,0 vermerkt. Dies ist dann der Fall, wenn die Steuerklasse 5 oder 3 gewählt wurde. Es ist ebenfalls der Fall, wenn ein Kind von einem der Ehepartner adoptiert worden ist.

Gibt es den Kinderfreibetrag bei einem behinderten Kind nach dem 18. Lebensjahr?

Ja, Kinderfreibeträge für ein behindertes Kind können geltend gemacht werden, wenn das Kind das 18. Lebensjahr bereits überschritten hat und bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Altersbegrenzung ist sogar komplett aufgehoben, wenn das behinderte Kind sich aufgrund einer seelischen, geistigen oder körperlichen Behinderung nicht selbst unterhalten kann. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung bereits vor dem 25. Lebensjahr aufgetreten ist.

  • Eine Sonderregelung gibt es allerdings für Kinder, bei denen die Behinderung vor dem 1.1.2007 eingesetzt hat. In diesen Fällen gilt eine Altersgrenze von 27 Jahren.

Wie wirken sich Jobs bzw. Ferienjobs auf Kinderfreibetrag/Kindergeld aus?

Wenn das Kind eine weitergehende Ausbildung aufnimmt, bei der es regelmäßig wöchentlich mehr als 20 Wochenstunden erwerbstätig ist, dann entfällt die Steuererleichterung. Ausgenommen von diesem Wegfall sind allerdings Ferienjobs, da in dem Gesetzestext von einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit die Rede ist und dies bei Ferienjobs nicht der Fall ist.

Diese werden ja nur in den Semesterferien oder Ferien ausgeübt und sind damit nicht regelmäßig. Damit werden die Vorteile von Kinderfreibetrag/ Kindergeld nicht gemindert, wenn das Kind einen Ferienjob ausübt.

Beeinflusst das Einkommen eines Kindes den Kinderfreibetrag?

Seit 2012 müssen Eltern nicht mehr nachweisen, dass das Einkommen ihres Kindes 8.004 Euro übersteigt.

Das gilt für Kinder bis zum 25. Lebensjahr, die sich in einer Erstausbildung oder einem Erststudium befinden.

Kinderfreibetrag oder Kindergeld – beide Möglichkeiten zur finanziellen Entlastung der Eltern sind damit bis zu diesem Alter weiterhin vorhanden.

Allerdings muss darauf geachtet werden, dass das Kind nicht eine wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden überschreitet.

Was ist der Freibetrag für Sonderbedarf und wann darf man ihn geltend machen?

Die Eltern, die einen Anspruch auf Kinderfreibetrag/Kindergeld haben, können einen weiteren Freibetrag für Sonderbedarf geltend machen, wenn das Kind zwischen 18 und 25 Jahre alt ist und auswärtig eine Berufsausbildung absolviert.

In dem Fall können die Eltern einen Freibetrag geltend machen, der jährlich bei 924 Euro liegt. Sollte das Kind eigene Einkünfte haben, die 1.848 Euro übersteigen, werden diese darauf angerechnet. Sollte das Kind BAFöG beziehen, wird dieses ebenfalls in voller Höhe angerechnet.

Szenarien/Rechenbeispiele zum Kinderfreibetrag

Im Folgenden finden Sie drei Szenarien zum Kinderfreibetrag. Wenn Sie sich die Details zu einem der Szenarien ansehen möchten, klicken Sie dazu einfach auf den jeweiligen Button.

Szenario 1: Steuerpflichtiger, alleinstehend mit einem Kind

Prinzipiell hat der Kinderfreibetrag für die Lohnsteuer keine Relevanz. Interessant wird die Einkommenssteuerermittlung. Bei Einkünften von 24.000 Euro beläuft sich die Einkommenssteuer ohne Kinder auf 3.726,00 Euro (2015).

Nach Abzug des Kinderfreibetrags (16.848 Euro zu versteuerndes Einkommen) liegt die Steuerlast noch bei 1.784,00 Euro. Der Unterschied ist geringer als das erhaltene Kindergeld.

Szenario 2: Eltern, verheiratet mit einem Kind

Beide Eltern werden gemeinsam veranlagt und erzielen Einkommen in Höhe von 64.000 Euro. Die Steuerlast (ohne Kinderfreibetrag) liegt an dieser Stelle bei 12.352,00 Euro. Nach Abzug des Freibetrags bleibt eine Einkommenssteuerlast in Höhe von 10.088,00 Euro.

Um einen Steuervorteil zu erreichen, muss die Differenz 2.256 Euro (im Jahr 2015) übersteigen. Im Rahmen der hier durchgeführten Günstigerprüfung ergibt sich ein Vorteil von acht Euro bei Inanspruchnahme des Freibetrags.

Szenario 3: Kindergeldanspruch entfällt Ende August

An dieser Stelle wird auch der Kinderfreibetrag in entsprechender Weise gekürzt. Nach § 32 Abs. 6 EStG reduziert sich der anrechenbare Betrag für jeden Monat um ein Zwölftel.

Источники: http://www.lexikon-familienrecht.de/scheidung-und-steuern-wer-bekommt-den-kinderfreibetrag/, http://www.tdusy.me/wem-steht-der-kinderfreibetrag-zu.html, http://www.steuerklassen.com/kinderfreibetrag/

Steuererklärung welche pauschalen gibt es

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Werbungskosten

Was Arbeitnehmer alles

  • Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Werbungskosten mindern Ihre Steuerlast bei Ihren Einkünften als Arbeitnehmer.
  • Zu den Werbungskosten zählen alle Kosten, die Ihnen durch Ihre Arbeit entstehen.
  • Von sich aus berücksichtigt das Finanzamt bei Arbeitnehmern pauschal 1.000 Euro.

So gehen Sie vor

  • Dieses Werbungskosten-ABC listet zahlreiche Steuerspar-Möglichkeiten auf. Prüfen Sie, welche Posten davon bei Ihnen angefallen sind.
  • Haben Sie im Jahr mehr als 1.000 Euro an Werbungskosten ausgegeben, können Sie zu viel gezahlte Steuern nur durch detaillierte Angaben in der Anlage N Ihrer Steuererklärung zurückholen.
  • Auch Vermieter können Werbungskosten von ihren Einkünften abziehen. Kapitalanleger können nur eingeschränkt bestimmte Kosten absetzen, wenn sie Abgeltungsteuer bezahlt haben.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Zu den Werbungskosten gehört alles, was Sie ausgeben, um überhaupt Geld zu verdienen. Dazu gehören Bewerbungsfotos genauso wie die Fahrt zum Vorstellungsgespräch. Wer schon einen Job hat, muss vielleicht in eine Fortbildung investieren, um ihn auch zu behalten. Bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt der Arbeitgeber 1.000 Euro Arbeitnehmer-Pauschbetrag.

Wer im Jahr diesen Betrag mit seinen Werbungskosten nicht übersteigt, der könnte in der Anlage N seiner Steuererklärung darauf verzichten, einzelne Ausgaben einzutragen. Denn 1.000 Euro berücksichtigt das Finanzamt bei jedem Arbeitnehmer automatisch.

Wer Wohnungen vermietet, sollte seine Immobilie hin und wieder renovieren. Die gesetzliche Definition der Werbungskosten können Sie in § 9 EStG nachlesen.

Helfer für die Steuererklärung

Werbungskosten-ABC

Absetzen können Sie alle beruflich veranlassten Ausgaben, soweit Ihr Arbeitgeber sie Ihnen nicht steuerfrei ersetzt hat.

Arbeitsmittel Alles, was Sie für Ihre berufliche Tätigkeit einsetzen, gilt als Arbeitsmittel. Grundsätzlich kann jeder Gegenstand ein steuerlich absetzbares Arbeitsmittel sein, wenn Sie ihn überwiegend für berufliche Zwecke nutzen. Dazu gehören zum Beispiel Aktentasche, PC, Schreibtisch, selbst bezahlter Bürostuhl, Bücherregal und Fachliteratur.

Arbeitszimmer Für die meisten Steuerzahler ist das häusliche Arbeitszimmer als Steuersparmodell passé. Für diese Kosten gilt nämlich grundsätzlich ein Abzugsverbot. Der Gesetzgeber lässt aber zwei Ausnahmen zu: Wenn Ihnen für Ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, können Sie bis zu 1.250 Euro pro Jahr geltend machen. Wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt, sind Ihre Kosten unbeschränkt abzugsfähig.

Bahncard Haben Sie sich eine Bahncard gekauft, um Ihre beruflich veranlassten Reisekosten zu senken? Dann können Sie den Preis in voller Höhe als Werbungskosten angeben.

Berufsausbildung Kosten Ihrer eigenen erstmaligen Berufsausbildung oder Ihres Erststudiums können Sie nur begrenzt bis zu 6.000 Euro im Jahr als Sonderausgaben absetzen. Dagegen können Ihre Ausgaben als Werbungskosten in unbegrenzter Höhe berücksichtigt werden, wenn sie

  • für eine weitere Berufsausbildung,
  • für ein weiteres Studium,
  • für ein Erststudium nach einer bereits abgeschlossenen nichtakademischen Berufsausbildung oder
  • im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses

Berufskleidung Die Finanzämter erkennen Ausgaben für typische Berufskleidung und deren Reinigung als Werbungskosten an. Darunter fallen beispielsweise Arbeitskittel, Uniform, Blaumann, Sicherheitsschuhe, Arztmantel, Operationshose, Robe und Barett eines Richters sowie die Amtstracht eines Geistlichen. Alle Kleidungsstücke, die Sie als herkömmliche „bürgerliche“ Bekleidung nutzen können, sind dagegen keine typische Berufskleidung.

Berufsverband Absetzbar sind auch Ihre Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbänden, beispielsweise die Ärzte- oder die Anwaltskammer, aber auch Gewerkschaften.

Bewerbungen Wenn Sie eine Arbeitsstelle suchen, können Sie beispielsweise Ausgaben für Inserate, Telefonkosten, Porto, Kosten für Fotokopien von Zeugnissen und nicht erstattete Reisekosten für Vorstellungsgespräche absetzen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob Ihre Bewerbung Erfolg hatte.

Doktortitel Promotionskosten erkennt das Finanzamt als Werbungskosten an, wenn sie beruflich veranlasst sind. Auch Kosten einer Habilitation zählen grundsätzlich zu den Werbungskosten.

Doppelte Haushaltsführung Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Beschäftigungsort unterhält, kann seine Ausgaben als Werbungskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung von der Steuer absetzen. Das Finanzamt berücksichtigt Kosten der Zweitwohnung, Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen (innerhalb der ersten drei Monate) und Umzugskosten.

Bus, Bahn und Co.

Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, können Sie die über die Entfernungspauschale hinausgehenden tatsächlichen Ticketkosten als Werbungskosten abziehen. Die Entfernungspauschale wird übrigens bei Flügen nicht angewendet, stattdessen können Sie auch hier die tatsächlichen Kosten absetzen.

Fahrten zur Arbeit Ihre Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte fördert der Gesetzgeber in Form einer Pauschale. Für diesen Weg können Sie eine Entfernungspauschale in Höhe von 0,30 Euro für jeden vollen Entfernungskilometer als Werbungskosten von der Steuer absetzen – unabhängig davon, wie Sie zur Arbeit und wieder nach Hause gelangen. Die Entfernungspauschale ist grundsätzlich auf 4.500 Euro jährlich begrenzt. Wenn Sie aber mit Ihrem eigenen Pkw oder einem Dienstwagen zur Arbeit fahren, berücksichtigt das Finanzamt auch einen höheren Betrag.

Feierkosten – Die Kosten für eine Feier mit Kollegen, Vorgesetzen und Geschäftsfreunden sind steuerlich absetzbar, falls das Fest zumindest in Teilen beruflich veranlasst war. Im Juli 2015 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass ein Steuerberater die Ausgaben für eine Feier mit Kollegen und persönlichen Freunden absetzen darf (Urteil vom 8. Juli 2015, Az. VI R 46/14). Er hatte in einer gemieteten Halle 46 Kollegen zu seiner bestandenen Steuerberaterprüfung eingeladen und zugleich 55 Leute aus seinem privaten Umfeld anlässlich seines 30. Geburtstags. Er reichte die Gästeliste beim Finanzamt ein und wollte anteilig die Kosten für Miete und Bewirtung als Werbungskosten abziehen. Sowohl das Finanzamt als auch das Finanzgericht Baden-Württemberg lehnten das ab; der BFH gestattete dies.

Diese steuerzahlerfreundliche Rechtsprechung ist mittlerweile gefestigt, wie das BFH-Urteil vom 20. Januar 2016, Az. VI R 24/15 zeigt. Hier klagte ein Finanzbeamter, der sein 40-jähriges Dienstjubiläum mit seinen Kollegen im Finanzamt feierte. Er lud alle Kollegen per E-Mail dazu ein und durfte die von ihm bestellten und bezahlten Getränke und Häppchen als Werbungskosten absetzen. Denn ein Dienstjubiläum ist ein berufsbezogenes Ereignis, hat der BFH festgestellt. Die Aufwendungen hierfür können nahezu ausschließlich beruflich veranlasst sein, wenn der Arbeitnehmer folgende Bedingungen einhält:

  • Der Mitarbeiter tritt als Gastgeber auf und bestimmt die Gästeliste.
  • Nachdem die Grenze zwischen Kollege und privaten Freunden fließend sein kann, sollten die beruflichen Gäste nicht individuell, sondern nach einem abstrakten Kriterium eingeladen werden: zum Beispiel alle Kollegen, die gesamte Abteilung, alle Außendienstler, die Senioren oder Azubis der Firma etc.
  • Die Feier sollte in Räumlichkeiten des Arbeitgebers stattfinden und idealerweise zumindest in Teilen oder am Rande der regulären Arbeitszeiten, zum Beispiel am Freitagnachmittag.
  • Bezüglich des Aufwands sollte sie im üblichen Rahmen gehalten werden. Ein Sekt- und Weinumtrunk mit Häppchen ist auf jeden Fall drin.
  • Abgrenzung zu Repräsentationsaufwendungen: Wer Verwandte, persönliche Freunde, Angehörige des öffentlichen Lebens wie Bürgermeister, Stadträte, Journalisten einlädt, muss wissen, dass diese zum privaten Bereich gehören und ihre Einladung einer berufliche Veranlassung zumindest zum Teil widersprechen kann. Zumindest aber der Teil der Kosten, der auf die beruflichen Gäste entfällt, ist absetzbar.

Der Anlass der Feier ist nur eines von mehreren Kriterien. Das Gesamtbild entscheidet, ob und in welcher Höhe Werbungskosten absetzbar sind. Auch Arbeitnehmer können Bewirtungskosten haben.

Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten, dann darf er bis zu 110 Euro je Teilnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei sponsern. Geschenke bis 60 Euro fließen in diese Betragsgrenze ein. Gibt die Firma mehr als 110 Euro pro Person, muss sie hierfür Lohnsteuer und auch Sozialversicherungsbeiträge abführen.

Fort- und Weiterbildung Berufliche Fort- oder Weiterbildungskosten können Sie in voller Höhe als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Das gilt sowohl für Bildungsmaßnahmen in einem schon ausgeübten Beruf als auch für eine Berufstätigkeit in Zukunft (wie die Vorbereitung eines Handwerksgesellen auf die Meisterprüfung). Typische Beispiele sind Lehrgänge, Tagungen und Seminare.

Führerschein Die Aufwendungen für einen Lkw- oder Busführerschein sind grundsätzlich Werbungskosten. Dagegen zählen die Kosten eines Pkw-Führerscheins zur privaten Lebensführung, auch wenn Sie nur mit dem Auto zur Arbeit kommen können.

Kapitaleinkünfte Seit 2009 erhebt der Staat auf Zinsen, Dividenden und andere private Geldanlagen 25 Prozent Abgeltungsteuer. Die tatsächlichen Werbungskosten sind nicht absetzbar. Es gibt aber einige Ausnahmen, zum Beispiel die Bankspesen und Maklercourtagen beim An- und Verkauf von Wertpapieren, der Ausgabeaufschlag beim Kauf von Investmentfonds sowie manche Gebühren.

Kontoführung – Auf normalen Girokonten finden regelmäßig auch beruflich veranlasste Transaktionen (zum Beispiel die Überweisung des Arbeitslohns) statt. Deshalb sind Kontoführungsgebühren anteilig als Werbungskosten abziehbar. Hier hat sich eine Nichtbeanstandungsgrenze von 16 Euro jährlich durchgesetzt. Die meisten Finanzämter berücksichtigen diesen Betrag auch bei kostenfreien Girokonten.

Kreditkarte – Bestimmt verwenden Sie Ihre Kreditkarte auch für berufliche Ausgaben. Dann sollten Sie einen beruflichen Nutzungsanteil in Prozent ermitteln. Den Kostenanteil, der auf die berufliche Nutzung entfällt, können Sie als Werbungskosten abziehen.

Meisterprüfung Wer sich für die Aufstiegsfortbildung zum Meister entscheidet, kann seine Ausgaben als Werbungskosten abziehen.

Rechtsberatung Ihre Beratungskosten und sonstige Rechtsverfolgungskosten (zum Beispiel Prozesskosten) können Sie von der Steuer absetzen, wenn sie berufsbedingt entstanden sind. Das ist zum Beispiel bei einem Prozess vor dem Arbeitsgericht der Fall. Beruflich bedingt ist auch ein Streit vor dem Finanzgericht um Lohnsteuer oder Werbungskosten.

Reisekosten Wenn Sie aus beruflichen Gründen unterwegs waren, können Sie die Kosten, die Ihnen dadurch entstanden sind, als Reisekosten von der Steuer absetzen. Zu den Reisekosten zählen Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwendungen und Reisenebenkosten. Typische Beispiele für beruflich veranlasste Reisen sind Seminar-, Kunden- oder Messebesuche.

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Sprachkurs Belegen Sie einen Sprachkurs, der konkret mit Ihrer Berufstätigkeit zusammenhängt, sind Ihre Kosten als Werbungskosten abziehbar. Nur weil der Veranstaltungsort eines Sprachkurses im Ausland liegt, muss das nicht für eine überwiegend private Veranlassung des Kurses sprechen. Das gilt jedenfalls für die Mitgliedstaaten der EU, die EWR-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen) und die Schweiz.

Steuerberatungskosten Wenn Sie sich eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater leisten, können Sie den Teil der Kosten absetzen, der durch Lohn oder Gehalt veranlasst ist. Der private Bereich der Steuererklärung (zum Beispiel Hauptvordruck, Anlage Kind etc.) ist seit 2006 Privatvergnügen und wirkt sich nicht mehr steuermindernd aus.

Telefon Wahrscheinlich nutzen Sie Ihren Festnetzanschluss oder Ihr Smartphone nicht ausschließlich beruflich. Sie dürfen Ihre Kosten aber in einen – geschätzten – beruflichen und einen privaten Anteil aufteilen. Ohne Nachweis erkennen die Finanzämter 20 Prozent des Rechnungsbetrags, höchstens aber 20 Euro pro Monat an.

Umschulung Nehmen Sie an einer beruflichen Umschulungsmaßnahme teil, sind die Kosten, die Ihnen dadurch entstehen, Werbungskosten.

Privater Umzug

Selbst ohne berufliche Veranlassung müssen Sie steuerlich nicht völlig leer ausgehen. Klassische Umzugsdienstleistungen bezuschusst der Fiskus auch als haushaltsnahe Dienstleistungen.

Umzug Ihre Umzugskosten sind immer als Werbungskosten abziehbar, wenn Sie dem Finanzamt nachweisen können, dass der Wohnortwechsel beruflich veranlasst war. Haben Sie den Umzug im überwiegenden betrieblichen Interesse Ihres Arbeitgebers durchgeführt (zum Beispiel in eine Dienstwohnung), dürften Sie keine Nachweisprobleme haben. Das Gleiche gilt, wenn Sie eine berufliche Tätigkeit an einem anderen Ort neu aufgenommen haben. Für eine berufliche Veranlassung spricht auch eine Fahrzeitersparnis von mindestens einer Stunde täglich.

Unfall Wenn Ihnen auf einer beruflich veranlassten Fahrt beziehungsweise auf der Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ein Unfall passiert, können Sie die Kosten der Beseitigung des Schadens an Ihrem eigenen und am fremden Fahrzeug sowie etwaige Mietwagenkosten absetzen. Diese Kosten gelten als außergewöhnliche Aufwendungen im Rahmen der allgemeinen Werbungskosten (siehe Seiten 14 und 15 im Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 31. Oktober 2013). Ansonsten dürfen neben der Entfernungspauschale keine weiteren Fahrzeugkosten abgesetzt werden, nicht einmal Parkquittungen für das Abstellen des Autos während der Arbeitszeit.

Übrigens: Passiert der Unfall auf dem Weg zur Arbeit und Sie müssen selbst Krankheitskosten tragen, dann können diese als Werbungskosten statt nur als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sein. Das Gleiche gilt für selbst übernommene Behandlungs- und Fahrtkosten zu Ärzten und Kliniken aufgrund eines Arbeitsunfalls.

Vermietung und Verpachtung Auch bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung spielen Werbungskosten eine wichtige Rolle. Zu den abziehbaren Kosten zählen zum Beispiel die Abschreibung, Schuldzinsen und Erhaltungsaufwendungen.

Vorhalten einer Wohnung – Ein Arbeitnehmer, der eine Wohnung aus ausschließlich beruflichen Gründen während der Elternzeit vorhält, weil er plant, danach wieder zur Vollzeitstelle zurückzukehren, kann möglicherweise die Mietkosten in dieser Zeit als „Werbungskosten anderer Art“ absetzen.

Dies entschied das Finanzgericht Berlin-Brandenburg in einem Fall einer angestellten Augenärztin, die mit ihrem Lebensgefährten in einer anderen Stadt zusammengezogen ist. Die zweite Wohnung – vermutlich in Berlin – hatte sie während der Elternzeit kaum noch beruflich genutzt, weshalb ein Abzug wegen doppelter Haushaltsführung ausschied. Dennoch gestatteten die Richter einen Werbungskostenabzug. Die Ärztin behielt ihre relativ günstige Wohnung am Beschäftigungsort vorsorglich aus beruflichen Gründen und wegen des angespannten Mietmarkts. Allerdings dürften private Gründe nur eine untergeordnete Rolle spielen. Um dies zu prüfen sei ein strenger Maßstab anzulegen, betonten die Richter (Finanzgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 1. Juni 2017, Az. 3 K 3278/14; Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof eingelegt: Az. VI B 69/17).

Zinsen Für die Einkünfte aus Kapitalvermögen (auch Dividenden) hat der Gesetzgeber ab 2009 ein Werbungskostenabzugsverbot eingeführt. Seitdem gibt es die Abgeltungssteuer von pauschal 25 Prozent für Kapitalerträge. Werbungskosten fallen unter den Tisch, abziehen können Sie nur einen Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro (bei zusammenveranlagten Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern 1.602 Euro).

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Hohe Werbungskosten? Lohnsteuerermäßigungsverfahren nutzen!

Bei erwartungsgemäß hohen Werbungskosten können Sie die Vorteile des Lohnsteuerermäßigungsverfahrens für sich nutzen. Dazu beantragen Sie einfach beim Finanzamt einen Freibetrag. Dadurch erhöht sich Ihr monatliches Nettoeinkommen, weil Ihr Arbeitgeber weniger Lohnsteuer von Ihrem Arbeitslohn einbehalten muss. Werbungskosten, die Ihre Steuerlast mindern, werden also sofort berücksichtigt und nicht erst, nachdem Sie Ihre Steuererklärung abgegeben haben.

Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

Experte für Steuern

Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

  • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
  • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
  • Welche Ausgaben die Steuern mindern.

Weitere hilfreiche Ratgeber:

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Artikel verfasst von

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

Steuerfreibetrag

Welche Frei- und Pauschbeträge Sie entlasten

  • Zuletzt aktualisiert: 6. Dezember 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt feste Frei- und Pauschbeträge, die Ihr zu versteuerndes Einkommen reduzieren. Denn Sie müssen nur den Betrag oberhalb des Freibetrags versteuern.
  • Wichtige Pauschbeträge für alle Arbeitnehmer sind die Werbungskostenpauschale sowie die Entfernungspauschale.
  • Wenn Sie Kinder haben, können Sie von weiteren Freibeträgen profitieren. Alleinerziehende erhalten einen zusätzlichen Freibetrag: den Entlastungsbetrag.
  • Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen fördern ein freiwilliges Engagement.
  • Pflege-, Behinderten- und Hinterbliebenen-Pauschbeträge unterstützen Steuerzahler in schwierigen Lebenslagen.

So gehen Sie vor

  • Einige Freibeträge zieht der Fiskus automatisch ab, andere müssen Sie in Ihrer Steuererklärung beantragen.
  • Für eine Pauschale benötigen Sie keine Kostennachweise.
  • Haben Sie höhere Kosten, dann können Sie diese statt der Pauschale geltend machen. Sie müssen die Aufwendungen jedoch belegen können.
  • Einen individuellen Steuerfreibetrag können Sie sich mit einem Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag eintragen lassen. Dann wird bereits bei der Gehaltsauszahlung weniger Lohnsteuer einbehalten.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Ob haushaltsnahe Dienstleistungen oder Fachliteratur: Wer sich private oder berufliche Ausgaben über die Steuererklärung zurückholen will, muss diese oft auch belegen können. Doch um die Bürokratie ein wenig einzudämmen, gibt es im deutschen Steuerrecht viele Frei- und Pauschbeträge, die Sie als Steuerzahler ohne Quittung oder Rechnung nutzen können.

Helfer für die Steuererklärung

Freibetrag, Pauschbetrag und Freigrenze

Die Finanzämter haben millionenfach Steuerfälle zu bewältigen. Freibeträge und Pauschbeträge vereinfachen die Bearbeitung und entlasten die Masse der Steuerzahler, insbesondere wenn sie keine hohen abzugsfähigen Kosten haben. Denn wenn Ihnen der Abzug in der Höhe des Frei- oder Pauschbetrags genügt, müssen Sie Ihre Aufwendungen nicht belegen. Frei- und Pauschbeträge funktionieren gleich. Davon zu unterscheiden sind jedoch Freigrenzen.

Freibetrag – Er markiert die Höhe, bis zu der ein bestimmtes Einkommen steuerfrei bleibt. Alles, was darüber liegt, müssen Sie versteuern. Ein Beispiel hierfür ist der Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro für jeden Steuerpflichtigen. Sie müssen nur Steuern auf Kapitaleinkünfte zahlen, die diesen Betrag übersteigen.

Pauschbetrag – Den Pauschbetrag erkennt das Finanzamt ohne Nachweis an, um einen bestimmten Teil des Einkommens steuerfrei zu stellen. Haben Sie Ausgaben, die über dem Pausch- oder Freibetrag liegen, können Sie diese meist zusätzlich geltend machen. Sind Ihre Ausgaben niedriger, wird auf jeden Fall der Pauschbetrag von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen. Bekanntestes Beispiel: der Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro.

Freigrenze – Überschreiten Sie hingegen eine Freigrenze, so müssen Sie den gesamten Betrag versteuern. Das gilt beispielsweise für private Veräußerungsgeschäfte wie den Verkauf von Edelmetall und Kunst innerhalb eines Jahres. Ein Gewinn bis 600 Euro (= Freigrenze) im Jahr bleibt steuerfrei. Ein Cent mehr führt dazu, dass Sie den kompletten Gewinn versteuern müssen.

Arbeit und Einkommen

Dieser Freibetrag wird nach dem Sozialhilferecht ermittelt und soll das Existenzminimum für jeden Steuerzahler sichern. Der Grundfreibetrag ist bereits in die Steuertabellen eingearbeitet und wird automatisch berücksichtigt, so macht es auch der Arbeitgeber bereits bei der Berechnung der Lohnsteuer. Sie müssen also nichts tun, um ihn zu erhalten.

Der Klassiker unter den Pauschbeträgen ist der Arbeitnehmerpauschbetrag, auch als Werbungskostenpauschale bekannt. Der Fiskus zieht von Ihrem zu versteuernden Einkommen automatisch 1.000 Euro als Werbungskosten ab. So werden beruflich veranlasste Kosten ohne Nachweis anerkannt. Erst wenn Sie Werbungskosten über der 1.000-Euro-Grenze haben, lohnt es sich, diese in der Steuererklärung einzutragen (Anlage N). Diese Ausgaben werden dann zusätzlich anerkannt.

Belege sammeln lohnt sich

Auch wenn Sie zu Jahresbeginn vermuten, dass Sie nicht über die Werbungskostenpauschale kommen, lohnt es sich, alle Quittungen für beruflich veranlasste Kosten zu sammeln. Denn erst am Ende des Jahres wissen Sie, wie hoch Ihre Werbungskosten tatsächlich sind.

Viele Arbeitnehmer knacken bereits mit den Fahrtkosten ihren Werbungskostenpauschbetrag und können alles, was darüber liegt, zusätzlich absetzen. Fahren Sie beispielsweise an 228 Tagen im Jahr 15 Kilometer zur Arbeit, kommen 1.026 Euro an Fahrtkosten zusammen. Haben Sie noch eine Weiterbildung besucht oder Fachliteratur gekauft, können Sie diese Kosten dann ebenfalls geltend machen. Um die Entfernungspauschale zu erhalten, müssen Sie Ihre Fahrten zur Arbeit in der Steuererklärung eintragen (Anlage N).

Tipp: Falls Ihre Kosten mit dem eigenen Auto 30 Cent pro Kilometer übersteigen, können Sie auch höhere Fahrtkosten angeben, sofern Sie diese belegen können.

Frei- und Pauschbetrag für Renten und Versorgungsbezüge

Die gesetzliche Rente ist teilweise steuerfrei. Für jeden Rentner wird ein individueller Freibetrag berechnet. Bezieht er beispielsweise 2017 erstmals eine Rente, sind davon 26 Prozent steuerfrei. Dieser Betrag in Euro wird als Rentenfreibetrag für die Folgejahre festgeschrieben. Darüber liegende Beträge und künftige Rentenerhöhungen sind voll steuerpflichtig.

Rentnern steht eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro zu. Haben sie höhere Werbungskosten, können sie stattdessen diese in der Steuererklärung ansetzen.

Wer Versorgungsbezüge erhält, also eine Pension, Witwengeld oder eine Betriebsrente, dem steht dafür ebenfalls ein Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro zu. Dieser wird automatisch vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen. Die beiden Pauschbeträge von 1.000 Euro und 102 Euro können Sie nebeneinander erhalten, wenn Sie gleichzeitig Arbeitslohn und Versorgungsbezüge beziehen.

Lohnsteuerpflichtige Firmen- und Beamtenpensionen, beispielsweise Zahlungen aus Unterstützungskassen und Pensionszusagen, sind teilweise steuerfrei gestellt. Dafür gibt es einen Versorgungsfreibetrag sowie einen Zuschlag darauf. Den Rest müssen Sie versteuern. Tragen Sie dazu Ihre Bezüge in die Anlage N der Steuererklärung ein.

Die Freibeträge richten sich nach dem Jahr des Zahlungsbeginns laut Tabelle im Einkommensteuergesetz und gelten für die gesamte Laufzeit. Sowohl der Versorgungsfreibetrag als auch der Zuschlag schmelzen bis 2040 ab. Wer 2017 erstmals eine Pension erhält, dem steht ein Versorgungsfreibetrag von 20,8 Prozent bis höchstens 1.560 Euro zu, sowie ein Zuschlag von 468 Euro. Für das Jahr 2018 liegt der Versorgungsfreibetrag bei 19,2 Prozent bis maximal 1.440 Euro, hinzu kommt der Zuschlag von 432 Euro.

Sind Sie beruflich viel unterwegs oder auf Dienstreisen, können Sie auch für die Verpflegung eine Pauschale geltend machen. Es gibt feste Pauschalen, je nachdem, wie lange Sie auf Reisen sind: Bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit erhalten Sie 12 Euro, ab 24 Stunden 24 Euro. Für den An- und den Abreisetag können Sie immer 12 Euro geltend machen – unabhängig von der Dauer der Abwesenheit. Tragen Sie die Dauer Ihrer Abwesenheit in der Steuererklärung ein (Anlage N). Höhere Kosten können Sie nicht geltend machen, auch nicht, wenn Sie unterwegs Restaurant-Rechnungen gesammelt haben.

Viele Ausgaben, etwa für das Renovieren der alten Wohnung oder den Kabelanschluss in der neuen Wohnung, müssen Sie nicht einzeln belegen. Ehepaare, die ab März 2017 aus beruflichen Gründen umgezogen sind, können in der Steuererklärung pauschal 1.528 Euro geltend machen. Für Ledige gilt eine Pauschale von 764 Euro. Tragen Sie einfach „Pauschale für Umzugskosten“ in Ihrer Steuererklärung ein (Anlage N). Die Umzugskostenpauschalen passt das Bundesfinanzministerium regelmäßig an.

Zusätzlich zur Pauschale können Sie viele weitere Ausgaben für Ihren Umzug absetzen, die Sie aber belegen müssen. Dazu gehören beispielsweise die Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen, der Transport des Hausrats oder eine doppelte Miete.

Freibeträge für Kinder

Kinderfreibetrag und BEA-Freibetrag

Der Staat unterstützt auch Familien und Alleinerziehende mit Freibeträgen. So gibt es einen sächlichen Kinderfreibetrag, der das Existenzminimum des Kinds absichern soll. Für 2017 beträgt dieses 2.358 Euro pro Kind und Elternteil, für Zusammenveranlagte sind das 4.716 Euro. Ab 2018 steigt der Kinderfreibetrag um 36 Euro pro Kind und Elternteil, sodass ein Ehepaar dann 4.788 Euro erhält. Hinzu kommt der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA-Freibetrag) von 2.640 Euro. Ehepaaren stehen 2017 somit insgesamt 7.356 Euro und 2018 dann 7.428 Euro zu.

Die Freibeträge berücksichtigt der Fiskus allerdings nur, wenn die Ersparnis daraus höher ist als das Kindergeld, das Sie während des Jahres erhalten haben. Was für Sie vorteilhafter ist, ermittelt das Finanzamt in der sogenannten Günstigerprüfung. Dazu müssen Sie nur die Anlage Kind ausfüllen. Das monatliche Kindergeld für das erste und zweite Kind beträgt 2017 jeweils 192 Euro, 2018 steigt das Kindergeld um zwei Euro auf 194 Euro.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Wenn Sie alleinstehend sind und ein Kind erziehen, für das Sie Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise einen Kinderfreibetrag haben, können Sie einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro steuerlich geltend machen. Für jedes weitere im Haushalt gemeldete Kind gibt es seit 2015 einen zusätzlichen Entlastungsbetrag von 240 Euro je Kind. Den Entlastungsbetrag zieht das Finanzamt von der Summe Ihrer Einkünfte ab. Diesen beantragen Sie über Ihre Steuererklärung (Anlage Kind, Seite 2, Zeile 44 bis 49). Sind Sie der Steuerklasse II zugeordnet, wird der Entlastungsbetrag schon im laufenden Jahr beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Nebentätigkeiten und Ehrenämter

Wenn Sie sich als Ausbilder, Künstler oder Pfleger nebenberuflich etwas dazuverdienen, können Sie in vielen Fällen vom Übungsleiterfreibetrag profitieren: Von Ihrem Einkommen wird eine Pauschale von 2.400 Euro abgezogen. Nur den darüber liegenden Betrag müssen Sie versteuern. Wichtig ist, dass Sie nebenberuflich für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Organisation tätig sind. Gefördert werden Beschäftigungen mit einer pädagogischen Ausrichtung. Auch Hausmänner, Rentner oder Arbeitslose können diesen Freibetrag nutzen.

Sind Sie im Hauptberuf Arbeitnehmer, tragen Sie den Übungsleiterfreibetrag in der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein (Seite 1, Zeile 26 als „steuerfrei erhaltene Aufwandsentschädigungen/Einnahmen“). Selbstständige geben den Freibetrag als „steuerfreie selbstständige Tätigkeiten im Nebenberuf“ in der Anlage S, Zeile 36 und 37 an.

Helfen Sie nebenberuflich und ehrenamtlich im ideellen Bereich, zum Beispiel in einem Altenheim, einer Jugendherberge oder in einer Behindertenwerkstatt, können Sie den Ehrenamtsfreibetrag nutzen. Ehrenamtliche dürfen für ihre freiwillige Mitarbeit steuerfrei 720 Euro im Jahr als Aufwandspauschale annehmen. Auch diesen Betrag gibt es nur, wenn Sie ihn in der Steuererklärung eintragen. Dies machen Sie entweder in der Anlage N oder in der Anlage S.

So erhalten Sie beide Freibeträge

Sie können beide Pauschalen nutzen, aber nicht für dieselbe Tätigkeit. Üben Sie verschiedene Ehrenämter aus, die separat bezahlt werden, können Sie sowohl vom Übungsleiter- als auch vom Ehrenamtsfreibetrag profitieren. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie als Trainer für einen Sportverein arbeiten und zusätzlich die Vereinskasse verwalten.

Kapitalerträge und Sonderausgaben

Dafür müssen Sie bei Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag einreichen. Ohne Freistellungauftrag oder wenn die Kapitalerträge über den Sparerpauschbetrag hinausgehen, zieht das Kreditinstitut grundsätzlich 25 Prozent Abgeltungssteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) ab und leitet sie ans Finanzamt weiter. Diese unfreiwillige Zahlung können Sie sich nur über die Steuererklärung wieder zurückholen.

Für verschiedene Ausgaben des privaten Lebens gilt der Sonderausgaben-Pauschbetrag. 36 Euro beziehungsweise 72 Euro bei Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnern zieht Ihnen das Finanzamt automatisch von Ihrem zu versteuernden Einkommen ab. Erst Sonderausgaben, die darüber liegen, müssen Sie in der Steuererklärung eintragen und nachweisen, beispielsweise Kinderbetreuungskosten. Weil der Pauschbetrag relativ niedrig ist, können Sie oft weitere Posten wie Spenden oder Vorsorgeaufwendungen absetzen. Was Sie in die verschiedenen Formulare eintragen können, lesen Sie in unserem Ratgeber Sonderausgaben.

Pauschbeträge für Pflegende, Behinderte und Hinterbliebene

Wer einen Angehörigen im häuslichen Bereich ohne Bezahlung pflegt, kann dafür pauschal 924 Euro geltend machen. Das gilt auch bei der Pflege eines nahestehenden Menschen, der hilflos oder schwerstpflegebedürftig ist (Pflegegrad 4 und 5). Den Pauschbetrag müssen Sie im Mantelbogen, Zeile 65 und 66, beantragen.

Der Pauschbetrag ist personenbezogen: Teilen Sie sich beispielsweise die Pflege der Mutter mit Ihrer Schwester, müssen Sie auch den Pflegepauschbetrag aufteilen. Auch wenn Sie den Pflegebedürftigen nicht das ganze Jahr über gepflegt haben, haben Sie Anspruch auf den vollen Pauschbetrag.

Liegen Ihre Ausgaben für die Pflege des Angehörigen über dem Pauschbetrag, können Sie die tatsächlichen Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Der Fiskus erkennt sie allerdings erst an, wenn sie über einer zumutbaren Eigenbelastung liegen.

Anstatt den Behindertenpauschbetrag zu nutzen, können Sie höhere Aufwendungen, die Ihnen wegen der Behinderung entstehen, einzeln nachweisen und in voller Höhe als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art geltend machen. Auch an dieser Stelle kürzt das Finanzamt die Ausgaben um die zumutbare Eigenbelastung. Weiterhin können Sie die Kosten für die Betreuung eines behinderten oder pflegebedürftigen Familienmitglieds in Ihrem Haushalt auch als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen (Mantelbogen).

Behindertenpauschbetrag übertragen lassen

Sie können beantragen, dass der Behinderten-Pauschbetrag für ein Kind oder Enkelkind auf Sie übertragen wird, wenn Sie für den Nachwuchs Anspruch auf Kindergeld haben. Das ist vor allem sinnvoll, wenn das Kind kein eigenes Einkommen hat. Diesen Antrag stellen Sie, indem Sie in der Anlage Kind die Zeilen 64 bis 66 ausfüllen.

In bestimmten Fällen können Witwen, Witwer, Waisen und Halbwaisen den Hinterbliebenen-Pauschbetrag von 370 Euro erhalten. Er wird als Jahresbetrag auch von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen, wenn die Voraussetzungen nicht während des gesamten Jahres vorlagen.

Bedingung ist, dass Sie Hinterbliebenenbezüge nach dem Bundesversorgungsgesetz oder vergleichbarer Versorgungsgesetze erhalten. Den Hinterbliebenen-Pauschbetrag müssen Sie im Mantelbogen unter den außergewöhnlichen Belastungen in Zeile 61 bis 64 beantragen.

Freibeträge eintragen lassen

Um schon im laufenden Jahr weniger Lohnsteuer zu zahlen, können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen. Ihre Werbungskosten – beispielsweise für die Fahrten zur Arbeit – können als eingetragener Freibetrag jeden Monat den Lohnsteuerabzug reduzieren. Dies ist allerdings erst möglich, wenn die Werbungskosten über 1.000 Euro liegen und zusammen mit anderen Beträgen, beispielsweise den Sonderausgaben, einen Mindestbetrag von 600 Euro überschreiten.

Andere Freibeträge, wie den Behinderten- und den Hinterbliebenen-Pauschbetrag, können Sie ohne Mindestbetrag eintragen lassen und profitieren sofort von einem geringeren Steuerabzug. Wer Freibeträge eintragen lässt, muss in den meisten Fällen eine Steuererklärung abgeben.

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Artikel verfasst von

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

Steuererklärung: Wo das Finanzamt nicht so genau hinschaut

Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit wenig Aufwand Ihre Werbungskosten optimieren und lästige Rückfragen vermeiden – legal und ohne Nachweise.

Die Finanzämter sind bundesweit überlastet und können längst nicht mehr jede Steuererklärung bis ins kleinste Detail prüfen. Um den Arbeitsaufwand für alle Beteiligten (also auch für Sie!) so gering wie möglich zu halten, gibt es gewisse Pauschalbeträge, die Sie ganz legal und ohne weitere Nachweise in Ihrer Steuererklärung geltend machen können.

Wichtig: Die aufgeführten Pauschalen werden erfahrungsgemäß von Finanzämtern anerkannt. Einen rechtlichen Anspruch auf die Anerkennung haben Sie jedoch nicht. Im Einzelfall kann das Finanzamt die Werte an Ihre individuellen Verhältnisse anpassen. Wenn von Ihrer Erklärung abgewichen wird, können Sie das aber sofort erkennen: Ihr Sachbearbeiter muss Sie im Steuerbescheid darüber informieren.

Fahren Sie täglich mehrere Kilometer zur Arbeit? Gut! Diese Fahrten sind nämlich sogenannte Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und als Werbungskosten abzugsfähig. Das Finanzamt gewährt Ihnen dafür die Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt. Sie beträgt 0,30 € je Entfernungskilometer.

Ob Sie zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren oder das Auto benutzen spielt dabei an sich keine Rolle. Als Arbeitnehmer können Sie das Verkehrsmittel frei wählen. Jedoch ist, wenn Sie nicht ihr eigenes Auto nutzen, der Abzug der Entfernungspauschale auf insgesamt 4.500,00 € pro Jahr beschränkt.

Ein Ansatz der Fahrtkosten ist bares Geld wert! Ab einer Entfernung von nur 15 Kilometer lohnt sich das nämlich schon. Denn dann liegen Ihre Kosten bereits über der Arbeitnehmerpauschale von 1.000 € (bei üblichen 230 Arbeitstagen).

Abzugsmöglichkeit: 0,30 € pro Kilometer; maximal 4.500 €

Einzutragen: Anlage N unter Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte , Zeilen 31 – 39

Die Finanzämter sehen bei einer 5-Tage-Woche 230 Arbeitstage und bei einer 6 / 7-Tage-Woche 270 Arbeitstage als glaubhaft an.

An sich kann jeder Gegenstand ein steuerlich absetzbares Arbeitsmittel sein. Voraussetzung ist, dass Sie ihn überwiegend für berufliche Zwecke nutzen. Typische Arbeitsmittel sind z. B. Aktentaschen, PCs, Büromöbel, Fachliteratur, Werkzeuge etc.

Wenn Sie sich für Ihre berufliche Tätigkeit Kleinigkeiten kaufen, aber keinen genauen Betrag beziffern können, ist das kein Problem. Die Finanzämter erkennen einen pauschalen Betrag für Anschaffung, Reparatur und Reinigung von Arbeitsmitteln als Werbungskosten an.

Abzugsmöglichkeit: 110 € pauschal

Einzutragen: Anlage N unter Aufwendungen für Arbeitsmittel , Zeile 41

Falls Sie mehr als 110 € für Arbeitsmittel ausgegeben haben, sollten Sie die Kosten aber einzeln in Ihrer Steuererklärung angeben und anhand von Rechnungen oder Quittungen nachweisen.

Manche Banken nehmen heutzutage noch Geld dafür, dass sie mit Ihrem Geld spielen dürfen. Wenn Sie also für Überweisungen Geld zahlen müssen oder für andere Leistungen von Ihrer Bank zur Kasse gebeten werden, freut es Sie vielleicht zu hören, dass Sie auch hier Kosten geltend machen können.

Abzugsmöglichkeit: 16 € pauschal

Einzutragen: Anlage N unter Weitere Werbungskosten , Zeilen 46 – 49

Nutzen Sie Ihr privates Telefon oder Handy auch für berufliche Gespräche, können Sie die Kosten steuerlich geltend machen. Sie können pauschal 20 % des Rechnungsbetrages absetzen, höchstens jedoch 20 € pro Monat.

Abzugsmöglichkeit: 120 € – 240 € pauschal

Einzutragen: Anlage N unter Weitere Werbungskosten , Zeilen 46 – 49

Wenn Sie sich auf Jobsuche begeben und die eine oder andere Bewerbung auf den Weg bringen, können Sie die Kosten hierfür von der Steuer absetzen. Sie müssen dabei nicht jeden einzelnen Beleg für Bewerbungsmappen, Papier, Druckerpatronen oder Porto aufbewahren oder gar die Kosten auf einzelne Bewerbungen herunterbrechen. Vielmehr können Sie die Aufwendungen pauschal als Werbungskosten zum Abzug bringen: 8,50 € für Bewerbungen mit Mappe, 2,50 € für Bewerbungen per E-Mail.

Abzugsmöglichkeit: bis zu 8,50 € pro Stück pauschal

Einzutragen: Anlage N unter Weitere Werbungskosten , Zeilen 46 – 48

Nicht jede Kleidung, die Sie im Beruf tragen, ist deswegen gleich typische Berufskleidung. Wie der Name schon sagt: die Kleidung muss berufstypisch sein. Dass Sie Ihre Kleidung ausschließlich für den Beruf gekauft haben reicht nicht aus. Kosten für normale Kleidung, die Sie auch außerhalb des Berufs tragen können, sind steuerlich nicht abziehbar.

Zur Berufskleidung gehören zum Beispiel:

Schutzbekleidung jeder Art, z. B. Labormäntel, Arbeitskittel, Sicherheitsschuhe;

Uniformteile bei Uniformträgern und Dienstkleidung mit Dienstabzeichen;

weiße Hosen, Hemden und Blusen ohne Emblem bei Mitarbeitern eines Metzgereibetriebes

weiße Berufskleidung bei Heilberufen;

weiße Kittel sowie weiße Arztjacken bei Ärzten;

Modische weiße Oberbekleidung bei Friseuren.

Wenn Sie einen Beruf ausüben, bei dem Sie spezielle Berufskleidung tragen, können Sie entweder die tatsächlich entstandenen Kosten absetzen, oder eine Pauschale.

Abzugsmöglichkeit: 150 € – 200 € pauschal

Einzutragen: Anlage N unter Aufwendungen für Arbeitsmittel , Zeile 41

Achtung: Es gibt natürlich auch Bereiche, wo das Finanzamt Nachweise und Belege erwartet. Vor allem, wenn die Verwaltung sicher gehen will, dass neue Gesetze auch richtig umgesetzt werden.

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