Reisekosten km pauschale

    0
    56

    Kilometerpauschale

    Der Begriff Kilometerpauschale stammt aus der betrieblichen Reisekostenabrechnung. In der geschäftlichen Praxis fällt es stets sehr schwer, die exakten Fahrzeugkosten je gefahrenem Kilometer zu ermitteln, denn dazu gehören neben den tatsächlichen Kraftstoffkosten auch die Abnutzung des Fahrzeuges, die Versicherungsbeträge, die Steuern und sonstige Nebenkosten. Außerdem verursacht es einen erheblichen Aufwand, diese Einzelkosten zu errechnen. Der Gesetzgeber erlaubt daher, die Fahrzeugkosten mit einem pauschalen Wert anzusetzen und legt diese Kilometerpauschale selbst fest. Dennoch steht es jedem frei, die tatsächlichen Kosten zu berechnen und auch anzusetzen. Diese müssen dann jedoch den betrieblich veranlassten Fahrten anteilig zugeordnet werden. Wann dies vorteilhaft sein kann, zeigen wir weiter unten.

    In Deutschland beträgt die Kilometerpauschale für PKW im Moment 0,30 €, für Motorräder und –roller liegt sie bei 0,13 €. Bisher erhöhte sich die Kilometerpauschale bei Kraftwagen um 0,02 € je Personen, für Motorräder und Fahrräder um 0,01 €, wenn weitere Personen mitgenommen wurden. Diese Möglichkeit ist mit dem neuen Reisekostengesetz, das zum 01. Januar 2014 in Kraft getreten ist, weggefallen. Ebenso gibt es keine Kilometerpauschale für die Nutzung eines Fahrrades mehr. Der pauschale Satz für Kraftwagen gilt sowohl für PKW als auch für Kleintransporter und LKW. Trotz eines höheren Anschaffungswertes und der daraus resultierenden höheren Abschreibung dürfen für Transporter oder LKW keine anderen Pauschalen angesetzt werden.

    Abzugrenzen ist die Kilometerpauschale von der Entfernungspauschale für Arbeitnehmer. Diese kann im Rahmen der Einkommenssteuerjahreserklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden, jedoch nur als einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte des Arbeitnehmers.

    Mit der Kilometerpauschale sind alle üblichen Kosten abgegolten, die bei der Fahrt angefallen sind. Als Erstes fallen hier die Kraftstoffkosten ins Gewicht. Anteilig zu den Kosten gehören jedoch auch die Beträge für Versicherungen und Steuern und natürlich auch die Zahlungen für die Pflege und Wartung, für Reparaturen und Ersatzteile. Mit jeder Fahrt nutzt sich das Fahrzeug auch etwas ab. Der Wert von betrieblichen Kraftwagen wird daher in regelmäßigen Raten abgeschrieben. Auch ein privater Fahrzeughalter muss diese Wertminderung berücksichtigen, denn über kurz oder lang muss auch sein Fahrzeug ersetzt werden. Nicht berücksichtigt sind in der Pauschale unvorhergesehene Ereignisse, wie etwa Unfälle oder Schäden durch Vandalismus oder sogar Diebstahl. Die so entstehenden Kosten sind mit der Kilometerpauschale nicht abgedeckt.

    Die Kilometerpauschale wird für verschiedene steuerliche und betriebliche Sachverhalte verwendet. Zum einen stellt sie die gesetzliche Grundlage für die Berechnung von Fahrzeugkosten an die Kunden dar. Die Kilometerpauschale ist allgemein anerkannt und bildet hier die untere Grenze, wenn die Nutzung eines Fahrzeuges weiterberechnet werden soll. Natürlich steht es jedem Unternehmen frei, hier auch höhere Pauschalen anzuwenden.

    Kilometerpauschale in der Praxis

    Größere Bedeutung hat die Kilometerpauschale in der Reisekostenabrechnung von Arbeitnehmern an ihren Dienstherrn, wenn ein privates Fahrzeug für die Dienstfahrt genutzt wurde. Dem Arbeitgeber ist es dann gestattet, seinem Angestellten pauschal je gefahrenem Kilometer 0,30 € steuerfrei zu erstatten. Bezahlt werden die Hin- und Rückfahrt sowie die am Aufenthaltsort angefallenen Kilometer.

    Ein Leiter einer Kundenabteilung besucht am Jahresbeginn seine wichtigsten Kunden persönlich. Dazu nutzt er seinen privaten PKW. Nach Abschluss der Dienstreise erstellt er seine Reisekostenabrechnung. Neben den Kosten für die Übernachtung sowie den Verpflegungsmehraufwand enthält sie auch die gefahrenen Kilometer:

    Anreise in das Hotel am 10. Januar: 485 km

    Fahrt vom Hotel zum Kunden: 12 km

    RГјckfahrt am 11. Januar: 485 km

    Gesamt gefahrene Kilometer: 982 km

    Kilometerpauschale: 0,30 €

    Erstattungsanspruch: 294,60 €

    Ohne die tatsächlichen Kosten nachzuweisen, darf der Arbeitgeber im Rahmen der Reisekostenabrechnung also 294,60 € an den Kundenleiter steuerfrei auszahlen. Es fällt also keine Lohnsteuer an, auch Beiträge zur Sozialversicherung werden nicht abgeführt.

    Der Gesetzgeber erlaubt auch bei der Erstattung von Reisekosten die Ermittlung der tatsächlichen Kosten. Allerdings muss damit natürlich auch der Arbeitgeber einverstanden sein, der ja die Kosten dafür tragen muss.

    Eine Pflicht zur Erstattung von Reisekosten bei Dienstreisen gibt es für die Unternehmen jedoch nicht. Der Arbeitnehmer hat dann die Möglichkeit, sie bei der Einkommenssteuererklärung als Werbekosen anzusetzen.

    Kilometerpauschale für Selbständige und Freiberufler

    Die pauschale Kilometerabrechnung ist jedoch auch für Selbständige und Freiberufler wichtig. Gerade für kleine Unternehmen oder für Existenzgründer ist es nicht selbstverständlich, einen Firmenwagen anzuschaffen. Sie nutzen oft ihren Privatwagen für betriebliche Fahrten und lassen sich die angefallenen Kosten erstatten. Die Berechnung kann auf Grundlage der Kilometerpauschale erfolgen, man kann aber auch die tatsächlichen Kosten ermitteln.

    Tatsächliche Kosten statt Pauschale

    Nicht immer ist das Ansetzen der Kilometerpauschale die bessere Wahl. Natürlich ist die Berechnung der Kostenerstattung so einfacher, aber gerade bei hochwertigeren Fahrzeugen oder bei Kleintransportern kann sich der doch recht niedrige Wert der gesetzlichen Pauschale negativ auswirken. Das Finanzamt erkennt die tatsächlichen Kosten jedoch nur an, wenn sie alle penibel nachgewiesen werden können. Nur die Kraftstoffkosten dürfen geschätzt werden.

    Ein Personaltrainer aus dem Fitnessbereich macht sich selbständig. Seine Kunden trifft er nicht nur im Fitness-Studio, sondern auch im Park oder am Waldrand. Für die Fahrten dorthin nutzt er seinen privaten PKW Kombi, einen hochwertigen Audi. Für die Erstattung seiner Kosten ermittelt er einen durchschnittlichen Kilometerkostensatz: Im Jahr 2012 zahlte er 32.000 Euro Kaufpreis, voraussichtlich wird er den Wagen 6 Jahre fahren (das deckt sich auch mit der amtlichen Tabelle für die Abschreibung – Nutzungsdauer für Kfz beträgt 6 Jahre). Die Fahrleistung schätzt der Trainer jährlich mit 30.000 Kilometer ein. Für die Kfz-Steuer sind 312 Euro im Jahr fällig, die Versicherung kostet 1.000 Euro. Außerdem rechnet der Trainer mit Wartungs- und Reparaturkosten von 800 Euro. Durchschnittlich verbraucht der Wagen 8l l Kraftstoff auf 100 km. Für die Miete einer Garage werden monatlich 50 Euro gezahlt.

    Hochgerechnet werden die Jahreskosten:

    Abschreibung (Anschaffungskosten 32.000 €/Nutzungsdauer 6 Jahre): 5.333 €

    Kfz-Steuer: 312 €

    Versicherung: 1.000 €

    Wartung, Reparatur: 800 €

    Kraftstoffkosten (8l/100 km x 30.000 = 2.400l, á 1,50 €): 3.600 €

    Garagenmiete: 600 €

    Gesamtkosten jährlich: 11.645 €

    entspricht Kosten je Kilometer (Fahrleistung 30.000 km): 0,39 €

    Hier wird deutlich, dass ein höherer Ansatz der Fahrtkosten mit 0,39 € gerechtfertigt ist.

    Vergleich der Fahrzeugkosten:

    Betrieblich werden 12.000 km gefahren.

    Kilometerpauschale: 12.000 km x 0,30 €: 3.600 €

    Tatsächliche Kosten: 12.000 km x 0,39 €: 4.680 €

    Die Differenz der tatsächlichen Fahrzeugkosten zur Kilometerpauschale wird noch größer, wenn ein Kleintransporter genutzt wird, der nicht im Betriebsvermögen erfasst ist. Je teurer das Fahrzeug ist, desto größer ist der Nachteil für den Unternehmer, wenn er nur die Kilometerpauschale ansetzt, weil er die genaue Kostenaufstellung scheut.

    Für den Nachweis der betrieblichen Fahrten muss der Unternehmer ein Fahrtenbuch führen. Nur so kann er dem Finanzamt glaubhaft darlegen, wie hoch die private bzw. die geschäftliche Nutzung ist. Die durchschnittlichen Kilometerkosten können auch für Leasingautos ermittelt werden, hier wird die Abschreibung durch den Leasingbetrag ersetzt.

    Die Kosten für die betrieblich veranlassten Fahrten und ihre Erstattung an den Unternehmer sind als Betriebsausgaben des Betriebes zu verbuchen. Sie vermindern seinen Gewinn und damit die Steuerbelastung des Selbständigen bzw. Freiberuflers.

    Die Entscheidung, nach welcher Methode die Kostenerstattung ermittelt wird, kann fГјr jedes Wirtschaftsjahr neu getroffen werden.

    Lesen Sie in folgenden Artikeln weiter .

    Neue Lexikonartikel

    • 01.12.2017: Bruttolistenpreis PKW
    • 30.11.2017: Recruitment
    • 21.11.2017: ROPO-Strategie
    • 15.11.2017: Marktanalyse
    • 15.11.2017: Unternehmensleitbild
    • 01.11.2017: Formular Gewerbeanmeldung
    • 31.10.2017: Subunternehmer

    Beliebte Lexikonartikel

    Wichtig: Alle Informationen auf unternehmerlexikon.de werden ohne Gewährleistung gegeben. Wir übernehmen keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der genannten Informationen und Daten.

    Wer schreibt hier?

    Als Webentwickler und Betreiber verschiedener Webseiten, sowie als co-founder erfolgreicher Startups bin ich seit mittlerweile über 10 Jahren im Netz unterwegs und habe massiv unternehmerische Erfahrungen gesammelt. Auf dieser Seite möchte ich ein Teil des gewonnen Wissens weitergeben und andere Unternehmer in ihrem Alltag unterstützen.

    Kilometerpauschale

    Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 15. Februar 2017

    Mit der Kilometerpauschale, auch Kilometergeld genannt, können betriebliche Fahrten mit einem Privatfahrzeug als Fahrtkosten abgerechnet werden.

    Genutzt wird die Kilometerpauschale i.d.R. bei Dienstreisen oder Einsatzwechseltätigkeit. Je nach verwendetem Fahrzeug kommen verschiedene Pauschalwerte je gefahrenem Kilometer zum Ansatz.

    Die Kilometerpauschale kommt somit in den Reisekosten neben dem Verpflegungsmehraufwand mittels der Reisekostenabrechnung zur Geltung und mindert den Gewinn des Unternehmens. In der Kilometerpauschale ist keine Vorsteuer enthalten, so dass der Unternehmer, selbst wenn er umsatzsteuerpflichtig ist, keine Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen kann.

    Durch die Kilometerpauschale erspart sich der Unternehmer die mühevolle Zusammenstellung und Abrechnung von tatsächlichen Kfz Kosten, was jedoch unter Umständen zu sehr abweichenden Kfz Betriebsausgaben führen kann. Insbesondere dann, wenn der Unternehmer mit seinem Privat Fahrzeug einen Unfall hatte und er die Abrechnung mittels Kilometerpauschale nutzt. In diesem Fall können die zusätzlichen Kosten des Unfalls nicht als Betriebsausgabe angesetzt werden, da sämtliche Kosten bereits in der Kilometerpauschale und somit in den Reisekosten enthalten sind.

    Im Lexikon nachlesen

    Vorteil der Kilometerpauschale

    Der Vorteil der Kilometerpauschale ist die Zeitersparnis gegenüber der tatsächlichen Erfassung von Kfz Kosten. Darüber hinaus muss der Unternehmer nach Anwendung der Kilometerpauschale auch keine private Nutzung des Kraftwerks ermitteln, da das Fahrzeug ohne hin im Privatvermögen des Unternehmers gehalten wird. Es ist also keine Ermittlung von eventuell erfolgten Privatfahrten notwendig.

    Alternativen zur Kilometerpauschale

    Neben der Kilometerpauschale kann auch ein individueller Kilometersatz ermittelt werden. Dabei werden alle Kfz-Kosten, die das Fahrzeug verursacht, berücksichtigt. Zu diesen Kosten zählen bspw. Kraftstoff, Tankkosten, Kfz Versicherung, Abschreibung und Reparaturkosten.

    Vergleich von Kilometerpauschale und Fahrtenbuchmethode

    Rechnen Sie selbst!Mit diesem Onlinerechner kann der Unterschied zur Anwendung der Kilometerpauschale gegenüber den Ansatz von tatsächlichen Kfz Kosten sowie deren Korrektur mittels der Fahrtenbuchmethode berechnet werden.Jetzt rechnen!

    Da der Unternehmer durch den Anteil der privaten Nutzung des Fahrzeugs entweder gezwungen wird oder ein Wahlrecht ausüben kann, dieses Fahrzeug betrieblich oder privat zu führen, hängt mit dieser Entscheidung auch die Notwendigkeit der Berechnung einer privaten Nutzung des Fahrzeugs zusammen. Vereinfacht lässt sich sagen: Führt der Unternehmer das Fahrzeug im Betriebsvermögen, so ist er auch verpflichtet eine private Nutzung des Fahrzeugs zu ermitteln und deine Betriebsausgaben entsprechend zu korrigieren. Führt der Unternehmer das Fahrzeug im Privatvermögen, so entfällt die private Nutzung.

    Das könnte Sie auch interessieren:

    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass bei der Menge an Informationen trotz größter Sorgfalt nicht garantiert werden kann, dass alle Angaben richtig oder aktuell sind. Deshalb erfolgen alle Angaben ohne Gewähr.

    Wiki für Selbstständige

    Vergleiche für Gewerbekunden…

    Die Kilometerpauschale 2016 / 2017

    Ersetzt eine Kilometerpauschale die genaue Abrechnung?

    Sowohl für dienstliche Fahrten mit dem eigenen Fahrzeug als auch für Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte können die Kosten erstattet werden. Die genaue Ermittlung des Aufwandes je zurückgelegtem Kilometer ist jedoch sehr aufwendig. Schließlich müssen die Strecken in einem Fahrtenbuch genau aufgezeichnet und jede einzelne Ausgaben festgehalten werden. Erst am Ende eines Kalenderjahres lassen sich dann die Kosten je Einzelkilometer berechnen. Vorher wäre keine Reisekostenabrechnung möglich – der Fahrzeugnutzer müsste in Vorleistung gehen. Überprüfen ließe sich solch eine Abrechnung kaum – weder von den Verantwortlichen für die Reisekostenabrechnungen in den Unternehmen noch von den Finanzbehörden bei der Steuererklärung. Der Gesetzgeber hat daher Pauschalen festgelegt, die zur Abrechnung von Kosten für Fahrten mit dem eigenen Fahrzeug angesetzt werden dürfen. So wird im Einkommenssteuergesetzbuch, Paragraph 9, Absatz 1, Satz 4, die Kilometerpauschale für Fahrten zwischen dem Wohnsitz und der ersten Tätigkeitsstätte als Entfernungspauschale in Höhe von 0,30 € festgelegt. Für alle anderen dienstlich veranlassten Fahrten wird auf das Bundesreisekostengesetz verwiesen. Hier regelt der Paragraph 5, Absatz 2, die Höhe der Pauschale mit 0,30€ für Dienstfahrten mit dem eigenen PKW.

    Wie hoch sind die Pauschalen für andere Fahrzeuge?

    In Deutschland beträgt die Kilometerpauschale für Personenkraftwagen 0,30 € je Kilometer, für Motorräder oder Mopeds 0,20 km. Früher durfte die Pauschale erhöht werden, wenn Beifahrer mitgenommen wurden. Diese Regelung ist entfallen. Auch für Kleintransporter oder Lastkraftwagen gibt es keine höheren Pauschalen mehr. Eine Anrechnung pauschaler Kosten für eine Nutzung des Fahrrades ist gar nicht mehr möglich.

    Was ist mit der Pauschale abgegolten?

    Über die Höhe der Kilometerpauschale für 2016 lässt sich streiten, denn ob sie wirklich alle Kosten je gefahrenem Kilometer deckt, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen der aktuelle Preis für den Kraftstoff, die Größe des Fahrzeuges (und damit sein Verbrauch) und auch der technische Zustand. Dieser Aufwand ist mit der Pauschale abgegolten:

    – der verbrauchte Kraftstoff und alle anderen Zusatzstoffe

    – die Versicherung (Haftpflicht und Kasko)

    – die Absetzung für Abnutzung (oder Abschreibung)

    – notwendige Wartungen und Reparaturen im üblichen Rahmen

    Nicht enthalten sind außerordentliche Kosten, zum Beispiel nach einem Unfall. Die Reparaturkosten für die Beseitigung von Unfallschäden, die bei dienstlichen Fahrten oder bei den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte entstehen, sind zusätzlich absetzbar.

    Rechner zum Thema Pendlerpauschale

    Was sind Reisekosten bei betrieblich veranlassten Fahrten?

    Unternimmt ein Arbeitnehmer oder ein Selbständiger im Auftrag seines Unternehmens eine dienstlich veranlasste Fahrt und nutzt dafür sein eigenes Fahrzeug, dann kann er sich die Kosten dafür vom Betrieb erstatten lassen. In der Regel ist dafür eine Reisekostenabrechnung erforderlich. Zu den erstattungsfähigen Reisekosten zählen neben dem Übernachtungsaufwand, dem Mehraufwand für die Verpflegung und weiteren Aufwendungen auch die Kosten für die Fahrt zum Veranstaltungsort und zurück. Rückzahlungsfähig sind die tatsächlich ermittelten Kosten je gefahrenem Kilometer. Lässt sich der dieser Betrag jedoch nicht exakt ausweisen, darf die Kilometerpauschale herangezogen werden. Reisekosten können vom Unternehmen steuerfrei erstattet werden. Die Rückzahlung stellt also keinen Arbeitslohn dar und unterliegt weder der Pflicht zur Lohnsteuer noch zur Sozialversicherung. Vorgeschrieben ist die Erstattung von Reisekosten jedoch nicht, der Arbeitgeber kann einen niedrigeren Betrag auszahlen oder auch komplett darauf verzichten. Arbeitnehmer sind daher gut beraten, sich vor der Dienstreise eine Kostenübernahme bestätigen zu lassen.

    Wie wird die Kilometerpauschale als Werbungskosten berücksichtigt?

    Alle Beträge, die Steuerpflichtige aufbringen müssen, um Einnahmen zu erhalten, zählen zu den Werbungskosten ihrer Tätigkeit. Arbeitnehmer, aber auch Selbständige und Freiberufler können damit ihre jährlich zu versteuernden Einkünfte mindern. Im Rahmen ihrer Einkommenssteuererklärung, in der sie ihre Einkünfte offenlegen, werden die Werbungskosten aufgelistet und nachgewiesen. Arbeitnehmern wird die zu viel gezahlte Lohnsteuer vom Finanzamt erstattet. Bei Selbständigen und Freiberuflern wird die persönliche Steuerlast erst durch die Einkommensteuererklärung ermittelt. Die Kilometerpauschale kann unter zwei verschiedenen Aspekten eine Rolle spielen. Arbeitnehmer, die ihre Fahrzeugkosten für betrieblich veranlasste Reisen nicht oder nicht vollständig zurück erhielten, können die Beträge jetzt noch als Werbekosten geltend machen. Zu den Werbekosten gehören außerdem der Aufwand durch Fahrten von der Wohnung bis zur ersten Tätigkeitsstätte des Steuerpflichtigen sowie die Fahrtkosten für Familienheimfahrten, wenn die berufliche Tätigkeit einen zweiten Wohnsitz erforderlich macht. Doch anders als bei den Dienstfahrten darf nur die Entfernungspauschale, also eigentlich nur die halbe Kilometerpauschale, angesetzt werden.

    Wer kann die Entfernungspauschale geltend machen?

    Die Entfernungspauschale gilt für alle Steuerpflichtige, die regelmäßig von ihrem Wohnsitz aus eine erste Tätigkeitsstätte aufsuchen. Welches Fahrzeug sie dafür nutzen, ob sie nur Mitfahrer sind oder gar zu Fuß gehen, spielt keine Rolle. Auch Fahrradfahrer und Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel können für die einfache Entfernung eine Pauschale von 0,30 € ansetzen. Selbst Nutzer von Dienstfahrzeugen, die die private Nutzung mit der 1-Prozent-Regelung versteuern, profitieren von der Entfernungspauschale.

    Wie wird die Entfernungspauschale ermittelt?

    Das Finanzamt erkennt in der Regel nur die kürzeste Entfernung an. Nutzen Sie die schnellste Verbindung, die zum Beispiel über die Autobahn führt, so versuchen Sie Ihren Bearbeiter mit dem Ausdruck eines Routenplaners davon zu überzeugen, auch für eine etwas längere Strecke die Kosten anzuerkennen.

    Wo gebe ich als Arbeitnehmer meine Fahrtkosten an?

    Die Finanzbehörden stellen für die Erklärung der Einkommenssteuer Formulare zur Verfügung. Sie müssen elektronisch versendet werden, eine Abgabe in Papierform ist nur noch in Ausnahmefällen möglich. Als Arbeitnehmer geben Sie Ihre Werbungskosten in der Anlage N (Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) an. In der Zeile 31 auf Seite 2 muss als erste Tätigkeitsstätte die Anschrift Ihres Arbeitgebers ergänzt werden, wenn Sie dort regelmäßig arbeiten. Geben Sie hier auch den Zeitraum der Tätigkeit an. Wenn Sie Ihren Arbeitgeber nicht gewechselt haben, ist das das Kalenderjahr. Außerdem wird die Anzahl der Urlaubs- bzw. Krankheitstage abgefragt. Weiter geht es in Zeile 35. Hier sind genaue Angaben zur einfachen Entfernung zur Arbeitsstätte notwendig. Die genaue Berechnung der Entfernungspauschale übernimmt das Finanzamt dann für Sie. Vergessen Sie hier aber nicht, die Beträge anzugeben, die Ihnen der Arbeitgeber bereits erstattet hat (Zeile 39). Die Angaben dazu finden Sie auf der Lohnsteuerkarte. Möchten Sie noch die Erstattung von Reisekosten beantragen, weil Ihr Arbeitgeber diese noch nicht (vollständig) erstattet hat, so tragen Sie diese in Zeile 50 ein. Für mehrere Reisen empfiehlt sich eine separate Aufstellung.

    Treten weitere Fragen rund um die Kilometerpauschale auf, so kontaktieren Sie Ihren Steuerberater.

    Источники: http://www.unternehmerlexikon.de/kilometerpauschale/, http://www.betriebsausgabe.de/lexikon/kilometerpauschale/, http://www.die-steuerausbilder.de/lexikon/einkommensteuer/kilometerpauschale/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here