Schornsteinfeger steuererklärung

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    Steuererklärung 2015: Handwerker, Schornsteinfeger absetzen

    Steuererklärung Das hat sich beim Absetzen von Handwerkern geändert

    Quelle: Getty Images/Westend61

    S obald der Winter vorbei ist, lassen Millionen Bundesbürger wieder Haus und Hof auf Vordermann bringen. Die Auftragsbücher vieler Dienstleister rund um den Haushalt platzen fürs Frühjahr schon aus allen Nähten. Die Investitionen lohnen sich, für Eigentümer, Mieter wie Heimbewohner. Ob Dachgeschossausbau, Gartengestaltung, Wohnungsrenovierung oder Taubenabwehr: Bei der Steuererklärung lassen sich mit Handwerkern, Putzkräfte & Co. bis zu 5710 Euro Steuern sparen.

    Die Finanzämter müssen jetzt noch mehr Arbeiten als früher anerkennen. Es sind einige Steuerboni dazugekommen, die nicht mehr an der Grundstücksgrenze oder an der Haustür Halt machen, wie Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) erläutert.

    Neu absetzbar sind jetzt zum Beispiel alle Arbeiten des Schornsteinfegers. Seine Rechnungen für Mess- und Überprüfungsleistungen dürfen komplett in die Steuer hinein, inklusive Feuerstättenschau, wie ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) klarstellt (IV C 4-S2296-b/07/0003:007). Niemand muss mehr die Kehrgebühren herausrechnen wie es noch vergangenes Jahr verlangt war.

    Neu anerkannt werden nun auch Gutachterarbeiten jeglicher Art wie etwa die Kontrolle von Fahrstuhl- und Blitzschutzanlagen sowie Gutachten zur energetischen Haussanierung, wie Nöll betont. Auch Arbeiten jenseits der Grundstücksgrenze wie der Winterräumdienst auf öffentlichen Wegen oder Anschlüsse des Hauses ans öffentliche Versorgungsnetz bringen erstmals einen Steuerabzug, sagt Christina Georgiadis, Sprecherin der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH).

    Steuerbegünstigt ist jetzt auch der gesamte Handwerkerlohn

    Im Kampf gegen die Schwarzarbeit räumt der Staat seit 2006 jede Menge Steuervorteile ein für sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen sowie Handwerkerarbeiten rund um Privathaushalte. Seither musste die Finanzverwaltung Jahr um Jahr nachbessern, nicht zuletzt auch wegen der verbraucherfreundlichen Rechtsprechung.

    Quelle: Infografik Die Welt

    Konnten Bürger zuerst nur mit Ausgaben für Modernisierung und Renovierung Steuern sparen, dürfen sie inzwischen auch eine Wohnraumerweiterung oder die Neuanlage von Gärten absetzen. Immer dann, wenn ein Bürger Handwerker beauftragt, bei sich daheim etwas zu reparieren, renovieren, auszutauschen oder Bestehendes zu erweitern, bringen die Ausgaben einen direkten Steuerabzug.

    Steuerbegünstigt ist jetzt auch der gesamte Handwerkerlohn beim Austausch einer Haustür, wie das Finanzgericht München urteilte (Az. 7 K 1242/13). Das ging bislang nicht. Damit der Steuervorteil greifen konnte, musste ein Handwerker vor Ort arbeiten – und nicht etwa Vorarbeiten außerhalb des Haushalts leisten.

    Die Richter hielten diese Grenze wohl für zu eng gezogen. Deshalb gilt jetzt: Fertigt der Schreiner die Tür in seiner Werkstatt und montiert sie dann anschließend beim Kunden, steht das „unmittelbar in räumlichem Zusammenhang mit dem Haushalt“. Sprich: Der volle Lohn darf in die Steuererklärung hinein, wie Nöll erläutert.

    Haustierbetreuung darf auch geltend gemacht werden

    Das Urteil eröffnet nach Ansicht des BDL noch mehr Spielraum. „Daraus lässt sich schlussfolgern, dass auch ähnliche Arbeiten begünstigt sind, zum Beispiel die Reparatur der Waschmaschine, des Fernsehers oder des Computers in der Werkstatt des Technikers“, so Nöll. Sein Rat: Vergleichbare Rechnungen mutig in die Steuer packen. Auch wenn es den Steuerbonus bisher nur dann für Reparatur und Wartung gab, wenn streikende Geräte vom Fachmann vor Ort gerichtet wurden. Hauptsache, die Handwerkerleistung außerhalb des Hauses steht in Zusammenhang mit dem Haushalt.

    Quelle: Getty Images

    Ran ans Steuern sparen heißt es jetzt auch für Haustierbesitzer. Wer den Hund oder Vögel zu Hause gegen Rechnung betreuen lässt, darf auch diese Kosten jetzt steuerlich geltend machen, wie der Bundesfinanzhof in München urteilte (Az. VI R 13/15). Für das Finanzamt ist immer wichtig, dass die beauftragten Helfer eine ordentliche Rechnung ausstellen und nicht schwarz arbeiten.

    Insgesamt können sich Bürger mit Ausgaben rund um den Haushalt Steuerboni in Höhe von bis zu 5710 Euro im Jahr abholen. Die Kosten drücken direkt die Steuerlast. Es gibt drei dicke Sparchancen. Am meisten Geld ist im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen drin, also beim Absetzen der legalen „Perle“ oder Köchin, der Betreuungskräfte für Kinder oder mit dem Pflegedienst für Alte und Kranke.

    Wer etwa gegen Rechnung eine Haushaltshilfe, eine Haustier-, Alten- und Kinderbetreuung oder den Fensterputzer bezahlt, kann 20 Prozent seiner Aufwendungen von bis zu 20.000 Euro absetzen, das macht eine Steuerentlastung von bis zu 4000 Euro im Jahr. Absetzbar ist alles, was eine Servicekraft rund um den Haushalt erledigt. Wer seine Putzkraft oder die Köchin als Minijobber im Privathaushalt angemeldet hat, kann die zweite Sparchance abschöpfen, nämlich 20 Prozent der Lohnkosten, maximal 510 Euro.

    Eines der größten Steuergeschenke des Staats

    Der dritte Bereich umfasst alle gängigen Handwerkerleistungen. Dazu zählen Schönheitsreparaturen wie Tapezieren, Malern, Heizkörperlackieren oder die Teppichbodenreinigung vom Profi. Außerdem der Fensteraustausch, die Badmodernisierung, das Herausreißen alter Fußböden, Fliesen und Parkett legen sowie das Montieren von Markise oder Möbeln. Auch Arbeiten an Dach, Innen- wie Außenwänden, an Garage, Regenrinne und Fassade, an Heizungsanlagen (Wartung, Reparatur und Austausch), an Elektro-, Gas- oder Wasserinstallationen sind gefördert. Ebenso eine Mauerwerksanierung, das Gerüstaufstellen, die Graffitibeseitigung, Schimmel- oder Schädlingsbekämpfung.

    Quelle: Getty Images

    Sogar die Taubenabwehr daheim, der nachträgliche Einbau von Insektenschutzgittern sowie der private Umzug inklusive Renovierung der alten und neuen Wohnung sind absetzbar. Auch Kosten, die in Ferien- und Zweitwohnungen anfallen, sind steuerbegünstigt.

    Wer also von Profis seine Fenster putzen, das Parkett abschleifen, die Waschmaschine reparieren und einen Carport ans Haus bauen lässt, kann 20 Prozent vom Arbeitslohn im Wert von bis zu 6000 Euro absetzen. Das ergibt den Steuervorteil von bis zu 1200 Euro. Absetzbar sind jeweils der Lohn sowie Kosten für Anfahrt und Maschinenmiete. Das Material geht nicht. Bezahlt werden muss per Überweisung. Sonst ist der Steuerabzug verspielt, wie der BFH urteilte (VI R 14/08).

    Ein Beispiel für eine gängige Kombination aus Handwerker- und Dienstleistungs-Boni: 2015 ließ eine Familie für 5000 Euro Arbeitskosten die Wohnung putzen, die Wände streichen, das Kind sowie den Hund hüten und das Bad renovieren. Davon drücken 20 Prozent direkt die Steuerlast nach unten, macht also eine Ersparnis von 1000 Euro. Müsste die Familie normalerweise 5400 Euro Einkommensteuer zahlen, sind es jetzt nur noch 4400 Euro. Die Sparchancen stehen jedem Haushalt nur einmal zu. Vor allem der Handwerkerbonus ist nach Ansicht des VLH inzwischen zu einem der größten Steuergeschenke geworden. Schätzungen zufolge kostet er den Staat über eine Milliarde Euro jährlich.

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    Schornsteinfeger: Kosten können wieder komplett von der Steuer abgesetzt werden

    Gute Nachrichten für Hauseigentümer: Die Kosten für den Schornsteinfeger können jetzt wieder komplett als Handwerkerleistung von der Steuer abgesetzt werden. Das haben die Obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder beschlossen. Tipps, wie Eigentümer die Schornsteinfeger-Kosten von der Steuer absetzen können.

    Etwa einmal jährlich kommt der Schornsteinfeger und kontrolliert die Betriebs- und Brandsicherheit der Heizungsanlage. Das kostet Geld und schnell sind mal 100 Euro weg. Hausbesitzer können sich aber einen Teil des Geldes von der Steuer zurückholen. Das Finanzamt erkennt Schornsteinfeger-Gebühren schon seit langem als Handwerkerleistungen an. Allerdings wurde die Rechnung bisher nicht komplett akzeptiert. Anfang 2014 hat das Bundesfinanzministerium entschieden: Kehrarbeiten sowie Reparatur- und Wartungsarbeiten können von der Steuer abgesetzt werden, Feuerstättenschau, Mess- und Überprüfungsarbeiten dagegen nicht.

    Nun aber rudert das Ministerium zurück: Künftig können wieder die kompletten Schornsteinfeger-Kosten von der Steuer abgesetzt werden. Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist ein Gerichtsurteil des Bundesfinanzhofes (BStBl II 2015, Seite 48).

    Das Gute: Die neue Regelung gilt rückwirkend für alle Steuererklärungen, die noch nicht gemacht wurden. Sie gilt auch, wenn der Steuerbescheid noch geändert werden kann, weil beispielsweise der Steuerpflichtige Einspruch eingelegt hat.

    Schornsteinfeger-Kosten absetzen: So geht´s

    Der Hauseigentümer muss bei der Steuererklärung einen Antrag nach § 35a Absatz 3 EStG für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen stellen. Insgesamt können 20 Prozent, maximal aber 1.200 Euro, an Handwerkerkosten im Jahr abgesetzt werden. Begünstigt sind nur die Arbeitskosten, nicht aber Materialkosten.

    Achtung: Die Kosten können nur von der Steuer abgesetzt werden, wenn eine Rechnung vorliegt. Der Betrag darf nicht Bar gezahlt werden, sondern muss auf das Konto des Schornsteinfegers überwiesen werden.

    Übrigens: Nicht nur Hauseigentümer profitieren von der neuen Regelung. Auch Mieter können in den Genuss der Steuerbegünstigung kommen. Sie können sich die Kosten für den Schornsteinfeger aus der Nebenkostenabrechnung heraussuchen und ebenfalls von der Steuer als Handwerkerleistungen absetzen.

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    Steuererklärung – was kann ich absetzen und wo muss ich es eintragen?

    Altersvorsorge

    Arbeitnehmer die für ihr Alter vorsorgen, können die Aufwendungen hierfür absetzen. Das gilt beispielsweise für die Beiträge zu Versorgungswerken und zur gesetzlichen Rentenversicherung. Auch die betriebliche Altersvorsorge sowie private Sparverträge wie z.B. Riester- und Rüruprente sind abzugsfähig.

    Gesetzliche Rentenversicherung

    Erstattungsfähig ist der Arbeitnehmeranteil der Beiträge zur gesetzlichen Rente. Die Aufwendungen lassen sich allerdings nicht komplett, sondern lediglich zu einem Anteil von 82 Prozent geltend machen. Für die Steuererklärung 2017 gelten maximale Beiträge in Höhe von 22.762 Euro für Alleinstehende und 45.524 Euro für verheiratete Personen.

    Betriebliche Altersvorsorge

    Vor allem Arbeitnehmer aus dem Niedriglohnbereich sollen durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz Ansprüche aus einer eventuellen betrieblichen Altersvorsorge erhalten. Die geförderte Maximalsumme beträgt 2.976 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen können weitere 1.800 Euro jährlich steuerfrei sein.

    Private Altersvorsorge

    Beiträge zur Riester-Rente sind im Rahmen des Sonderausgabenabzugs steuerlich absetzbar. Bis zu 2.100 Euro pro Jahr sind erlaubt. Beiträge zur Rürup-Rente lassen sich in der Einkommensteuererklärung 2017 besser absetzen als in den Vorjahren. Der zulässige Höchstbetrag wurde auf 22.766 Euro angehoben. Als Sonderausgaben lassen sich maximal 18.668 Euro abziehen, da die Anrechenbarkeit auf 82 Prozent begrenzt ist. Zahlt der Sparer z.B. 5.000 an Beiträgen ein, erkennt der Fiskus hiervon nur 4.100 an.

    Arbeitszimmer

    Als Steuerzahler dürfen Sie die Kosten für ein Arbeitszimmer zu Hause nur dann beim Finanzamt geltend machen, wenn Sie den Raum überwiegend beruflich nutzen. Räumlichkeiten, die lediglich zeitweilig für die Arbeit verwendet werden, erkennt das Finanzamt hingegen nicht mehr an. Dies wurde unlängst in einer Grundsatzentscheidung vom Bundesfinanzhof bestätigt. Arbeitnehmer, die den größten Teil der Arbeit nicht von zu Hause erledigen, aber ansonsten keinen Platz zur Verfügung haben, können einen Betrag in Höhe von bis zu 1.250 Euro absetzen. Das gilt etwa für Mitarbeiter im Außendienst oder für Lehrer. Allerdings sollten sie sich eine entsprechende Bestätigung von ihrem Arbeitgeber holen. Der Grund: Hiermit lässt sich gegenüber dem Finanzamt leichter argumentieren, dass der Raum auch tatsächlich für die berufliche Tätigkeit genutzt wurde.

    Beerdigung

    Sämtliche Ausgaben einer Beerdigung können in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Das gilt für das eigentliche Begräbnis ebenso wie für die Grabstätte, den Grabstein oder den Blumenschmuck. Es können nur Kosten angegeben werden, die den Wert des Erbes übersteigen.

    Ausgaben für Bewerbungen lassen sich in voller Höhe absetzen. Das gilt auch dann, wenn die Bewerbung keinen Erfolg hatte. Abzugsfähig sind z.B. die Fahrtkosten für Vorstellungsgespräche. Das gilt ebenso wie die Ausgaben für Bewerbungsmappen, Bücher oder Fachzeitschriften. Sollten Sie nicht mehr alle Ausgaben nachweisen können, können Sie pro versendete Bewerbung einen pauschalen Betrag beim Finanzamt einreichen. Für eine Bewerbung in elektronischer Form gilt ein Betrag in Höhe von 2,50 Euro. Für jede postalische Bewerbung gibt es 8,50 Euro zurück.

    Ehrenamtliche Tätigkeiten lohnen sich auch aus steuerlichen Gründen. Mit dem Übungsleiter-Freibetrag dürfen Sie seit dem Jahr 2013 2.400 Euro im Jahr steuerfrei hinzuverdienen. Beispielsweise als Pfleger oder Trainer. Engagieren Sie sich bei sozialen Institutionen oder Vereinen als Kassenwart oder Vorsitzender, können Sie bis zu 720 Euro an steuerfreier Aufwandsentschädigung erhalten.

    Gerichtskosten

    Beruflich bedingte Kosten für Gerichtsverhandlungen oder einen Anwalt lassen sich in Höhe der Belege steuerlich absetzen. Private Rechtsstreitigkeiten sind hingegen nur in bestimmten Fällen absetzbar. Hierzu zählen z.B. Prozesse mit dem Arbeitgeber oder aufgrund eines Unfalls auf dem Weg zur Arbeit.

    Gewerkschaft

    Mitglieder in einem Berufsverband oder einer Gewerkschaft können Sie die entstandenen Beiträge steuerlich in voller Höhe geltend machen. Fügen Sie bei der erstmaligen Angabe einer solchen Mitgliedschaft Ihrer Steuererklärung am besten einen Nachweis bei.

    Haushalt und Handwerker

    Zahlreiche so genannte haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie von der Steuer absetzen. Die Arbeiten müssen von einer Firma durchgeführt werden, die eine offizielle Rechnung ausstellt. Anrechnungsfähig sind z.B. die Kosten für Kinderbetreuung, den ambulanten Pflegedienst, die Heimunterbringung von Pflegebedürftigen oder Haushaltshilfen. Bis zu 20% der Kosten erstattet das Finanzamt. Hierbei gilt jedoch ein Maximalbetrag von 4.000 Euro jährlich. Diese Möglichkeit besteht übrigens auch bei Kosten für Ferien- oder Zweitwohnungen. Jedoch gilt der Maximalbetrag für alle Wohnsitze zusammen. Für Haushaltshilfen in einem Minijob sind nur Aufwendungen in Höhe von 510 Euro absetzbar. Die Kosten für Schornsteinfeger, Gärtner oder Renovierungsarbeiten zählen zu den Handwerkerkosten. Hierfür gibt es eine maximale Steuererstattung von 1.200 Euro pro Jahr.

    Kosten die durch Krankheit oder Unfall entstehen, dürfen steuerlich geltend gemacht werden. Hierunter fallen alle Ausgaben, die von der Krankenkasse nur teilweise oder gar nicht übernommen werden. Der Fiskus ermittelt anhand der Höhe Ihres Jahreseinkommens die so genannte zumutbare Belastungsgrenze. Das ist der Betrag, welcher Ihnen aufgrund Ihres Einkommens als Eigenkosten zugemutet werden kann. Die Grenze liegt zwischen 1% und 7% Ihres zu versteuernden Einkommens. Sie ist auch abhängig davon, wie viele Kinder sie haben. Ab dem Punkt wo der Betrag überschritten wird, sind die Ausgaben steuerlich abzugsfägig. Darunter liegende Kosten erkennt das Finanzamt nicht an. Siehe auch Übersicht unter finanztip.de

    Typische Krankheitskosten und Zuzahlungen

    • Zahnersatz
    • Brillen
    • Physiotherapien
    • Medikamente und Zuzahlungen
    • Logopäden
    • Heilpraktiker
    • Aufenthalte im Krankenhaus
    • Operationen zur Augenkorrektur
    • Kuren

    Pendlerpauschale

    Für die Fahrt zur Arbeit – egal mit welchem Verkehrsmittel – kann pro vollem Kilometer eine Entfernungspauschale in Höhe von 30 Cent geltend gemacht werden. Wichtig hierbei: Es zählt nur der Hinweg, also nur eine Strecke. Das Finanzamt erkennt allerdings nur die kürzeste Verbindung an. Eine längere Strecke ist nur dann abzugsfägig, wenn sie nachweislich verkehrsgünstiger ist. Siehe auch unser Rechner zur Pendlerpauschale.

    Telefon und Internet

    Sie nutzen Ihren Internet- und Telefonanschluss auch beruflich? Dann können Sie einen Teil der Kosten hierfür absetzen. Möchten Sie keine Einzelnachweise ans Finanzamt einreichen, können 20 Prozent des Rechnungsbetrages steuerlich geltend gemacht werden. Hierbei gilt jedoch ein Maximalbetrag von 20 Euro pro Monat.

    Scheidung und Trennungsjahr

    Seit 2013 lassen sich die Kosten für eine Scheidung nicht mehr absetzen. Im Trennungsjahr können die ehemaligen Partner noch ein letztes Mal eine gemeinsame Versteuerung veranlassen. In diesem Fall profitieren Sie letztmalig vom Splittingtarif, was sich insbesondere bei deutlichen Einkommensunterschieden lohnen kann. Wichtig: das Paar muss im Jahr der Veranlagung mindestens 1 Tag zusammen gewohnt haben. Andernfalls gilt die Trennung bereits zu einem früheren Zeitpunkt als vollzogen.

    Die Unterstützung bedürftiger Personen lassen sich als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen. Für die Steuererklärung 2017 gilt hierbei ein Maximalbetrag von 8.652 Euro. Dauerhaft getrennt lebende oder geschiedene Ehepaare können geleistete Unterhaltszahlungen in Form von Sonderausgaben vom Finanzamt zurück holen. Hierfür gilt ein jährlicher Höchstbetrag von 13.805 Euro. Auch die Beiträge zur Pflege- und Krankenversicherung zählen dazu.

    Bei einem privaten Umzug lassen sich die Arbeitsstunden einer Spedition als haushaltsnahe Dienstleistungen beim Fiskus absetzen. Bei einem beruflich bedingten Wohnungswechsel sind die entstandenen Auslagen als Werbungskosten abzugsfähig. Wird der Umzug bis Ende Januar 2017 durchgeführt, gilt ein Pauschbetrag in Höhe von 746 Euro für Singles und 1.493 Euro für verheiratete Personen. Die Pauschale steigt mit jeder weiteren Person die im Haushalt lebt um 329 Euro.

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    2 Comments

    inwieweit lassen sich normale Versicherungen wie Rechtsschutz, Haftpflicht oder KFZ von der Steuer absetzen?

    Danke schon mal im Voraus

    eine Rechtsschutzversicherung können Sie nur steuerlich absetzen, wenn Sie sie gewerblich nutzen. Eine Privatrechtschutz ist hingegen nicht absetzbar. Eine private Haftpflichtversicherung können Sie von der Steuer absetzen, auch wenn sie privat genutzt wird. Dasselbe gilt für die KFZ-Haftpflicht. Nicht abzugsfähig ist dagegen die Kaskoversicherung Ihrer Kfz-Police. Ebenfalls angeben können Sie eine private Unfallversicherung sowie weitere Policen mit denen Sie Ihre „Person“ absichern.

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