Spende einkommensteuer

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    Spenden von der Einkommensteuer absetzen

    Steuerberater online: Wann Sie Spenden steuerlich absetzen können

    Insbesondere in der Vorweihnachtszeit werden viele Spenden gesammelt. Unter welchen Voraussetzungen Sie Spenden von der Einkommensteuer absetzen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Unter welchen Voraussetzungen sind Spenden steuerlich absetzbar?

    Eigentlich wären Spenden als private Einkommensverwendung steuerlich nicht abzugsfähig. Aufgrund gesetzlicher Anordnung sind jedoch Spenden unter bestimmten Voraussetzungen in begrenzter Höhe als Betriebsausgaben (wenn sie aus dem Betriebsvermögen geleistet werden) oder als Sonderausgaben (wenn sie aus dem Privatvermögen geleistet werden) abzugsfähig.

    Generell sind alle Spenden absetzbar, die an mildtätige, gemeinnützige oder kirchliche Organisationen gehen. Was steuerrechtlich darunter zu verstehen ist, definiert die Abgabenordnung: Danach verfolgt eine Körperschaft gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Mildtätige Zwecke werden verfolgt, wenn die Tätigkeit einer Körperschaft darauf gerichtet ist, Personen selbstlos zu unterstützen, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen sind oder deren Einkommen den vierfachen Regelsatz der Sozialhilfe nicht überschreitet. Eine Körperschaft verfolgt kirchliche Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, eine Religionsgemeinschaft, die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, selbstlos zu fördern.

    Grundsätzlich können auch Mitgliedsbeiträge und Aufnahmegebühren gemeinnütziger Organisationen wie z.B. der Freiwilligen Feuerwehr als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Fördert der Verein oder die Organisation allerdings freizeitnahe gemeinnützige Zwecke, ist der Mitgliedsbeitrag nicht absetzbar. Dazu gehören beispielsweise Sport- und Gesangsvereine, Kleingärtner- und Karnevalsvereine.

    Auch Sachspenden können bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden. Bei Sachspenden müssen die genaue Bezeichnung des überlassenen Objektes sowie dessen Wert aufgeführt werden. Für Unternehmen sind Sachspenden daher in der Regel einfacher als für Privatpersonen, da der Restwert der gespendeten Waren in den Büchern steht.

    Auch Spenden an gemeinnützige Einrichtungen, die im EU-/EWR-Ausland ihren Sitz haben, können in Deutschland von der Steuer abgesetzt werden.

    In welcher Höhe sind Spenden steuerlich absetzbar?

    Spenden dürfen in Höhe von bis zu 20 Prozent der persönlichen Einkünfte als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Zuwendungen, die diesen Höchstbetrag übersteigen, können in das Folgejahr vorgetragen und dann von der Steuerschuld abgezogen werden. Dieser Spendenvortrag gilt zeitlich unbegrenzt.

    Welche Nachweise sind für den Steuerabzug erforderlich?

    Damit das Finanzamt Ihre Spende als Sonderausgabe bzw. als Betriebsausgabe akzeptiert, müssen Sie diese durch eine Zuwendungsbestätigung, also eine Spendenbescheinigung nach amtlich vorgeschriebenem Muster, belegen. Diese Zuwendungsbestätigung enthält unter anderem die Art und die Höhe der Spende und bestätigt, dass die Zuwendung nur für einen bestimmten, steuerbegünstigten Zweck verwendet wird. Diese müssen Sie dem Finanzamt im Original zukommen lassen. In der Regel bekommen Sie von den gemeinnützigen Organisationen zu Beginn des Folgejahres automatisch eine Zuwendungsbestätigung für das vergangene Jahr zugeschickt.

    Bis zu einer Spendensumme von 200 Euro pro Einzelspende genügt den Finanzbehörden ein sogenannter „vereinfachter Spendennachweis”: Hierbei ist anstelle einer Spendenbescheinigung nach amtlichem Muster ein Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung der Bank (z.B. eine Kopie des Kontoauszugs) sowie zusätzlich ein Beleg des Empfängers mit bestimmten Pflichtangaben ausreichend. Ein vorgedruckter Überweisungsträger beinhaltet in der Regel diese geforderten Pflichtangaben. Viele Spendenempfänger stellen auch bei Spendensummen unter 200 Euro auf Wunsch eine Spendenbescheinigung aus.

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    Spenden absetzen

    So profitieren Sie bei der Steuer von Spenden als Sonderausgaben

    • Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Spenden an eine gemeinnützige Organisation können Sie bis zu einem Anteil von 20 Prozent Ihrer Einkünfte als Sonderausgaben geltend machen.
    • Wenn Sie an politische Parteien spenden, sind pro Person bis zu 3.300 Euro absetzbar. Für die ersten 1.650 Euro bekommen Sie die Hälfte als Steuererstattung zurück, der Rest ist als weitere Sonderausgabe zusätzlich absetzbar.
    • Wer kein Geld spenden will, kann auch Sachspenden leisten. Sie können sogar Ihren Zeitaufwand im Ehrenamt als Spende absetzen.
    • Spenden in das Vermögen einer Stiftung lassen sich mit bis zu einer Million Euro als Sonderausgaben geltend machen.

    So gehen Sie vor

    • Verschiedene Spendensiegel helfen bei der Suche nach einer vertrauenswürdigen Organisation. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Ratgeber „Richtig spenden“.
    • Jede Spendenquittung zahlt sich aus, denn Sonderausgaben mindern Ihr zu versteuerndes Einkommen. Der Pauschalbetrag, den jeder Steuerpflichtige ohne Spendenquittungen erhält, beträgt nämlich nur 36 Euro.
    • Für Spenden bis 200 Euro gelten vereinfachte Nachweispflichten. Ab der Steuererklärung 2017 müssen Sie beim Finanzamt nicht mehr grundsätzlich Spendenbelege einreichen, sondern nur noch auf Verlangen.
    • Falls Sie in einem Jahr so viel gespendet haben, dass Sie die 20-Prozent-Grenze überschreiten, dann profitieren Sie im Folgejahr vom sogenannten Spendenvortrag. Das heißt, der bislang nicht abziehbare Teil reduziert Ihre Steuern ein Jahr danach oder noch später.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    5,5 Milliarden Euro haben die Bundesbürger 2015 laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gespendet. Die kleinen oder großen Gaben kommen nicht nur Menschen in Not zugute: Vereine und Stiftungen finanzieren ihre tägliche Arbeit mit dem Geld, viele künstlerische oder wissenschaftliche Einrichtungen sind auf diese Unterstützung angewiesen, und auch politische Parteien nehmen gerne Spenden an.

    Der Staat fördert Steuerzahler, die spenden wollen, durch den Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung. Das heißt: Sie können Ihre Spenden von der Steuer absetzen.

    Der Fiskus unterscheidet drei Arten: Spenden zur Förderung gemeinnütziger und steuerbegünstigter Zwecke, Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung sowie Zuwendungen an politische Parteien. Damit der Sonderausgabenabzug greifen kann, gibt es in allen drei Fällen eine Voraussetzung: Der Spender muss das Geld freiwillig geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

    Höchstgrenze für den Abzug als Sonderausgaben

    Spenden und Mitgliedsbeiträge an steuerbegünstigte und gemeinnützige Vereine, die ihre Arbeit der Kunst und Kultur widmen, können Sie bis zu einer Höhe von 20 Prozent Ihrer gesamten Einkünfte in der Steuererklärung geltend machen (§ 10b EStG). Das gilt auch für kirchliche, religiöse oder wissenschaftliche Organisationen. Wenn Sie beispielsweise einem Jugendprojekt in der Nachbarschaft oder der Deutschen Aids-Hilfe Geld spenden, mindert dieser Betrag als Sonderausgabe Ihr zu versteuerndes Einkommen, sobald Ihre gesamten Sonderausgaben den Pauschbetrag übersteigen. Dieser beträgt für Alleinstehende 36 Euro, für zusammen veranlagte Ehegatten und eingetragene Lebenspartner das Doppelte. Was Sie neben Spenden noch absetzen können, lesen Sie in unserem Ratgeber Sonderausgaben.

    Nicht zu den Sonderausgaben zählen Mitgliedsbeiträge für Vereine, die vor allem der Freizeitgestaltung dienen, beispielsweise Sportvereine, Heimatvereine oder Karnevalsvereine.

    Wohin in der Steuererklärung?

    Spenden und Mitgliedsbeiträge tragen Sie im Mantelbogen auf Seite 2 in den Zeilen 45 bis 56 ein.

    Nachweis für die Steuererklärung

    Alle Spenden und Mitgliedsbeiträge für steuerbegünstigte Zwecke müssen Sie anhand der „Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster“ nachweisen, vormals Spendenbescheinigung. Die Bestätigung bekommen Sie vom Empfänger der Spende, dieser kann die Bescheinigung auch direkt elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Ab 2017 soll das der Standard sein. Vorteil für den Spender: Er muss die Zuwendungsbestätigung nur aufbewahren und erst auf Verlangen des Finanzamts einreichen – also Aufbewahrungspflicht statt Vorlagepflicht. Auf der Website des Bundesfinanzministeriums (BMF) gibt es die amtlichen Vordrucke für Spendenempfänger.

    Helfer für die Steuererklärung

    Einfacher Nachweis bis 200 Euro

    Bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen bis zu 200 Euro je Zahlung ist ein vereinfachter Nachweis möglich: Ist der Empfänger eine sogenannte juristische Person des öffentlichen Rechts, beispielsweise eine Universität oder eine „öffentliche Dienststelle“ wie Schulen, reicht als Nachweis der Bareinzahlungsbeleg. Auch die Buchungsbestätigung genügt: Sie können die Spende an den Förderverein der Schule einfach mit einem Kontoauszug oder dem Barzahlungsbeleg nachweisen.

    Diese vereinfachte Regelung bis 200 Euro gilt neben den Spenden an staatliche Behörden und gemeinnützige Organisationen auch für Katastrophenfälle und Spenden an politische Parteien.

    Haben Sie an gemeinnützige Einrichtungen wie Vereine und Stiftungen gespendet, brauchen Sie zusätzlich einen Beleg, aus dem unter anderem hervorgeht, dass diese Einrichtung von der Körperschaftsteuer befreit ist und wie sie die Mittel verwendet.

    Zusammengefasst gelten für die Vereinfachungsregelung für Kleinspenden bis 200 Euro folgende Voraussetzungen (§ 50 Abs. 2 Einkommensteuerdurchführungsverordnung):

    • Der Einzahlungsbeleg als Ausdruck muss Name, Kontonummer, Buchungstag, die tatsächliche Durchführung der Zahlung und den Betrag der Spende enthalten.
    • Auf dem Beleg muss der steuerbegünstigte Zweck, für den die Spende verwendet wird, vermerkt sein: zum Beispiel „Flüchtlingshilfe“ als mildtätiger Zweck.
    • Falls Sie aufgefordert werden, die Zuwendungsbestätigung beim Finanzamt abzugeben, achten Sie darauf, dass aus dem hervorgeht, dass der Verein von der Körperschaftsteuer befreit ist.
    • Es muss erkennbar sein, ob es sich um eine Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt.

    Auch im Lastschriftverfahren muss die Buchungsbestätigung Angaben enthalten über Spendenzweck und über die Steuerbegünstigung des Vereins. Falls Sie über Ihr Paypal-Konto spenden möchten, genügt ein Kontoauszug und ein Ausdruck, der die Transaktion belegt.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Spenden für Flüchtlinge

    Grundsätzlich sind Geld-­ und auch Sachspenden steuerlich abzugsfähig. Die beeindruckende Spendenbereitschaft für die vielen Flüchtlinge, die aktuell nach Deutschland kommen, unterstützt auch das BMF.

    Es weist in einem Schreiben vom 22. September 2015 und in einem weiteren Schreiben vom 6. Dezember 2016 alle Finanzämter an, eine großzügige Spendenpraxis zu akzeptieren. Für Flüchtlingshilfsmaßnahmen zwischen dem 1. August 2015 und dem 31. Dezember 2018 gelten folgende Ausnahmeregelungen:

    • Der vereinfachte Spendennachweis gilt auch für Beträge von mehr als 200 Euro.
    • Alle gemeinnützigen Organisationen dürfen Spenden sammeln; außerdem gibt es für sie Nachweiserleichterungen.
    • Auch nicht gemeinnützige Organisationen können auf Treuhandkonten Spenden sammeln. Werden die gesammelten Gelder an eine gemeinnützige Organisation für Flüchtlingshilfe weitergeleitet, dann sind sie steuerlich als Sonderausgaben abziehbar. Das gilt etwa für mehrere Vereine, die sich zusammengetan haben, um im Rahmen einer Spendenaktion Geld für Flüchtlinge auf einem einheitlichen Konto zu sammeln.
    • Arbeitnehmer können einen Teil ihres Lohns spenden. Wenn der Arbeitgeber diesen vom Bruttogehalt einbehält und direkt an eine gemeinnützige Einrichtung zugunsten der Flüchtlingshilfe überweist, muss darauf weder Lohnsteuer noch Sozialversicherung entrichtet werden.
    • Schenkungen zu ausschließlich mildtätigen Zwecken sind wie bisher schon schenkungsteuerfrei (§ 13 Absatz 1 Nummer 17 Erbschaftsteuergesetz).

    Aktion Deutschland hilft

    Recht einfach Gutes tun und dabei Steuern sparen können Sie, wenn Sie sich an das Bündnis von 24 großen deutschen Hilfsorganisationen wenden: www.aktion-deutschland-hilft.de. Sie können entweder einmalig oder ab 5 Euro monatlich spenden. Bei Spenden ab 50 Euro erhalten Sie automatisch eine Spendenquittung. Regelmäßige Spender erhalten im Januar des Folgejahres ihrer Spenden automatisch eine Sammel-Spendenbescheinigung. Den Vordruck für den vereinfachten Spendennachweis können Sie direkt von der Homepage herunterladen.

    Spendennachweis bei Beträgen über 200 Euro

    Für Spenden über 200 Euro benötigen Sie grundsätzlich immer eine Spendenbescheinigung vom Empfänger. Ausnahme: Bei Katastrophen wie dem Erdbeben in Nepal waren die Finanzämter bislang großzügig und akzeptierten bei einer Einzahlung auf ein entsprechendes Sonderkonto innerhalb eines festen Zeitraums den vereinfachten Nachweis auch bei höheren Spendensummen.

    Tipp: Bis 100 Euro können die Finanzämter Ihre Spenden auch ohne Belege anerkennen, wenn Sie eine Auflistung der einzelnen Ausgaben und der Empfänger beilegen. Einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es allerdings nicht, es handelt sich nur um eine interne Anweisung der Finanzämter, um die Papierflut durch mitgeschickte Belege einzudämmen. Ab 2017 müssen generell Belege erst auf Nachfrage des Finanzamts eingereicht werden.

    Unterhaltsleistung als außergewöhnliche Belastung

    Wollen Sie eine bestimmte Person finanziell unterstützen, können Sie Ihre Zuwendung nicht als Sonderausgabe absetzen. Wer Menschen in Not dauerhaft finanziell unterstützt, hat jedoch eine andere Möglichkeit des steuerlichen Abzugs: als außergewöhnliche Belastung. Nehmen Sie einen Flüchtling in Ihrem Haushalt auf, dann können Sie für das Jahr 2016 den Höchstbetrag von 8.652 Euro (2015: 8.472 Euro; 2017: 8.820 Euro; 2018: 9.000 Euro) als Unterhaltsleistung geltend machen. Das Finanzamt verlangt, dass Sie schriftlich erklären, alle Kosten für den Lebensunterhalt der aufgenommenen Person zu tragen. Sammeln Sie alle Quittungen, um diese bei Verlangen einreichen zu können.

    Freibetrag für Spenden in der Lohnsteuerkarte eintragen lassen

    Spenden können Ihre Steuerlast auch sofort senken und nicht erst, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben. Sie können die Vorteile des Lohnsteuerermäßigungsverfahrens nutzen, indem Sie beim Finanzamt einen Freibetrag für Ihre Sonderausgaben beantragen. Dieser wird als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert und vom Arbeitgeber automatisch berücksichtigt – so erhöht sich Ihr monatliches Nettoeinkommen. Voraussetzung ist allerdings, dass Ihre Sonderausgaben zusammen mit den außergewöhnlichen Belastungen mindestens 600 Euro im Jahr betragen.

    Sachspenden in der Steuerklärung angeben

    Sie können sogar Sachspenden wie Kleidung oder Spielzeug in der Steuererklärung als Sonderausgabe angeben. Veranstaltet ein gemeinnütziger Verein im Zweckbetrieb eine behördlich genehmigte Tombola, bei der der Überschuss unmittelbar und ausschließlich zur Förderung der steuerbegünstigten Zwecke verwendet wird, sind Ihre Sachspenden abzugsfähig. Das gilt dagegen nicht, wenn Ihre Sachspende im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Vereins verlost oder verkauft wird – etwa auf einem Vereinsfest oder Flohmarkt.

    Der Wert der Sachspende muss auf der Zuwendungsbestätigung eingetragen sein. Es bietet sich an, den Neupreis, die Nutzungsdauer und den Zustand zum Zeitpunkt der Spende zu dokumentieren, damit Sie den Marktwert der Sachspende nachweisen können.

    Hohe Spenden später absetzen

    Wenn Sie so großzügig waren, dass Ihre Spenden in einem Jahr den Höchstbetrag von 20 Prozent Ihrer Gesamteinkünfte überschreiten, können Sie das, was darüber liegt, später absetzen. Das ist der sogenannte Spendenvortrag. Das Finanzamt berücksichtigt diesen automatisch in den folgenden Jahren.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Spenden an Stiftungen

    Spenden in das zu erhaltende Vermögen einer Stiftung – auf Amtsdeutsch in den Vermögensstock – sind unabhängig vom Einkommen bis zu 1 Million Euro (2 Millionen Euro bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern) begünstigt. Die Spende kann der Geber entweder im Jahr der Zuwendung oder in den neun folgenden Jahren steuerlich geltend machen.

    Spenden an politische Parteien

    Den größten Steuereffekt haben Sie mit einer Parteispende. Spenden und Mitgliedsbeiträge an politische Parteien können Sie zur Hälfte direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen – bis zu einem Höchstbetrag von 825 Euro im Jahr, bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder Lebenspartnern das Doppelte (§ 34g EStG). Sie können als Paar gemeinsam bis 6.600 Euro steuerlich geltend machen. Bis zum Betrag von 3.300 Euro bekommen sie die Hälfte ihrer Spende als Steuererstattung zurück. Der darüber liegende Betrag ist bis maximal 3.300 Euro zusätzlich als Sonderausgabe abzugsfähig.

    Beispiel: Sie zahlen als zusammenveranlagtes Ehepaar insgesamt 4.000 Euro im Jahr 2017 an die Partei Ihres Vertrauens. Die Hälfte von 3.300 Euro, also 1.650 Euro bekommen Sie direkt als Erstattung mit Ihrer Steuererklärung zurück. Und die restlichen 700 Euro setzen Sie als Sonderausgaben (§ 10b Absatz 2 EStG) auch noch ab.

    Achtung: Eine kommunale Wählervereinigung gilt nicht als Partei. Deshalb bringt eine Spende oder ein Mitgliedsbeitrag dafür höchstens 825 Euro Steuerersparnis. Dies entschied der Bundesfinanzhof in einem Urteil vom 20. März 2017 (Az. X R 55/14).

    Spenden Sie Zeit und Unterstützung

    Arbeiten Sie ehrenamtlich als Trainer für den Fußballverein, leiten Sie den Kirchenchor oder fahren Sie regelmäßig Ihre Kinder und deren Sportsfreunde zu Wettbewerben? Dann können Sie Ihren Aufwand unter Umständen als Spende geltend machen. Dazu brauchen Sie eine schriftliche Vereinbarung, aus der hervorgeht, dass Sie Anspruch auf einen Aufwendungsersatz haben, beispielsweise für die Fahrtkosten, oder einen Vergütungsanspruch wie die Übungsleiterpauschale und förmlich darauf verzichten. Auch in der Vereinssatzung muss der Anspruch enthalten sein. Weitere Einzelheiten lesen Sie in diesem Schreiben des BMF. Mit Schreiben vom 24. August 2016 hat das BMF ergänzt, dass bei einem monatlichen Zahlungsanspruch eine jährliche Verzichtserklärung genügt. Zuvor forderte es eine dreimonatige Erklärung.

    Mehr Transparenz durch Spendensiegel

    Wenn Sie nicht wissen, an welchen Verein Sie spenden sollen oder welche Organisation seriös ist und mit Ihrem Geld verantwortungsvoll umgeht, können Sie sich an Spendensiegeln orientieren. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet unter anderem die Verwendung der Spenden sowie die Ausgaben für Werbung und Verwaltung. Spendenempfänger, die ein vertretbares Maß einhalten, dürfen das – allerdings kostenpflichtige – DZI-Siegel für ihre Öffentlichkeitsarbeit verwenden. Ein kostenfreies Siegel vergibt die gemeinnützige Phineo AG, die sich für gesellschaftliches Engagement einsetzt. Organisationen, die vertrauensvoll mit dem Geld der Spender umgehen, können das „Wirkt-Siegel“ von Phineo erhalten. Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Ratgeber Richtig spenden.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Spenden absetzen

    So profitieren Sie bei der Steuer von Spenden als Sonderausgaben

    • Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Spenden an eine gemeinnützige Organisation können Sie bis zu einem Anteil von 20 Prozent Ihrer Einkünfte als Sonderausgaben geltend machen.
    • Wenn Sie an politische Parteien spenden, sind pro Person bis zu 3.300 Euro absetzbar. Für die ersten 1.650 Euro bekommen Sie die Hälfte als Steuererstattung zurück, der Rest ist als weitere Sonderausgabe zusätzlich absetzbar.
    • Wer kein Geld spenden will, kann auch Sachspenden leisten. Sie können sogar Ihren Zeitaufwand im Ehrenamt als Spende absetzen.
    • Spenden in das Vermögen einer Stiftung lassen sich mit bis zu einer Million Euro als Sonderausgaben geltend machen.

    So gehen Sie vor

    • Verschiedene Spendensiegel helfen bei der Suche nach einer vertrauenswürdigen Organisation. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Ratgeber „Richtig spenden“.
    • Jede Spendenquittung zahlt sich aus, denn Sonderausgaben mindern Ihr zu versteuerndes Einkommen. Der Pauschalbetrag, den jeder Steuerpflichtige ohne Spendenquittungen erhält, beträgt nämlich nur 36 Euro.
    • Für Spenden bis 200 Euro gelten vereinfachte Nachweispflichten. Ab der Steuererklärung 2017 müssen Sie beim Finanzamt nicht mehr grundsätzlich Spendenbelege einreichen, sondern nur noch auf Verlangen.
    • Falls Sie in einem Jahr so viel gespendet haben, dass Sie die 20-Prozent-Grenze überschreiten, dann profitieren Sie im Folgejahr vom sogenannten Spendenvortrag. Das heißt, der bislang nicht abziehbare Teil reduziert Ihre Steuern ein Jahr danach oder noch später.

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    5,5 Milliarden Euro haben die Bundesbürger 2015 laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gespendet. Die kleinen oder großen Gaben kommen nicht nur Menschen in Not zugute: Vereine und Stiftungen finanzieren ihre tägliche Arbeit mit dem Geld, viele künstlerische oder wissenschaftliche Einrichtungen sind auf diese Unterstützung angewiesen, und auch politische Parteien nehmen gerne Spenden an.

    Der Staat fördert Steuerzahler, die spenden wollen, durch den Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung. Das heißt: Sie können Ihre Spenden von der Steuer absetzen.

    Der Fiskus unterscheidet drei Arten: Spenden zur Förderung gemeinnütziger und steuerbegünstigter Zwecke, Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung sowie Zuwendungen an politische Parteien. Damit der Sonderausgabenabzug greifen kann, gibt es in allen drei Fällen eine Voraussetzung: Der Spender muss das Geld freiwillig geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

    Höchstgrenze für den Abzug als Sonderausgaben

    Spenden und Mitgliedsbeiträge an steuerbegünstigte und gemeinnützige Vereine, die ihre Arbeit der Kunst und Kultur widmen, können Sie bis zu einer Höhe von 20 Prozent Ihrer gesamten Einkünfte in der Steuererklärung geltend machen (§ 10b EStG). Das gilt auch für kirchliche, religiöse oder wissenschaftliche Organisationen. Wenn Sie beispielsweise einem Jugendprojekt in der Nachbarschaft oder der Deutschen Aids-Hilfe Geld spenden, mindert dieser Betrag als Sonderausgabe Ihr zu versteuerndes Einkommen, sobald Ihre gesamten Sonderausgaben den Pauschbetrag übersteigen. Dieser beträgt für Alleinstehende 36 Euro, für zusammen veranlagte Ehegatten und eingetragene Lebenspartner das Doppelte. Was Sie neben Spenden noch absetzen können, lesen Sie in unserem Ratgeber Sonderausgaben.

    Nicht zu den Sonderausgaben zählen Mitgliedsbeiträge für Vereine, die vor allem der Freizeitgestaltung dienen, beispielsweise Sportvereine, Heimatvereine oder Karnevalsvereine.

    Wohin in der Steuererklärung?

    Spenden und Mitgliedsbeiträge tragen Sie im Mantelbogen auf Seite 2 in den Zeilen 45 bis 56 ein.

    Nachweis für die Steuererklärung

    Alle Spenden und Mitgliedsbeiträge für steuerbegünstigte Zwecke müssen Sie anhand der „Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster“ nachweisen, vormals Spendenbescheinigung. Die Bestätigung bekommen Sie vom Empfänger der Spende, dieser kann die Bescheinigung auch direkt elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Ab 2017 soll das der Standard sein. Vorteil für den Spender: Er muss die Zuwendungsbestätigung nur aufbewahren und erst auf Verlangen des Finanzamts einreichen – also Aufbewahrungspflicht statt Vorlagepflicht. Auf der Website des Bundesfinanzministeriums (BMF) gibt es die amtlichen Vordrucke für Spendenempfänger.

    Helfer für die Steuererklärung

    Einfacher Nachweis bis 200 Euro

    Bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen bis zu 200 Euro je Zahlung ist ein vereinfachter Nachweis möglich: Ist der Empfänger eine sogenannte juristische Person des öffentlichen Rechts, beispielsweise eine Universität oder eine „öffentliche Dienststelle“ wie Schulen, reicht als Nachweis der Bareinzahlungsbeleg. Auch die Buchungsbestätigung genügt: Sie können die Spende an den Förderverein der Schule einfach mit einem Kontoauszug oder dem Barzahlungsbeleg nachweisen.

    Diese vereinfachte Regelung bis 200 Euro gilt neben den Spenden an staatliche Behörden und gemeinnützige Organisationen auch für Katastrophenfälle und Spenden an politische Parteien.

    Haben Sie an gemeinnützige Einrichtungen wie Vereine und Stiftungen gespendet, brauchen Sie zusätzlich einen Beleg, aus dem unter anderem hervorgeht, dass diese Einrichtung von der Körperschaftsteuer befreit ist und wie sie die Mittel verwendet.

    Zusammengefasst gelten für die Vereinfachungsregelung für Kleinspenden bis 200 Euro folgende Voraussetzungen (§ 50 Abs. 2 Einkommensteuerdurchführungsverordnung):

    • Der Einzahlungsbeleg als Ausdruck muss Name, Kontonummer, Buchungstag, die tatsächliche Durchführung der Zahlung und den Betrag der Spende enthalten.
    • Auf dem Beleg muss der steuerbegünstigte Zweck, für den die Spende verwendet wird, vermerkt sein: zum Beispiel „Flüchtlingshilfe“ als mildtätiger Zweck.
    • Falls Sie aufgefordert werden, die Zuwendungsbestätigung beim Finanzamt abzugeben, achten Sie darauf, dass aus dem hervorgeht, dass der Verein von der Körperschaftsteuer befreit ist.
    • Es muss erkennbar sein, ob es sich um eine Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt.

    Auch im Lastschriftverfahren muss die Buchungsbestätigung Angaben enthalten über Spendenzweck und über die Steuerbegünstigung des Vereins. Falls Sie über Ihr Paypal-Konto spenden möchten, genügt ein Kontoauszug und ein Ausdruck, der die Transaktion belegt.

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    Spenden für Flüchtlinge

    Grundsätzlich sind Geld-­ und auch Sachspenden steuerlich abzugsfähig. Die beeindruckende Spendenbereitschaft für die vielen Flüchtlinge, die aktuell nach Deutschland kommen, unterstützt auch das BMF.

    Es weist in einem Schreiben vom 22. September 2015 und in einem weiteren Schreiben vom 6. Dezember 2016 alle Finanzämter an, eine großzügige Spendenpraxis zu akzeptieren. Für Flüchtlingshilfsmaßnahmen zwischen dem 1. August 2015 und dem 31. Dezember 2018 gelten folgende Ausnahmeregelungen:

    • Der vereinfachte Spendennachweis gilt auch für Beträge von mehr als 200 Euro.
    • Alle gemeinnützigen Organisationen dürfen Spenden sammeln; außerdem gibt es für sie Nachweiserleichterungen.
    • Auch nicht gemeinnützige Organisationen können auf Treuhandkonten Spenden sammeln. Werden die gesammelten Gelder an eine gemeinnützige Organisation für Flüchtlingshilfe weitergeleitet, dann sind sie steuerlich als Sonderausgaben abziehbar. Das gilt etwa für mehrere Vereine, die sich zusammengetan haben, um im Rahmen einer Spendenaktion Geld für Flüchtlinge auf einem einheitlichen Konto zu sammeln.
    • Arbeitnehmer können einen Teil ihres Lohns spenden. Wenn der Arbeitgeber diesen vom Bruttogehalt einbehält und direkt an eine gemeinnützige Einrichtung zugunsten der Flüchtlingshilfe überweist, muss darauf weder Lohnsteuer noch Sozialversicherung entrichtet werden.
    • Schenkungen zu ausschließlich mildtätigen Zwecken sind wie bisher schon schenkungsteuerfrei (§ 13 Absatz 1 Nummer 17 Erbschaftsteuergesetz).

    Aktion Deutschland hilft

    Recht einfach Gutes tun und dabei Steuern sparen können Sie, wenn Sie sich an das Bündnis von 24 großen deutschen Hilfsorganisationen wenden: www.aktion-deutschland-hilft.de. Sie können entweder einmalig oder ab 5 Euro monatlich spenden. Bei Spenden ab 50 Euro erhalten Sie automatisch eine Spendenquittung. Regelmäßige Spender erhalten im Januar des Folgejahres ihrer Spenden automatisch eine Sammel-Spendenbescheinigung. Den Vordruck für den vereinfachten Spendennachweis können Sie direkt von der Homepage herunterladen.

    Spendennachweis bei Beträgen über 200 Euro

    Für Spenden über 200 Euro benötigen Sie grundsätzlich immer eine Spendenbescheinigung vom Empfänger. Ausnahme: Bei Katastrophen wie dem Erdbeben in Nepal waren die Finanzämter bislang großzügig und akzeptierten bei einer Einzahlung auf ein entsprechendes Sonderkonto innerhalb eines festen Zeitraums den vereinfachten Nachweis auch bei höheren Spendensummen.

    Tipp: Bis 100 Euro können die Finanzämter Ihre Spenden auch ohne Belege anerkennen, wenn Sie eine Auflistung der einzelnen Ausgaben und der Empfänger beilegen. Einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es allerdings nicht, es handelt sich nur um eine interne Anweisung der Finanzämter, um die Papierflut durch mitgeschickte Belege einzudämmen. Ab 2017 müssen generell Belege erst auf Nachfrage des Finanzamts eingereicht werden.

    Unterhaltsleistung als außergewöhnliche Belastung

    Wollen Sie eine bestimmte Person finanziell unterstützen, können Sie Ihre Zuwendung nicht als Sonderausgabe absetzen. Wer Menschen in Not dauerhaft finanziell unterstützt, hat jedoch eine andere Möglichkeit des steuerlichen Abzugs: als außergewöhnliche Belastung. Nehmen Sie einen Flüchtling in Ihrem Haushalt auf, dann können Sie für das Jahr 2016 den Höchstbetrag von 8.652 Euro (2015: 8.472 Euro; 2017: 8.820 Euro; 2018: 9.000 Euro) als Unterhaltsleistung geltend machen. Das Finanzamt verlangt, dass Sie schriftlich erklären, alle Kosten für den Lebensunterhalt der aufgenommenen Person zu tragen. Sammeln Sie alle Quittungen, um diese bei Verlangen einreichen zu können.

    Freibetrag für Spenden in der Lohnsteuerkarte eintragen lassen

    Spenden können Ihre Steuerlast auch sofort senken und nicht erst, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben. Sie können die Vorteile des Lohnsteuerermäßigungsverfahrens nutzen, indem Sie beim Finanzamt einen Freibetrag für Ihre Sonderausgaben beantragen. Dieser wird als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert und vom Arbeitgeber automatisch berücksichtigt – so erhöht sich Ihr monatliches Nettoeinkommen. Voraussetzung ist allerdings, dass Ihre Sonderausgaben zusammen mit den außergewöhnlichen Belastungen mindestens 600 Euro im Jahr betragen.

    Sachspenden in der Steuerklärung angeben

    Sie können sogar Sachspenden wie Kleidung oder Spielzeug in der Steuererklärung als Sonderausgabe angeben. Veranstaltet ein gemeinnütziger Verein im Zweckbetrieb eine behördlich genehmigte Tombola, bei der der Überschuss unmittelbar und ausschließlich zur Förderung der steuerbegünstigten Zwecke verwendet wird, sind Ihre Sachspenden abzugsfähig. Das gilt dagegen nicht, wenn Ihre Sachspende im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Vereins verlost oder verkauft wird – etwa auf einem Vereinsfest oder Flohmarkt.

    Der Wert der Sachspende muss auf der Zuwendungsbestätigung eingetragen sein. Es bietet sich an, den Neupreis, die Nutzungsdauer und den Zustand zum Zeitpunkt der Spende zu dokumentieren, damit Sie den Marktwert der Sachspende nachweisen können.

    Hohe Spenden später absetzen

    Wenn Sie so großzügig waren, dass Ihre Spenden in einem Jahr den Höchstbetrag von 20 Prozent Ihrer Gesamteinkünfte überschreiten, können Sie das, was darüber liegt, später absetzen. Das ist der sogenannte Spendenvortrag. Das Finanzamt berücksichtigt diesen automatisch in den folgenden Jahren.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Spenden an Stiftungen

    Spenden in das zu erhaltende Vermögen einer Stiftung – auf Amtsdeutsch in den Vermögensstock – sind unabhängig vom Einkommen bis zu 1 Million Euro (2 Millionen Euro bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern) begünstigt. Die Spende kann der Geber entweder im Jahr der Zuwendung oder in den neun folgenden Jahren steuerlich geltend machen.

    Spenden an politische Parteien

    Den größten Steuereffekt haben Sie mit einer Parteispende. Spenden und Mitgliedsbeiträge an politische Parteien können Sie zur Hälfte direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen – bis zu einem Höchstbetrag von 825 Euro im Jahr, bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder Lebenspartnern das Doppelte (§ 34g EStG). Sie können als Paar gemeinsam bis 6.600 Euro steuerlich geltend machen. Bis zum Betrag von 3.300 Euro bekommen sie die Hälfte ihrer Spende als Steuererstattung zurück. Der darüber liegende Betrag ist bis maximal 3.300 Euro zusätzlich als Sonderausgabe abzugsfähig.

    Beispiel: Sie zahlen als zusammenveranlagtes Ehepaar insgesamt 4.000 Euro im Jahr 2017 an die Partei Ihres Vertrauens. Die Hälfte von 3.300 Euro, also 1.650 Euro bekommen Sie direkt als Erstattung mit Ihrer Steuererklärung zurück. Und die restlichen 700 Euro setzen Sie als Sonderausgaben (§ 10b Absatz 2 EStG) auch noch ab.

    Achtung: Eine kommunale Wählervereinigung gilt nicht als Partei. Deshalb bringt eine Spende oder ein Mitgliedsbeitrag dafür höchstens 825 Euro Steuerersparnis. Dies entschied der Bundesfinanzhof in einem Urteil vom 20. März 2017 (Az. X R 55/14).

    Spenden Sie Zeit und Unterstützung

    Arbeiten Sie ehrenamtlich als Trainer für den Fußballverein, leiten Sie den Kirchenchor oder fahren Sie regelmäßig Ihre Kinder und deren Sportsfreunde zu Wettbewerben? Dann können Sie Ihren Aufwand unter Umständen als Spende geltend machen. Dazu brauchen Sie eine schriftliche Vereinbarung, aus der hervorgeht, dass Sie Anspruch auf einen Aufwendungsersatz haben, beispielsweise für die Fahrtkosten, oder einen Vergütungsanspruch wie die Übungsleiterpauschale und förmlich darauf verzichten. Auch in der Vereinssatzung muss der Anspruch enthalten sein. Weitere Einzelheiten lesen Sie in diesem Schreiben des BMF. Mit Schreiben vom 24. August 2016 hat das BMF ergänzt, dass bei einem monatlichen Zahlungsanspruch eine jährliche Verzichtserklärung genügt. Zuvor forderte es eine dreimonatige Erklärung.

    Mehr Transparenz durch Spendensiegel

    Wenn Sie nicht wissen, an welchen Verein Sie spenden sollen oder welche Organisation seriös ist und mit Ihrem Geld verantwortungsvoll umgeht, können Sie sich an Spendensiegeln orientieren. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet unter anderem die Verwendung der Spenden sowie die Ausgaben für Werbung und Verwaltung. Spendenempfänger, die ein vertretbares Maß einhalten, dürfen das – allerdings kostenpflichtige – DZI-Siegel für ihre Öffentlichkeitsarbeit verwenden. Ein kostenfreies Siegel vergibt die gemeinnützige Phineo AG, die sich für gesellschaftliches Engagement einsetzt. Organisationen, die vertrauensvoll mit dem Geld der Spender umgehen, können das „Wirkt-Siegel“ von Phineo erhalten. Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Ratgeber Richtig spenden.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Источники: http://www.freefibu.de/blog/spenden-von-der-einkommensteuer-absetzen-2014-11-17.html, http://www.finanztip.de/spenden-als-sonderausgaben/, http://www.finanztip.de/spenden-als-sonderausgaben/

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