Steuer auf kapitalerträge

    0
    46

    Abgeltungssteuer

    So funktioniert die Abgeltungssteuer

    • Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2017
    • Von: Ludwig Heinz

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit 2009 wird die Abgeltungssteuer auf Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne fällig. Davon behält das Finanzamt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und seit Januar 2015 auch Kirchensteuer ein.
    • In Ihrer Steuererklärung müssen Sie nichts angeben, aber dafür sorgen, dass Sie einen korrekten Freistellungsauftrag erteilt haben.
    • Schöpfen Sie die Freibeträge auf Ihre Anlagen aus, die zu einem Sparerpauschbetrag zusammengefasst sind: 801 Euro für Ledige, 1.602 Euro für Verheiratete. Sie können auch unter dem Jahr die Freistellungsaufträge bei Ihren Banken ändern.
    • Beim Verkauf von Aktien gilt, dass die zuerst angeschafften als zuerst veräußert behandelt werden. Aktien, die bis Ende 2008 investiert wurden, können steuerfrei verkauft werden.
    • Bei Fonds, die im Ausland aufgelegt sind und Dividenden einbehalten, müssen Sie diese dennoch versteuern. Erträge müssen Sie in der Anlage KAP angeben.
    • Ab 2018 ändert sich die Besteuerung von Investmentfonds grundlegend. Details lesen Sie im Artikel zum Investmentsteuerreformgesetz

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Sparer, die Geld anlegen in Form von Bankeinlagen, Aktien, Anleihen, Fonds oder Zertifikaten, sind von der Abgeltungssteuer betroffen. Sie wird seit 2009 fällig für Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne – sogenannte Kapitaleinkünfte. Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Sie wird von der Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

    Automatischer Kirchensteuerabzug

    Kapitaleinkünfte unterliegen zudem der Kirchensteuer. Diese wurde bislang allerdings nur dann von Ihrer Depotbank an das Finanzamt abgeführt, wenn Sie einen Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer gestellt haben. Wer diesen Antrag nicht gestellt hatte, musste die Kirchensteuer im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung zahlen. Seit Januar 2015 brauchen Sie keinen Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer mehr zu stellen. Denn seitdem erhalten die Banken die Information über die Religionszugehörigkeit ihrer Kunden vom Bundeszentralamt für Steuern in Bonn (BZSt) und führen die Kirchensteuer direkt an das Finanzamt ab.

    Die rechtlichen Grundlagen zur Abgeltungssteuer finden Sie in Paragraf 32d Einkommensteuergesetz. Sorgen Sie unbedingt dafür, dass Sie einen korrekten Freistellungsauftrag erteilt und den Freibetrag auf Ihre verschiedenen Anlagen ausgeschöpft haben. Die Freistellungsaufträge können Sie auch unterjährig ändern und so den Steuerabzug über Ihre diversen Depots optimieren. Dafür müssen Sie Ihrer Bank einen schriftlichen Auftrag erteilen.

    Altaktiengewinne können steuerfrei verkauft werden

    Das System der Abgeltungssteuer wurde zum 1. Januar 2009 eingeführt. Für Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren, die bis Ende 2008 gekauft wurden, gilt daher eine Besonderheit: Sie können diese auch heute noch steuerfrei verkaufen.

    Generell gilt für den Aktienverkauf das Prinzip „first in, first out“. Das heißt, dass zuerst angeschaffte Wertpapiere als zuerst verkauft gelten. Dementsprechend werden diese steuerlich behandelt. Dies können Sie zu Ihrem Vorteil ausnutzen. Haben Sie beispielsweise 100 Fresenius-Aktien 2008 erworben und zudem ein Jahr später weitere 100 und wollen nun 150 davon verkaufen, dann können sie 100 davon steuerfrei verkaufen und 50 nach dem Abgeltungssteuersatz.

    Um solche Bestände leichter voneinander abgrenzen zu können, ist es in vielen Fälle besser, neue Anlagen in einem zweiten Depot zu verwahren. Insbesondere Anleger, die sehr oft Wertpapiere kaufen und verkaufen, sollten darüber nachdenken. Online-Depots verlangen inzwischen keine Grundgebühren mehr, weswegen das finanziell keinen Unterschied macht. Die günstigsten Depots finden Sie in unserem Ratgeber.

    Mit der Reform der Investmentbesteuerung, die ab 2018 in Kraft tritt, wird der Bestandsschutz von Investmentfonds aufgehoben: Anleger zahlen dann auf Erträge, die Altfonds ab 2018 erzielen, Abgeltungssteuer jährlich auf eine Pauschale und bei Verkauf. Erträge, die bis Ende 2017 erzielt wurden, bleiben steuerfrei. Für Privatanleger gibt es einen Freibetrag von 100.000 Euro. Um ihn anwenden zu können, sollten Besitzer von Altfonds diese unbedingt halten. Wie die neue Besteuerung für Altfonds genau funktioniert, lesen Sie im Detailartikel zur Investmentsteuerreform.

    Kapitalverluste verrechnen

    Sie dürfen Verluste aus Kapitalerträgen mit den positiven Einkünften aus Ihren Anlagen verrechnen. Beispiel: Erzielen Sie nach dem Verkauf einer Lebensversicherung einen Verlust, so können Sie diesen mit Ihren Zinserträgen aus Sparkonten verrechnen. Aktienverluste dürfen Sie aber nur mit Kursgewinnen aus Aktiengeschäften verrechnen. Laut einer Übergangsregelung konnten bis Ende 2008 erlittene Verluste noch bis 2013 mit neuen Gewinnen verrechnet werden.

    Freibetrag nutzen

    Seit 2009 sind die vorher geltenden Freibeträge in einem Sparerpauschbetrag zusammengefasst. Er beträgt für Ledige 801 Euro im Jahr, für Verheiratete das Doppelte, also 1.602 Euro. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber die Abrechnung von Werbungskosten in der Steuererklärung gestrichen. Somit dürfen auch Kosten für einen Kredit, der für den Kauf von Wertpapieren verwendet wird, nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden.

    Möglich ist allerdings nach einem Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 17. Dezember 2012 (Az. 9 K 1637/10) in begründeten Ausnahmefällen ein Abzug der tatsächlichen Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Demnach können Sie den Abzug von Werbungskosten in tatsächlicher Höhe beantragen, sofern Ihr persönlicher Einkommensteuersatz bereits unter Berücksichtigung des Sparerpauschbetrags unter dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent liegt.

    Darauf wird die Abgeltungssteuer fällig

    Läuft der Vertrag zwischen Ihnen und der Versicherungsgesellschaft noch keine zwölf Jahre und werden entsprechende Kapitalerträge aus der Versicherung schon vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt, sind Sie als Versicherter verpflichtet, die Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf den jeweiligen Betrag zu entrichten.

    Vollkommen steuerfrei sind einmalige Auszahlungen – also das komplette eingezahlte Kapital plus die Erträge aus diesem Kapital – aus einer Lebensversicherung, wenn der Vertrag folgende Bedingungen erfüllt:

    • die Laufzeit beträgt mindestens zwölf Jahre
    • Vertragsbeginn war vor dem 1.1.2005
    • die Todesfallleistung beträgt mindestens 60 Prozent der Versicherungssumme
    • es wurden über mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt

    Haben Sie Ihre Lebensversicherung nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossen, müssen Sie die Hälfte des Geldes zum persönlichen Steuersatz versteuern. Dass es nur die Hälfte ist und nicht alles versteuert werden muss, ist allerdings auch an Bedingungen geknüpft:

    • der Vertrag läuft mindestens zwölf Jahre
    • die Auszahlung erfolgt erst nach dem 60. Lebensjahr

    Sämtliche Zinserträge unterliegen seit 1. Januar 2009 der Abgeltungssteuer.

    Die Abgeltungssteuer gilt für die gesamte Dividende und realisierte Kursgewinne. Dabei spielt die Haltedauer keine Rolle.

    Bei ihnen unterliegen Zinsen und Kursgewinne der Abgeltungssteuer.

    Fondserträge, egal ob ausgeschüttet oder wieder angelegt, sind mit dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent zu versteuern. Gewinne aus Veräußerung von Fonds, Anteilen und Termingeschäften werden bei Ausschüttung von der Abgeltungssteuer erfasst. Ab 2018 sind Teile der Fondserträge bei Aktien- und Mischfonds pauschal steuerbefreit, dafür fällt die Anrechnung von Quellensteuer weg. Details dazu im Ratgeber Investmentsteuerreformgesetz.

    Bei Anteilen an einem Dachfonds, die vor 2009 angeschafft wurden, gilt die vor 2009 bestehende Rechtslage solange, bis der Fonds ausgezahlt und dann eine neue Anlage mit dem Geld getätigt wird. Da sie erst am Ende der Laufzeit steuerlich bewertet werden, können mit solchen Fonds, die je nach Ausrichtung Kapitalerträge aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen erzielen, langfristig abgeltungssteuerfreie Erträge erzielt werden. Erträge aus Dachfonds, die nach dem 31. Dezember 2008 erworben wurden, unterliegen dagegen komplett der Abgeltungssteuer. Sie sollten sich also gut überlegen, ob Sie sich von solchen Anteilen trennen.

    Kursgewinne aus solchen Anlagen, zum Beispiel aus Zertifikaten mit Kapitalgarantie oder aus Aktienanleihen, fallen ohne Berücksichtigung einer Frist stets unter die Abgeltungssteuer.

    Zertifikate ohne Kapitalgarantie

    Sie unterliegen gleichfalls der Abgeltungssteuer. Ausnahme: Risikozertifikate, die vor dem 15. März 2007 gekauft wurden, sind nach einjähriger Haltedauer steuerfrei.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Behandlung ausländischer Kapitalerträge

    Auch auf Kapitalerträge, die Sie im Ausland erzielen, müssen Sie Abgeltungssteuer zahlen. Haben Sie Ihr Depot oder Konto bei einer inländischen Bank, führt diese die Abgeltungssteuer automatisch an das deutsche Finanzamt ab, sofern die Erträge über den Freibetrag von 801 Euro hinausgehen und Sie einen Freistellungsauftrag gestellt haben.

    Ist das Konto oder Depot im Ausland oder kommen die Kapitalerträge von einer ausländischen Bank oder der ausländischen Tochter einer deutschen Bank, wird keine Abgeltungssteuer einbehalten. Das betrifft zum Beispiel Kunden, die bei der Leaseplan Bank, CA Consumer Finance oder Close Brothers ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto haben.

    Als Depot- oder Kontoinhaber haben Sie die Pflicht, solche ausländischen Kapitalerträge, für die keine Abgeltungssteuer einbehalten wurde, in der Zeile 15 der Anlage KAP Ihrer Steuererklärung anzugeben. Inländische Kapitalerträge ohne Steuerabzug müssen Sie in die Zeile 14 eintragen.

    Sonderfall ausländische thesaurierende Aktienfonds

    Haben Sie in Ihrem Portfolio einen Aktienfonds, der im Ausland aufgelegt ist und Dividenden wieder anlegt, müssen Sie ebenfalls einige Besonderheiten beachten. Da diese Dividenden nur dem Fonds und nicht direkt Ihrem Konto gutgeschrieben werden, müssen Sie sie separat in der Steuererklärung angeben. Diese Dividenden fallen unter den Posten „ausländische Kapitalerträge“. Sie müssen diese ebenfalls in Zeile 15 der Anlage KAP eintragen.

    In vielen Fällen, in denen ausländische Aktien im Fonds vertreten sind, fällt zudem Quellensteuer an. Sie wird in dem Quellstaat – also dem Staat, in dem das die dividenden zahlende Unternehmen seinen Sitz hat – direkt an die Steuerbehörde abgeführt. Die Quellensteuer kann aber häufig auf die Abgeltungssteuer angerechnet werden. Anleger müssen sie für diesen Zweck ebenfalls in der Anlage KAP angeben. Mehr Informationen dazu finden Sie im Detailartikel thesaurierende Fonds.

    Im Juli 2016 hat der Bundesrat eine Reform der Besteuerung von Investmentfonds verabschiedet. Sie tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft. Demnach ändert sich die Systematik der Besteuerung von Investmentfonds grundlegend. Details finden Sie im Artikel zum Investmentsteuerreformgesetz.

    Sollen wir Sie

    Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps – kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

    Vielen Dank für Ihre Anmeldung

    Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

    1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
    2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
    3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

    Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Noch mehr sparen mit Finanztip

    Finanztip Newsletter

    • Jede Woche die besten Tipps
    • Absolut kostenlos
    • 100% werbefrei

    Kostenlos anmelden

    Artikel verfasst von

    ehemaliger freier Finanztip-Mitarbeiter

    Ludwig Heinz hat als freier Finanztip-Redakteur zu Themen rund um Verbraucherfinanzen geschrieben. Zuletzt arbeitete er als Teamleiter Anlagestrategie für Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien in Frankfurt, davor als Ressortleiter Wirtschaft und Politik bei der Anlegerzeitschrift Börse Online in München. Zudem war er in unterschiedlichen Positionen für mehrere Banken tätig, überwiegend im Research. Ludwig Heinz studierte nach einer Bankausbildung Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in München.

    Kapitalerträge: Diese Grundregeln gelten für die Besteuerung von Kapitaleinkünften

    In fast allen europäischen Staaten unterliegen Kapitalerträge der Einkommensteuer. Durch die Abgeltungssteuer unterliegen die meisten Kapitaleinkünfte nicht mehr der Regelbesteuerung. Es gilt aber vieles zu beachten. Hier lesen Sie, welche Regeln es für die Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland gibt.

    Kapitalerträge im Privatvermögen

    Seit 2009 unterliegen Kapitalerträge von Privatpersonen nicht mehr dem normalen (progressiven) Einkommensteuertarif. Stattdessen muss z. B. die auszahlende Bank eine 25%ige Abgeltungsteuer einbehalten. Mit dieser ist die Steuerschuld des Anlegers pauschal abgegolten. Die Anrechnung der einbehaltenen Steuerbeträge im Rahmen der Veranlagung entfällt. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen die Erträge im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung zu erfassen sind.

    Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch in unseren Gestaltungshinweisen Anlage KAP und in unserer AusfГјllhilfe Anlage KAP.

    Einnahmen im Betriebsvermögen

    Die Erträge werden im Rahmen der Gewinnermittlung erfasst und unterliegen somit der normalen Versteuerung (Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer). Nach dem "Teileinkünfteverfahren" sind Dividenden und ähnliche Erträge zu 60 % steuerpflichtig. Es erfolgt eine Anrechnung der einbehaltenen Steuerbeträge. Außerdem sind Betriebsausgaben, die mit den Einnahmen in Zusammenhang stehen, als Betriebsausgaben in dem Verhältnis abzugsfähig, in dem sie steuerpflichtig sind.

    Nutzen Sie den Freistellungsauftrag für Kapitalerträge

    Das oberste Gebot in Sachen Kapitalerträge (Zinsen auf Tagesgeld, Aktiengewinne, Erträge aus Nachrangdarlehen etc.) lautet: Prüfen Sie Ihre Freistellungsaufträge! Wenn Sie den Sparerpauschbetrag (801 EUR für Alleinstehende/1.602 EUR für Ehepaare) nicht ausschöpfen, weil Sie Ihrer Bank keinen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilt haben, verschenken Sie bares Geld.

    Lohnt sich die Übertragung von Kapitalerträgen auf Kinder?

    Durch die Abgeltungsteuer ist die Vermögensübertragung auf Kinder aus steuerlichen Gründen unattraktiv geworden. Der Abgeltungsteuersatz ist für alle gleich, unabhängig von der Höhe der Einkünfte. Zwar könnte für die Kinder noch eine Berücksichtigung im Rahmen des Sparerpauschbetrags beantragt werden, aber dann wird sich das Finanzamt sicher intensiv damit beschäftigen, ob eine anzuerkennende Übertragung vorliegt. Wollen Sie trotzdem Vermögen übertragen, müssen Sie folgende Grundsätze beachten:

    • Nach der VermГ¶gensГјbertragung mГјssen die Kapitalanlagen auf den Namen des Kindes lauten.
    • AuГџerdem muss der endgГјltige Гњbergang feststehen. Der Wille der Eltern sollte fГјr die Bank eindeutig erkennbar sein (z. B. ausdrГјckliche Regelungen zur BegГјnstigung und GlГ¤ubigerstellung des Kindes).
    • FГјr die steuerrechtliche Zurechnung der KapitalertrГ¤ge ist es erforderlich, dass die Eltern das GeldvermГ¶gen der Kinder wie fremdes VermГ¶gen behandeln.
    • Auslegungsschwierigkeiten kГ¶nnen vermieden werden, wenn bei Errichten des Sparkontos klargestellt ist, dass eine VerfГјgungsbefugnis der Eltern nur auf dem elterlichen Sorgerecht beruht und tatsГ¤chlich entsprechend verfahren wird.
    • Die ZinseinkГјnfte sollten bei minderjГ¤hrigen Kindern vorsorglich bis zur VolljГ¤hrigkeit stehen gelassen werden. SchГ¤dlich ist es, wenn die ErtrГ¤ge fГјr den Unterhalt des Kindes oder fГјr Belange der Eltern verwendet werden. Bei volljГ¤hrigen Kindern kГ¶nnen die Eltern verlangen, dass das Kind die ErtrГ¤ge und das VermГ¶gen zur Bestreitung des Unterhalts einsetzt.

    Kennen Sie schon die neuen Lösungen?

    Alle wichtigen Steuerprogramme im Vergleich: WISO Software, TAXMAN, SteuerSparErklärung, smartsteuer und mehr!

    Wie funktioniert die Abgeltungssteuer?

    Anleger müssen auf Kapitalerträge wie Zinsen oder Dividenden 25 Prozent Abgeltungssteuer zahlen. Wir erklären, wie das funktioniert.

    Fast ihr ganzes Leben hat Florians Oma auf ein Sparbuch einbezahlt. Nach ihrem Tod vererbt sie ihrem Enkel 50.000 Euro. Florian muss keinen Cent einzahlen, damit sich Omas Erbe vermehrt: Auch wenn die Bank nur noch 1,7 Prozent Zinsen zahlt, sind das immerhin 850 Euro jährlich. Dieses Geld ist Florians "Kapitalertrag" – und dafür muss er unter Umständen Abgeltungssteuer zahlen. Außerdem wird der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig. Dazu später mehr.

    Was sind "Kapitalerträge"?

    Zu den gängigsten Kapitalerträgen gehören:

    • Zinsen, zum Beispiel vom Sparbuch oder Girokonto, sowie Tagesgeldzinsen
    • Dividenden, zum Beispiel aus Aktien, Genossenschaftsanteilen oder GmbH-Anteilen,
    • ErtrГ¤ge aus Zertifikaten, zum Beispiel auf Rohstoffe, WГ¤hrungen oder Fonds,
    • WertzuwГ¤chse beim Verkauf von Aktien oder Investmentanteilen, also wenn eine Aktie gГјnstig gekauft und teuer verkauft wird – dann gilt die Gewinnspanne als Wertzuwachs.

    FГјr diese KapitalertrГ¤ge mГјssen Sie als Anleger bzw. Besitzer seit 2009 die Abgeltungssteuer in HГ¶he von 25 Prozent zahlen. Bis 2009 zahlten Anleger Гјbrigens Kapitalertragsteuer.В

    Bankgebühren beim Kauf oder Transaktionskosten beim Verkauf von Aktien können Sie von Ihrem Gewinn abziehen. Das verringert den Gewinn und damit die zu zahlende Steuer.

    Was ist durch die Abgeltungssteuer anders als frГјher?

    Zwei entscheidende Dinge haben sich geändert, seit die Abgeltungssteuer am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist: Erstens müssen Steuerzahler wie Florian einheitlich 25 Prozent Steuern auf Kapitalerträge zahlen. Zweitens sind Anleger grundsätzlich nicht mehr zur Abgabe der Anlage KAP verpflichtet, wenn schon Abgeltungssteuer einbehalten wurde. Aber in manchen Fällen muss die Anlage KAP ausgefüllt werden und in anderen lohnt sich die Abgabe sogar, dazu später mehr.

    Kritik an der Abgeltungssteuer

    „Ein Steuergeschenk für Reiche“ titelte Nachrichtensender n-tv und bringt damit den größten Kritikpunkt auf den Tisch: Da die Abgeltungssteuer unabhängig vom Gesamteinkommen erhoben wird, zahlt Arm wie Reich den gleichen Steuersatz. So wird des Öfteren die Frage gestellt, ob die Abgeltungssteuer tatsächlich gerecht ist.

    Für Florian und alle anderen Steuerzahler bringt die Abgeltungssteuer mehr Übersichtlichkeit. Denn früher – zu Zeiten der Kapitalertragsteuer – waren manche Kapitalerträge steuerpflichtig, andere steuerfrei; manche waren in voller Höhe, manche nur zur Hälfte steuerpflichtig und für viele galten unterschiedliche Steuersätze. Jeder Kapitalertrag musste außerdem einzeln in den vielen Formularen der Steuererklärung angegeben werden.

    Das ist heute anders: Die Abgeltungssteuer wird von deutschen Banken automatisch an das Finanzamt überwiesen – also von dort, wo der Kapitalertrag und die fällige Steuer entstehen. Dieses Prinzip nennt man Quellensteuer. In Florians Fall erstellt die Bank, bei der das Sparbuch liegt, jedes Jahr eine Übersicht über alle Kapitalerträge und schickt sie ihm zu. Gleichzeitig überweist sie die fällige Abgeltungssteuer direkt an das zuständige Finanzamt.

    Wird auch Solidaritätszuschlag fällig?

    Tatsächlich ist es nur mit der Abgeltungssteuer nicht getan – der Solidaritätszuschlag, kurz Soli, fällt ebenfalls an. Der Soli liegt bei 5,5 Prozent und wird auf die 25 Prozent Abgeltungssteuer erhoben, die Sie für Ihre Kapitalerträge zahlen müssen. Ohne Kirchensteuer erhöht sich der Steuerbetrag zum Beispiel für Florians jährliche Sparbuch-Zinsen auf 26,375 Prozent.

    Die 26,375 Prozent ergeben sich aus 5,5 Prozent Soli auf die 25 Prozent Abgeltungssteuer. Der Soli wird von Ihrer Bank oder auch dem Finanzamt berechnet.

    Die Formel zur Berechnung des Solidaritätszuschlags für die Abgeltungssteuer sieht also wie folgt aus:

    (0,25 x 5,5) % + 25 % = 26,375 %В

    Was ist mit der Kirchensteuer?

    Florian ist katholisch. Das bedeutet, dass er neben der Abgeltungssteuer und dem Soli auch Kirchensteuer für seine Kapitalerträge zahlen muss. Doch Florian muss sich, wie jeder andere Steuerzahler auch, um nichts kümmern. Denn seit 2015 besorgen sich die Banken die Kirchenzugehörigkeit Ihrer Kunden über das Bundeszentralamt für Steuern. Dann zieht das Geldinstitut die Kirchensteuer automatisch von den Kapitalerträgen ab und leitet sie an das zuständige Finanzamt weiter.

    Wer sich nun für die Berechnung interessiert, dem sei gesagt: Es ist kompliziert. Denn die Abgeltungssteuer wird ermäßigt um 25 Prozent der auf die Kapitalerträge entfallenen Kirchensteuer.

    So lauten die entsprechenden Formeln zur Berechnung:

    Abgeltungssteuer = Kapitalerträge : (4 + ein Hundertstel des Kirchensteuersatzes)

    Kirchensteuer = Kapitalertragsteuer x Kirchensteuersatz

    Florian ist katholisch und lebt in Rheinland-Pfalz. Er zahlt also 9 Prozent Kirchensteuer. Nehmen wir an, Florian hat gerade ein Aktienpaket verkauft und kann 10.000 Euro Gewinn verbuchen.

    Ohne die pauschale Ermäßigung – im Fachjargon "pauschaler Sonderausgabenabzug" – würde Florian 2.500 Euro Abgeltungssteuer (25 Prozent) und 225 Euro Kirchensteuer (9 Prozent) auf seine 10.000 Euro zahlen müssen, also insgesamt 2.750 Euro Steuern.

    Mit der pauschalen Ermäßigung fällt die Rechnung etwas günstiger für ihn aus:

    Abgeltungssteuer = 10.000 Euro : (4 + 0,09) = 2.445 Euro

    Kirchensteuer = 2.445 Euro x 0,09 = 220 Euro

    Bis 2015 mussten sich Anleger selbst um die Kirchensteuer kümmern. Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder trug der Anleger die Kirchensteuer in die Anlage KAP ein, oder er erteilte seiner Bank einen Auftrag, damit die sich dann kümmerte. Dafür musste der Anleger bei der Bank allerdings zuerst einen Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer stellen.

    Wie hoch sind die Steuern für Kapitalerträge also insgesamt?

    Die Gesamtbelastung bei Kapitalerträgen zeigt Ihnen unsere Tabelle übersichtlich auf einen Blick:

    In welchen Fällen muss die Anlage KAP ausgefüllt werden?

    Es gibt ganz bestimmte Kapitalerträge, die Florian – und damit auch jeder andere Steuerzahler – auf jeden Fall in der Einkommensteuererklärung eintragen muss, nämlich

    • von Auslandskonten,
    • durch den Verkauf einer Lebensversicherung,
    • Erstattungszinsen vom Finanzamt,
    • sowie Zinsen aus einem Darlehen an Privatpersonen.

    Diese Kapitalerträge kann Florians Bank nicht erfassen und die dafür fällige Abgeltungssteuer deshalb nicht ans Finanzamt überweisen. Florian muss das Finanzamt selbst über seine Kapitalerträge informieren, indem er sie in seiner Steuererklärung angibt. Genau wie auf andere Kapitalerträge erhebt das Finanzamt darauf 25 Prozent Abgeltungsteuer.

    Wann lohnt sich die Abgabe der Anlage KAP?

    In drei Fällen lohnt sich das Ausfüllen der Anlage KAP:

    1. Der persönliche Steuersatz eines Anlegers ist niedriger als die 26,375 Prozent Abgeltungssteuer inkl. Soli.
    2. Die Freistellungsaufträge bei mehreren Banken waren falsch verteilt und bei einer Bank ist dadurch Abgeltungssteuer angefallen. Durch Abgabe der Anlage KAP bekommt der Anleger die zu viel gezahlte Steuer zurück.
    3. Ausländische Quellensteuern sind nicht auf die Abgeltungssteuer angerechnet worden.

    "Abgeltungssteuer" oder "Abgeltungsteuer" – laut Duden sind beide Schreibweisen korrekt, also mit einem einfachen oder mit doppeltem "s".

    Gibt es weiterhin Freibeträge?

    Früher hieß er noch Sparerfreibetrag, heute heißt er Sparerpauschbetrag – gemeint ist aber weiterhin das Gleiche: Florian darf als Single 801 Euro von seinen Kapitalerträgen steuerfrei behalten. Wäre er verheiratet, stünden ihm und seiner Frau 1.602 Euro steuerfrei zu. Auf jeden Euro, der über dem Sparerpauschbetrag liegt, muss Florian 25 Prozent Abgeltungsteuer zahlen.

    Der Sparerpauschbetrag muss allerdings quasi beantragt werden, entweder über einen Freistellungsauftrag bei der eigenen Bank oder über eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim zuständigen Finanzamt. Sonst berechnet das Finanzamt die Abgeltungssteuer für die kompletten Kapitalerträge.

    Wie wird die Abgeltungssteuer konkret berechnet?

    Bleiben wir bei Florians Beispiel:

    Die Abgeltungssteuer ist ein recht komplexes Thema. Für die Beraterinnen und Berater der VLH gehört es zum Tagesgeschäft, in Sachen Abgeltungssteuer die für Sie günstigste Lösung zu finden. Gerne unterstützen wir Sie darin, sich die Steuervorteile zu sichern, die Ihnen zustehen. Über unsere Beratersuche können Sie Ihren persönlichen Berater oder Ihre persönliche Beraterin finden und einen Termin zum Beratungsgespräch vereinbaren – wir sind gerne für Sie da.

    Inhalt teilen:

    Гњberblick

    Steuer-Tipp

    Steuer-Tipp

    Meist gelesen

    Für Weihnachtsgeld werden Steuern fällig

    Was sind außergewöhnliche Belastungen?

    Was sind Spenden und wie setzt man sie ab?

    Berater aussuchen, Termin vereinbaren und entspannt zurücklehnen. Denn Ihr Berater übernimmt den lästigen Steuerkram für Sie.

    Haben Sie Fragen zur Mitgliedschaft? Unsere Mitarbeiter sind gerne fГјr Sie da: 06321 96 39 96 9

    Источники: http://www.finanztip.de/abgeltungsteuer/, http://www.steuern.de/kapitalertraege.html, http://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/wie-funktioniert-die-abgeltungssteuer.html

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here