Steuer identifikationsnummer tin

    0
    45

    Steueridentifikationsnummer

    Eine Nummer fürs ganze Leben für Steuer und Kindergeld

    • Zuletzt aktualisiert: 13. November 2015
    • Von: Alena Hecker

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jeder Bundesbürger hat seit 2008 eine individuelle Steueridentifikationsnummer.
    • Sie ist ein Leben lang gültig. Kinder erhalten sie bereits nach der Geburt.
    • Die Steuer-ID dient vor allem dem Schriftverkehr mit dem Finanzamt. Sie kommt aber auch bei den Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (Elstam) zum Einsatz.
    • Die Daten sind beim Bundeszentralamt für Steuern gespeichert. Sie dürfen ausschließlich für Zwecke des Fiskus eingesetzt werden.
    • Seit 2016 ist die Steuer-ID auch für das Kindergeld, für die Freistellungsaufträge bei allen Bankverbindungen in Deutschland sowie für den steuerlichen Abzug von Unterhaltsleistungen nötig.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu Themen rund um Ihre Steuererklärung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Sie besteht aus elf Ziffern, sie ist einmalig und sie gilt ein Leben lang: Wer in Deutschland gemeldet ist, bekommt automatisch eine Steueridentifikationsnummer zugewiesen. Darunter gespeichert sind alle wichtigen Daten einer Person: Tag und Ort der Geburt, Geschlecht, Familienname, Vornamen, frühere Namen, Doktorgrad, gegenwärtige oder letzte bekannte Anschrift, zuständige Finanzbehörden und sogar der Sterbetag.

    So kommen Sie an Ihre Steueridentifikationsnummer

    So bekommen Sie Ihre Steueridentifikationsnummer: Seit 2008 schickt das Bundeszentralamt für Steuern an jede in Deutschland gemeldete Person per Post eine individuelle Identifikationsnummer. Babys erhalten ihre Nummer in der Regel innerhalb von drei Monaten nach der Geburt.

    Mehr Informationen

    des Bundeszentralamts auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter www.identifikationsmerkmal.de.

    Dafür brauchen Sie die Steueridentifikationsnummer: Bei Anträgen, Erklärungen oder Mitteilungen an das Finanzamt geben Sie Ihre Identifikationsnummer am besten gleich im Betreff an. Auch bei Ihrer Steuererklärung tragen sie die elf Ziffern ein. Möglicherweise fragen Arbeitgeber oder Sozialleistungsträger wie Krankenkassen und Arbeitsämter nach Ihrer Steueridentifikationsnummer. Sie alle nutzen die Nummer, um den Finanzbehörden steuerlich wichtige Daten zu übermitteln.

    Wenn Sie Ihre Steueridentifikationsnummer nicht kennen: Die Steueridentifikationsnummer finden Sie unter anderem auf Ihrer jährlichen Lohnsteuerbescheinigung oder dem letzten Steuerbescheid. Beim Bundeszentralamt für Steuern können Sie die Nummer mithilfe dieses Formulars erfragen. Auch die Meldebehörde kennt Ihre Steueridentifikationsnummer. Aus Gründen des Datenschutzes bekommen Sie die Nummer ausschließlich per Post.

    Dabei hilft die Identifikationsnummer

    Kindergeld Ab Januar 2016 müssen Bezieher von Kindergeld bei den Familienkassen grundsätzlich auch ihre Steueridentifikationsnummer und die ihrer Kinder angeben. Allerdings haben die Familienkassen durch einen automatischen Meldeabgleich bereits die meisten Daten. In den Fällen, in denen den Familienkassen keine Daten vorliegen, werden die Eltern im Laufe des Jahres 2016 kontaktiert, erklärte die Bundesagentur für Arbeit. Das Kindergeld werde auch ohne Steuer-ID ausgezahlt. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihre Daten komplett vorliegen, können Sie unser Musterschreiben verwenden. Mehr dazu im Ratgeber Kindergeld.

    Bankkunden

    Für Ihre Bankverbindungen brauchen Sie seit 2011 zum Beispiel für einen Freistellungsauftrag die Steueridentifikationsnummer. Kapitalerträge lassen sich so einzelnen Personen zuordnen und es fällt schneller auf, wenn der Freibetrag von 801 Euro überschritten ist. Fehlt die Steueridentifikationsnummer im Freistellungsauftrag, müssen Kreditinstitute ab 2016 bei Zinszahlungen und anderen Kapitalausschüttungen automatisch Abgeltungssteuer einbehalten. Das sind 25 Prozent der Kapitalerträge, zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell auch Kirchensteuer. Betroffen sind alle Bank- und Versicherungskunden, die ihrer Bank bislang noch nicht ihre Steueridentifikationsnummer mitgeteilt haben. In der Regel gilt das für vor 2011 gestellte Freistellungsaufträge. Eine Übergangsfrist endet an Silvester 2015.

    Unterhaltszahlungen – Wenn Sie Unterhalt – etwa an Ihren geschiedenen Ehegatten – zahlen und den Betrag steuerlich als Sonderausgabe absetzen möchten, dann benötigen Sie ab 2016 zwingend die Steuer-ID des Empfängers. Dieser muss Ihnen seine Steueridentifikationsnummer mitteilen.

    Schneller Datenabgleich – Die Steueridentifikationsnummer hilft den Finanzbehörden, um schnell und einfach an wichtige Personendaten gelangen. Ziehen Sie beispielsweise in eine andere Stadt um, tauschen Melde- und Finanzamt die Daten untereinander aus. Auch über Landesgrenzen hinweg können Ihre steuerlich relevanten Daten mithilfe der Steueridentifikationsnummer korrekt zugeordnet und weitergegeben werden.

    Elektronische Lohnsteuerkarte – Die Steueridentifikationsnummer macht es möglich, dass es in Deutschland seit 2013 die elektronische Lohnsteuerkarte gibt. Arbeitgeber können dadurch alle steuerlich relevanten Daten direkt beim Bundeszentralamt für Steuern abrufen. Das heißt, Arbeitnehmer müssen sich nicht mehr darum kümmern, dass ihre Daten gespeichert werden oder ihre Lohnsteuerbescheinigung bei der Personalabteilung des Arbeitgebers ankommt.

    Vereinfachte Steuererklärung – Auch die elektronische Steuererklärung ist dank Steueridentifikationsnummer möglich. Daten werden bereits bei der Eingabe auf ihre formale Richtigkeit geprüft. Dadurch müssen Finanzämter weniger häufig Informationen nachfragen und können die Steuererklärung schneller bearbeiten.

    Vorausgefüllte Steuererklärung – Seit Anfang 2014 bietet die Finanzverwaltung die „vorausgefüllte Steuererklärung“ (VaSt) an. Dieser Service vereinfacht für Steuerpflichtige das Ausfüllen der Einkommensteuererklärungsformulare auf einem Computer. Denn es können Stammdaten wie Name, Adresse, Alter, Religionszugehörigkeit, Bankverbindung, Rentenleistungsbezüge, Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen sowie Vorsorgeaufwendungen digital übermittelt und somit automatisch in die Steuererklärung übernommen werden. Dafür muss der Steuerpflichtige ein Elsteronline-Portal-Konto anlegen. Mit der Steuer-ID registriert er sich dafür auf www.elsteronline.de. Um diese Daten abrufen zu können, braucht er entweder ein kostenloses Programm wie das von den Finanzämtern zur Verfügung gestellte Elsterformular oder ein kostenpflichtiges Steuerprogramm.

    Steuersoftware einsetzen

    Die Software des Finanzamts funktioniert gut, gibt Ihnen aber keine Tipps zum Steuern sparen. Nützlicher ist in dieser Hinsicht kostenpflichtige Steuersoftware privater Anbieter.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu Themen rund um Ihre Steuererklärung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Kritik an der Steuer-ID

    Bürgerrechtliche Einwände: Bürgerrechtler befürchten, dass die Datenbank beim Bundeszentralamt für Steuern auch für andere als steuerliche Zwecke genutzt werden kann. Nach derzeitiger Gesetzeslage darf jedoch nur das Finanzamt Daten beim Bundeszentralamt für Steuern abrufen.

    Steuernummer als Personenkennzeichen: Da die Steueridentifikationsnummer eindeutig einem Menschen zugeordnet werden kann, ist es theoretisch möglich, alle Datenbanken, in denen sie gespeichert ist, miteinander abzugleichen. So wären mit einem Schlag sämtliche Informationen zum Leben eines Bürgers zugänglich. Dennoch ist das Speichern von Personendaten rechtens, urteilte der Bundesfinanzhof (BFH, Urteil vom 18. Januar 2012, Az. II R 49/10).

    Sollen wir Sie

    Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps – kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

    Vielen Dank für Ihre Anmeldung

    Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

    1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
    2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
    3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

    Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Noch mehr sparen mit Finanztip

    Weitere Themen

    Finanztip Newsletter

    • Jede Woche die besten Tipps
    • Absolut kostenlos
    • 100% werbefrei

    Kostenlos anmelden

    Artikel verfasst von

    Alena Hecker arbeitet als freie Redakteurin für Finanztip. Sie hat Internationale Fachjournalistik mit dem Schwerpunkt Wirtschaft studiert und einen Master in European Studies gemacht. Beim anschließenden Volontariat Praxis4 an der Electronic Media School in Potsdam beschäftigte sie sich vor allem mit Themen rund um den Verbraucherschutz. Neben ihrer Tätigkeit für Finanztip arbeitet Alena Hecker unter anderem für den rbb und die Stiftung Warentest.

    Wirtschafts-News

    Wo finde ich meine Steuernummer? Ein Ratgeber

    Als erstes muss geklärt werden, um welche Steuernummer es sich bei der Frage „Wo finde ich meine Steuernummer?“ handelt. In Deutschland existieren zurzeit fünf Arten von Nummern, die zur Steuerprüfung herangezogen werden können:

    Die verschiedenen Steuernummern

    • Steuernummer
    • Identifikationsnummer
    • Wirtschafts-Identifikationsnummer
    • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
    • eTin des ELSTER-Verfahrens (bis Oktober 2010)

    Die Steuernummer

    Die Steuernummer setzt sich aus verschiedenen Codes zusammen, die aufgrund der Einführung des ELSTER-Verfahrens bundesweit vereinheitlicht wurde. Vorher war sie länderbezogen und wies bestimmte ländertypische Codes mit einer Gesamtlänge von 10 bis 11 Ziffern auf. Die neue bundeseinheitliche Steuernummer weist 13 Ziffern auf, wobei die ersten 4 Ziffern der Steuernummer die Bundesfinanzamtsnummer darstellen.

    Die Steuer-Identifikationsnummer

    Die Steuer-Identifikationsnummer wurde am 01. Juli 2007 in Deutschland eingeführt und besitzt eine lebenslange Gültigkeit. Mit der Einführung wurde die bisherige Steuernummer und die eTin ersetzt. Die Steuernummer und die Identifikationsnummer existieren jedoch noch beide nebenher. Die eTin wurde in Oktober 2010 abgeschafft. Wie lange die Steuernummer noch neben der Identifikationsnummer existieren wird, ist noch ungewiss. Zur Sicherheit sollten Verbraucher beide Nummern bei einem Schriftverkehr mit dem zuständigen Finanzamt angeben.

    Die Wirtschafts-Identifikationsnummer, die Umsatz-Identifikationsnummer und die eTin

    Die Wirtschafts- und Umsatzsteuer-Identifikationsnummern sind Steuernummern, die gewerblich bzw. geschäftlich gebraucht werden. Die eTin (electronic Taxpayer Identification Number) des ELSTER-Verfahrens wurde am 31.10.2010 eingestellt. Diese wurde im Rahmen der lohnsteuerlichen Übertragung mittels ELSTER-Verfahren für jeden Arbeitnehmer in Deutschland vergeben.

    Unterschied zwischen Steuernummer und Steuer-Identifikationsnummer

    Die Steuer- und die Identifikationsnummer sind personenbezogen, wobei die Steuer-Identifikationsnummer ein Leben lang den Verbraucher begleitet und sich auch nach einem Umzug nicht verändert. Die Steuernummer hingegen, die bereits vor Einführung der Steuer-Identitätsnummer im Jahre 2007 jedem steuerpflichtigen Bürger zugewiesen wurde, kann sich verändern, zum Beispiel bei einem Umzug oder einer Heirat. Kinder erhalten die Steuer-Identifikationsnummer bereits zur Geburt. Die Steuer-Identifikationsnummer und die zugewiesenen Daten werden erst 20 Jahre nach dem Tod der betreffenden Person von den Behörden gelöscht. Die Steuer-Identifikationsnummer soll künftig die Steuernummer ablösen. Bisher existieren beide Nummern noch nebeneinander.

    Wo findet man die Steuernummer und die Steuer-Identifikationsnummer?

    Die Identifikationsnummer wurde im Jahre 2008 vom Bundeszentralamt für Steuern in einem Schreiben mit dem Betreff „Zuteilung der Identifikationsnummer nach § 139b der Abgabenordnung (AO)“ an jeden steuerlich erfassten Bürger in Deutschland versendet. Die Identifikationsnummer ist in diesem Schreiben oben links fett gedruckt. Zudem steht die Steuernummer steht links oben auf dem Einkommensteuerbescheid. Sollte noch kein Einkommenssteuerbescheid vorliegen, kann ein Anruf beim zuständigen Finanzamt getätigt werden. Dieses sollte dann Auskunft erteilen können. Sollte noch nie eine Steuerklärung eingereicht worden sein und somit keine Steuernummer vorhanden sein, so sollte die Einkommenssteuererklärung ohne Angabe der Steuernummer eingereicht werden. Das zuständige Finanzamt wird dann eine Steuernummer ermitteln. Ebenso lässt sich die Identifikationsnummer auf der Lohnsteuerkarte und dem Steuerbescheid finden.

    Beispiel: Steuerbescheid mit Steuernummer

    Der Aufbau

    Der Aufbau der Steuernummer ist in verschiedenen Codes gegliedert. Die ersten vier Ziffern mit der Kennzeichnung Ziffer(n)+FF stellen die Bundesfinanzamtsnummer dar. Danach folgt eine Bezirksnummer (BBB) des jeweiligen Bundeslandes, die in der Regel 3-stellig ist. Nordrhein-Westfalen bildet eine Ausnahme. Dort ist diese Nummer 4-stellig. UUUU stellt die persönliche Unterscheidungsnummer dar, die bis auf NRW 4-stellig ist. In Nordrhein-Westfalen ist diese 3-stellig. Die Unterscheidungsnummer wurde von uns in den Beispielen mit 0000 angegeben. P stellt eine Prüfziffer dar.

    Tabelle: Aufbau der Steuernummer

    Alle Angaben ohne Gewähr

    Wer noch keine Steuer-Identifikationsnummer besitzt

    Falls noch keine Identifikationsnummer vorliegt, sollte das Bundeszentralamt für Steuern informiert werden. Dies kann schriftlich in Form eines Briefes an das Bundeszentralamt für Steuern, 53221 Bonn oder mittels einer E-Mails an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erfolgen.

    Um eine Identifikationsnummer zu beantragen, benötigt das Bundeszentralamt für Steuern in der Regel folgende Daten:

    • Name und Vorname
    • Geburtsdatum und Geburtsort
    • Aktuelle Adresse

    Diese können ebenso mittels Briefform oder E-Mail übermittelt werden.

    Sollten Sie Ihre IdNr in den genannten Unterlagen nicht finden, haben Sie die Möglichkeit, diese über das Eingabeformular des Bundeszentralamts für Steuern erneut anzufordern.

    Zusammenfassung: Wo findet man die Steuer-Identifikationsnummer?

    Die Identifikationsnummer wurde im Jahre 2008 vom Bundeszentralamt für Steuern in einem Schreiben mit dem Betreff „Zuteilung der Identifikationsnummer nach § 139b der Abgabenordnung (AO)“ an jeden steuerlich erfassten Bürger in Deutschland versendet. Die Identifikationsnummer ist in diesem Schreiben oben links fett gedruckt.

    Ebenso lässt sich die Identifikationsnummer auf der Lohnsteuerkarte und dem Steuerbescheid finden. Wo finde ich meine Steuernummer? Auf dem letzten Steuerbescheid ist sie zumeist zusammen mit der Steuernummer links oben angegeben.

    Anforderung der Steueridentifikationsnummer

    Einkommensteuer 2015/2016 mit allen Anlagen

    Kindergeld Steuernummer

    Aktuell sind 101 Gäste und keine Mitglieder online

    Die letzten Pappen fallen

    Lohnsteuerkarte war gestern – künftig soll eine zentrale Datenbank die Steuerinformationen aller Bürger speichern. Ein solches Register gab es bisher nicht.

    Bunte Karten waren gestern. Demnächst wirds digital. Bild: dpa

    BERLIN taz Jeder Arbeitnehmer bekommt sie einmal im Jahr nach Hause geschickt: die bunte Lohnsteuerkarte. Er muss sie seinem Arbeitgeber vorlegen und bekommt sie erst im folgenden Jahr wieder ausgehändigt. Dieser Papierkram soll nun, nach dem Beschluss der Bundesregierung vom Mittwoch, ein Ende haben.

    Ab dem Jahr 2011 soll die Pappkarte durch das elektronische Programm „ElsterLohn II“ ersetzt werden. Das Bundeskabinett stimmte dem Referentenentwurf für das Jahressteuergesetz 2008 zu, der auch die elektronische Lohnsteuererfassung vorsieht. Die neue zentrale Datenbank, die es in dieser Form bisher nicht gibt, soll viele persönliche Informationen der Bürger erfassen.

    Füttern will man die Datenbank mit Angaben aus den Kommunen und Finanzämtern. Alle auf der Lohnsteuerkarte enthaltenen Daten, auch sensible wie der Familienstand, Steuerklasse oder Religionszugehörigkeit, sollen an die zentrale Datenbank übermittelt werden.

    Gespeichert werden sollen die Daten mihilfe einer elfstelligen Steuer-Identifikationsnummer (TIN, kurz für: Tax Identification Number). Deren Einführung wurde bereits vor einigen Jahren beschlossen, im Juli begannen die Behörden, alle 82 Millionen Einwohner der Bundesrepublik mit einer solchen Nummer zu versehen. Künftig sollen selbst Säuglinge bei ihrer Geburt eine solche Nummer erhalten und sie ein Leben lang behalten.

    Die neue Software ermöglicht den Arbeitgebern, die Steuerdaten seiner Angestellten per Mausklick aufzurufen. Die Zugangsdaten dafür erhalten sie durch die Steuernummer seiner Mitarbeiter.

    Ein Sprecher von Peter Schaar, des Bundesbeauftragten für den Datenschutz (BfD), kritisierte das geplante Gesetz scharf: „Wir sehen diesen Kabinettsbeschluss sehr kritisch. Die Frage warum es diese Zentraldatei geben muss, kann niemand befriedigend beantworten“, sagte er der taz. Besonders irritierend sei die „Eilbedürftigkeit“, mit der die Bundesregierung das Thema vorangetrieben habe, da die elektronische Lohnsteuerkarte unnötig an das Jahressteuergesetz 2008 gekoppelt worden sei.

    Auch müsse geklärt werden, wie lange ein Arbeitgeber noch Zugriff auf die Daten von ehemaligen Mitarbeitern haben dürfe. „Durch die Erfahrung mit der Mauterfassung wissen wir, dass sich schnell andere Behörden für einmal erhobene Daten interessieren, die in einem ganz anderen Zusammenhang gesammelt worden sind.“ Schaar spielt damit auf den Vorschlag von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble an, die durch das Mautsystem auf den Autobahnen erfassten Daten zur Terrorabwehr zu nutzen.

    Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund will sichergestellt wissen, dass persönliche Daten ausschließlich zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bleiben. Der DGB-Steuerexperte Hartmut Tofaute moniert, dass der Arbeitgeber durch das neue Datensystem sogar erfahren könnte, wie viel die Lebenspartner seiner Angestellten verdienen. Details, auf die ein Arbeitgeber momentan keinen Zugriff hat. Problematisch könnte dies beim Thema Stellenabbau werden: „Wenn ein Personalchef weiß, wie viel der Ehepartner in einem anderen Betrieb verdient, ist er unter Umständen befangener, ob er den Arbeitsplatz seines Angestellten erhalten sollte, als wenn er nicht weiß, ob der Partner seines Angestellten ein gutes Einkommen hat“, sagte Tofaute.

    Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix schließt sich der Kritik an. Die geplante Datei bringe erhebliche Risiken mit sich. Dem Rundfunksender RBB sagte er, es müsse sichergestellt werden, dass sonst niemand, auch keine andere Behörde, Zugriff auf die Daten bekomme.

    Die Opposition hofft, das Gesetz bei der Aussprache im Herbst noch verändern zu können. So bemängelten die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Christine Scheel, und der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms, dass der jetzige Entwurf den Datenschutz zu wenig berücksichtige.

    Schwerpunkt Überwachung

    Im Schwerpunkt Überwachung legen wir ein besonderes Augenmerk auf die neuesten Auswüchse der Sammelwut, Kontrollgelüste und Datenpannen aller Art.

    Foto: time. / photocase.com

    Jon Mendrala

    mehr auf taz.de zu …

    Digitale Lohnsteuerkarte kommt erst später

    Finanztechnische Inkompatibilitäten

    Steuerreform

    Eine Minireform für Frauen

    Eine Datei gegen Steuersünder

    Unser wunderschönes Holzpuzzle „Raupe“ ist unkaputtbar und verträgt Kinderspucke und -zähne. Der Buntlack ist speichelfest und ungiftig.

    So können Sie kommentieren:

    Wenn Sie Ihren Kommentar nicht finden, klicken Sie bitte hier.

    Leserkommentare

    Letztendlich wird so was dazu fuehren, dass man wie in USA keine Semmel mehr kaufen kann, ohne die Steuernummer anzugeben. Schliesslich wollen sich ja Banken, Versicherungen, Krankenkassen, Transport- und Telekom- und sonstige Dienstleistungsunternehmen gegen jedes Risiko absichern.

    Klaus Meyer

    Zwei nicht angesprochene Fragen:

    Es gibt doch bereits für fast jeden Einwohner eine Sozialversicherungsnummer, die ja eng mit dem Einkommen verknüpft ist! Weshalb weiterer Bürokratismus und künstliche Intransparenz?

    Es reicht doch, wenn dieser der zentralen Clearingstelle die Bruttolohnsumme des Betroffenen meldet. Ein solches System könnte dann endlich die ungleiche steuerliche Behandlung zwischen Lohn“empfängern“ und Einkommensbeziehern abschaffen.

    Letztendlich wird so was dazu fuehren, dass man wie in USA keine Semmel mehr kaufen kann, ohne die Steuernummer anzugeben. Schliesslich wollen sich ja Banken, Versicherungen, Krankenkassen, Transport- und Telekom- und sonstige Dienstleistungsunternehmen gegen jedes Risiko absichern.

    Klaus Meyer

    Zwei nicht angesprochene Fragen:

    Es gibt doch bereits für fast jeden Einwohner eine Sozialversicherungsnummer, die ja eng mit dem Einkommen verknüpft ist! Weshalb weiterer Bürokratismus und künstliche Intransparenz?

    Es reicht doch, wenn dieser der zentralen Clearingstelle die Bruttolohnsumme des Betroffenen meldet. Ein solches System könnte dann endlich die ungleiche steuerliche Behandlung zwischen Lohn“empfängern“ und Einkommensbeziehern abschaffen.

    Klaus Meyer

    Zwei nicht angesprochene Fragen:

    Es gibt doch bereits für fast jeden Einwohner eine Sozialversicherungsnummer, die ja eng mit dem Einkommen verknüpft ist! Weshalb weiterer Bürokratismus und künstliche Intransparenz?

    Es reicht doch, wenn dieser der zentralen Clearingstelle die Bruttolohnsumme des Betroffenen meldet. Ein solches System könnte dann endlich die ungleiche steuerliche Behandlung zwischen Lohn“empfängern“ und Einkommensbeziehern abschaffen.

    Letztendlich wird so was dazu fuehren, dass man wie in USA keine Semmel mehr kaufen kann, ohne die Steuernummer anzugeben. Schliesslich wollen sich ja Banken, Versicherungen, Krankenkassen, Transport- und Telekom- und sonstige Dienstleistungsunternehmen gegen jedes Risiko absichern.

    Источники: http://www.finanztip.de/steueridentifikationsnummer/, http://www.oeffentlichen-dienst.de/wirtschafts-news/82-steuer/412-wo-finde-ich-meine-steuernummer.html, http://www.taz.de/!5196894/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here