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    Kinder: Was Eltern von der Steuer absetzen können

    Kinder kosten Geld. Aber was genau können Eltern bei der Steuererklärung 2017 von der Steuer absetzen? Eine Übersicht über die wichtigsten Punkte.

    Eltern können durch die Abgabe der Steuererklärung 2017 zum Teil richtig viel Geld sparen. Das betrifft vor allem die "Anlage Kind". Aber auch an anderen Stellen können Eltern ihre Steuerlast durch die richtigen Angaben mindern. Die wichtigsten Punkte:

    Kindergeld: Für leibliche Kinder, aber auch für Pflege- und Adoptivkinder erhalten Eltern Kindergeld – steuerfrei. «Grundsätzlich bis zum 18. Lebensjahr, wenn die Kinder aber eine Berufsausbildung absolvieren oder ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, wenn sie erstmals studieren oder einen Bundesfreiwilligendienst leisten, kann diese Frist bis zum 25. Lebensjahr verlängert werden», erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin.

    Wer das Kindergeld noch nicht bei der zuständigen Familienkasse beantragt hat, sollte dies schnell tun. «Sie können das Kindergeld rückwirkend für die vergangenen vier Jahre und das aktuell laufende Jahr beantragen», sagt Christina Georgiadis vom Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe in Neustadt.

    Kinderfreibetrag: Gutverdienende zusammenveranlagte Eltern könnten vom Kinderfreibetrag sowie dem Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf – zusammengerechnet 7248 Euro für 2016 – profitieren, sagt Klocke. Ob Kindergeld oder Freibeträge günstiger sind, prüfe das Finanzamt automatisch. «Der Steuerzahler muss dafür nur die Anlage Kind ausfüllen», sagt Klocke.

    Kinder-Betreuung: Für Kinder bis 14 Jahren können Eltern Betreuungskosten geltend machen. Darunter fallen Kosten für Kitas, den Hort oder Tagesmütter. «Zwei Drittel der Ausgaben bis maximal 4000 Euro im Jahr je Kind können Eltern als Sonderausgaben von der Steuer absetzen», erklärt Georgiadis. Das Finanzamt berücksichtigt dabei nur die reine Betreuungsleistung, nicht etwa die Verpflegung.

    «Nicht begünstigt sind Aufwendungen für Unterricht, für sportliche oder andere Freizeitvergnügungen», ergänzt Wawro. Auch Kosten für Au-pairs und Babysitter können abgesetzt werden. Wichtig: «Eltern müssen eine Rechnung über die Kosten der Kinderbetreuung vorliegen haben und diese per Überweisung begleichen», sagt Georgiadis. Barzahlungen erkenne das Finanzamt nicht an.

    Schulgeld und Betreuung: Was Eltern von der Steuer absetzen können

    Schulgeld: Besucht das Kind eine Privatschule innerhalb Deutschlands oder in einem anderen EU-Land, können die Eltern 30 Prozent des Schulgelds, maximal aber 5000 Euro, als Sonderausgaben geltend machen. «Darunter fällt aber nicht der Betrag, den die Eltern für Unterkunft, Betreuung und Verpflegung zahlen», sagt Klocke.

    Getrennt lebende Eltern: «Getrennt lebende Eltern müssen sich Kinder- und Betreuungsfreibetrag teilen, jedenfalls soweit sie ihren Unterhaltspflichten nachkommen», sagt Wolfgang Wawro vom Deutschen Steuerberaterverband in Berlin. Das Kindergeld erhalte das Elternteil, in dessen Haushalt das Kind lebt.

    «Bei geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern besteht die Möglichkeit, Kinder- und Betreuungsfreibetrag sowie Ausbildungsfreibetrag einem Elternteil allein zu übertragen, wenn der andere Elternteil zu weniger als 75 Prozent seiner Unterhaltspflicht nachkommt oder mangels Leistungsfähigkeit nicht unterhaltspflichtig ist», fügt Wawro hinzu.

    Patchwork-Familien mit mehreren Kindern sollten besonders aufpassen. Durch die «Zählkinder-Regelung» könne sich die Reihenfolge der Kinder verschieben, so dass für jüngere Kinder der jeweils höhere Kindergeldsatz gezahlt werde, sagt Georgiadis.

    Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: Alleinerziehenden in Steuerklasse II steht ein Entlastungsbetrag in Höhe von 1908 Euro pro Jahr für das erste Kind zu. Pro weiterem Kind gibt es weitere 240 Euro. «Das heißt: Der Chef zieht ihnen dank des Entlastungsbetrages jeden Monat weniger Lohnsteuer vom Gehalt ab als in Steuerklasse I», erklärt Georgiadis. «Ist ein Kind mit Haupt- und Nebenwohnsitz bei mehreren Steuerzahlern gemeldet, dann erhält derjenigen den Entlastungsbetrag, der das Kindergeld bekommt», ergänzt Klocke.

    Behinderte oder chronisch kranke Kinder: Wenn die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist und das Kind keinen Beruf ausüben kann, erhalten die Eltern weiterhin Kindergeld. Außerdem hat das Kind Anspruch auf einen Behinderten-Pauschbetrag, den die Eltern gegebenenfalls auf sich übertragen lassen können.

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    Steuern: Freibeträge für Kinder

    Das Existenzminimum von Kindern im Alter von 0 bis grundsätzlich 25 Jahren wird aus verfassungsrechtlichen Gründen von der Steuer freigestellt. Die Freibeträge für Kinder erfüllen diesen Zweck.

    Infografik: Freibeträge für Kinder

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    Im Laufe eines Kalenderjahres erhalten Eltern zunächst das Kindergeld. Das Finanzamt prüft dann im Rahmen der jährlichen Einkommensteuerveranlagung, ob für die Eltern die Freibeträge für Kinder oder das ausbezahlte Kindergeld günstiger ist. Diese Prüfung erfolgt automatisch und muss nicht beantragt werden.

    Die Freibeträge für Kinder berücksichtigen:

    • das sächliche Existenzminimum für Kinder (Kinderfreibetrag) und
    • den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf.

    Die Freibeträge für Kinder (Kinderfreibetrag in Höhe von 4.608 Euro und Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs-, oder Ausbildungsbedarf in Höhe von unverändert 2.640 Euro) betragen zusammen 7.248 Euro. Der Kinderfreibetrag erhöht sich zum 1. Januar 2017 um 108 Euro auf dann 4.716 Euro.

    Den hälftigen Anteil des Freibetrags für Betreuung, Erziehung oder Ausbildungsbedarf des anderen Elternteils können Alleinerziehende auf Antrag auch unabhängig von der Übertragung des Kinderfreibetrages beanspruchen. Voraussetzung hierfür: das noch minderjährige Kind ist nicht bei dem anderen Elternteil gemeldet. Diese Übertragung ist jedoch nicht möglich, wenn der Übertragung widersprochen wird, weil der Elternteil bei dem das Kind nicht gemeldet ist, Kinderbetreuungs-kosten trägt oder das Kind in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut.

    Video: Freibeträge für Kinder

    Höhe der Freibeträge

    Sind die Eltern verheiratet und werden zusammen veranlagt, betragen die Freibeträge für Kinder insgesamt 7.248 Euro. Bei getrennter Veranlagung von Ehegatten wird bei jedem Elternteil der Betrag in Höhe von 3.624 Euro berücksichtigt.

    Die Freibeträge für Kinder werden bei allen Eltern beim Solidaritätszuschlag und bei der Kirchensteuer berücksichtigt.

    Altersgrenzen

    Generell werden Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres berücksichtigt.

    1. Kinder, die noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet haben, nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen und in Deutschland als Arbeit suchend gemeldet sind, werden ebenfalls berücksichtigt.

    2. Kinder über 18 Jahre, die aber noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet haben, werden berücksichtigt wenn sie:

    • für einen Beruf ausgebildet werden (Ausbildung, Studium)
    • sich in einer Übergangszeit von höchstens 4 Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befinden
    • eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen können
    • ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr, einen Bundesfreiwilligendienst oder einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst leisten

    3. Kinder, die wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten. Voraussetzung ist, dass die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.

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    Unterhalt und Steuern

    Wer Unterhalt leistet, kann diese Zahlungen unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich wirksam werden lassen. Egal, ob an den getrennt lebenden oder geschiedenen Ehepartner, einen Lebenspartner oder an einen Verwandten gezahlt wird, es gibt jeweils Möglichkeiten, den Unterhalt bei der Einkommensteuer abzusetzen.

    Steuerliche Absetzbarkeit des Unterhalts

    Unterhaltszahlungen können „außergewöhnliche Belastung“ oder „Sonderausgabe“ bei der Einkommensteuer sein.

    Unterhaltsleistungen können als Sonderausgaben an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten bei der Einkommensteuer als sogenanntes „Realsplitting“ abgesetzt werden. Da der Unterhaltsempfänger die Unterhaltszahlungen dann versteuern muss, ist die Berücksichtigung der Unterhaltszahlungen als Sonderausgaben beim Unterhaltszahlenden nur möglich, wenn der Unterhaltsempfänger zustimmt. Der Höchstbetrag beträgt 13.805 Euro im Kalenderjahr.

    Als außergewöhnliche Belastung können Unterhaltsleistungen bis zu einem Höchstbetrag von 8.472 Euro jährlich berücksichtigt werden. Hier spielen aber auch die Höhe der Einkünfte und Bezüge des Unterhaltsempfängers eine Rolle, die den Höchstbetrag mindern.

    Unterhalt für Kinder

    Zu beachten ist, dass Kindesunterhalt nicht von der Steuer absetzbar ist, sofern ein Elternteil auch steuerliche Freibeträge für Kinder oder das Kindergeld für das unterhaltsberechtigte Kind in Anspruch nimmt. Für Eltern älterer Kinder, die über der Altersgrenze beim Kindergeld bzw. den steuerlichen Freibeträgen für Kinder liegen, kann eine Berücksichtigung der Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastung in Frage kommen.

    Источники: http://m.augsburger-allgemeine.de/geld-leben/Kinder-Was-Eltern-von-der-Steuer-absetzen-koennen-id40884366.html, http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=39988.html, http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=38510.html

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