Steuer nach scheidung

    0
    99

    Trennung und Steuern

    Ab Trennung endet der Steuervorteil für Ehegatten und sie müssen wieder zurück zur getrennten Veranlagung:

    1. Der Ehegatte mit der „besseren“ Steuerklasse 3 muss in die Steuerklasse 1 und zahlt künftig mehr Steuern; der Ehegatte mit der „schlechteren“ Steuerklasse 5 wechselt ebenso in die Steuerklasse 1 (oder 2) – sein Netto steigt.
    2. Auch wenn beide Ehegatten die Steuerklasse 4 haben, gilt nach Trennung die Steuerklasse 1. Dann ändert sich am Netto wenig – es gibt aber künftig keine Steuererstattung mehr am Jahresende.

    Die gemeinsame bzw. getrennte Veranlagung gilt immer für das gesamte Kalenderjahr. Trennen sich Ehegatten am Ende eines Jahres, gilt bereits ab Januar des nächsten Jahres die getrennte Steuerklasse. Bei einer Trennung zu Beginn eines Jahres bleibt es noch bis zum Jahresende bei der gemeinsamen Veranlagung und beim Steuervorteil. Lässt sich also eine Trennung nicht vermeiden, kommt es auf das richtige „Timing“ an.

    Jeder Ehegatten ist übrigens dazu verpflichtet, die gemeinsame Veranlagung zu wählen, wenn der andere Ehegatte dies wünscht, auch noch im Jahr der Trennung. In der Regel ist dies auch für beide günstiger, denn die Steuervorteile des einen Ehegatten fließen durch den Ehegattenunterhalt auch dem anderen Ehegatten zu.

    Im Trennungsjahr sind dabei folgende Besonderheiten zu beachten:

    Der Ehemann hatte die Steuerklasse 3, die Ehefrau die Steuerklasse 5. Sie trennen sich Ende März. Der Ehemann zahlt in der Zeit von April bis Oktober dieses Jahres Ehegattenunterhalt, danach jedoch nicht mehr. Würde die Ehefrau in diesem Trennungsjahr getrennt veranlagen, würde sie 3.000 € Steuern zurückerhalten.

    Der Ehemann hat einen Anspruch auf Zusammenveranlagung. Verweigert sich die Ehefrau, kann der Ehemann die Ehefrau auf Zustimmung verklagen. Die Zustimmung der Ehefrau wird dann durch das Familiengericht ersetzt.

    Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn die Zusammenveranlagung unter keinen Gesichtspunkten die gemeinsame Steuerlast reduziert. Dann wäre es ja eine reine Schikane, dennoch auf eine Zusammenveranlagung zu bestehen, obgleich insgesamt die Steuerlast größer wäre als bei der getrennten Veranlagung. Das sind jedoch ganz seltene Ausnahmen.

    Es bleibt also bei dem Grundsatz: Die Ehefrau muss der Zusammenveranlagung zustimmen.

    Nun stellt sich die weitere Frage: Erhält die Ehefrau hierfür einen Ausgleich (Nachteilsausgleich)? Hier ist nun in dem Ausgangsfall zu unterscheiden:

    1. Von Januar bis März: Kein Nachteilsausgleich, denn die Ehegatten haben das gemeinsame Einkommen auch gemeinsam verbraucht. Mit anderen Worten: Die Ehefrau hatte bereits teil am entsprechend höheren Einkommen des Ehemannes und an seiner günstigeren Steuerklasse.

    2. Von April bis Oktober: Kein Nachteilsausgleich, denn die Ehegatten haben das unterschiedliche Einkommen und damit auch die unterschiedlichen Steuerklassen durch den Ehegattenunterhalt ausgeglichen. Der Ehegattenunterhalt ist höher, da der Ehemann aufgrund des Steuerklassenvorteils 3 höheres Einkommen hat und die Ehefrau aufgrund des Steuerklassennachteils 5 niedriges Einkommen. Auch hier wurde die Ehefrau bereits am Steuerklassenvorteil des Ehemannes beteiligt.

    3. November und Dezember: Hier gibt es ausnahmsweise einen Nachteilsausgleich, denn der Nachteil der Ehefrau wurde nicht über Unterhalt ausgeglichen. Wie berechnet sich nun der Nachteilsausgleich? Es wird berechnet, welche Steuerrückerstattung die Ehefrau erhalten hätte, wenn sie getrennt veranlagt hätte (also im Ausgangsfall 3.000 €). Diese Steuerrückerstattung wird auf Monate aufgeteilt (also 250 € pro Monat). Sie erhält für November und Dezember daher 2 × 250 €, insgesamt 500 €. Ergebnis: Für diese beiden Monate muss der Ehemann ihr diesen Nachteil ausgleichen, die Ehefrau muss der gemeinsamen Veranlagung für das Trennungsjahr zustimmen.

    Wer übrigens vergisst, die Steuerklassen rechtzeitig zu ändern, riskiert nicht nur eine kräftige Steuernachzahlung, sondern auch ein Steuerstrafverfahren.

    Sobald sich die Steuerklassen geändert haben, ändert sich auch das Nettoeinkommen. Eine Neuberechnung des Unterhalts wird nötig.

    Wussten Sie, dass Ehegattenunterhalt von der Steuer abgesetzt werden kann? Bei diesem sogenannten begrenzten Realsplitting zieht der Unterhaltszahler den Ehegattenunterhalt als Sonderausgaben von seiner Steuer ab und spart dadurch Einkommensteuern. Der Unterhaltsempfänger muss den Unterhalt allerdings wie eigenes Einkommen versteuern – bei ihm führt dies also zu höheren Steuern. Diesen Steuernachteil muss jedoch der Unterhaltszahler ersetzen (Nachteilsausgleich). Das begrenzte Realsplitting macht dann Sinn, wenn der Unterzahler hohes Einkommen hat, der Unterhaltsempfänger jedoch kein oder nur geringes eigenes Einkommen.

    Das könnte Sie in diesem Zusammenhang interessieren:

    Zusammenveranlagung nach Trennung noch zulässig?

    Inhalt des Artikels:

    Ehepaare können sich nach § 26 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) frei dafür entscheiden, ob sie bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung gemeinsam oder getrennt veranlagt werden wollen. Die Zusammenveranlagung während der Ehe hat häufig dann wesentliche Vorteile, wenn die Einkommen der beiden Partner weit auseinanderliegen. Doch was geschieht eigentlich bei Trennung und sich anbahnender Scheidung? Ist die Zusammenveranlagung noch möglich? Darf sich ein Ehegatte einseitig für die Einzelveranlagung entscheiden?

    Zusammenveranlagung im Trennungsjahr häufig angeraten

    Gemeinsame Veranlagung nach der Trennung weiterhin möglich?

    Ist die steuerliche Zusammenveranlagung nach der Trennung noch möglich?

    Trennen sich Ehepartner, steht ihnen in der Regel noch immer frei, ob sie sich für die Zusammenveranlagung im Trennungsjahr entschließen oder nicht. Das Wahlrecht, das nach § 26 Absatz 1 EStG gewährt wird, bleibt also für diesen Zeitraum bestehen. Es gilt dabei vor allem abzuwägen, ob daraus Vor- oder Nachteile entstehen.

    Grundsätzlich hat der Splittingtarif für Ehegatten dann einen besonders hohen Vorteil, wenn die Einkünfte beider weit auseinanderliegen. Durch die gemeinsame Veranlagung werden beide Parteien dann so behandelt, als hätten sie gleich viel verdient. Daraus ergeben sich mitunter geringere Abgaben. Auch weitere Vergünstigungen wie etwa der Sparerfreibetrag können in diesem Fall genutzt werden und die Steuerbelastung senken.

    Aber: Es bedarf aus steuerrechtlicher Sicht der beiderseitigen Zustimmung. Doch was geschieht, wenn der Besserverdienende von den zahlreichen Freibeträgen und dem Realsplitting auch noch im Jahr der Trennung profitieren möchte, der getrennt lebende Gatte diesem Vorhaben jedoch widerspricht?

    Zusammenveranlagung nach Trennung verpflichtend?

    Zusammenveranlagung gewünscht, aber getrennt lebend? Das ist im Trennungsjahr noch möglich.

    Grundsätzlich müssen zwar beide Ehegatten der Zusammenveranlagung zustimmen. Aber: Gerade bei Vorliegen einer Trennung können persönliche Empfindungen diesem Vorhaben im Wege stehen, sodass einer der Gatten gar der Zusammenveranlagung widerspricht. Dieser Widerspruch ist dann jedoch nicht immer bindend. In aller Regel besteht sogar eine Verpflichtung der Ehegatten einander gegenüber, die Zusammenveranlagung für das Trennungsjahr zu ermöglichen.

    So kann auch nur einer der Ex-Partner einen entsprechenden Antrag auf Zusammenveranlagung beim Finanzamt stellen. Der andere muss diesem Vorhaben nicht automatisch zustimmen. Das Finanzamt kann die Zustimmung verlangen, wenn dem sich weigernden Partner durch die steuerliche Zusammenveranlagung keine wesentlichen Nachteile entstehen. Gleiches gilt etwa auch, wenn der sich weigernde Beteiligte keinerlei Einkünfte in dem betreffenden Jahr erwirtschaftete.

    Wie lange ist die Zusammenveranlagung nach der Trennung möglich?

    Hier ist zuvorderst vor allem eine wichtige Unterscheidung zu treffen zwischen der familienrechtlichen und der steuerrechtlichen Defintion des Begriffes “Trennungsjahr”:

    • Im Familienrecht hat das Trennungsjahr eine Dauer von 12 Monaten: A und B trennten sich im Januar 2015 – das Trennungsjahr läuft im Februar 2016 aus.
    • Im Steuerrecht hingegen bezeichnet der Begriff das Jahr, in dem die Trennung vollzogen wurde: A und B trennten sich im Januar – das Trennungsjahr endete mit dem 31.12.2015.

    Nach dem Ablauf dieses Jahres können die Ehegatten als “dauernd getrennt lebend” (§ 26 Absatz 1 Nr. 2 EStG) gelten. Zudem ist mit Ende des steuerlichen Trennungsjahres auch zugleich der Steuerklassenwechsel vorzunehmen.

    Das bedeutet aber vor allem auch: Die Zusammenveranlagung kann im Jahr der Scheidung nicht mehr stattfinden, da bis dahin in aller Regel bereits mindestens 12 Monate seit der Trennung vergangen sind und sich zumindest ein Jahreswechsel vollzogen hat.

    Gemeinsame Veranlagung im Trennungsjahr – Steuererstattung und Nachzahlungen

    Die Zusammenveranlgung bis zur Scheidung auszuweiten ist nicht möglich.

    Für die Nachzahlungen, die für die Zusammenveranlagung nach der Trennung geltend gemacht werden, können beide Parteien beantragen, dass sie nur anteilig entsprechend ihrer zugrunde gelegten Einkünfte haften.

    Ähnlich verhält es sich bei möglichen Steuerrückerstattungen: Bei entsprechendem Antrag an das Finanzamt teilt dieses die zu erstattenden Beträge nach anteiliger Beteiligung den getrennt lebenden Ehegatten zu. Erlangt das Finanzamt hingegen keine Kenntnis von der Trennung der Eheleute, so zahlt es die Steuerrückerstattung in aller Regel an beide Ehegatten gleichermaßen aus.

    Die Entscheidung für oder wider die Zusammenveranlagung ist dabei nur ein wesentlicher Punkt, der hinsichtlich der finanziellen Auseinandersetzungen bei Scheidung Betrachtung findet.

    (27 Bewertungen, Durchschnitt: 4,11 von 5)

    Kommentare

    Was ist wenn einlangjähriges getrenntleben vollzogen wird aber eine Scheidung wegen eines Knebel-ehe-Vertrags für die Frau nicht in frage kommt. Sie bekommt nur so lange Unterhalt so lange sie verheiratet sind. Sie studiert noch.

    Ist eine getrennte Veranlagung möglich oder kann der Ehemann eine zusammenveranlagubg erzwingen aufgrund ihrer nicht vorhandenen Einkünfte? Freue mich über eine kurze Info.

    eine Zusammenveranlagung ist nur im Jahr der Trennung möglich, ggf. kann die Ehefrau aber eine Einzelveranlagung beantragen. Informationen hierzu erhalten Sie beim Finanzamt. Im Kalenderjahr nach der Trennung sind die Steuerklassen zu wechseln (I oder II) und eine Zusammenveranlagung ist keine Option mehr.

    Hallo. Ich hab eine Frage mein noch Mann und ich sind seit Anfang Januar 2015 getrennt haben im Oktober 2015 beide in Steuerklasse vier gewechselt. Im Januar 2017 habe ich in Steuerklasse 2 gewechselt. Mein noch Mann hat uns 2015 gemeinsam veranlagt für das Jahr 2016 getrennt veranlagt. Nach dem Steuerbescheid bekomme ich einiges wieder mein Mann muss jedoch eine Menge nachzahlen obwohl er sich das anders ausgerechnet hat, nach seiner Rechnung hätten wir beide das gleiche fast wieder bekommen sollen. Jetzt möchte er den Bescheid anfechten und uns gemeinsam veranlagen. Meine Frage kann er das einfach so machen. Und was ist passiert mit meinem Steuerbescheid bin ich schon bekommen habe.?

    die Zusammeveranlagung ist regelmäßig noch in dem Kalenderjahr, in dem die Trennung erfolgte möglich- hiernach jedoch zumeist nicht mehr. Wenden Sie sich an Ihren Steuerberater, um zu prüfen, inwieweit sich Änderungen ergeben könnten.

    Warum akzeptiert das FA die Zusammenveranlagung für 2015 nicht?

    Heirat am 14.06.2014

    Trennung am 05.12.2014

    Auszug aus der gemeinsamen Wohnung am 04.02.2015

    Scheidungstermin vor dem Gericht am 15.12.2015

    Nach meiner Meinung ist es ausschlaggebend wann der Partner aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist .

    Gibt es dazu irgendwelche Urteile oder sonstige §

    ausschlaggebend ist in der Regel nicht die tatsächliche räumliche Trennung, sondern die Trennung der Partnerschaft (häuslichen Gemeinschaft) selbst. Im Kalenderjahr der Trennung ist die Zusammenveranlagung noch möglich, im darauffolgenden Jahr jedoch regelmäßig nicht mehr. Wenden Sie sich bei Zweifeln an Ihren Anwalt.

    Hallo! Ich habe eine Frage zu meiner Situation: Trennung Mitte 2017, wegen Trennung keine Steuererklärung für 2016 abgegeben. Jetzt macht das FA Druck, die Steuererklärung muss gemacht werden! Ich möchte die Steuererklärung für 2016 mit Zusammenveranlagung machen, darf meine Frau sich weigern und die gemeinsame Steuererklärung boykottieren. Kann ich dagegen klagen und wie gut sind meine Chancen? Danke im Voraus.

    im Kalenderjahr der Trennung kann die Zusammenveranlagung noch erfolgen. Weigert sich der Ehegatte, können sich hieraus ggf. auch Ersatzansprüche ergeben. Bitte wenden Sie sich an Ihren Steuerberater oder Anwalt, um den Sachverhalt genau prüfen zu lassen.

    meine Exfrau und ich haben uns Anfang 2016 getrennt, im März ist sie aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Im März 2017 wurde die Scheidung vollzogen.

    Wenn ich das richtig verstehe, können wir für das Jahr 2016 bei der Steuererklärung weiterhin Klasse 4/4 mit Faktor angeben, nur mit getrennten Wohnungen, und eine gemeinsame Veranlagung beanspruchen, richtig?

    im Kalenderjahr der Trennung selbst ist der Steuerklassenwechsel in der Regel noch nicht zwingend und auch die Zusammenveranlagung ist möglich. Wenden Sie sich bei weiteren Fragen an das zuständige Finanzamt oder Ihren Steuerberater.

    Hallo , auch von mir eine Frage .

    Nach gemeinsamer Veranlagung 2016 kommt auf mich mit niedrigen Einkommen nach Kirchenaustritt meines Ex mit hohem Einkommen eine Nachzahlung von Kirchgeld zu , die 1700 € beträgt .

    Muss ich diese alleine tragen obwohl wir in dem Kalenderjahr bereits getrennte Haushalte hatten ?

    bei Zusammenveranlagung sind ggf. Schulden und Gutschreibungen zwischen den Ehegatten aufzuteilen. Wenden Sie sich an Ihren Steuerberater oder Anwalt, um prüfen zu lassen, inwieweit das auch für die Kirchensteuer in Ihrem Fall gilt.

    Wie wird eine steuererstattung bei zusammenveranlagung geteilt, der Exmann hat 10 Monate gearbeitet, ich 2 Monate und der Rest bei beiden war Elternzeit In den jahr gearbeitet?

    in der Regel orientiert sich dies an der Gesamtsteuerlast und der Einzelsteuerlast, die bei Einzelveranblagung gegeben wäre: (Gesamtsteuerlast x Einzelsteuerlast) : (Einzelsteuerlast Ehegatte 1 + Einzelsteuerlast Ehegatte 2). Es handelt sich hierbei jedoch um eine Regelung im Innenverhältnis. Gegenüber dem Finanzamt treten beide Ehegatten als Gesamtschuldner/Gesamtbegünstigte auf und haften somit jeweils für die volle Höhe. Bitte wenden Sie sich für eine Klärung an Ihren Steuerberater oder Anwalt.

    Inhaltsverzeichnis:

    Kostenlose eBooks

    Die häufigsten Fragen rund um die Trennung beantwortet!

    Ab wann ist ein Ehevertrag sittenwidrig?

    Dienstleister-Verzeichnis

    Inhalt des Artikels:

    Kostenlose eBooks

    Die häufigsten Fragen rund um die Trennung beantwortet!

    Welche Steuerklasse gilt, wenn man geschieden ist?

    Eine Scheidung bringt viele Veränderungen mit sich. Auch in finanzieller Hinsicht ändert sich einiges, wenn man geschieden ist. So müssen beispielsweise die Steuerklassen gewechselt werden.

    Im Trennungsjahr bleiben beide Partner zunächst noch in ihrer bisherigen Klasse (3 und 5 oder 4 und 4). Sobald die Partner geschieden sind, werden sie als ledig angesehen und der Steuerklasse 1 zugeordnet.

    Hat das ehemalige Ehepaar ein gemeinsames Kind, kommt der Partner, der das alleinige Sorgerecht erhält und Kindergeld bezieht, in Steuerklasse 2. Wichtig ist, dass sich der Steuerklassenwechsel nicht automatisch vollzieht, sobald man geschieden ist. Er muss beim Finanzamt beantragt werden. Wenn man geschieden ist, braucht man für den Wechsel unter anderem die Scheidungsurkunde.

    Geschieden: Welche Steuerklasse ist richtig?

    Ist man vom Ehegatten geschieden, gibt es keine entsprechende Entlastungsregelung. Nach der Scheidung betrachtet der Staat die beiden vormaligen Partner steuerlich wieder als Single, wenn sie nicht inzwischen wieder geheiratet haben sollten.

    Man wird also in die Lohnsteuerklasse 1 eingestuft und ist damit bei der Lohnsteuer schlechter als bisher gestellt. Eine Ausnahme ist es, wenn man Kinder hat, die minderjährig sind, noch im Haushalt leben und für die man das alleinige Sorgerecht erhält. In diesem Fall wird man in die Steuerklasse 2 eingestuft, sobald man geschieden ist.

    Steuerklassen nach der Scheidung in der Übersicht

    Trennungsjahr – was kommt bevor man geschieden ist?

    Bevor zwei Personen geschieden sind, ist es in familienrechtlicher Hinsicht erforderlich, dass die Ehegatten ein Trennungsjahr durchführen.

    • Während dieser Zeit müssen die Parteien voneinander getrennt leben.
    • Der eine Partner darf für den anderen keinerlei „Leistungen“ mehr erbringen – auch dann nicht, wenn innerhalb eines Hauses oder einer Wohnung getrennt voneinander gelebt wird.

    Im Trennungsjahres behalten die Partner in der Regel ihre bisherigen Steuerklassen bei. Das heißt, eine Zusammenveranlagung der Einkommenssteuer ist noch möglich.

    Entscheidend für die Steuerklasse im Trennungsjahr ist jedoch die Frage, wann im Kalenderjahr die Trennung erfolgt. Stichtag für die Veranlagung ist dabei der 31.12..

    • Trennt sich ein Paar Anfang Dezember, dann hat dies zur Folge, dass bereits ab dem 1. Januar des kommenden Kalenderjahres die Steuerklasse 1 zum Einsatz kommt.

    Trennt sich ein Paar hingegen Anfang Januar, dann gelten noch das gesamte Jahr die bisherigen Steuerklassen (3 und 5 oder 4 und 4).

    Entscheidet sich in der Trennungszeit einer der Eheleute, in eine der anderen Steuerklassen zu wechseln, muss der Partner den Wechsel ebenfalls vollziehen.

    Rechenbeispiel: Steuerklasse 1 und 3 im Vergleich

    Leon hat sich von seiner Frau getrennt. Derzeit befindet sich das ehemalige Paar im Trennungsjahr. Das heißt, die bisherigen Steuerklassen bleiben noch bestehen. Da Leon mit 4000 Euro brutto monatlich um einiges mehr verdient als seine Frau, gilt für ihn aktuell noch Steuerklasse 3. In dieser Klasse muss Leon knapp 400 Euro Lohnsteuer zahlen.

    Doch was passiert nach der Trennung, wenn Leon in die Steuerklasse 1 eingeordnet wird?

    Dort muss er bei gleichem Verdienst rund 700 Euro Lohnsteuer zahlen.

    Geschieden: Fragen zur Steuerklasse nach der Scheidung

    Wie wechselt man die Steuerklasse nach der Scheidung?

    Ist man geschieden, muss man die Steuerklassen zügig wechseln. Dies schreibt der Gesetzgeber vor. Hierfür benötigt man die Scheidungsurkunde.

    Ist ein Kind vorhanden, ist auch die entsprechende Sorgerechtsvereinbarung notwendig. Mit diesen Hilfsmitteln geht man zum Finanzamt, welches die Steuerklasse umschreibt.

    Eine dauerhafte Trennung wird dem Amt ebenfalls mitgeteilt. Zu bedenken ist, dass bei einer Trennung, auch wenn eine Zusammenveranlagung besteht, zwei Steuererklärungen abgegeben werden müssen.

    Was ist, wenn eine geschiedene Person wieder heiraten möchte?

    Wer geschieden ist, gilt als Single und wird der Steuerklasse 1 zugeordnet.

    Geht eine geschiedene Person, die sich in Klasse 1 befindet, dann erneut eine Ehe ein, kommt sie nach der Heirat zusammen mit ihrem Ehepartner in Steuerklasse 4.

    Ist für das neue Ehepaar die Steuerklassenkombination 3 und 5 günstiger, kann es die Steuerklasse wechseln. Eine solche Änderung ist einmal im Jahr möglich.

    Источники: http://www.scheidungsrechtsanwalt.com/trennung/trennung-und-steuern/, http://www.scheidung.org/zusammenveranlagung/, http://www.steuerklassen.com/lohnsteuerklassen/geschieden/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here