Steuer selbständige

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    10 Dinge, die Selbstständige von der Steuer absetzen können

    vom 13.07.2017, 11.39 Uhr

    Auf der Reise als Selbstständige kommen Freelancer und Unternehmer an einer wichtigen Station nicht vorbei: der Buchhaltung. Sie ist das Ticket auf dem Weg zur finanziellen Schatzinsel.

    Coworking-Space oder das Homeoffice

    Ob gemeinsam mit anderen Freelancern oder alleine daheim – für beide Varianten gibt es die Möglichkeit steuerlicher Erleichterungen. Für Selbständige mit Sitz in einem Gemeinschaftsbüro lohnt es sich, alle Belege über die gezahlten Tage, Wochen oder Stunden aufzuheben und bei der anstehenden Steuerklärung einzureichen. Bei einem Arbeitszimmer in den heimischen vier Wänden errechnet das Finanzamt die genaue Fläche, die als Büro genutzt wird, anhand des Wohnungsgrundrisses und ermittelt in welcher Höhe der Anteil an Miete und Nebenkosten der selbstständigen Tätigkeit zuzurechnen sind.

    Der Weg zum Kunden

    Seit Januar 2014 gilt: 30 Cent pro zurückgelegtem Kilometer erstattet das Finanzamt zurück. Selbständige, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen, können sogar die Monatskarte oder, sobald es deutschlandweit auf Reisen geht, auch die Bahncard von der Steuer absetzten. Aber Vorsicht: Das Finanzamt erstattet das Geld nur dann, wenn es feststellt, dass die Anschaffung sich tatsächlich gelohnt hat. Das bedeutet, erst wenn das Amt sieht, dass der Freiberufler durch den Kauf einer Bahncard tatsächlich auf lange Sicht Kosten gespart hat, kommt das Geld zurück.

    Verpflegungsmehraufwand

    Apropos Reisen: Auch Selbständige können Verpflegung bei einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden je Tag anrechnen lassen. Ob Boardkaffee oder Pommes unterwegs – fern ab vom eigenen Büro gilt: Bei einem ganzen Arbeitstag liegt der Pauschalwert für Verpflegung bei zwölf Euro pro Tag. Bei mindestens 24 Stunden Abwesenheit werden täglich 24 Euro anerkannt. Doch eines müssen Selbständige unbedingt beachten: Sollten sie eine mehrtägige Reise ansteuern, ändert sich die Pauschale auf zwölf Euro, unabhängig vom Zeitpunkt der Ankunft und der Abreise. Also, zusammengefasst gilt: 24 Stunden Abwesenheit ergeben 24 Euro Verpflegungspauschale, bei 48 Stunden bleibt es weiterhin bei 24 Euro.

    Es lohnt sich auch ans Alter zu denken

    Selbstständige haben keine Ansprüche auf die gesetzliche Altersvorsorge. Umso wichtiger ist es deshalb, selbst an die Zukunft zu denken. Es gibt eine Möglichkeit, nicht nur etwas Gutes für die Rente zu tun, sondern dabei auch noch etwas Geld zu sparen, durch die logische mathematische Gleichung: Mit der Zahlung der Beiträge einer freiwillig abgeschlossenen Rentenversicherung sinkt auch das zu versteuernde Geld, das als Lohn auf dem Konto landet. Mit dieser Denkweise fällt es dem einen oder anderen Freelancer leichter, an seine Altersvorsorge zu denken. Bei der Haftpflichtversicherung verhält es sich allerdings anders. Selbständige und Unternehmer können sie als Betriebsausgabe in ihrer Steuererklärung verbuchen.

    Die grafische Identität absetzen

    Was bei Unternehmen schon längst an der Tagesordnung ist, nutzen auch immer mehr Selbständige: Ein knackiges und kreatives Logo ist ein wichtiges Mittel, um im Kopf zu bleiben. Der passende Designer kann eine bildliche Identität zaubern, die für Wiedererkennung bei potentiellen Kunden und Partnern sorgt. Diese Dienstleistung können Selbständige von der Steuer absetzen, indem sie das Designer-Honorar als Betriebsausgabe verbuchen.

    Finde einen Job, den du liebst

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    Bei den Großen als Böse verpönt: Arschwischen und Kaffeetrinken auf Kosten der Allgemeinheit um den Profit zu steigern. Einfach widerlich. Bloß nicht den Kunden oder den eigenen Umsatz belasten, lieber alle anderen.

    . oder wahlweise die feuchten Träume von Gewerkschaften hinsichtlich Lohnerhöhungen damit finanzieren. Erst Denken dann quaseln mein Freund, das Geld kommt nicht einfach so aus dem Automat.

    Kleinzeug macht auch Mist: Klopapier, Putzmittel, Zucker, Milch, Kaffee, Kleingepäck und Kekse,Raumerfrischer.

    Und wer kann schon privat und gewerblich trennen. Bei mir kommen echt viele Kunden zum Kaffee und gehen aufs Klo

    Man kauft auch gleich noch 19% billiger ein . Und meine Mutti freut sich immer über meine Putzmitteleinkäufe und gibts mir „“Schwarzgeld“ dafür (oder Kuchen)=

    Die GWG-Grenze wird 2018 auf 800 € angehoben. Ggf. lohnt es noch ein halbes Jahr zu warten.

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    Die größte Steuerfalle für Selbständige – Wie nachträgliche Steuervorauszahlungen deine Insolvenz bedeuten können

    Pleite durch Steuernachzahlungen? Das ist gar nicht so unwahrscheinlich und es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die wenige Jahre nach Ihrer Gründung die Türen schließen müssen. Nicht, weil das Geschäftsmodell nicht funktionieren würde. Und auch nicht, weil es an Kunden oder Aufträgen mangeln würde.

    Nein, unser Steuersystem in Verbindung mit menschlichem Verhalten bringt viele Gründer und Selbständige in eine Steuerfalle, die häufig das Ende der eigentlich erfolgreichen Selbständigkeit bedeuten kann.

    Ich selbst bin seit etwa vier Jahren selbständig und habe vorher in der Steuerberatung gearbeitet. Sowohl als Steuerfachangestellter als auch als Selbständiger habe ich immer von dieser einen Fall gehört und muss ehrlich zugeben, dass auch ich zwischenzeitlich in der Klemme war. Obwohl ich dieses Phänomen genau kannte und wusste, was die Lösung gewesen wäre.

    Dieser Artikel ist mir eine Herzensangelegenheit und ich hoffe, dass er vielen Menschen hilft, nicht die gleichen Fehler zu machen, die bereits tausende Selbständige gemacht haben. Schon viele mussten ihr Unternehmen aus diesem Grund „begraben“.

    Wann muss ich Steuern zahlen und fГјr welchen Zeitraum?

    Um das Problem zu verdeutlichen, muss ich etwas ausholen und es sollte klar sein, wann welche Steuern bezahlt werden mГјssen.

    Als Selbständiger musst du entweder drei oder zwei Steuerarten zahlen:

    • Umsatzsteuer
    • Einkommensteuer (oder KГ¶rperschaftsteuer bei einer GmbH oder UG)
    • ggf. Gewerbesteuer (Freiberufler sind befreit)

    Für alle Steuerarten musst du eine Steuererklärung erstellen und deine Umsätze und Gewinne angeben. Anschließend bekommst du einen Steuerbescheid, mit dem dir das Finanzamt mitteilt, wie viel Geld du zu zahlen hast.

    Doch da ein Jahr ein sehr langer Zeitraum ist, musst du regelmäßige Vorauszahlungen auf deine voraussichtliche Steuerschuld zahlen. Diese Vorauszahlungen beginnen aus Einfachheitsgründen nicht bei null Euro sondern erst, wenn du bestimmte Umsatz- oder Einkommensgrenzen überschreitest.

    Umsatzsteuer Bei einer jährlichen Umsatzsteuerschuld von unter 1.000 Euro musst du gar keine Vorauszahlungen leisten. Bei einer Umsatzsteuerschuld von 1.000 bis 7.500 Euro pro Jahr sind quartalsweise Vorauszahlungen fällig. Erst bei einer Umsatzsteuerschuld von über 7.500 Euro pro Jahr musst du monatlich einen Betrag an das Finanzamt überweisen.

    Hinweis: Durch die Kleinunternehmerregelung kannst du dich sogar vollkommen von der Umsatzsteuer befreien. Das ist dauerhaft aber nur möglich, wenn du Umsätze von unter 17.500 Euro pro Jahr hast. Für hauptberufliche Freelancer ist das also eher keine Option.

    Vorauszahlungstermine fГјr die Umsatzsteuer

    • Quartalsweise Voranmeldung: 10. Januar, 10. April, 10. Juli und 10. Oktober (mit DauerfristverlГ¤ngerung jeweils einen Monat spГ¤ter)
    • Monatliche Voranmeldung: jeder 10. Im Monat fГјr den Vormonat (mit DauerfristverlГ¤ngerung jeweils einen Monat spГ¤ter)

    Einkommensteuer und Körperschaftsteuer Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer müssen gezahlt werden, wenn die Steuerschuld mindestens 400 Euro pro Jahr beträgt. Durch den Grundfreibetrag kannst du aber etwa 1.000 Euro im Monat verdienen, ohne Einkommensteuer zahlen zu müssen (genauer Betrag ist abhängig von deinen persönlichen Merkmalen und Kosten)

    Die Körperschaftsteuer ist die „Einkommensteuer für Kapitalgesellschaften“ und grundsätzlich gelten die gleichen Regelungen wie für die Einkommensteuer. Mit der Ausnahme, dass es keinen Grundfreibetrag gibt und bereits der erste Euro Gewinn versteuert werden muss.

    Vorauszahlungstermine für die Einkommensteuer und Körperschaftsteuer

    Kontist entwickelt für deine Selbstständigkeit genau so ein Geschäftskonto.

    Gewerbesteuer Die Gewerbesteuerberechnung ist nicht ganz simpel, aber stark vereinfacht kann man sagen: Gewerbesteuer muss von Selbständigen erst ab einem Gewinn von 24.500 Euro gezahlt werden (Gewerbesteuerfreibetrag). Übersteigt dein Gewinn diese Grenze, müssen quartalsweise Steuervorauszahlungen geleistet werden.

    Bei Kapitalgesellschaften gibt es keinen Freibetrag. Wie bei der Körperschaftsteuer muss ab dem ersten Euro Gewinn Gewerbesteuer gezahlt werden.

    Vorauszahlungstermine fГјr die Gewerbesteuer

    Steuer-Abschlusszahlungen

    Bei allen genannten Steuerarten muss eine jährliche Steuererklärung abgegeben werden, die in der Regel eine Abschlusszahlung nach sich zieht. Neben den genannten Vorauszahlungen musst du also für jede Steuerart noch einmal jährlich eine Abschlusszahlung leisten.

    Vorsicht Verwirrung! Da es unterschiedliche Steuerzahlungen gibt, ist es wichtig, dass du immer einen Гњberblick Гјber deine Zahlungen hast. Du solltest immer wissen welche Steuerart du fГјr welches Jahr gerade zahlst.

    Es kann durchaus vorkommen, dass du am 10. September 2017 die Umsatzsteuer-Vorauszahlung fГјr August 2017, die dritte Einkommensteuer-Vorauszahlung fГјr 2017, die Gewerbesteuer-Jahresabschlusszahlung 2016 oder die Nachzahlung auf die Einkommensteuer fГјr 2015 leistest.

    Wie werden die Steuervorauszahlungen berechnet?

    Die Steuervorauszahlungen sind von deiner letzten Steuererklärung abhängig.

    Bei der Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer wird die Steuerschuld der letzten Steuererklärung genommen und einfach durch vier geteilt. Diesen Betrag zahlst du dann im kommenden Jahr in vier Raten. Das Finanzamt geht also grundsätzlich davon aus, dass dein Gewinn etwa auf gleichem Level bleibt.

    Bei der Umsatzsteuer musst du regelmäßige Meldungen an das Finanzamt schicken und die tatsächliche Steuerschuld berechnen (Umsatzsteuer-Zahllast). Das Intervall, in dem diese Meldungen abgegeben werden müssen (Voranmeldezeitraum), ist aber von deiner letzten Umsatzsteuererklärung abhängig.

    Wann werden Steuererklärungen gemacht?

    Alle genannten Steuererklärungen müssen bis zum 31. Mai des Folgejahres abgegeben werden. Wenn du von einem Steuerberater beraten wirst, endet die Frist am 31. Dezember des Folgejahres. Du hast also sieben Monate länger Zeit, um die Erklärung abzugeben.

    Soweit die Theorie.

    Ich persönlich kenne aber nur wenige Selbständige, die sich tatsächlich an diese Frist halten. Gerade wenn du eher ein Zahlenmuffel bist, schiebst du deine Buchhaltung und deine Steuererklärung immer wieder nach unten in der To-Do-Liste.

    Das ist grundsätzlich auch gar nicht dramatisch. Das Finanzamt ist häufig auch überlastet und schickt nur sehr spät Erinnerungen und Mahnungen an alle säumigen Steuerzahler. So passiert es schnell einmal, dass die Steuererklärungen 2014 erst im April 2017 abgegeben werden. Wenn das Finanzamt dann noch acht Wochen für die Bearbeitung braucht, hast du die Steuerbescheide für 2014 erst im Juni 2017 in den Händen.

    Und als Steuerfachangestellter kann ich dir versichern, dass das Ganze auch nicht schneller geht, wenn ein Steuerberater im Spiel ist. Unter Umständen dauert es dann sogar noch länger, weil Steuerberater wissen, wie man beim Finanzamt auf Zeit spielt.

    Achtung! Wie sich die Steuerzahlungen summieren

    In diesem Aufschieben liegt eine unglaublich groГџe Gefahr, die immer wieder vergessen, Гјbersehen oder einfach ignoriert wird.

    Die wenigsten Selbständigen beschäftigen sich gerne mit der Steuer und der Umgang mit den Zahlen funktioniert eher nach Gefühl. Oder es wird einfach alles an einen Steuerberater gegeben in der Meinung, dass er sich schon kümmern wird. Das ist ein riesiger Fehler! Natürlich kann dir ein Steuerberater helfen. Aber wer ist verantwortlich für dein Unternehmen und wer ist letztendlich der Benachteiligte, wenn du vor riesigen Steuerzahlungen stehst? Dein Steuerberater wird deine Steuern jedenfalls nicht bezahlen.

    Bei verschleppten Steuererklärungen, die menschlich absolut nachvollziehbar sind, kommen einige Mechanismen zum Tragen, die deinen unternehmerischen Tod bedeuten können.

    Am besten schauen wir uns das Problem und die ganze Gefahr an einem Beispiel an.

    Vorab noch einen Hinweis an alle Steuerprofis: Ich vereinfache hier den Sachverhalt und ignoriere einige Feinheiten. Es geht mir darum, die Grundproblematik zu zeigen. Details lenken von den grundlegenden Mechanismen ab und sind meist der Grund, warum man den Гњberblick verliert.

    Arthur hat sich im Jahr 2013 als IT-Berater selbständig gemacht und ist nun schon seit vier Jahren selbständig. Alles scheint wunderbar zu laufen, die Umsätze und Gewinne steigen nach kleinen Anlaufschwierigkeiten stark an und die Zukunft sieht sehr positiv aus.

    Einzig und allein seine interne Organisation hat er nicht wirklich in den Griff bekommen. Er ist zwar ein Zahlenmensch, aber auf Steuern hat er einfach keine große Lust. Die Steuererklärungen für 2013 hat er nach der zweiten Erinnerung irgendwie selbst zusammen geschustert.

    Da jetzt fГјr 2014 die zweite Erinnerung des Finanzamts gekommen ist, hat er alle Unterlagen in einen Karton gepackt und sich einen Steuerberater gesucht.

    Der erledigt die Buchhaltung und stellt fest, dass Arthur folgende Ergebnisse erzielt hat: 2013: 15.000 Euro Bruttoumsatz (10.000 Euro Gewinn) 2014: 45.000 Euro (30.000 Euro) 2015: 70.000 Euro (50.000 Euro) 2016: 100.000 Euro (60.000 Euro)

    Mit den Steuerbescheiden von 2013 hatte das Finanzamt auch die Vorauszahlungen festgesetzt: Umsatzsteuer: 0 Euro durch die Kleinunternehmerregelung Einkommensteuer: 0 Euro durch den Grundfreibetrag Gewerbesteuer: 0 Euro durch den Gewerbesteuerfreibetrag

    Arthur hat also noch keine Steuern vorausbezahlt und das Finanzamt hat auch nicht weiter nachgefragt. Dort wusste ja auch niemand, wie sich die Umsätze entwickelt haben.

    Da nun Anfang 2017 ist, müssen also dringend die Steuererklärungen für 2014 und 2015 gemacht werden. Bei den gegebenen Zahlen kommen etwa folgende Zahlungen:

    Jahr 2014 Umsatzsteuer: 0 Euro durch die Kleinunternehmerregelung Einkommensteuer: 3.900 Euro Gewerbesteuer: 750 Euro

    Jahr 2015 Umsatzsteuer: 8.000 Euro (Kleinunternehmerregelung ist mit den Umsätzen nicht mehr möglich) Einkommensteuer: 9.400 Euro Gewerbesteuer: 3.600 Euro

    Hinweis: Steuersätze und -beträge sind gerundet, um die Berechnung zu vereinfachen.

    Arthur muss fГјr beide Jahre insgesamt also etwa 24.650 Euro Steuern nachzahlen. Das tut bei einem Jahreseinkommen von 60.000 Euro schon richtig weh und kann bei fehlenden RГјcklagen schon das Ende bedeuten.

    Doch es kommt noch viel schlimmer (Das ist nicht fiktiv. Genau so wird jedes Finanzamt reagieren):

    Da das Finanzamt jetzt neue Zahlen hat, werden natГјrlich auch die Vorauszahlungen angepasst.

    Umsatzsteuer: Da die Umsatzsteuerschuld über 7.500 Euro liegt, müssen jetzt monatliche Voranmeldungen abgegeben werden. Arthur bekommt eine Frist von vier Wochen, um alle Voranmeldungen für 2016 und alle ausstehenden Voranmeldungen für 2017 einzureichen. Bei gleicher Kostenstruktur sind das etwa 11.400 Euro nachträgliche Umsatzsteuer-Vorauszahlungen für 2016.

    Einkommensteuer: Die Vorauszahlungen für die Einkommensteuer werden auf 2.350 Euro festgesetzt (ein Viertel der letzten Steuerschuld). Für das abgelaufene Jahr 2016 sind vier nachträgliche Vorauszahlungen fällig, also 9.400 Euro

    Gewerbesteuer: Hier greift der gleiche Mechanismus wie bei der Einkommensteuer. Es sind nachträgliche Vorauszahlungen in Höhe von 3.600 Euro fällig.

    Im Ergebnis kommen zu den Steuernachzahlungen von 24.650 Euro noch nachträgliche Vorauszahlungen in Höhe von 24.400 Euro für 2016. Insgesamt muss Arthur also 49.050 Euro Steuern nachzahlen. Bei einem Jahreseinkommen von 60.000 Euro. Mit einer Frist von vier Wochen. Die Rechnung vom Steuerberater in Höhe von 5.000 Euro darf Arthur auch gleich mit nach Hause nehmen.

    Dabei sah doch alles so gut aus…

    Und das Finanzamt ist nicht zimperlich. Wenn nicht gezahlt wird, kommen noch 1-2 Erinnerungen und dann wird das Konto gepfändet. Und selbst wenn Arthur es schafft, seine Steuerschulden in Höhe von über 80% seines Jahreseinkommens zu zahlen, dann wartet bald die nächste Vorauszahlung für 2017 und die nächste Abschlusszahlung für 2016.

    Die Lösung

    Das Beispiel ist fiktiv und etwas zugespitzt. Aber genau in solche Situationen rutschen jährlich tausende Selbständige, deren Umsätze und Gewinne in den letzten Jahren stark angestiegen sind. Und aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass du dich an diesem Punkt mit ernsthaften Existenzängsten auseinander setzen musst.

    Ich habe schon einige Unternehmer gesehen, die genau an diesem Punkt aufgeben mussten.

    Das Problem ist, dass sich die meisten Selbständigen dafür schämen und nicht darüber sprechen. Schließlich weiß man (eigentlich), dass man Geld für die Steuer zurücklegen muss. Und Scheitern ist noch immer viel zu negativ belastet.

    Ich halte es aber fГјr sehr wichtig, genau Гјber solche Gefahren zu sprechen und darauf aufmerksam zu machen.

    Das Grundproblem ist das Verschleppen von Voranmeldungen und Steuererklärungen. Es geht gar nicht darum, dass man seine Steuererklärungen unbedingt am richtigen Stichtag abgibt. Es geht darum, dass du selbst genau weißt, wie viel du zur Seite legen musst.

    Finanzmanagement nach GefГјhl ist zum Scheitern verurteilt!

    Ideal wäre es doch, wenn du bereits beim Geldeingang wüsstest, wie viel Geld du eigentlich behalten darfst und wie viel du für den Staat zur Seite legen musst. Dann hättest du nie das Problem, weil sich dieses Nachzahlungs-Ungeheuer gar nicht erst aufbauen kann.

    Nun, genau das ist die Grundidee von Kontist und genau der Grund, warum ich zu 100% hinter dieser Idee stehe. Jeder der in einer ähnlichen Situation war, wird mich darin bestätigen.

    Zum Abschluss noch ein kleiner Best-practice-Tipp: Es ist gut zu wissen, wie viel man irgendwann einmal zahlen muss. Aber sicherer ist es, wenn du auch sofort zahlst, um gar nicht erst in Versuchung zu kommen, das Geld auszugeben.

    Wenn deine Umsätze steigen, kannst du das jederzeit deinem Finanzamt mitteilen und darum bitten, die Vorauszahlungen anzuheben. Dafür solltest du eine grobe Hochrechnung erstellen und schreiben, wie viel du gerne vorauszahlen möchtest.

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    Die 3 wichtigsten Steuern für Selbständige

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    Umsatzsteuer, Vorsteuer, Mehrwertsteuer, Einkommenssteuer, Gewerbesteuer,…die Liste an Steuern für FreiberuflerInnen und UnternehmerInnen ist lang.

    Da mal den Durchblick zu bekommen ist gar nicht so einfach, insbesondere wenn ein und dieselbe Steuer unterschiedliche Namen hat, wie z.B. die Mehrwertsteuer (=Umsatzsteuer).

    In diesem kleinen Guide zeigen wir dir die drei wichtigsten Steuerarten für KleinunternehmerInnen und Solo-Selbständige, und wie du damit umgehen sollst.

    1. Umsatzsteuer oder Mehrwertsteuer?

    Erstmal vorweg: Die Umsatzsteuer und die Mehrwertsteuer sind ein und dieselbe Steuer. Umsatzsteuer (USt.) ist der offizielle, amtliche Begriff. Die Mehrwertsteuer (Mwst.) ist die umgangssprachliche Bezeichnung der Umsatzsteuer.

    Das trifft zumindest für Deutschland und Österreich zu. In der Schweiz wird die bei uns offiziell genannte ‚Umsatzsteuer‘ jedoch ‚Mehrwertsteuer‘ genannt. (Kein Wunder, dass es da immer wieder zu Verwechslungen kommt).

    Tipp: Mach es dir zur Gewohnheit den Begriff ‚Umsatzsteuer‘ in Deutschland und Österreich zu verwenden. In der Schweiz wird jedoch die Bezeichnung ‚Mehrwertsteuer‘ angewandt.

    Die Umsatzsteuer wird auf deine Umsätze, d.h. auf deine Ausgangsleistungen (sei es Dienstleistungen oder Waren) erhoben.

    Hier eine Übersicht der Standard-Steuersätze in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

    USt. in Deutschland, Österreich & Schweiz

    2. Vorsteuer und Umsatzsteuer

    Als Vorsteuer bezeichnet man die Umsatzsteuer, die du, also dein Unternehmen, beim Kauf von Produkten und Dienstleistungen bezahlst.

    Umsatzsteuer = Steuer beim Verkauf

    Vorsteuer = Steuer beim Einkauf

    Die Vorsteuer, die du bezahlst, und die Umsatzsteuer, die du erhältst, werden am Ende des Monats verrechnet und im Rahmen der Ust.-Voranmeldung dem Finanzamt abgeführt.

    Wenn du mehr Steuern eingenommen, als bezahlt hast, ergibt sich eine USt.-Vorauszahlung. Das bedeutet, du bist dem Finanzamt Bares schuldig.

    Wenn du mehr Steuern bezahlt, als eingenommen hast, ergibit sich ein USt.-Überschuss. Das Finanzamt schuldet dir somit Geld.

    Es kann jedoch sein, dass du als KleinunternehmerIn von der USt. befreit bist. In diesem Fall weist du keine Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen aus und musst auch keine an das Finanzamt abgeben.

    Wenn du jedoch keine Umsatzsteuer erhebst, kannst du auch keinen Vorsteuerabzug machen.

    3. Einkommenssteuer

    Der Staat isst mit. Dein persönlicher Gewinn (=Einnahmen nach Abzug aller Betriebsausgaben) muss versteuert werden. Es sei denn, du hast weniger als den Grundfreibetrag von 8.472,00 Euro in einem Geschäftsjahr erwirtschaftet.

    Den Gewinn ermittelst du mit Hilfe einer ordentlich geführten Buchhaltung. Wenn du nicht zur doppelten Buchhaltung verpflichtet bist, wie z.B. als Freiberufler, reicht eine einfache Einnahmen-Überschussrechnung.

    Die Höhe der Einkommenssteuer hängt von deinem persönlichen Gewinn ab und beträgt mind. 14 %.

    Die Einkommenssteuer wird dabei vierteljährlich erhoben und die Höhe wird zunächst vom Finanzamt vorgegeben. Die Steuererklärung für das gesamte Jahr wird dann am 31. Mai des Folgejahres verrechnet und eventuelle Steuerschulden mit den Vorauszahlungen verrechnet.

    Falls dein Gewinn niedriger als erwartet ist, kannst du mit einer Nachzahlung seitens des Finanzamt rechnen.

    Falls dein Gewinn höher als erwartet ist, musst du deine Steuerschuld beim Finanzamt begleichen.

    Wichtig: Gewinn ist nicht gleich persönlicher Gewinn. Am besten du arbeitest zusammen mit deinem Steuerberater, um unerwartet große Steuernachzahlungen zu vermeiden.

    Ich hoffe der Artikel hat dir geholfen. Falls dir noch etwas zum Thema einfällt, kannst du das gerne hier unten in den Kommentaren schreiben. So haben wir alle etwas davon 🙂

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    Selbständigen zum Erfolg zu verhelfen – das ist unsere Mission bei Zervant. Einerseits machen wir das durch unser kostenloses Rechnungsprogramm für Selbständige, andererseits wollen wir dir hier im Blog mit nützlichen Tipps und Tricks zur Seite stehen.

    Источники: http://t3n.de/news/10-dinge-selbststaendige-steuer-837854/, http://kontist.com/posts/wie-nachtraegliche-steuervorauszahlungen-deine-insolvenz-bedeuten-koennen, http://www.zervant.com/de/blog/umsatzsteuer-oder-mehrwertsteuer/

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