Steuererklärung azubi fahrtkosten

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    Azubis unterwegs: Fahrtkosten von der Steuer absetzen

    Die regelmäßigen Fahrtkosten für den Weg zur Arbeit oder zur Berufsschule müssen Azubis aus der eigenen Tasche zahlen. Allerdings können sie sich einen Teil der Ausgaben später zurückholen – über die jährliche Einkommenssteuererklärung.

    Fahrtkosten zur Arbeit lassen sich von der Steuer ansetzen. Foto: Pixabay

    Auszubildende haben grundsätzlich keinen gesetzlichen Anspruch darauf, dass ihnen ihr Ausbildungsunternehmen die Kosten für die regelmäßigen Fahrten zwischen eigener Wohnung, Betrieb und Berufsschule erstattet. Darauf haben wir bereits im Beitrag „Bekomme ich als Azubi Fahrtkosten erstattet?“ hingewiesen. Wenn Firmen derartige Kosten trotzdem übernehmen, geschieht das auf freiwilliger Basis beziehungsweise als Folge von Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen, die mit Betriebsräten oder Gewerkschaften geschlossen wurden. Ansonsten müssen Azubis selbst für ihre Fahrten zur Arbeit und zur Berufsschule bezahlen. Nur für Dienstreisen an andere Orte muss der Betrieb aufkommen. Azubis, die Steuern zahlen, können aber im Nachhinein Fahrtkosten von der Steuer absetzen.

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    Zahlen Azubis überhaupt Steuern?

    Beim Steuerzahlen gibt es keine Sonderregeln für Azubis. Sie werden genauso behandelt wie alle anderen Arbeitnehmer auch. Ob jemand in Deutschland Steuern zahlt, hängt von der Höhe seines Jahreseinkommens ab. Für Alleinstehende gilt derzeit ein Grundfreibetrag von 8.820 Euro (Stand: 2017). Erst wenn das Jahreseinkommen darüber liegt, muss man Steuern entrichten. Für Azubis heißt das, dass ihre monatliche Ausbildungsvergütung nicht besteuert wird, solange sie maximal 735 Euro beträgt.

    Nach der aktuellen Datenbank für Ausbildungsvergütungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) erhalten aber beispielsweise Azubis im Beruf Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel schon im ersten Ausbildungsjahr eine durchschnittliche Ausbildungsvergütung in Höhe von 818 Euro (alte Bundesländer) beziehungsweise 764 Euro (neue Bundesländer). Das ist dann bereits ein steuerpflichtiges Einkommen. Die Rechnung gilt so allerdings nur für ledige Azubis. Wer verheiratet ist, den veranlagt das Finanzamt zusammen mit seinem Partner beziehungsweise mit seiner Partnerin. Dann gilt für beide der doppelte Grundfreibetrag (17.640 Euro). Das kann sich steuermindernd auswirken, vor allem wenn nur ein/e Ehepartner/in Einkommen erzielt.

    Was bedeutet „absetzen“?

    Wie gesagt: Azubis, die Einkommenssteuern zahlen, können Fahrtkosten für die Wege zwischen eigener Wohnung, Arbeitsstätte und Berufsschule von der Steuer absetzen. Wie aber funktioniert dieses „Absetzen“? Einkommenssteuerzahler können bei ihrem Finanzamt für jedes abgelaufene Kalenderjahr eine Einkommenssteuererklärung einreichen. In dieser Erklärung stellt man dem Jahreseinkommen sämtliche Kosten gegenüber, die im Rahmen der eigenen Berufstätigkeit anfallen. Dazu zählen auch Fahrtkosten, sie gehören zur Gruppe der so genannten Werbungskosten.

    Rückzahlungen gibt es nur, wenn man eine Einkommenssteuererklärung macht. Foto: Pixabay

    Die Fahrtkosten können in einer bestimmten Höhe vom Jahreseinkommen abgezogen werden. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen und man zahlt weniger Steuern. Oder genauer gesagt: Man bekommt Steuern zurück. Denn die Einkommensteuererklärung macht man ja erst im Nachhinein. Ein ganzes Jahr lang hat das Finanzamt zuvor Steuern vom Gehaltskonto eingezogen, ohne dass dabei Fahrtkosten gegengerechnet wurden. Man zahlt also zunächst oft zu viel Steuern an das Finanzamt. Über die Einkommenssteuererklärung kann man sich diese Beträge zurückholen, indem man die angefallenen Kosten vom zu versteuernden Einkommen absetzt.

    Zwei Arten von Fahrten

    Beim Absetzen der Fahrtkosten müssen Azubis zwei Arten von Fahrten unterscheiden: Fahrten zur ersten Arbeitsstätte – das ist in der Regel der Ausbildungsbetrieb – und Fahrten zur Berufsschule. Für die Fahrt zur ersten Arbeitsstätte kann in der Steuererklärung eine Entfernungspauschale in Höhe von 30 Cent pro Kilometer geltend gemacht werden (Stand: 2017). Diese Pauschale wird auch als Pendlerpauschale bezeichnet. Sie gilt unabhängig davon, ob die Fahrten mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wurden. Die Pendlerpauschale bezieht sich auf die kürzeste Entfernung zwischen Wohnung und erster Arbeitsstätte. Sie wird auf Grundlage der einfachen Distanz zwischen Punkt A und Punkt B berechnet, nicht etwa für die Hin- und Rückfahrt!

    Anders sieht es mit Fahrten zwischen Wohnung und Berufsschule aus. Wenn die Berufsschule nicht die erste Arbeitsstätte ist, werden diese Fahrten wie Dienstreisen behandelt, für die man in der Steuererklärung alle tatsächlich gefahrenen Kilometer (hin und zurück) geltend machen kann. Für diese Fahrten lässt sich also die doppelte Entfernungspauschale von der Steuer absetzen. Anders sieht es nur aus, wenn der Betrieb im Ausbildungsvertrag die Berufsschule als erste Tätigkeitsstätte eingetragen hat. Dann werden Fahrten zur Ausbildungsstätte steuerlich wie Dienstreisen behandelt und können entsprechend abgesetzt werden.

    Ausbildungskosten von der Steuer absetzen

    Wie du als Azubi Steuern sparen kannst

    Eine Ausbildung ist nicht selten mit lästigen Kosten verbunden. Die Fahrten zum Ausbildungsbetrieb oder zur Berufsschule, Ausgaben für Lehrbücher, Kauf eines Laptops und viele weitere Kosten belasten die Geldbörse von so manchem Auszubildenden und schmälern das ohnehin nicht üppige Azubigehalt. An vielen Kosten, die während der Ausbildungszeit anfallen, beteiligt sich aber zum Glück der Staat. Durch eine Steuererklärung können Auszubildende alle ausbildungsbedingten Ausgaben als sogenannte Werbungskosten steuerlich geltend machen.

    Natürlich zahlt das Finanzamt nur dann Steuern zurück, wenn auch Steuern abgeführt werden. Ob dies der Fall ist, zeigt der Blick auf die Lohnsteuerbescheinigung, die einmal im Jahr vom Arbeitgeber ausgestellt wird. Hat der Arbeitgeber Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag oder Kirchensteuer an den Staat abgeführt, können sich Auszubildende diese Abgaben durch eine Steuererklärung in der Regel komplett vom Staat zurückholen. Werden keine Steuern ans Finanzamt abgeführt, lohnt sich für viele Auszubildende trotzdem eine Steuererklärung. Durch einen Verlustvortrag können sich Azubis dann eine Steuergutschrift für die Zukunft sichern.

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    Werbungskosten – was Azubis von der Steuer absetzen können

    Arbeitsmittel

    Bewerbungen

    Computer & Co.

    Dienstreisen

    Versicherungen

    Wie kann ich meine Ausbildungskosten von der Steuer absetzen?

    Das Finanzamt erkennt alle Kosten, die eindeutig im Zusammenhang mit einer Ausbildung oder einen beruflichen Tätigkeit entstehen, als Werbungskosten an. Diese können in voller Höhe von den abgeführten Steuern abgesetzt werden. In der Regel reicht es, wenn für die ausbildungsbedingten Ausgaben entsprechende Nachweise zusammen mit der Steuererklärung ans Finanzamt geschickt werden. Hierbei kann es sich um Rechnungen, Kontoauszüge oder andere Belege handeln, aus denen hervorgeht, wann und in welcher Höhe für was Kosten angefallen sind.

    Für viele Ausgaben verlangt das Finanzamt nicht einmal Belege, sondern gewährt ganz einfach Pauschalen. Dies hat den Vorteil, dass selbst bei fehlenden Nachweisen viele Ausbildungskosten von der Steuer abgesetzt werden können.

    Welche Pauschalen für Azubis gibt es?

    FAHRTKOSTEN: Für den Weg zur Ausbildungsstätte können pauschal 30 Cent pro Kilometer einfacher Fahrt angesetzt werden. Für den Weg zur Berufsschule können sogar 30 Cent pro Kilometer für die Hin- und Rückfahrt beansprucht werden. Dabei spielt es keine Rolle, wie der Weg zum Betrieb oder zur Berufsschule zurückgelegt wird. Ob mit dem eigenen Auto, mit einer Fahrgemeinschaft, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Rad oder zu Fuß – die Fahrtkostenpauschale kann grundsätzlich durch eine Steuererklärung beantragt werden.

    ARBEITSMITTEL: Für Anschaffungen wie Ordner, Stifte, Schreibpapier, Taschenrechner etc. gilt eine jährliche Pauschale von 110 Euro. Diese Pauschale kann selbst dann beantragt werden, wenn tatsächlich keine Kosten in diesen Bereichen angefallen sind. Übersteigen die Ausgaben den Pauschalbetrag, müssen Belege eingereicht werden, um die Kosten vollständig geltend zu machen.

    FACHLITERATUR: Wer sich Lehrbücher etc. für die Berufsschule oder allgemein zur Weiterbildung anschafft, darf pro Jahr eine Pauschale von 80 Euro einfordern. Höhere Anschaffungskosten müssen ebenfalls durch Rechnungen oder dgl. nachgewiesen werden.

    TELEFON/INTERNET: Ohne Verbindung ins World Wide Web geht heute fast gar nichts mehr. Für Internetanschluss und Telefon gibt's deshalb auch 20 Euro im Monat bzw. 240 Euro pro Jahr vom Staat erstattet.

    VERPFLEGUNG: Wer im Rahmen seiner Ausbildung auf Dienstreisen gehen muss, darf 24 Euro pro Tag als Pauschale für den Verpflegungsmehraufwand beantragen. Ebenfalls 24 Euro pro Tag Abwesenheit gibt es, wenn die Berufsschule weit vom Heimatort entfernt liegt, sodass eine Übernachtung am Schulort notwendig ist. In diesem Fall können ggf. anfallende Übernachtungskosten zusätzlich geltend gemacht werden.

    UMZÜGE: Wer zur Aufnahme einer Ausbildung oder aus beruflichen Gründen umzieht, kann seit 2015 eine Umzugskostenpauschale von 730 Euro beantragen. Es ist egal, ob tatsächlich Kosten in dieser Höhe angefallen sind – das Finanzamt verlangt keine Nachweise. Einzelne Kosten für ein Umzugsunternehmen, Maklergebühren etc. können ggf. durch Vorlage von Rechnungen zusätzlich geltend gemacht werden.

    BEWERBUNG: Für die Zusammenstellung einer klassischen Bewerbungsmappe (inklusive Bewerbungsfoto) gibt es pauschal 8,50 Euro pro Bewerbung. Im Falle einer Online-Bewerbung gibt es immerhin noch 2,50 Euro.

    KONTOFÜHRUNG: Jeder Mensch braucht ein Bankkonto. Obwohl die meisten Institute heute keine Kontoführungsgebühren mehr verlangen, können hierfür dennoch 16 Euro pro Jahr eingefordert werden.

    Wie ich meine Steuererklärung als Azubi mache

    Nun schreiben wir hier tagein, tagaus über Steuern, das Kanzleileben, die Ausbildung und alles was dazu gehört.

    Was aber ist mit unserer eigenen Steuererklärung? Das ist doch unser Metier und wir sollten das Anfertigen dieser doch locker aus dem Hemd schütteln, oder?

    Egal, ob wir die Prüfung bestehen oder nicht: Für das Erstellen unserer eigenen Einkommensteuererklärung reicht es doch hoffentlich :-).

    Gibt es Besonderheiten Steuererklärungen von Azubis?

    Ganz grob gesagt: Nicht mehr, als auch bei anderen Steuerpflichtigen. Die Phrase „Es kommt darauf an…“ gilt auch hier.

    Es hängt nämlich davon ab, wieviel Ausbildungsgehalt du bekommst und welche regelmäßigen Ausgaben du vorweisen kannst.

    Hier ist Kreativität gefragt, denn leider ist das Finanzamt sehr sparsam mit Tipps bzgl. Werbungskosten & Co.

    Es liegt also an dir, die Zusammenhänge deiner Ausgaben in Zusammenhang mit der Ausbildung zu bringen.

    Eine Steuererklärung ist für Azubis sinnvollerweise nur möglich, wenn diese über dem Satz verdienen, der zur Abgabe von Lohnsteuer verpflichtet. “Minijob-Lohnniveau” bringt demzufolge nichts.

    Wer weniger als 8.354€ Bruttogehalt im Jahr verdient, ist nicht zur Abgabe von Einkommensteuer verpflichtet. Hat dein Arbeitgeber trotzdem Lohnsteuer abgeführt (das siehst du am Ende des Jahres auf deiner Jahreslohnsteuerbescheinigung), solltest du dir diese auf jeden Fall über die Steuererklärung zurückholen.

    Dein Arbeitgeber führt für dich ja gegebenenfalls zusätzlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ab. Dies könnte dir dann zugute kommen, wenn du über die 1.000€ Werbungskosten kommst.

    Es leben die Werbungskosten!

    Als kleine Inspiration bzw. Wiederholung hier mögliche Werbungsosten, die du als Azubi absetzen kannst:

    • Die Pauschale für Kontoführungsgebühren von 16 €
    • Die Fahrtkosten für den Weg von deinem Zuhause zu deiner Ausbildungskanzlei und zur Berufsschule. Dies macht bei vielen Steuerpflichtigen den größten Teil der Werbungskosten aus. 30 Cent pro gefahrenen Kilometer (diese 30 Cent sind mit der einfachen Strecke zu multiplizieren).

    Falls du für die Fahrten den öffentlichen Nahverkehr in Anspruch nimmst, kannst du finanzielle Aufwendungen für Abokarten, Fahrscheine etc. angeben. Pro Jahr gibt es einen Höchstbetrag von 4.500€.

    • Auch wenn du ausbildungsbedingt durch deinen Arbeitgeber zu einer Fortbildung geschickt wirst, kannst du Fahrtkosten, die dir evtl. dadurch entstanden sind, als Werbungskosten absetzen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass diese dir nicht vom Arbeitgeber ersetzt werden
    • Aufwendungen für Fachliteratur, die du selbst bezahlst
    • Auch Kosten, die dir durch Bewerbungen entstehen, werden berücksichtigt. So kannst du beispielsweise den Fotografen, die Bewerbungsmappe und ggf. Kopierkosten für die Anlagen der Bewerbung ansetzen. Auch die komplette Strecke für den Weg zum Bewerbungsort gehört dazu.
    • Selbstfinanzierte Nachhilfe für Ausbildungsfächer kannst du ebenfalls angeben
    • Einen Teil der Telefon- und Internetkosten (meist werden nicht mehr als 20% seitens des Finanzamtes anerkannt)
    • Kosten, die dir durch eine Zweitwohnung entstehen, wenn die Entfernung zu deinem Ausbildungsplatz sehr weit ist (und Pendeln nicht zumutbar).

    Du darfst allerdings erst nach drei Monaten, die du in dieser lebst, die Kosten für Verpflegung ansetzen.

    Eine Familienheimfahrt pro Woche wird steuerlich anerkannt (Auch hier gelten die gleichen Regeln wie für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Lediglich der Höchstbetrag von 4.500€ pro Jahr fällt hier weg).

    • Umzugskosten, die durch den Ortswechsel zur Zweitwohnung entstehen, werden auch berücksichtigt.

    Die liebe Abgabefrist…

    Die Abgabefrist für die Steuererklärung ist – das kommt bei dir ja wie aus der Pistole geschossen – der 31. Mai des Jahres, das auf den Veranlagungszeitraum folgt.

    Die verlängerte Frist bis Ende des, die Einkommensteuer betreffenden, Jahres kommt ja nur für Leute in Frage, die die Steuererklärung von steuerberatenden Personen abhandeln lassen.

    Zu denen gehören wir ja quasi auch, aber leider lässt das Finanzamt diese Begründung nicht gelten.

    ABER: für Arbeitnehmer gilt dieser Abgabetermin nur in bestimmten Fällen. Unter anderem,

    • der Jahresbetrag von Endgeltersatzleistungen (Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld, Arbeitslosengeld etc.) höher als 410€ im Jahr ist
    • die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder ausländische Kapitaleinkünfte höher als 410€ jährlich ist
    • Bei Zusammenveranlagung: Wenn für einen der Verheirateten die Steuerklasse V, Vl, oder lV angewandt wurde
    • Wenn vom Finanzamt ein Freibetrag genehmigt wurde bzgl. der Lohnsteuerabzugsmerkmale (Werbungskosten, Verluste aus Vermietung und Verpachtung)

    Alle anderen können freiwillig eine Einkommensteuererklärung tätigen.

    Für diese gilt also nicht der 31.5. als Abgabetermin, sondern nur die vierjährige Festsetzungsfrist (du könntest also bis Ende diesen Jahres noch deine Steuererklärung bis für das Jahr 2012 abgeben, wenn du das noch nicht getan hast).

    Korrekt wäre das namentlich der Lohnsteuerjahresausgleich, weil du ja angestellt bist. Das wird in unserem Sprachgebrauch (ich nehme mich da nicht raus) oft durcheinander geworfen mit der Einkommensteuererklärung wörtlich in einen Topf geworfen.

    Aber abgesehen davon erledigst du das mit deiner Einkommensteuererklärung ohnehin im Handumdrehen :-).

    Verheiratete Umschüler aufgepasst!

    Wenn man zu den Azubis, um die es in diesem Text ja gehen soll, auch Umschüler hinzuzählt, wird es in anderer Hinsicht interessant.

    Bei diesen handelt es sich oftmals um Personen “fortgeschrittenen Alters”, aber natürlich nur in Relation zu den noch jugendlichen Azubis ;-). Demzufolge befinden sich in dieser Gruppe zum Teil auch bereits Verheiratete.

    Diese können – trotz dass sie per se kein Ausbildungsgehalt erhalten – über die Zusammenveranlagung mit ihrem Partner/ ihrer Partnerin gemeinsam Steuern sparen. Denn du zahlst in den Jahren der Umschulung/ Weiterbildung zwar keine Lohnsteuer und kannst so auch keine Werbungskosten absetzen…

    …die Ausgaben für deine Umschulung allerdings fließen allerdings gemeinsam mit den (eventuellen) Sonderausgaben deines Ehegatten/ deiner Ehegattin in die Berechnung ein. Bei Verheirateten ist es auch unerheblich, wer von beiden für die Kosten der Ausbildung/ Umschulung aufkam. Beide können jeweils bis zu 6.000€ als Sonderausgaben aufführen.

    Das gleiche Spiel wie oben…

    Denn erwerben die Umschüler beispielsweise Fachliteratur (oft benötigt man noch weitere Bücher als die von der Schule bereit gestellten, um den Stoff zu verstehen), ist dies ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.

    Auch Internetkosten kann man, wenn auch nur zu einem geringen Anteil, als Sonderausgaben geltend machen. Denn du wirst als fleißiger Azubi häufig auch im privaten Bereich für deine Ausbildung im Netz recherchieren.

    Also – worauf wartest du noch?

    Suche deine Belege raus und sortiere sie. Trage alles ins Programm ein und schicke alles dem Finanzamt.

    So, wie du es sonst auch stets pflichtbewusst für deine Mandanten tust ;-).

    Wie ist es bei dir? Hast du schon deine eigene Steuererklärung erstellt? Und wenn, hattest du Probleme oder ging es dir leicht von der Hand?

    Teile doch deine Erfahrungen mit uns im Forum!

    6 Kommentare . Hinterlasse eine Antwort

    Noch ein super Geheimtipp von mir dazu: Verpflegungsmehraufwand. Bei 2 Berufsschultagen in der Woche mit mehr als 8 Stunden Abwesenheit (denn ich fahre echt sehr langsam am “kurzen Schultag”! 😉 ) kamen bei mir im ersten Lehrjahr über 800€ Verpflegungsmehraufwand zusammen. Auch hat bei mir die Arbeitsmittelpauschale von 110€ gezogen. Da über 1000€ Werbungskosten zu kommen, war mit den Schulbüchern dann echt nicht schwer 🙂

    Wie sieht es da eigentlich mit Parkhaus Gebühren aus ? 🙂

    Gelten die ganzen Aufwendungen auch, wenn man bereits seine 2. Ausbildung macht? Was ist hier im Sinne als 2t-Wohnung gemeint. Ich habe meinen Wohnsitz dort, wo ich meinen Arbeitsplatz habe. Ich fahre am Wochenende nach Hause. Da bin ich aber nicht mehr gemeldet. Macht das einen Unterschied?

    Oh Kia, Verpflegungsmehraufwand, du Schlingel 😉 Aber ist ja nicht die erste Tätigkeitsstätte, also erlaubt.

    Wenn ich jetzt nur noch so viel verdienen würde dass ich Steuern zahlen müsste 😛

    Parkhaus würde ich auch versuchen dazu zu nehmen. Ist ja nicht mit den Fahrtkosten abgegolten, also wieso sollte es nicht zählen?

    Und einen Unterschied zwischen 1. und 2. Ausbildung gibt es bei den Werbungskosten nicht. Das sind ja die gleichen Dinge, die du dir auch in einem normalen Arbeitsverhältnis abziehen darfst.

    Und Familienheimfahrten sind Werbungskosten, wenn dein Lebensmittelpunkt bei deiner Familie ist. Wenn du eine Ausbildung machst und ab und zu am Wochenende deine Eltern besuchst gilt das glaube ich nicht, nur wenn du zu deinem Lebensgefährten/Mann/Kindern fährst. https://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/pendeln/familienheimfahrten-steuerlich-absetzen.html

    Aber bei der Einkommensteuererklärung gilt eben manchmal: Probieren geht über studieren. Mach eine ordentliche Liste (am besten am PC), mache glaubhaft, dass das alles zwingend notwendig war und schreib es einfach mal in die Werbungskosten rein. Ich glaube in der Einkommensteuererklärung kann man eigentlich gar nicht “zu viel” angeben. Schlimmstenfalls sagen sie eben nein.

    Rechne einfach mal die Steuer aus mit allem was dir so einfällt und aber auch nur mit allem wo du dir ganz sicher bist, dass sie das anerkennen. Das wäre ja dann der “schlimmste Fall”.

    Scheinbar geht es bei Studenten auch, also ist die Fahrt zu den Eltern auch eine Familienheimfahrt.

    Wenn es die Erstausbildung ist – dazu zählt z.B. das erste Studium oder die erste Berufsausbildung – dann werden Ausgaben wie die Fahrtkosten nicht als Werbungskosten anerkannt, sondern als Sonderausgaben.

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    Hallo, mein Name ist Melchior Bläse und ich betreibe diese Webseite gemeinsam mit meinem Team. Nach meiner Ausbildung zum Steuerfachangestellten habe ich Erfahrungen in der ETL-Gruppe und bei KPMG gesammelt.

    Inzwischen konzentriere ich mich darauf, Auszubildenden den Berufseinstieg zu erleichtern und ihnen zu helfen, mehr aus ihren Möglichkeiten zu machen.

    Uns ist ein authentischer, direkter und ehrlicher Austausch über den Beruf und die Branche sehr wichtig. Bei uns wird nichts geschönt oder verschwiegen – du bekommst den ehrlichen und ungefilterten Einblick in die Arbeit und Karriere in der Steuerberatung.

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    Die Ausbildung zur/zum Steuerfachangestellten gehört zu den anspruchsvollsten Ausbildungen und viele Azubis haben zu Beginn der Ausbildung Probleme sich zurecht zu finden.

    Aus diesem Grund haben wir ein Schulungspaket für Auszubildende entwickelt, mit dem wir die Auszubildenden umfassend begleiten und unterstützen können.

    Arbeitgeber profitieren nicht nur von Auszubildenden, die deutlich schneller zu leistungsfähigen Mitarbeitern werden, sondern können auch Kosten sparen durch die effizientere Einarbeitung und Betreuung der Auszubildenden.

    Weitere Informationen zu dem Steuerazubi-Schulungskonzept:

    Источники: http://www.baustoffwissen.de/wissen-ausbildung/praxis-ratgeber/allgemeines/fahrtkosten-auszubildende-kostenerstattung-weg-zur-arbeit-berufsschule-einkommenssteuererklaerung-grundfreibetrag-dienstreisen/, http://www.azubisteuererklaerung.de/ausbildungskosten-von-der-steuer-absetzen, http://www.steuerazubi.com/steuererklaerung-als-azubi

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