Steuererklärung nicht machen

    0
    41

    Frederik Frey

    Wenn ich einmal eine Steuererklärung abgegeben habe, muss ich das immer tun

    Die Steuererklärung muss immer bis zum 31.05. für das Vorjahr eingereicht werden

    Steuerbescheide können nur innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe geändert werden

    Eine Schätzung des Finanzamts entbindet von der Abgabepflicht von Steuererklärungen

    Ergeht der Bescheid jedoch nicht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung bzw. wird dieser aufgehoben, kann der Steuerpflichtige nur innerhalb der einmonatigen Einspruchsfrist gegen den Schätzbescheid vorgehen. Tut er dies nicht und reicht er die Steuererklärung erst nach Ablauf der Einspruchsfrist ein, kommt wieder die Regelung nachträglich bekannt gewordener Tatsachen zum Tragen (siehe Nummer 3 ), d.h. Änderungen zugunsten des Steuerpflichtigen werden in der Regel nicht berücksichtigt (z.B. niedrigere Einkünfte), wenn ein Verschulden vorliegt, während Änderungen zuungunsten des Steuerpflichtigen grundsätzlich unbeschränkt vorgenommen werden können. In gewissem Rahmen werden jedoch steuermindernde Tatsachen dennoch mitberücksichtigt. Trotzdem gilt es, diese Situation möglichst zu vermeiden, weshalb eine fristgerechte Abgabe bzw. eine Abgabe vor Ablauf der Einspruchsfrist stets zu empfehlen ist.

    Mein Einkommensteuerbescheid weist eine Erstattung aus, dann muss ja alles richtig sein

    Übrigens: An dieser Stelle sei auch noch der Trugschluss erwähnt, dass etwas bisher vom Finanzamt Anerkanntes auch für die Zukunft gelten muss. Dem ist leider nicht so. Hat das Finanzamt in den früheren Jahren einen bestimmten Sachverhalt anerkannt, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass das nun immer gelten muss. Es kann sich dabei z.B. um einen Rechtsanwendungsfehler oder mangelnde Aufmerksamkeit des Finanzbeamten gehandelt haben. Fällt ihm dieser Fehler später auf oder kommt es zu einem Finanzamts- oder Sachbearbeiterwechsel, kann es durchaus sein, dass nun von einer anderen Rechtsauffassung ausgegangen wird. Sich nun auf die Vorjahre zu berufen, bringt an dieser Stelle leider meist nicht viel bzw. könnte unter bestimmten Umständen sogar zu einer sog. Verböserung führen.

    Arbeitslosengeld, Elterngeld etc. sind immer steuerfrei

    Abzugrenzen sind im Übrigen die Lohnersatzleistungen, die unter den Progressionsvorbehalt fallen, von anderen Leistungen, die gänzlich steuerfrei sind. Hierzu zählen u.a. das Arbeitslosengeld II (besser bekannt unter dem Namen „Hartz IV“) sowie der von der Bundesagentur gewährte Gründungszuschuss.

    Ausländische Einkünfte sind immer steuerfrei

    Meine Krankheitskosten kann ich von der Steuer absetzen

    Ganz allgemein sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass nicht jeder Kauf in einer Apotheke und nicht jede Behandlung bei einem Arzt als außergewöhnliche Belastungen zu werten sind. Insbesondere nicht verschreibungspflichtige Medikamente (Hustensaft, Grippemittel etc.) sowie Vitaminpräparate gehören nicht zu den außergewöhnlichen Belastungen, es sei denn, Sie sind im Rahmen einer bestimmten Therapie ärztlich angeordnet bzw. verschrieben worden. Ebenso ist ein Eingriff beim Schönheitschirurgen nicht als außergewöhnliche Belastung zu werten, wenn diese Operation medizinisch nicht erforderlich ist..

    Ich kann jede Handwerkerrechnung für mein privates Haus von der Steuer absetzen

    Übrigens: Als Eigenheim gelten auch innerhalb der EU gelegene (selbstgenutzte) Ferienwohnungen. Somit kann man – unter Einhaltung der oben genannten Kriterien – auch die Malerrechnung seiner spanischen Finca steuerlich absetzen.

    Als sog. Kleinunternehmer kann ich immer Umsätze von bis zu 17.500,- € im ersten Jahr und nicht mehr als 50.000,- € im zweiten Jahr haben

    An dieser Stelle sei auch der Irrtum erwähnt, dass man ja „im ersten Jahr bloß 5.000,- € Umsatz gemacht hätte und damit ja definitiv Kleinunternehmer sei“. Falsch! Es kommt darauf an, wann Sie Ihre Tätigkeit begonnen haben, da das Finanzamt Ihre Umsätze auf das Kalenderjahr hochrechnet. Somit wären 5.000,- € Umsatz schädlich, wenn Sie Ihre Tätigkeit erst am 01.10. begonnen haben, da Sie dann hochgerechnet nicht 5.000,- €, sondern 20.000,- € Umsatz im Jahr hätten und somit über der Kleinunternehmergrenze von 17.500,- € liegen würden.

    Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der oben gemachten Angaben wird keine Haftung übernommen. Je nach individuellem Einzelfall sind Abweichungen möglich. Sollten Sie daher zu einem dieser Themen Beratungsbedarf haben, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.

    Nicht jeder muss eine Steuererklärung abgeben

    . aber jeder darf! Oft erhalten genau diejenigen Steuerzahler, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, eine Steuererstattung. Will das Finanzamt wider Erwarten doch Geld sehen, kann die Steuererklärung zurückgenommen werden.

    Die Abgabe der Steuererklärung ist freiwillig, wenn man nicht per Gesetz zur Abgabe verpflichtet ist. Eine Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung besteht u. a. in diesen Fällen:

    Die steuerpflichtigen Nebeneinkünfte liegen über 410 €.

    Es wurde ein Freibetrag eingetragen.

    Es wurde Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld etc. über 410 € bezogen.

    Es bestanden parallel mit mehreren Arbeitgebern Arbeitsverhältnisse.

    Es liegen Kapitalerträge vor, bei denen keine Abgeltungsteuer erhoben werden konnte.

    Nicht verheiratete oder geschiedene Eltern wollen bestimmte Freibeträge für ein Kind übertragen.

    Ein Ehepartner hatte das ganze Jahr oder zeitweise die Steuerklasse 5 oder 6.

    Vier Jahre Zeit für die Abgabe

    Wer freiwillig eine Steuererklärung abgibt, bekommt dafür mehr Zeit als ein Pflicht-Einreicher : Vier Jahre dürfen sich die Steuerpflichtigen hier Zeit lassen. Die Steuererklärung für das Jahr 2016 muss dem Finanzamt also spätestens am 31.12.2020 vorliegen, bis zum 31.12 2017 darf noch die Steuererklärung für das Veranlagungsjahr 2013 abgegeben werden.

    Die Steuererklärung muss am 31.12. um 24 Uhr beim Finanzamt sein. Es reicht nicht, wenn sie erst am 31.12. losgeschickt wird – denn die Post wird dann erst nach dem 31.12. zugestellt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Unterlagen auch noch bis 24 Uhr in den Hausbriefkasten des Finanzamts einzuwerfen: Dort wird jeder eingeworfene Umschlag mit einem Zeitstempel versehen.

    Rücknahme der Steuererklärung möglich

    Fordert das Finanzamt wider Erwarten eine Steuernachzahlung, kann innerhalb eines Monats Einspruch eingelegt und die Steuererklärung wieder zurückgenommen werden. Die Steuererklärung gilt dann als nicht abgegeben und das Finanzamt kann keine Steuernachzahlung verlangen. Zur Sicherheit sollte mit dem Einspruch die Aussetzung der Vollziehung beantragt werden.

    Ähnliche Themen

    Verwandte Lexikon-Begriffe

    Weitere News zum Thema

    Jetzt noch freiwillig die Steuererklärung für 2013 abgeben!

    [ 13.12.2017 ] Wer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, sondern diese freiwillig einreicht, hat dafür vier Jahre Zeit. Also nichts wie ran an die Steuererklärung für 2013! mehr

    Weihnachtsfrieden in den Finanzämtern

    [ 11.12.2017 ] Auch in den Finanzämtern wird es jetzt besinnlich und friedlich: Zwischen Weihnachten und Neujahr bleiben Steuerpflichtige von Mahnungen, Steuerbescheiden und Haftungsbescheiden verschont. mehr

    Steuertermine Dezember 2017

    [ 01.12.2017 ] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

    BMF: Ergebnisse der steuerlichen Betriebsprüfung 2016

    [ 28.11.2017 ] Auf der Grundlage von Meldungen der Länder erstellt das BMF jährlich eine Statistik über die Ergebnisse der steuerlichen Betriebsprüfung. mehr

    Bis 30.11. Steuerklassenwechsel beantragen!

    [ 19.11.2017 ] Verheiratete dürfen einmal im Jahr eine andere Steuerklassen-Kombination wählen. Wie funktioniert der Wechsel? mehr

    Muster, Formulare, Steuerrechner & Checklisten

    Verwandte Beiträge

    Selbstanzeige: Das Wichtigste in Kürze

    Wenn Sie Steuern hinterzogen haben und eine Selbstanzeige planen, dann raten wir auf jeden Fall dazu, einen Steuerberater oder Rechtsanwalt hinzuzuziehen! mehr

    Die 5×5 besten Spartipps für alle Steuerzahler!

    Der Blick in Gesetze und Durchführungsverordnungen könnte wahrscheinlich oft helfen – wären sie denn bloß verständlich geschrieben! mehr

    Steuerklasse ändern: Vorteile – Fristen – Tipps

    Als Arbeitnehmer ist die Lohnsteuer Ihr täglicher Begleiter. Haben Sie sich nicht auch schon mal gewünscht am Monatsende etwas mehr Geld übrig zu haben? mehr

    Steuerberater in Ihrer Nähe

    Kostenlosen E-Mail-Newsletter bestellen:

    Sie erhalten eine E-Mail, um die Anmeldung zu bestätigen.

    Werde unser Fan auf Facebook

    Kürzlich aktualisierte Lexikonbegriffe

    Link empfehlen

    Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

    Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet – um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.

    Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren

    Wenn Sie mehr über diese Themen erfahren möchten geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein und Sie erhalten unseren regelmäßigen Steuertipps-Newsletter.

    Steuererklärung nicht abgegeben – droht jetzt eine Strafe?

    Frist verpasst : Steuererklärung nicht rechtzeitig abgegeben – droht eine Strafe?

    Mist, die Steuererklärung. Den Papierkram schieben viele gern vor sich her. Bis die Erinnerung vom Finanzamt kommt. Eigentlich muss die Steuererklärung Ende Mai abgegeben sein, sonst droht ein Verspätungszuschlag.

    Für die meisten Bundesländer endete mit dem 31. Mai die Frist zur Abgabe der Steuererklärung. In Nordrhein-Westfalen gibt es sogar eine verlängerte Abgabefrist für die Einkommenssteuererklärung: Wer sich bis Ende Mai beim Online-Portal Elster angemeldet hat, hat noch bis Ende Juli Zeit. Die Fristen gelten allerdings nur für diejenigen Steuerzahler, die dazu verpflichtet sind, die Erklärung abzugeben.

    Wer sie freiwillig abgibt, hat dafür bis zu vier Jahre Zeit. Das bedeutet: Sie können bis zum 31. Dezember 2017 noch eine freiwillige Einkommensteuererklärung für das Jahr 2013 nachreichen.

    Was passiert, wenn man die Steuererklärung verspätet oder gar nicht abgibt?

    Bis zu 10 Prozent der Steuersumme (höchstens aber 25.000 Euro), die ein einzelner Steuerpflichtiger nachzahlen muss oder erstattet bekommt, kann das Finanzamt als Verspätungszuschlag verlangen. Entschieden wird im Einzelfall, nämlich durch den jeweils zuständigen Finanzbeamten.

    Der Sachbearbeiter prüft nach eigenem Ermessen, ob ein Steuerpflichtiger den Verspätungszuschlag zahlen muss oder nicht. Die Information, wie hoch der jeweilige Zuschlag ausfällt, erhalten Betroffene gemeinsam mit ihrem Steuerbescheid per Post.

    Nachreichen – geht das?

    „Bürgerinnen und Bürger, die die Anmeldefrist verpasst haben, sollten die Abgabe der Steuererklärung schnellstmöglich nachholen“, rät Lars Fiethen vom Finanzministerium NRW. Er empfiehlt, das Finanzamt auf das verspätete Einreichen der Steuererklärung und die Gründe dafür hinzuweisen. „Nur so können nachvollziehbare Gründe für die verspätete Abgabe in die Entscheidung einfließen“.

    Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragen

    Wer seine Steuererklärung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellen lässt, muss sie erst bis Ende Dezember in diesem Jahr abgeben.

    Vorsicht, Steuerschätzung

    Wird erst gar keine Steuererklärung abgegeben, droht eine Steuer-Schätzung. Und eine solche Schätzung entbindet den Steuerpflichtigen nicht von der Abgabe einer Steuererklärung.

    Krankheit schützt vor Zuschlag nicht

    Unfall, Krankheit, Reha – wer aus gesundheitlichen Gründen seine Steuererklärung zu spät abgibt, muss das ausreichend und überzeugend begründen. Die bloße Tatsache, kurz vor der Abgabefrist krank gewesen zu sein, schützt in der Regel nicht vor einem Verspätungszuschlag. Das hat das Finanzgericht Köln in einem Urteil klargestellt (FG Köln vom 30.5.2012, Az.: 7 K 3652/11). Bei langen und schweren Krankheiten oder unvorhersehbaren Ereignissen kann im begründeten Einzelfall durchaus aber eine Fristverlängerung beantragt werden.

    Letztendlich ist es immer am besten, sich mit seinem zuständigen Finanzamt in Verbindung zu setzen, so kann die Situation am besten gelöst werden.

    1. Steuererklärung nicht rechtzeitig abgegeben – droht eine Strafe?
    2. Wer muss unbedingt eine Steuererklärung machen?

    Nächste Seite 1 /2

    • facebook auf Facebook

    über 210.000 Freunde

  • twitter auf Twitter

    über 131.000 Follower

  • instagram auf Instagram

    über 5000 Abonnenten

  • youtube YouTube hier abonnieren

    Источники: http://frey-steuerberatung.de/die-zehn-populaersten-steuerirrtuemer/, http://www.steuertipps.de/steuererklaerung-finanzamt/themen/nicht-jeder-muss-eine-steuererklaerung-abgeben, http://mobil.express.de/news/politik-und-wirtschaft/geld/frist-verpasst-steuererklaerung-nicht-rechtzeitig-abgegeben—droht-eine-strafe–23626204

  • HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here