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    Steuererklärung: Neue Abgabefrist und Gesetzesänderungen

    Aktualisiert: 13.10.17 10:00

    Worauf Sie 2017 achten müssen

    Steuererklärung: Neue Abgabefrist und Gesetzesänderungen

    Bis zu vier Jahre können Arbeitnehmer rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Doch gilt das auch noch für 2017? Und was ändert sich rechtlich?

    Viele stöhnen auf, wenn sie wieder ansteht – die verhasste Steuererklärung. Wer sie dieses Jahr machen muss, sollte sich allerdings zuvor darüber informieren, ob sich rechtliche Änderungen ergeben haben und ob man sich 2017 überhaupt noch an die Abgabefrist halten muss.

    Welche steuerlichen Änderungen muss ich beachten?

    Wer einen Rechtschreibfehler entdeckt hat oder sich bei den Angaben vertan hat, nachdem er seine Steuererklärung bereits weggeschickt hat, konnte das bisher nicht mehr ändern lassen. Wer das nämlich innerhalb der Einspruchsfrist erst gemerkt hat, der hatte oft Pech. Doch seit dem 01. Januar 2017 ist eine neue Steuervorschrift (§173a AO) in Kraft getreten.

    Und die besagt, dass das Finanzamt nun Steuererklärungen aufheben und sogar ändern muss, wenn dem Arbeitnehmer auffällt, dass er Schreib- oder Rechenfehler – und damit falsche Angaben in seiner Steuererklärung gemacht hat.

    Ebenfalls ab dem 01. Januar diesen Jahres darf die Steuerverwaltung – wenn Sie zustimmen – Ihren Steuerbescheid elektronisch übermitteln (§122a AO). Diesen erhalten Sie meist drei Tage nach der elektronischen Ankündigung per Email.

    Früher war das noch anders: Wer vor einem Jahr noch seine Steuererklärung zum Beispiel über das ElsterFormular gemacht hat, der wurde danach meist vom Finanzamt darüber per Email informiert und erhielt zudem seinen Steuerbescheid schriftlich per Post.

    Wer allerdings Anmerkungen hat oder mit den Berechnungen des Finanzamts nicht einverstanden ist, konnte erst mit dem Erhalt des Papier-Steuerbescheids Einspruch erheben. Doch mit der neuen Vorschrift können Sie einen etwaigen Einspruch nun elektronisch bekannt geben – und zwar unmittelbar, wenn Sie den elektronischen Bescheid erhalten.

    Eine weitere Erleichterung stellt sicherlich für viele Arbeitnehmer dar, dass sie grundsätzlich keine Belege mehr vorzeigen müssen. Das heißt, sie schicken diese nur noch per Post, wenn das Finanzamt danach fragt.

    Das gilt besonders bei Quittungen über getätigte Spenden. Diese mussten zuvor immer zusätzlich zur elektronischen Übermittlung per Post geschickt werden. Seit 23. Juli 2016 dürfen Sie sie auch elektronisch an Ihr zuständiges Finanzamt übermitteln.

    Doch Vorsicht: Falls das Finanzamt nicht sofort die Belege fordert, bedeutet das nicht, dass sie sie nicht (mehr) benötigen. Es kann Belege ab Erhalt des Steuerbescheids noch bis zu ein Jahr danach von Ihnen verlangen.

    Dies gilt ebenfalls, wenn Sie einen Behinderten-Pauschbetrag beanspruchen. Wenn Sie ihn bereits einmal beantragt haben, müssen Sie keinen entsprechenden Beleg mehr vorzeigen. Falls sich allerdings der Grad der Behinderung ändern sollte, hat das Finanzamt das Recht, einen Nachweis anzufordern.

    Ab wann kann ich die Steuererklärung wirklich abgeben?

    Bereits ab März dieses Jahres nehmen Finanzämter Steuererklärungen von Arbeitnehmern entgegen. Der Grund dafür: Die Steuer-Software ElsterOnline beziehungsweise das ElsterFormular der deutschlandweiten Steuerverwaltung wurden laut des Bundesfinanzministeriums erst im Laufe des Februars bereitgestellt.

    Deshalb können die Mitarbeiter/innen der bundesweiten Finanzämter erst Mitte März ihre Arbeit aufnehmen und die eingehenden Steuererklärungen für 2016 bearbeiten.

    Außerdem haben Arbeitgeber, Versicherungen und weitere Institutionen Vorrang – Sie mussten bis Ende Februar ihre Lohnsteuerdaten, die Versicherungsdaten ihrer Versicherungsnehmer an die Behörden weitergeben. Dazu zählen unter anderem die Lohnsteuer-Bescheinigungen, Beitragsdaten zur Kranken- und Pflegeversicherung und zur Altersvorsorge sowie Rentenbezugsmitteilungen. Damit dann im März die Daten beim Finanzamt vorliegen und die Steuererklärungen bearbeitet werden können.

    Bis wann kann ich meine Steuererklärung abgeben?

    Das kommt darauf an. Grundsätzlich gilt der 31. Mai 2017 normalerweise als letzter Abgabetermin. Doch Sie können die Abgabefrist verschieben – wenn Sie einen triftigen Grund vorzuweisen haben. Darunter fallen:

    • Krankheit
    • Fehlende Steuerbelege für 2016
    • Arbeitsüberlastung
    • Umzug

    Wenn einer dieser Gründe auf Sie zutrifft, müssen Sie vor dem 31. Mai einen schriftlichen Antrag auf Verlängerung bei Ihrem zuständigen Finanzamt stellen. Bitten Sie zudem um eine schriftliche Bestätigung. Wenn das Finanzamt zustimmt, können Sie so den Abgabetermin bis Ende September desselben Jahres hinauszögern. Allerdings können Sie auch versuchen, ohne Begründung eine Fristverlängerung zu beantragen. Einfach mal anrufen und danach fragen.

    Falls Sie keinen Antrag stellen und die Abgabefrist verpassen, kann es sein, dass Sie eine Mahnung durch das Finanzamt erhalten. Wenn Sie auch diese ignorieren sollten, müssen Sie eventuell am Ende einen sogenannten Verspätungszuschlag zahlen.

    Gut zu wissen: Für die Steuererklärung 2018 gilt die Abgabefrist bis Ende Mai nicht mehr. Dann haben Arbeitnehmer sogar bis zum 31. Juli Zeit, ihre Steuererklärung noch abzugeben.

    Falls Sie allerdings Ihre Steuererklärung für 2016 von einem Steuerberater machen lassen, können Sie diese automatisch bis zum Jahresende 2017, also den 31. Dezember, übermitteln. Aber auch nur, wenn Sie beim Finanzamt angegeben haben, dass Sie Ihre Steuererklärung über einen Steuerberater abwickeln.

    Wann erhalte ich meinen Steuerbescheid?

    Grundsätzlich bekommen Sie etwa sechs Wochen bis sechs Monate später eine (elektronische) Benachrichtigung von Ihrem Finanzamt. Das kann allerdings stark variieren und hängt auch damit zusammen, wie komplex Ihr Fall beziehungsweise die Auswertung Ihrer Angaben ist.

    Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

    Viele Bürger werden äußerst ungern an die Steuererklärung erinnert. Wann Sie zur Abgabe verpflichtet sind und warum sich eine freiwillige Abgabe lohnt, erklären wir hier.

    Die Nachricht klingt erstmal gut: Nicht jeder muss eine Steuererklärung abgeben. Sind Sie beispielsweise ledig und Arbeitnehmer, so behält der Staat automatisch jeden Monat einen Teil Ihres Lohns als Einkommensteuer ein. Das heißt: Ihre Einkünfte sind zu diesem Zeitpunkt bereits versteuert und Sie können sich unter Umständen die Formulare für das Finanzamt sparen. Dennoch besteht für viele Arbeitnehmer die gesetzliche Pflicht eine Steuererklärung abzugeben, die sogenannte Veranlagungspflicht.

    Unser Video gibt Ihnen in Sekundenschnelle einen Гњberblick:

    Bei der Veranlagungspflicht nimmt das Finanzamt an, dass es den Arbeitnehmern nicht genug Steuern abgezogen hat. Das trifft zum Beispiel auf folgende Fälle zu:

    • Wenn Sie Гјber ihren Arbeitslohn hinaus zusГ¤tzliche EinkГјnfte von insgesamt mehr als 410 Euro im Jahr haben. Das kГ¶nnen zum Beispiel EinkГјnfte aus Vermietung und Verpachtung oder Renten sein.
    • Wenn Sie und Ihr Ehe- oder Lebenspartner Arbeitslohn bezogen haben und einer von Ihnen nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wird oder wenn Sie und Ihr Ehe- oder Lebenspartner die Steuerklasse IV mit Faktor gewГ¤hlt haben.
    • Wenn das Finanzamt bei Ihnen einen Freibetrag eingetragen hat, beispielsweise fГјr die Fahrtkosten zur Arbeit oder fГјr Kinderbetreuungskosten, und Ihr Arbeitslohn als Single mehr als 11.000 Euro oder als Ehepaar mehr als 20.900 Euro im Jahr betrГ¤gt.
    • Wenn Sie von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig Lohn erhalten haben.
    • Wenn Sie steuerfreie EntgeltersatzleistungenВ von insgesamt mehr als 410 Euro im Jahr bekommen haben.
    • Wenn Sie geschieden wurden und Sie oder Ihr Ex-Partner im gleichen Jahr wieder geheiratet haben.

    Eine anschauliche Zusammenfassung bietet Ihnen unsere Infografik:

    Pflichtveranlagung bei Kapitalerträgen mit Kirchensteuer

    Wer Kapitalerträge – also zum Beispiel Zinsen oder Dividenden – hat, der muss Abgeltungssteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer bezahlen. Behält die Bank die Kirchensteuer automatisch ein, müssen Sie keine Steuererklärung machen. Behält die Bank aber keine Kirchensteuer ein, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben – denn dann müssen Sie die Anlage KAP ausfüllen. Seit 2015 hat sich dieser Punkt aber erledigt, denn seither ziehen Banken die Kirchensteuer automatisch ein. Lesen Sie mehr dazu in unserem Steuer ABC zur Abgeltungssteuer. Wer nicht Mitglied einer Kirche ist, bekommt natürlich auch keine Kirchensteuer abgezogen.

    Seit der Rentenreform im Jahr 2005 müssen auch immer mehr Rentner Steuern zahlen und unter Umständen eine Steuererklärung abgeben. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel: Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen? Und wie viel?

    Die freiwillige Steuererklärung lohnt sich

    Selbst wenn Sie keine SteuererklГ¤rung abgeben mГјssen – Sie dГјrfen eine abgeben! Und das lohnt sich. Oftmals kГ¶nnen gerade diejenigen Steuerzahler, die nicht zu einer Abgabe verpflichtet sind, mit einer SteuerrГјckerstattung rechnen und sich zu viel gezahltes Geld vom Staat zurГјckholen. Egal ob Arbeitnehmer, Rentner oder Auszubildender – die Experten der VLH empfehlen generell jedem, eine SteuererklГ¤rung abzugeben.

    Eine Steuererklärung abzugeben lohnt sich vor allem, wenn Sie

    • hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder auГџergewГ¶hnliche BelastungenВ haben.
    • Steuerermäßigungen beispielsweise fГјr haushaltsnahe BeschГ¤ftigungs- oder DienstleistungsverhГ¤ltnisse geltend machen mГ¶chten.
    • wenig verdienen und beispielsweise eine zweite Berufsausbildung machen. Dann kГ¶nnen Sie einen sogenannten VerlustvortragВ machen und ihr Minus steuersenkend verrechnen.
    • als Arbeitnehmer wГ¤hrend eines Kalenderjahres nicht ununterbrochen in einem DienstverhГ¤ltnis gestanden haben.
    • die HГ¶he Ihres Arbeitslohns im Laufe des Kalenderjahres variiert.
    • Ihre Steuerklasse im Laufe des Jahres geГ¤ndert haben.

    Wenn Sie eine Steuererklärung beim Finanzamt abgeben, obwohl Sie das nicht müssen, nennt sich das im Steuerrecht Antragsveranlagung.

    Sie fragen sich, mit welcher SteuerrГјckerstattung Sie bei einer freiwilligen Abgabe der SteuererklГ¤rung rechnen kГ¶nnen? Die Experten der VLH helfen Ihnen gerne weiter. Hier geht es zur Beratersuche.В

    Steuererklärung bis zu vier Jahre rückwirkend abgeben

    Geben Sie ihre Steuererklärung freiwillig ab, so sind Sie nicht an die üblichen Abgabefristen gebunden. Sie können sich wesentlich mehr Zeit lassen und Ihre Steuererklärung bis zu vier Jahre rückwirkend abgeben. Das bedeutet: Die Steuererklärung für 2015 können Sie bis zum 31.12.2019 ausfüllen und beim Finanzamt einwerfen. Früher nannte man die freiwillige Steuererklärung übrigens auch Lohnsteuerjahresausgleich.

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    22. Oktober 2014, 13:22 Uhr

    Steuererklärung Was sich von der Steuer absetzen lässt

    Achtung: Wer die Kosten für seine Haushaltshilfe von der Steuer absetzen möchte, muss den Lohn überweisen.

    Darf man sein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen? Und was ist mit den Kosten für das Au-pair? Wer seine Steuererklärung selbst macht, muss sich solche Fragen stellen. Denn viele Steuererleichterungen sind der Allgemeinheit unbekannt.

    Die Reparatur des Rollladens, die Mappe für das Bewerbungsschreiben, die Beiträge zur Rentenversicherung – all diese Kosten sind von der Steuer absetzbar. Durch eine gründliche Steuererklärung lässt sich viel Geld sparen. Hier die wichtigsten Posten, die Steuerzahler geltend machen können.

    Haushaltsnahe Dienstleistungen

    Zu haushaltsnahen Dienstleistungen zählen alle Aufgaben rund ums Haus, mit denen der Steuerzahler einen externen Dienstleister beauftragt – zum Beispiel Haushaltshilfe, Gärtner, Au-pair, Altenpfleger oder Hausmeister. Allerdings müssen die Dienstleistungen tatsächlich im Haushalt erbracht werden. Kümmert sich ein Gärtner beispielweise um das Grab der Eltern, zählt das nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen.

    Steuerzahler bekommen für Hilfskräfte, die auf 400-Euro-Basis arbeiten, 20 Prozent der Kosten erstattet, höchstens aber 510 Euro im Jahr. Bei Vollzeitangestellten lassen sich ebenfalls 20 Prozent der Aufwendungen absetzen. Die maximale Entlastung liegt bei 4000 Euro im Jahr.

    Auch für Handwerkerarbeiten können Steuerzahler 20 Prozent der Kosten, höchstens aber 1200 Euro jährlich, erstattet bekommen. Das gilt sowohl für Vermieter als auch für Mieter. Als haushaltsnahe Dienstleistung anerkannt wird alles, was mit Renovierung, Erhalt oder Modernisierung zu tun hat. Allerdings können nur Lohnkosten geltend gemacht werden, Materialkosten dagegen nicht. Wichtig ist sowohl bei Handwerkern, als auch bei anderer Unterstützung im Haushalt, dass die Dienstleister per Banküberweisung und nicht bar bezahlt wurden. Mit den Steuererleichterungen möchte der Staat Schwarzarbeit eindämmen.

    Werbungskosten

    Für den Weg zur Arbeit gibt es 30 Cent pro Kilometer vom Finanzamt zurück.

    Werbungskosten sind alle Aufwendungen, die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen nötig sind. In diesen Bereich fallen beispielsweise Fahrtkosten, Ausgaben zur Weiterbildung und Aufwendungen für Büromaterial. Jeder Arbeitnehmer kann einen Pauschalbetrag von 1000 Euro geltend machen. Wer höhere Ausgaben hat, kann auch mehr absetzen. Dann sind allerdings genaue Nachweise notwendig.

    Wer zu Hause arbeitet, ohne ein Büro von seinem Arbeitgeber gestellt zu bekommen, kann die Kosten für sein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Im Falle von Lehrern beispielsweise, deren Haupttätigkeit außerhalb des Büros stattfindet, die aber kein eigenes Büro vom Arbeitgeber gestellt bekommen, gilt eine Obergrenze von 1250 Euro. Ist das Arbeitszimmer nicht in der eigenen Wohnung oder hat zumindest einen eigenen Eingang, gibt es keine Obergrenze. Auch wenn der Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit in diesem Zimmer liegt, können alle Kosten abgesetzt werden.

    Für den Weg zur Arbeit gibt es pro Kilometer eine Entfernungspauschale von 30 Cent, egal mit welchem Verkehrsmittel die Strecke zurückgelegt wird. Es zählt allerdings nur eine Strecke, nicht Hin- und Rückweg und nur die kürzeste Verbindung. Fahrtkosten zur Schule der Kinder lassen sich nicht absetzen.

    Wer sein privates Telefon auch beruflich nutzt, kann 20 Prozent der Telefonrechnung als Werbungskosten geltend machen, jedoch höchstens 20 Euro pro Monat. Auch Kosten für Berufskleidung gelten als Werbungskosten und sind damit von der Steuer absetzbar. Allerdings gilt als Berufskleidung nur solche, die nicht im Alltag getragen werden kann, zum Beispiel eine Richterrobe, Sicherheitsschuhe oder ein Arztkittel.

    Das sind die häufigsten Fehler bei der Steuererklärung

    Bewerbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen

    Kosten für Bewerbungen können in voller Höhe abgesetzt werden. Dazu zählen nicht nur Ausgaben für Bewerbungsmappen oder die Fahrtkosten zu Bewerbungsgesprächen, sondern auch solche für Bücher, Fachzeitschriften und Kurse. Wer nicht mehr alle Ausgaben belegen kann, darf pauschal 2,50 Euro pro elektronischer Bewerbung und 8,50 Euro pro per Post versendeter Bewerbung angeben. Als Nachweise müssen Kopien von Bewerbungsschreiben und Antworten beigelegt werden.

    Auch Kosten, die bei einem beruflich bedingten Umzug anfallen, gelten als Werbungskosten. Bei einem privaten Umzug lassen sich die Kosten für ein Umzugsunternehmen als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen.

    Bis zu 4000 Euro können Steuerzahler für die Betreuung des Kindes absetzen.

    Sonderausgaben

    Sonderausgaben sind Aufwendungen, die der privaten Lebensführung zuzurechnen sind und nicht in das Gebiet der haushaltsnahen Dienstleistungen fallen. So zum Beispiel Beiträge für die private Altersvorsorge. Steuerzahler können 20 Prozent des gesetzlichen Rentenbeitrags und 70 Prozent der Beiträge für die private Altersvorsorge wie Rürup- oder Riester-Rente absetzen.

    Auch Kranken -und Pflegeversicherung können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung und andere Versicherungen, die persönliche Lebensrisiken absichern, wie zum Beispiel Unfallversicherung oder Haftpflichtversicherung, sind nur in Grenzen absetzbar – nämlich dann, wenn Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zusammen unter 1900 Euro bei Angestellten und unter 2800 Euro bei Selbständigen liegen. Anderenfalls wirken sich die Versicherungskosten nicht mehr steuersenkend aus.

    Die Suche nach dem richtigen Steuerberater

    Eltern können zwei Drittel ihrer Kinderbetreuungskosten als Sonderkosten von der Steuer absetzen, maximal aber 4000 Euro pro Kind. Zudem darf das Kind nicht älter als 14 Jahre sein. Kann es sich aufgrund einer geistigen oder körperlichen Behinderung, die vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist, nicht selbst finanziell unterhalten und lebt im Haushalt der Eltern, gilt keine Altersbeschränkung. Besucht das Kind ein Internat, lassen sich auch dafür Kosten von der Steuer absetzen. Allerdings nur die für den Unterricht, nicht aber für Kost und Logis.

    Nachhilfeunterricht kann nur in Ausnahmefällen von der Steuer abgesetzt werden. Nämlich dann, wenn schulische Lücken durch einen beruflich bedingten Umzug der Familie entstanden sind. Kosten für Schulbücher und Nachhilfeunterricht sind dann bis zu einer Höchstgrenze von 808,50 Euro voll absetzbar. Die darüberhinausgehende Summe lässt sich bis zu einer Grenze von 1617 Euro zu 75 Prozent geltend machen.

    Auch Spenden, gezahlte Kirchensteuer und Unterhaltszahlungen an den Ex-Partner gehören zu den Sonderausgaben. Letztere sind alternativ auch als außergewöhnliche Belastungen absetzbar. Nicht absetzbar sind dagegen Unterhaltszahlungen für Kinder. Es sei denn, die Kinder sind gesetzlich unterhaltspflichtig, die Eltern haben aber keinen Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibeträge bei der Steuererklärung.

    Kosten für das Seniorenheim können als außergewöhliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden.

    (Foto: iStockphoto/Anne de Haas)

    Außergewöhnlich Belastungen

    Der Bereich der außergewöhnlichen Belastungen ist vielfältig und reicht von Scheidung über Krankheit bis hin zur Beerdigung. Die Kosten müssen allerdings so hoch sein, das sie über die Grenze der zumutbaren Belastungen hinausgeht. Diese Grenze ist abhängig von Einkommen, Familienstand und Zahl der Kinder.

    Kosten einer Beerdigung beispielsweise lassen sich nur von der Steuer absetzen, wenn das Erbe geringer ist als die Kosten für die Beerdigung. Bei einer Scheidung lassen sich nur solche Kosten absetzen, die zwangsläufig durch das Gerichtsverfahren entstehen, also Anwaltskosten, Gerichtskosten und Fahrtkosten zum Notar. Auch Unterhaltszahlungen an den Ex-Partner können geltend gemacht werden, sofern sie nicht schon als Sonderkosten eingetragen wurden.

    Als außergewöhnliche Belastung gelten zudem Krankheits- und Pflegekosten, die nicht die Krankenkasse übernimmt. Auch wenn durch einen Brand oder ein Hochwasser existenziell wichtige Gegenstände, wie Kleidung oder Hausrat verloren gegangen sind, gibt es steuerliche Erleichterung. Aber nur, wenn keine allgemeine Versicherung möglich war und zumutbare Schutzmaßnahmen ergriffen worden sind. Die Ausgaben dürfen den Wert des ersetzten Gegenstandes zudem nicht überschreiten.

    Источники: http://www.merkur.de/leben/geld/steuererklaerung-neue-abgabefrist-gesetzesaenderungen-zr-7710062.html, http://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/wer-muss-eine-steuererklaerung-abgeben.html, http://www.sueddeutsche.de/geld/steuererklaerung-was-sich-von-der-steuer-absetzen-laesst-und-was-nicht-1.2129924

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