Steuererklärung schwangerschaft

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    Steuererklärung schwangerschaft

    Elterngeld, Kindergeld, Kinderbetreuung

    Was Eltern von der Steuer absetzen können

    24.01.2013, 13:28 Uhr | dpa

    Für Eltern gibt es bei der Steuererklärung einiges zu beachten. (Quelle: blickwinkel/imago)

    Eltern schenken ihrem Nachwuchs nicht nur Zeit und Liebe. Mitunter zahlen sie auch eine Menge Geld für ihre Kinder – etwa 120.000 Euro geben sie im Schnitt bis zur Volljährigkeit für ihre Kinder aus. Allerdings können Eltern auch etwas zurückbekommen. Denn das Finanzamt erkennt einige der typischen Ausgaben steuermindernd an. Das können Eltern von der Steuer absetzen.

    Windeln, Spielzeug, Kleidung, Schulbücher – Kinder sind teuer. Doch an vielen Punkten kommt der Staat den Eltern entgegen. Einen Teil der Ausgaben können sie über die Steuererklärung zurückholen. Es lohnt sich, Rechnungen aufzuheben und genauer hinzusehen – vor allem bei den folgenden Punkten.

    Das gilt beim Elterngeld: die richtige Steuerklasse

    Das Elterngeld wird bis zu 14 Monate gezahlt. Voraussetzung dafür ist, dass beide Partner eine berufliche Auszeit nehmen. Ein Elternteil muss sich mindestens zwei Monate zu Hause um den Nachwuchs kümmern. „In der Regel werden 65 Prozent des Nettolohns gezahlt“, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin.

    Allerdings ändert sich die Berechnung in 2013. Während bisher der reale Nettolohn zugrunde gelegt wurde, werden nun pauschale Beträge für Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer berechnet, erklärt Rauhöft. In der Lohnsteuerkarte eingetragene Freibeträge für hohe Werbungskosten oder den Behindertenpauschbetrag würden nicht mehr berücksichtigt.

    Verheiratete Paare sollten zu Beginn der Schwangerschaft ihre Steuerklassen überprüfen und gegebenenfalls tauschen, rät Anita Käding vom Bund der Steuerzahler in Berlin. „Meistens bleibt ja die Frau zuerst und länger zu Hause. Sie hat aber meist die Steuerklasse 5, also mehr Abzüge. Ein Wechsel in Steuerklasse 3 würde ihr ein höheres Elterngeld bringen.“ Dafür müssten die Partner aber mindestens sieben Monate vor der Geburt tauschen.

    Kindergeld oder Kinderfreibeträge?

    Ob Kindergeld oder Kinderfreibeträge für die Eltern sinnvoller sind, prüft das Finanzamt über die Einkommenssteuererklärung. „Ab einem Bruttoeinkommen von 33.000 Euro für Alleinerziehende beziehungsweise 63.000 Euro für zusammenveranlagte Ehepaare sind die Freibeträge günstiger“, erklärt Markus Deutsch vom Deutschen Steuerberaterverband in Berlin.

    Deutsch rät aber dazu, immer zuerst einen Antrag auf Kindergeld zu stellen. Wer das vergesse, gehe im schlimmsten Fall leer aus, weil das Finanzamt lediglich prüfe, was theoretisch günstiger sei und nicht, was tatsächlich beantragt und gezahlt wurde. Das Kindergeld werde auf jeden Fall bis zum 18. Lebensjahr des Kindes gewährt. Spätestens am 25. Geburtstag ist aber Schluss.

    Betreuungskosten: Welche Ausgaben lassen sich absetzen?

    Betreuungskosten, die durch einen Platz im Kindergarten, im Hort oder eine staatlich geförderte Tagesmutter anfallen, können Eltern bis zum 14. Lebensjahr des Kindes steuerlich geltend machen. „Zwei Drittel der Kosten sind absetzbar, maximal 4000 Euro pro Jahr“, so Markus Deutsch. Auch Hausaufgabenbetreuung falle darunter. Kosten für Musikschulen und Sportvereine lassen sich hingegen nicht absetzen.

    Eltern sollten wissen: „Es dürfen nur die Betreuungskosten abgerechnet werden, keine Verpflegung und kein Unterricht.“ Ausgenommen seien lediglich Kindergärten, in denen Sprachförderung stattfinde. Dies gelte oft nicht als Unterricht, sondern als Betreuung. „Wenn die Großeltern zum Kind nach Hause kommen und vertraglich geregelt ist, dass den Großeltern zumindest die Benzinkosten erstattet werden, können diese Aufwendungen als Betreuungskosten abgesetzt werden.“ Allerdings muss per Überweisung bezahlt werden.

    Zuschuss vom Arbeitgeber

    Der Chef kann zusätzlich zum Gehalt auch einen Teil der Kita-Gebühren oder die volle Summe zahlen – etwa anstelle einer Gehaltserhöhung. „Das kann ein Bonus für beide sein“, sagt Markus Deutsch. „Das Unternehmen überweist die Gebühren mit dem Lohn, muss aber dafür weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben leisten.“ Der Arbeitnehmer müsse dafür weniger Betreuungskosten übernehmen. „Wichtig ist aber, dass der Zuschuss zusätzlich zum Lohn und nicht als Teil des Lohns gezahlt wird“, erläutert Käding.

    Au-Pair: Unbedingt einen schriftlichen Vertrag abschließen

    Kosten für Au-Pairs, also junge Menschen aus dem Ausland, die für einige Monate als Babysitter und Haushaltshilfen mit der Familie leben, könnten steuerlich geltend gemacht werden, ergänzt Anita Käding. „Die Hälfte der Aufwendungen kann man in der Regel als Kinderbetreuungskosten absetzen, die andere Hälfte als haushaltsnahe Dienstleistung.“ Aber Achtung: Es müsse ein schriftlicher Vertrag zwischen Familie und Au-Pair geschlossen und das Honorar auf ein Konto überwiesen, also nicht bar ausgezahlt, werden.

    Können Eltern die Kosten für die Schulausbildung steuerlich absetzen?

    Kosten für eine normale Schulausbildung können Eltern zwar nicht beim Finanzamt geltend machen. Die Beiträge für Privatschulen dagegen schon. „Das Finanzamt berücksichtigt 30 Prozent der gesamten Kosten, außer für Unterkunft, Betreuung und Verpflegung, maximal 5000 Euro pro Jahr“, sagt Rauhöft. Das gelte auch fürs Studium im Ausland. „Es muss aber eine Hochschule in der Europäischen Union und ein Studiengang mit einem in Deutschland anerkannten Abschluss sein.“

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    Schwangerschaft und Entbindung

    Welche Kosten für Schwangerschaft und Geburt kann ich angeben?

    Alle Kosten, die Ihnen wegen einer Schwangerschaft und der Geburt eines Kindes entstehen, können Sie steuerlich geltend machen. Diese Kosten sind außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art und wie Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen absetzbar. Davon zieht das Finanzamt allerdings Ihre zumutbare Belastung ab. Vorher müssen Sie noch die Beträge abziehen, die von der Krankenkasse oder einer Krankenversicherung erstattet wurden.

    Zu den Ausgaben, die das Finanzamt anerkennt, gehören beispielsweise die Kosten für eine Hebamme, für einen Arzt oder Medikamente. Auch Fahrtkosten zum Arzt oder zum Krankenhaus oder nach der Geburt zum Kinderarzt werden anerkannt. Kursgebühren für eine Geburtsvorbereitung und die Rückbildungsgymnastik können Sie ebenfalls absetzen, wenn sie medizinisch notwendig sind. Dies muss Ihnen Ihr Arzt bescheinigen. Anerkannt werden auch die Ausgaben für eine künstliche Befruchtung, nicht jedoch nach einer freiwilligen Sterilisation.

    Prinzipiell können Sie alle Kosten rund um Schwangerschaft und Entbindung geltend machen, sofern diese medizinisch notwendig sind, also vom Arzt verordnet wurden. Sie können auch die Ausgaben für nicht verschreibungspflichtige Medikamente, z.B. Eisenpräparate angeben, sobald diese vom Arzt verordnet werden.

    Bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln werden die tatsächlich entstandenen Kosten anerkannt. Bei Fahrten mit dem eigenen Pkw können Sie die Kosten mit der Dienstreisepauschale von 30 Cent je Fahrtkilometer absetzen. Besuchsfahrten zu Mutter und Kind ins Krankenhaus werden nur in besonderen Härtefällen als notwendig anerkannt.

    Leistungen aus einer Krankenhaustagegeldversicherung müssen Sie auf Ihre Krankenhauskosten anrechnen, die Leistungen aus einer Krankentagegeldversicherung hingegen nicht.

    Nicht als außergewöhnliche Belastungen angeben können Sie beispielsweise Umstandskleidung, die Erstausstattung für das Kind, Möbel für das Kinderzimmer oder den Umzug in eine größere Wohnung.

    Brauchen Sie nach der Geburt eine Haushaltshilfe, können Sie die Ausgaben hierfür unter den haushaltsnahen Dienstleistungen absetzen. Die Ausgaben können in folgender Höhe steuermindernd berücksichtigt werden:

    • 20 Prozent, maximal 510 Euro, für eine geringfügig beschäftigte Haushaltshilfe,
    • 20 Prozent, maximal 4.000 Euro, für eine sozialversicherungspflichtig angestellte Haushaltshilfe sowie für haushaltsnahe Dienstleistungen, die von selbständigen Dienstleistern erbracht werden.

    Falls die Haushaltshilfe, egal ob geringfügig oder sozialversicherungspflichtig, nicht während des ganzen Jahres beschäftigt ist, werden die Höchstbeträge von 510 Euro bzw. 4.000 Euro nicht zeitanteilig gekürzt. Wird die Haushaltshilfe nur vorübergehend für längstens drei Monate zu einem Monatslohn unter 450 Euro beschäftigt, handelt es sich nicht um eine geringfügige, sondern um eine kurzfristige Beschäftigung. In diesem Fall sind die Aufwendungen – wie bei haushaltsnahen Dienstleistungen – mit 20 %, höchstens 4.000 Euro im Jahr, direkt von der Steuerschuld abziehbar. Vorteilhaft ist, dass Sie als Arbeitgeber für eine kurzfristig beschäftigte Haushaltshilfe keine Pauschalabgabe an die Minijobzentrale abführen müssen.

    Über die Suche in unserem Steuer-Tool finden Sie weitere Informationen zu den Möglichkeiten, haushaltsnahe Dienstleistungen abzusetzen.

    Wie muss ich die Ausgaben für Schwangerschaft und Entbindung belegen?

    Sie müssen die Ausgaben für Medikamente, Heilmittel oder spezielle Kurse, z.B. den Geburtsvorbereitungskurs durch Belege nachweisen. Außerdem verlangt das Finanzamt, dass Sie die Anwendungen als medizinisch notwendig nachweisen können. Hierzu brauchen Sie ein Attest vom Amtsarzt. Wichtig ist, dass das Attest ausgestellt wurde, bevor die Kosten entstanden.

    Sobald Sie ein Attest von Ihrem Arzt haben, das eine bestimmte Maßnahme oder ein Medikament empfiehlt, sammeln Sie die Quittungen. Die Ausgaben für Schwangerschaft und Entbindungen können Sie gemeinsam mit weiteren außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art absetzen, wenn Sie Ihre zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Erst am Jahresende ist wirklich klar, wie hoch Ihre Ausgaben für Heilmittel und Behandlungen tatsächlich sind.

    Dann können Sie anhand unserer Übersicht berechnen, ob sich eine Angabe in der Steuererklärung lohnt, denn das Finanzamt zieht von den tatsächlichen Ausgaben Ihre zumutbare Eigenbelastung ab. Nur der verbleibende Betrag wirkt sich steuermindernd aus.

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    Aufwendungen für Schwangerschaft und Entbindung

    Summe der Aufwendungen für Schwangerschaft und Entbindung, die Sie bereits erfasst haben.

    Bezeichnung

    Beachten Sie, dass nur der Teil Ihrer Kosten sich steuermindernd auswirkt, der die zumutbare Belastung übersteigt.

    Geben Sie hier die Höhe der entstandenen Kosten in Verbindung mit der Schwangerschaft und Entbindung an.

    Beachten Sie, dass nur der Teil Ihrer Kosten sich steuermindernd auswirkt, der die zumutbare Belastung übersteigt.

    Erstattungen (z.B. Leistungen der Krankenkasse) geben Sie gesondert im Feld „Erstattungen“ an.

    Erstattungen

    Geben Sie hier die Höhe der erhaltenen oder noch zu erwartenden Erstattungen (z.B. Leistungen der Krankenkasse oder aus anderen Versicherungen) an.

    Beachten Sie, dass nur der Teil Ihrer Kosten sich steuermindernd auswirkt, der die zumutbare Belastung übersteigt.

    Kosten fГјr die Schwangerschaft von der Steuer absetzen

    Geburtsvorbereitungskurs, Taxi-Fahrt ins Krankenhaus, spezielle Untersuchungen: Viele Kosten während der Schwangerschaft sind absetzbar.

    Der Fiskus behandelt eine Schwangerschaft wie eine Krankheit. Das hört sich erst einmal herzlos an, ist in Wirklichkeit aber ein großer Vorteil für alle werdenden Mütter: Viele Rechnungen, die sie im Zusammenhang mit der Schwangerschaft haben, können sie als außergewöhnliche Belastung absetzen. Wie das mit dem Absetzen funktioniert, erklärt unser Artikel Was heißt "von der Steuer absetzen"?

    Diese Schwangerschaftskosten lassen sich absetzen

    • KursgebГјhren fГјr den Geburtsvorbereitungskurs
    • KursgebГјhren fГјr die Schwangerschaftsgymnastik, wenn die Gymnastik vom Arzt verordnet wurde
    • Rechnungen fГјr Medikamente und Untersuchungen, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden
    • Rechnungen fГјr die Hebamme
    • Fahrtkosten zu den Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt
    • Fahrtkosten zur Schwangerschaftsgymnastik und zum Geburtsvorbereitungskurs
    • Fahrtkosten ins Krankenhaus zur Entbindung

    Wer mit dem Taxi zum Arzt, zum Kurs oder zur Entbindung fährt, sollte sich unbedingt Quittungen dafür geben lassen und diese Quittungen seiner Steuererklärung anhängen. Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, kann für jeden gefahrenen Kilometer hin und zurück 30 Cent von der Steuer absetzen. Steuerlich gesehen werden diese Fahrten wie eine Dienstreise abgerechnet.

    Unser Tipp:

    Sammeln Sie jede einzelne Rechnung, jede Quittung und jeden Beleg, der im Zusammenhang mit der Schwangerschaft anfällt. Bei den außergewöhnlichen Belastungen kann man nämlich nicht vom ersten Euro an Steuern sparen, sondern muss eine bestimmte Summe überschreiten. Diese sogenannte zumutbare Belastungsgrenze kann ganz unterschiedlich hoch oder niedrig ausfallen, je nachdem wie viele Kinder man hat, ob man ledig oder verheiratet ist und wie viel man verdient.

    Wichtig: Sie dürfen nur das von der Steuer absetzen, was Sie auch selbst gezahlt haben. Rechnungen, die Ihre Krankenkasse, eine Zusatzversicherung oder der Arbeitgeber übernommen haben, zählen nicht dazu.

    Auch die Kosten fГјr die Geburt kann man absetzen

    Die Rechnungen für den entbindenden Arzt, das Krankenhaus oder die nachsorgende Hebamme sind ebenfalls von der Steuer absetzbar. Welche Kosten noch dazu gehören, zeigt Ihnen unser Artikel Geburt: Kann ich die Kosten absetzen?

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    Источники: http://www.t-online.de/leben/familie/id_61826118/was-eltern-von-der-steuer-absetzen-kindergeld-elterngeld.html, http://www.lohnsteuer-kompakt.de/texte/2017/343/schwangerschaft_und_entbindung, http://www.vlh.de/familie-leben/kinder/kosten-fuer-die-schwangerschaft-von-der-steuer-absetzen.html

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