Steuererklärung wann lohnt es sich

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    Jetzt gibt's Geld zurück So lohnt sich die Steuererklärung

    Wer sich die Mühe nicht selbst machen möchte, beauftragt einen Steuerberater.

    Viele Menschen müssen gar keine Steuererklärung abgeben. Es gibt aber einen guten Grund, es trotzdem zu tun: Fast 900 Euro durchschnittliche Rückerstattung konnten Arbeitnehmer zuletzt einstreichen. Wo und wie holt man am meisten raus?

    "Schnell die Steuererklärung machen" steht vermutlich bei den wenigsten Menschen auf der Liste der guten Vorsätze für 2017. Muss es auch nicht, denn die Finanzämter beginnen ohnehin erst im März damit, die Formulare für 2016 zu bearbeiten. Bis dahin müssen Arbeitgeber, Versicherungen und andere Institutionen die nötigen Daten an die Finanzverwaltung übermitteln. Die ersten Steuerbescheide dürften also Mitte März in den Briefkästen liegen. Und im besten Fall verheißen sie eine Rückzahlung, welche die vorangegangene Mühe rechtfertigt. Die Chancen stehen gut, zumindest für Angestellte. In den letzten Jahren haben sie im Schnitt knapp 900 Euro zurückbekommen. Im neuen "Finanztest"-Heft erklärt die Stiftung Warentest, für wen sich die Steuererklärung besonders lohnt.

    Wer sollte unbedingt die Steuererklärung machen?

    Gute Aussichten auf eine Rückerstattung haben demnach beispielsweise Angestellte, die nicht das ganze Jahr durchgearbeitet haben. Grund sind die Lohnsteuerprogramme der Arbeitgeber. Diese berechnen den monatlichen Steuerabzug so, als würden zwölf gleich hohe Gehälter gezahlt. Wenn die tatsächlichen Einkünfte niedriger ausfallen, ist der persönliche Steuersatz aber günstiger.

    Gut sieht es auch für Ehe- und gesetzliche Lebenspartner aus, die nicht die optimalen Steuerklassen gewählt haben. Die Kombination IV/IV eignet sich beispielsweise nur, wenn beide Partner gleich viel verdienen. Ansonsten kann man sich zu viel gezahlte Steuern zurückholen. Auch für Alleinerziehende gibt es eine ideale Steuerklasse, nämlich die II. Wer im vergangenen Jahr anders eingestuft war, kann sich über die Steuererklärung den Entlastungsbetrag anrechnen lassen.

    Bei Kapitalanlagen führen Banken oder Fondsgesellschaften automatisch 25 Prozent Abgeltungssteuer ans Finanzamt ab. Wer vergessen hat, einen Freistellungsauftrag zu erteilen, kann sich zu viel gezahlte Steuern nachträglich erstatten lassen. Aber auch, wenn die Gesamteinkünfte eher niedrig ausgefallen sind, gibt es Chancen. Wenn das zu versteuernde Einkommen 2016 unter dem Grundfreibetrag von 8652 Euro lag, zahlt das Finanzamt die komplette Abgeltungssteuer zurück. Und auch wenn der persönliche Grenzsteuersatz unter 25 Prozent lag, gibt es eine Rückzahlung.

    Die Abgeltungssteuer wird automatisch abgeführt, wenn man keinen Freistellungsauftrag erteilt hat.

    Keine dieser Bedingungen ist erfüllt? Macht nichts, es gibt genügend andere Sparmöglichkeiten in der Steuererklärung. Hier die wichtigsten:

    Werbungskosten

    1000 Euro Werbungskosten berücksichtigt das Finanzamt auch ohne Steuererklärung. Doch diese Marke überschreiten viele Berufstätige schon durch die Entfernungspauschale von 30 Cent. Sie müssen nur täglich mindestens 15 Kilometer zur Arbeit pendeln. Bei doppelter Haushaltsführung kommen zu den Fahrtkosten zur Arbeit und nach Hause auch noch die Aufwendungen für die zweite Wohnung, also Miete und Ausstattung. Bis zu 12.000 Euro im Jahr erkennt das Finanzamt an. Wer aus beruflichen Gründen umgezogen ist, kann entweder die Umzugskostenpauschale (764 Euro für Alleinstehende, 1528 Euro für Verheiratete) gelten machen oder die tatsächlich Kosten, etwa für Spedition, Wohnungssuche oder doppelte Miete.

    Beim häuslichen Arbeitszimmer schauen die Finanzämter bekanntlich gern genauer hin. Wer das Zimmer nachweislich zu 90 Prozent beruflich nutzt und auch darauf angewiesen ist, darf die vollen Kosten ansetzen, Lehrer und Versicherungsvertreter maximal 1250 Euro im Jahr.

    Zu den übrigen Werbungskosten gehört alles, was man für den Beruf ausgibt und was der Arbeitgeber nicht bezahlt, von Fachliteratur über Fortbildungen bis hin zur Bewerbungskosten. Auch die Kosten für Ein- und Ausstand im Kollegenkreis werden neuerdings anerkannt.

    Handwerker und Haushaltshilfen

    Hier kann fast jeder etwas eintragen, auch wenn er weder Gärtner noch Putzfrau beschäftigt. Viele Dienstleistungen rund um Haus oder Wohnung lassen sich nämlich gar nicht vermeiden. So beteiligt sich das Finanzamt mit 20 Prozent an den Ausgaben für Schornsteinfeger, an den Heizungsmessungen oder an der Wartung des Treppenlifts. Mieter sollten unbedingt die letzte Betriebskostenabrechnung zu Hand nehmen, hier sind die abzugsfähigen Kosten meist auf einer Extraseite aufgeschlüsselt. Neben klassischen Posten wie Haushaltshilfe, Hausmeister oder Gartenpflege lassen sich nun auch auch die Kosten für Tierbetreuung abrechnen, so sie denn zu Hause stattfindet. Der Katzensitter für den Urlaub wird also gesponsert, der Gassi-Service eher nicht.

    Der Staat sponsert auch die Putzfrau – natürlich nur, wenn sie nicht schwarz beschäftig wird.

    Egal, ob Babysitter oder Putzfrau: Wichtig ist, dass man die Helfer nicht bar bezahlt. Das Finanzamt erkennt nur Überweisungen an.

    Kinderbetreuung

    Die Kosten für den Gelegenheits-Babysitter kann man im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen abrechnen. Regelmäßige Kinderbetreuungskosten macht man separat als Sonderausgaben geltend. Für jedes Kind unter 14 Jahren erkennt das Finanzamt bis zu 6000 Euro für Tagesmütter, Kita oder Hort an. Auch wenn die Betreuung in der Familie bleibt und man beispielsweise die Großeltern einspannt, kann das berücksichtigt werden. Wichtig ist, dass die Betreuung auch hier vertraglich geregelt wird und dass tatsächlich Geld fließt. "Finanztest" rät, die Großeltern als Minijobber auf 450-Euro-Basis zu beschäftigen, um Steuern und Sozialabgaben gering zu halten.

    Arztkosten

    Eigentlich sind Gesundheitskosten Privatsache. Der Fiskus beteiligt sich aber, wenn die Grenzen des Zumutbaren überschritten werden. Der zumutbare Eigenanteil liegt zwischen einem und sieben Prozent der Einkünfte, wo genau, hängt vom Einkommen, vom Familienstand und der Zahl der Kinder ab. Absetzen lassen sich ärztlich verordnete Medikamente und Therapien, Kuren, Zahnersatz oder auch Sehhilfen – vorausgesetzt, sie sind medizinisch notwendig. Schönheits-OPs oder Sitzungen beim Wunderheiler muss man allein bezahlen.

    Die Leistungen aus der Pflegeversicherung decken normalerweise nicht alle Kosten. Wer 2016 selbst eine Pflegestufe hatte oder einen nahen Angehörigen unterstützt hat, kann einen Teil der als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Dazu zählen auch Aufwendungen für einen ambulanten Pflegedienst oder die Unterbringung in einem Pflegeheim.

    Unterstützung für Bedürftige

    Kindergeld gibt es maximal bis zum 25. Geburtstag. Wer seinem Nachwuchs darüber hinaus Unterhalt zahlt oder andere bedürftige Angehörige unterstützt, kann bis zu 8652 Euro plus Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge von der Steuer absetzen. Auch wenn man einen Flüchtling mit Aufenthaltserlaubnis in seinem Haushalt aufgenommen hat, beteiligt sich der Fiskus.

    Geförderte Altersvorsorge

    Der Zulagenantrag ist das A und O für Riester-Sparer. Dazu kommen mögliche Steuervorteile. Wer darauf nicht verzichten will, sollte die Zahlungen unbedingt in der Anlage AV eintragen. Noch wichtiger ist die Steuererklärung für Sparer mit einem Rürup-Vertrag. Hier läuft schließlich die komplette Förderung über die Steuer. Also unbedingt die Anlage Vorsorgeaufwand ausfüllen!

    In welchen Fällen lohnt sich der Gang zum Steuerberater?

    GrundsГ¤tzlich haben Sie 4 MГ¶glichkeiten, die SteuererklГ¤rung anzugehen: Die umfassendste – was Beratungstiefe, aber auch die Kosten angeht – ist sicher der Gang zum Steuerberater oder zum Lohnsteuerhilfeverein.

    Der Steuerberater ist der Mann für komplexe Fälle

    Als Faustregel gilt: Je weniger Fachwissen oder Interesse Sie in Steuerfragen mitbringen, und je komplexer Ihr Steuerfall ist, desto eher lohnt sich der Gang zum Steuerberater. Im Grunde ist es Г¤hnlich wie mit Umbau- oder Renovierungsarbeiten: Fast jeder bekommt es hin, das Schlafzimmer neu zu streichen. Beim Tapezieren im Treppenhaus wird’s schon schwieriger, und vom Austausch der Elektro- und Wasserleitungen im gesamten Haus sollten selbst erfahrene Heimwerker lieber die Finger lassen.

    Lohnsteuerhilfevereine und Steuerberater in Ihrer Nähe

    Steuerberater und Kosten

    Übertragen auf Ihre Steuererklärung bedeutet das: Wenn Sie als Arbeitnehmer lediglich eine Einkunftsart (Lohn oder Gehalt) haben, keine komplizierte Familiensituation (z. B. geschieden mit Unterhaltsleistungen, Auswärtstätigkeit, Pflegefälle in der Familie etc.) vorliegt, und Sie auch sonst keine Abzugsmöglichkeiten über die gängigen Pauschalen und Freibeträge (bspw. Werbungskostenpauschale, Sonderausgaben, außergwöhnliche Belastungen etc.) hinaus haben, brauchen Sie in der Regel keinen Steuerberater. Der Grund: Es gibt kaum Beratungs- oder Gestaltungsspielraum.Hier hilft eine handelsübliche Steuersoftware die jeder einfach bedienen kann. Alle Programme bieten einen Assistenter der durch das Programm führt. Gewissermaßen einen kleinen Steuerberater.

    Wenn Sie dagegen beispielsweise über mehrere Einkunftsarten verfügen (z. B. als Vermieter, Unternehmer, oder auch durch nennenswerte Kapitalerträge), nicht alltägliche Kosten (z. B. teure Fortbildungen, Betriebsausgaben, Arbeitszimmer, Wochenendheimfahrten etc.) absetzen können, dann ist der Gang zum Steuerberater meist eine gute Idee. In der Regel berechnet Ihnen der Steuerberater den Aufwand nach Zeit die er zur Erstellung Ihrer Steuererklärung benötigt. Einen Steuerberater finden Sie hier.

    Nach unserer Erfahrung gibt es gГјnstige Steuerberater, die fГјr einen Tagessatz ab 500 EUR arbeiten. Je nach Region und Wettbewerbssituation variiert dieser Wert allerdings. TagessГ¤tze von bis zu 1.200 EUR oder auch mehr sind nicht ungewГ¶hnlich. Am besten ist es, sich ein Angebot von 2-3 Steuerberatern einzuholen. Das ist zwar aufwГ¤ndig, aber dadurch kГ¶nnen Sie ggf. ein paar hundert Euro sparen. Damit wollen wir aber nicht behaupten, dass immer der billigste Steuerberater auch der Beste ist. Genau wie bei einer Steuersoftware kГ¶nnen Sie die Kosten fГјr einen Steuerberater auch von der Steuer absetzen – also bei Ihrer SteuererklГ¤rung angeben.

    Welche Alternativen zum Steuerberater gibt es?

    Wenn Sie sich gegen den Gang zum Steuerberater entscheiden, aber trotzdem eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen (Pflichtveranlagung) oder wollen (was sinnvoll ist), haben Sie folgende Alternativen:

    • Die Erstellung der SteuererklГ¤rung mithilfe einer handelsГјblichen Steuersoftware, beispielsweise TAXMAN. Hier erhalten Sie fГјr kleines Geld (ca. 30 EUR) UnterstГјtzung sowohl bei Ihren individuellen steuerlichen Fachfragen als auch beim richtigen AusfГјllen der Steuerformulare.
    • Die SteuererklГ¤rung mit Elster-Formular (AusfГјllen der Steuerformularein Papierform oder auf digitalem Weg Гјber das Elster-Formular). Das ist zwar die kostengГјnstigste, aber sicher auch die aufwendigste MГ¶glichkeit. Hier erhalten Sie absolut keine Hilfe und Sie vergessen sehr wahrscheinlich Dinge von der Steuer abzusetzen.
    • Der Gang zum Lohnsteuerhilfeverein. Lohnsteuerhilfevereine bieten in der Regel eine Г¤hnliche Basisberatung wie der Steuerberater und Гјbernehmen auch das AusfГјllen und Einreichen Ihrer EinkommensteuererklГ¤rung. Sie finanzieren sich Гјber MitgliedsbeitrГ¤ge (meist Jahrespauschalen) und sind meist gГјnstiger als ein Steuerberater. Bei sehr komplexen FГ¤llen stoГџen Sie allerdings an ihre Grenzen – nicht zuletzt was die Beratungsbefugnis betrifft. SelbststГ¤ndigen empfehlen wir grundsГ¤tzlich den Gang zum Steuerberater.

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    Marc mag es smart

    "Ich nutze smartsteuer, weil es flexibel für jedes Betriebssystem und Tablet passt und ich erst bezahle, wenn ich die fertige Steuererklärung via ELSTER-Schnittstelle an das Finanzamt übermittle."

    Steuererklärung wann lohnt es sich

    Nicht jeder Bürger muss eine Steuerklärung abgeben. Häufig kann sich aber eine freiwillige Einkommensteuererklärung bezahlt machen. Wenn Du bestimmte zusätzliche Ausgaben hattest, bekommst du unter Umständen Geld vom Finanzamt zurück.

    Wann bist Du verpflichtet, eine Steuerklärung abzugeben?

    Im Grunde genommen muss jeder dem Finanzamt seine Einnahmen nachweisen, damit der fällige Steuerbetrag errechnet und eingezogen werden kann. Als Arbeitnehmer, der lohnsteuerpflichtig beschäftigt ist, bist Du von der Pflicht allerdings befreit. Dein Arbeitgeber zieht von Deinem Gehalt bereits den Steuerbetrag ab. Oft bekommst Du im Dezember mehr oder etwas weniger ausgezahlt, als in den anderen Monaten. Der Arbeitgeber hat dann die Steuer für das ganze Jahr berechnet, die Du zu zahlen hast. Wenn Du also Dein Geld als Arbeitnehmer verdienst und keine besonderen Ausgaben hattest, musst Du am Ende des Jahres keine Erklärung abgeben.

    Anders sieht die Sache aus, wenn Du nicht das ganze Jahr über durchgehend Geld verdient hast, vielleicht weil Du arbeitslos warst oder gerade erst ins Berufsleben eingetreten bist. In diesem Fall hat Dein Arbeitgeber wahrscheinlich zu viele Steuern an das Finanzamt abgeführt. Über eine freiwillige Einkommensteuererklärung bekommst Du sie zurück.

    Unter Werbungskosten fallen alle Ausgaben, die Dir entstehen, damit Du Deinen Job ausüben kannst. Fahrkosten für die Bahn oder das Auto können dazugehören. Auch dringend benötigte Fachliteratur oder spezielle Berufsbekleidung sind Werbungskosten . Das Finanzamt zieht automatischen einen Pauschbetrag von Deinem Einkommen für diese Ausgaben ab. Häufig aber liegen Deine Kosten viel höher als dieser Pauschbetrag.

    Damit Du die Ausgaben, die Dir entstanden sind, belegen kannst, brauchst Du Belege. Rechnungen, Fahrkarten oder Kontoauszüge musst Du zusammen mit der freiwilligen Einkommensteuererklärung vorlegen, damit das Finanzamt Deine Angaben nachprüfen kann. Es lohnt sich also, Ordnung in den eigenen Papieren zu halten und von Anfang an einen Ordner zu führen, in dem Du alle Unterlagen für die Erklärung ablegst. Dann ist es später umso einfacher, die Formulare auszufüllen. Ob Du eine freiwillige Steuererklärung abgeben willst, kannst Du Dir gut überlegen. Du hast vier Jahre Zeit, sie beim Finanzamt einzureichen.

    Источники: http://mobil.n-tv.de/ratgeber/So-lohnt-sich-die-Steuererklaerung-article19585792.html, http://www.steuern.de/steuerberater-vorteile.html, http://m.volksfreund.de/magazin/Familie/freiwillige-steuererklaerung-abgeben-wann-lohnt-sich-das_aid-4944120

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