Steuererklärung was ist absetzbar

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    Steuerberatungskosten

    Kosten für Steuerberatung absetzen

    • Zuletzt aktualisiert: 7. November 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Ausgaben für den Steuerberater, den Lohnsteuerhilfeverein, für Fachbücher oder eine Online-Steuererklärung mithilfe von Steuersoftware können Sie zumindest teilweise als Steuerberatungskosten absetzen.
    • Kosten für die Steuerberatung sind als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar, wenn sie zur Ermittlung Ihrer Einkünfte anfallen, also beruflich veranlasst sind.
    • Privat veranlasste Steuerberatungskosten können Sie nicht von der Steuer absetzen. Dies betrifft beispielsweise die Unterstützung bei der Anlage „Kind“ oder beim Mantelbogen.

    So gehen Sie vor

    • Ihr Steuerberater sollte beruflich und privat veranlasste Kosten in seiner Rechnung getrennt ausweisen.
    • Das Finanzamt akzeptiert Ausgaben, die sowohl dem beruflichen als auch dem privaten Bereich zugeordnet werden können, bis zu einer Höhe von 100 Euro als Mischkosten. Die Kosten für Steuersoftware und Fachliteratur können Sie meist komplett absetzen.
    • Statt 100 Euro abzusetzen dürfen Sie dank einer Vereinfachungsregelung der Finanzämter auch die Hälfte der tatsächlichen Kosten als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen. Interessant ist dies vor allem für Beiträge an Lohnsteuerhilfevereinen ab 202 Euro.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Die Steuererklärung selbst machen? Vielen Steuerzahlern ist das zu kompliziert, daher lassen sie sich von einem Steuerberater oder dem Lohnsteuerhilfeverein beim Ausfüllen der Formulare unterstützen. Das kostet natürlich etwas.

    Zumindest einen Teil dieser Steuerberatungskosten dürfen Sie als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen, nämlich den Betrag, der auf den beruflichen Teil entfällt.

    Erklärung selbst ausfüllen

    Wer es sich zutraut, kann viel sparen, indem er die Steuererklärung selbst erledigt, zum Beispiel mithilfe des kostenlosen Steuer-E-Books von Finanztip oder einer vergleichsweise günstigen Steuersoftware.

    Was als Steuerberatungskosten zählt

    Die Ausgaben für die professionelle Unterstützung bei der Steuererklärung durch einen Steuerberater oder die Mitgliedschaft im Lohnsteuerhilfeverein zählen zu den Steuerberatungskosten. Auch PC-Programme, Online-Software und Fachliteratur gehören dazu. Selbst die Fahrten zu Ihrem Steuerberater und Briefporto oder Telefongebühren sind Steuerberatungskosten.

    Lange Zeit konnte man Steuerberatungskosten als Sonderausgaben in der Steuererklärung eintragen und so sein zu versteuerndes Einkommen senken. Die Ausgaben mussten keiner bestimmten Einkunftsart zugeordnet werden. Seit 2006 lassen sich Ausgaben, die im Zusammenhang mit einer Steuerberatung entstehen, nur auf konkrete Einkunftsarten bezogen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten absetzen.

    Das hat auch der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil bestätigt (BFH-Urteil vom 4. Februar 2010, Az. X R 10/08). Dennoch galten die Steuerbescheide noch einige Zeit als vorläufig in diesem Punkt. Steuerzahler konnten also ihre Ausgaben für die Beratung weiter als Sonderausgaben eintragen und auf ein neues Urteil hoffen. Doch seit 2013 ist auch diese Möglichkeit dahin: Das Bundesfinanzministerium hat die Vorläufigkeit aufgehoben. Die Rechnung des Steuerberaters ist nur noch absetzbar, wenn man sie seinen Betriebsausgaben oder Werbungskosten zuordnen kann.

    Helfer für die Steuererklärung

    Absetzbar: Ermittlung der Einkünfte

    Absetzen können Sie die Ausgaben für die Steuerberatung als Werbungskosten oder Betriebsausgaben, wenn sie bei der Ermittlung Ihrer Einkünfte entstehen. Als Angestellter können Sie beispielsweise die Ausgaben unter den Werbungkosten eintragen, die bei der Erstellung Ihrer Anlage N entstehen, weil damit Ihr zu versteuerndes Einkommen ermittelt wird.

    Wenn Sie eine Wohnung vermieten oder ein Grundstück verpachten, sind auch das Einkünfte. Sofern Sie sich also bei deren Ermittlung von einem Steuerberater helfen lassen, können Sie das als Werbungskosten absetzen (Anlage V). Das gilt auch für Kapitalerträge (Anlage KAP), Renten (Anlage R) sowie Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft (Anlage L). Gewerbetreibende (Anlage G) und Freiberufler (Anlage S) können die steuerliche Beratung als Betriebsausgaben absetzen, insbesondere das Erstellen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Anlage EÜR), die Umsatzsteuer-Voranmeldungen sowie Umsatzsteuer- und Gewerbesteuer-Erklärungen.

    Ihre Ausgaben für die Steuerberatung tragen Sie bei der jeweiligen Einkunftsart ein. Als Vermieter tragen Sie also die Steuerberatungskosten unter den Werbungskosten in der Anlage V ein.

    Kosten für das Erstellen folgender Formulare können Sie absetzen

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    Nicht absetzbar: Hilfe für Steuer im privaten Bereich

    Was nicht zur Ermittlung der Einkünfte gehört, hat der Fiskus 2006 zur Privatsache erklärt – einen Steuernachlass gibt es dafür nicht. Wer sich beispielsweise helfen lässt, den Mantelbogen auszufüllen, muss die Kosten für den Lohnsteuerhilfeverein oder den Steuerberater selbst tragen. Das gilt auch für die Anlagen „Kind“, „Unterhalt“, „Altersvorsorge“ und „Vermögenswirksame Leistungen“. Diese Anlagen haben nichts mit der Ermittlung Ihrer Einkünfte zu tun und sind demzufolge auch keine Werbungskosten. Leisten Sie sich dennoch einen Steuerberater, um diese Formulare auszufüllen, sind das laut BFH keine unvermeidbaren Ausgaben, sondern „Kosten der privaten Lebensführung“ (§12 Absatz 1 EStG).

    Auch haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerkosten sowie Kirchen-, Erbschaft- oder Schenkungsteuer werden dem privaten Bereich zugeordnet. Wenn der Steuerberater hilft, diese Aufwendungen zusammenzustellen, dürfen Sie seine Rechnung nicht absetzen, weil es keine Werbungskosten (BFH-Urteil vom 16. Februar 2011, Az. X R 10/10) sind. Das gilt nicht für die Anlage EÜR zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung, in diesem Fall gehört das Ausfüllen des Formulars zur Ermittlung der Einnahmen.

    Kosten aufteilen: beruflich oder privat veranlasst

    Lassen Sie die Steuererklärung von einem Steuerberater machen, teilt er sein Honorar auf in den Teil, der abzugsfähig ist, und in den Teil, den Sie nicht absetzen können. Anhand der Rechnung können Sie die einzelnen Teile des Honorars entsprechend zuordnen, sodass Sie die berufsbedingten Beratungskosten in der Anlage N unter „Sonstiges“ (Zeile 46 bis 48) eintragen können. In der Regel übernimmt aber der Steuerberater diese Aufgabe für Sie.

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    Mischkosten bis 100 Euro als Werbungskosten

    Die Ausgaben für eine Steuersoftware, ein Fachbuch oder den Mitgliedsbeitrag des Lohnsteuerhilfevereins können Sie unter den Werbungskosten geltend machen, ohne sie aufzuteilen. Denn diese Kosten lassen sich nicht eindeutig dem privaten oder dem beruflichen Bereich zuordnen. Als sogenannte Mischkosten akzeptiert das Finanzamt die kompletten Ausgaben für die Beratung bis 100 Euro als Werbungskosten.

    Höhere Mischkosten werden gestaffelt: Liegen Ihre Steuerberatungskosten zwischen 100 und 200 Euro, können Sie davon 100 Euro einer Einkommensart Ihrer Wahl, beispielsweise als Vermieter oder Rentner, den Werbungskosten zuordnen. Den Rest können Sie nicht absetzen.

    Bei höheren Mischkosten können Sie von einer Option profitieren. Die Finanzämter akzeptieren nämlich, wenn Sie pauschal die Hälfte der Kosten für den Lohnsteuerhilfeverein, Fachliteratur oder die Steuersoftware als Werbungskosten geltend machen. Haben Sie beispielsweise Steuerberatungskosten von 150 Euro, können Sie davon 100 Euro absetzen, bei Kosten von 250 Euro können Sie 125 Euro absetzen. Ab Kosten von 202 Euro im Jahr ist die Vereinfachungsregelung, dass Sie die Hälfte absetzen können, die günstigere Variante. Dies ist eine Option, von der beispielsweise Mitglieder eines Lohnsteuerhilfevereins profitieren können.

    Pauschbeträge überschreiten

    Steuerberaterkosten als Werbungskosten einzutragen, lohnt sich bei einigen Einkunftsarten erst, wenn Ihre Werbungskosten insgesamt einen bestimmten Betrag erreichen. Diesen Pauschbetrag zieht der Fiskus bei jedem Steuerzahler automatisch ab:

    – bei nichtselbstständiger Arbeit: Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro,

    – bei Kapitalvermögen: Sparerpauschbetrag von 801 Euro beziehungsweise 1.602 Euro (Ehepaare),

    – bei Renten: Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro.

    Steuerberatungskosten für Mieteinnahmen oder betriebliche Einkünfte können Sie sofort geltend machen. Dabei gibt es keine Pauschbeträge.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Außergewöhnliche Belastungen

    Krankheitskosten in der Steuererklärung angeben

    • Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ausgaben für Brillen, Zahnersatz, Physiotherapie oder Akupunktur sind typische Krankheitskosten, die Sie als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen können.
    • Allerdings müssen Sie dafür Ihre individuelle Belastungsgrenze (zumutbare Belastung) überschritten haben. Diese hängt von der Höhe Ihrer Einkünfte, Ihrem Familienstand und der Zahl Ihrer Kinder ab.
    • Nach einem neuen Urteil des Bundesfinanzhofs ist die zumutbare Belastung für jeden Steuerpflichtigen gestaffelt nach Einkommensstufen zu ermitteln (Az. VI R 75/14). Folglich sind höhere Beträge abzugsfähig.
    • Prophylaxe lohnt sich für die Steuer nicht: Kosten für vorbeugende Maßnahmen erkennt der Fiskus nicht an.

    So gehen Sie vor

    • Erst das Attest, dann die Behandlung – diese Reihenfolge erhöht Ihre Chancen, dass das Finanzamt Ihre Ausgaben anerkennt.
    • Auch selbst getragene Rezeptkosten, Zuzahlungen zu Heilmitteln sowie Fahrtkosten zu Ärzten und Kliniken sind absetzbar.
    • Die Krankheits-, Kur- und Pflegkosten geben Sie im Hauptvordruck Ihrer Steuererklärung an (Erklärung 2016: in Zeile 67).
    • Falls Sie die Kosten nicht bei Ihrer privaten Krankenkasse (PKV) geltend gemacht haben, um eine Beitragsrückerstattung zu bekommen, bringt dies steuerlich nichts.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Haben Sie in einem Jahr sehr hohe Ausgaben wegen Gesundheitsproblemen, dann stehen die Chancen gut, dass Sie im Gegenzug weniger Steuern zahlen müssen. Allerdings müssen Sie dafür eine magische Schwelle überschreiten, die sogenannte zumutbare Eigenbelastung.

    Die zumutbare Belastung ist eine sowohl vom Gesamtbetrag der Einkünfte und der Anzahl unterhaltsberechtigter Kinder abhängige Rechengröße. Erst wenn diese überschritten wird, mindert der darüber hinausgehende Betrag als außergewöhnliche Belastung die Steuer. Das heißt: Menschen mit hohem Einkommen und ohne Kinder müssen mehr Geld für medizinische Leistungen ausgeben als Durchschnittsverdiener, um ihre Steuerlast zu verkleinern.

    Wie die zumutbare Eigenbelastung zu ermitteln ist

    Es gibt drei Einkunftsstufen, in denen je nach Familienstand unterschiedlich hohe Prozentanteile der Einkünfte (1 bis 7 Prozent) als zumutbare Belastung aufgewendet werden müssen (§ 33 EStG). So sieht die Abstufung aus:

    • bis 15.340 Euro,
    • mehr als 15.340 Euro bis 51.130 Euro sowie
    • mehr als 51.130 Euro.

    Bis Anfang 2017 herrschte bei den Finanzbehörden und vielen Juristen die Auffassung, dass für die gesamten Einkünfte (Gehalt, aber auch Miet- oder Zinseinnahmen) jeweils der höhere Prozentsatz als zumutbare Belastung gilt, auch wenn die Schwelle zur nächsten Stufe nur um wenige Euro überschritten ist. Der Bundesfinanzhof (BFH) entschied anders: Gerade in Grenzbereichen der Einkunftsstufen könne dieses starre Festhalten zu einer ungerechtfertigten Besteuerung führen (Urteil vom 19. Januar 2017, Az. VI R 75/14).

    Ein Beispiel: Sie haben zwei unterhaltsberechtigte Kinder und gemeinsam mit Ihrem Partner Einkünfte von insgesamt 58.550 Euro. Bisher wurden gemäß Paragraf 33 EStG 4 Prozent davon als zumutbare Belastung angesehen, also 2.342 Euro. Erst wenn Sie diesen Betrag überschritten hatten, wirkte sich der darüber hinausgehende Betrag als außergewöhnliche Belastung aus.

    Jede der drei Einkunftsstufen müsse aber für sich betrachtet werden, um eine gerechte Besteuerung herbeizuführen, urteilten die obersten Finanzrichter. Das bedeutet in unserem Beispiel:

    Gegenüber der alten Regelung ergibt sich eine um 664,70 Euro geringere zumutbare Belastung beziehungsweise 665 Euro mehr, die Sie als außergewöhnliche Belastung absetzen können.

    Der BFH bestätigt in dieser Entscheidung zudem, dass generell die außergewöhnlichen Belastungen im Krankheitsfall um die zumutbare Belastung reduziert werden dürfen. Einen Verfassungsverstoß konnten die Richter nicht erkennen, dass der Gesetzgeber an den Gesamtbetrag der Einkünfte anknüpft. Das Bundesverfassungsgericht hat zuletzt am 23. November 2016 eine dementsprechende Verfassungsbeschwerde erst gar nicht angenommen (Az. 2 BvR 180/16). Bislang wurden Steuererklärungen in diesem Punkt nur vorläufig festgesetzt.

    Tipp: Geben Sie in Ihrer Steuererklärung alle Krankheitsausgaben an, die Sie selbst bezahlt haben. Wer allerdings eine Diät macht, um Gelenkprobleme im späteren Alter zu verhindern, spart damit keine Steuern. Dasselbe gilt für die Ausgaben für Vitaminpräparate oder Nahrungsergänzungsmittel und selbst getragenen Kosten einer Zahnreinigung. Die Kosten für vorbeugende, der Gesundheit ganz allgemein dienenden Maßnahmen, sind nicht als außergewöhnliche Belastungen abziehbar (§ 33 EStG).

    Die BFH-Richter entschieden in dem Urteil vom 19. Januar 2017 außerdem, dass der Gesamtbetrag der Einkünfte als Bemessungsgrundlage für die Berechnung der zumutbaren Belastung nicht um Beiträge an eine berufsständische Versorgungseinrichtung zu kürzen ist. Geklagt hatte ein angestellter Steuerberater, der in das Versorgungswerk der Steuerberater einzahlte.

    Quittungen sammeln

    Sammeln Sie über das Jahr sämtliche Quittungen von Apotheken, Optikern oder anderen Gesundheitsdienstleistern. Notieren Sie sich zudem alle Fahrten, die Sie aus entsprechenden medizinischen Gründen unternommen haben. Auch diese können Sie steuerlich absetzen. Übrigens: Viele Apotheken bieten inzwischen auch an, für ihre Kunden ein Konto zu führen und ihnen eine Jahresabrechnung zu erstellen.

    Diese Kosten sind absetzbar

    Grundsätzlich gilt: Krankheitskosten werden zum Zweck der Heilung oder Linderung einer Krankheit aufgewendet. Alles, was darunter fällt, können Sie in Zeile 67 des Mantelbogens in der Einkommensteuererklärung 2016 als außergewöhnliche Belastung ansetzen.

    Arztkosten – Dazu zählen auch Aufwendungen die beim Zahnarzt, Heilpraktiker, Logopäden, Psycho- oder Physiotherapeuten entstanden sind. Voraussetzung: Ihr Behandler hat eine Zulassung.

    Rezeptpflichtige Medikamente – Damit Sie Krankheitskosten absetzen können, benötigen Sie vom Arzt ein Rezept. Wer sich in der Apotheke auf eigene Rechnung das ärztlich verordnete Potenzmittel Viagra kauft, sollte die Rechnungen übers Jahr sammeln und kann die Kosten in seiner Steuererklärung bei den außergewöhnlichen Belastungen eintragen. Die Antibabypille ist normalerweise nicht absetzbar, weil sie als Form der Schwangerschaftsverhütung typische Kosten der Lebensführung verursacht. Im Einzelfall kann die Pille jedoch aus medizinischer Sicht geboten sein, zum Beispiel bei Zyklusstörungen, hormonell bedingter Akne oder Erbkrankheiten wie Schizophrenie. Eine ärztliche Verordnung in solchen Fällen kann Geld sparen, weil es sich dann um selbst getragene abzugsfähige Krankheitskosten handelt.

    Nicht rezeptpflichtige Arzneimittel – Diese sind genauso abzugsfähig wie Naturheilmittel, für die die Krankenkasse keine Kosten übernimmt. Voraussetzung: Der Arzt verordnet sie. Bei einer andauernden Erkrankung mit anhaltendem Verbrauch bestimmter Arznei-, Heil- und Hilfsmittel reicht die einmalige Vorlage einer Verordnung.

    Rezeptgebühren – Sie sind in vollem Umfang als Krankheitskosten abzugsfähig. Sie müssen sich dann allerdings für sämtliche Rezeptgebühren eine Quittung ausstellen lassen.

    Hilfsmittel – Dazu zählen Brillen, Zahnersatz, Hörgeräte, Rollstühle und andere „Hilfsmittel im engeren Sinn“, wie es im Steuerjargon heißt. Bei Spezialbetten, Massagegeräten und anderen „Hilfsmittel im weiteren Sinn“ müssen Sie die medizinische Notwendigkeit durch ein Attest eines Amtsarztes oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) nachweisen.

    Fahrten – Sie können die Fahrkosten zu einer Behandlung absetzen. Unter bestimmten Umständen gilt das auch, wenn Sie zu einem kranken Verwandten fahren, um ihn zu besuchen.

    Alternative Behandlungsmethoden – Akupunktur oder eine Sauerstofftherapie muss das Finanzamt nach der Rechtsprechung anerkennen und darf keine zu strengen Voraussetzungen an den Abzug der einzelnen Kosten stellen.

    Nicht ersetzte Kosten im Ausland – Wenn Sie während einer privaten oder geschäftlichen Auslandsreise krank geworden sind, sollten Sie diese Kosten auch in der Steuererklärung angeben. Dazu reicht Ihre Kreditkartenabrechnung. Besser ist aber eine Rechnung des Arztes oder Krankenhauses. Haben Sie in einer anderen Währung als Euro gezahlt, erfolgt die Umrechnung zum jeweiligen Tageskurs, mit dem die Ausgaben bei Ihnen abgerechnet wurden.

    Impfungen – Sie können Impfungen vor Auslandsreisen absetzen, sofern diese ärztlich verordnet wurden.

    Massagen, Heißpackungen, Bäder und Einläufe – Mit einem amtsärztlichen Attest müssen Sie die medizinische Notwendigkeit dieser Behandlungen nachweisen. Das Attest muss vor dem Behandlungsbeginn ausgestellt worden sein.

    Pflegekosten für einen Verwandten im Altenheim – Voraussetzung für die Absetzbarkeit ist, dass Ihr Verwandter krankheitsbedingt ins Altenheim musste.

    Trinkgelder an Pflegepersonal – Diese sind im angemessenen Rahmen als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig. Bezeichnen Sie die einzelnen Empfänger und die Höhe des Trinkgelds genau und lassen Sie sich den Empfang quittieren.

    Bade- und Heilkuren – Voraussetzung für die Anerkennung ist, dass sich mit der Kur eine drohende Krankheit abwenden lässt. Bei Klimakuren müssen der medizinisch angezeigte Kurort und die voraussichtliche Dauer bescheinigt werden.

    Begleitperson – Sie können die Kosten für eine Begleitperson eines hilflosen Angehörigen absetzen.

    Fitnessstudio – Beginnen Sie beispielsweise nach einem Bandscheibenvorfall mit Rückentraining, können Sie unter Umständen den dafür fälligen Mitgliedsbeitrag für das Fitnessstudio absetzen. Wichtig ist, dass dieses Training speziell der Linderung einer Erkrankung dient und von einem Arzt oder Heilpraktiker geleitet wird. Lassen Sie sich daher das Training von Ihrem Hausarzt attestieren. Vereinbaren Sie dann einen Termin mit dem Amtsarzt im Gesundheitsamt. Von diesem benötigen Sie eine amtsärztliche Bescheinigung, die Sie dem Finanzamt als Nachweis vorlegen können.

    Was bei kranken Kindern gilt

    Wenn Ihr Kind krank ist und das bei Ihnen ungewöhnlich hohe Kosten verursacht, können Sie sich einiges davon vom Fiskus zurückholen. So erkennt das Finanzamt die Aufwendungen für die Begleitung eines kranken Kinds an, wenn Sie die medizinische Notwendigkeit nachweisen können. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich Ihr Kind beide Beine gebrochen hat und deswegen vorübergehend im Rollstuhl sitzt. Das Finanzamt muss sogar die Kosten für Zwischenheimfahrten der Begleitperson anerkennen, wenn es dieser Person unzumutbar ist, die Behandlung abzuwarten.

    Zusätzlich zu den Steuervorteilen für Kinder in Ausbildung können Eltern Schulaufwendungen als außergewöhnliche Belastung geltend machen, wenn es sich um unmittelbare Krankheitskosten handelt. So lassen sich beispielsweise die Ausgaben für ein Internat absetzen, wenn das Kind dort wegen einer Legasthenie behandelt wird. Dies gilt zumindest für den Krankheitskostenanteil. Gleiches gilt für die Kosten einer logopädischen Therapie.

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    Besuchsfahrten

    Sie können Besuchsfahrten in eine Klinik absetzen, solange der Kranke ein Familienmitglied ist. Dabei ist es wichtig, dass der Besuch für die körperliche oder geistige Genesung des Patienten notwendig ist. Auch dafür sollten Sie sich die medizinische Notwendigkeit vom behandelnden Arzt bescheinigen lassen.

    Absetzbar sind die tatsächlichen Fahrtkosten beziehungsweise bei Fahrten mit dem privaten Fahrzeug pro Kilometer pauschal 0,30 Euro. Bei sehr schweren Erkrankungen oder bei großen Entfernungen zum Heimatort sind auch Übernachtungskosten absetzbar. So erkennt das Finanzamt beispielsweise die Rechnung einer Pension an, wenn ein Kind in einer Spezialklinik operiert wird, die 250 Kilometer entfernt liegt.

    Fahrtkosten absetzen

    Die Kosten für Fahrten zum Arzt, zur Therapie oder zu sonstigen Behandlungen erkennt das Finanzamt an. Ansetzen können Sie entweder die tatsächlichen Aufwendungen – auch für ein Taxi – oder pauschal 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer. Benutzen Sie allerdings Ihren eigenen Wagen, sind die abzugsfähigen Fahrtkosten begrenzt: Sie sind nur in der Höhe absetzbar, die den Kosten für die Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel entspricht. Eine Ausnahme gilt nur, wenn es keine zumutbare öffentliche Verkehrsverbindung gibt.

    Erfolgreiches Streiten

    Natürlich gibt es auch bei Krankheitskosten Streitfälle. Es lohnt sich daher immer, zunächst einmal alle Krankheitskosten, die im Laufe des Jahres angefallen sind, in der Einkommenssteuererklärung geltend zu machen. Das zeigt der Fall einer nicht verheirateten Frau, die außergewöhnliche Belastung durch die Kosten einer künstlichen Befruchtung geltend gemacht hat und damit erfolgreich war. Der Bundesfinanzhof stimmte letztlich ihrer Argumentation zu (Urteil vom 10. Mai 2007, Az. III R 47/05).

    Was die Kasse übernommen hätte, ist nicht absetzbar

    Wenn Sie es versäumt haben, bei Ihrer Krankenversicherung die Erstattung zu beantragen, dann müssen Sie die Kosten komplett aus eigener Tasche zahlen. Krankheitskosten können Sie als außergewöhnliche Belastungen nur dann geltend machen, wenn diesen auch entsprechende Aufwendungen gegenüberstehen. Deshalb können Sie nichts absetzen, was Ihre Kasse übernommen hätte, wenn Sie es eingefordert hätten. So heißt es in einem Beschluss des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz: „Krankheitskosten sind bei der Einkommensteuer nicht abzugsfähig, wenn sie zur Wahrung eines Beitragsrückerstattungsanspruchs nicht bei der Krankenversicherung geltend gemacht worden sind“ (31. Januar 2012, Az. 2 V 1883/11).

    Weitere Tipps im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

    Annika Krempel

    Expertin für Versicherungen

    Leistungen meist gleich

    • Kassen erheben unterschiedliche Zusatzbeiträge.
    • Achten Sie auf Zusatzleistungen und Erstattungen.
    • Sie dürfen die Krankenkasse jederzeit wechseln.

    Von uns empfohlene Anbieter:

    • HEK
    • HKK Krankenkasse
    • BKK24
    • Energie-BKK
    • Techniker Krankenkasse

    An das Attest denken

    Die medizinische Notwendigkeit Ihrer Aufwendungen für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel müssen Sie durch Attest nachweisen. Das gilt auch für nicht verschreibungspflichtige Medikamente. Bei Kosten für Homöopathie, Bewegungstherapien oder für Pflanzenheilkunde reicht die Vorlage einer Bescheinigung des Arztes oder Heilpraktikers, der diese Behandlungen verordnet hat (BFH, Urteil vom 26. Februar 2014, Az. VI R 27/13).

    Bei einigen Heilmaßnahmen oder dem Kauf eines medizinischen Hilfsmittels reicht ein Attest des behandelnden Arztes allerdings nicht aus. Sie brauchen schon vorher ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (§ 64 EStDV). Das gilt unter anderem für Bade- und Heilkuren, psychotherapeutischen Behandlungen oder wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden wie Frischzellentherapie.

    Einkommensteuer-Tipps: Was Steuerzahler alles absetzen können

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    Wer viel in Renovierung und Instandhaltung von Haus oder Wohnung investiert, kann auch mit hohen Steuererstattungen rechnen.

    Haushaltsnahe Dienstleistungen: Eine noch höhere Steuerersparnis winkt im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen von der Putzhilfe bis zum Betreuungspersonal für Kinder oder den Pflegedienst für Alte und Kranke. Wer beispielsweise gegen Rechnung eine Haushaltshilfe bezahlt, einen Gärtner, Fensterputzer oder einen Schneeräumdienst, kann 20 Prozent seiner Aufwendungen von bis zu 20 000 Euro absetzen. Das macht eine kräftige Steuerentlastung von maximal 4 000 Euro im Jahr aus.

    Denn nicht nur Eigentümer, sondern auch Mieter können Geld vom Finanzamt zurückholen, wenn in den Nebenkosten Beträge für haushaltsnahe Dienstleistungen enthalten sind. Absetzbar sind beispielsweise Kosten für Hausmeisterarbeiten, für Hausreinigung, Gartenpflege oder den Heizungsmonteur. Dazu muss aber der Anteil an den Personalkosten in der „zweiten Miete“ in der Nebenkostenabrechnung vom Vermieter ausgewiesen werden.

    Auch wer seine Putzkraft oder die Köchin als Minijobber im Privathaushalt angemeldet hat, kann damit Steuern sparen. Steuervorteil: Ebenfalls 20 Prozent der Lohnkosten, maximal 510 Euro.

    Für Gutverdiener gilt: Wer eine Immobilie im EU-Ausland besitzt, kann selbst die Personalkosten für den dortigen Haushalt in seiner Steuererklärung geltend machen. Auch Kosten, die in Ferien- und Zweitwohnungen anfallen, sind steuerbegünstigt.

    Wer genau wissen will, welche Rechnungen und Dienstleistungen durchgehen und welche nicht, findet die neueste Liste auf der Internet-Seite des Bundesfinanzministeriums.

    Ein Beispiel für eine gängige Kombination aus Handwerker- und Dienstleistungs-Boni: Im Jahr 2009 ließ eine Familie für 5.000 Euro Arbeitskosten die Wohnung putzen, die Wände streichen, das Kind hüten und das Bad renovieren. Davon drücken 20 Prozent direkt die Steuerlast nach unten, macht also eine Ersparnis von 1 000 Euro. Müsste die Familie normalerweise 5 400 Euro Einkommensteuer zahlen, sind es jetzt nur noch 4 400 Euro. Die Sparbeträge stehen jedem Haushalt aber nur einmal zu. Auch zusammenlebende Paare bekommen sie nur einmal.

    Lesen Sie weiter auf Seite 3: Manche Verluste können verrechnet werden

    Источники: http://www.finanztip.de/steuerberatungskosten/, http://www.finanztip.de/krankheitskosten/, http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/steuern/einkommensteuer-tipps-was-steuerzahler-alles-absetzen-koennen-seite-2/3383802-2.html

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