Steuerklasse erbschaftssteuer

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    Erbschaftssteuer – die Steuerklassen

    Die Grundlage für die Berechnung der Erbschaftsteuer ist die reale Bereicherung des/der Erben. Das heißt es wird die Nettosumme nach dem Abzug der Nachlassverbindlichkeiten vom Finanzamt angesetzt. Der Unterschied zwischen dem Brutto angefallenen Vermögenszuwachs minus der Nachlass- und der Bestattungsverbindlichkeiten ergibt diese Nettosumme. Nachlassverbindlichkeiten, das sind die hinterlassenen Schulden des Erblassers Rechnungen und Verbindlichkeiten aus Vermächtnissen und Auflagen durch die der Erbe selbst keinen Vorteil hat, die der Erbe also beschwerend übernehmen muss. Bestattungs- oder Nachlassverbindlichkeiten resultieren auch aus dem Todesfall, durch Gebühren und alle mit der Bestattung und der Testamentseröffnung zusammenhängenden Kosten.

    Nicht abziehen kann der Erbe Verwaltungskosten und seine anfallende Erbschaftsteuer nach dem Erbschaftssteuergesetz. Auch beschwerende Auflagen, die dem Erben selbst einen Vorteil verschaffen, sind nicht abzugsfähig.

    Das Erbschaftsteuergesetz (ErbStg) sieht drei Steuerklassen vor

    Die Steuerklassen widerspiegeln auch die Erbenordnungen ein wenig. Es wird auch bei der Steuer die persönliche verwandtschaftliche Nähe der Begünstigten zum Erblasser berücksichtigt. Je näher der verwandtschaftliche Grad ist desto geringer ist auch der Steuersatz. Zudem haben die allernächsten Verwandten auch einen wesentlich höheren Freibetrag. Dieser Umstand ist allerdings für kinderlose Erblasser ein Ärgernis, zumal sie wissen, dass ein Großteil ihres Vermögens an das Finanzamt fällt beim Vererben.

    Die Steuerklassen sind grundlegend für die gesamte Berechnung der anfallenden Erbschaft- oder Schenkungssteuer. Je niedriger die Steuerklasse, desto höher ist grundsätzlich auch der Freibetrag. Der individuelle Steuerfreibetrag ist ein Wert im Erbschaftssteuergesetz der ohne Besteuerung behalten werden darf.

    Wer gehört zur Steuerklasse I

    Steuerklasse I ist die günstigste und hierzu zählen:

    • Der Гјberlebende Ehepartner
    • Alle Kinder des Erblassers, (eheliche und uneheliche, sowie adoptierte (Pflegekinder sind hiervon ausgenommen)
    • Enkel und weitere Kindeskinder
    • Die Eltern und GroГџeltern des Erblasser bei der Erbschaft (Ausnahme: Schenkung)

    Steuerklasse II

    In die Steuerklasse II gehören:

    • Eltern und GroГџeltern des Erblassers, bei Schenkungen
    • Geschwister
    • AbkГ¶mmlinge der Geschwister (Nichten / Neffen)
    • VerschwГ¤gerte Kinder
    • Schwiegereltern
    • Geschiedene Ehepartner

    Steuerklasse III

    In die Steuerklasse III zählen: Alle weiter entfernten Verwandten des Erblassers (z.B. seine Cousins + Cousinen, Großnichten + Großneffen), ein eingetragener gleich geschlechtlicher Lebenspartner

    Alle weiteren nicht verwandten Erben hierzu zählt auch der nicht eheliche Lebenspartner.

    Die Steuersätze sind im Vergleich zu den alten Regelungen in vielen Bereichen sehr gesunken.

    Kleinere Erbschaften mit einem Wert bis zu 75.000 Euro, werden mit dem neuen Steuersatz von 15 % besteuert, dies waren vor 2009 noch 30 %.

    Bei hohen Nachlässen bis zu 6 Millionen Euro bleibt es beim vorherigen Steuersatz von 30 %. Ab Erbschaftswerten bis zu 13 Millionen Euro ist der neue Steuersatz allerdings wiederum auf 35 % gegenüber im Jahr 2009 und davorliegend mit einem Satz von 50 %. Die Besteuerung folgt keiner nachvollziehbaren Logik.

    Besteuerungssätze für Geschwister, und deren Abkömmlinge, die im Jahr 2009 noch je nach Nachlasswert von 30 und 50 % besteuert wurden sind ab 2010 gesenkt worden. Es ist ganz abhängig von der Nettoerbsumme ob 15 oder 43 Prozent angesetzt werden.

    Die aufgelisteten Steuerfreibeträge nach der Erbschaftssteuerreform:

    Eheleute 500.000 Euro

    Eingetragene Lebenspartner В 500.000 Euro

    KinderВ В В В В 400.000 Euro

    StiefkinderВ В 400.000 Euro

    Enkel В В В В В 200.000 Euro

    Eltern GroГџ- und UrgroГџelternВ 100.000 Euro

    Geschwister und deren KinderВ В 20.000 Euro

    Alle weiteren Erben ebenfalls В В 20.000 Euro

    Alle Zuwendungen, die den Wert der Freibeträge übersteigen müssen bis auf wenige Ausnahmen versteuert werden. Dies gilt ebenso für Erbschaften wie für Schenkungen. Grundsätzlich werden vorher alle Verbindlichkeiten abgezogen, außer die Steuerschuld selbst, die der Erbe zwar zahlen muss, die jedoch nicht abzugsfähig ist.

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    Erbschaftsteuertabelle

    Wer in Deutschland erbt, muss ab einem gewissen Betrag eine Erbschaftssteuer entrichten.

    Die Höhe der Abgaben hängt von dem festgelegten Freibetrag und der Steuerklasse des Erbes ab. Mit Hilfe dieser Informationen lässt sich ermitteln, ob eine Erbschaftsteuer bezahlt werden muss und wie diese berechnet werden kann.

    Mit Hilfe der Ebschaftssteuertabellen bekommen Sie schnell einen Überblick darüber, wie viel Sie steuerfrei erben dürfen und wie Sie den Steuersatz für die Erbschaftssteuer ermitteln können.

    Erbschaftsteuertabellen im Überblick

    1. Tabelle: Steuerklassen, Verwandtschaftsgrad, Freibeträge

    Die Erbschaftsteuertabelle zeigt die drei Steuerklassen, die zugehörigen Verwandtschaftsgrade sowie die Freibeträge.

    Die Zugehörigkeit zu einer der drei Steuerklassen bestimmt sich über das Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser. Ihre Steuerklasse ist eine wichtige Information für die zweite Tabelle, aus der Sie Ihren Steuersatz für die Erbschaftsteuer ablesen können.

    2. Tabelle: Steuerklasse, Betragsgrenzen, Steuersatz

    In dieser Erbschaftssteuertabelle wird über die Steuersätze und die zugehörigen Betragsgrenzen informiert. Entscheidend für die Höhe der Erbschaftssteuer ist gleich in doppelter Hinsicht die Steuerklasse. Diese zeigt zum einen die Höhe der Freibeträge an und gibt zum anderen Aufschluss über den jeweiligen Steuersatz.

    • Angenommen der eigene Ehepartner verstirbt und hat eine Million Euro Gesamtvermögen hinterlassen. So wird aus der ersten Erbschaftsteuertabelle ersichtlich, dass sich der Erbe, in dem Fall die Ehefrau, in Steuerklasse 1 befindet und einen ihr ein Freibetrag von 500.000 Euro zusteht. Der Erbschaftssteuer unterliegt also ein Betrag in der gleichen Höhe (500.000 Euro). Ein Blick in die zweite Tabelle offenbart, dass diese Summe mit elf Prozent versteuert wird. Die Ehefrau muss also eine Erbschaftssteuer in Höhe von 55.000 EUR bezahlen.

    Die wichtigsten Fakten zu Erbschaftsteuertabellen

    • Sobald das Erbe über dem gesetzlichem Freibetrag liegt müssen Erbschaftssteuern entrichtet werden
    • Das Verwandschaftsverhältnis von Erblasser und Erbe bestimmt im Wesentlichen die Höhe des Freibetrags
    • Ist der Wert des Erbes höher als der Freiberag kann anhand der Steuerklasse die Höhe des Steuersatzes bestimmt werden

    Die häufigsten Fragen zu Erbschaftssteuertabellen

    Was bringt mir die Erbschaftsteuertabelle?

    Mit Hilfe der Erbschaftsteuertabelle können Sie schnell und einfach herausfinden, ob und in welcher Höhe Sie Ihr Erbe versteuern müssen.

    Muss ich das Erbe komplett versteuern, sobald der Freibetrag überschritten wird?

    Nein. Die Erbschaftsteuer wird nicht auf den gesamten Wert des Erbes berechnet. Es wird nur der Betrag versteuer, der über dem Freibetrag liegt.

    So ist das Erbe zu versteuern

    Einkünfte aller Art müssen in Deutschland versteuert werden. Einnahmen, die dies nicht betrifft, werden explizit durch ein Gesetz freigestellt. Für das Erbe existiert eine entsprechende Freistellungsregelung nicht.

    Es unterliegt folglich ebenfalls der Steuerpflicht. Die Rechtsgrundlage für die Besteuerung des Erbes ist das Erbschaftssteuergesetz, das weitgehend identisch mit dem Schenkungssteuergesetz ist.

    Welche Einnahmen unterliegen der Erbschaftssteuer?

    Als Erbe gelten alle Zuwendungen, die von Todes wegen anfallen. Die Person, die verstirbt, ist der Erblasser. Die Person, welche die Zuwendungen erhält, wird als Erbe bezeichnet. Allerdings unterliegen nicht alle derartigen Zuwendungen der Erbschaftssteuer.

    Befreit von der Steuerpflicht sind:

    • Der Hausrat
    • Gegenstände, deren Erhaltung für Kunst, Wissenschaft oder Geschichte von Bedeutung ist im Verhältnis 60 zu 100
    • Grundstücke, deren Erhalt dem Nutzen der Wohlfahrt oder der Allgemeinheit dienen, wenn die Kosten für den Erhalt die Einnahmen übersteigen

    Vereinfacht gesagt bedeutet dies: Alle Vermögenswerte müssen versteuert werden. Allerdings gibt es für das Erbe Freibeträge. Je näher der Verwandtschaftsgrad war, desto höher sind die Freibeträge bei der Erbschaftssteuer.

    Wie ist die Erbschaftssteuer aufgebaut?

    Die Erbschaftssteuer unterteilt sich in drei Steuerklassen. In der ersten Steuerklassen befinden sich die nächsten Verwandten – also Ehepartner, Eltern, Großeltern, Kinder, Stiefkinder und Enkelkinder.

    • Ehepartner: 500.000 Euro
    • Kinder, Enkelkinder (deren Eltern tot sind), Stief- und Adoptivkinder: 400.000 Euro
    • Enkelkinder: 200.000 Euro
    • Eltern sowie Großeltern: 100.000 Euro

    In der Steuerklasse 2 befinden sich die weiteren Verwandten und in der Steuerklasse 3 alle übrigen Personen. Der Freibetrag liegt in beiden Steuerklassen bei 20.000 Euro.

    Die Höhe der Steuersätze richtet sich nach der Höhe des Erbes sowie der Steuerklasse. In der ersten Steuerklasse fällt die geringste Erbschaftssteuer an, in der dritten die höchste.

    Was passiert, wenn man das Erbe ausschlägt?

    Niemand ist dazu verpflichtet, ein Erbe anzunehmen. Möchte man dieses ausschlagen, weil es Schulden bedeuten würde oder man die Erbschaftssteuer nicht zahlen will, so ist hierfür ein formeller Akt nötig.

    Hierfür gibt es eine Frist von sechs Wochen, die mit dem Zeitpunkt des Todes des Erblassers einsetzt.

    Die sogenannte Erklärung der Ausschlagung muss beim zuständigen Nachlassgericht zu Protokoll gegeben oder beurkundet werden. In der Regel handelt es sich um das örtliche Amtsgericht. Natürlich ist dann auch keine Erbschaftssteuer zu bezahlen.

    Die Frist zur Ausschlagung kann in drei Fällen verlängert werden. Ist der Erbe noch nicht Geburt, tickt die Uhr erst mit dem Tag der Geburt. Die Erklärung der Ausschlagung wird dann vom Erziehungsberechtigten ausgesprochen.

    Lebte der Erbe nicht auf deutschem Grund, so beträgt die Frist sechs Monate. Diese Deadline gilt auch dann, wenn der Erblasser zum Zeitpunkt seines Ablebens nicht in Deutschland gewesen sein sollte.

    Was passiert, nachdem das Erbe ausgeschlagen wurde?

    Wurde die Erbschaft ausgeschlagen, möchte man diesen Entschluss allerdings wieder korrigieren, so kann man diesen beim Nachlassgericht anfechten. Ansonsten geht die Erbschaft auf den nächsten Erbschaftsanwärter über. Ist dieser nicht im Testament definiert, handelt es sich in der Regel um den nächsten Blutsverwandten.

    Die Anfechtung kann nicht nur vom Erben selbst erfolgen. Gibt es begründete Zweifel, dass die Ausschlagung rechtens war, kann sie auch von anderen Personen durchgeführt werden.

    Источники: http://www.erbrecht-heute.de/Aktuell/Erbschaftssteuer-die-Steuerklassen.html, http://www.steuerklassen.com/erbschaftssteuer/erbschaftsteuertabelle/, http://www.steuerklassen.com/erbschaftssteuer/erbe-versteuern/

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