Steuerlicher freibetrag student

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    Steuerfreibetrag für Studenten optimal nutzen

    • Der Grundfreibetrag – ein wichtiger Steuerfreibetrag für Studenten – beträgt 8.820 Euro pro Person.
    • Steuerfrei ist also ein monatlicher Verdienst bis 735 Euro.
    • Als Student muss man zusätzlich die Verdienstgrenzen der eigenen Krankenkasse beachten.
    • Wer über den Steuerfreibetrag hinaus verdient, sollte eine Einkommensteuererklärung machen.

    Steuerfreibetrag für Studenten – Infos und Sonderregelungen

    Der Steuerfreibetrag für Studenten gilt immer – unabhängig von der Art des Nebenjobs.

    Erst wenn das jährliche Bruttoeinkommen den Steuerfreibetrag in Höhe von 8.820 Euro übersteigt, muss auf das über der Grenze liegende Geld Steuern gezahlt werden.

    Denkbare Beschäftigungsmöglichkeiten sind z.B.:

    • Für Studenten gelten dieselben Lohnsteuerklassen wie für alle anderen Arbeitnehmer. Mehr Infos .

    Wenn Studenten in den Semesterferien jobben, überschreiten sie oft die monatliche Einkommensgrenze. Da sie aber nur 60 oder 90 Tage im Jahr arbeiten, überschreiten sie den jährlichen Steuerfreibetrag nicht.

    Der Arbeitgeber muss in diesem Fall Steuern und Sozialabgaben zahlen. Die Studenten sollten eine Einkommensteuererklärung abgeben, um sich die zu viel gezahlten Gelder wieder zurückzuholen.

    Studenten sollten bei ihren Einkünften beachten, dass die Krankenkassen Verdienstgrenzen haben. Studenten unter 25 zahlen keine Beiträge, sondern sind meist über ihre Eltern mitversichert.

    Ist der Verdienst aus dem Nebenjob zu hoch, muss der Student den Studententarif der Krankenkasse zahlen.

    • Wo die Verdienstgrenze liegt, kann man bei seiner jeweiligen Krankenkasse erfragen.

    Beeinflussen zusätzliche Gelder den Steuerfreibetrag für Studenten?

    Häufig gestellte Fragen

    Sind Steuerfreibetrag und Grundfreibetrag das Gleiche?

    Für viele sind Steuerfreibetrag und Grundfreibetrag dasselbe. Deswegen werden hier beide Begriffe ausnahmsweise auch synonym verwendet. Genau gesehen stimmt das so aber nicht, weil der Begriff ‚Steuerfreibetrag‘ alle Freibeträge im deutschen Steuerrecht umfasst und nicht nur den Grundfreibetrag.

    Wie kommt der Steuerfreibetrag für Studenten zum Einsatz?

    Der Steuerfreibetrag wird vom Bruttoeinkommmn abgezogen. Für das Überschreiten des Freibetrags sind also die Brutto-Einkünfte ausschlaggebend.

    Erwirtschaftet eine Person über mehrere Monate konstant mehr als die Freigrenze, verlangt das Finanzamt immer die Zahlung der Abgaben.

    Häufig müssen Studenten ihr Recht auf die Abgabenfreiheit durch den steuerlichen Freibetrag nachlaufend geltend machen.

    Wann Studenten der Grundfreibetrag nutzt – Praktische Beispiele

    Szenario 1: Student bezieht ausschließlich BAföG

    Hier ist keine Steuererklärung abzugeben bzw. sofern dies vorgenommen wird, muss das BAföG nicht angegeben werden. Es handelt sich an dieser Stelle schließlich um kein Einkommen, sondern eine Förderung, welche der Student später wieder zurückzahlen muss. Daher fällt die Zahlung des BAföG auch nicht unter den Einkommensbegriff des Einkommenssteuergesetzes.

    Der Grundfreibetrag ist in diesem Fall für den Studenten irrelevant.

    Szenario 2: Student bezieht BAföG und jobbt für 450 Euro

    Der Bezug von BAföG ist für die Steuer irrelevant. Wesentlich mehr Augenmerk sollte man als Student dem 450 Euro-Job widmen. An dieser Stelle kommt man auf eine Summe von 5.400 Euro im Jahr. Damit liegt das eigene Einkommen unter dem Grundfreibetrag – es fallen keine Steuern an. Wer dann noch ein bezahltes Praktikum absolviert, kann unter Umständen in die Steuerfalle tappen.

    Szenario 3: Nebenjob mit 450 Euro plus bezahltes Praktikum mit 1.200 Euro

    Die Beschäftigung auf Basis von 450 Euro bleibt steuerfrei. Für die Zeit des Sommersemesters wird über 3 Monate ein Praktikum mit 1.200 Euro Vergütung je Monat abgeleistet. Diese fällt unter die Lohnsteuer (Steuerklasse 1 bei ledigen Steuerpflichtigen).

    In diesem Jahr kann sich die Abgabe einer Steuererklärung lohnen, etwa durch die Geltendmachung von Werbungskosten für eine auswärtige Unterkunft usw.

    Und aufgrund des Grundfreibetrags ist nur der Verdienst über 8.820 Euro steuerpflichtig.

    So rechnet man sich unter die Steuergrenze

    Stefan mit seinem Bürojob, Klopsbrater Tim, Kellnerin Sarah – auch jobbende Studenten müssen sich durch das Dickicht des deutschen Steuersystems schlagen. SPIEGEL ONLINE zeigt, was 2006 wichtig ist bei Steuern, Kindergeld und Sozialversicherung.

    Studieren ist teuer. Ob Lehrbücher, Skripte oder eine neue Druckerpatrone – schon die direkten Kosten fürs Studium sind hoch. Dazu kommen in vielen Universitätsstädten horrende Mieten. Kein Wunder, dass immer mehr Studenten neben dem Studium arbeiten müssen. Aus einer aktuellen Sozialerhebung des Deutsche Studentenwerks (DSW) geht hervor, dass fast 70 Prozent jobben um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

    Das im Job verdiente Geld kann aber schnell zum Problem werden: Arbeiten die künftigen Akademiker zu viel, hält auch Vater Staat die Hand auf. Der jährliche Steuerfreibetrag von 7664 Euro ist schnell überschritten, und dann heißt es Steuern zahlen – wenn man nicht geschickt die Sonderregeln, Freibeträge und Ausnahmen im deutschen Steuersystem nutzt.

    Stefan studiert Betriebswirtschaft in Bonn und jobbt nebenbei in einer Unternehmensberatung. Der 25-Jährige verdient 9750 Euro im Jahr und zahlt trotzdem keinen Cent Lohnsteuer. Denn er weiß: Für den Fiskus kann er sein Einkommen deutlich herunterrechnen.

    Werbungskosten ohne Werbung

    Zum Beispiel mit Werbungskosten: Die haben – anders als der Name suggeriert – nichts mit Werbung zu tun. Sie bezeichnen Ausgaben des Arbeitnehmers, die im Zusammenhang mit seinem Job entstehen – zum Beispiel Arbeitskleidung oder Fachliteratur. Da Stefan im Büro des Chefs arbeitet, fallen diese Kosten gering aus. Trotzdem kann er sein Einkommen durch den Arbeitnehmerpauschbetrag um 920 Euro drücken. „Diesen Betrag kann jeder Arbeitnehmer absetzen, egal, wie niedrig seine Ausgaben für den Job tatsächlich sind“, erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine.

    Bis zu einem bestimmten Höchstbetrag kann Stefan auch die Beiträge für die Sozialversicherungen sowie für die Haftpflicht- und Lebensversicherung anrechnen lassen. Obwohl Studenten in der Regel wenig in diese Versicherungskassen einzahlen, können sie auch hier ihr Jahreseinkommen deutlich herunterrechnen – dank der Vorsorgepauschale, das ist der Mindestbetrag für Vorsorgezahlungen.

    „Dieser Betrag hängt von vielen Größen ab und wird vom Finanzamt für jeden individuell berechnet“, sagt Nöll. Angenommen, Stefan müsste keine Sozialabgaben zahlen, beträgt die Vorsorgepauschale 1134 Euro.

    Für Studenten besonders interessant sind die sogenannten unbeschränkt abzugsfähigen Sonderausgaben. „Hier können die Studienkosten abgesetzt werden, allerdings nur bis zu 4000 Euro pro Jahr“, sagt Nöll vom Lohnsteuerhilfeverein. So kann Stefan den Semesterbeitrag von 130 Euro absetzen, dazu beispielsweise Fachbücher, Kopien, Exkursionen (und ebenso die Studiengebühren, die demnächst in Nordrhein-Westfalen erhoben werden). Berücksichtigt werden auch die Kirchensteuer oder Spenden.

    Der Mindestbetrag für die unbeschränkt abzugsfähigen Sonderausgaben beträgt 36 Euro. Wer ihn, wie Stefan, überschreitet. muss dies dem Finanzamt beweisen. Daher legt der 25-Jährige die Überweisungsquittung für den Semesterbeitrag seiner Steuererklärung bei.

    Stefans Rechnung sieht so aus: 9750 Euro Jahreseinkommen minus 920 Euro Arbeitnehmerpauschbetrag, minus 1134 Euro Vorsorgepauschale, minus 130 Euro Semesterbeitrag – macht zusammen 7599 Euro. Somit bleibt er unter dem Grundfreibetrag von 7668 Euro und bekommt 2005 seine Lohnsteuer vom Finanzamt zurück.

    Sparen im Minijob

    Tim studiert Medizin in Hamburg und belegt nebenbei Burger in einem Fastfood-Restaurant. Der 19-Jährige übt eine sogenannte geringfügige Beschäftigung aus. Er hat einen Minijob und verdient genau 400 Euro pro Monat, das macht 4800 Euro im Jahr.

    Für Minijobs auf 400-Euro-Basis gibt es mehrere Modelle der Versteuerung. Bei Tim läuft es so: Obwohl der 19-Jährige deutlich weniger Geld verdient als Stefan, wird sein Lohn versteuert – und zwar mit zwei Prozent pauschal und ohne Lohnsteuerkarte. Doch bezahlen muss er die acht Euro pro Monat nicht. Tims Arbeitgeber, der die Steuer an das Finanzamt abführt, zahlt das Geld aus der Firmenkasse.

    Er hätte noch zwei andere Möglichkeiten: Tim könnte seine Burger auch ganz normal „auf Steuerkarte“ belegen. Die Höhe der Lohnsteuerabzüge richtet sich nach der Steuerklasse. Es gilt der normale Steuerfreibetrag von 7668 Euro. Bei einem Jahresverdienst von 4800 Euro hätte Tim auch hier keine Steuern zahlen müssen.

    Die Versteuerung über Lohnsteuerkarte ist, je nach Steuerklasse, vor allem für Studenten interessant, die mehrere Minijobs gleichzeitig ausüben und insgesamt mehr als 400 Euro im Monat verdienen. Denn ansonsten kann eine pauschale Lohnsteuer von 20 Prozent anfallen; dazu kommen noch der Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent der Lohnsteuer) und die Kirchensteuer.

    Rücksicht auf das Budget der Eltern

    Die Steuer ist nicht das Einzige, auf das jobbende Studenten achten müssen. „Meine Eltern machen immer wieder Stress, weil sie das Kindergeld nicht verlieren wollen“, klagt Sarah. Die 22-Jährige studiert Jura in Bonn, jobbt in der Unibibliothek und kellnert an zwei Abenden pro Woche in einer Kneipe. Insgesamt verdient sie 8000 Euro im Jahr.

    Grundsätzlich haben Sarahs Eltern Anspruch auf Kindergeld und den steuerlichen Kinderfreibetrag, so lange ihre Tochter studiert, jünger als 28 Jahre ist und zweitens jährlich weniger als 7680 Euro verdient. Doch auch beim Kindergeld kann Sarah ihr Einkommen herunterrechnen, und zwar wieder mit dem Arbeitnehmerpauschbetrag.

    Von ihren 8000 Euro Jahreseinkommen zieht Sarah also 920 Euro ab und verdient somit weniger als 7680 Euro. Darüber hinaus könnte sie auch noch die Ausgaben für das Studium und die gesetzlichen Sozialabgaben abziehen – da sie ohnehin schon unter der Grenze von 7680 Euro liegt, ist das aber nicht nötig.

    Auch bei den Beitragszahlungen in die Sozialversicherungskassen heißt es genau kalkulieren. Für Krankenkasse und Pflegeversicherung gilt: Wer über die Familie versichert ist oder selbst eine studentische Krankenversicherung abgeschlossen hat, zahlt nur seine Pflichtbeiträge. Der Nebenjob bleibt versicherungsfrei.

    Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Student während des Semesters nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet. „Es ist wichtig, dass während der Vorlesungszeit das Erscheinungsbild ‚Student‘ gewahrt wird“, sagt Wolfgang Büser, Fachmann für das Sozialversicherungssystem und Rechtsexperte des ZDF. Auch bei der Arbeitslosenversicherung ist der Student von den Beiträgen befreit, sofern er unter der 20-Stunden-Grenze bleibt.

    Für die Semesterferien gilt allerdings eine Ausnahmeregel. „In dieser Zeit können die Studenten so lange arbeiten, wie sie möchten. Sie müssen keine zusätzlichen Beiträge für die Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung zahlen“, so Büser. Stefan nutzt diese Regelung: Während des Semesters arbeitet er nicht mehr als 15 Stunden pro Woche für die Unternehmensberatung, in den Semesterferien bis zu 30 Stunden wöchentlich.

    Bei der Rentenversicherung kommen Stefan und Sarah jedoch nicht um die Zahlung der Beiträge herum. Nur wer durchschnittlich nicht mehr als 400 Euro pro Monat verdient, muss nicht in die Rentenkasse einzahlen. Auch eine Ausnahmeregel für die Semesterferien kann Stefan und Sarah hier nicht mehr retten. Nur Tim ist mit seinen 400 Euro pro Monat fein raus – und zwar auf den Cent genau.

    In unserem Artikel fehlte zunächst die Einbeziehung eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 11. Januar 2005, das sich auf den Kindergeldanspruch der Eltern auswirkt (Az: 2 BvR 167/02). Neben den Aufwendungen für die Ausbildung sind danach auch die Sozialabgaben des Kindes abzugsfähig. Folglich kann der Anspruch auf Kindergeld auch dann weiterbestehen, wenn die Einkünfte des Kindes die Summe aus Freibetrag von 7680 Euro und Werbungskostenpauschale überschreiten.

    Du verdienst als Student mehr als 450 € im Monat

    Jobben und BAföG, welche Angaben Dein Arbeitgeber braucht, Steuern zahlen und zurückholen, Lohnsteuerkarte, Kosten fürs Studium absetzen, warum Deine Eltern dieses Kapitel lesen sollten, Zusammenhang mit Kindergeld und Krankenkasse usw.

    wie viel Du dazuverdienen darfst

    Höhe der Steuern, Steuererklärung, Kosten für Dein Studium

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    Kindergeld, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, Familienversicherung

    Jobben und BAföG

    wie viel Du dazuverdienen darfst

    Ein wichtiger Hinweis vorweg: Falls Du BAföG-Leistungen beziehst, erkundige Dich bitte beim BAföG-Amt, wie viel Du in Deinem Fall anrechnungsfrei dazuverdienen kannst. Wird die maßgebende Verdienstgrenze überschritten, mindert der übersteigende Betrag nämlich Deine BAföG-Leistung.

    Grundsätzlich sind in einem Jahr bis zu 4.880 € Bruttoverdienst (durchschnittlich 406 € monatlich) unschädlich. Für verheiratete Studenten und Studenten mit Kind gelten etwas höhere Freibeträge. Maßgebender Zeitraum ist der Bewilligungszeitraum, der mit dem Monat der Antragstellung beginnt und in der Regel zwölf Monate dauert. Auf Antrag kann noch ein höheres Einkommen anrechnungsfrei bleiben, wenn Du z. B. Semestergebühren zahlen musst.

    So zahlst Du Steuern (und holst sie Dir wieder zurück)

    Höhe der Steuern, Steuererklärung, Kosten für Dein Studium

    Wenn Du eine Arbeitsstelle antrittst, musst Du Deinem Arbeitgeber Deine Steuer-Identifikationsnummer und Dein Geburtsdatum angeben und ihm sagen, ob es sich bei der Stelle um das erste Beschäftigungsverhältnis handelt. Dabei geht es nicht, darum, ob Du überhaupt schon einmal für einen anderen Arbeitgeber gearbeitet hast, sondern ob Du mehrere Jobs parallel ausübst.

    Anhand dieser Angaben kann der Arbeitgeber die Lohnsteuerabzugsmerkmale, die er für die Berechnung Deiner Lohnsteuer braucht, elektronisch abrufen – also beispielsweise Deine Steuerklasse und Deine Religionszugehörigkeit.

    Eine Lohnsteuerkarte aus Pappe oder eine Papierbescheinigung des Finanzamts muss schon seit einigen Jahren nicht mehr beim Arbeitgeber vorgelegt werden (könnte sein, dass Deine Eltern Dich darauf ansprechen, darum erwähnen wir es hier überhaupt).

    Wie hoch sind Deine Steuern?

    Bei niedrigen Monatsgehältern wird bei unverheirateten Studenten meistens gar keine Steuer vom Arbeitgeber einbehalten. 2015 zum Beispiel wird Lohnsteuer nach Steuerklasse I (gilt bei unverheirateten, kinderlosen Arbeitnehmern mit nur einem Job) erst ab einem Jahresverdienst von etwas über 11.000 € einbehalten.

    Verdienst Du mehr, wird vom Arbeitgeber erst einmal Lohnsteuer einbehalten, der Solidaritätszuschlag abgeführt und ggf. auch Kirchensteuer.

    Mit der Steuererklärung gibt es Geld zurück

    Mit Abgabe einer Einkommensteuererklärung bekommst Du in den meisten Fällen die abgeführte Lohnsteuer vom Finanzamt erstattet.

    Die Steuererklärung (offiziell heißt sie: Antrag auf Einkommensteuerveranlagung) kann frühestens nach Ablauf des Kalenderjahres und muss innerhalb von vier Jahren beim Finanzamt eingereicht werden. Wenn Du also im Jahr 2015 gearbeitet hat, musst Du die Steuererklärung spätestens bis zum 31.12.2019 abgegeben bzw. elektronisch übermittelt haben. Wir haben dazu übrigens einen kostenlosen Fristenrechner, den Du → hier findest.

    Liegt Dein sogenanntes zu versteuerndes Einkommen unterhalb des Grundfreibetrages (2017: 8.820 € für Ledige; ab 2018: 9.000 €), wird die einbehaltene Lohnsteuer in voller Höhe erstattet. Das bedeutet: Bis zu einem Bruttoarbeitslohn von 9.856 € (8.820 € + 1.000 € Arbeitnehmerpauschbetrag + 36 € Sonderausgaben-Pauschbetrag) wird in jedem Fall die einbehaltene Lohn- und Kirchensteuer sowie der Solidaritätszuschlag vollständig erstattet.

    Aber auch, wenn Du mehr verdienst, kannst Du viele oder sogar alle Steuern zurückbekommen. Das funktioniert zum Beispiel, wenn Du Werbungskosten hast, die über dem eben im Rechenbeispiel genannten Pauschbetrag von 1.000 € liegen.

    Werbungskosten sind (ein bisschen vereinfacht ausgedrückt) alle Ausgaben, die Dir für Deinen Job entstehen. Dazu gehören zum Beispiel Fahrtkosten für den Weg zur Arbeit, bestimmte Arbeitskleidung (z. B. Sicherheitsschuhe), Teile Deiner Telefon- und Internetrechnung usw. Wir haben dazu → hier einen eigenen Beitrag geschrieben.

    Kosten fürs Studium sparen Steuern!

    Außerdem gibst Du natürlich auch die Kosten für Dein Studium in der Steuererklärung an!

    Je nachdem, ob Du Dich gerade in Deiner ersten oder einer weiteren (zweiten, dritten. ) Ausbildung befindest, trägst Du die entsprechenden Ausgaben im Bereich Sonderausgaben (erste Ausbildung) oder Werbungskosten (jede weitere Ausbildung) ein. → Deine kostenlose Steuersoftware zeigt Dir die richtigen Felder.

    Welche Kriterien für die Unterscheidung zwischen der ersten und jeder weiteren Ausbildung gelten, erklären wir Dir → hier – das ist nämlich manchmal nicht ganz so eindeutig, wie es auf den ersten Blick erscheint.

    Welche der im Rahmen Deines Studiums angefallenen Kosten Dir beim Steuern sparen helfen, kannst Du → hier nachlesen.

    Die Steuererklärung lohnt sich für jeden!

    Für Studenten haben wir → hier eine kostenlose Sonder-Ausgabe unserer Steuererklärungs-Software zusammengestellt – darin findest Du genau die Formulare, die Du abgeben musst. Nicht mehr und nicht weniger. Ganz einfach und übersichtlich am Bildschirm auszufüllen.

    Interessant für Deine Eltern: Was ist mit Kindergeld und Krankenversicherung?

    Kindergeld, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, Familienversicherung

    Die folgenden Erklärungen sind nicht nur für Dich, sondern vor allem auch für Deine Eltern interessant.

    Kindergeld

    Vielleicht sind Deine Eltern von Deinen beruflichen Ambitionen neben dem Studium nicht ganz so begeistert, weil sie das Kindergeld für Dich nicht verlieren möchten. Damit haben sie nicht ganz Unrecht.

    Denn wenn Du volljährig wirst, beginnt für Deine Eltern steuerlich ein neuer Abschnitt. Bisher gab es die staatliche Förderung durch Kindergeld, Freibeträge für Kinder und davon abhängige steuerrechtliche Vergünstigungen ohne besondere Voraussetzungen. Ab jetzt muss ein bestimmter Grund vorliegen, damit die Förderung weiterläuft.

    Grundsätzlich gilt für Eltern studierender Kinder: Es gibt weiter Kindergeld (bzw. die anderen eben genannten steuerlichen Vergünstigungen), wenn das Kind das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und sich im Studium befindet. Grundsätzlich heißt aber bei Juristen immer: Achtung, es gibt Ausnahmen.

    Das Studium ist die erste Ausbildung: Dann ist es einfach

    Wenn Du bisher noch keine Berufsausbildung und noch kein Studium abgeschlossen hast, stehen Deinen Eltern ohne weitere Voraussetzungen das Kindergeld von der Familienkasse und die steuerlichen Vergünstigungen vom Finanzamt zu! Das ist inzwischen übrigens auch unabhängig davon, wie viel Du vielleicht neben dem Studium verdienst (früher gab es eine Einkommensgrenze, die ist inzwischen aber abgeschafft).

    Vorsicht: Auch wenn die Berücksichtigung des Kindes bei Familienkasse und Finanzamt unproblematisch ist, können bei der Sozialversicherung Schwierigkeiten auftauchen. Mehr dazu gleich unter Krankenversicherung .

    Das Studium ist die zweite Ausbildung: Jetzt wird es kompliziert(er)

    Wenn Du schon eine (erste) Berufsausbildung abgeschlossen hast, geht der Gesetzgeber davon aus, dass Du jetzt selbst finanziell für Dich sorgen kannst. Ob Du Dich vielleicht in einer zweiten Ausbildung befindest, ist ihm erst einmal egal.

    Und: Deine Berufsausbildung in diesem Sinne muss hier nicht eine Lehre oder ein Studium gewesen sein! Eine Berufsausbildung liegt vor, wenn durch eine berufliche Ausbildungsmaßnahme (außerhalb eines Studiums) die notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse erworben werden, die zur Aufnahme eines Berufs befähigen – so formuliert es die Finanzverwaltung. Früher reichte hier sogar ein Taxischein oder eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Inzwischen ist Voraussetzung, dass die Ausbildung ein Jahr gedauert hat und mit einer Prüfung abgeschlossen wurde.

    Deine Eltern bekommen dann nur noch unter strengen Voraussetzungen Kindergeld für Dich. Ausführliche Informationen dazu finden sie (oder Du) → hier.

    Kranken- Pflege- und Arbeitslosenversicherung

    Wie viele Stunden arbeitest Du?

    Während die Lage beim Kindergeld zumindest während der ersten Ausbildung noch sehr einfach zu durchblicken ist, wird es bei der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ein bisschen komplizierter. Hier gibt es nämlich eine 20-Stunden-Grenze. Arbeitest Du mehr, studierst Du aus Sicht der Sozialversicherung nicht mehr ordentlich . Denn das Arbeitsverhältnis überwiegt.

    Trotz Überschreiten der 20-Stunden-Grenze kannst Du aber die Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung erreichen. Denn wird Deine Zeit und Arbeitskraft trotz Deines Jobs überwiegend durch Dein Studium in Anspruch genommen, giltst Du als ordentlicher Student. Dies wird vor allem bei Beschäftigungen am Wochenende sowie in den Abend- und Nachtstunden angenommen.

    Übst Du allerdings in einem Zeitjahr (also nicht Kalenderjahr, sondern 365 Tage hintereinander) mehrere befristete Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden aus oder bist im Rahmen einer durchgehenden Beschäftigung (wöchentliche Arbeitszeit max. 20 Stunden) befristet mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden beschäftigt, etwa in den Semesterferien, dann muss noch zusätzlich eine 26-Wochen-Grenze (oder 182 Tage) beachtet werden.

    Zeitlich für ein Jahr zurückgerechnet wird ab dem Ende der aktuellen Beschäftigung: Hast Du während des letzten Zeitjahres länger als 26 Wochen in Jobs mit mehr als 20 Stunden pro Woche gearbeitet, wirst Du als Arbeitnehmer angesehen. Die Folge ist eine Versicherungspflicht der aktuellen Beschäftigung in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung!

    Einkommens-Voraussetzungen für die Familienversicherung

    Um in der Familienversicherung kostenlos weiterversichert zu bleiben, darfst Du nur sehr wenig verdienen – 2017 waren es 425 € im Monat, zwei Monate im Jahr durfte es auch mehr sein. Mit einem sozialversicherungspflichtigen Job wirst Du mehr verdienen und Dich selbst krankenversichern müssen. Darum gehen wir hier nicht näher auf die Voraussetzungen für die Familienversicherung ein.

    Источники: http://www.steuerklassen.com/steuerfreibetrag/studenten/, http://m.spiegel.de/lebenundlernen/uni/student-und-fiskus-so-rechnet-man-sich-unter-die-steuergrenze-a-393345.html, http://www.steuertipps.de/die-erste-steuererklaerung/studenten/du-verdienst-als-student-mehr-als-450-euro-im-monat

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