Steuern kilometerpauschale

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    Entfernungspauschale: Alle steuerlichen Regelungen

    Der Weg zur Arbeit ist kein Privatvergnügen. Deshalb können Sie die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte über die sogenannte Entfernungspauschale als Werbungskosten in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Hier lesen Sie, was es dabei aus steuerlicher Sicht zu beachten gilt und welche Regeln beispielsweise bei Fahrgemeinschaften gelten.

    FГјr welche Fahrten gibt es die Entfernungspauschale?

    Die Entfernungspauschale beträgt 0,30 EUR pro Kilometer und gilt für Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Bei der Berechnung der Strecke sind nur volle Entfernungskilometer anzusetzen, sodass bei einer Entfernung von 33,9 km lediglich 33 km für die Entfernungspauschale zugrundegelegt werden können. Ob Sie die Strecke mit Auto, Fahrrad oder auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, spielt dabei keine Rolle.

    Ausgangspunkt für Ihren Weg zur Arbeit ist in der Regel Ihr Hauptwohnsitz (Lebensmittelpunkt). Wenn Sie also mehrere Wohnungen haben, können Sie nur dann die Entfernungspauschale der weiter entfernt liegenden Wohnung geltend machen, wenn sich dort Ihr Lebensmittelpunkt befindet (ein Ferienhaus im Allgäu rechtfertigt nicht die tägliche Fahrt nach Stuttgart, wenn die Familie ein Stadthaus in der Landeshauptstadt bewohnt).

    Unabhängig vom Verkehrsmittel ist für die Bestimmung der Entfernung grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte maßgebend für den Abzug als Werbungskosten.

    Tipp: Keine Regel ohne Ausnahme: Wenn Sie aus gutem Grund eine andere, längere Strecke benutzen, kann die Entfernungspauschale auch nach dieser berechnet werden. Gründe für eine längere Strecke sind beispielsweise Zeitersparnis (weniger Verkehr, keine Ampeln etc.) oder auch eine angenehmere Fahrt (z. B. kein Umsteigen/Wartezeiten bei öffentlichen Verkehrsmitteln).

    Wie viele Fahrten kann ich pro Jahr in der Entfernungspauschale ansetzen?

    Pro Arbeitstag kann nur eine Fahrt angesetzt werden. Bei einer 5-Tagewoche können Sie pauschal bis zu 230 Fahrten, bei einer 6-Tagewoche bis zu 280 Fahrten pro Jahr abrechnen (Grund: Urlaub, Feiertage etc.). Wer mehr Fahrten geltend machen will, muss diese nachweisen (z. B. durch Aufzeichnungen der im Kalenderjahr durchgeführten Fahrten, Bescheinigug des Arbeitgebers).

    Beispiel: Sie fahren täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Ihrer 38 km entfernt liegenden Arbeitsstätte. Der Werbungskostenabzug über die Entfernungspauschale beträgt pro Tag 11,40 EUR (38 × 0,30 EUR). Bei einer 5-Tagewoche können Sie also für das gesamte Jahr 2.622 EUR (230 Tage × 11,40 EUR) geltend machen.

    Entfernungspauschale: Obergrenzen, Fahrgemeinschaften und verschiedene Verkehrsmittel

    Ergibt sich aufgrund der Entfernungspauschale ein Werbungskostenbetrag von mehr als 4.500 EUR, können Sie diesen Betrag nur dann steuerlich geltend machen, wenn Sie mit dem eigenen oder einem zur Nutzung überlassenen Pkw (z. B. Firmenwagen) gefahren sind.

    Benutzen Sie dagegen für eine Teilstrecke den eigenen Pkw und für den Rest öffentliche Verkehrsmittel (oder werden für einen Teil des Jahres der eigene Pkw und für den anderen Teil öffentliche Verkehrsmittel benutzt), können nur entweder die Entfernungspauschale oder die tatsächlichen Kosten geltend gemacht werden.

    Wenn Sie mit einem Kollegen oder Ihrem Ehegatten gemeinsam zur Arbeit fahren, kann jeder die volle Entfernungspauschale geltend machen. Eventuelle Umwege, die durch die Fahrgemeinschaft notwendig sind, können Sie allerdings nicht absetzen. Für die Tage, an denen Sie nicht selbst fahren, ist die Begrenzung auf 4.500 EUR (s. o.) zu beachten.

    Welche Regeln gelten bei mehreren Arbeitgebern fГјr die Entfernungspauschale?

    Stehen Sie in mehreren Dienstverhältnissen, ist die Entfernungspauschale für jeden Weg zur jeweils ersten Tätigkeitsstätte anzusetzen, wenn Sie am selben Tag zwischenzeitlich in die Wohnung zurückkehren.

    Werden täglich mehrere Arbeitsstätten unmittelbar nacheinander angefahren, so können Sie die Strecken addieren. Die für die Ermittlung der Entfernungspauschale anzusetzende Entfernung darf dann höchstens die Hälfte der Gesamtstrecke betragen.

    Beispiel: Z fährt vormittags von seiner Wohnung in A zur regelmäßigen Arbeitsstätte in B, nachmittags weiter zur regelmäßigen Arbeitsstätte in C und abends zurück zur Wohnung in A. Die Entfernungen betragen zwischen A und B 30 km, zwischen B und C 40 km und zwischen C und A 50 km. Die Gesamtentfernung beträgt 30 km + 40 km + 50 km = 120 km, die Entfernung zwischen der Wohnung und den beiden regelmäßigen Arbeitsstätten 30 km + 50 km = 80 km. Da dies mehr als die Hälfte der Gesamtentfernung ist, kann Z 60 km (120 km/2) für die Ermittlung der Entfernungspauschale ansetzen.

    Wie wirken sich ArbeitgeberzuschГјsse auf die Entfernungspauschale aus?

    Die Entfernungspauschale steht Ihnen zwar unabhängig von der Höhe Ihrer tatsächlichen Kosten zu. Steuerfreie bzw. pauschal versteuerte Arbeitgeberleistungen müssen jedoch auf die Entfernungspauschale angerechnet werden.

    Praxis-Tipp: Jahres-Jobtickets sind durch die geringe Freigrenze (44 EUR/Monat) regelmäßig steuerpflichtig, da die Freigrenze nur in dem Monat geprüft wird, in dem das Ticket ausgehändigt wird. Lassen Sie sich jedoch von Ihrem Arbeitgeber monatlich z. B. eine Gültigkeitsmarke aushändigen, so gilt die Freigrenze in jedem Monat.

    Welche Kosten kann ich Гјber die Entfernungspauschale hinaus absetzen?

    Behinderte Arbeitnehmer (bei Minderung der Erwerbsfähigkeit um mindestens 70 Prozent oder mindestens 50 Prozent und zusätzlich eine erhebliche Gehbehinderung mit Kennzeichen "G" oder "aG" im Behindertenausweis) können anstelle der Entfernungspauschale auch die tatsächlichen Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte absetzen. Dabei ist die tatsächlich gefahrene Strecke maßgebend. Alternativ können behinderte Arbeitnehmer 0,60 EUR pro Kilometer in der Entfernungspauschale ansetzen, ohne einen Einzelnachweis zu führen.

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    Was versteht man unter Pendlerpauschale (offiziell „Entfernungspauschale“)?

    Die im deutschen Einkommensteuerrecht verankerte Pendlerpauschale kann von Steuerzahlern für ihren Weg zur Arbeit in Anspruch genommen werden. Sie ist eine Entfernungspauschale, die die Höhe des zu versteuernden Einkommens reduziert. Über sie können Arbeitnehmer eine Pauschale von 0,30 Euro pro Entfernungskilometer von der Steuer absetzen – gleichgültig, welches Verkehrmittel benutzt wird (außer Fahrten mit Taxi oder Flugzeug) oder ob ihnen tatsächlich Kosten entstanden sind.

    Wer kann die Pendlerpauschale in Anspruch nehmen?

    Alle Arbeitnehmer und Selbstständigen haben Anspruch auf die Pauschale – unabhängig vom verwendeten Verkehrsmittel (außer Taxi bzw. Flugzeug) und davon, wie hoch die realen Aufwendungen waren.

    Wie wird die Pauschale errechnet?

    Die individuelle Pendlerpauschale lässt sich errechnen, indem zunächst die Anzahl der Arbeitstage des Kalenderjahres mit der Kilometerzahl für eine einfache Fahrt vom Wohnsitz zur Arbeitsstelle multipliziert werden. Das Ergebnis wird mit 30 Cent multipliziert, und das Resultat ist Ihre persönliche Pendlerpauschale. Diese Summe wird vom Finanzamt von den gesamten Jahreseinnahmen abgezogen. Für die verbleibende Summe werden Steuern erhoben. Die Pendlerpauschale kann nur für Tage angesetzt werden, an denen die Arbeitsstelle tatsächlich aufgesucht wurde. Außerdem kann sie pro Arbeitstag nur einmal und nur für die einfache Wegstrecke zur Arbeit berechnet werden, selbst wenn mehere Fahrten stattfanden. Nur volle, nicht angefangene Kilometer werden berücksichtigt, und die pro Kalenderjahr geltende Höchstgrenze beläuft sich auf 4.500 Euro. Pro Kalenderjahr akzeptiert das Finanzamt im Schnitt 220 – 230 Fahrten für eine 5-Tage-Woche und 260 – 280 Fahrten für eine 6-Tage-Woche.

    Welche Rolle spielt die „maßgebliche Wohnung“?

    Als maßgebliche Wohnung, von der aus die Fahrten zur Arbeitsstelle stattfinden, wird der „Mittelpunkt der Lebensinteressen“ angesehen. Dies ist der Wohnsitz, der von dem Arbeitnehmer vorwiegend genutzt wird. Das kann auch, falls zwei Wohnsitze verhanden sind, die weiter entfernt liegende Wohnung sein, wenn diese als Lebensmittelpunkt gilt.

    Wieviele Fahrten am Tag darf man berechnen?

    Pro Arbeitstag kann ein Berufstätiger nur eine einfache Wegstrecke berechnen, selbst bei Schichtarbeit oder wenn er z. B. mittags nach Hause fährt und anschließend wieder zurück zur Arbeitsstelle.

    Was beinhaltet die Regel der kürzesten Straßenverbindung?

    Grundsätzlich berücksichtigt das Finanzamt bei der Pendlerpauschale nur die kürzeste Fahrtstrecke vom Wohnsitz zur Arbeitsstelle. Allerdings haben Sie die Möglichkeit, eine alternative längere Straßenverbindung anzugeben, wenn diese erwiesenermaßen verkehrgünstiger ist und von Ihnen regelmäßig gefahren wird. Verkehrgünstig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Sie Ihre Arbeitsstelle trotz gelegentlicher Verkehrsstörungen in der Regel zeitsparender und pünktlicher erreichen.

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    Für welche Verkehrsmittel gilt die Pauschale?

    Die Pendlerpauschale kann unabhängig vom benutzten Verkehrmittel beansprucht werden. Einzige Ausnahme sind Taxi und Flugzeug – ansonsten spielt es keine Rolle, ob Sie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad, Moped, Motorrad, Motorroller oder ein Boot benutzen oder ob Sie zu Fuß zur Arbeit gehen. Auch bei der Mischform Park & Ride gilt, zunächst die kürzeste Straßenverbindung zu errechnen. Anschließend wird angegeben, für welche Teilstrecken Sie welches Verkehrmittel benutzt haben. Bei Flügen werden die tatsächlich angefallenen Fahrtkosten berechnet. Wenn Sie allerdings Ihren eigenen Wagen oder ein Ihnen überlassenes Fahrzeug für die Fahrt zur Arbeit benutzen, können Sie die Kilometerpauschale voll und ohne die Höchstgrenze von 4500 Euro ansetzen.

    Wie werden die Fahrtkosten berechnet?

    Die Kosten für die Fahrten zur Arbeit stellen einen Teil der Berufsausgaben dar, die steuerlich absetzbar sind. Für jeden Kilometer der einfachen Strecke zwischen Wohnsitz und Arbeitsstätte können Berufstätige 30 Cent über die Pendlerpauschale von der Steuer absetzen. Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer bei 220 Arbeitstagen, an denen er jeweils 16 Kilometer zur Arbeitsstätte zurücklegt, am Ende des Kalenderjahres mehr als 1000 Euro absetzen kann.

    Beispiel: 220 (Arbeitstage) x 16 (km einfache Fahrt) x 0,3 (Pendlerpauschale) = 1.056 Euro.

    Wo und wie trage ich die Pendlerpauschale in meine Steuererklärung ein?

    Die Ausgaben für Fahrten zur Arbeitsstätte werden in der Anlage N der Steuererklärung eingetragen, ab Zeile 31. Nur die einfache Strecke kann geltend gemacht werden, und pro Kalenderjahr wird ein Höchstbetrag von 4500 Euro berücksichtigt. Wenn Sie beim Finanzamt beantragen, die Entfernungskilometer auf Ihrer Lohnsteuerkarte eintragen zu lassen, vermeiden Sie, monatlich mehr Vorab-Steuern als nötig zu zahlen.

    Wie kann eine Fahrgemeinschaft die Pendlerpauschale abrechnen?

    Bei Fahrgemeinschaften gilt, dass jeder mitfahrende Arbeitskollege entsprechend der für ihn geltenden Entfernungsstrecke die Pauschale absetzen kann. Dabei gilt für Arbeitstage, an denen man mitfährt, der absetzbare Höchstbetrag von 4500 Euro. An den Tagen, an denen Sie Ihr eigenes Fahrzeug benutzen, können Sie die Kilometerpauschale voll und unbegrenzt ansetzen. Wege, um Mitfahrer abzuholen, dürfen nicht mitberechnet werden.

    Источники: http://www.steuern.de/entfernungspauschale.html, http://www.steuerberaten.de/tag/kilometerpauschale/, http://www.smart-rechner.de/pendlerpauschale/

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