Steuerrückzahlung heirat

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    Steuerrückzahlung heirat

    Die meisten Menschen heiraten (hoffentlich) aus Liebe und nicht primär aus steuerlichen Gründen. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass eine Eheschließung auch finanziell ihre Vorteile hat. Wer noch im Dezember heiratet, kann steuerliche Vorteile für das gesamte Kalenderjahr geltend machen.

    Nach der Eheschließung werden die Ehepartner gefragt, ob sie steuerlich getrennt oder gemeinsam veranlagt werden möchten (Splittingtarif). Liegen die Einkommen weit auseinander, profitieren die Eheleute am meisten. So rutscht der Großverdiener der beiden in eine niedrigere Steuerklasse. Der geringer Verdienende wird dann zwar hochgestuft, unter dem Strich spart das Paar aber Steuern. Und wenn man noch in diesem Kalenderjahr heiratet, gilt diese Besteuerung rückwirkend vom Januar bis zum Dezember.

    Darüber hinaus können sich Paare aber auch noch anders entscheiden. Einmal im Jahr erlaubt der Gesetzgeber einen Wechsel der Steuerklasse. Wann das Sinn machen kann, erfahren Sie hier

    Heirat im Dezember wird immer beliebter

    Dass die steuerlichen Motive durchaus eine Rolle spielen, zeigt im Übrigen die Tatsache, dass sich der Dezember mittlerweile zu einem der beliebtesten Monate für eine Eheschließung gemausert hat. In vielen Bundesländern ist der Dezembertermin sogar beliebter als die eigentlich populären Sommermonate (Mai bis August).

    Ab zum Standesamt? Warum man noch dieses Jahr heiraten sollte

    Im Dezember herrscht auf Standesämtern ganz ordentlich Betrieb. Meist hat das Jawort kurz vor Jahresende ganz materielle Gründe: Das Paar sichert sich rückwirkend Steuervorteile. Aber welche sind das überhaupt?

    Eine Weihnachtsfeier jagt die nächste, dazwischen sind im Job oft noch wichtige Aufgaben zu Ende zu bringen, es wird spät hell, früh dunkel und dazwischen ist es grau – eigentlich eignet sich fast jeder Monat im Jahr besser zum Heiraten als der Dezember. Trotzdem gehörte er mit fast 38.000 Eheschließungen im Jahr 2013 zu den beliebteren Vermählungsmonaten. Zum Vergleich: im Januar haben keine 8000 Paare geheiratet. Der Grund für den Hochzeitsboom zum Jahresende: Paare, die sich rechtzeitig vor Silvester trauen, können noch die Steuervorteile rückwirkend für das ganze Jahr mitnehmen. Aber welche sind das überhaupt?

    Wer dieses Jahr noch heiraten will, sollte sich schnell einen Termin beim Standesamt sichern.

    Für wen lohnt sich Heiraten wegen der Steuer?

    "Splitting" heißt das Zauberwort, das die Ehe zum Steuersparmodell macht. Lassen sich Verheiratete zusammenveranlagen, zählt das Finanzamt zunächst beide Einkommen zusammen und halbiert dann den Betrag. Dafür wird dann die Einkommensteuer errechnet und verdoppelt. Das ergibt dann die Steuer, die das Paar zahlen muss.

    Profiteure sind vor allem Paare, bei denen ein Partner viel und einer wenig oder im besten Falle gar nichts verdient. Denn grundsätzlich werden mit zunehmendem Einkommen auch höhere Steuersätze berechnet, dafür sorgt die Progression.

    Ein Beispiel zeigt, wie sich das Splitting auswirken kann: Der eine Partner kommt auf ein Jahresbrutto von 60.000 Euro. Bei Einzelveranlagung muss er rund 16.940 Euro Steuern zahlen, plus Solidaritätszuschlag. Der andere Partner arbeitet nur Teilzeit und verdient dabei 20.000 Euro brutto. Seine Steuerlast: 2610 Euro. Insgesamt fließen also 19.550 ans Finanzamt, zusätzlich noch 1075 Euro Soli.

    Heiraten die beiden und lassen sich zusammenveranlagen, werden 40.000 Euro für jeden Partner versteuert. Das ergibt eine Gesamtbelastung von knapp 17.840 Euro plus Soli von 980 Euro. Die Ehe bringt also einen Steuervorteil von gut 1800 Euro.

    Verdienen beide Partner 40.000 Euro, wäre ihr Splittingvorteil gleich null. Kommt einer auf 35.000 Euro und der andere auf 45.000 Euro, fällt der finanzielle Nutzen ziemlich überschaubar aus. Das Paar würde gerade mal 120 Euro im Jahr sparen, etwas mehr als der Termin beim Standesamt kostet.

    Welchen Einfluss haben die Steuerklassen?

    Mit der Heirat ändert sich auch die Steuerklasse. Während Alleinstehende ohne Kinder automatisch der Steuerklasse I zugeordnet werden, können Verheiratete zwischen verschiedenen Varianten wählen: Standard ist die Kombination IV und IV, wählt man dazu das Faktorverfahren, kommen die Vorteile des Splittingtarifs schon unterjährig zum Tragen. Die Kombination III und IV eignet sich besonders dann, wenn ein Partner etwa 60 Prozent zum Familieneinkommen beiträgt. Er bekommt dann sämtliche Freibeträge des Paares angerechnet.

    Egal bei welcher Kombination: Unterm Strich bleibt die steuerliche Belastung für das Paar die gleiche. Wer im Laufe des Jahres mehr Geld zur Verfügung hat, muss nach der nächsten Steuererklärung mit Rückforderungen rechnen.

    Trotzdem kann die Wahl der Steuerklassenkombination entscheidend sein. Dann nämlich, wenn einer der beiden Partner in absehbarer Zeit Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Mutterschaftsgeld oder Arbeitslosengeld beziehen wird. Bei solchen Zahlungen dient der Nettolohn als Bemessungsgrundlage. Lässt sich beispielsweise eine werdende Mutter in der günstigen Steuerklasse III einstufen, erhöht sich ihr Nettoeinkommen und somit später auch das Elterngeld. Der Steuerklassenwechsel muss aber sehr frühzeitig beantragt werden, nämlich spätestens sieben Monate, bevor die werdende Mutter ihren sechswöchigen Mutterschutz antritt. Paare, die ein Kind planen, wechseln also am besten, sobald sie verheiratet sind.

    Bei einer Hochzeit im Dezember gilt die neue Steuerklasse aber erst ab dem nächsten Jahr. Denn der Steuerklassewechsel wird immer erst im Folgemonat gültig, nicht rückwirkend. Sprich: Wer noch im Dezember Steuervorteile nutzen will, muss spätestens im November heiraten und den Steuerklassenwechsel beantragen.

    Kann man Unterhalt an den Partner von der Steuer absetzen?

    Der eine verdient schon Geld, der andere studiert noch oder kümmert sich um den Haushalt, beide wohnen zusammen – solange das Paar nicht verheiratet ist, kann der besserverdienende Partner seine Unterhaltsleistungen von der Steuer absetzen. Nach der Hochzeit geht das nicht mehr. Dann bilden die Partner eine Solidargemeinschaft, der Unterhalt ist nicht mehr freiwillig, sondern Pflicht. Und dann kann man ihn nicht mehr von der Steuer absetzen. Die Vorteile des Splittingtarifs dürften aber darüber hinwegtrösten.

    Welche Steuervorteile gibt es sonst noch?

    Der eine Partner ist in diversen Geldanlagen investiert, der andere hat nur ein paar Euro auf einem schlecht verzinsten Tagesgeldkonto herumliegen – auch in diesem Fall kann sich eine baldige Eheschließung noch auszahlen. Jedem Steuerzahler steht ein Sparerfreibetrag von 801 Euro zu. Für Kapitaleinnahmen, die darüber hinausgehen, fallen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Soli an. Verheiratete können den Gesamtbetrag von 1601 Euro nach Belieben aufteilen, so dass auch der Freibetrag des Partners ohne Zinseinnahmen genutzt wird.

    Wer heiratet, denkt meist noch lange nicht an den Tod. Doch gerade wenn es ans Erben oder auch ans Schenken geht, hat die Ehe enorme Vorteile. In der gesetzlichen Erbfolge kommen unverheiratete Lebenspartner gar nicht vor. Wenn es kein Testament gibt, gehen sie völlig leer aus, wenn der andere stirbt.

    Wenn sich der Verstorbene rechtzeitig gekümmert hat, müssen unverheiratete Hinterbliebene ihr Erbe womöglich mit dem Fiskus teilen. Bei der Erbschaftssteuer wird nur ein Freibetrag von 20.000 Euro angerechnet, außerdem gilt eine ungünstigere Steuerklasse. Witwen und Witwer können dagegen bis zu 500.000 Euro steuerfrei erben. Die gleichen Freibeträge gelten für Schenkungen zu Lebzeiten.

    Last-Minute-Heirat: Für wen sich das Jawort vor Silvester steuerlich lohnt

    Kurz vor dem Jahres­wechsel herrscht bei den Standes­ämtern noch einmal Hoch­konjunktur. Lässt sich ein Paar vor Silvester trauen, gilt es steuerlich für das gesamte Jahr rück­wirkend als verheiratet und kann sich so den meist güns­tigeren Splitting­tarif sichern. test.de zeigt, wie sich Heirats­willige mit einer Hoch­zeit auf den letzten Drücker einige Tausend Euro Ersparnis sichern.

    Ab wann der Staat Steuer­vorteile spendiert

    Nicht nur für Reisewil­lige ist „Last-Minute“ ein Synonym für „Geld sparen“. Auch heirats­willige Paare, die ihre Reise in eine gemein­same Zukunft als Ehepaar planen, wissen: Mit einer Hoch­zeit lässt sich eine Menge Geld sparen – noch auf den letzten Drücker. Allein der 15-Minuten-Termin im Standes­amt entscheidet darüber, ab wann der Staat Steuer­vorteile spendiert. Nur wer verheiratet oder verpart­nert ist, darf bei der Einkommensteuererklärung mit einem Kreuzchen im Vordruck die Zusammen­ver­anlagung wählen. In diesem Fall wird das gemein­same Einkommen nach dem meist güns­tigeren Splitting­tarif besteuert. Er gilt nicht erst ab dem Monat der Heirat, sondern rück­wirkend für das gesamte Jahr.

    Am Jahres­ende herrscht bei den Standes­ämtern Hoch­konjunktur

    Dem Finanz­amt ist es egal, ob ein Paar den Gang zum Standes­amt in den beliebten Frühlings- und Sommermonaten antritt oder erst im Dezember. Selbst Paare, die sich am Silvestertag das Jawort geben, gelten steuerlich rück­wirkend seit Jahres­anfang als verheiratet. Kein Wunder also, dass sich viele Heirats­willige im Herbst kurz­fristig zu einer Last-Minute-Heirat entschließen. Deshalb herrscht in den Tagen vor Silvester bei den Standes­ämtern noch einmal Hoch­konjunktur.

    Ratgeber der Stiftung Warentest

    Eine Heirat ist für viele Paare Ausdruck ihrer Zusammen­gehörig­keit. Die Ehe ist jedoch nicht nur ein Symbol der Liebe, sondern auch ein recht­liches Konstrukt. In gut lesbaren und verständlichen Texten führt der Finanztest-Ratgeber Sich trauen durch die recht­lichen und finanziellen Aspekte der Eheschließung. Die Rechts­anwältin Ruth Bohnenkamp erklärt mit anschaulichen Beispielen, worauf junge Paare, Patchwork-Familien oder Partner im Renten­alter achten sollten und was bei gleich­geschlecht­lichen Paaren und bina­tionalen Ehen zu berück­sichtigen ist. Das Buch hat 176 Seiten und ist für 19,90 Euro (E-Book oder PDF: 15,99 Euro) im test.de-Shop erhältlich.

    Antworten auf die fünf wichtigsten Steuerfragen von Heirats­kandidaten

    1. Wie viel Steuern können wir durch den Splitting­tarif sparen?

    Das hängt von der Höhe Ihrer beiden Einkommen und vom Gefälle zwischen Ihren Einkommen ab. Richt­schnur: Je höher der zusammenge­rechnete Verdienst ist und je größer der Unterschied zwischen den beiden Einkommen der Partner, desto größer ist der Splitting­vorteil.

    Beispiel Splitting­vorteil: Ein Partner hat ein zu versteuerndes Jahres­einkommen von 40 000 Euro, der andere eines von 20 000 Euro. Heiraten die beiden noch in diesem Jahr, sparen sie 458 Euro Einkommensteuer. Bei einem Einkommen von 60 000 Euro und einem von 30 000 Euro erhöht sich der Vorteil schon auf 913 Euro. Noch größer wird der Vorteil bei noch höherem Gesamt­einkommen und einer höheren Differenz zwischen den Part­nern: Erzielt ein Partner 80 000 Euro und der andere nur 20 000 Euro, spart das Paar 2 435 Euro.

    Anders sieht es aus, wenn beide Partner fast gleich viel verdienen. Dann zahlt sich der Gang zum Standes­amt kaum aus. Verdienen beide 30 000 Euro, bringt eine Heirat null Steuerersparnis. Doch für viele kann es sich mit Blick auf die Finanzen lohnen, im Schnee zum Standes­amt zu gehen.

    Ihren Splitting­vorteil können Sie anhand eines Steuer­rechners grob selbst ermitteln ( Unser Rat). Aber Achtung: Das zu versteuernde Einkommen des Vorjahres taugt nur dann als Berechnungs­basis, wenn es in diesem Jahr ähnlich hoch ausfällt.

    2. Wann erhalten wir den Steuer­vorteil, wenn wir heiraten?

    Wenn Sie beide Angestellte sind und vor dem 1. Dezember heiraten, können Sie noch am selben Tag beim Finanz­amt Ihre Steuerklassen ändern lassen. Möglich ist dies immer nur bis zum 30. November des laufenden Jahres. Klappt der Wechsel vorher, gibt es schon im Dezember mehr Netto­gehalt. Statt der bisherigen Steuerklassen I und I können Sie die Kombination III und V wählen. Der Ehepartner mit dem höheren Verdienst nimmt die Klasse III. Dadurch werden sämtliche Frei­beträge, die einem von Ihnen zustehen, dem besser Verdienenden zuge­ordnet. Erfährt der Arbeit­geber recht­zeitig vom Steuerklassen­wechsel, kann er ihn beim Dezem­bergehalt berück­sichtigen.

    Falls dies nicht klappt, hängt der Zeit­punkt der Steuererstattung davon ab, wie viel Zeit Sie sich mit Ihrer gemein­samen Steuererklärung lassen. Wenn Sie die Steuererstattung für eine Hochzeits­feier im Mai oder Juni einge­plant haben, sollten Sie möglichst schnell nach Silvester mit der Vorbereitung der Erklärung anfangen und sie beim Finanz­amt abgeben.

    Ausnahme: Anders müssen Sie bei den Steuerklassen kalkulieren, wenn einer von Ihnen bald Lohn­ersatz­leistungen wie Arbeits­losen- oder Krankengeld, Eltern- oder Mutter­schafts­geld bekommen wird. Dann sollte derjenige, der die Leistung erhält, einen Wechsel zur Steuerklasse III erwägen, auch wenn er weniger verdient. Die Klasse III bringt die höchsten staatlichen Leistungen, weil die Höhe der Zahlung in diesen Fällen vom Netto­einkommen abhängt. Damit sich der Wechsel tatsäch­lich günstig auswirkt, müssen Sie unbe­dingt auf die Fristen achten. Paare, die Nach­wuchs planen, passen die Steuerklassen sogar am besten schon vor der Schwangerschaft an.

    3. Was ändert sich, wenn ich ein Kind mit in die Ehe bringe?

    Bei Kinder­geld und Kinder­frei­beträgen ändert sich für Sie durch eine Heirat nichts. Der Eltern­teil, bei dem ein Kind wohnt, erhält das Kinder­geld weiter wie bisher. Änderungen ergeben sich jedoch, wenn Sie bisher allein mit Kind gelebt und einen Entlastungs­betrag für Allein­erziehende erhalten haben. Dieser Frei­betrag fällt ab dem Folgemonat der Heirat weg, bei Heirat im Dezember also ab Januar 2016. Haben Sie ein ähnliches hohes Einkommen wie Ihr Partner, kann der Wegfall des Entlastungs­betrags ab 2016 zu Steuer­nachteilen führen – trotz Splitting­tarif.

    4. Kann ich Unterhalt an meinen Partner weiter absetzen?

    Nein, ab der Heirat bilden Sie mit Ihrem Partner recht­lich eine Solidar­gemeinschaft. Sie sind einander dann zum Unterhalt verpflichtet. Gewähren Sie Ihrem Partner Geld- und Sach­leistungen, weil dieser kein oder nur wenig eigenes Einkommen hat, erkennt das Finanz­amt diese ab der Heirat nicht mehr als außergewöhnliche Belastung an. Verdient nur einer von Ihnen, profitieren Sie als Paar nach der Hoch­zeit aber auf jeden Fall vom Splitting­tarif. Das führt trotz Wegfall der außergewöhnlichen Belastungen in der Regel zu einer Steuerersparnis.

    5. Welche Steuer­vorteile gibt es bei Erbschaften und Schenkungen?

    Sie haben als Verheiratete große Vorteile, wenn Sie sich etwas schenken oder vererben. Jedem Ehepartner steht ein Frei­betrag in Höhe von 500 000 Euro zu. Hinzu kommen noch weitere Frei­beträge, zum Beispiel einer für den Zugewinn­ausgleich. Ohne Heirat gewährt das Finanz­amt Lebens­part­nern nur 20 000 Euro Frei­betrag und eine ungüns­tigere Steuerklasse. Die Steuersätze sind zum Teil doppelt so hoch wie für Verheiratete. Gerade für Vermögende zahlt sich der Gang zum Standes­amt steuerlich aus – ab dem Ja.

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    Источники: http://www.businessandmore.de/service-und-wissen/item/171-steuern-sparen-durch-heirat-im-dezember.html, http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Warum-man-noch-dieses-Jahr-heiraten-sollte-article15964531.html, http://www.test.de/Last-Minute-Heirat-Fuer-wen-sich-das-Jawort-vor-Silvester-steuerlich-lohnt-4909820-0/

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