Steuerrückzahlung nach heirat

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    Ab zum Standesamt? Warum man noch dieses Jahr heiraten sollte

    Im Dezember herrscht auf Standesämtern ganz ordentlich Betrieb. Meist hat das Jawort kurz vor Jahresende ganz materielle Gründe: Das Paar sichert sich rückwirkend Steuervorteile. Aber welche sind das überhaupt?

    Eine Weihnachtsfeier jagt die nächste, dazwischen sind im Job oft noch wichtige Aufgaben zu Ende zu bringen, es wird spät hell, früh dunkel und dazwischen ist es grau – eigentlich eignet sich fast jeder Monat im Jahr besser zum Heiraten als der Dezember. Trotzdem gehörte er mit fast 38.000 Eheschließungen im Jahr 2013 zu den beliebteren Vermählungsmonaten. Zum Vergleich: im Januar haben keine 8000 Paare geheiratet. Der Grund für den Hochzeitsboom zum Jahresende: Paare, die sich rechtzeitig vor Silvester trauen, können noch die Steuervorteile rückwirkend für das ganze Jahr mitnehmen. Aber welche sind das überhaupt?

    Wer dieses Jahr noch heiraten will, sollte sich schnell einen Termin beim Standesamt sichern.

    Für wen lohnt sich Heiraten wegen der Steuer?

    "Splitting" heißt das Zauberwort, das die Ehe zum Steuersparmodell macht. Lassen sich Verheiratete zusammenveranlagen, zählt das Finanzamt zunächst beide Einkommen zusammen und halbiert dann den Betrag. Dafür wird dann die Einkommensteuer errechnet und verdoppelt. Das ergibt dann die Steuer, die das Paar zahlen muss.

    Profiteure sind vor allem Paare, bei denen ein Partner viel und einer wenig oder im besten Falle gar nichts verdient. Denn grundsätzlich werden mit zunehmendem Einkommen auch höhere Steuersätze berechnet, dafür sorgt die Progression.

    Ein Beispiel zeigt, wie sich das Splitting auswirken kann: Der eine Partner kommt auf ein Jahresbrutto von 60.000 Euro. Bei Einzelveranlagung muss er rund 16.940 Euro Steuern zahlen, plus Solidaritätszuschlag. Der andere Partner arbeitet nur Teilzeit und verdient dabei 20.000 Euro brutto. Seine Steuerlast: 2610 Euro. Insgesamt fließen also 19.550 ans Finanzamt, zusätzlich noch 1075 Euro Soli.

    Heiraten die beiden und lassen sich zusammenveranlagen, werden 40.000 Euro für jeden Partner versteuert. Das ergibt eine Gesamtbelastung von knapp 17.840 Euro plus Soli von 980 Euro. Die Ehe bringt also einen Steuervorteil von gut 1800 Euro.

    Verdienen beide Partner 40.000 Euro, wäre ihr Splittingvorteil gleich null. Kommt einer auf 35.000 Euro und der andere auf 45.000 Euro, fällt der finanzielle Nutzen ziemlich überschaubar aus. Das Paar würde gerade mal 120 Euro im Jahr sparen, etwas mehr als der Termin beim Standesamt kostet.

    Welchen Einfluss haben die Steuerklassen?

    Mit der Heirat ändert sich auch die Steuerklasse. Während Alleinstehende ohne Kinder automatisch der Steuerklasse I zugeordnet werden, können Verheiratete zwischen verschiedenen Varianten wählen: Standard ist die Kombination IV und IV, wählt man dazu das Faktorverfahren, kommen die Vorteile des Splittingtarifs schon unterjährig zum Tragen. Die Kombination III und IV eignet sich besonders dann, wenn ein Partner etwa 60 Prozent zum Familieneinkommen beiträgt. Er bekommt dann sämtliche Freibeträge des Paares angerechnet.

    Egal bei welcher Kombination: Unterm Strich bleibt die steuerliche Belastung für das Paar die gleiche. Wer im Laufe des Jahres mehr Geld zur Verfügung hat, muss nach der nächsten Steuererklärung mit Rückforderungen rechnen.

    Trotzdem kann die Wahl der Steuerklassenkombination entscheidend sein. Dann nämlich, wenn einer der beiden Partner in absehbarer Zeit Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Mutterschaftsgeld oder Arbeitslosengeld beziehen wird. Bei solchen Zahlungen dient der Nettolohn als Bemessungsgrundlage. Lässt sich beispielsweise eine werdende Mutter in der günstigen Steuerklasse III einstufen, erhöht sich ihr Nettoeinkommen und somit später auch das Elterngeld. Der Steuerklassenwechsel muss aber sehr frühzeitig beantragt werden, nämlich spätestens sieben Monate, bevor die werdende Mutter ihren sechswöchigen Mutterschutz antritt. Paare, die ein Kind planen, wechseln also am besten, sobald sie verheiratet sind.

    Bei einer Hochzeit im Dezember gilt die neue Steuerklasse aber erst ab dem nächsten Jahr. Denn der Steuerklassewechsel wird immer erst im Folgemonat gültig, nicht rückwirkend. Sprich: Wer noch im Dezember Steuervorteile nutzen will, muss spätestens im November heiraten und den Steuerklassenwechsel beantragen.

    Kann man Unterhalt an den Partner von der Steuer absetzen?

    Der eine verdient schon Geld, der andere studiert noch oder kümmert sich um den Haushalt, beide wohnen zusammen – solange das Paar nicht verheiratet ist, kann der besserverdienende Partner seine Unterhaltsleistungen von der Steuer absetzen. Nach der Hochzeit geht das nicht mehr. Dann bilden die Partner eine Solidargemeinschaft, der Unterhalt ist nicht mehr freiwillig, sondern Pflicht. Und dann kann man ihn nicht mehr von der Steuer absetzen. Die Vorteile des Splittingtarifs dürften aber darüber hinwegtrösten.

    Welche Steuervorteile gibt es sonst noch?

    Der eine Partner ist in diversen Geldanlagen investiert, der andere hat nur ein paar Euro auf einem schlecht verzinsten Tagesgeldkonto herumliegen – auch in diesem Fall kann sich eine baldige Eheschließung noch auszahlen. Jedem Steuerzahler steht ein Sparerfreibetrag von 801 Euro zu. Für Kapitaleinnahmen, die darüber hinausgehen, fallen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Soli an. Verheiratete können den Gesamtbetrag von 1601 Euro nach Belieben aufteilen, so dass auch der Freibetrag des Partners ohne Zinseinnahmen genutzt wird.

    Wer heiratet, denkt meist noch lange nicht an den Tod. Doch gerade wenn es ans Erben oder auch ans Schenken geht, hat die Ehe enorme Vorteile. In der gesetzlichen Erbfolge kommen unverheiratete Lebenspartner gar nicht vor. Wenn es kein Testament gibt, gehen sie völlig leer aus, wenn der andere stirbt.

    Wenn sich der Verstorbene rechtzeitig gekümmert hat, müssen unverheiratete Hinterbliebene ihr Erbe womöglich mit dem Fiskus teilen. Bei der Erbschaftssteuer wird nur ein Freibetrag von 20.000 Euro angerechnet, außerdem gilt eine ungünstigere Steuerklasse. Witwen und Witwer können dagegen bis zu 500.000 Euro steuerfrei erben. Die gleichen Freibeträge gelten für Schenkungen zu Lebzeiten.

    Hochzeit : Die pfiffigsten Finanztipps für Frischvermählte

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    Quelle: Infografik Die Welt

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    V on wegen Luft und Liebe: Für die meisten Brautleute muss es eine Traumhochzeit sein, am liebsten in der Kirche, mit weißem Kleid und Riesenparty. Auch 2014 werden sich voraussichtlich wieder über 360.000 Paare das Jawort geben. Und wenn sie es richtig machen, damit im ganz großen Stile Geld sparen.

    Die Planungen für den schönsten Tag des Lebens haben die vergangenen Wochen und Monate bei den allermeisten Paaren bestimmt. Wie sieht die Torte aus? Wer sitzt während der Hochzeitsfeier neben wem? Was, wenn das Wetter nicht mitspielt?

    Nach der Umfrage der auf Onlinekredite spezialisierten CreditPlus Bank gehören für 72 Prozent der Deutschen zwar Hochzeitstorte, Festessen und Flitterwochen unbedingt zu einer Hochzeit. Eine Ehevertrag jedoch beispielsweise nur für 23 Prozent. Versicherungen abgleichen, den Mietvertrag erneuern und Steuerklasse ändern fallen bei den meisten ebenfalls hinten unter.

    Sich mit diesen Dingen zu beschäftigen, ist zwar nicht sonderlich romantisch, aber wichtig. Und noch dazu einfacher, als viele denken. „Das ist nicht schlau“, warnt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Wer den Bund fürs Leben schließt, sollte auch für den Neubeginn zu zweit bestens gerüstet sein.

    Partner mit in die Versicherung aufnehmen

    Oft vergessen, aber lohnend: Hochzeiter sollten ihre Versicherungen abgleichen. Das kann bis zu 200 Euro im Jahr einsparen, hat die Deutsche Vermögensberatung berechnet. Die meisten Policen wie Rechtsschutz- oder Auslandskrankenversicherung lassen sich problemlos zusammenlegen. Der BdV rät, den jüngeren Vertrag oder den mit dem geringeren Versicherungsschutz aufzuheben und den Partner dann in die Bestandspolice aufzunehmen. Ein formloses Schreiben genügt.

    Besitzen beide eine Privathaftpflicht, akzeptieren Assekuranzen eine Hochzeit manchmal als vorzeitigen Kündigungsgrund. Gibt es zwei Hausratversicherungen, sind die Eheleute meist auch auf die Kulanz des Versicherers angewiesen. Bei einer jüngeren Police nach 2008 muss der Anbieter eine Kündigung oder Reduzierung des Vertragsumfangs aber hinnehmen. Zu viel Gezahltes wird zurückerstattet.

    Bei Altverträgen bleibt nur die ordentliche Kündigung, am besten per Einschreiben, spätestens drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres. Außerordentlich kündigen kann das Paar immer dann, wenn die Prämie nach einem Umzug in eine andere Tarifzone teurer wird, so der BdV.

    Mietvertrag sollte von beiden unterschrieben werden

    Zieht ein Ehepartner nach der Hochzeit in die Mietwohnung des anderen, kann er nachträglich in den Mietvertrag aufgenommen werden. Wer zum neu Angetrauten zieht, hat in seiner bisherigen Wohnung allerdings kein Sonderkündigungsrecht wegen Heirat, sondern muss die festgelegten Fristen (meist drei Monate) berücksichtigen und dem Vermieter rechtzeitig Bescheid geben und kündigen.

    Aufgepasst: Mietrechtsexperten empfehlen, dass beide Eheleute den Vertrag unterschreiben sollten. Steht nur einer im Mietvertrag, könnte er den anderen jederzeit auf die Straße setzen, wenn er Tisch und Bett plötzlich doch nicht mehr mit ihm teilen möchte.

    Außerdem wichtig: Mietet ein Paar gemeinsam, sind auch beide zur Zahlung verpflichtet, selbst wenn sie sich trennen und einer auszieht. Für den Vermieter bleiben sie Gesamtschuldner. Das heißt: Zahlt der Ex nach dem Auszug gar nicht mehr oder weniger, muss der andere für den Rest ebenfalls geradestehen.

    Begünstigung in Lebensversicherung eintragen

    Nach der Hochzeit wird oft vergessen, das Bezugsrecht einer Lebens- oder Unfallversicherung zu ändern. Das sollte aber unbedingt dann passieren, wenn sich die Eheleute gegenseitig finanziell absichern wollen. Bringen beide eine eigene Police mit, können sie sich gegenseitig als Begünstigte einsetzen. Nur so bekommt der hinterbliebene Partner im Todesfall auch die Leistung ausgezahlt. Wichtig ist diese Formalität vor allem dann, wenn der neue Mann/die neue Frau schon einmal verheiratet war. Sonst bleibt auch in der zweiten Ehe womöglich noch der Ex-Partner begünstigt.

    Frischvermählte sollten auch über den Notfall nachdenken. Verbraucherschützer raten, dass der Haupternährer nach der Heirat eine Risikolebensversicherung abschließt, um den Partner und später Kinder für den Todesfall finanziell abzusichern.

    Grundsätzlich gilt: Stirbt ein Ehepartner, erhält der andere Witwen- oder Witwerrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Je nach Alter kann das 25 oder 60 Prozent des Rentenanspruchs des Verstorbenen ausmachen.

    Laut Sozialgesetzbuch gibt es aber nur dann Geld, wenn die Ehe beim Tod eines Partners mindestens ein Jahr bestand – es sei denn, der Mann oder die Frau starb durch einen Unfall. Ansonsten vermutet der Rentenversicherer eine sogenannte Versorgungsehe, die nur eingegangen wurde, um Rentenansprüche zu erhalten – und zahlt nicht (Bayerisches Landessozialgericht, Aktenzeichen L 19 R 603/04).

    Gesetzlich Krankenversicherte beitragsfrei mitversichern

    Hört ein Partner nach der Hochzeit auf zu arbeiten, etwa um Kinder zu betreuen, endet seine Mitgliedschaft in der Krankenkasse. Ist der Partner Kassenmitglied, kann sich der betreuende Elternteil bei dessen Kasse beitragsfrei mitversichern. Ganz anders sieht es aus, wenn der Ehemann oder die -frau privat krankenversichert ist. Dann scheidet eine kostenlose Mitversicherung aus.

    Stattdessen muss die/der Betroffene sich entweder selbst um eine private Krankenversicherung bemühen oder sich freiwillig gesetzlich versichern. Auch Letzteres kann ins Geld gehen. Hat zum Beispiel die Frau kein eigenes Arbeitseinkommen mehr, nimmt die Krankenkasse die Hälfte des Lohns des Mannes und berechnet auf dieser Basis ihre Beiträge. Sind beide Partner privat versichert, ändert sich nichts an der Beitragsbelastung – die Prämien bleiben konstant, auch wenn einer nicht mehr arbeitet.

    Check mit der Steuersoftware

    Dass sich Heiraten auch wegen des Finanzamts lohnt, gilt dann, wenn einer der Eheleute besser verdient als der andere.

    Sind die Einkünfte etwa gleich hoch, tendiert der Steuervorteil gegen null. Der Grund dafür ist das Ehegatten-Splitting. Dabei kommt das Einkommen der Verheirateten in einen Topf und wird zu gleichen Teilen auf beide verteilt. Der Mehrverdiener rutscht dadurch weniger in die Steuerprogression, also in die überproportional steigende steuerliche Belastung für höhere Einkommen.

    Werden Eheleute zusammen veranlagt, dürfen die Verluste des einen auch mit den Einkünften des anderen verrechnet werden. Das ist beispielsweise möglich, wenn der eine als Angestellter ein festes Salär hat, der andere als Selbstständiger öfter mal Miese einfährt und deshalb wenig bis gar keine Steuern zahlen muss. Das Minus des Selbstständigen oder Freiberuflers senkt dann die Steuerlast des Ehepaares.

    Ob nach der Hochzeit eine gemeinsame oder getrennte Veranlagung besser ist, kann das Brautpaar mit einer Steuersoftware selbst berechnen oder vom Steuerberater respektive Lohnsteuerhilfevereine erfragen.

    Steuerklassen kombinieren

    Über die Kombination der Steuerklassen bestimmen Hochzeiter mit, wie viel Lohnsteuer jeden Monat vom Gehalt abgezogen wird – und damit auch, wie hoch das ausgezahlte Nettogehalt ausfällt.

    Berufstätige Ehepaare haben die Wahl zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen: Entweder ein Mix aus Klasse III und V, wenn die Gehälter unterschiedlich hoch ausfallen, oder IV/IV, wenn beide etwa gleich viel verdienen. Verdient der besser bezahlte Partner etwa 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens oder mehr, ist der Mix aus den Steuerklassen III und V in der Regel empfehlenswerter als die Kombination IV und IV.

    Als dritte Option ist die Kombi IV/IV mit Faktor wählbar. Sie gibt es seit 2009 und bietet sich ebenfalls für Verheiratete mit etwa gleichem Verdienst an. Wegen des Faktors wirkt sich der Splittingvorteil schon während des Jahres aus. Steuernachzahlungen sind damit vermeidbar, wie Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) erklärt.

    Wichtig: Die Gesamtsteuerbelastung des Paares bleibt immer gleich. Über einen cleveren Mix können sich Eheleute aber monatlich mehr Spielraum im Geldbeutel verschaffen, statt dem Staat Geld zu stunden oder saftig nachzuzahlen.

    Eine Änderung der Steuerklassen beim Finanzamt ist jederzeit möglich, spätestens bis zum 30. November eines Jahres.

    Anspruch auf Unterhalt nach Scheidung

    Ehepartner müssen finanziell füreinander einstehen, in guten wie in schlechten Tagen. Wird einer arbeitslos oder fällt in die Sozialhilfe, muss der Partner ihn mitversorgen.

    Geht die Verbindung schief, sind Eheleute ab der Trennung grundsätzlich selbst für ihren Unterhalt verantwortlich. In der Regel haben nur Mütter oder Väter mit Kindern von unter drei Jahren Anspruch auf Unterhalt.

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    Das können Sie sparen, wenn Sie heiraten

    Wenn Sie verheiratet sind, haben Sie viele Vorteile und können bei der Wahl Ihrer Steuerklasse, bei Versicherungen und beim Rentenanspruch sparen.

    Wenn Sie vor 2006 geheiratet haben, kamen Sie vielleicht in den Genuss der Heiratsbeihilfe. Das heißt: Ihr Arbeitgeber durfte Ihnen zur Hochzeit Geld oder Geschenke im Wert von bis zu 315 Euro überreichen und Sie mussten dafür keine Steuern zahlen. Seit Januar 2006 existiert diese Regel leider nicht mehr. Es gibt aber immer noch ein paar Steuervorteile, die bis heute gelten und die einem die Heirat zusätzlich versüßen:

    1. Einkommensteuer sparen

    Ein Vorteil für Verheiratete gegenüber Unverheirateten: Sie haben die Wahl zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen, nämlich entweder IV und IV, IV und IV mit Faktor oder III und V. Wann sich welche Kombination lohnt, hängt davon ab, wie viel beide Ehepartner jeweils verdienen:

    • Erhalten beide in etwa das gleiche Gehalt, eignet sich Kombination IV und IV mit oder ohne Faktor.
    • Verdient einer der beiden viel und der andere wenig bzw. gar nichts, lohnt sich die Kombination III und V.

    Berechnen Sie selbst, welche Steuerklassen-Kombination für Sie lohnenswert sein könnte:

    Paare werden nach der Hochzeit zunГ¤chst automatisch in Steuerklasse IV (4) eingruppiert – egal ob beide berufstГ¤tig sind oder nur einer von beiden.

    Der größte Vorteil ergibt sich für Eheleute und Lebenspartner aber durch das sogenannte Ehegattensplitting: Wenn Sie verheiratet sind, werden Sie automatisch – auch ohne Antrag – zusammen veranlagt. Das heißt, dass Sie und Ihr Ehepartner eine gemeinsame Steuererklärung abgeben und damit steuerlich wie eine Person behandelt werden. Das spart Zeit und meistens auch Steuern. Welche Steuerersparnis Sie dadurch haben können, zeigt unser Artikel zum Thema Ehegatten-Splitting.

    Wenn Sie als Ehepaar trotzdem jeder eine eigene Steuererklärung abgeben wollen, können Sie das natürlich auch machen. Zudem sollten Sie beide auf Seite 1 Ihres Mantelbogens ein Kreuz bei „Einzelveranlagung von Ehegatten/Lebenspartnern“ setzen. Vorteil der Einzelveranlagung ist, dass das Finanzamt damit die Einnahmen und Ausgaben eines Ehegatten exakt zuordnet. So profitiert genau derjenige von Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen, der auch tatsächlich dafür gezahlt hat. Auf Antrag können Ehepaare ihre Ausgaben auch je zur Hälfte anrechnen lassen. Wann sich das für Eheleute lohnt, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Zusammenveranlagung.

    Neben der Zusammenveranlagung oder der Einzelveranlagung nach dem Grundtarif gibt es zwei weitere Splittingtarife, die nur verheiratete oder verpartnerte Paare nutzen können:

    • Das Witwen-Splitting, mit Steuervorteil fГјr den Witwer oder die Witwe im Folgejahr des Todes eines Ehepartners.
    • Das Sonder-Splitting, mit Steuervorteil fГјr den Mann oder die Frau, dessen Ex-Partner im Jahr der Scheidung erneut heiratet.

    2. Bei Versicherungen dieВ Sondertarife fГјr Ehepaare nutzen

    Ehepartner zahlen bei vielen Versicherungen geringere Beiträge als Unverheiratete: Entweder durch günstigere Sondertarife oder durch die Möglichkeit, zwei separate Versicherungen auf eine gemeinsame Versicherung umschreiben zu lassen. Diese Angebote gibt es zum Beispiel bei Auto-, Haftpflicht- oder Hausratversicherungen. Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung und fragen Sie nach, ob eine der beiden Möglichkeiten zur Auswahl steht.

    Für Eheleute ist auch der Abschluss einer Riester-Rente interessant. Dabei handelt es sich um eine Altersvorsorge, die Sie zwar aus eigener Tasche bezahlen müssen, die aber vom Staat unterstützt wird. Die staatlichen Zulagen bekommt nicht nur derjenige, der die Riester-Rente bezahlt, sondern unter Umständen auch der Ehepartner.

    3. Familienversicherung bei der gesetzliche KrankenversicherungenВ abschlieГџen

    Arzt-, Medikamenten- oder Krankenhauskosten – eine Krankenversicherung übernimmt einen Großteil oder sogar alle Krankheitskosten. Dafür muss der Versicherte jeden Monat einen gewissen Beitrag zahlen. Für Verheiratete bieten die gesetzlichen Krankenversicherungen die sogenannte Familienversicherung an: Ein Ehepartner zahlt, der andere kann sich unter bestimmten Bedingungen kostenlos mitversichern lassen, und zwar bei der Kranken- und bei der Pflegeversicherung. Auch Kinder können über die Familienversicherung kostenlos mitversichert werden.

    Private Krankenversicherungen bieten keine Familienversicherung. Jede Person, ob Ehepartner oder Kind, muss sich extra versichern lassen und monatlich eigene Beiträge zahlen.

    4. Den Rentenanspruch des Ehepartners nutzen

    Durch die Heirat erhalten Sie einen Anspruch auf Witwenrente, wenn Sie bis zum Tod Ihres Partners verheiratet waren. Viele weitere Informationen rund um das Thema Witwenrente finden Sie in unserem Artikel Leibrente und Steuern: Das müssen Sie wissen. Zudem dürfen Ehegatten, deren Partner verstorben sind, im laufenden und darauf folgenden Jahr die günstige Steuerklasse III (3) nutzen. Erst danach verlieren sie dieses Privileg und werden vom Staat wieder als Alleinstehend betrachtet und Steuerklasse I (1) zugeordnet – es sei denn, sie heiraten erneut.

    Bei einer Scheidung werden die Rentenpunkte beider Ehepartner addiert und dann je zur Hälfte an jeden verteilt. Mehr dazu im Artikel Versorgungsausgleich.

    5. Hochzeit im kleinen Kreis feiern

    Eine Hochzeitsfeier kostet meistens viel Geld: Brautkleid, Blumen, Essen, RГ¤umlichkeiten – da kommen schnell mehrere tausend Euro zusammen. Geld lГ¤sst sich hier nur sparen, wenn Sie ohne viele GГ¤ste und groГџe Feier im kleinen Kreis heiraten. Doch nicht jeder mГ¶chte das, denn schlieГџlich heiratet man meistens nur einmal im Leben. Also lassen Sie sich nicht aufhalten. Aber eine Frage bleibt: Hochzeit – kann ich das von der Steuer absetzen? Unser Video gibt in Sekundenschnelle eine Antwort:

    Falls Sie keine Lust auf Bewegtbild haben, hier die Antwort auf Ihre Frage: Absetzen kГ¶nnen Sie die Kosten fГјr die Hochzeitsfeier und die Hochzeitsreise nicht. Das ist Ihr PrivatvergnГјgen.В

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    Источники: http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Warum-man-noch-dieses-Jahr-heiraten-sollte-article15964531.html, http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article129101281/Die-pfiffigsten-Finanztipps-fuer-Frischvermaehlte.html, http://www.vlh.de/familie-leben/heirat/das-koennen-sie-sparen-wenn-sie-heiraten.html

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