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    Abgeltungssteuer

    So funktioniert die Abgeltungssteuer

    • Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2017
    • Von: Ludwig Heinz

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit 2009 wird die Abgeltungssteuer auf Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne fällig. Davon behält das Finanzamt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und seit Januar 2015 auch Kirchensteuer ein.
    • In Ihrer Steuererklärung müssen Sie nichts angeben, aber dafür sorgen, dass Sie einen korrekten Freistellungsauftrag erteilt haben.
    • Schöpfen Sie die Freibeträge auf Ihre Anlagen aus, die zu einem Sparerpauschbetrag zusammengefasst sind: 801 Euro für Ledige, 1.602 Euro für Verheiratete. Sie können auch unter dem Jahr die Freistellungsaufträge bei Ihren Banken ändern.
    • Beim Verkauf von Aktien gilt, dass die zuerst angeschafften als zuerst veräußert behandelt werden. Aktien, die bis Ende 2008 investiert wurden, können steuerfrei verkauft werden.
    • Bei Fonds, die im Ausland aufgelegt sind und Dividenden einbehalten, müssen Sie diese dennoch versteuern. Erträge müssen Sie in der Anlage KAP angeben.
    • Ab 2018 ändert sich die Besteuerung von Investmentfonds grundlegend. Details lesen Sie im Artikel zum Investmentsteuerreformgesetz

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Sparer, die Geld anlegen in Form von Bankeinlagen, Aktien, Anleihen, Fonds oder Zertifikaten, sind von der Abgeltungssteuer betroffen. Sie wird seit 2009 fällig für Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne – sogenannte Kapitaleinkünfte. Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Sie wird von der Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

    Automatischer Kirchensteuerabzug

    Kapitaleinkünfte unterliegen zudem der Kirchensteuer. Diese wurde bislang allerdings nur dann von Ihrer Depotbank an das Finanzamt abgeführt, wenn Sie einen Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer gestellt haben. Wer diesen Antrag nicht gestellt hatte, musste die Kirchensteuer im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung zahlen. Seit Januar 2015 brauchen Sie keinen Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer mehr zu stellen. Denn seitdem erhalten die Banken die Information über die Religionszugehörigkeit ihrer Kunden vom Bundeszentralamt für Steuern in Bonn (BZSt) und führen die Kirchensteuer direkt an das Finanzamt ab.

    Die rechtlichen Grundlagen zur Abgeltungssteuer finden Sie in Paragraf 32d Einkommensteuergesetz. Sorgen Sie unbedingt dafür, dass Sie einen korrekten Freistellungsauftrag erteilt und den Freibetrag auf Ihre verschiedenen Anlagen ausgeschöpft haben. Die Freistellungsaufträge können Sie auch unterjährig ändern und so den Steuerabzug über Ihre diversen Depots optimieren. Dafür müssen Sie Ihrer Bank einen schriftlichen Auftrag erteilen.

    Altaktiengewinne können steuerfrei verkauft werden

    Das System der Abgeltungssteuer wurde zum 1. Januar 2009 eingeführt. Für Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren, die bis Ende 2008 gekauft wurden, gilt daher eine Besonderheit: Sie können diese auch heute noch steuerfrei verkaufen.

    Generell gilt für den Aktienverkauf das Prinzip „first in, first out“. Das heißt, dass zuerst angeschaffte Wertpapiere als zuerst verkauft gelten. Dementsprechend werden diese steuerlich behandelt. Dies können Sie zu Ihrem Vorteil ausnutzen. Haben Sie beispielsweise 100 Fresenius-Aktien 2008 erworben und zudem ein Jahr später weitere 100 und wollen nun 150 davon verkaufen, dann können sie 100 davon steuerfrei verkaufen und 50 nach dem Abgeltungssteuersatz.

    Um solche Bestände leichter voneinander abgrenzen zu können, ist es in vielen Fälle besser, neue Anlagen in einem zweiten Depot zu verwahren. Insbesondere Anleger, die sehr oft Wertpapiere kaufen und verkaufen, sollten darüber nachdenken. Online-Depots verlangen inzwischen keine Grundgebühren mehr, weswegen das finanziell keinen Unterschied macht. Die günstigsten Depots finden Sie in unserem Ratgeber.

    Mit der Reform der Investmentbesteuerung, die ab 2018 in Kraft tritt, wird der Bestandsschutz von Investmentfonds aufgehoben: Anleger zahlen dann auf Erträge, die Altfonds ab 2018 erzielen, Abgeltungssteuer jährlich auf eine Pauschale und bei Verkauf. Erträge, die bis Ende 2017 erzielt wurden, bleiben steuerfrei. Für Privatanleger gibt es einen Freibetrag von 100.000 Euro. Um ihn anwenden zu können, sollten Besitzer von Altfonds diese unbedingt halten. Wie die neue Besteuerung für Altfonds genau funktioniert, lesen Sie im Detailartikel zur Investmentsteuerreform.

    Kapitalverluste verrechnen

    Sie dürfen Verluste aus Kapitalerträgen mit den positiven Einkünften aus Ihren Anlagen verrechnen. Beispiel: Erzielen Sie nach dem Verkauf einer Lebensversicherung einen Verlust, so können Sie diesen mit Ihren Zinserträgen aus Sparkonten verrechnen. Aktienverluste dürfen Sie aber nur mit Kursgewinnen aus Aktiengeschäften verrechnen. Laut einer Übergangsregelung konnten bis Ende 2008 erlittene Verluste noch bis 2013 mit neuen Gewinnen verrechnet werden.

    Freibetrag nutzen

    Seit 2009 sind die vorher geltenden Freibeträge in einem Sparerpauschbetrag zusammengefasst. Er beträgt für Ledige 801 Euro im Jahr, für Verheiratete das Doppelte, also 1.602 Euro. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber die Abrechnung von Werbungskosten in der Steuererklärung gestrichen. Somit dürfen auch Kosten für einen Kredit, der für den Kauf von Wertpapieren verwendet wird, nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden.

    Möglich ist allerdings nach einem Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 17. Dezember 2012 (Az. 9 K 1637/10) in begründeten Ausnahmefällen ein Abzug der tatsächlichen Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Demnach können Sie den Abzug von Werbungskosten in tatsächlicher Höhe beantragen, sofern Ihr persönlicher Einkommensteuersatz bereits unter Berücksichtigung des Sparerpauschbetrags unter dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent liegt.

    Darauf wird die Abgeltungssteuer fällig

    Läuft der Vertrag zwischen Ihnen und der Versicherungsgesellschaft noch keine zwölf Jahre und werden entsprechende Kapitalerträge aus der Versicherung schon vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt, sind Sie als Versicherter verpflichtet, die Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf den jeweiligen Betrag zu entrichten.

    Vollkommen steuerfrei sind einmalige Auszahlungen – also das komplette eingezahlte Kapital plus die Erträge aus diesem Kapital – aus einer Lebensversicherung, wenn der Vertrag folgende Bedingungen erfüllt:

    • die Laufzeit beträgt mindestens zwölf Jahre
    • Vertragsbeginn war vor dem 1.1.2005
    • die Todesfallleistung beträgt mindestens 60 Prozent der Versicherungssumme
    • es wurden über mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt

    Haben Sie Ihre Lebensversicherung nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossen, müssen Sie die Hälfte des Geldes zum persönlichen Steuersatz versteuern. Dass es nur die Hälfte ist und nicht alles versteuert werden muss, ist allerdings auch an Bedingungen geknüpft:

    • der Vertrag läuft mindestens zwölf Jahre
    • die Auszahlung erfolgt erst nach dem 60. Lebensjahr

    Sämtliche Zinserträge unterliegen seit 1. Januar 2009 der Abgeltungssteuer.

    Die Abgeltungssteuer gilt für die gesamte Dividende und realisierte Kursgewinne. Dabei spielt die Haltedauer keine Rolle.

    Bei ihnen unterliegen Zinsen und Kursgewinne der Abgeltungssteuer.

    Fondserträge, egal ob ausgeschüttet oder wieder angelegt, sind mit dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent zu versteuern. Gewinne aus Veräußerung von Fonds, Anteilen und Termingeschäften werden bei Ausschüttung von der Abgeltungssteuer erfasst. Ab 2018 sind Teile der Fondserträge bei Aktien- und Mischfonds pauschal steuerbefreit, dafür fällt die Anrechnung von Quellensteuer weg. Details dazu im Ratgeber Investmentsteuerreformgesetz.

    Bei Anteilen an einem Dachfonds, die vor 2009 angeschafft wurden, gilt die vor 2009 bestehende Rechtslage solange, bis der Fonds ausgezahlt und dann eine neue Anlage mit dem Geld getätigt wird. Da sie erst am Ende der Laufzeit steuerlich bewertet werden, können mit solchen Fonds, die je nach Ausrichtung Kapitalerträge aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen erzielen, langfristig abgeltungssteuerfreie Erträge erzielt werden. Erträge aus Dachfonds, die nach dem 31. Dezember 2008 erworben wurden, unterliegen dagegen komplett der Abgeltungssteuer. Sie sollten sich also gut überlegen, ob Sie sich von solchen Anteilen trennen.

    Kursgewinne aus solchen Anlagen, zum Beispiel aus Zertifikaten mit Kapitalgarantie oder aus Aktienanleihen, fallen ohne Berücksichtigung einer Frist stets unter die Abgeltungssteuer.

    Zertifikate ohne Kapitalgarantie

    Sie unterliegen gleichfalls der Abgeltungssteuer. Ausnahme: Risikozertifikate, die vor dem 15. März 2007 gekauft wurden, sind nach einjähriger Haltedauer steuerfrei.

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    Behandlung ausländischer Kapitalerträge

    Auch auf Kapitalerträge, die Sie im Ausland erzielen, müssen Sie Abgeltungssteuer zahlen. Haben Sie Ihr Depot oder Konto bei einer inländischen Bank, führt diese die Abgeltungssteuer automatisch an das deutsche Finanzamt ab, sofern die Erträge über den Freibetrag von 801 Euro hinausgehen und Sie einen Freistellungsauftrag gestellt haben.

    Ist das Konto oder Depot im Ausland oder kommen die Kapitalerträge von einer ausländischen Bank oder der ausländischen Tochter einer deutschen Bank, wird keine Abgeltungssteuer einbehalten. Das betrifft zum Beispiel Kunden, die bei der Leaseplan Bank, CA Consumer Finance oder Close Brothers ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto haben.

    Als Depot- oder Kontoinhaber haben Sie die Pflicht, solche ausländischen Kapitalerträge, für die keine Abgeltungssteuer einbehalten wurde, in der Zeile 15 der Anlage KAP Ihrer Steuererklärung anzugeben. Inländische Kapitalerträge ohne Steuerabzug müssen Sie in die Zeile 14 eintragen.

    Sonderfall ausländische thesaurierende Aktienfonds

    Haben Sie in Ihrem Portfolio einen Aktienfonds, der im Ausland aufgelegt ist und Dividenden wieder anlegt, müssen Sie ebenfalls einige Besonderheiten beachten. Da diese Dividenden nur dem Fonds und nicht direkt Ihrem Konto gutgeschrieben werden, müssen Sie sie separat in der Steuererklärung angeben. Diese Dividenden fallen unter den Posten „ausländische Kapitalerträge“. Sie müssen diese ebenfalls in Zeile 15 der Anlage KAP eintragen.

    In vielen Fällen, in denen ausländische Aktien im Fonds vertreten sind, fällt zudem Quellensteuer an. Sie wird in dem Quellstaat – also dem Staat, in dem das die dividenden zahlende Unternehmen seinen Sitz hat – direkt an die Steuerbehörde abgeführt. Die Quellensteuer kann aber häufig auf die Abgeltungssteuer angerechnet werden. Anleger müssen sie für diesen Zweck ebenfalls in der Anlage KAP angeben. Mehr Informationen dazu finden Sie im Detailartikel thesaurierende Fonds.

    Im Juli 2016 hat der Bundesrat eine Reform der Besteuerung von Investmentfonds verabschiedet. Sie tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft. Demnach ändert sich die Systematik der Besteuerung von Investmentfonds grundlegend. Details finden Sie im Artikel zum Investmentsteuerreformgesetz.

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    Artikel verfasst von

    ehemaliger freier Finanztip-Mitarbeiter

    Ludwig Heinz hat als freier Finanztip-Redakteur zu Themen rund um Verbraucherfinanzen geschrieben. Zuletzt arbeitete er als Teamleiter Anlagestrategie für Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien in Frankfurt, davor als Ressortleiter Wirtschaft und Politik bei der Anlegerzeitschrift Börse Online in München. Zudem war er in unterschiedlichen Positionen für mehrere Banken tätig, überwiegend im Research. Ludwig Heinz studierte nach einer Bankausbildung Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in München.

    Kapitalerträge: Diese Grundregeln gelten für die Besteuerung von Kapitaleinkünften

    In fast allen europäischen Staaten unterliegen Kapitalerträge der Einkommensteuer. Durch die Abgeltungssteuer unterliegen die meisten Kapitaleinkünfte nicht mehr der Regelbesteuerung. Es gilt aber vieles zu beachten. Hier lesen Sie, welche Regeln es für die Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland gibt.

    Kapitalerträge im Privatvermögen

    Seit 2009 unterliegen Kapitalerträge von Privatpersonen nicht mehr dem normalen (progressiven) Einkommensteuertarif. Stattdessen muss z. B. die auszahlende Bank eine 25%ige Abgeltungsteuer einbehalten. Mit dieser ist die Steuerschuld des Anlegers pauschal abgegolten. Die Anrechnung der einbehaltenen Steuerbeträge im Rahmen der Veranlagung entfällt. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen die Erträge im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung zu erfassen sind.

    Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch in unseren Gestaltungshinweisen Anlage KAP und in unserer AusfГјllhilfe Anlage KAP.

    Einnahmen im Betriebsvermögen

    Die Erträge werden im Rahmen der Gewinnermittlung erfasst und unterliegen somit der normalen Versteuerung (Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer). Nach dem "Teileinkünfteverfahren" sind Dividenden und ähnliche Erträge zu 60 % steuerpflichtig. Es erfolgt eine Anrechnung der einbehaltenen Steuerbeträge. Außerdem sind Betriebsausgaben, die mit den Einnahmen in Zusammenhang stehen, als Betriebsausgaben in dem Verhältnis abzugsfähig, in dem sie steuerpflichtig sind.

    Nutzen Sie den Freistellungsauftrag für Kapitalerträge

    Das oberste Gebot in Sachen Kapitalerträge (Zinsen auf Tagesgeld, Aktiengewinne, Erträge aus Nachrangdarlehen etc.) lautet: Prüfen Sie Ihre Freistellungsaufträge! Wenn Sie den Sparerpauschbetrag (801 EUR für Alleinstehende/1.602 EUR für Ehepaare) nicht ausschöpfen, weil Sie Ihrer Bank keinen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilt haben, verschenken Sie bares Geld.

    Lohnt sich die Übertragung von Kapitalerträgen auf Kinder?

    Durch die Abgeltungsteuer ist die Vermögensübertragung auf Kinder aus steuerlichen Gründen unattraktiv geworden. Der Abgeltungsteuersatz ist für alle gleich, unabhängig von der Höhe der Einkünfte. Zwar könnte für die Kinder noch eine Berücksichtigung im Rahmen des Sparerpauschbetrags beantragt werden, aber dann wird sich das Finanzamt sicher intensiv damit beschäftigen, ob eine anzuerkennende Übertragung vorliegt. Wollen Sie trotzdem Vermögen übertragen, müssen Sie folgende Grundsätze beachten:

    • Nach der VermГ¶gensГјbertragung mГјssen die Kapitalanlagen auf den Namen des Kindes lauten.
    • AuГџerdem muss der endgГјltige Гњbergang feststehen. Der Wille der Eltern sollte fГјr die Bank eindeutig erkennbar sein (z. B. ausdrГјckliche Regelungen zur BegГјnstigung und GlГ¤ubigerstellung des Kindes).
    • FГјr die steuerrechtliche Zurechnung der KapitalertrГ¤ge ist es erforderlich, dass die Eltern das GeldvermГ¶gen der Kinder wie fremdes VermГ¶gen behandeln.
    • Auslegungsschwierigkeiten kГ¶nnen vermieden werden, wenn bei Errichten des Sparkontos klargestellt ist, dass eine VerfГјgungsbefugnis der Eltern nur auf dem elterlichen Sorgerecht beruht und tatsГ¤chlich entsprechend verfahren wird.
    • Die ZinseinkГјnfte sollten bei minderjГ¤hrigen Kindern vorsorglich bis zur VolljГ¤hrigkeit stehen gelassen werden. SchГ¤dlich ist es, wenn die ErtrГ¤ge fГјr den Unterhalt des Kindes oder fГјr Belange der Eltern verwendet werden. Bei volljГ¤hrigen Kindern kГ¶nnen die Eltern verlangen, dass das Kind die ErtrГ¤ge und das VermГ¶gen zur Bestreitung des Unterhalts einsetzt.

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    Wie man bei Kapitalerträgen die Steuer gering hält

    Die steuerliche Handhabung Zinsen, Dividenden oder anderen Kapitalerträgen reicht von einfach bis heikel. Eine Einordnung

    Wien – Kapitalerträge werden in Österreich prinzipiell mit der Kapitalertragsteuer (KESt) als besondere Erhebungsform der Einkommensteuer endbesteuert – das heißt, die KESt wird direkt von der depotführenden Bank einbehalten. Diese Erträge müssen in der persönlichen Steuererklärung somit nicht mehr angeführt werden und haben auch keine Auswirkung auf die Höhe des Steuersatzes für das restliche Einkommen.

    In den Genuss dieser Endbesteuerung kommt aber nur, wer inländische Kapitalanlagen hat bzw. wenn sich die depotführende Bank im Inland befindet. Ausländische Kapitalanlagen müssen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Da aber nicht auf alle Arten der Kapitalerträge derselbe Steuersatz erhoben wird und auch nicht für alle Kapitalerträge eine Endbesteuerung eintritt, lohnt ein Blick auf Details. Hier ein paar grundsätzliche Anhaltspunkte für Privatanleger:

    • Aktien Liegen Aktien in einem inländischen Depot, berechnet die Bank den zu versteuernden Gewinn und behält 27,5 Prozent KESt ein. Handelt es sich um einen sogenannten Altbestand an Aktien, das sind Papiere, die Privatanleger vor dem 1. Jänner 2011 erworben haben und die eine Beteiligung von unter einem Prozent darstellen, ist ein Veräußerungsgewinn steuerfrei.
    • Anleihen Auch hier wird die depotführende Bank aktiv und zieht die KESt automatisch ab – sowohl bei Zinserträgen als auch realisierten Kursgewinnen (sofern es sich nicht um einen Altbestand handelt). Anleihezinsen aus ausländischen Depots müssen in der Steuererklärung jedenfalls vom Steuerpflichtigen selbst angegeben werden und werden grundsätzlich auch mit 27,5 Prozent besteuert. Eine Ausnahme besteht für nicht öffentlich begebene Anleihen (Private Placement). „Diese sind in der Steuererklärung anzugeben und werden zum persönlichen Einkommensteuersatz besteuert“, sagt Christoph Schmidl von der IBD Steuerberatung.
    • Wohnbauanleihen Zinsen aus Wohnbauanleihen sind im Privatvermögen bis zu einem Zinssatz von vier Prozent steuerfrei. Für darüber hinausgehende Zinserträge fällt die Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent an. Für realisierte Kursgewinne ist die Wertpapier-KESt von 27,5 Prozent zu zahlen.
    • Offene Fonds / Immo-Fonds Die steuerliche Behandlung von Investmentfonds ist komplex. Man unterscheidet einerseits zwischen Meldefonds und Nichtmeldefonds. Erstere melden die zu versteuernden Erträge durch einen steuerlichen Vertreter in Österreich. Zudem besteht noch ein Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Fonds. Am einfachsten ist die Besteuerung, wenn Anteile an einem Meldefonds in einem inländischen Bankdepot liegen – in diesem Fall behält die Bank 27,5 Prozent KESt ein, und die Erträge sind für den Anleger endbesteuert.

    Liegen Meldefonds auf einem ausländischen Depot, „muss der Anleger die zu versteuernden Erträge in der Steuererklärung angeben“, sagt Schmidl. Die Informationsbeschaffung ist oft zeitaufwendig. Nichtmeldefonds unterliegen einer Pauschalbesteuerung. Ob der Fonds ein Meldefonds ist oder nicht, kann auf der Homepage der Oesterreichischen Kontrollbank eingesehen werden.

    Kompliziert ist auch die Besteuerung beim Verkauf von Fondsanteilen – hier muss sichergestellt werden, dass Erträge (insbesondere bei thesaurierenden Fonds) nicht doppelt versteuert werden. Sofern Fondsanteile in größerem Umfang in einem ausländischen Depot liegen, ist es wohl ratsam, einen Steuerberater zu konsultieren. Die Kosten dafür können steuerlich ja wiederum geltend gemacht werden.

    • Lebensversicherungen Erträge aus der Lebensversicherung sind steuerbefreit – aber nur bei einer Mindestlaufzeit von fünfzehn Jahren bei einem Einmalerlag (für vor dem 1. Jänner 2011 abgeschlossene Versicherungen gelten noch zehn Jahre Mindestlaufzeit) oder wenn die Prämie laufend einbezahlt wird. Ab dem 50. Lebensjahr des Anlegers gilt die Steuerfreiheit auch für die Laufzeit von zehn Jahren bei Einmalerlag (bei Verträgen ab 28. Februar 2014). Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, müssten realisierte Gewinne aus der Versicherung versteuert werden, und zwar zum persönlichen Einkommensteuersatz.
    • Sparbuch/Konto Die Zeiten, in denen Geld auf Sparbüchern oder sonstigen Konten einen nennenswerten Zinsertrag abgeworfen hat, sind wohl vorbei. Dennoch gilt: Erträge werden von den inländischen Banken mit 25 Prozent Kapitalertragsteuer endbesteuert.
    • Dividenden werden von den heimischen Banken mit 27,5 Prozent KESt endbesteuert. Erträge aus Dividendenpapieren, die in ausländischen Depots liegen, müssen jedoch in der Steuererklärung angegeben werden. „Steuerfrei sind Ausschüttungen nur dann, wenn sie rechtlich als Einlagen-Rückgewähr klassifiziert sind“, sagt Schmidl. Das sind etwa Zurückzahlungen des nominellen Eigen- oder Grundkapitals einer Aktiengesellschaft. Gewinnausschüttungen aus inländischen GmbHs sind ebenfalls endbesteuert – die KESt muss hier von der GmbH einbehalten werden.
    • Zertifikate Die laufenden Erträge sowie realisierte Wertsteigerungen werden mit 27,5 Prozent KESt endbesteuert.
    • Darlehenszinsen Wer privat Geld verleiht und dafür Zinsen kassiert, muss diese versteuern. Und zwar zu seinem persönlichen Einkommensteuersatz.
    • Ausland Aufpassen muss, wer neben inländischen Banken oder Gesellschaften auch Geld bei ausländischen Banken deponiert hat. Denn hierfür wird die Kapitalertragsteuer – wie bereits erwähnt – nicht automatisch abgezogen. Erträge, die von ausländischen Instituten oder Direktbanken (etwa der in Österreich tätigen Bank MoneYou) fließen, müssen vom Steuerpflichtigen in seiner Einkommensteuererklärung angegeben werden. Die Besteuerung erfolgt – sofern keine Ausnahme vorliegt – mit den Steuersätzen von 25 Prozent (für ausländische Bankzinsen) und 27,5 Prozent.

      „Das Finanzamt erhält in vielen Fällen Kontrollmitteilungen zu diesen Einkünften, daher sollte man hier besonders genau sein“, rät Schmidl. Wichtig ist bei diesem Punkt zudem, darauf zu achten, ob das Land, im dem Geld veranlagt wird, ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Österreich hat und aufgrund dieses Abkommens eine einbehaltene ausländische Quellensteuer einbehalten bzw. rückerstattet werden kann.

    • Verlustausgleich Dieser wurde im April 2012 eingeführt und ist ein legales Mittel zur Reduktion der Steuerlast. Realisierte Kursgewinne und Erträge können innerhalb eines Kalenderjahres mit realisierten Kursverlusten gegengerechnet werden. Das macht normal die inländische depotführende Bank. Hat ein Anleger jedoch mehrere Bankverbindungen oder Erträge außerhalb des Depots (z. B. GmbH-Anteile) – eventuell auch im Ausland -, muss er den Verlustausgleich selbst im Rahmen der Einkommensteuererklärung durchführen. Zu beachten ist, dass der Verlustausgleich auf bestimmte Erträge eingeschränkt ist, so kann ein Verlust aus einem Aktienverkauf mit einer Dividendenausschüttung ausgeglichen werden, nicht aber mit Sparbuchzinsen.
    • Spesen Fallen beim Kauf von Wertpapieren Gebühren an, etwa ein Ausgabeaufschlag, verringern diese den zu versteuernden Gewinn nicht.
    • Tarifbesteuerung Bei allen Kapitaleinkünften, die dem besonderen Steuersatz unterliegen, kann auf die sogenannte Tarifbesteuerung optiert werden – das heißt, alle Kapitaleinkünfte werden nicht zum besonderen Steuersatz besteuert, sondern zum individuellen Einkommensteuertarif. „Das macht natürlich nur Sinn, wenn der persönliche Steuersatz unter dem besonderen Steuersatz liegt“, hält Schmidl fest. Zu beachten ist aber, dass in diesem Fall auch der Einkommensteuersatz für die übrigen Einkünfte steigen kann, weil die Kapitaleinkünfte in diesem Fall zum Einkommen zählen. In Zweifelsfällen hilft eine Vergleichsberechnung.

      Kapitalerträge sind ein wahrlich kompliziertes Steuerthema, wie diese kleine Übersicht bereits zeigt. Im Zweifelsfall lohnt es sich hier, Expertenrat einzuholen.

    • Zum Schluss Was immer gilt, egal ob man die Arbeitnehmerveranlagung oder die Einkommensteuererklärung ausfüllt: Die unterschreibende Person erklärt mit ihrer Unterschrift die Vollständigkeit und Richtigkeit der abgegebenen Unterlagen und kann finanzstrafrechtlich belangt werden, wenn falsche Angaben (bewusst oder unbewusst) gemacht werden. Das ist vor allem dann zu beachten, wenn eine Person in Vertretung für eine andere Person die Steuererklärung unterzeichnet. (Bettina Pfluger, 11.3.2017)

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    Источники: http://www.finanztip.de/abgeltungsteuer/, http://www.steuern.de/kapitalertraege.html, http://mobil.derstandard.at/2000053822175/Wie-man-bei-Kapitalertraegen-die-Steuer-gering-haelt

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