Studiengebühren steuerlich absetzen

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    Finanztipp : Studienkosten steuerlich absetzen

    Von Katharina Blass

    Bisher konnte nur das Zweitstudium steuerlich geltend gemacht werden. (Bild: dpa)

    Was ist neu am Urteil des Bundesfinanzhofes?

    EGBERT DAHLEY: Bislang konnte man die Kosten für ein Zweitstudium als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Der BFH hat nun entschieden, dass dies auch für das Erststudium bzw. eine Erstausbildung, bei der noch keine eigenen Einkünfte erzielt werden, wie zum Beispiel bei dem Piloten, der geklagt hat gilt. Die Kosten, die währenddessen entstanden sind, können als vorweggenommene Werbungskosten festgestellt und bei späteren Einkommenssteuerveranlagungen berücksichtigt werden.

    Wenn ich momentan Student bin, was muss ich beachten?

    DAHLEY: Als Student ohne steuerpflichtige Einkünfte reiche ich in einer Einkommensteuererklärung an das Finanzamt die Werbungskosten ein. Mangels eigener Einkünfte erstellt dann das Finanzamt für mich einen Verlustvortragsbescheid. So entsteht über die Jahre ein Polster und wenn ich dann später in einem Arbeitsverhältnis Steuern zahlen muss, kann ich die Kosten absetzen. Wenn ich bereits als Student einen steuerpflichtigen Job habe, werden die Werbungskosten ganz normal in demselben Jahr abgesetzt.

    Was zählt alles in die Werbungskosten hinein?

    DAHLEY: Miete am Studienort, Fahrtkosten, Arbeitsmaterialien wie Computer und Fachliteratur, außerdem die Studien- und Verwaltungsgebühr, die an die Universität gezahlt werden. Also grundsätzlich alle Kosten die mit der Ausbildung in Zusammenhang stehen und durch diese veranlasst sind. Grob geschätzt kommt so in einem Jahr schnell ein fünfstelliger Betrag zustande, was passiert, wenn ich in meinem Arbeitsverhältnis weniger verdiene, als ich eigentlich absetzen könnte? Ein Beispiel: Wenn ich 30000 Euro für ein Studienjahr als Werbungskosten absetzen kann und im selben Jahr nur 20000 Euro verdiene, so werden die Werbungskosten gegen die Einkünfte diesen Jahres aufgerechnet. In den folgenden Jahren kann ich dann die übrig gebliebenen 10000 Euro absetzen.

    Wenn ich nun kein Student mehr bin?

    DAHLEY: Die Kosten können bis vier Jahre rückwirkend geltend gemacht werden, also bis ins Jahr 2007. Was davor an Werbungskosten investiert wurde, ist leider verjährt.

    Ich habe seit 2007 schon Steuererklärungen eingereicht. Kann ich die Studiumskosten trotzdem rückwirkend absetzen?

    DAHLEY: Nein. Für die Jahre, für die ich bereits eine Steuererklärung abgegeben habe und ein bestandskräftiger Steuerbescheid vorliegt, kann ich die Kosten nicht mehr absetzen. Das heißt, diejenigen, die seit 2007 noch keine Steuererklärung abgegeben haben, sind klar im Vorteil.

    Was ist, wenn mein Studium nichts mit meinem Beruf zu tun hat?

    DAHLEY: Die Werbungskosten müssen in einem hinreichenden Zusammenhang mit der späteren Berufsausübung stehen. Wenn ich zum Beispiel Sport studiert habe und nun als Theologe arbeite, könnte es zur rückwirkenden Aberkennung der Werbungskosten führen. Sind die Gebiete allerdings artverwand, sollte die Absetzbarkeit kein Problem sein. Wie immer kommt es natürlich auf den Einzelsachverhalt an. Hierzu wurde seitens des Bundesfinanzhofes allerdings nicht Stellung genommen.

    Was ist, wenn ich mein Studium abgebrochen habe?

    DAHLEY: Wenn man die Werbungskosten bereits während des Studiums geltend gemacht hat, könnte das Finanzamt die Werbungskosten wieder aberkennen wollen. Hier muss ich darlegen, dass es sich um vergebliche Werbungskosten handelte, die zur Ergreifung eines konkreten Berufes entstanden sind. Die nachträgliche Geltendmachung dieser Kosten für Vorjahre wird um so schwerer sein, da ja bereits fest steht, dass der entsprechende Beruf nicht ergriffen wurde.

    Kann ich Werbungskosten geltend machen, wenn mich meine Eltern im Studium finanziell unterstützt haben?

    DAHLEY: Darüber gibt das Urteil des Bundesgerichtshofes keine Auskunft. Generell ist es aber so, dass die Eltern ihrem Kind gegenüber unterhaltsverpflichtet sind. Wird im Rahmen der Unterhaltspflicht Geld auf das Konto des Kindes überwiesen, von dem aus das Kind seine Ausbildungskosten bezahlt, so sind dies Aufwendungen des Kindes und als Werbungskosten im Regelfall anzuerkennen.

    Inwiefern muss ich meine Ausgaben beweisen, vor allem, wenn ich Werbungskosten aus zurückliegenden Jahren geltend machen möchte?

    DAHLEY: Als Steuerpflichtiger muss ich dem Finanzamt meine Ausgaben nachweisen. Dies geschieht im Regelfall durch Quittungen, Kontoauszüge und Mietverträge. Habe ich meinen alten Mietvertrag weggeworfen, so lohnt es sich, beim Vermieter eine Kopie neu anzufordern, die den Zeitraum, die Höhe der Miete und eventuell die Nebenkosten belegt. Bei Quittungen für Fachliteratur wird dies allerdings schwierig, da lohnt sich der Aufwand nur selten.Muss ich am Studienort den Erstwohnsitz angemeldet haben?

    DAHLEY: Nein, die Ummeldung ist eine rein Verwaltungsrechtliche Angelegenheit und hat mit dem Urteil des BFH nichts zu tun.

    Kann auch ein Auslandssemester abgesetzt werden?

    DAHLEY: Ja, ohne Einschränkungen.

    Dann muss ab jetzt jeder Student eine Steuererklärung machen, ist das richtig?

    DAHLEY: Ja das stimmt.

    Kann ich mich jetzt auch einfach einschreiben und meine Miete, Computer und Fahrtkosten von der Steuer absetzen?

    DAHLEY: Es muss sich natürlich um ein tatsächliches Studium zur Ergreifung eines konkreten Berufes handeln. Liegt dies vor, reicht im Regelfall die Immatrikulationsbescheinigung als Nachweis. Überschreitet der Student allerdings die Regelstudienzeit deutlich, oder liegt sein Schulabschluss schon viele Jahre zurück, so muss er schon beweisen, dass er tatsächlich eine steuerlich zu berücksichtigende Ausbildung durchführt.

    Wie wahrscheinlich ist ein Nichtanwendungserlass durch das Bundesfinanzministerium?

    DAHLEY: Das Urteil des BFH gilt immer nur für den Einzelfall. Allerdings kann die Urteilsbegründung, wie in diesem fall, auf eine Allgemeinheit umgelegt werden, es muss also nicht jeder bis vor den BFH, um seine Werbungskosten abzusetzen. Wenn aber die Finanzverwaltung veranlasst, dass das Urteil nicht über den entschiedenen Einzelfall hinaus angewendet werden soll, so steht jedem der Klageweg offen.

    Egbert Dahley ist Steuerberater, Vorstandmitglied des Steuerberaterverbandes Köln und Vorsitzender der Bezirksstelle Aachen.

    Studienkosten absetzen Steuererklärung für Studenten lohnt sich

    Von Theresa Ebert

    Studierende können aktuell noch rückwirkend für sieben Jahre eine Steuererklärung ausfüllen.

    Ein Studium ist teuer. Fahrtkosten, Arbeitsmaterialien und Studiengebühren summieren sich zu einem ordentlichen Betrag – der von den Steuern abgesetzt werden kann. Eine Steuererklärung ist vor allem für Studenten im zweiten Bildungsweg rentabel.

    Die meisten Studenten müssen in ihrer Studienzeit mit kleinen oder gar keinen Einnahmen zurechtkommen, während sie auf der anderen Seite immer wieder tief für das Studium in die Tasche greifen. Viele dieser Kosten können von der Steuer abgesetzt werden – und das auch rückwirkend. Obwohl Studenten im Normalfall nicht dazu verpflichtet sind eine Steuererklärung abzugeben, ist dieser kleine Aufwand oftmals lohnend.

    In der Studienzeit ist die Summe der Ausgaben meist höher als die der Einnahmen. Das bedeutet einen steuerlichen Verlust, der beim Fiskus als eine Art Steuerbonus vermerkt werden kann. Dieser sogenannte Verlustvortrag ermöglicht es, die angefallenen Studienkosten mit den ersten Einnahmen im Beruf zu verrechnen. Allerdings kann ein Verlustvortrag nur von Studenten eingereicht werden, die vorher schon eine Erstausbildung abgeschlossen haben.

    Der Verlustvortrag kommt für Studierende mit Nebenjob oder selbstständiger Tätigkeit ebenso infrage wie für diejenigen, die nicht arbeiten. Um die Reglungen der Steuerverwaltung zu verstehen, muss man den grundlegenden Unterschied zwischen Werbungskosten und Sonderausgaben kennen. Werbungskosten sind unbegrenzt steuerlich abzugsfähig und sie können mit späteren Einnahmen verrechnet werden. Hier werden alle Ausgaben eingeordnet, die im Zusammenhang mit dem Studium oder dem Beruf entstehen. Dazu zählen etwa die Fahrten zur Uni, Kosten für Fachbücher, Materialien und Studiengebühren. Zu den Sonderausgaben gehören dagegen alle Aufwendungen, die der privaten Lebensführung zugeschrieben werden. Etwas befremdlich ist, dass ein Erststudium laut des Steuerrechts zur privaten Lebensführung zählt. Damit können die anfallenden Studienkosten im Erststudium nur als Sonderausgaben angegeben werden. Diese werden nur bis zur Höhe von 6000 Euro anerkannt. Ein Verlustvortrag ist nicht möglich.

    Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitstudium

    Wie viel man absetzen kann, hängt also davon ab, ob die Kosten während der Erstausbildung oder der Zweitausbildung angefallen sind. Die Frage, wann ein Studium als Zweitausbildung gilt, beantwortet der Gesetzgeber eindeutig: Die Vorausbildung muss mindestens zwölf Monate gedauert haben und mit einer Prüfung abgeschlossen worden sein. Wer sich also in drei Monaten zum Rettungssanitäter ausbilden lässt, kann die Aufwendungen des anschließenden Medizinstudiums nicht als Werbungskosten deklarieren. Nach einer dreijährigen Ausbildung zum Krankenpfleger ist das dagegen kein Problem. Auch wenn man auf den Bachelorabschluss einen Master draufsetzt oder danach einen Doktortitel anstrebt, zählt das als Zweitstudium. Und auch ein berufsbegleitendes Studium eröffnet die Möglichkeit zum Sonderausgabenabzug.

    Hat man während des Studiums keine oder nur geringe Einnahmen, sollte man dennoch eine Steuererklärung einreichen und die Studienkosten als Verlust beim Finanzamt melden. Das geht momentan unter Umständen bis zu sieben Jahre rückwirkend, die Verjährungsfrist könnte aber bald allgemein auf vier Jahre verkürzt werden. Der Fiskus erstattet die Studienkosten aber natürlich erst, sobald Steuern gezahlt wurden. Die Werbungskosten werden dann mit den ersten Abgaben im Beruf verrechnet, was die Steuerlast in den ersten Jahren deutlich reduzieren kann.

    Im Erststudium geht man oft leer aus

    Für Studenten im Erststudium ist es dagegen schwer, die Ausgaben für das Studium von den Steuern abzusetzen. Denn wenn dem Erststudium keine abgeschlossene Ausbildung vorangegangen ist, werden die Studienkosten als Sonderausgaben behandelt. Dort sieht die Gesetzeslage keine Möglichkeit zum Verlustvortrag vor. Diese Regelung wird jedoch vom Bundesfinanzhof (BFH) als verfassungswidrig angesehen (Verfassungsbeschwerden 2 BvL 22/14, 2 BvL 23/14 u.a.).

    Solange es kein Urteil des Bundesverfassungsgerichts gibt, bleibt Bachelorstudenten ohne Vorausbildung nur die Möglichkeit, ihre Studienkosten für das jeweilige Jahr als Sonderausgaben anzugeben. Das ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn man auch Steuern gezahlt hat. Die meisten Studenten bleiben mit ihren jährlichen Einnahmen unter dem Steuerfreibetrag von derzeit 8820 Euro, also können sie auch keine Sonderausgaben absetzen.

    Belege sammeln kann sich lohnen, es geht aber auch ohne

    Typische Werbungskosten, die für Studenten anfallen, sind Studiengebühren, Kosten fürs Semesterticket, Bücher oder Arbeitsmittel. Zudem können im Zweitstudium auch Kosten für einen Zweithaushalt, Seminare und Studienfahrten steuerlich geltend gemacht werden. Meist will das Finanzamt keine Quittungen sehen, auf Nachfrage muss man die Belege aber vorlegen. Wer nicht rechnen will, kann Pauschalbeträge ansetzen. Für Arbeitsmittel sind beispielsweise pauschal 110 Euro absetzbar.

    Studiengebühren in der Steuererklärung geltend machen

    • In einigen Bundesländern gibt es Studiengebühren, welche die Studierenden mit bis zu 500 Euro pro Semester und damit bis zu 1000 Euro pro Jahr belasten.
    • Einen Teil des Geldes können sich die Betroffenen über die Steuererklärung zurückholen.
    • Allerdings ist die Gruppe weit kleiner als häufig angenommen. Über die Familie gibt es aber einen eleganten Ausweg.

    Wie werden Studiengebühren in der Steuererklärung vermerkt?

    Die Gebühren für ein Erststudium betrachtet die Politik als Kosten der privaten Lebensführung. Sie dürfen deshalb als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung vermerkt werden. Diesbezüglich dürfen zwar bis zu 6000 Euro pro Jahr abgezogen werden, allerdings nur konkret in dem Jahr.

    Es gibt eine Ausnahme: Handelt es sich um Studium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung, so sind die entsprechenden Aufwendungen vorgezogene Werbungskosten, die im vollen Umfang abgesetzt werden dürfen.

    Generell gilt die Sonderausgaben-Regelung juristisch als ausgesprochen wacklig und wurde sogar einmal höchstrichterlich gekippt, was zu einer raschen Gesetzesänderung führte.

    Hier zeichnet sich allerdings erneut ein Urteil ab, das auch die Gesetzesnovelle kassieren dürfte. Es lohnt sich, auf dem Laufenden zu bleiben.

    Wie können Eltern Studiengebühren in der Steuererklärung vermerken?

    Grundsätzlich ist es für Studierende vorteilhafter, wenn sie ihre Eltern die Gebühren zahlen lassen und diesen das Geld zurückbezahlen und es sich nicht bei einer Bank leihen.

    Eltern dürfen Ausbildungskosten für ihre Kinder, so diese nicht mehr Zuhause leben und volljährig sind, bis zu einer Höhe von 924 Euro jährlich in der Einkommensteuererklärung geltend machen.

    Die Gebühren würden durch diese Summe komplett abgedeckt. Finanziell ist dies für eine Familie die vorteilhafteste Variante, mit den entsprechenden Kosten umzugehen.

    Источники: http://mobil.ksta.de/finanztipp-studienkosten-steuerlich-absetzen-12317612, http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Steuererklaerung-fuer-Studenten-lohnt-sich-article19878051.html, http://www.steuerklassen.com/steuererklaerung/studium/studiengebuehren/

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