Studienkosten von der steuer absetzen

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    Studienkosten absetzen Steuererklärung für Studenten lohnt sich

    Von Theresa Ebert

    Studierende können aktuell noch rückwirkend für sieben Jahre eine Steuererklärung ausfüllen.

    Ein Studium ist teuer. Fahrtkosten, Arbeitsmaterialien und Studiengebühren summieren sich zu einem ordentlichen Betrag – der von den Steuern abgesetzt werden kann. Eine Steuererklärung ist vor allem für Studenten im zweiten Bildungsweg rentabel.

    Die meisten Studenten müssen in ihrer Studienzeit mit kleinen oder gar keinen Einnahmen zurechtkommen, während sie auf der anderen Seite immer wieder tief für das Studium in die Tasche greifen. Viele dieser Kosten können von der Steuer abgesetzt werden – und das auch rückwirkend. Obwohl Studenten im Normalfall nicht dazu verpflichtet sind eine Steuererklärung abzugeben, ist dieser kleine Aufwand oftmals lohnend.

    In der Studienzeit ist die Summe der Ausgaben meist höher als die der Einnahmen. Das bedeutet einen steuerlichen Verlust, der beim Fiskus als eine Art Steuerbonus vermerkt werden kann. Dieser sogenannte Verlustvortrag ermöglicht es, die angefallenen Studienkosten mit den ersten Einnahmen im Beruf zu verrechnen. Allerdings kann ein Verlustvortrag nur von Studenten eingereicht werden, die vorher schon eine Erstausbildung abgeschlossen haben.

    Der Verlustvortrag kommt für Studierende mit Nebenjob oder selbstständiger Tätigkeit ebenso infrage wie für diejenigen, die nicht arbeiten. Um die Reglungen der Steuerverwaltung zu verstehen, muss man den grundlegenden Unterschied zwischen Werbungskosten und Sonderausgaben kennen. Werbungskosten sind unbegrenzt steuerlich abzugsfähig und sie können mit späteren Einnahmen verrechnet werden. Hier werden alle Ausgaben eingeordnet, die im Zusammenhang mit dem Studium oder dem Beruf entstehen. Dazu zählen etwa die Fahrten zur Uni, Kosten für Fachbücher, Materialien und Studiengebühren. Zu den Sonderausgaben gehören dagegen alle Aufwendungen, die der privaten Lebensführung zugeschrieben werden. Etwas befremdlich ist, dass ein Erststudium laut des Steuerrechts zur privaten Lebensführung zählt. Damit können die anfallenden Studienkosten im Erststudium nur als Sonderausgaben angegeben werden. Diese werden nur bis zur Höhe von 6000 Euro anerkannt. Ein Verlustvortrag ist nicht möglich.

    Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitstudium

    Wie viel man absetzen kann, hängt also davon ab, ob die Kosten während der Erstausbildung oder der Zweitausbildung angefallen sind. Die Frage, wann ein Studium als Zweitausbildung gilt, beantwortet der Gesetzgeber eindeutig: Die Vorausbildung muss mindestens zwölf Monate gedauert haben und mit einer Prüfung abgeschlossen worden sein. Wer sich also in drei Monaten zum Rettungssanitäter ausbilden lässt, kann die Aufwendungen des anschließenden Medizinstudiums nicht als Werbungskosten deklarieren. Nach einer dreijährigen Ausbildung zum Krankenpfleger ist das dagegen kein Problem. Auch wenn man auf den Bachelorabschluss einen Master draufsetzt oder danach einen Doktortitel anstrebt, zählt das als Zweitstudium. Und auch ein berufsbegleitendes Studium eröffnet die Möglichkeit zum Sonderausgabenabzug.

    Hat man während des Studiums keine oder nur geringe Einnahmen, sollte man dennoch eine Steuererklärung einreichen und die Studienkosten als Verlust beim Finanzamt melden. Das geht momentan unter Umständen bis zu sieben Jahre rückwirkend, die Verjährungsfrist könnte aber bald allgemein auf vier Jahre verkürzt werden. Der Fiskus erstattet die Studienkosten aber natürlich erst, sobald Steuern gezahlt wurden. Die Werbungskosten werden dann mit den ersten Abgaben im Beruf verrechnet, was die Steuerlast in den ersten Jahren deutlich reduzieren kann.

    Im Erststudium geht man oft leer aus

    Für Studenten im Erststudium ist es dagegen schwer, die Ausgaben für das Studium von den Steuern abzusetzen. Denn wenn dem Erststudium keine abgeschlossene Ausbildung vorangegangen ist, werden die Studienkosten als Sonderausgaben behandelt. Dort sieht die Gesetzeslage keine Möglichkeit zum Verlustvortrag vor. Diese Regelung wird jedoch vom Bundesfinanzhof (BFH) als verfassungswidrig angesehen (Verfassungsbeschwerden 2 BvL 22/14, 2 BvL 23/14 u.a.).

    Solange es kein Urteil des Bundesverfassungsgerichts gibt, bleibt Bachelorstudenten ohne Vorausbildung nur die Möglichkeit, ihre Studienkosten für das jeweilige Jahr als Sonderausgaben anzugeben. Das ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn man auch Steuern gezahlt hat. Die meisten Studenten bleiben mit ihren jährlichen Einnahmen unter dem Steuerfreibetrag von derzeit 8820 Euro, also können sie auch keine Sonderausgaben absetzen.

    Belege sammeln kann sich lohnen, es geht aber auch ohne

    Typische Werbungskosten, die für Studenten anfallen, sind Studiengebühren, Kosten fürs Semesterticket, Bücher oder Arbeitsmittel. Zudem können im Zweitstudium auch Kosten für einen Zweithaushalt, Seminare und Studienfahrten steuerlich geltend gemacht werden. Meist will das Finanzamt keine Quittungen sehen, auf Nachfrage muss man die Belege aber vorlegen. Wer nicht rechnen will, kann Pauschalbeträge ansetzen. Für Arbeitsmittel sind beispielsweise pauschal 110 Euro absetzbar.

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    Finanztipp : Studienkosten steuerlich absetzen

    Von Katharina Blass

    Bisher konnte nur das Zweitstudium steuerlich geltend gemacht werden. (Bild: dpa)

    Was ist neu am Urteil des Bundesfinanzhofes?

    EGBERT DAHLEY: Bislang konnte man die Kosten für ein Zweitstudium als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Der BFH hat nun entschieden, dass dies auch für das Erststudium bzw. eine Erstausbildung, bei der noch keine eigenen Einkünfte erzielt werden, wie zum Beispiel bei dem Piloten, der geklagt hat gilt. Die Kosten, die währenddessen entstanden sind, können als vorweggenommene Werbungskosten festgestellt und bei späteren Einkommenssteuerveranlagungen berücksichtigt werden.

    Wenn ich momentan Student bin, was muss ich beachten?

    DAHLEY: Als Student ohne steuerpflichtige Einkünfte reiche ich in einer Einkommensteuererklärung an das Finanzamt die Werbungskosten ein. Mangels eigener Einkünfte erstellt dann das Finanzamt für mich einen Verlustvortragsbescheid. So entsteht über die Jahre ein Polster und wenn ich dann später in einem Arbeitsverhältnis Steuern zahlen muss, kann ich die Kosten absetzen. Wenn ich bereits als Student einen steuerpflichtigen Job habe, werden die Werbungskosten ganz normal in demselben Jahr abgesetzt.

    Was zählt alles in die Werbungskosten hinein?

    DAHLEY: Miete am Studienort, Fahrtkosten, Arbeitsmaterialien wie Computer und Fachliteratur, außerdem die Studien- und Verwaltungsgebühr, die an die Universität gezahlt werden. Also grundsätzlich alle Kosten die mit der Ausbildung in Zusammenhang stehen und durch diese veranlasst sind. Grob geschätzt kommt so in einem Jahr schnell ein fünfstelliger Betrag zustande, was passiert, wenn ich in meinem Arbeitsverhältnis weniger verdiene, als ich eigentlich absetzen könnte? Ein Beispiel: Wenn ich 30000 Euro für ein Studienjahr als Werbungskosten absetzen kann und im selben Jahr nur 20000 Euro verdiene, so werden die Werbungskosten gegen die Einkünfte diesen Jahres aufgerechnet. In den folgenden Jahren kann ich dann die übrig gebliebenen 10000 Euro absetzen.

    Wenn ich nun kein Student mehr bin?

    DAHLEY: Die Kosten können bis vier Jahre rückwirkend geltend gemacht werden, also bis ins Jahr 2007. Was davor an Werbungskosten investiert wurde, ist leider verjährt.

    Ich habe seit 2007 schon Steuererklärungen eingereicht. Kann ich die Studiumskosten trotzdem rückwirkend absetzen?

    DAHLEY: Nein. Für die Jahre, für die ich bereits eine Steuererklärung abgegeben habe und ein bestandskräftiger Steuerbescheid vorliegt, kann ich die Kosten nicht mehr absetzen. Das heißt, diejenigen, die seit 2007 noch keine Steuererklärung abgegeben haben, sind klar im Vorteil.

    Was ist, wenn mein Studium nichts mit meinem Beruf zu tun hat?

    DAHLEY: Die Werbungskosten müssen in einem hinreichenden Zusammenhang mit der späteren Berufsausübung stehen. Wenn ich zum Beispiel Sport studiert habe und nun als Theologe arbeite, könnte es zur rückwirkenden Aberkennung der Werbungskosten führen. Sind die Gebiete allerdings artverwand, sollte die Absetzbarkeit kein Problem sein. Wie immer kommt es natürlich auf den Einzelsachverhalt an. Hierzu wurde seitens des Bundesfinanzhofes allerdings nicht Stellung genommen.

    Was ist, wenn ich mein Studium abgebrochen habe?

    DAHLEY: Wenn man die Werbungskosten bereits während des Studiums geltend gemacht hat, könnte das Finanzamt die Werbungskosten wieder aberkennen wollen. Hier muss ich darlegen, dass es sich um vergebliche Werbungskosten handelte, die zur Ergreifung eines konkreten Berufes entstanden sind. Die nachträgliche Geltendmachung dieser Kosten für Vorjahre wird um so schwerer sein, da ja bereits fest steht, dass der entsprechende Beruf nicht ergriffen wurde.

    Kann ich Werbungskosten geltend machen, wenn mich meine Eltern im Studium finanziell unterstützt haben?

    DAHLEY: Darüber gibt das Urteil des Bundesgerichtshofes keine Auskunft. Generell ist es aber so, dass die Eltern ihrem Kind gegenüber unterhaltsverpflichtet sind. Wird im Rahmen der Unterhaltspflicht Geld auf das Konto des Kindes überwiesen, von dem aus das Kind seine Ausbildungskosten bezahlt, so sind dies Aufwendungen des Kindes und als Werbungskosten im Regelfall anzuerkennen.

    Inwiefern muss ich meine Ausgaben beweisen, vor allem, wenn ich Werbungskosten aus zurückliegenden Jahren geltend machen möchte?

    DAHLEY: Als Steuerpflichtiger muss ich dem Finanzamt meine Ausgaben nachweisen. Dies geschieht im Regelfall durch Quittungen, Kontoauszüge und Mietverträge. Habe ich meinen alten Mietvertrag weggeworfen, so lohnt es sich, beim Vermieter eine Kopie neu anzufordern, die den Zeitraum, die Höhe der Miete und eventuell die Nebenkosten belegt. Bei Quittungen für Fachliteratur wird dies allerdings schwierig, da lohnt sich der Aufwand nur selten.Muss ich am Studienort den Erstwohnsitz angemeldet haben?

    DAHLEY: Nein, die Ummeldung ist eine rein Verwaltungsrechtliche Angelegenheit und hat mit dem Urteil des BFH nichts zu tun.

    Kann auch ein Auslandssemester abgesetzt werden?

    DAHLEY: Ja, ohne Einschränkungen.

    Dann muss ab jetzt jeder Student eine Steuererklärung machen, ist das richtig?

    DAHLEY: Ja das stimmt.

    Kann ich mich jetzt auch einfach einschreiben und meine Miete, Computer und Fahrtkosten von der Steuer absetzen?

    DAHLEY: Es muss sich natürlich um ein tatsächliches Studium zur Ergreifung eines konkreten Berufes handeln. Liegt dies vor, reicht im Regelfall die Immatrikulationsbescheinigung als Nachweis. Überschreitet der Student allerdings die Regelstudienzeit deutlich, oder liegt sein Schulabschluss schon viele Jahre zurück, so muss er schon beweisen, dass er tatsächlich eine steuerlich zu berücksichtigende Ausbildung durchführt.

    Wie wahrscheinlich ist ein Nichtanwendungserlass durch das Bundesfinanzministerium?

    DAHLEY: Das Urteil des BFH gilt immer nur für den Einzelfall. Allerdings kann die Urteilsbegründung, wie in diesem fall, auf eine Allgemeinheit umgelegt werden, es muss also nicht jeder bis vor den BFH, um seine Werbungskosten abzusetzen. Wenn aber die Finanzverwaltung veranlasst, dass das Urteil nicht über den entschiedenen Einzelfall hinaus angewendet werden soll, so steht jedem der Klageweg offen.

    Egbert Dahley ist Steuerberater, Vorstandmitglied des Steuerberaterverbandes Köln und Vorsitzender der Bezirksstelle Aachen.

    Studienkosten absetzen: Wann sich eine Steuererklärung lohnt

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    Studienkosten absetzen

    Neustadt an der Weinstraße. Ein Studium kostet Geld. Doch Steuererleichterungen gewährt der Gesetzgeber nur bedingt: Erst beim Zweitstudium können Studienkosten voll abgesetzt werden. Über das Erststudium verhandeln noch die Gerichte. Dennoch können Studenten bereits heute Steuern sparen.

    Das deutsche Steuerrecht ist kompliziert. Das gilt auch, wenn es darum geht, die Kosten für ein Studium abzusetzen. „Der Gesetzgeber unterscheidet, ob es sich um ein Erst- oder ein Zweitstudium handelt“, sagt Bernhard Lauscher von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe in Neustadt an der Weinstraße. „Bei einem klassischen Studenten im Erststudium werden Studienkosten nicht als Werbungskosten anerkannt.“ Wichtige Fragen und Antworten:

    Was kann im Erststudium steuerlich geltend gemacht werden?

    Wer zum ersten Mal studiert, kann seine Studienkosten als Sonderausgaben absetzen – allerdings nur bis zu 6000 Euro und nur im laufenden Jahr. „Diese Möglichkeit nutzt den meisten Studenten nichts, weil dafür die Einnahmen nicht ausreichen“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin. Anders als Werbungskosten können Sonderausgaben nicht aufgespart und später geltend gemacht werden. Da Studenten selten mehr als den Grundfreibetrag von 8004 Euro verdienen, bringt das letztlich kaum eine Steuerersparnis.

    Was kann beim Zweitstudium abgesetzt werden?

    Bei einem Zweitstudium werden die Studienkosten vom Finanzamt in der Regel problemlos als Werbungskosten anerkannt. „Der Bundesfinanzhof hat in mehreren Fällen geurteilt, dass die Kosten einer zweiten Ausbildung vorweggenommene Werbungskosten sind“, erläutert Lauscher. Damit können sich die Studienkosten auch nachträglich steuermindernd auswirken. In einem Musterverfahren streitet der Bund der Steuerzahler derzeit vor Gericht dafür, dass das künftig für die Kosten des Erststudiums ebenfalls gilt.

    Damit das Studium als Zweitstudium anerkannt wird, reicht schon eine nur wenige Monate dauernde Berufsausbildung: „Der Klassiker ist der Rettungssanitäter, der während des Zivildienstes gemacht wurde“, sagt Lauscher. „Aber auch ein Masterstudium, das auf dem Bachelorabschluss aufbaut, ist eine zweite Ausbildung.“ Dafür sollte in der Steuererklärung explizit vermerkt werden, dass es sich um Kosten für ein Zweitstudium oder für einen weiterführenden Studiengang handelt, rät Klocke vom Bund der Steuerzahler.

    Welche Studienkosten werden vom Finanzamt berücksichtigt?

    „Die Studienkosten sind vor allem dann hoch, wenn an privaten Hochschulen studiert wird“, sagt Lauscher. „Da fallen mitunter Studiengebühren von 500 Euro pro Monat und mehr an.“ Über die gesamte Dauer des Studiums könne so eine erhebliche Summe zusammenkommen. Aber auch die Kosten für Literatur und Arbeitsmittel oder die Fahrtkosten können abgesetzt werden. „Für Studierende bedeutet das vor allem eins: Rechnungen und Quittungen sammeln, weil alles nachgewiesen werden muss“, sagt Lauscher.

    Für die Anfahrt mit dem Auto können 30 Cent pro Kilometer berechnet werden. Wer das Semesterticket nutzt, kann das absetzen. Wohnt der Student noch bei den Eltern, können auch die Fahrten zur Uni abgesetzt werden. Auch Steuerfachfrau Klocke hat noch einen Tipp:

    „Die Gebühren und die Zinsen für einen Studienkredit sind ebenfalls Werbungskosten.“ Das gelte jedoch nicht für die Kreditraten selbst oder für die Bafög-Rückzahlung.

    Wann werden vorweggenommene Werbungskosten von der Steuer abgezogen?

    Wer seine Studienkosten später steuerlich geltend machen will, muss bereits während des Studiums eine Steuererklärung abgeben und seinen Verlust feststellen lassen. Dieser Verlustvortrag wird dann nach dem Studium vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Wie groß die Steuerersparnis ist, hängt also von den ersten Einkünften ab:

    „Wenn im ersten Berufsjahr zu wenig verdient wird, um Steuern zu zahlen, könnte der ärgerliche Fall eintreten, dass der Verlustvortrag verpufft“, sagt Sonja Prechtner, Vizepräsidentin des Steuerberaterverbands Hessen. Allerdings ist das kein Grund zum verzweifeln, denn auch im zweiten Berufsjahr kann noch ein Teil der Verluste abgesetzt werden, wenn die Einkünfte dann entsprechend hoch sind.

    Wann sollten Studenten eine Steuererklärung abgeben?

    Eine Steuererklärung kann auch unabhängig von der Frage der Werbungskosten sinnvoll sein. „Je mehr Geld ein Student dazu verdient und dementsprechend Einkommenssteuer zahlt, desto eher lohnt sich die Steuererklärung“, sagt Klocke. Wer auf Lohnsteuerkarte arbeitet, sollte immer eine Steuererklärung abgeben, empfiehlt Prechtner. „Wenn ein Student beispielsweise in den Semesterferien 2000 Euro verdient, wird natürlich erstmal Lohnsteuer einbehalten.“ Die könne man sich über die Steuererklärung dann zurückholen.

    Was können die Eltern von Studenten absetzen?

    „Meistens sind es gar nicht die Studenten, sondern die Eltern, die gerne die Studienkosten von der Steuer absetzen wollen“, sagt Klocke. Die Möglichkeiten dafür sind jedoch sehr begrenzt, auch wenn die Eltern das Studium finanzieren. „Die Zusatzbelastung ist für den Gesetzgeber bereits durch das Kindergeld beziehungsweise den Kinderfreibetrag von 7008 Euro pro Jahr abgegolten.“ Wohnt der Student nicht bei den Eltern, kann darüber hinaus noch ein Ausbildungsfreibetrag von 924 Euro pro Jahr geltend gemacht werden.

    „Wenn die Kinder noch über die Eltern krankenversichert sind, können diese die Beiträge zur Krankenversicherung von der Steuer absetzen“, sagt Prechtner. Entfällt der Kindergeldanspruch mit Vollendung des 25. Lebensjahres, können Eltern ihre Unterhaltskosten als „Außergewöhnliche Belastungen“ geltend machen. „Das bringt unter Umständen sogar mehr als der Freibetrag“, sagt Lauscher.

    Bei der Steuererklärung gerät so mancher Steuerzahler in Versuchung, seine Schuld beim Fiskus zu drücken. Finger weg von diesen Tricks!

    Steuerzahler sollten nun langsam alle Unterlagen für ihre Steuererklärung zusammensuchen. Tipps und Neuerungen bei der Steuererklärung für 2012.

    Deutsche Behörden haben seit 2006 neun Datensätze mit Informationen über mutmaßliche Steuerstraftäter gekauft. Die Zahl der Bundesbürger, die deshalb mit Ermittlungen gegen sie rechnen müssen, ist inzwischen sechsstellig. Entsprechend groß ist die Nervosität der Betroffenen. Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Simon-Alexander Zeidler ist auf Steuerstrafrecht spezialisiert und beantwortet die wichtigsten Fragen.

    Wie ist das mit den Sozialabgaben? Kurzzeitige Ferienjobs sind sozialversicherungsfrei, egal wie viel verdient wird. Schüler und Studenten müssen keine Beiträge leisten für Kranken-, Pflege-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Einzige Voraussetzung: Die Beschäftigung dauert von vorneherein nicht länger als 50 Arbeitstage im Jahr oder zwei Monate, wie die Deutsche Rentenversicherung erläutert. Ob die Zeit an einem Stück oder über die Ferien verteilt in Anspruch genommen wird, ist egal. Mehrere Jobs dieser Art in einem Kalenderjahr werden zusammengerechnet. Ab 50 Tagen fallen Sozialabgaben an sowie Steuern. Schüler in ihren letzten Ferien müssen aufpassen: Schließt sich an den Ferienjob eine Berufsausbildung an, wird auch schon die Aushilfszeit sozialversicherungspflichtig.

    Источники: http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Steuererklaerung-fuer-Studenten-lohnt-sich-article19878051.html, http://mobil.ksta.de/finanztipp-studienkosten-steuerlich-absetzen-12317612, http://m.rp-online.de/leben/ratgeber/steuern/wann-sich-eine-steuererklaerung-lohnt-aid-1.3300814

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