Trennungsunterhalt steuerlich geltend machen

    0
    86

    Ehegattenunterhalt

    Was Sie nach einer Scheidung steuerlich absetzen können

    • Zuletzt aktualisiert: 6. Dezember 2016
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kindesunterhalt nach einer Scheidung kann die Steuerlast mindern, sofern der zahlende Elternteil keinen Anspruch auf Kindergeld mehr hat.
    • Wer nach einer Scheidung Ehegattenunterhalt leistet, hat zwei Möglichkeiten, die Zahlungen von der Steuer abzusetzen: als Sonderausgabe (Realsplitting) oder als außergewöhnliche Belastung.
    • Beim Realsplitting muss derjenige, der den Unterhalt bekommt, zustimmen und ihn als sonstige Einkünfte versteuern.
    • Keine Zustimmung ist nötig beim Abzug als außergewöhnliche Belastung. Allerdings könnte die Person, die den Unterhalt bekommt, Auskunft über ihr Einkommen verweigern und damit den Steuerabzug verhindern.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Wenn sich ein Ehepaar scheiden lässt, geht es oft um viel Geld. Die gemeinsamen Kinder und einer der Ex-Partner können Anspruch auf Unterhalt haben.

    Kindesunterhalt abzugsfähig, wenn kein Kindergeldanspruch besteht

    Minderjährige Kinder haben Anspruch auf Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. Das Geld fließt an die Person, die sie betreut – in der Regel die Mutter. Sobald kein Kindergeldanspruch mehr besteht, etwa bei volljährigen Kindern, die nicht mehr in der Ausbildung sind, lässt sich der Unterhalt für sie von der Steuer absetzen.

    Solange der Kindergeldanspruch besteht, ist das Kind dagegen bereits steuerlich berücksichtigt – durch den Kinderfreibetrag oder eben die Kindergeldzahlung.

    Als Sonderausgabe oder als außergewöhnliche Belastung abziehen

    Hat einer der geschiedenen Eheleute, zum Beispiel die Ex-Frau, einen Unterhaltsanspruch, dann gibt es für den Zahler zwei Möglichkeiten, diesen in der Einkommensteuererklärung einzutragen:

    Es geht nur das eine oder das andere.

    Wählt der Unterhaltszahler diese Variante, muss die Unterhaltsempfängerin diesen Betrag in ihrer eigenen Steuererklärung in der Anlage SO als sonstige Einkünfte angeben und versteuern. Deshalb bedarf es der Zustimmung der Empfängerin per Unterschrift (und zwar in Anlage U im Abschnitt B).

    Im Prinzip ist es eine reine Frage der Steueroptimierung zwischen den Ex-Eheleuten, unter welchen Umständen es für beide günstig ist, so zu verfahren. Doch oft sind die Ex-Partner zerstritten, und derjenige, der das Geld erhält, verweigert die Unterschrift aus Prinzip. Die unterhaltsberechtigte Person kann das Realsplitting also recht einfach boykottieren.

    Es kommt hinzu, dass das Finanzamt wissen muss, wie viel die Empfängerin verdient. Schon ab einem Jahresverdienst von 624 Euro wird der Unterhaltshöchstbetrag gekürzt. Folglich ist diese Variante hinsichtlich des Steuerspareffekts deutlich unattraktiver.

    Falls die Unterhaltsempfängerin die Auskunft über ihr Einkommen verweigert, kann der Zahler sie nicht dazu zwingen. Fehlt aber diese Information, könnte diese Steuerabzugsvariante ins Leere laufen.

    Ein Unterhaltszahler steht also bei zerrütteten Verhältnissen möglicherweise dumm da und kann nichts von seinen Unterhaltszahlungen von der Steuer absetzen.

    Abzug von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung

    Es ist denkbar, dass der Zahler – freiwillig für den Ex-Partner – Beiträge zur Kranken- oder Pflegeversicherung übernimmt. Solche Kosten lassen sich ebenfalls von der Steuer absetzen, entweder als Sonderausgaben oder als außergewöhnliche Belastung (§ 10 Abs. 1 Nr. 1 und § 33a Abs. 1 Einkommensteuergesetz). Mit dieser Variante können die Ex-Eheleute vielleicht doch noch zur gemeinsamen Steueroptimierung kommen.

    Ehegattenunterhalt

    Was Sie nach einer Scheidung steuerlich absetzen können

    • Zuletzt aktualisiert: 6. Dezember 2016
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kindesunterhalt nach einer Scheidung kann die Steuerlast mindern, sofern der zahlende Elternteil keinen Anspruch auf Kindergeld mehr hat.
    • Wer nach einer Scheidung Ehegattenunterhalt leistet, hat zwei Möglichkeiten, die Zahlungen von der Steuer abzusetzen: als Sonderausgabe (Realsplitting) oder als außergewöhnliche Belastung.
    • Beim Realsplitting muss derjenige, der den Unterhalt bekommt, zustimmen und ihn als sonstige Einkünfte versteuern.
    • Keine Zustimmung ist nötig beim Abzug als außergewöhnliche Belastung. Allerdings könnte die Person, die den Unterhalt bekommt, Auskunft über ihr Einkommen verweigern und damit den Steuerabzug verhindern.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Wenn sich ein Ehepaar scheiden lässt, geht es oft um viel Geld. Die gemeinsamen Kinder und einer der Ex-Partner können Anspruch auf Unterhalt haben.

    Kindesunterhalt abzugsfähig, wenn kein Kindergeldanspruch besteht

    Minderjährige Kinder haben Anspruch auf Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. Das Geld fließt an die Person, die sie betreut – in der Regel die Mutter. Sobald kein Kindergeldanspruch mehr besteht, etwa bei volljährigen Kindern, die nicht mehr in der Ausbildung sind, lässt sich der Unterhalt für sie von der Steuer absetzen.

    Solange der Kindergeldanspruch besteht, ist das Kind dagegen bereits steuerlich berücksichtigt – durch den Kinderfreibetrag oder eben die Kindergeldzahlung.

    Als Sonderausgabe oder als außergewöhnliche Belastung abziehen

    Hat einer der geschiedenen Eheleute, zum Beispiel die Ex-Frau, einen Unterhaltsanspruch, dann gibt es für den Zahler zwei Möglichkeiten, diesen in der Einkommensteuererklärung einzutragen:

    Es geht nur das eine oder das andere.

    Wählt der Unterhaltszahler diese Variante, muss die Unterhaltsempfängerin diesen Betrag in ihrer eigenen Steuererklärung in der Anlage SO als sonstige Einkünfte angeben und versteuern. Deshalb bedarf es der Zustimmung der Empfängerin per Unterschrift (und zwar in Anlage U im Abschnitt B).

    Im Prinzip ist es eine reine Frage der Steueroptimierung zwischen den Ex-Eheleuten, unter welchen Umständen es für beide günstig ist, so zu verfahren. Doch oft sind die Ex-Partner zerstritten, und derjenige, der das Geld erhält, verweigert die Unterschrift aus Prinzip. Die unterhaltsberechtigte Person kann das Realsplitting also recht einfach boykottieren.

    Es kommt hinzu, dass das Finanzamt wissen muss, wie viel die Empfängerin verdient. Schon ab einem Jahresverdienst von 624 Euro wird der Unterhaltshöchstbetrag gekürzt. Folglich ist diese Variante hinsichtlich des Steuerspareffekts deutlich unattraktiver.

    Falls die Unterhaltsempfängerin die Auskunft über ihr Einkommen verweigert, kann der Zahler sie nicht dazu zwingen. Fehlt aber diese Information, könnte diese Steuerabzugsvariante ins Leere laufen.

    Ein Unterhaltszahler steht also bei zerrütteten Verhältnissen möglicherweise dumm da und kann nichts von seinen Unterhaltszahlungen von der Steuer absetzen.

    Abzug von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung

    Es ist denkbar, dass der Zahler – freiwillig für den Ex-Partner – Beiträge zur Kranken- oder Pflegeversicherung übernimmt. Solche Kosten lassen sich ebenfalls von der Steuer absetzen, entweder als Sonderausgaben oder als außergewöhnliche Belastung (§ 10 Abs. 1 Nr. 1 und § 33a Abs. 1 Einkommensteuergesetz). Mit dieser Variante können die Ex-Eheleute vielleicht doch noch zur gemeinsamen Steueroptimierung kommen.

    Unterhalt ohne Anlage U absetzen

    Unterhaltszahlungen können an viele verschiedene Personen gezahlt werden. Die häufigsten Fälle sind

    • der (Ex)Ehegattenunterhalt,
    • der Kindesunterhalt oder
    • der Unterhalt an Verwandte in gerader Linie, wie die eigenen Eltern.

    (Ex)Ehegattenunterhalt

    Zahlt der eine Ehegatte dem anderen über das Jahr Unterhalt, so gibt es zwei Möglichkeiten diesen Unterhalt in der Steuererklärung des Unterhaltsgebers anzusetzen:

    • Sonderausgaben oder
    • außergewöhnliche Belastungen.

    Nur eine der beiden Varianten kann angewandt werden. Es ist nicht möglich einen Teil als Sonderausgaben und den Rest als außergewöhnliche Belastung anzusetzen.

    Sonderausgaben (Realsplitting)

    Sollen die Unterhaltszahlungen als Sonderausgabe in der Steuererklärung angesetzt werden, so muss die Anlage U ausgefüllt werden. Auf dieser Anlage muss der Unterhaltsempfänger seine Zustimmung zum Abzug als Sonderausgaben erteilen und eine Unterschrift leisten.

    Der Unterhalt an den (Ex)ehegatten kann bis zu einem Betrag von 13.805€ in der Steuererklärung mindernd angesetzt werden. Zugleich muss der Unterhalt beim Empfänger als »sonstige Einkünfte« in der Steuererklärung angegeben werden.

    Beispiel: Armin und Charlotte sind geschieden. Armin zahlt monatlich Unterhalt an Charlotte. Da Armin und Charlotte noch guten Kontakt zu einander haben, gibt Charlotte Ihr Einverständnis dafür, dass Armin Ihren Unterhalt als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung angeben darf. Im Gegenzug gibt Charlotte die erhaltenen Beträge als sonstige Einkünfte in Ihrer Steuererklärung an.

    Wenn der (Ex)ehegatte die Unterschrift zur Anlage U verweigert, bleibt noch der zweite Weg zur steuerlichen Absetzbarkeit: die außergewöhnliche Belastung.

    außergewöhnliche Belastung

    Kann oder soll der Unterhalt nicht als Sonderausgaben geltend gemacht werden, muss die Anlage Unterhalt ausgefüllt werden. Aufgepasst: Das ist nicht dieselbe Anlage wie Anlage U!

    In diesem Bereich kann auch Unterhalt an andere Personen angesetzt werden, es muss nicht der (Ex)Partner sein.

    Voraussetzung für die Anerkennung als außergewöhnliche Belastung sind: kein Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibeitrag und

    • geringes Vermögen des Unterstützten und
    • Angabe der Steueridentifikationsnummer des Unterhaltsempfängers (bei Steuerpflicht in Deutschland) und
    • Angabe der Einnahmen des Unterstützten.

    In dieser Kategorie können max. 8.820€ abgezogen werden. Dieser Betrag wird um Einkünfte des Unterhaltsempfängers gekürzt, die 624€ jährlich übersteigen. Der Unterstützte muss seine Steueridentifikationsnummer für den Unterhaltsgeber zur Verfügung stellen. Wird die Nr. nicht angegeben, so darf der Unterstützer diese beim Finanzamt erfragen.

    Allerdings: wenn der Unterstützte gegenüber dem Unterhaltsgeber keine Angaben über sein Einkommen machen kann oder will, kann das Finanzamt den Steuerabzug streichen.

    Beispiel: Tim, der Sohn von Armin und Charlotte, ist 29 Jahre alt, hat kein großes Vermögen und studiert. Er wird von seinem Vater finanziell mit 600€ mtl. unterstützt. Tim verdient neben dem Studium 500€ mtl. als Barkeeper dazu.

    Unterhalt an Tim: 12*600€ = 7.200€, Verdienst Tim 500€ * 12 = 6.000€

    Die außergewöhnlichen Belastungen werden wie folgt berechnet:

    7.200€ (ungekürzt, da geringer als Höchstbetrag)

    – 5.376€ (6.000€-624€) = 1.824€ ansetzbar

    Da die Eltern keinen Anspruch mehr auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag für Tim haben, ist der Ansatz der Unterstützung als außergewöhnliche Belastung möglich. Zudem hat Tim kein nennenswertes Vermögen, Tims Vater gibt die SteuerID seines Sohnes in der Einkommensteuererklärung an und der anzusetzende Betrag wurde um Tims Einkünfte gekürzt.

    Zumutbare Belastung

    Allerdings muss bei außergewöhnlichen Belastungen immer die zumutbare Belastung erst überschritten werden, damit sich eine Belastung steuerlich überhaupt auswirkt. Die zumutbare Belastung ist ein %-Satz, der von der Höhe des Gesamtbetrags der Einkünfte und vom Familienstand bzw. der Anzahl der Kinder abhängt.

    Werden Personen im Ausland unterstützt, wird die Unterhaltspflicht nach deutschem Recht geprüft. So kann es dazu kommen, dass Sie nach ausländischem Recht unterhaltsverpflichtet sind, nach deutschem Recht aber nicht und der Unterhalt deshalb steuerlich in Deutschland nicht anerkannt wird.

    Wenn auch nach deutschem Recht eine Pflicht zu Unterhaltsleistungen besteht, dann prüft das Finanzamt die Unterhaltszahlungen auf Notwendigkeit und Angemessenheit der Zahlungen gemessen an den Verhältnissen im Wohnsitzstaat.

    Ähnliche Beiträge:

    Beitrags- Navigation

    Steuererklärung online

    Jetzt und hier mit smartsteuer die Steuererklärung online machen. Einfach unverbindlich ausprobieren und Steuererstattung berechnen.

    Newsletter

    Mit dem smartsteuer Newsletter halten wir Sie immer auf dem Laufenden. Erfahren Sie alles über das Thema Geld und Steuern sparen. Jetzt den kostenlosen Newsletter abonnieren!

    Weitere Tipps

    Über smartsteuer

    © smartsteuer – Steuererklärung online machen und Steuern sparen

    Источники: http://www.finanztip.de/ehegattenunterhalt-steuererklaerung/, http://www.finanztip.de/ehegattenunterhalt-steuererklaerung/, http://www.smartsteuer.de/online/steuertipps/unterhalt-ohne-anlage-u-absetzen/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here