Übungsleiter steuerfrei

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    Übungsleiterpauschale

    Nebenberuflich steuerfreie Einnahmen erhalten

    • Zuletzt aktualisiert: 16. September 2016
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit 2013 können Sie nebenberuflich als Ausbilder, Dozent, Pfleger, Erzieher oder Künstler mit der Übungsleiterpauschale bis zu 2.400 Euro im Jahr verdienen, ohne das Geld versteuern zu müssen.
    • Sie sind nur dann nebenberuflich tätig, wenn Sie nicht mehr als ein Drittel der Zeit, die Sie für Ihren Hauptberuf aufbringen, für Ihre Nebenbeschäftigung verwenden. Sie müssen nicht unbedingt einen Hauptberuf haben, Sie können auch Hausfrau/-mann, Student oder sogar arbeitslos sein.
    • Begünstigt werden Sie nur, wenn Ihre Tätigkeit eine pädagogische Ausrichtung hat, Sie künstlerisch arbeiten oder alte, kranke oder behinderte Menschen pflegen.
    • Um vom Freibetrag zu profitieren, müssen Sie für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft tätig sein, in der Sie im mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Bereich arbeiten.
    • Sie können die durch die Übungsleitertätigkeit entstandenen Aufwendungen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen.
    • Übersteigen diese die steuerfreien Einnahmen, können Sie einen Verlust geltend machen. Dieser wird mit anderen Einkünften verrechnet, sodass Sie weniger Steuern zahlen müssen.

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    Volkshochschulen, Amateur-Fußballvereine, Chöre und soziale Einrichtungen würden ohne die vielen Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher und Betreuer alter, kranker oder behinderter Menschen ihre wichtigen Aufgaben nicht stemmen können. Dieses gesellschaftlich wichtige Engagement fördert der Fiskus deshalb mit der Übungsleiterpauschale. Seit 2013 beträgt diese 2.400 Euro im Jahr, zuvor waren es 2.100 Euro. Steuern oder Sozialabgaben werden dafür nicht fällig. Die gemeinnützige Organisation darf auch mehr bezahlen. Steuerfrei und sozialabgabefrei bleiben aber maximal 2.400 Euro.

    Helfer für die Steuererklärung

    Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

    Unter welchen Bedingungen Sie Anspruch auf den Übungsleiterfreibetrag haben, ist in Paragraf 3 Nummer 26 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie für die Ehrenamtspauschale (720 Euro pro Jahr). Diese kommt vor allem dann in Betracht, wenn die ehrenamtliche Tätigkeit nicht im pädagogischen Bereich anzusiedeln ist.

    Neben der Steuerfreiheit von bis zu 2.400 Euro beziehungsweise 720 Euro kommt hinzu, dass solche Zahlungen bis zu diesen Beträgen auch sozialversicherungsfrei sind. Deshalb kann ein Minijobber, der zugleich auch Einnahmen als Übungsleiter hat, gelegentlich auch mehr als 450 Euro pro Monat verdienen und bleibt dennoch geringfügig beschäftigt. Er überschreitet also nicht die Betragsgrenze von 450 Euro und spart sich dadurch Steuern und Sozialversicherung.

    Übungsleiterpauschale ist ein Jahresbetrag

    Der Freibetrag von 2.400 Euro gilt für ein gesamtes Jahr. Er muss also nicht zum Beispiel durch 12 geteilt werden, falls Sie nur einen Monat lang ehrenamtlich im pädagogischen Bereich arbeiten. Der Freibetrag wird allerdings auch dann nur einmal gewährt, wenn Sie mehrere solcher Tätigkeiten parallel oder nacheinander ausüben.

    Die Voraussetzungen für die Übungsleiterpauschale sind:

    Nebenberufliche Tätigkeit – Nebenberuflich tätig sind Sie, wenn Sie für Ihre Beschäftigung pro Kalenderjahr nicht mehr als ein Drittel der Zeit aufbringen, die Sie für Ihren Hauptberuf verwenden. Das Finanzgericht Köln hat entschieden, dass selbst bei einem Überschreiten dieser Ein-Drittel-Grenze eine nebenberufliche Tätigkeit vorliegen kann, wenn der Übungsleiter hierfür höchstens 2.400 Euro als Vergütung erhält (Az. 3 K 1350/12). Außerdem muss sich die nebenberufliche Tätigkeit inhaltlich von der hauptberuflichen unterscheiden. Steuerlich gilt Ihre Tätigkeit auch dann als nebenberuflich, wenn Sie keinen Hauptberuf ausüben. Das heißt, Sie können eine nebenberufliche Tätigkeit ausüben auch als Hausfrau/Hausmann, Student, Rentner oder Arbeitsloser.

    Begünstigte Tätigkeiten – Den Übungsleiterfreibetrag beanspruchen können Sie, wenn Sie nebenberuflich als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder Betreuer arbeiten oder wenn Sie im künstlerischen Bereich tätig sind. Gemeinsames Merkmal dieser Beschäftigungen ist eine pädagogische Ausrichtung. Begünstigt ist auch die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen. Von der Übungsleiterpauschale kann bei ehrenamtlichen Tätigkeiten also nur ein fester Personenkreis profitieren.

    Beispiele für begünstigte Tätigkeiten:

    • Sporttrainer,
    • Chorleiter,
    • Orchesterdirigent,
    • Lehr- und Vortragstätigkeit im Rahmen der allgemeinen Bildung und Ausbildung (zum Beispiel Kurse und Vorträge an Schulen und Volkshochschulen, Mütterberatung, Erste-Hilfe-Kurse, Schwimmunterricht) sowie im Rahmen der beruflichen Ausbildung und Fortbildung.

    Beispiele für nicht begünstigte Tätigkeiten:

    • Betreuung von Gegenständen, beispielsweise als Platzwart oder Gerätewart,
    • Ausbildung von Tieren,
    • Rettungssanitäter und Ersthelfer bei Sportfesten und kulturellen Veranstaltungen.

    Öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft – Die Übungsleiterpauschale in Höhe von jährlich 2.400 Euro steht Ihnen nur zu, wenn Sie im Dienst einer öffentlich-rechtlichen oder einer gemeinnützigen Körperschaft tätig sind. Als öffentlich-rechtliche Körperschaft gelten unter anderem Universitäten, Fachhochschulen, Schulen und Volkshochschulen; eine gemeinnützige Körperschaft ist beispielsweise ein Sportverein, der Sportbund oder ein Sportverband. Nicht begünstigt ist zum Beispiel die Tätigkeit für einen Arbeitgeberverband.

    Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke – Um vom Freibetrag profitieren zu können, müssen Sie im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich tätig sein.

    Einen gemeinnützigen Zweck haben Organisationen, die darauf gerichtet sind, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Beispiele hierfür sind:

    • die Förderung der Jugend- und Altenhilfe,
    • die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege,
    • die Förderung des Tierschutzes,
    • die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

    Einen mildtätigen Zweck verfolgen Sie, wenn Sie Personen unterstützen, die wegen ihres geistigen, seelischen oder körperlichen Zustands oder ihrer wirtschaftlichen Lage Hilfe brauchen.

    In die Förderung kirchlicher Zwecke können Aufgaben fallen wie Predigtdienst, Religionsunterricht und die Verwaltung des Kirchenvermögens.

    Zwei Pauschalen kombinieren

    Neben der Übungsleiterpauschale von 2.400 Euro gibt es noch die Ehrenamtspauschale von 720 Euro. Beide Freibeträge können Sie zwar nicht gleichzeitig für ein- und dieselbe Tätigkeit in Anspruch nehmen, wohl aber bei verschiedenartigen Tätigkeiten: zum Beispiel als Trainer einer Fußballmannschaft und als Vereinsvorstand oder Kassenwart. Wichtig: Der Verein sollte für beide Tätigkeiten jeweils separate Entschädigungszahlungen überweisen, also nicht in einem Betrag.

    Die Paragrafen 52 bis 54 der Abgabenordnung (AO) legen fest, was unter gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken zu verstehen ist. Dort finden Sie auch eine detaillierte Liste aller Aufgaben, die dazugehören.

    Bekommen Sie beispielsweise für Ihr Ehrenamt als Jugendtrainer von Ihrem Sportverein die Übungsleiterpauschale von 2.400 Euro und dazu weitere 720 Euro aus der Ehrenamtspauschale, müssen Sie die 720 Euro versteuern. Eine Kombination der beiden Freibeträge ist in diesem Fall nicht möglich.

    Kein fester Platz in der Steuererklärung

    Der Gesetzgeber unterscheidet hinsichtlich der Übungsleiterpauschale nicht danach, ob Sie Arbeitnehmer oder selbstständig tätig sind. Die Übungsleiterpauschale ist im Gesetz auch keiner bestimmten Einkunftsart zugeordnet.

    Selbstständige Arbeit: Wenn Sie selbstständig tätig sind, tragen Sie Ihre steuerfreien Aufwandsentschädigungen oder Einnahmen in den Zeilen 9 und 36 der Anlage S ein.

    Arbeitnehmertätigkeit: Arbeitnehmer tragen ihre steuerfreien Aufwandsentschädigungen oder Einnahmen bis zu 2.400 Euro in der Anlage N in Zeile 26 ein. Wenn die Zahlungen, die Sie steuerfrei erhalten haben, die Übungsleiterpauschale übersteigen, tragen Sie den übersteigenden Betrag als Arbeitslohn in Zeile 20 der Anlage N ein.

    Hinweise zum Ausfüllen der Steuererklärung haben wir in einem Ratgeber zusammengefasst.

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    Freigrenze für Betreuer, Vormunde und Pfleger

    Den Übungsleiterfreibetrag können Sie auch dann in Anspruch nehmen, wenn Sie eine der folgenden Aufgaben im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) übernommen haben:

    • Betreuer(§§ 1896 ff. BGB): Als ehrenamtlicher Betreuer arbeiten Sie nebenberuflich als gesetzlicher Vertreter für einen volljährigen Menschen, der seine Angelegenheiten nicht selbstständig regeln kann, zum Beispiel wegen einer Krankheit oder einer Behinderung.
    • Vormund(§§ 1793 ff. BGB): Ein Vormund ist für Minderjährige verantwortlich. Die Vormundschaft kann gerichtlich angeordnet werden, wenn beispielsweise die Eltern verstorben sind oder diesen das Sorgerecht entzogen wurde.
    • Pfleger(§§ 1909 ff. BGB): Wenn Sie eine Pflegschaft übernommen haben, betreuen Sie einen Minderjährigen oder Erwachsenen nur in einer bestimmten Angelegenheit oder für einen bestimmten Zeitraum. Sie verwalten zum Beispiel Geldanlagen bis zur Volljährigkeit.

    Betreuer bekommen aktuell als jährliche Pauschale 399 Euro pro Fall. Diese Pauschale ist steuerfrei, soweit sie zusammen mit der Übungsleiterpauschale den Freibetrag von jährlich 2.400 Euro nicht überschreitet. Ist die Übungsleiterpauschale verbraucht, darf der Betreuer für seine Aufwendungen nur pauschal 25 Prozent der Einnahmen abziehen. Die Aufwandsentschädigungen eines ehrenamtlichen Betreuers sind grundsätzlich als sonstige Einkünfte steuerpflichtig (§ 22 Nr. 3 EStG).

    Freigrenze bei „sonstigen Einkünften“

    Sie können zum Beispiel kurzfristig für einen Verein ehrenamtlich tätig sein, ohne dass Sie dort angestellt oder im Rahmen einer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit aktiv sind. In diesem Fall können sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG) vorliegen. Bekommen Sie für Ihre Aufgabe als Betreuer, Vormund oder Pfleger nach Abzug des Freibetrags von 2.400 Euro nicht mehr als 256 Euro im Kalenderjahr, sind die Aufwandsentschädigungen gemäß Paragraf 3 Nr. 26b EStG von der Steuer befreit.

    Übersteigen die Einkünfte diese Freigrenze von 256 Euro, sind sie in vollem Umfang steuerpflichtig – also einschließlich des Anteils bis zu dieser Freigrenze.

    Folgendes Beispiel zeigt diesen Fall: Eine Hausfrau leitet freiberuflich einen Chor und bekommt im Gegenzug 2.600 Euro im Jahr. Sie verbraucht dafür die Übungsleiterpauschale in Höhe von 2.400 Euro. Dieser Betrag ist steuer- und beitragsfrei. Außerdem ist sie in zwei Fällen als Betreuerin tätig und bekommt daher zweimal die Jahrespauschale von 399 Euro als Aufwandsentschädigung.

    Beispiel: Übungsleiterin, die die Freigrenze überschreitet

    Ergebnis: 200 Euro muss sie bei den selbstständigen Einkünften und 598,50 Euro bei den sonstigen Einkünften versteuern, also insgesamt 798,50 Euro.

    So können Sie noch mehr sparen

    Kombination von Ehrenamtsfreibetrag und Übungsleiterpauschale – Üben Sie verschiedene Ehrenämter aus, die gesondert vergütet werden, können Sie zusätzlich zur Übungsleiterpauschale auch vom Ehrenamtsfreibetrag profitieren. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie als Trainer für einen Sportverein tätig sind und zusätzlich die Vereinskasse verwalten.

    Kombination von Übungsleiterpauschale und Minijob Anspruch auf die Übungsleiterpauschale haben Sie auch, wenn Sie geringfügig beschäftigt sind. Den Freibetrag können Sie sich entweder blockweise zum Beschäftigungsbeginn oder am Jahresanfang auszahlen lassen. Oder Sie teilen ihn auf und stocken Ihr Minijobgehalt um 200 Euro monatlich auf.

    Alles aufbewahren

    Heben Sie alle Quittungen auf und führen Sie gegebenenfalls ein Fahrtenbuch, um Ihre Ausgaben belegen zu können.

    Aufwendungsersatz – Unabhängig davon, ob Sie für Ihr Ehrenamt Geld bekommen oder nicht, haben Sie immer Anspruch darauf, Aufwendungen für das Ehrenamt ersetzt zu bekommen. Dabei geht es zum Beispiel um Reisekosten, Gebühren für Telefongespräche oder auch Ausgaben für Materialien.

    Aufwands- und Rückspende – Falls Sie als ehrenamtlicher Mitarbeiter kein Geld von Ihrer Organisation annehmen möchten, können Sie eine Verzichtserklärung aussprechen. Vorteil: Sie können diese Aufwandsspende als Sonderausgabe absetzen. Dafür müssen Sie jedoch einige Bedingungen erfüllen. Wichtig ist, dass Ihr Anspruch auf Bezahlung ernsthaft eingeräumt wurde und nicht von vorneherein ausgeschlossen wurde. In einer schriftlichen Vereinbarung muss stehen, dass Sie Anspruch auf Ersatz Ihrer Aufwendungen beziehungsweise eine Vergütung haben, auf den Sie jedoch verzichten. Nachträglich ausgestellte Bescheinigungen erkennen die Finanzämter in der Regel nicht an.

    Bislang galt: Wird die Ehrenamtspauschale, die Übungsleiterpauschale oder ein anderer Aufwendungsersatz regelmäßig – also gewöhnlich monatlich – gezahlt, muss auch im Fall einer Rückspende der Verzicht regelmäßig, und das heißt, alle drei Monate erklärt werden. Nun hat das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben vom 24. August 2016 festgelegt, dass hierfür eine jährliche Verzichtserklärung genügt (Az. IV C 4 – S 2223/07/0010 :007).

    Von einer Rückspende spricht man, wenn Sie einen sonstigen Vergütungsanspruch haben, darauf aber verzichten und der Organisation spenden. Der Verein, für den Sie tätig sind, stellt Ihnen dafür eine Spendenbescheinigung aus. Diesen Betrag geben Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung an – und zwar auf Seite 2 des Mantelbogens ab Zeile 45. So bekommen Sie zumindest einen Teil der Aufwands- oder Rückspende als gesparte Steuern zurück.

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    Wie Sie einen Verlust geltend machen

    Ein nebenberuflicher Sporttrainer oder Chorleiter trägt oft hohe Kosten für seine Tätigkeit, zum Beispiel für häufige lange Fahrten quer durch die Republik oder sogar ins Ausland, für Fachbücher und Unterrichtsmaterialien. Die für diese Aktivitäten erforderlichen und selbst getragenen Aufwendungen können als Werbungskosten bei der Steuererklärung absetzbar sein. Bei einer selbstständigen Tätigkeit handelt es sich um Betriebsausgaben.

    Übersteigen Ihre Werbungskosten oder Betriebsausgaben die steuerfreien Einnahmen, entsteht ein Verlust. Zumindest einen Teil davon können Sie steuerlich geltend machen. Dieser Verlust kann beispielsweise mit dem Gehalt aus der Hauptbeschäftigung verrechnet werden. Dadurch zahlen Sie insgesamt weniger Steuern. Das Einkommensteuergesetz beschränkt den Kostenabzug (§ 3 Nummer 26 Satz 2). Allerdings ist der Wortlaut nicht eindeutig, sodass es unterschiedliche Sichtweisen und Rechenwege gibt, um den Verlust zu berechnen. Viele Finanzbeamte lesen den Satz 2 so, dass ein Kostenabzug erst dann möglich sein soll, wenn sowohl die steuerfreien Einnahmen als auch die Ausgaben den Freibetrag von 2.400 Euro übersteigen.

    Beispiel: 2.500 Euro Einnahmen stehen 3.000 Euro Ausgaben für die Übungsleitertätigkeit gegenüber. Dann wären 500 Euro als Werbungskosten absetzbar.

    Einige Finanzgerichte rechnen jedoch anders. Satz 2 im Gesetz kann nämlich auch so interpretiert werden, dass nicht mehr abgezogen werden darf, als steuerfrei vereinnahmt wurde. Die Ausgaben, die den steuerfreien Betrag überschreiten, sind abzugsfähig. Auf das Überschreiten des Betrags von 2.400 Euro kommt es nicht an.

    Beispiel: Ein Tanzsport-Übungsleiter hat Einnahmen von 1.128 Euro und Ausgaben von 2.417 Euro.

    Einnahmen 1.128 Euro

    – Ausgaben 2.417 Euro

    = Verlust: 1.289 Euro

    Folglich darf der Übungsleiter 1.289 Euro negative Einnahmen mit anderen positiven Einnahmen in seiner Steuererklärung verrechnen. Diesen Fall entschied so das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Urteil vom 25. Mai 2011, Az. 2 K 1996/19).

    In vergleichbaren Fällen wendeten andere Finanzgerichte dieselbe Berechnungsweise an: Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg erkannte bei einem Trainer 1.800 Euro als Verlust an (Urteil vom 5. Dezember 2007, Az. 7 K 3121/05 B). Das Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern urteilte bei einem Übungsleiter mit nur 108 Euro Einnahmen und 608 Euro Ausgaben, dass er 500 Euro Verlust aus selbstständiger Tätigkeit hatte (Urteil vom 16. Juni 2015, Az. 3 K 368/14, Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof, Az. VIII B 73/15).

    Wieder anders gerechnet hat das Finanzgericht Thüringen (Urteil vom 30. September 2015, Az. 3 K 480/14; Revision beim BFH: Az. III R 23/15): Eine Übungsleiterin hatte Einnahmen von 1.200 Euro, denen Ausgaben von 4.000 Euro gegenüberstanden. Sie beantragte – entsprechend der obigen Berechnung – 2.800 Euro als Verlust. Sowohl das Finanzamt als auch die Finanzrichter akzeptierten jedoch nur die Ausgaben oberhalb des Freibetrags, also 4.000 Euro minus 2.400 Euro = 1.600 Euro. In diesem Fall gestatteten die Finanzbeamten eine Verlustverrechnung, obwohl die Übungsleiterin nur die Hälfte des Freibetrags an Einnahmen hatte.

    Die dargestellten Urteile zeigen zwei völlig unterschiedliche Rechenwege auf. Letztlich muss der Bundesfinanzhof entscheiden, welcher Rechenweg der richtige ist – oder nicht.

    Unser Rat: Geben Sie in Ihrer Steuererklärung alle Werbungskosten an und berufen Sie sich auf die dargestellten Finanzgerichtsurteile in Rheinland-Pfalz, Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Zumindest aber die Beträge oberhalb von 2.400 Euro sollte das Finanzamt als Verlust anerkennen.

    Wenn Sie mehr über steuerfreie Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit erfahren möchten, lohnt sich ein Blick in das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 21. November 2014.

    Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

    Experte für Steuern

    Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

    • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
    • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
    • Welche Ausgaben die Steuern mindern.

    Weitere hilfreiche Ratgeber:

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    Alena Hecker arbeitet als freie Redakteurin für Finanztip. Sie hat Internationale Fachjournalistik mit dem Schwerpunkt Wirtschaft studiert und einen Master in European Studies gemacht. Beim anschließenden Volontariat Praxis4 an der Electronic Media School in Potsdam beschäftigte sie sich vor allem mit Themen rund um den Verbraucherschutz. Neben ihrer Tätigkeit für Finanztip arbeitet Alena Hecker unter anderem für den rbb und die Stiftung Warentest.

    akademie.de

    Die "Übungsleiterpauschale" – der unterschätzte Steuerfreibetrag: So verdienen Sie jährlich 2.400 Euro nebenher!

    Um als Übungsleiter von der sogenannten Übungsleiterpauschale zu profitieren, muss man nicht unbedingt Trainer in einem Sportverein sein: Auch die Nebenverdienste von Ausbildern, Dozenten, Erziehern, Künstlern oder Pflegern sind in vielen Fällen steuer- und sozialversicherungsfrei: Der Freibetrag beläuft sich seit dem Jahreswechsel 2013 auf immerhin 2.400 Euro pro Jahr.

    Auf diese Weise können Angestellte und Selbstständige, aber auch Arbeitslose, Rentner, Hausfrauen oder Schüler je nach individueller Steuerbelastung bis zu 1.000 Euro im Jahr sparen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen.

    Die unter der Bezeichnung „Übungsleiterpauschale“ bekannte Vergünstigung kann laut § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz bei folgenden Tätigkeiten in Anspruch genommen werden:

    Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer „oder vergleichbare Tätigkeiten“,

    künstlerische Tätigkeiten sowie

    die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen.

    Bitte beachten Sie: Aufwandsentschädigungen gemäß § 1835a BGB für Tätigkeiten ehrenamtlicher Vormünder und ehrenamtlicher rechtlicher Betreuer sind bis zur Obergrenze von 2.400 Euro ebenfalls steuerfrei. Das sieht § 3 Nr. 26b EStG vor. Die Sonderregelung für Vormünder und Betreuer gilt allerdings nicht zusätzlich zur Übungsleiterpauschale: Pro Person sind weiterhin insgesamt maximal 2.400 Euro steuerfrei.

    Zubrot am Fiskus vorbei

    Zurück zur Übungsleiterpauschale: Die Vergünstigung ist allerdings an die Voraussetzungen geknüpft, dass .

    die Tätigkeit nicht im Hauptberuf und

    im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution (z. B. Städte und Gemeinden, (Hoch-)Schulen, Volkshochschulen, Kammern etc.) oder eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung

    . ausgeübt wird. Keine Rolle spielt, ob die Steuerpflichtigen im Hauptberuf als Angestellte oder Selbstständige arbeiten oder überhaupt erwerbstätig sind. Von der Vorschrift profitieren also zum Beispiel auch Arbeitslose, Rentner, Schüler und Hausfrauen.

    Unter den genannten Voraussetzungen dürfen bis zu 2.400 Euro pro Person und Jahr kassiert werden, ohne dass dafür Steuern anfallen. Einnahmen aus unterschiedlichen Quellen werden dabei zusammengerechnet.

    Bitte beachten Sie: Bei der Übungsleiterpauschale handelt es sich um eine Regelung aus dem Steuerrecht. Gemäß § 14 Abs. 1 Satz 3 SGB IV zählen Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen darüber hinaus nicht zum sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt: Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung fallen also ebenfalls nicht an.

    Wichtig: Die 2.400 Euro stellen einen Freibetrag dar (und nicht etwa nur eine Freigrenze): In den Genuss der Vergünstigung kommen Sie also auch dann, wenn Ihre Gesamteinnahmen aus der betreffenden Tätigkeit höher liegen. Sie versteuern dann lediglich den übersteigenden Teil des Einkommens. Im Gegenzug dürfen Sie notwendige Ausgaben aber ebenfalls nur abziehen, soweit sie 2.400 Euro übersteigen.

    Von wegen Aufwandsentschädigung!

    Gute Nachricht für Freiberufler und andere Experten: Davon, dass es sich bei der Übungsleiterpauschale nur um magere „Aufwandsentschädigungen“ handeln darf, ist im Gesetz schon länger nicht mehr die Rede: Die Steuervergünstigung deckt im Zweifel also auch Spitzenhonorare ab!

    Kombination aus Übungsleiterpauschale und Minijob

    Erlaubt ist auch die Kombination eines Minijobs mit der Übungsleiterpauschale. Durch das Zusammenlegen der beiden Entgeltmodelle kann man für eine öffentliche, öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Institution deutlich mehr Geld erhalten, ohne über die Minijob-Pauschale hinaus Steuern und Sozialabgaben abführen zu müssen.

    Sie und Ihr Auftraggeber haben sogar die Wahl, ob Sie den Jahresbetrag von 2.400 Euro „pro rata“ (monatlich mit 200 Euro) oder en bloc (jeweils zum Jahresbeginn bzw. zu Beginn der Beschäftigung) in Ansatz“ bringen. So steht es in den „Richtlinien für die versicherungsrechtliche Beurteilung von geringfügigen Beschäftigungen“ der Spitzenverbände, die von der „Minijob-Zentrale“ zum Download (PDF, 500 KB) bereitgestellt wird.

    Durch Inanspruchnahme des monatlichen Freibetrags für Übungsleiter steigt die Minijob-Verdienstgrenze unter dem Strich also von 450 Euro auf 650 Euro. Wenn Sie sich dafür entscheiden, zunächst den ganzen Freibetrag auszuschöpfen, beginnt die geringfügige Beschäftigung offiziell erst im fünften Monat.

    Informationen speziell zum Thema „Mini-Job“ .

    Haupt- oder Nebenberuf?

    In einem Grundsatzurteil (Aktenzeichen: VI R 188/87) hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass es bei der Unterscheidung zwischen haupt- und nebenberuflicher Tätigkeit im Sinne des § 3 Nr. 26 EStG ausschließlich um den zeitlichen Umfang der Tätigkeit geht.

    Solange eine Tätigkeit zeitlich nicht mehr als ein Drittel eines vergleichbaren Vollerwerbs in Anspruch nimmt, handelt es sich nach Ansicht BFH um einen Nebenberuf. Eine genaue Wochenstundenzahl haben die Richter nicht festgeschrieben. Maßstab ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im jeweiligen Beruf. Da die je nach Branche zwischen ca. 35 und 48 Stunden (= Obergrenze für Angestellte laut Arbeitszeitgesetz) liegt, kann bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von ca. 12 bis 16 Stunden noch von einem Nebenjob gesprochen werden. Vielfach gelten 15 Wochenstunden als Schallgrenze für Nebentätigkeiten.

    Bei mehreren gleichartigen Tätigkeiten werden die Wochenstunden zusammengerechnet. Die Gesamtzahl der Stunden entscheidet dann darüber, ob es sich um einen Haupt- oder Nebenberuf handelt. Wenn aber eine der Beschäftigungen für sich genommen bereits den Umfang eines Hauptberufes hat (etwa bei einem Lehrer, der abends einen VHS-Kurs abhält), kann eine gleichartige Tätigkeit durchaus als Nebenberuf eingestuft werden.

    Grundsätzlich dürfen Haupt- und Nebenberuf also identisch sein. Schwierig wird die Sache nach Ansicht von Experten jedoch, wenn hauptberufliche Selbstständige in ihrem eigentlichen Geschäftsfeld Nebenjobs ausüben. Wenn zum Beispiel der freiberufliche Webdesigner an der Volkshochschule Kurse im Bereich Homepage-Programmierung gibt, dann ist die Abgrenzung schwierig. Sollte eine solche Konstellation bei Ihnen vorliegen, sprechen Sie am besten mit dem Auftraggeber (zum Beispiel der VHS) oder Ihrem Steuerberater.

    Fragen und Antworten

    Antworten auf die häufigsten Fragen zur Übungsleiterpauschale im Überblick:

    Ist über die Pauschale hinaus Auslagenersatz zulässig (z. B. für Telefon- oder Reisekosten)?

    Ja, der Ersatz notwendiger Aufwendungen ist erlaubt.

    Handelt es sich bei der Übungsleiterpauschale um Arbeitnehmereinkünfte oder um Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit?

    Die Übungsleiterpauschale ist im Einkommensteuergesetz keiner bestimmten „Einkunftsart“ zugeordnet. Es kommt steuerlich nicht darauf an, ob Sie selbstständig oder abhängig beschäftigt arbeiten – wichtig ist nur, dass es sich um einen Nebenberuf handelt.

    Muss ich den Bezug der Übungsleiterpauschale in meiner Einkommensteuererklärung angeben – und wenn ja: Wo?

    Grundsätzlich ja: Arbeitnehmer tragen die Übungsleiterpauschale z. B. bei der Steuererklärung für 2012 in Zeile 26 („Steuerfrei erhaltene Aufwandsentschädigungen / Einnahmen“) auf Seite 1 „Anlage N“ ein. Selbstständige tragen „steuerfreie selbstständige Tätigkeiten im Nebenberuf“ in den Zeilen 10 und 36 der „Anlage S“ ein.

    Was passiert, wenn ich vergesse, die Übungsleiterpauschale in meiner Einkommensteuererklärung anzugeben?

    Wenn Sie die Angabe nicht machen, entstehen Ihnen keine Nachteile: Die Pauschalen sind ja steuerfrei und unterliegen auch nicht dem „Progressionsvorbehalt“. Die Angabe in der Steuererklärung dient nur der Information des Finanzamts.

    Wird die Übungsleiterpauschale auf das Arbeitslosengeld II angerechnet?

    Nein. Die Pauschalen werden nicht auf das ALG II angerechnet. Unter der Überschrift „Weniger Sozialleistungen durch Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale?“ werden die Auswirkung der Pauschalen auf weitere wichtige Sozialleistungen beschrieben.

    Dürfen hauptamtliche Vereinsmitarbeiter die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen?

    Sofern die Tätigkeit Teil der Aufgaben eines Arbeitnehmers ist oder eine arbeitsvertragliche Nebenpflicht darstellt, ist die Bezahlung per Pauschale nicht möglich. Andererseits: Wenn der hauptamtliche Geschäftsführer eines großen Sportvereins in seiner Freizeit eine Jugendmannschaft trainiert, lassen sich Haupt- und Nebenberuf durchaus unterscheiden.

    Dürfen auch Kursleiter im Fitnesscenter die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen?

    Nein: Mitarbeiter kommerzieller Fitnessstudios kommen nicht in den Genuss der steuerfreien Übungsleiterpauschale. Die Steuerbefreiung ist an die Voraussetzungen geknüpft, dass die Tätigkeit im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution (z. B. Stadt, Gemeinde, Schule, Hochschule, Volkshochschule, Kammer) oder eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung ausgeübt wird.

    Kann ich sowohl die Übungsleiterpauschale als auch die Ehrenamtspauschale bekommen?

    Grundsätzlich ja: Sofern es sich eindeutig um zwei verschiedene Tätigkeiten handelt, spricht nichts gegen den gleichzeitigen Bezug von Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale. Aber: Die steuerfreie Pauschale für Vormünder und Betreuer kann nur bis zur Obergrenze von insgesamt 2.400 Euro zusätzlich zur Übungsleiterpauschale in Anspruch genommen werden.

    Darf ich die Übungsleiterpauschale an meinen Verein zurückspenden und kann ich dafür im Gegenzug eine Spendenbescheinigung bekommen?

    Ja, das ist ausdrücklich erlaubt.

    Weitere Zweifelsfragen beantwortet das Kapitel „Praxisfragen und Sonderfälle“.

    Karge Pauschale – spürbarer Steuernachlass

    Für gemeinnützige Organisationen und öffentliche Einrichtungen ist die Übungsleiterpauschale ein Segen: Müssten auf die oftmals kargen Aufwandsentschädigungen auch noch Steuern und Versicherungsbeiträge abgeführt werden, wären vermutlich noch weniger Menschen bereit, sich in ihrer Freizeit zu engagieren.

    Nicht immer sind sich die Beteiligten aber darüber im Klaren, dass eine Tätigkeit von der Übungsleiterpauschale abgedeckt ist. Insbesondere Selbstständige erbringen oft unwissentlich Leistungen, die bei genauerem Hinsehen in diese Kategorie fallen. Sollte das bei Ihnen der Fall sein, brauchen Sie die entsprechenden Einnahmen bis zur Höhe des Freibetrags bei Ihrer Gewinnermittlung nicht zu berücksichtigen. Prüfen Sie im Zweifel zusammen mit Ihrem Auftraggeber, ob Sie die Sonderregelung in Anspruch nehmen dürfen.

    Ohne großen Aufwand kann sich auf diese Weise ein jährlicher Steuervorteil ergeben, der bei einer Übungsleiterpauschale von 2.400 Euro je nach Grenzsteuersatz zwischen rund 336 Euro und 1.140 Euro liegt!

    Grenzsteuersatz

    Falls Sie Ihren Grenzsteuersatz nicht kennen oder gar nicht wissen, was Sie sich darunter vorstellen sollen, empfehlen wir Ihnen den Grundlagen-Beitrag „So wirken Steuerprogression und Grenzsteuersatz“.

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    Über den Autor: Robert Chromow

    Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit zwanzig Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Autor und Berater im eigenen Redaktionsbüro. Print- und Onl .

    Wie kann ich die Übungsleiterpauschale absetzen?

    Mit der Übungsleiterpauschale lassen sich im Jahr bis zu 2.400 Euro verdienen. Wer auf diesen Betrag Anspruch hat und was du sonst darüber wissen solltest, zeigen wir dir hier.

    Wer hat Anspruch auf die Übungsleiterpauschale?

    Als Übungsleiter kannst du bei deiner Steuererklärung auf die gleichnamige Pauschale zurückgreifen. Dies trifft auf dich zu, wenn du eine der folgenden Tätigkeiten ehrenamtlich ausübst:

    • Trainer im Sportverein
    • Ausbildungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer
    • Künstlerische Tätigkeiten, z.B.: als Chorleiter
    • Pflege behinderter, kranker oder alter Menschen

    Deine ehrenamtliche Tätigkeit sollte sich inhaltlich von deinem Hauptberuf unterscheiden. Auch, wenn du keinen Hauptberuf ausübst, aber nebenbei als Übungsleiter tätig bist hast du Anspruch auf die Pauschale. Das ist beispielsweise der Fall, wenn du Hausmann/Hausfrau, Student, arbeitslos oder Rentner bist.

    Welchen Betrag kann man steuerfrei verdienen?

    Als Übungsleiter kannst du pro Jahr bis zu 2.400 Euro nebenbei steuer- und sozialabgabenfrei verdienen. Überschreitest du diese Summe, musst du nur den darüberliegenden Betrag versteuern.

    Übungsleiterpauschale in der Steuererklärung angeben

    Die Übungsleiterpauschale ist keiner bestimmten Einkommensart zugeordnet, weshalb es auch kein offizielles Formular gibt. Um den Betrag in die Steuererklärung einzutragen gelten für Arbeitnehmer und Selbständige unterschiedliche Felder im Formular. Um deine Tätigkeit beim Finanzamt nachzuweisen kann bspw. ein Vertrag oder eine schriftliche Vereinbarung deiner Tätigkeit dienen.

    Selbständige tragen ihre steuerfreien Einnahmen in der Anlage S in Zeilen 9 und 36 ein. Zusätzliche Einnahmen, die über 2.400 Euro eingenommen wurden, musst du als sonstige Einkünfte versteuern.

    Arbeitnehmer tragen Summen von bis zu 2.400 Euro in die Anlage N in Zeile 26 ein. Überschreiten die Zahlungen die Pauschale, wird der Restbetrag als Arbeitslohn in Zeile 20 der Anlage N eingetragen.

    Kannst du zwei Pauschalen kombinieren?

    Bist du als Trainer in zwei verschiedenen Vereinen tätig kannst du die Aufwandsentschädigung beider Vereine steuerfrei erhalten. In der Summe darf der Freibetrag von 2.400 Euro aber nicht überschritten werden. Erhältst du mehr, musst du den Mehrbetrag versteuern.

    Neben der Übungsleiterpauschale gibt es auch eine Ehrenamtspauschale von 720 Euro. Beide können nicht gleichzeitig für ein und dieselbe Tätigkeit in Anspruch genommen werden. Bei verschiedenen Tätigkeiten besteht jedoch die Möglichkeit von beiden Pauschalen zu profitieren.

    Bist du beispielsweise als Trainer einer Volleyballmannschaft und als Kassenwart im gleichen Verein tätig, kannst du beide Pauschalen in Anspruch nehmen.

    Tipp: Lass dir beide Aufwandsentschädigungen von deinem Verein separat überweisen, um Missverständnissen vorzubeugen.

    So sparst du noch mehr Steuern

    Nicht nur die Kombination von Übungsleiterpauschale und Ehrenamtsfreibetrag bringt Vorteile mit sich. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, um Steuern zu sparen.

    Zum Beispiel lässt sich mit der Kombination aus Übungsleiterpauschale und Minijob Geld sparen. Denn auch, wenn du geringfügig beschäftigt bist, hast du darauf Anspruch. Dabei kannst du entscheiden, ob dir monatlich 200 Euro überwiesen werden oder du dein Geld von 2.400 Euro blockweise (z.B. alle 4 Monate 600 Euro), zum Jahresbeginn oder zum Beschäftigungsbeginn erhalten möchtest. So kann ein Minijobber mehr als 450 Euro im Monat verdienen.

    Weiterhin hast du für deine ehrenamtlichen Leistungen Anspruch auf Aufwendungsersatz. Zum Aufwendungsersatz für ehrenamtliche Tätigkeiten gehören z.B. Reisekosten, Kosten für Telefonate oder Ausgaben für Materialien. Diesen Aufwendungsersatz kannst du zusätzlich zur Übungsleiterpauschale als Werbungskosten absetzen.

    Welche Voraussetzung musst du erfüllen?

    Die Übungsleiterpauschale ist an Voraussetzungen gebunden. Deine Tätigkeit muss:

    • pädagogisch ausgerichtet sein
    • nebenberuflich erfolgen – zeitlich darf das Ehrenamt nicht mehr als ein Drittel einer Vollzeittätigkeit ausmachen
    • ehrenamtlich für eine gemeinnützige Organisation oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts sein (bspw. Schulen, Kirchen, Gemeinden) oder einer vergleichbaren Einrichtung zur Unterstützung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke

    Wer also „nur“ Gerätewart oder Schriftführer im Sportverein ist oder in seiner Freizeit als Schiedsrichter arbeitet, hat keinen Anspruch auf die Übungsleiterpauschale.

    Was zählt zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger, kirchlicher Zwecke?

    Organisationen mit einem gemeinnützigen Zweck sind darauf gerichtet die Allgemeinheit materiell, geistig oder sittlich zu fördern. Das meint die Förderung:

    • der Jugend- und Altenhilfe
    • des Denkmalschutzes/ der Denkmalpflege
    • des Tierschutzes
    • der Gleichberechtigung von Frauen und Männern

    Ein mildtätiger Zweck wird verfolgt, wenn du Personen unterstützt, die aufgrund ihres seelischen, geistigen oder körperlichen Zustand oder ihrer wirtschaftlichen Lage Hilfe benötigen.

    Förderungen von kirchlichen Zwecken können unter anderem Religionsunterricht, Predigtdienst oder die Verwaltung des Kirchenvermögens sein.

    Источники: http://www.finanztip.de/uebungsleiterpauschale/, http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/uebungsleiterpauschale-steuerfrei, http://taxfix.de/steuertipps/uebungsleiterpauschale-absetzen/

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