Vermietung und verpachtung fahrtkosten

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    Setzen Sie als Vermieter Fahrtkosten ab!

    Betreuuen Sie Ihr Mietobjekt selber? Bzw. suchen Sie dieses auf – sei es weil Sie Interessenten herumführen, Objektpflege betreiben oder Nebenkosten abrechnen wollen?

    Dann können Sie die Fahrtkosten als Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung geltend machen!

    Allerdings hängt die Höhe der Fahrtkosten, die Sie ansetzen können, davon ab, wie oft bzw. mit welcher Regelmäßigkeit Sie Ihr Mietobjekt aufsuchen.

    Setzen Sie als Vermieterin bzw. Vermieter Ihre Fahrtkosten zu Ihrer Immobilie ab!

    Sind Sie oft dort, könnte in Zukunft nur die Entfernungspauschale zum Tragen kommen – so jedenfalls in einem Urteil des Finanzgericht Berlin-Brandenburgs geurteilt. Dieses ist allerdings derzeit noch beim Bundesfinanzhof anhängig ist, also noch nicht rechtskräftig (Az.: IX R 18/15).

    Entfernungspauschale oder tatsächliche Fahrtkosten?

    Laut diesem Urteil gilt, dass wenn Sie oft in Ihrem Mietobjekt zu tun haben, die Entfernungspauschale anzusetzen ist. Und zwar deswegen, weil das Mietobjekt – egal ob nun Haus oder Wohnung – von Seiten der Finanzverwaltung als „erste Tätigkeitsstätte“ gewertet werden kann.

    Die erste Tätigkeitsstätte ist definiert als „ortsfeste betriebliche Einrichtung, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist.“

    Sie sind zwar als Vermieter kein Arbeitnehmer, trotzden gelten die Regelungen in dem Urteil analog. Auch in anderen Urteilen von Finanzgerichten wurde bereits die Auffassung vertreten, dass auch Mietobjekte unter bestimmten Voraussetzungen als erste Tätigkeitsstätten gewertet werden können.

    Der Leitsatz des Berlin-Brandenburger Finanzgerichts-Urteils: „Der Abzug von Kosten für Fahrten zu mehreren Vermietungsobjekten im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung kann jeweils auf die Entfernungspauschale beschränkt sein, wenn sich an den Vermietungsobjekten jeweils der quantitative und qualitative Mittelpunkt der auf das betreffende Objekt bezogenen auf die Einkünfteerzielung gerichteten Tätigkeit befindet“.

    Wenn Sie also regelmäßig in Ihrem Objekt zu tun haben, beispielsweise aufgrund von verwaltungstechnischen Aufgaben, dann könnte es in Zukunft sein (dann wenn der Bundesfinanzhof das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg bestätigt), dass dann nur die Entfernungspauschale zieht. Dann dürfen Sie die Fahrten nur in Höhe von 30 Cent pro Kilometer (einfache Entfernung) je Vermietungsobjekt ansetzen. Pro Tag nur einmal, auch wenn Sie an einem Tag mehrfach dort hingefahren sind.

    Wie oft genau Sie vor Ort sein müssen, damit das Objekt als erste Tätigkeitsstätte ausgelegt wird, ist durch das Urteil nicht näher beleuchtet worden. Im Urteil jedoch handelte es sich bei Objekt Nr. 1 um 166 Fahrten, bei Objekt Nr. 2 um 215 Fahrten.

    Im Umkehrschluss heißt dies für Sie, dass wenn Sie Ihr Objekt nur sporadisch aufsuchen, Ihr Objekt damit nicht zur ersten Tätigkeitsstätte degradiert wird. Und wenn Sie regelmäßig dort sind, dies zukünftig als erste Tätigkeitsstätte ausgelegt werden könnte.

    Welche Auswirkung hat das für Sie?

    Wenn Sie unregelmäßig dort sind:

    Das ist günstiger für Sie. Denn das wiederum heißt, dass die tatsächlichen Kosten einschließlich Abschreibungen für den PKW für die Fahrten angesetzt werden können. Wenn Sie diese nicht genau ermitteln wollen, können Sie auch pauschal 30 Cent pro gefahrenem Kilometer geltend machen.

    Wenn Sie regelmäßig dort sind:

    Sie sollten – so lange das Urteil nicht bestandskräftig ist – bei Vermietung trotzdem immer die tatsächlichen Fahrtkosten oder die Pauschale geltend machen. Für welche Möglichkeit Sie sich entscheiden, hängt davon ab, wie viel Zeit Sie dafür aufwenden wollen.

    Sollte der Bundesfinanzhof das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg mit einem entsprechenden Urteil bestätigen, kann es allerdings sein, dass nur noch die Entfernungspauschale zieht, sofern Sie regelmäßig ihr Mietobjekt aufsuchen. Das betrifft dann auch rückwirkend die Jahre, für die noch keine Bescheide rechtskräftig ergangen sind. Die Bescheide, die schon rechtskräftig sind, sind nicht betroffen.

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    Fahrtkosten bei Vermietung So können Vermieter Fahrtkosten von der Steuer absetzen

    Um Termine in vermieteten Immobilien wahrzunehmen, müssen Eigentümer oft weite Strecken zurücklegen. Doch Reisekosten dürfen sie nun als Werbungskosten steuerlich geltend machen. © Isabell Klett/Impulse

    Fahrtkosten zu vermieteten Immobilien dürfen Privateigentümer von der Steuer absetzen. Das gilt jedoch nur unter einer Bedingung, wie jetzt der Bundesfinanzhof entschied.

    Wenn private Eigentümer vermieteter Immobilien zu ihren Häusern oder Wohnungen reisen, dürfen sie die Fahrtkosten grundsätzlich steuerlich geltend machen. So entschied unlängst der Bundesfinanzhof (BFH, Az.: IX R 18/15). Heißt: Wer ins Auto steigt, kann für jeden gefahrenen Kilometer – also für Hin- und Rückfahrt – 0,30 Euro pauschal als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus Vermietung und ­Verpachtung abziehen. Vermieter, die Bahn, Bus oder Flugzeug benutzen, setzen die tatsächlichen Kosten ab.

    Typische Anlässe für solche Reisen sind zum Beispiel Termine mit (zukünftigen) Mietern sowie mit Architekten bei anstehenden Modernisierungen, Termine zu Kontrollzwecken sowie zum Ablesen von Zählerständen.

    Aber Vorsicht: Der Abzug der tatsächlichen Kosten gilt nur für gelegentliche Besuche. Wer dagegen die Mietimmobilien fortdauernd und immer wieder aufsucht, darf die Fahrtkosten nur zum Teil absetzen. So wie im Urteilsfall. Hier war der Vermieter wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten über mehrere Monate nahezu täglich vor Ort. Deshalb wurde ihm der volle Abzug der Kosten untersagt. Denn er habe – so befanden die BFH-Richter – seine Häuser in einem vergleichbaren Umfang aufgesucht wie ein Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz. Daher dürfe er auch nur die Entfernungspauschale abziehen, also lediglich 0,30 Euro für die einfache Strecke.

    Übrigens: Neben dem Kilometergeld können Vermieter auch Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand absetzen (12 Euro pro Tag bei über acht Stunden Abwesenheit, 24 Euro für jeden vollständigen Abwesenheitstag). Abzugsfähig sind grundsätzlich ebenfalls die Übernachtungskosten.

    Vorteilsrechnung

    Einem Düsseldorfer Unternehmer gehört ein Mietshaus auf Sylt, das renoviert werden soll. Deshalb wollen die bisherigen Mieter von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, sodass neue gefunden werden müssen. Für Termine mit Architekten, Generalunternehmern sowie Mietinteressenten fährt der Vermieter 2016 mit seinem PKW insgesamt siebenmal für jeweils vier Tage auf die Insel. Die einfache Entfernung beträgt 600 Kilometer. Der Autozug kostet pro Hin- und Rückfahrt 92 Euro, das Hotel 250 Euro pro Nacht:

    Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 09/16.

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    • Aufgezeichnet von Reinhard Klimasch

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    Fahrtkosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung werden nach dem Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten ermittelt. Zu den Werbungskosten können auch Fahrtkosten zählen, beispielsweise bei Besuch des Vermietungsobjekts zu Kontrollzwecken, zur Ablesung von Zählerständen oder bei Mieterwechsel. Dabei können die Fahrkosten mit EUR 0,30 je gefahrenen Kilometer steuermindernd geltend gemacht werden.

    Mit Urteil vom 1.12.2015 hat der BFH (Az. IX R 8/15) nun zu Fahrtkosten in einem Ausnahmefall zu entscheiden. Der Steuerpflichtige erzielte aus der Vermietung mehrere Objekte Einkünfte. In ihrer Einkommensteuererklärung machte der Steuerpflichtige hinsichtlich zweier Objekte jeweils Fahrtkosten im Umfang von EUR 3.711,41 (= insgesamt EUR 7.422,81) geltend, die er auf der Grundlage eines ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuchs als Werbungskosten bei den beiden Objekten ansetzte. Der hohe Betrag von Fahrtkosten kam zustande, da der Steuerpflichtige im Streitjahr 165-mal zu dem einen Objekt und 215-mal zu dem anderen Objekt gefahren ist, um dort umfangreicher Verwaltungs-, Instandhaltungs-, Überwachungs- und Pflegetätigkeiten am Vermietungsobjekt vorzunehmen.

    Das Gericht entschied, dass der Abzug von Kosten für Fahrten zu einem Vermietungsobjekt im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung auf die Entfernungspauschale beschränkt ist, wenn sich an dem Objekt der ortsgebundene Mittelpunkt der dauerhaft und auf Überschusserzielung angelegten Vermietungstätigkeit befindet. Daher könne der Steuerpflichtige die Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Objekten nur mit EUR 0,30 je Entfernungskilometer geltend machen.

    Источники: http://erfolgreich-wirtschaften.de/vermieter/fahrtkosten-entfernungspauschale/, http://www.impulse.de/recht-steuern/steuertipps/fahrtkosten-vermietung-absetzen/3431387.html, http://arneckesibeth.com/news/legal-news/detail/article/fahrtkosten-bei-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung/

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