Versicherung steuer absetzen

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    Versicherungen von der Steuer absetzen

    Welche Versicherungen du von der Steuer absetzen kannst

    Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen ihre Versicherungsbeiträge nicht in der Steuererklärung angeben. Auf diese Weise verschenken sie bares Geld. Denn für viele Versicherungsbeiträge gibt es Geld vom Staat zurück, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Steuerlich geltend gemacht werden können Versicherungen, die zur persönlichen Vorsorge (Gesundheitsvorsorge oder Einkommensabsicherung) oder aufgrund beruflicher bzw. ausbildungsbedingter Erfordernisse abgeschlossen werden. Nicht von der Steuer absetzen kannst du dagegen reine Sachversicherungen, da sie weder der Vorsorge dienen noch für die Ausübung einer Ausbildung oder eines Berufes erforderlich sind.

    Versicherungen, die du von der Steuer absetzen kannst

    • Versicherungen zur Gesundheitsvorsorge & Einkommensabsicherung: z.B. Krankenversicherung, Haftpflicht-, Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Rentenversicherung.
    • Versicherungen für Beruf & Ausbildung: z.B. Arbeitsrechtsschutz, Berufshaftpflicht, Dienst-Haftpflichtversicherung

    Versicherungen, die du nicht von der Steuer absetzen kannst

    • Sachversicherungen: z.B. Hausratversicherung, Kfz-Kaskoschutz, Gebäude-, Fahrrad-, Reisegepäck- oder Reiserücktrittsversicherung.

    Vorsorgeleistungen

    👍 Beiträge zur Gesundheitsvorsorge und Einkommensabsicherung sind steuerlich absetzbar.

    Beruf & Ausbildung

    👍 Beiträge für berufs- und ausbildungsbedingte Versicherungen können von der Steuer abgesetzt werden.

    Sachversicherungen

    👎 Beiträge zu Versicherungen, die reine Sachwerte absichern, können nicht von der Steuer abgesetzt werden.

    Beiträge als Werbungskosten oder Sonderausgaben absetzen?

    Um Verischerungsbeiträge per Steuererklärung geltend zu machen, muss zwischen Versicherungen, die berufliche Risiken abdecken, und Versicherungen, die private Risiken abdecken, unterschieden werden. Abhängig davon, welcher Kategorie eine Versicherung zuzuordnen ist, können die Beiträge entweder als Werbungskosten oder als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt bzw. als Verluste vorgetragen werden.

    Versicherungen für ein berufliches Risiko → Werbungskosten

    • Berufshaftpflichtversicherung
    • Unfallversicherung (für beruflich veranlasste Unfälle)
    • Rechtsschutzversicherung (nur Arbeitsrecht)

    Versicherungen für ein privates Risiko → Sonderausgaben

    • gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung
    • private Kranken- und Pflegeversicherung
    • Berufsunfähigkeitsversicherung
    • Kfz-Haftpflichtversicherung
    • Haftpflichtversicherungen (auch Tierhalter-Haftpflichtversicherungen)
    • Risikolebensversicherung
    • Kapital-Lebensversicherung
    • Rechtsschutzversicherung
    • Reisekrankenversicherung
    • Riester-Rente

    Hinweis: Es ist möglich, dass Versicherungen sowohl ein privates als auch ein berufliches Risiko abdecken und sich damit nicht eindeutig einer der zwei Kategorien zordnen lassen. Dies kann zum Beispiel bei einer Rechtsschutzversicherung der Fall sein, in der der Arbeitsrechtsschutz lediglich ein Bestandteil unter vielen ist. Die Beiträge werden dann in der Steuererklärung entsprechend auf Werbungskosten und Sonderausgaben aufgeteilt. Welcher Anteil vom Versicherungsbeitrag auf berufliche Risiken fällt und welcher auf private kann dir die Versicherung bescheinigen. Diese Bescheinigung sollte zusammen mit der Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden.

    Welche Versicherungsbeiträge Sie absetzen können

    Die jährliche Steuererklärung ist für viele Menschen eine lästige Angelegenheit. Oft lohnt sich der Aufwand aber, denn es winken Steuerrückzahlungen vom Finanzamt. Was manche nicht wissen: Auch Versicherungsbeiträge können unter bestimmten Umständen steuerlich geltend gemacht werden.

    Neben privaten Versicherungen können auch beruflich bedingte Policen bei der Steuererklärung angeführt werden. Letztere können als Werbungskosten angegeben werden. Die Beiträge für private Versicherungen können dagegen im Regelfall als Sonderausgaben beziehungsweise als sogenannte Vorsorgeaufwendungen abgesetzt werden. Hier wird unterschieden zwischen:

    Altersvorsorgeaufwendungen: Darunter fallen die Beiträge für die gesetzliche und private Rentenversicherung. Aktuell können die geleisteten Aufwendungen bis maximal 76 Prozent abgesetzt werden – oder bis zu einer Höhe von maximal 20.000 € bei Ledigen beziehungsweise 40.000 € bei Verheirateten.

    Sonstige Vorsorgeaufwendungen: Dazu zählen etwa Prämien für die Arbeitslosen-, Pflege-, Kranken-, Unfall-, Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung. Ebenso fallen darunter die Haftpflicht-, Kapitallebens- sowie Risikolebensversicherung. Hier beträgt die jährliche Höchstgrenze der absetzbaren Kosten für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer 1.900 € und für Selbstständige 2.800 €. Für Verheiratete gilt jeweils der doppelte Höchstbetrag.

    Der Höchstbetrag ist entscheidend

    Wichtig: Weitere Versicherungsprämien – etwa für eine Zahnzusatzversicherung – können nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn der jeweilige Höchstbetrag noch nicht durch Aufwendungen für die Kranken-, Pflege-, Rentenversicherung ausgeschöpft wurde.

    Ein Fallbeispiel soll die steuerliche Absetzbarkeit von Versicherungsbeiträgen veranschaulichen:

    Eine unverheiratete Angestellte ist gesetzlich krankenversichert. Ihr jährlicher Arbeitnehmeranteil zur Krankenversicherung beträgt 1.300 €. Für die Pflegeversicherung werden ihr pro Jahr 150 € abgezogen, für die Arbeitslosenversicherung 200 €. Damit belaufen sich ihre Vorsorgeaufwendungen insgesamt auf 1.650 €. Ausgehend von ihrem Höchstbetrag von 1.900 € kann sie weitere 250 € im Jahr für andere absetzbare Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend machen.

    Wie können Versicherungen steuerlich geltend gemacht werden?

    Zu den Versicherungen mit steuerlich absetzbaren Beiträgen gehört die private Unfallversicherung. Diese greift sowohl bei Unfällen in der Freizeit als auch bei anerkannten Arbeitsunfällen. Da sich der Versicherungsschutz auf beide Lebensbereiche erstreckt, können die Versicherungsbeiträge anteilig als Werbungskosten und als Sonderausgaben beziehungsweise Vorsorgeaufwendungen abgesetzt werden. Als Berechnungsgrundlage dient der jährliche Gesamtbetrag inklusive der Versicherungssteuer.

    Ebenfalls steuerlich geltend gemacht werden können Haftpflichtversicherungen wie die Privathaftpflicht und die Kfz-Haftpflichtversicherung. Die Prämien hierfür können unter Berücksichtigung der genannten Höchstbeträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen bei der Steuererklärung angeführt werden.

    Die Beiträge für eine private Berufshaftpflichtversicherung, die ausschließlich berufsrelevante Risiken abdeckt, können als Werbungskosten geltend gemacht werden.

    Selbstständige und Unternehmer können solche Aufwendungen in aller Regel als Betriebsausgaben steuermindernd absetzen.

    Rechtsschutzversicherung ist nur teilweise absetzbar

    Bei der Rechtsschutzversicherung kann nur der Baustein Arbeitsrechtsschutz als Sonderausgabe beziehungsweise Vorsorgeaufwendung abgesetzt werden. Haben Sie beispielsweise eine Rechtsschutzversicherung mit den Leistungen Privat-, Verkehrs- und Arbeitsrechtsschutz, können Sie im Normalfall also nur ein Drittel der Versicherungsprämie als Werbungskosten angeben. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Versicherer am besten einen Nachweis über die Beiträge ausstellen, die nur auf den Arbeitsrechtsschutz entfallen.

    Bevor Sie mühevoll die Rechnungen für Ihre Versicherungen zusammensuchen, prüfen Sie am besten zunächst anhand Ihrer Lohnsteuerbescheinigung, ob Sie mit Ihren Jahresbeiträgen für die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung bereits den Höchstbetrag für Sonderausgaben überschritten haben. Ist das der Fall, sollten Sie überprüfen, ob Ihre weiteren Versicherungen beruflich bedingt sind und Sie die Prämien womöglich als Werbungskosten angeben können.

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    Steuererklärung 2016: Das können Sie alles absetzen

    Finanzamt Das können Sie bei der Steuererklärung absetzen

    Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

    Ob Mietnebenkosten oder Versicherungen: Viele Ausgaben, die das auf den ersten Blick nicht unbedingt vermuten lassen, können steuerlich geltend gemacht werden. Hier sind sechs lohnende Hinweise.

    Quelle: Die Welt

    Was kann man von der Steuer absetzen?

    1. Werbungskosten: Dazu gehören Rechnungen für Bewerbungen, Fort- und Weiterbildungen, häusliches Arbeitszimmer, Telefon & Internet oder die Kosten für Fahrten zur Arbeit (Pendlerpauschale).
    2. Altersvorsorge: Hierunter fallen Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersvorsorge, Rürup- und Riester-Rente.
    3. Einkünfte aus Ehrenämtern/Übungsleiterpauschale: Dazu zählen Einkünfte aus nebenberuflichen Tätigkeiten für Vereine, Verbände und öffentliche Einrichtungen
    4. Sonderausgaben: Absetzbar sind beispielsweise das Schulgeld für Kinder, Spenden sowie Kranken- oder Pflegeversicherungsbeiträge.
    5. Außergewöhnliche Belastungen: Dazu gehören die Kosten einer Scheidung, Unterhaltszahlungen, Pflegeheimkosten oder auch die Kosten eines Zivilprozesses.
    6. Haushaltsnahe Dienstleistungen: Darunter fallen beispielsweise Kosten von der Putzhilfen bis zum Betreuungspersonal für Kinder oder den Pflegedienst für Alte und Kranke.

    F ür die einen ist die Steuererklärung ein einziger Graus. Andere sind voller Elan dabei, wenn es gilt, dem Finanzamt auch dieses Jahr wieder so viel Rückerstattung wie möglich abzutrotzen. Mit ein paar Stunden Arbeit können sich Arbeitnehmer, Rentner und Familien meist viele Hundert Euro abholen. Haben oder nicht haben: Das Finanzamt überweist nach Angaben des Statischen Bundesamts im Schnitt 873 Euro zurück – wenn sich Bürger aufraffen und ihre Steuererklärung abgeben.

    Je früher sie beim Finanzamt ist, desto eher sind Erstattungen auf dem Konto. Bearbeitet wird nach Eingangsdatum. Letzter Abgabetermin ist der 31. Mai. Wer sich vom Lohnsteuerhilfeverein oder dem Steuerberater helfen lässt, hat noch Zeit bis 31. Dezember. „Kein Geld verschenken, ran an die Arbeit“, sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Trotz etlicher Rotstiftaktionen gebe es für 2015 neue interessante Steuersparchancen, ergänzt Christina Georgiadis, Sprecherin der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH).

    Versicherungen

    Ob Arbeitnehmer, Familien, Rentner: Mit Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben kann jeder seine Steuerlast senken. Garantiert anerkannt werden die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, für berufliche Versorgungswerke, für Rürup- und Riester-Verträge. Für 2015 zählt erstmals der Höchstbetrag von 22.172 Euro (44.344 für Ehepaare/gesetzliche Lebenspartner).

    Die Steuererklärung soll einfacher werden

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    Eineinhalb Jahre wurde über die Vereinfachung der elektronischen Steuererklärung diskutiert. Nun hat das Kabinett sie auf den Weg gebracht. Künftig soll vieles automatisch und digital laufen.

    Quelle: Die Welt

    Im Jahr davor lag die Grenze noch bei 20.000 Euro. Absetzbar sind seit 2014 auch Aufwendungen für zertifizierte Erwerbsminderungs- und Berufsunfähigkeitsrenten. Steuernachlass bringen zudem die Basisbeiträge für die gesetzliche und private Kranken- wie Pflegeversicherung. Dazu zählt auch die Absicherung für Ehe- oder gesetzliche Lebenspartner, egal ob gesetzlich, freiwillig oder privat versichert.

    Außerdem aufgelistet gehören die Aufwendungen für Kinder, für die es Kindergeld oder -freibeträge gibt. Nur wenn die Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung weniger als 1900 Euro (2800 bei Selbstständigen) im Jahr betragen, wirken sich zusätzlich noch andere Policen aus wie Arbeitslosen-, Unfall-, Haftpflicht- Risikolebens- oder Krankenzusatzversicherungen oder etwa Kapitallebens- und Rentenverträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Für privat Versicherte kann es steuerlich günstiger sein, auf Beitragserstattungen zu verzichten.

    Außergewöhnliche Belastungen für Steuerzahler

    Viele Bürger haben 2015 viel Geld für neue Zähne, Pflege, Therapien oder Behandlungen bei Ärzten, Heilpraktikern und Logopäden ausgegeben. Das gehört aufgelistet, außerdem alles, was verordnet wurde, von Medikamenten übers Augenlasern bis zu Rollstühlen, Brille, Einlagen oder Hörgeräten. Auch die Kosten für Taxi oder Kuren gehören dazu.

    Die Rechnungen sind zwar nach wie vor nicht ab dem ersten Cent absetzbar. Ein individueller, laut Finanzamt „zumutbarer“ Eigenanteil muss vom Steuerzahler selbst getragen werden. Dennoch bleibt häufig ein Betrag übrig, der Steuerabzug bringt.

    Quelle: Infografik Die Welt

    Neue Chancen gibt es, dass sich hohe außergewöhnliche Belastungen, über mehrere Jahre verteilt, absetzen lassen. Dafür klagen Eltern, die wegen der schwerbehinderten Tochter ihr Haus umbauen mussten. Sie wollen knapp 166.000 Euro, über drei Jahre verteilt, geltend machen. Der Bundesfinanzhof muss jetzt urteilen, ob das geht (VI R 36/15). Auch die finanzielle Unterstützung an nahe Angehörige ist absetzbar.

    Wer Unterhalt an Lebensgefährten zahlt oder an seine Eltern, kann bis zu 8472 Euro für 2015 absetzen (118 mehr als 2014). Dasselbe gilt für Eltern, die das ganze Jahr über ihr Kind unterstützt haben, für das kein Kindergeld mehr floss. Vom 8472-Euro-Höchstbetrag gehen aber Einkünfte des Kindes ab, die über 624 Euro liegen. Muss ein Angehöriger krankheitsbedingt ins Pflegeheim, lässt sich auch das absetzen. Keinen Abzug gibt es mehr für Zivilprozesskosten.

    Wer Scheidungskosten hatte, sollte diese jedoch unbeirrt in die Steuer packen, rät Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL).

    Für Berufstätige wichtig

    Das Finanzamt berücksichtigt für jeden Arbeitnehmer automatisch 1000 Euro im Jahr als Werbungskosten, selbst wenn er weniger Ausgaben für den Job hatte. Mit Mehrausgaben über der Pauschale lassen sich Steuern sparen. Dann machen sich nicht nur Wege zur Arbeit, der berufsbedingte Umzug, Fortbildung oder Dienstreisen bezahlt, sondern auch kleinere Posten wie Büromaterial, Gewerkschaftsbeiträge oder Berufsbekleidung.

    Wer beim Chef keinen Arbeitsplatz hat, kann für sein Heimbüro bis zu 1250 Euro absetzen. Das gilt auch während Elternzeit oder Arbeitslosigkeit. Für Mieter gehören dazu anteilige Miete und Renovierungskosten, für Eigentümer auch Ausgaben für Darlehen, Heizung, Wasser oder die Gebäudeversicherung.

    Wer seinen Beruf komplett von zu Hause aus managt, darf in unbegrenzter Höhe absetzen. Neue Chancen haben alle, die erstmals studieren oder eine Ausbildung machen. Sie sollten ihre Aufwendungen als Werbungskosten in Anlage N abrechnen. Lehnt das Finanzamt ab, darf das nur vorläufig sein – bis zur anstehenden Klärung beim Bundesverfassungsgericht (BMF-Schreiben IV A 3 – S 0338/07/10010).

    Am Handwerkerlohn beteiligt sich der Fiskus

    Das Finanzamt hilft Mietern, Vermietern und Heimbewohnern bei Arbeiten rund um Haus und Hof kräftig mit. Für 2015 müssen die Finanzämter noch mehr Handwerkerrechnungen als früher anerkennen. Neu absetzbar sind jetzt zum Beispiel die Arbeiten des Schornsteinfegers inklusive Feuerstättenschau. Oder die Kontrolle von Fahrstuhl- und Blitzschutzanlagen sowie Gutachten zur energetischen Haussanierung.

    Warum die Steuersenkungen fast nichts bringen

    Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

    Da werden die Steuern mal gesenkt – und so richtig merkt man es gar nicht. Die durchschnittliche Entlastung ist sehr überschaubar, denn der Staat hält woanders die Hand auf.

    Quelle: Die Welt

    Auch Arbeiten jenseits der Grundstücksgrenze wie der Winterräumdienst auf öffentlichen Wegen oder Anschlüsse des Hauses ans Versorgungsnetz bringen erstmals einen Steuerabzug.

    Gleiches gilt für den Handwerkerlohn beim Haustüraustausch. Auch Rechnungen für Hilfen im Haushalt wie eine Putzkraft, Köchin, den Pflegedienst oder neuerdings auch die Haustierbetreuung daheim bringen kräftig Nachlass. Insgesamt sind bis zu 5710 Euro Steuervorteil drin.

    Absetzbar sind fast alle Arbeiten vom Reparieren, Modernisieren bis zum Klavierstimmen. Es zählen auch anteilige Kosten, die in einer Hausgemeinschaft anfallen. Etwa für Reinigung, Hausmeister oder Gartenpflege. Voraussetzung: Die Rechnung wurde nicht bar bezahlt. Material lässt sich nicht absetzen.

    Worauf bei den Reisekosten geachtet werden muss

    Viele Bürger können hohe Werbungskosten abrechnen, allein schon, weil ihre Wege zur Arbeit oder zu Kunden weit waren. Dazu zählen etwa Lehrer mit mehreren Schulen, Beamte mit etlichen Dienststellen, Bauarbeiter, Außendienstler, Monteure, Berater. Sie können für ihre Fahrten zur Zweit-oder Dritt-Arbeitsstätte pauschal 30 Cent pro gefahrenen Kilometer mit dem eigenen Auto abrechnen.

    Anderes gilt für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte, also zum Beispiel täglich ins Büro. Sie bringen nur 30 Cent je Kilometer des einfachen Wegs, abgerechnet über die Pendlerpauschale. Diese steht Arbeitnehmern dafür immer zu, auch wenn sie gar keine Ausgaben hatten und mit dem Bus oder Zug fuhren.

    Die Kilometerpauschale hat sich seit Jahren nicht verändert, obwohl die Kosten für den Unterhalt eines Autos erheblich gestiegen sind – aktuelle Ölpreisentwicklungen nicht berücksichtigt. Aber bislang hatte noch kein Aufruf, daran etwas zu ändern, Erfolg. Dennoch kann es sich lohnen, die Kilometerpauschale geltend zu machen.

    Wer beispielsweise 15 Kilometer entfernt von der Arbeit wohnt und 230 Tage gearbeitet hat, kommt schon auf 1035 Euro Werbungskosten, also 35 Euro mehr, als der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1000 Euro hergibt.

    Wo das Finanzamt Familien unterstützt

    Bis zu 600 Euro im Jahr darf der Arbeitgeber seit 2015 drauflegen, wenn es um die kurzfristige Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen von Mitarbeitern geht – zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn. Auf diese Leistung muss der Arbeitnehmer keine Einkommensteuer zahlen.

    Quelle: Infografik Die Welt

    Muss eine Mitarbeiterin zum Beispiel sonntags kurzfristig arbeiten, kann ihr Chef die benötigte Tagesmutter oder Pflegekraft bezahlen, ganz ohne Abzüge. „Das dürfte dem einen oder anderen Vorteile bringen“, so Georgiadis. Für Familien interessant sind auch steuerfreie Erholungszuschüsse des Arbeitgebers in Höhe von 156 Euro einmal im Jahr.

    Für den Ehepartner kann der Arbeitgeber 104 Euro zuschießen, für jedes Kind 52 Euro. Als Nachweis fürs Finanzamt genügt es, wenn die Erholungsbeihilfen in zeitlichem Zusammenhang mit einem Urlaub des Arbeitnehmers gezahlt wurden.

    Den Umzug von der Steuer absetzen

    Ein beruflich bedingter Neuanfang kann eine enorme Steuererstattung bringen. Für die meisten Ausgaben müssen Belege präsentiert werden, für manche Posten kann auch eine Pauschale geltend gemacht werden. Letztere wurde ab März 2015 erhöht und liegt jetzt bei 730 Euro für Ledige (vorher 715) und 1460 Euro für Verheiratete (davor 1429).

    Die Beträge können ohne Nachweise von der Steuer abgesetzt werden. Wichtig ist nur, dass jemand wegen des Jobs umzog. Auch die Nachhilfekosten für den Nachwuchs sind dann absetzbar, und zwar bis zu 1841 Euro (vorher 1802).

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    Источники: http://www.studentensteuererklaerung.de/versicherungen-von-steuer-absetzen, http://www.steuertipps.de/steuererklaerung-finanzamt/themen/welche-versicherungsbeitraege-sie-absetzen-koennen, http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article152255622/Das-koennen-Sie-bei-der-Steuererklaerung-absetzen.html

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