Von steuer absetzbar

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    Steuerlich absetzbar: Was man von der Steuer absetzen kann

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Gute Vorbereitung kann dabei helfen. Sammeln und ordnen Sie während des ganzen Jahres Ihre Belege, dann haben Sie sie schneller griffbereit.

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Achten Sie auf die Fristen für die Abgabe der Steuererklärung. In der Regel gilt die Abgabe bis zum 31. Mai des darauffolgenden Jahres. Auf Antrag und für Steuerberater gibt es Fristverlängerungen.

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Prüfen Sie Ihre Steuerklassen. Gerade bei Verheirateten mit unterschiedlichen Gehältern lässt sich durch die optimale Steuerklasse Geld sparen.

    Was Sie von der Steuer absetzen können

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    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Der Grundfreibetrag, bis zu dem Einkommen steuerfrei bleibt, ist 2010 um 170 Euro auf 8004 Euro gestiegen. Für Ehepaare ist er doppelt so hoch. Das bringt auch Eltern mit erwachsenen Kindern Vorteile. Sind diese in der Ausbildung, dürfen sie mehr verdienen. Ein Lehrling konnte vergangenes Jahr beispielsweise bis zu 11.186 Euro brutto heimbringen, ohne dass seine Eltern Kindergeld oder Kinderfreibeträge verlieren.

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Der Freibetrag fürs Kind liegt 2010 bei 4368 Euro, dazu kommen pro Kind 2640 Euro Betreuungsfreibetrag. Weil Kindergeld wie Kinderfreibeträge gestiegen sind, ist je nach Einkommen bis zu 467 Euro Steuerersparnis drin, wie „Finanztest“ berechnet hat. Zusätzlich drücken Kosten für Kita, Hort oder Tagesmutter die Steuerlast. Das Finanzamt muss bis zu 4000 Euro Kinderbetreuungskosten akzeptieren.

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Dank Bundesverfassungsgerichtsurteil gibt es keine Grenzen mehr fürs Absetzen der Kranken- und Pflegeversicherung. Jetzt können alle Beiträge voll als Sonderausgaben in die Steuer hinein. Für privat versicherte Familien zählen nun auch die Ausgaben für den Ehepartner und die Kinder, und zwar für die medizinische Grundversorgung. Das bringt höhere Abzüge als bisher und spürbar mehr Steuern zurück.

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Auch für die Altersvorsorge ist wieder mehr drin. 20 Prozent des gesetzlichen Rentenbeitrags sind absetzbar, außerdem 70 Prozent der Ausgaben für berufliche Pensionswerke oder Rürup-Verträge. Insgesamt lassen sich bis zu 20.000 Euro (Ehepaare 40.000 Euro) geltend machen. Wer das ausschöpft, kann je nach Steuersatz bis zu 9496 Euro sparen.

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Mit diesen Werbungskosten lässt sich richtig viel wieder reinholen, dafür haben oberste Gerichte gesorgt. Beispiel Arbeitszimmer: Wer beim Chef keinen Arbeitsplatz hat, kann für seinen Platz daheim wie früher wieder bis maximal 1250 Euro abziehen. Für Mieter gehören dazu anteilige Miete und Renovierungskosten, für Eigentümer auch Finanzierungsaufwendungen, Kosten für Heizung, Wasser oder die Gebäudeversicherung. Wer wie Telearbeiter seinen Beruf komplett von zu Hause aus managt, darf auch mehr als 1250 Euro absetzen.

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Berufstätige wie Jobsuchende können alles absetzen, was sie für ihren Job angeschafft haben. Also Schreibtisch, Stuhl, Regal, Handy oder Arbeitstasche. Alles unter jeweils 487,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer kann voll abgesetzt werden. Was teurer ist, muss über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Zum Beispiel ein Computer über 3, ein Kopierer über 7 Jahre. Wird Büroausstattung höchstens zu 10 Prozent privat genutzt, ist sie trotzdem voll als Werbungskosten anzuerkennen.

    Was Sie von der Steuer absetzen können

    Rechnungen für Hilfen im Haushalt bringen kräftig Nachlass. Insgesamt sind bis zu 5710 Euro Steuervorteil drin. Absetzbar sind fast alle Arbeiten vom Reparieren, Modernisieren bis zum Klavierstimmen. Es zählen auch anteilige Kosten, die einer Hausgemeinschaft anfallen, etwa für Reinigung, Hausmeister oder Gartenpflege. Voraussetzung: Die Rechnung wurde nicht bar bezahlt. Material lässt sich nicht absetzen.

    Handwerkerleistungen

    So setzen Sie den Handwerker von der Steuer ab

    • Zuletzt aktualisiert: 27. November 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Lassen Sie Handwerker in Ihrer selbst genutzten Eigentumswohnung, Ihrem selbst bewohnten Eigenheim oder dem dazu gehörigen Grundstück für sich arbeiten, dürfen Sie 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer absetzen. Anfahrtskosten und Verbrauchsmaterialien zählen auch dazu.
    • Bis zu 1.200 Euro Steuern im Jahr können Sie damit sparen.
    • Absetzen dürfen Sie nur Arbeiten, die dem Erhalt oder der Renovierung dienen – nicht aber solche, die etwas Neues schaffen. Zu den abzugsfähigen Handwerkerleistungen gehören beispielsweise die kompletten Schornsteinfegerkosten.

    So gehen Sie vor

    • Das Finanzamt erkennt den Steuerabzug nur an, wenn Sie die Rechnung überwiesen haben. Barzahlung zählt auch dann nicht, wenn Sie eine Quittung einreichen.
    • Sie können die Steuerermäßigung mit anderen Vorteilen kombinieren, zum Beispiel mit dem Abzug der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen oder für die Beschäftigung einer 450-Euro-Kraft in Ihrem Haushalt.
    • Als Mieter können Sie Teile Ihrer Nebenkostenabrechnung geltend machen. Für Vermieter gelten andere Regeln.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Das Kinderzimmer müsste mal wieder gestrichen, die Türen renoviert, das Bad gekachelt werden, und ein neuer Teppich könnte auch nicht schaden. Doch vielen fehlt die Zeit oder auch die Lust, solche kleinen Verschönerungen selbst zu erledigen. Oder die Arbeiten sind zu kompliziert, zum Beispiel die Reparatur der Waschmaschine oder des Fernsehers. Beauftragen Sie damit einen Handwerker, sollte die Frage nicht lauten: mit oder ohne Rechnung?

    Denn wenn Sie einige Regeln beachten, können Sie bei der Rechnung einen Teil des Arbeitslohns, den Sie dem Maler, Tischler oder Fliesenleger bezahlen, direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. So können Sie diese um bis zu 1.200 Euro verringern.

    Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

    Helfer für die Steuererklärung

    Selbst genutzte Wohnung – Wichtigste Voraussetzung ist, dass Sie den Auftrag als Privatperson vergeben und dass die Arbeiten in Ihrer selbst genutzten Wohnung, Ihrem eigenen Haus oder auf dem dazu gehörenden Grundstück ausgeführt werden. Es kann auch die Zweitwohnung, eine Ferienwohnung oder ein Wochenendhaus sein. Falls die Wohnung von den eigenen Kindern zeitweilig genutzt wird, ist das auch in Ordnung. Die Förderung erstreckt sich auf die Wiederherstellung, Renovierung und Verschönerung von Räumen, Einrichtung oder Haushalts- und Elektrogeräten. Auch die kompletten Kosten für Ihren Schornsteinfeger fallen darunter. Nicht steuerlich gefördert wird die Schaffung von neuer Wohn- oder Nutzfläche. Wenn Sie eine neue Garage anbauen wollen, unterstützt Sie der Fiskus dabei also nicht – wohl aber, wenn Sie Ihre alte Garage neu streichen oder ihr ein neues Dach verpassen lassen. Lassen Sie eine ausfahrbare Markise über Ihrer Terrasse anbringen, können Sie die Kosten teilweise von der Steuerlast abziehen. Das gilt aber nicht, wenn Sie dort einen komplett neuen Wintergarten errichten lassen.

    Rechnung per Überweisung zahlen – Ob es sich um einen eingetragenen Handwerksbetrieb handelt, ist für den Steuerabzug nicht entscheidend — wohl aber, dass die Arbeiten legal sind. Schwarzarbeit zählt selbstverständlich nicht. Sie müssen eine offizielle Rechnung vorweisen können, die Sie nicht bar, sondern per Überweisung beglichen haben. Nur dann erkennt das Finanzamt Ihren Beleg an.

    Höchstgrenze – Von dem Lohn, den Sie gezahlt haben, können Sie 20 Prozent von Ihrer Steuerschuld abziehen. Die Mehrwertsteuer setzen Sie mit an. Ebenfalls anrechnen können Sie Fahrt- und Maschinenkosten sowie Verbrauchsmittel, also etwa Klebeband und Abdeckplane, die der von Ihnen beauftragte Maler verwendet. Dabei gilt eine Höchstgrenze von 6.000 Euro jährlich. Damit können Sie bis zu 1.200 Euro im Jahr zurückerhalten (§ 35a Einkommensteuergesetz).

    Was Sie absetzen können und was nicht

    Hierhin in der Steuererklärung

    Tragen Sie die Summe auf Seite 3 des Mantelbogens der Steuererklärung für 2016 in der Zeile 73 ein – und zwar inklusive Mehrwertsteuer. Der Betrag, den Sie geltend machen, mindert direkt Ihre Steuerschuld. Er dient nicht dazu, Ihr zu versteuerndes Einkommen zu senken und dadurch den Steuersatz zu drücken. Es handelt sich auch nicht um eine außergewöhnliche Belastung, sondern um eine Steuerermäßigung.

    Lohn und Fahrtkosten sind absetzbar – Steuerlich geltend machen können Sie den Lohn für handwerkliche Arbeiten. Auch Fahrt- und Gerätekosten fallen darunter. Gleiches gilt für Verbrauchsmittel, die für die Arbeiten nötig sind sowie die Entsorgung von Abfällen – aber nur dann, wenn das Teil Ihres Auftrags für Modernisierungsarbeiten ist. Nicht absetzen können Sie die Materialien, die für die Arbeiten nötig sind. Tapeten, Farben und Fliesen zahlen Sie also ganz allein.

    Instandhaltungsleistung Während viele Gutachtertätigkeiten nicht abzugsfähig sind, sieht dies bei handwerklichen Tätigkeiten zur Instandhaltung anders aus. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass die Dichtheitsprüfung einer Abwasseranlage durch einen Handwerker eine steuerbegünstigte Leistung sein kann (Urteil vom 6. November 2014, Az. VI R 1/13). Schließlich erhöhe die regelmäßige Überprüfung von Geräten und Anlagen auf deren Funktionsfähigkeit die Lebensdauer. Selbst wenn dafür eine Bescheinigung „für amtliche Zwecke“ erstellt werde, sei dies keine gutachterliche Tätigkeit.

    Im November 2016 hat sich die Finanzverwaltung an diese Sichtweise des BFH angeschlossen. Die Finanzverwaltung ist nach einer Reihe von steuerzahlerfreundlichen Urteilen großzügiger geworden. Das Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 9. November 2016 (Az. IV C 8 – S 2296-b/07/10003 :008) erlaubt nun den Steuerabzug, wenn Anlagen auf ihre ordnungsgemäße Funktion hin überprüft werden – unabhängig, ob damit einem Schaden vorgebeugt werden soll oder ob es der Schadensbeseitigung dient. Konkret fallen folgende Maßnahmen darunter:

    • TÜV-Kontrolle beim Fahrstuhl,
    • Überprüfung einer Blitzschutzanlage,
    • Legionellenprüfung,
    • Dichtheitsprüfung bei Abwasserleitungen und
    • Hausanschlusskosten an die Versorgungs- und Entsorgungsnetze, sofern es sich nicht um Herstellungskosten handelt.

    In rund 40 Millionen Haushalte in Deutschland kommt regelmäßig der Schornsteinfeger. Früher mussten die Kaminkehrer ihre Rechnung aufsplitten in einen absetzbaren Teil – für Reinigungs- und Kehrarbeiten – und einen nicht absetzbaren Teil – für Mess- und Überprüfarbeiten sowie die Feuerstättenschau. Das ist jetzt auch nicht mehr nötig.

    Schornsteinfegerkosten

    Seit November 2015 müssen die Finanzämter die kompletten Schornsteinfegerkosten als Handwerkerkosten absetzen.

    Liste der Handwerkertätigkeiten

    Die Finanzämter erkennen unter anderem an:

    • Malerarbeiten in der Wohnung oder am Haus,
    • Austausch oder Renovierung von Fenstern und Türen,
    • Dach- oder Fassadenarbeiten,
    • Wartung der Heizungsanlage,
    • Pflasterarbeiten auf dem Hof vor dem Haus,
    • Gebühren für den Schornsteinfeger oder die Kontrolle des Blitzableiters,
    • Verlegung von Bodenbelägen wie Fliesen, Teppich oder Parkett,
    • Modernisierung der Einbauküche oder des Badezimmers,
    • Reparatur von Haushalts- und Elektronikgeräten wie Wasch- und Geschirrspülmaschinen sowie Computern, sofern sie der Handwerker im Haushalt repariert hat. Wenn das Gerät in einer Hausratversicherung mitversichert werden kann, ist es grundsätzlich möglich, dass die Reparaturkosten als Handwerkerleistungen absetzbar sind.

    Eine umfassende Liste finden Sie in diesem PDF des Bundesfinanzministeriums.

    Abzug von Straßenausbaubeiträgen ist noch nicht geklärt

    Dieses BMF-Schreiben regelt, dass die Kosten für Maßnahmen der öffentlichen Hand nicht steuerlich gefördert werden dürfen. Das ist jedoch umstritten, eine einheitliche Rechtsprechung fehlt. Das Finanzgericht (FG) Nürnberg akzeptierte – anders als das FG Berlin-Brandenburg (Az. 11 K 11018/15) – die Erschließungskosten für den Ausbau einer öffentlichen Straße als Handwerkerkosten (FG Nürnberg, Urteil vom 24. Juni 2015, Az. 7 K 1356/14). Weil im Gebührenbescheid keine separaten Arbeitskosten ausgewiesen wurden, schätzten die Richter deren Anteil an den Gesamtkosten.

    Eine Schätzung der Arbeitskosten ließ auch der BFH in einem Fall zu: Der Haushalt eines Steuerpflichtigen wurde nachträglich an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossen. Die Kosten für den Wasseranschluss erkennt der BFH als Handwerkerleistungen an – auch den Teil, der auf den öffentlichen Straßenraum entfällt (BFH, Urteil vom 20. März 2014, Az. VI R 56/12).

    Ob auch Straßenausbaubeiträge als Handwerkerleistungen absetzbar sind, muss der BFH noch entscheiden. Das FG Berlin-Brandenburg hat einen Abzug der Erschließungsbeiträge abgelehnt, weil der räumliche Zusammenhang zum Haushalt fehle (Az. 3 K 3130/17). Das Gericht räumte allerdings ein, dass es bei einem Abzug von Handwerkerkosten keine Rolle spiele, dass die Baumaßnahme von der öffentlichen Hand abgerechnet wird und ließ die Revision beim BFH zu (Az. VI R 50/17).

    Der Bund der Steuerzahler unterstützt die Grundstückseigentümer bei ihrem Musterprozess. Er empfiehlt betroffenen Hauseigentümern, die Erschließungskosten in der Steuererklärung anzugeben, selbst wenn die Kommune die Straße ausgebaut hat. Lehnt das Finanzamt den Steuerabzug ab, sollten Sie innerhalb eines Monats Einspruch einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen; das müssen die Finanzämter gewähren. Ergänzend können Sie sich auf ein weiteres Verfahren vor dem BFH berufen, in dem es um die Abwasserversorgung geht (Az. VI R 18/16). Sollte der BFH zugunsten der Immobilienbesitzer entscheiden, kann der Steuerbescheid geändert werden, und die zu viel gezahlten Steuern werden erstattet.

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    Diese Tipps helfen Steuern sparen

    Auf die Rechnung achten – Besprechen Sie mit Ihrem Handwerker bereits vorher, dass Sie seinen Lohn absetzen wollen. Er wird dann sicherlich schon Bescheid wissen und Lohn- und Materialkosten getrennt ausweisen. Prüfen Sie bei Erhalt der Rechnung dennoch unbedingt, ob das auch geschehen ist. Wenn nicht, verlangen Sie eine neue. Ihr Handwerker darf den Rechnungsbetrag auch prozentual in Arbeits- und Materialkosten aufteilen, solange er dabei realistisch bleibt. Bei Wartungsaufträgen etwa für Ihre Heizung akzeptieren die Finanzämter auch eine Anlage zur Rechnung, aus der hervorgeht, wie hoch der anteilige Arbeitslohn ist.

    Handwerkerportal – Immer öfter finden und beauftragen Bürger einen Handwerker online über ein Handwerkerportal. Auch dort gelten dieselben Spielregeln: Sie benötigen eine Rechnung mit Angaben über den Dienstleister (Name, Anschrift und Steuernummer des Handwerkers), Informationen über die Art und den Inhalt der erbrachten Leistung an Sie, dem Zeitpunkt der Leistungserstellung sowie das auf Lohn und Material jeweils entfallende Entgelt. Zudem müssen Sie den Betrag überweisen.

    Weitere Vergünstigungen nutzen – Handwerkliche Tätigkeiten können sich mit Arbeiten überschneiden, die der Staat durch die Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen oder der Beschäftigung von Minijobbern fördert. Wenn Sie geschickt alle drei möglichen Höchstgrenzen voll ausschöpfen, winkt Ihnen ein Steuerabzug von bis zu 5.710 Euro. Einen Posten bei mehreren dieser Möglichkeiten anzusetzen, ist nicht möglich.

    Gartenarbeiten – Es gibt Ausnahmen vom Grundsatz, dass nur die Renovierung, nicht aber der Bau von etwas Neuem gefördert wird. Der BFH hat am 13. Juli 2011 entschieden (Az. VI R 61/10), dass bei umfangreichen Gartenarbeiten der Arbeitslohn auch dann absetzbar ist, wenn dabei eine neue Stützmauer errichtet wird. Gärtnerarbeiten können entweder als Handwerkerkosten oder als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden. Weil die Finanzämter keine klare Abgrenzung machen, haben Sie einen gewissen Gestaltungsspielraum. Rechnen Sie nach, ob Sie eine der beiden Abzugsmöglichkeiten noch nicht voll ausgeschöpft haben.

    Erben – Haben Sie eine Mietwohnung geerbt und bezahlen die vom Erblasser noch beauftragten Sanierungskosten, so dürfen Sie diese als eigene Handwerkerkosten steuerlich absetzen.

    Haushaltsgeräte reparieren lassen

    Wenn Sie sich fragen, welche Geräte Sie zu Hause von einem Handwerker reparieren lassen können, um später die Kosten teilweise abzusetzen, werfen Sie einfach einen Blick auf die Internetseite eines Hausratversicherers. Geräte, die dort durch eine Hausratversicherung versichert werden können, können Sie auch mit Steuerabzug reparieren lassen.

    Renovierung beim Umzug – Selbst wenn Sie noch nicht in Ihr neues Haus oder Ihre neue Wohnung eingezogen sind, können Sie sich die Kosten dafür teilweise vom Finanzamt zurückholen. Gleiches gilt für Löhne, die Sie für die Renovierung der Mietwohnung bezahlt haben, aus der Sie ausziehen. Auch die Lohnkosten für die Umzugsspedition können Sie sich teilweise zurückholen. Sie müssen sie allerdings als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Übrigens wird Ihr Haushalt auch als Ihr eigener anerkannt, wenn Sie wegen Krankheit oder Pflegebedürftigkeit längere Zeit abwesend sind – allerdings nur, wenn Ihr Ehegatte oder Lebenspartner weiter dort wohnen bleibt.

    Steuerabzug für Mieter – Als Mieter können Sie die Steuervergünstigung nutzen, wenn Sie Handwerkerarbeiten im Haushalt selbst in Auftrag geben, zum Beispiel Schönheitsreparaturen. Auch Kosten, die sich in Ihrer Nebenkostenabrechnung verstecken, können Ihre Steuerschuld mindern. Hierzu können beispielsweise zählen: Hausmeisterleistungen, Schornsteinfegerkosten, Hausreinigung, Gartenarbeiten und Kosten für die Fahrstuhlwartung. Dabei gelten dieselben Voraussetzungen wie für Eigentümer. Die Summen dürften sich allerdings umso mehr in Grenzen halten, je mehr Parteien mit Ihnen im Mietshaus wohnen, denn die Kosten werden auf sie alle umgelegt. Damit Sie die Vergünstigung dennoch nutzen können, müssen diese Kosten detailliert auf der Jahresrechnung ausgewiesen sein. Oder Sie lassen sich von Ihrem Vermieter eine gesonderte Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt für Ihren Anteil an den Gesamtkosten ausstellen. Ein Muster dazu finden Sie hier. Falls Sie an den Vermieter Nebenkosten nachzahlen müssen, machen Sie diese Kosten in dem Jahr geltend, in dem Sie diese bezahlt haben.

    Steuerabzug für Vermieter

    Wenn Sie eine Wohnung oder ein Haus vermieten und darin Renovierungsarbeiten anfallen, können Sie die Kosten nicht als Handwerkerlohn absetzen. Sie können diese aber als Werbungskosten für die Erzielung von Mieten und Pachten geltend machen. Sie kommen auf die Seite zwei der Anlage V zu Ihrer Einkommensteuererklärung.

    Wohnungseigentümergemeinschaften – Wenn Sie eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus bewohnen, können Sie die Steuervorteile für Handwerkerleistungen ebenfalls geltend machen – vorausgesetzt, die Kosten dafür sind in der Jahresabrechnung nicht nur einzeln aufgeführt, sondern auch klar nach Material- und Arbeitsaufwand getrennt. Sie müssen zudem für die einzelnen Eigentümer jeweils gesondert berechnet sein. Haben Sie für die Bewirtschaftung Ihrer Wohnanlage einen gemeinsamen Verwalter bestellt, kann er Ihnen Ihren Anteil an den gemeinschaftlichen Kosten mit einer Bescheinigung bestätigen.

    Vorteile zwei Jahre nutzen – Sollten Sie Ihren Handwerker zum Jahresende hin beauftragen, prüfen Sie, wie weit Sie Ihre Möglichkeiten zum Steuerabzug bereits wahrgenommen haben. Ist die Rechnung hoch und würde die Höchstsumme überschreiten, versuchen Sie, einen Teil der Zahlung ins neue Jahr zu verschieben. Denn für das Finanzamt zählt das Datum der Zahlung, nicht das der Arbeiten. Reden Sie vorher mit Ihrem Handwerker, damit Sie Ihren Vorteil auf zwei Jahre verteilen und noch besser nutzen können.

    Auch für Arbeiten im EU-Ausland nutzbar – Sie können die Kosten für Ihren Handwerker selbst dann anteilig von der Steuerzahlung absetzen, wenn Sie ihn für Arbeiten in Ihrer selbst genutzten Ferienimmobilie beschäftigt haben – sogar im Ausland. Dazu muss das Domizil allerdings innerhalb der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegen. Dazu gehören auch Island, Norwegen und Liechtenstein. Achten Sie unbedingt auf eine korrekte Rechnung.

    Darauf müssen Sie achten

    Keine Barzahlung – Lassen Sie sich nicht zur Barzahlung überreden, auch wenn es nur um eine vergleichsweise geringe Summe geht. Das Finanzamt erkennt nur Ausgaben an, die Sie überwiesen haben und die Sie anhand eines Kontoauszugs auch belegen können. Heben Sie die nötigen Unterlagen zudem mindestens zwei Jahre auf.

    Kein Steuerabzug bei staatlicher Förderung

    Wenn Sie für die Renovierung Ihres Eigenheims oder Ihrer Wohnung öffentliche Förderprogramme wie etwa ein KfW-Darlehen zur Einsparung von CO2 in Anspruch nehmen, können Sie keinen Steuerbonus bekommen.

    Arbeiten im eigenen Haushalt – Achten Sie darauf, dass die Rechnung die handwerklichen Tätigkeiten sehr präzise aufführt. Am besten findet sich dort sogar ein Hinweis, wo genau gewerkelt wurde. Denn wenn etwa ein Maler Ihre Türen neu streicht, sie dafür ausbaut und zum Abschleifen in seine Werkstatt mitnimmt, bekommen Sie vom Lohn für diesen Teil seiner Arbeitszeit nichts zurück. Details finden Sie in einem Urteil des FG München vom 14. Juli 2009 (Az. 13 K 55/08). Auch in diesem Zusammenhang zeigt das BMF-Schreiben vom 9. November 2016, dass Arbeiten auf dem angrenzenden Grundstück gefördert werden. Konkrete Beispiele dafür sind: der Winterdienst oder das Laubblasen auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück.

    Abzug gibt es nur einmal – Sie können nur Arbeiten als Handwerkerkosten geltend machen, die Sie nicht schon anderweitig angesetzt haben. Aber Sie sollten genau prüfen, ob Sie möglicherweise einige Tätigkeiten als haushaltsnahe Dienstleistungen angeben können. Dann können Sie Ihren Steuerabzug noch vergrößern.

    Einzelveranlagung – Steuerermäßigungen für Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen werden demjenigen Ehegatten oder Lebenspartner zugerechnet, der sie bezahlt hat (§ 26a Abs. 2 Einkommensteuergesetz). Will jeder eine eigene Steuererklärung abgeben, können beide alternativ beantragen, dass ihnen die Aufwendungen jeweils zur Hälfte zugerechnet werden. Hierzu reicht ein „übereinstimmender“ Antrag, ein „gemeinsamer“ Antrag ist nicht notwendig. Das heißt, es reicht der Antrag des Partners, der die Kosten getragen hat.

    Keine Vor- und Rückträge – Nicht möglich ist der Übertrag entstandener Kosten in das folgende oder das Vorjahr. Das heißt, wenn Sie in einem Jahr keine Steuern zahlen, weil Ihre Einkünfte zu gering sind, können Sie auch den Steuervorteil nicht nutzen. Die Vergünstigung entfällt komplett.

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    Außergewöhnliche Belastungen

    Krankheitskosten in der Steuererklärung angeben

    • Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ausgaben für Brillen, Zahnersatz, Physiotherapie oder Akupunktur sind typische Krankheitskosten, die Sie als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen können.
    • Allerdings müssen Sie dafür Ihre individuelle Belastungsgrenze (zumutbare Belastung) überschritten haben. Diese hängt von der Höhe Ihrer Einkünfte, Ihrem Familienstand und der Zahl Ihrer Kinder ab.
    • Nach einem neuen Urteil des Bundesfinanzhofs ist die zumutbare Belastung für jeden Steuerpflichtigen gestaffelt nach Einkommensstufen zu ermitteln (Az. VI R 75/14). Folglich sind höhere Beträge abzugsfähig.
    • Prophylaxe lohnt sich für die Steuer nicht: Kosten für vorbeugende Maßnahmen erkennt der Fiskus nicht an.

    So gehen Sie vor

    • Erst das Attest, dann die Behandlung – diese Reihenfolge erhöht Ihre Chancen, dass das Finanzamt Ihre Ausgaben anerkennt.
    • Auch selbst getragene Rezeptkosten, Zuzahlungen zu Heilmitteln sowie Fahrtkosten zu Ärzten und Kliniken sind absetzbar.
    • Die Krankheits-, Kur- und Pflegkosten geben Sie im Hauptvordruck Ihrer Steuererklärung an (Erklärung 2016: in Zeile 67).
    • Falls Sie die Kosten nicht bei Ihrer privaten Krankenkasse (PKV) geltend gemacht haben, um eine Beitragsrückerstattung zu bekommen, bringt dies steuerlich nichts.

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    Haben Sie in einem Jahr sehr hohe Ausgaben wegen Gesundheitsproblemen, dann stehen die Chancen gut, dass Sie im Gegenzug weniger Steuern zahlen müssen. Allerdings müssen Sie dafür eine magische Schwelle überschreiten, die sogenannte zumutbare Eigenbelastung.

    Die zumutbare Belastung ist eine sowohl vom Gesamtbetrag der Einkünfte und der Anzahl unterhaltsberechtigter Kinder abhängige Rechengröße. Erst wenn diese überschritten wird, mindert der darüber hinausgehende Betrag als außergewöhnliche Belastung die Steuer. Das heißt: Menschen mit hohem Einkommen und ohne Kinder müssen mehr Geld für medizinische Leistungen ausgeben als Durchschnittsverdiener, um ihre Steuerlast zu verkleinern.

    Wie die zumutbare Eigenbelastung zu ermitteln ist

    Es gibt drei Einkunftsstufen, in denen je nach Familienstand unterschiedlich hohe Prozentanteile der Einkünfte (1 bis 7 Prozent) als zumutbare Belastung aufgewendet werden müssen (§ 33 EStG). So sieht die Abstufung aus:

    • bis 15.340 Euro,
    • mehr als 15.340 Euro bis 51.130 Euro sowie
    • mehr als 51.130 Euro.

    Bis Anfang 2017 herrschte bei den Finanzbehörden und vielen Juristen die Auffassung, dass für die gesamten Einkünfte (Gehalt, aber auch Miet- oder Zinseinnahmen) jeweils der höhere Prozentsatz als zumutbare Belastung gilt, auch wenn die Schwelle zur nächsten Stufe nur um wenige Euro überschritten ist. Der Bundesfinanzhof (BFH) entschied anders: Gerade in Grenzbereichen der Einkunftsstufen könne dieses starre Festhalten zu einer ungerechtfertigten Besteuerung führen (Urteil vom 19. Januar 2017, Az. VI R 75/14).

    Ein Beispiel: Sie haben zwei unterhaltsberechtigte Kinder und gemeinsam mit Ihrem Partner Einkünfte von insgesamt 58.550 Euro. Bisher wurden gemäß Paragraf 33 EStG 4 Prozent davon als zumutbare Belastung angesehen, also 2.342 Euro. Erst wenn Sie diesen Betrag überschritten hatten, wirkte sich der darüber hinausgehende Betrag als außergewöhnliche Belastung aus.

    Jede der drei Einkunftsstufen müsse aber für sich betrachtet werden, um eine gerechte Besteuerung herbeizuführen, urteilten die obersten Finanzrichter. Das bedeutet in unserem Beispiel:

    Gegenüber der alten Regelung ergibt sich eine um 664,70 Euro geringere zumutbare Belastung beziehungsweise 665 Euro mehr, die Sie als außergewöhnliche Belastung absetzen können.

    Der BFH bestätigt in dieser Entscheidung zudem, dass generell die außergewöhnlichen Belastungen im Krankheitsfall um die zumutbare Belastung reduziert werden dürfen. Einen Verfassungsverstoß konnten die Richter nicht erkennen, dass der Gesetzgeber an den Gesamtbetrag der Einkünfte anknüpft. Das Bundesverfassungsgericht hat zuletzt am 23. November 2016 eine dementsprechende Verfassungsbeschwerde erst gar nicht angenommen (Az. 2 BvR 180/16). Bislang wurden Steuererklärungen in diesem Punkt nur vorläufig festgesetzt.

    Tipp: Geben Sie in Ihrer Steuererklärung alle Krankheitsausgaben an, die Sie selbst bezahlt haben. Wer allerdings eine Diät macht, um Gelenkprobleme im späteren Alter zu verhindern, spart damit keine Steuern. Dasselbe gilt für die Ausgaben für Vitaminpräparate oder Nahrungsergänzungsmittel und selbst getragenen Kosten einer Zahnreinigung. Die Kosten für vorbeugende, der Gesundheit ganz allgemein dienenden Maßnahmen, sind nicht als außergewöhnliche Belastungen abziehbar (§ 33 EStG).

    Die BFH-Richter entschieden in dem Urteil vom 19. Januar 2017 außerdem, dass der Gesamtbetrag der Einkünfte als Bemessungsgrundlage für die Berechnung der zumutbaren Belastung nicht um Beiträge an eine berufsständische Versorgungseinrichtung zu kürzen ist. Geklagt hatte ein angestellter Steuerberater, der in das Versorgungswerk der Steuerberater einzahlte.

    Quittungen sammeln

    Sammeln Sie über das Jahr sämtliche Quittungen von Apotheken, Optikern oder anderen Gesundheitsdienstleistern. Notieren Sie sich zudem alle Fahrten, die Sie aus entsprechenden medizinischen Gründen unternommen haben. Auch diese können Sie steuerlich absetzen. Übrigens: Viele Apotheken bieten inzwischen auch an, für ihre Kunden ein Konto zu führen und ihnen eine Jahresabrechnung zu erstellen.

    Diese Kosten sind absetzbar

    Grundsätzlich gilt: Krankheitskosten werden zum Zweck der Heilung oder Linderung einer Krankheit aufgewendet. Alles, was darunter fällt, können Sie in Zeile 67 des Mantelbogens in der Einkommensteuererklärung 2016 als außergewöhnliche Belastung ansetzen.

    Arztkosten – Dazu zählen auch Aufwendungen die beim Zahnarzt, Heilpraktiker, Logopäden, Psycho- oder Physiotherapeuten entstanden sind. Voraussetzung: Ihr Behandler hat eine Zulassung.

    Rezeptpflichtige Medikamente – Damit Sie Krankheitskosten absetzen können, benötigen Sie vom Arzt ein Rezept. Wer sich in der Apotheke auf eigene Rechnung das ärztlich verordnete Potenzmittel Viagra kauft, sollte die Rechnungen übers Jahr sammeln und kann die Kosten in seiner Steuererklärung bei den außergewöhnlichen Belastungen eintragen. Die Antibabypille ist normalerweise nicht absetzbar, weil sie als Form der Schwangerschaftsverhütung typische Kosten der Lebensführung verursacht. Im Einzelfall kann die Pille jedoch aus medizinischer Sicht geboten sein, zum Beispiel bei Zyklusstörungen, hormonell bedingter Akne oder Erbkrankheiten wie Schizophrenie. Eine ärztliche Verordnung in solchen Fällen kann Geld sparen, weil es sich dann um selbst getragene abzugsfähige Krankheitskosten handelt.

    Nicht rezeptpflichtige Arzneimittel – Diese sind genauso abzugsfähig wie Naturheilmittel, für die die Krankenkasse keine Kosten übernimmt. Voraussetzung: Der Arzt verordnet sie. Bei einer andauernden Erkrankung mit anhaltendem Verbrauch bestimmter Arznei-, Heil- und Hilfsmittel reicht die einmalige Vorlage einer Verordnung.

    Rezeptgebühren – Sie sind in vollem Umfang als Krankheitskosten abzugsfähig. Sie müssen sich dann allerdings für sämtliche Rezeptgebühren eine Quittung ausstellen lassen.

    Hilfsmittel – Dazu zählen Brillen, Zahnersatz, Hörgeräte, Rollstühle und andere „Hilfsmittel im engeren Sinn“, wie es im Steuerjargon heißt. Bei Spezialbetten, Massagegeräten und anderen „Hilfsmittel im weiteren Sinn“ müssen Sie die medizinische Notwendigkeit durch ein Attest eines Amtsarztes oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) nachweisen.

    Fahrten – Sie können die Fahrkosten zu einer Behandlung absetzen. Unter bestimmten Umständen gilt das auch, wenn Sie zu einem kranken Verwandten fahren, um ihn zu besuchen.

    Alternative Behandlungsmethoden – Akupunktur oder eine Sauerstofftherapie muss das Finanzamt nach der Rechtsprechung anerkennen und darf keine zu strengen Voraussetzungen an den Abzug der einzelnen Kosten stellen.

    Nicht ersetzte Kosten im Ausland – Wenn Sie während einer privaten oder geschäftlichen Auslandsreise krank geworden sind, sollten Sie diese Kosten auch in der Steuererklärung angeben. Dazu reicht Ihre Kreditkartenabrechnung. Besser ist aber eine Rechnung des Arztes oder Krankenhauses. Haben Sie in einer anderen Währung als Euro gezahlt, erfolgt die Umrechnung zum jeweiligen Tageskurs, mit dem die Ausgaben bei Ihnen abgerechnet wurden.

    Impfungen – Sie können Impfungen vor Auslandsreisen absetzen, sofern diese ärztlich verordnet wurden.

    Massagen, Heißpackungen, Bäder und Einläufe – Mit einem amtsärztlichen Attest müssen Sie die medizinische Notwendigkeit dieser Behandlungen nachweisen. Das Attest muss vor dem Behandlungsbeginn ausgestellt worden sein.

    Pflegekosten für einen Verwandten im Altenheim – Voraussetzung für die Absetzbarkeit ist, dass Ihr Verwandter krankheitsbedingt ins Altenheim musste.

    Trinkgelder an Pflegepersonal – Diese sind im angemessenen Rahmen als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig. Bezeichnen Sie die einzelnen Empfänger und die Höhe des Trinkgelds genau und lassen Sie sich den Empfang quittieren.

    Bade- und Heilkuren – Voraussetzung für die Anerkennung ist, dass sich mit der Kur eine drohende Krankheit abwenden lässt. Bei Klimakuren müssen der medizinisch angezeigte Kurort und die voraussichtliche Dauer bescheinigt werden.

    Begleitperson – Sie können die Kosten für eine Begleitperson eines hilflosen Angehörigen absetzen.

    Fitnessstudio – Beginnen Sie beispielsweise nach einem Bandscheibenvorfall mit Rückentraining, können Sie unter Umständen den dafür fälligen Mitgliedsbeitrag für das Fitnessstudio absetzen. Wichtig ist, dass dieses Training speziell der Linderung einer Erkrankung dient und von einem Arzt oder Heilpraktiker geleitet wird. Lassen Sie sich daher das Training von Ihrem Hausarzt attestieren. Vereinbaren Sie dann einen Termin mit dem Amtsarzt im Gesundheitsamt. Von diesem benötigen Sie eine amtsärztliche Bescheinigung, die Sie dem Finanzamt als Nachweis vorlegen können.

    Was bei kranken Kindern gilt

    Wenn Ihr Kind krank ist und das bei Ihnen ungewöhnlich hohe Kosten verursacht, können Sie sich einiges davon vom Fiskus zurückholen. So erkennt das Finanzamt die Aufwendungen für die Begleitung eines kranken Kinds an, wenn Sie die medizinische Notwendigkeit nachweisen können. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich Ihr Kind beide Beine gebrochen hat und deswegen vorübergehend im Rollstuhl sitzt. Das Finanzamt muss sogar die Kosten für Zwischenheimfahrten der Begleitperson anerkennen, wenn es dieser Person unzumutbar ist, die Behandlung abzuwarten.

    Zusätzlich zu den Steuervorteilen für Kinder in Ausbildung können Eltern Schulaufwendungen als außergewöhnliche Belastung geltend machen, wenn es sich um unmittelbare Krankheitskosten handelt. So lassen sich beispielsweise die Ausgaben für ein Internat absetzen, wenn das Kind dort wegen einer Legasthenie behandelt wird. Dies gilt zumindest für den Krankheitskostenanteil. Gleiches gilt für die Kosten einer logopädischen Therapie.

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    Besuchsfahrten

    Sie können Besuchsfahrten in eine Klinik absetzen, solange der Kranke ein Familienmitglied ist. Dabei ist es wichtig, dass der Besuch für die körperliche oder geistige Genesung des Patienten notwendig ist. Auch dafür sollten Sie sich die medizinische Notwendigkeit vom behandelnden Arzt bescheinigen lassen.

    Absetzbar sind die tatsächlichen Fahrtkosten beziehungsweise bei Fahrten mit dem privaten Fahrzeug pro Kilometer pauschal 0,30 Euro. Bei sehr schweren Erkrankungen oder bei großen Entfernungen zum Heimatort sind auch Übernachtungskosten absetzbar. So erkennt das Finanzamt beispielsweise die Rechnung einer Pension an, wenn ein Kind in einer Spezialklinik operiert wird, die 250 Kilometer entfernt liegt.

    Fahrtkosten absetzen

    Die Kosten für Fahrten zum Arzt, zur Therapie oder zu sonstigen Behandlungen erkennt das Finanzamt an. Ansetzen können Sie entweder die tatsächlichen Aufwendungen – auch für ein Taxi – oder pauschal 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer. Benutzen Sie allerdings Ihren eigenen Wagen, sind die abzugsfähigen Fahrtkosten begrenzt: Sie sind nur in der Höhe absetzbar, die den Kosten für die Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel entspricht. Eine Ausnahme gilt nur, wenn es keine zumutbare öffentliche Verkehrsverbindung gibt.

    Erfolgreiches Streiten

    Natürlich gibt es auch bei Krankheitskosten Streitfälle. Es lohnt sich daher immer, zunächst einmal alle Krankheitskosten, die im Laufe des Jahres angefallen sind, in der Einkommenssteuererklärung geltend zu machen. Das zeigt der Fall einer nicht verheirateten Frau, die außergewöhnliche Belastung durch die Kosten einer künstlichen Befruchtung geltend gemacht hat und damit erfolgreich war. Der Bundesfinanzhof stimmte letztlich ihrer Argumentation zu (Urteil vom 10. Mai 2007, Az. III R 47/05).

    Was die Kasse übernommen hätte, ist nicht absetzbar

    Wenn Sie es versäumt haben, bei Ihrer Krankenversicherung die Erstattung zu beantragen, dann müssen Sie die Kosten komplett aus eigener Tasche zahlen. Krankheitskosten können Sie als außergewöhnliche Belastungen nur dann geltend machen, wenn diesen auch entsprechende Aufwendungen gegenüberstehen. Deshalb können Sie nichts absetzen, was Ihre Kasse übernommen hätte, wenn Sie es eingefordert hätten. So heißt es in einem Beschluss des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz: „Krankheitskosten sind bei der Einkommensteuer nicht abzugsfähig, wenn sie zur Wahrung eines Beitragsrückerstattungsanspruchs nicht bei der Krankenversicherung geltend gemacht worden sind“ (31. Januar 2012, Az. 2 V 1883/11).

    Weitere Tipps im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

    Annika Krempel

    Expertin für Versicherungen

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    • Kassen erheben unterschiedliche Zusatzbeiträge.
    • Achten Sie auf Zusatzleistungen und Erstattungen.
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    An das Attest denken

    Die medizinische Notwendigkeit Ihrer Aufwendungen für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel müssen Sie durch Attest nachweisen. Das gilt auch für nicht verschreibungspflichtige Medikamente. Bei Kosten für Homöopathie, Bewegungstherapien oder für Pflanzenheilkunde reicht die Vorlage einer Bescheinigung des Arztes oder Heilpraktikers, der diese Behandlungen verordnet hat (BFH, Urteil vom 26. Februar 2014, Az. VI R 27/13).

    Bei einigen Heilmaßnahmen oder dem Kauf eines medizinischen Hilfsmittels reicht ein Attest des behandelnden Arztes allerdings nicht aus. Sie brauchen schon vorher ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (§ 64 EStDV). Das gilt unter anderem für Bade- und Heilkuren, psychotherapeutischen Behandlungen oder wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden wie Frischzellentherapie.

    Источники: http://m.rp-online.de/leben/ratgeber/steuern/steuerlich-absetzbar-was-man-von-der-steuer-absetzen-kann-bid-1.2198170, http://www.finanztip.de/handwerkerkosten/, http://www.finanztip.de/krankheitskosten/

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