Wahl steuerklasse

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    Steuerklassen

    Mehr Netto im Monat mit der richtigen Steuerklasse

    • Zuletzt aktualisiert: 17. November 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei Verheirateten oder eingetragenen Lebenspartnern kann sich eine geschickte Kombination der Lohnsteuerklassen positiv auswirken auf Arbeitslosen-, Kranken-, Mutterschafts- oder Elterngeld.
    • Ab 2018 werden Paare, die heiraten, automatisch in die Steuerklasse IV eingruppiert.
    • Ehegatten können verschiedene Kombinationen von Lohnsteuerklassen wählen. Durch eine günstige Zusammenstellung gibt es mehr Netto vom Gehalt.
    • Die Lohnsteuer ist immer eine Vorauszahlung. Die tatsächliche Steuerschuld wird erst errechnet, wenn Sie eine Steuererklärung abgeben. In den allermeisten Fällen lohnt es sich, eine Steuererklärung abzugeben. Im Durchschnitt erhalten Steuerzahler 900 Euro als Erstattung zurück.

    So gehen Sie vor

    • Zur Abgabe einer Steuererklärung sind Sie verpflichtet, wenn Sie die Kombination III/V oder IV/IV mit Faktorverfahren wählen.
    • Für das Faktorverfahren füllen den „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ aus.
    • Wer mit seiner Kombination unzufrieden ist, kann diese beim Finanzamt mit einem Antrag auf Steuerklasssenwechsel ändern. Bereits im Folgemonat muss der Arbeitgeber bei der Gehaltsabrechnung die neue Steuerklasse berücksichtigen.
    • Ab 2018 kann ein Ehegatte mit der Steuerklasse III oder V ohne Zustimmung seines Partners einen Wechsel der Steuerklasse beantragen. Beide haben dann die Klasse IV.
    • Im Jahr der Trennung können sich Paare noch gemeinsam veranlagen lassen und profitieren vom Splittingtarif für Verheiratete (Sondersplitting).

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Jeder hat bestimmt schon einmal gehört, dass Paare „aus Steuergründen“ heiraten. Aber was genau bedeutet das? In diesem Ratgeber erklären wir, wie Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner mit der Wahl der richtigen Lohnsteuerklassen Geld sparen können.

    Was ist die elektronische Lohnsteuerkarte?

    Während es früher die klassische Lohnsteuerkarte aus Pappe gab, sind die steuerrelevanten Informationen eines Arbeitnehmers nun auf der elektronischen Lohnsteuerkarte gespeichert. Dazu gehören die Steuerklasse, Ihre Freibeträge und eine eventuelle Kirchensteuerpflicht. Man nennt das auch die „elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale“, kurz Elstam.

    Drei Klassenkombinationen für Ehepaare

    Vor allem Verheiratete und eingetragene Lebenspartner sollten sich mit den Lohnsteuerklassen auseinandersetzen, denn im Gegensatz zu Singles können sie wählen, zu welcher sie gehören wollen. Durch eine geschickte Kombination bekommen sie mehr Netto. Außerdem können optimale Lohnsteuerklassen das Arbeitslosen-, Kranken- und Mutterschaftsgeld erhöhen. Allerdings sind hier bestimmte Fristen einzuhalten. Mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesfinanzministeriums lässt sich leicht herausfinden, welche Steuerklassenkombination am günstigsten ist.

    Berufstätige erhalten nach der Hochzeit zunächst automatisch die Steuerklassen IV und IV. Ab 2018 wird diese Zuordnung auf alle ausgeweitet, die heiraten. Das heißt, selbst wenn nur einer der Ehegatten arbeitet, bekommen beide zunächst die Steuerklasse IV. Wenn das für Sie ungünstig ist, sollten Sie wechseln. Dafür müssen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Steuerklassenwechsel stellen. Möglich ist das grundsätzlich einmal im Jahr bei Ihrem zuständigen Finanzamt – und zwar spätestens bis zum 30. November.

    Berufstätige Ehegatten und Lebenspartner, die beide unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, können für den Lohnsteuerabzug wählen,

    • ob sie beide in die Steuerklasse IV eingeordnet werden wollen,
    • ob der besser Verdienende nach Steuerklasse III und der andere nach Klasse V besteuert werden soll oder
    • ob sie die Steuerklassen-Kombination IV/IV mit Faktor wählen.

    Bedenken Sie: Wenn Sie die Variante III/V oder IV mit Faktor wählen, sind Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. In den allermeisten Fällen lohnt es sich ohnehin, eine Steuererklärung abzugeben.

    Neu ab 2018 ist außerdem, dass ein Ehegatte mit der Steuerklasse V oder III allein einen Steuerklassenwechsel beantragen kann. Dazu ein Beispiel: Der schlechter verdienende Partner arbeitet Teilzeit und hat in der Steuerklasse V so hohe Steuerabzüge, dass er nur über geringe eigene Einkünfte verfügt. Um bereits im nächsten Monat einen höheren monatlichen Nettolohn zu erhalten, genügt es, beim Finanzamt einen Antrag auf Steuerklassenwechsel zu stellen. Die Unterschrift des anderen Partners ist nicht erforderlich. Beide Ehegatten werden dann in der Steuerklasse IV eingruppiert.

    Für Ehe- und Lebenspartner hat die Finanzverwaltung in einem Merkblatt Informationen zur Steuerklassenwahl 2018 veröffentlicht. Das für einen Steuerklassenwechsel beim Finanzamt einzureichende Formular finden Sie online im Formular-Management der Finanzverwaltung. Es heißt "Antrag auf Steuerklassenwechel bei Ehegatten/Lebenspartnern".

    Eingetragene Lebenspartner seit November 2015 automatisch in Steuerklasse IV/IV

    Eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner sind Ehepaaren steuerlich gleichgestellt. Bislang erhielten sie nicht automatisch die Kombination IV/IV. Sie mussten eine Änderung ihrer Lohnsteuerklassen gesondert beim Finanzamt beantragen. Seit November 2015 übermitteln die Ämter auch bei eingetragenen Lebenspartnern die Daten, die die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale generieren. Folglich wird auch für diejenigen, die ab November 2015 ihre Partnerschaft neu eingetragen haben, die Kombination IV/IV gebildet. Wünschen Sie eine andere Kombination, so müssen Sie dies beim Finanzamt beantragen.

    Wer seinem Arbeitgeber nicht offenbaren möchte, dass er in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, kann die ungünstigere Steuerklasse I wählen. Das Landesamt für Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass die Datenübermittlung an den Arbeitgeber so erfolgt, dass keine Rückschlüsse auf den Familienstand möglich sind.

    Wann lohnt sich das Faktorverfahren?

    Ehe- oder Lebenspartner mit unterschiedlich hohen Gehältern wählen häufig die Steuerklassen-Kombination III/V. Das hat jedoch den Nachteil, dass derjenige mit Klasse V verhältnismäßig hohe Abzüge hat, weil zum Beispiel beide Grundfreibeträge nur dem in Steuerklasse III besteuerten Partner zugutekommen. Stehen Sie vor diesem Problem, sollten Sie besser die Lohnsteuerklassen IV/IV mit Faktor nehmen. Dadurch werden bei jedem Partner die ihm zustehenden Freibeträge schon beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

    Vorteil des Faktorverfahrens ist eine gerechtere Verteilung der Lohnsteuerlast auf beide Partner – anders als bei der Kombination III/V. Besonders für den geringer Verdienenden – oft ist das die Ehefrau – bringt der Faktor mehr Netto.

    Gleichzeitig ist bei diesem Verfahren die Differenz zwischen Lohnsteuerabzug im Laufe des Jahres und Steuerschuld am Jahresende besonders gering. So muss man keine hohe Steuernachzahlung befürchten, eine Rückzahlung vom Finanzamt fällt aber auch allenfalls gering aus.

    Die abgezogene Lohnsteuer wird zusätzlich durch einen Faktor gemindert – wie im Splittingverfahren. Dieser Faktor wird individuell berechnet und muss immer kleiner als 1 sein.

    Um das Faktorverfahren in Anspruch zu nehmen, muss das Paar gemeinsam einen formlosen Antrag beim Finanzamt stellen und dabei die voraussichtlichen Arbeitslöhne des Kalenderjahrs angeben. Alternativ kann es den "Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern" ausfüllen und abgegeben. Das Faktorverfahren muss jährlich neu beantragt werden; wer es nutzt, ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Mehr hierzu lesen Sie in unserem Ratgeber Faktorverfahren.

    Mehr Elterngeld durch Wechsel der Lohnsteuerklasse

    Die Höhe des Elterngeldes ergibt sich aus dem durchschnittlich erzielten Gehalt der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Erwarten Sie ein Kind, sollte der Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreut, frühzeitig die Steuerklasse III wählen. Dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen. Werdende, verheiratete Mütter oder Väter können so mehr Elterngeld bekommen. Der Antrag auf den Steuerklassenwechsel muss allerdings bis sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes beantragt werden. Mehr dazu lesen Sie in unserm Ratgeber Elterngeld.

    Auch andere Sozialleistungen wie der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, das Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Insolvenz-, Kranken-, Unterhalts- oder Überbrückungsgeld orientieren sich am Nettolohn. Wer beispielsweise in der ungünstigen Steuerklasse V ist und bald mit seiner Arbeitslosigkeit rechnen muss, der sollte frühzeitig den Wechsel in die Steuerklasse III beantragen. Es gelten für die Sozialleistungen jeweils unterschiedliche Fristen, damit eine Änderung der Klasse berücksichtigt werden kann.

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    Insolvenz eines Ehegatten

    Ist Ihr Ehepartner insolvent oder wird sein Gehalt gepfändet, können Sie mit dem Wechsel der Lohnsteuerklasse sparen. Wählen Sie die Kombination so, dass der andere die größere Steuerlast trägt. Das ist gesetzlich ausdrücklich erlaubt (FG Münster, Urteil vom 4. Oktober 2012, Az. 6 K 301/10 E).

    Wer gehört in welche Steuerklasse?

    Steuerklasse I: Sie gilt für ledige und geschiedene Arbeitnehmer, bei eingetragenen Lebenspartnerschaften sowie auch für verheiratete Angestellte, die von ihrem Ehepartner dauernd getrennt leben. Verwitwete Arbeitnehmer gehören ebenfalls in diese Kategorie – allerdings erst ab dem zweiten Jahr nach dem Tod des Ehepartners. In die Steuerklasse I fallen auch Arbeitnehmer, die beschränkt einkommensteuerpflichtig sind, weil sie zum Beispiel in Deutschland Einkommen erzielen, aber dauerhaft im Ausland leben.

    Steuerklasse II: Dazu gehören alle in Steuerklasse I genannten Personen, sofern sie alleinerziehend sind. Voraussetzung ist, dass in Ihrem Haushalt mindestens ein Kind lebt, für das Sie einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld bekommen. Ist das Kind bei mehreren Personen gemeldet, steht der Entlastungsbetrag demjenigen zu, der das Kindergeld erhält. Lebt der Arbeitnehmer in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, gilt diese Regelung nicht. Wäre dies der Fall, müsste dies auf dem Formular „Versicherung zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende“ angegeben werden.

    Steuerklasse IV mit Faktor: Seit 2010 gibt es die Möglichkeit, die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor zu wählen. Das Faktorverfahren soll dafür sorgen, dass die Lohnsteuerlasten innerhalb einer Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft gerechter verteilt sind. Diese Kombination kann jährlich neu beantragt werden. In diesem Fall ist jedoch auf jeden Fall eine Steuererklärung abzugeben.

    Steuerklasse V: Ehegatten und Lebenspartner fallen an Stelle der Steuerklasse IV in diese Rubrik, wenn der andere Ehegatte in die Steuerklasse III eingeordnet wird.

    Steuerklasse VI: Wer als Arbeitnehmer einen zweiten oder dritten Job antritt, landet automatisch in der Steuerklasse VI. Hier sind die Abzüge am höchsten, weil keinerlei Freibeträge berücksichtigt werden. Sie können aber selbst festlegen, für welche Ihrer Tätigkeiten die Steuerklasse VI angewendet werden soll.

    Minijobber, also Arbeitnehmer mit maximal 450 Euro monatlichen Lohn, benötigen keine Steuerkarte.

    Der Vorteil des Ehegattensplittings

    Wer verheiratet ist oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, kann vom sogenannten Ehegattensplitting bei der Zusammenveranlagung profitieren. In den meisten Fällen ist die zu zahlende Einkommensteuer niedriger als bei der Einzelveranlagung. Die Vorteile wirken sich allerdings erst nachträglich aus.

    Grund: Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung und wird zunächst getrennt von beiden Gehältern abgezogen. Das Finanzamt führt die Arbeitslöhne erst nach Ablauf des Jahres zusammen. Deshalb besteht bei der Steuerklassen-Kombination III/V die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Erst danach ergibt sich die zutreffende Jahressteuer und es kann zu Steuernachzahlungen oder -erstattungen kommen. Je größer die Differenz beim Einkommen der Ehepartner oder eingetragenen Partner, desto höher ist der finanzielle Vorteil, der sich aus einer gemeinsamen Veranlagung im Vergleich zur Einzelveranlagung ergibt.

    Das Finanzamt kann Einkommensteuervorauszahlungen festsetzen, wenn damit zu rechnen ist, dass die Jahressteuerschuld mindestens 400 Euro höher ist als die einzubehaltende Lohnsteuer. Für die Wahl der günstigsten Steuerklasse prüfen Sie mit dem Lohn- und Einkommensrechner des Bundesfinanzministeriums, bei welcher Kombination sich in Ihrem Fall insgesamt der geringste Steuerabzug ergibt.

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    Trennung und Scheidung

    Sobald ein Paar dauernd getrennt lebt, müssten beide grundsätzlich in die Steuerklasse I. Im Jahr der Trennung können beide Partner jedoch ihre Steuerklasse noch bis zum Jahresende behalten – egal, ob die Trennung am 1. Januar oder am 31. Dezember erfolgte. Ab dem 1. Januar des Folgejahres haben „dauernd getrennt“ lebende Ehepartner definitiv die Steuerklasse I. Lebt ein Kind im Haushalt eines der beiden Getrennten, dann gilt die Steuerklasse II, sofern das Kind auch dort gemeldet ist.

    Im Trennungsjahr kann noch gemeinsam veranlagt werden, wenn einer der Eheleute das verlangt, und seinem Ex-Partner den daraus entstehenden Steuernachteil ersetzt – allerdings erst ab dem Zeitpunkt der Trennung.

    Beispiel: Ein Ehepaar trennt sich am 30. Dezember 2016. Bisher hatte der Mann Steuerklasse III, seine Frau die V. Sie beantragt beim Finanzamt für das Jahr 2016 die getrennte Veranlagung. Auf Verlangen ihres Noch-Gatten muss sie aber einer gemeinsamen Veranlagung zustimmen. Im Gegenzug muss er ihr ihren Steuernachteil erstatten – und zwar ab dem Zeitpunkt, als sie diesen erlitten hat. Würde die Ehefrau also zum Beispiel bei getrennter Veranlagung eine Steuererstattung bekommen, und fällt diese bei gemeinsamer Veranlagung weg, dann muss der Ehemann ihr diesen Betrag auszahlen. In der Regel profitiert aber der Mann trotzdem von der getrennten Veranlagung.

    Oft sind jedoch beide so zerstritten, dass jeder eine getrennte Veranlagung macht. Das kann jedoch bei größeren Einkommensunterschieden zwischen den Ex-Partnern ein unnötiges Geschenk an den Fiskus sein.

    Versöhnungsversuch

    Sobald ein Ehepaar dem Finanzamt mitteilt, dass es versucht habe, wieder miteinander zu leben, gilt es nicht (mehr) als dauernd getrennt lebend. Konsequenz: Sie können gemeinsam veranlagt werden. Auch mehrere Versöhnungsversuche können vorkommen; sie müssen dem Finanzbeamten aber plausibel vermittelt werden.

    Wird die Ehe schließlich geschieden, sind die Eheleute auch steuerlich getrennt. Problematisch kann es werden, wenn Steuerrückerstattungen zu erwarten sind. Diese werden auf beide Köpfe verteilt, abhängig davon, wie viele Steuern jeder unterjährig abgeführt hat. Selbstverständlich muss das Finanzamt die – eventuell neuen – Kontoverbindungen erfahren, auf die es die Beträge überweisen soll.

    Antrag beim Finanzamt stellen

    Wenn eine Steuerrückerstattung zu erwarten ist, berechnen Sie diese am besten mit Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins. Stellen Sie dann beim Finanzamt frühzeitig einen Antrag, Ihren Anteil aufgrund der bereits gezahlten Einkommen- oder Lohnsteuer auf Ihr Konto zu überweisen. Sie können sich mit Ihrem Ex-Partner auch auf eine andere Verteilung der Rückerstattung einigen. Teilen Sie dann dieses Ergebnis dem Finanzamt schriftlich mit – mit beiden Unterschriften.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Welche Steuerklasse als Ehepaar?

    Steuerklasse als Ehepaar: Wichtige Fakten

    • Beide Ehepartner erhalten nach der Hochzeit automatisch die Steuerklasse 4.
    • Ein Ehepaar kann schriftlich eine andere Steuerklassenkombination beantragen.
    • Möglich sind die Steuerklassen Kombinationen 3/5 oder 4/4 mit Faktor.
    • Das Faktorverfahren verhindert größere Rück- und Nachzahlungen.
    • Die Steuerklassen kann das Ehepaar einmal im Jahr wechseln.

    Welche Steuerklassenkombinationen sind für ein Ehepaar möglich?

    Vor der Hochzeit dürften die meisten künftigen Partner in der Steuerklasse 1 gewesen sein. Nach der Hochzeit sind drei Kombinationen möglich:

    • Die Steuerklassen 4 und 4
    • Die Steuerklasse 3 und 5
    • Die Steuerklasse 4 und 4 mit Faktor

    Nach der Trauung wird das Ehepaar automatisch in die Kombination 4 und 4 eingestuft, kann diese aber problemlos wechseln. Grundsätzlich gilt, dass ein Ehepaar jedes Jahr einmal die Steuerklasse wechseln dürfen. Die Summe der Steuerklassenkombination muss dabei immer acht ergeben.

    Die möglichen Steuerklassen für ein Ehepaar in der Übersicht

    Was sind die Steuervorteile der Kombinationen für ein Ehepaar?

    Die Einstufung in die Steuerklasse 4 lohnt sich für ein Ehepaar dann, wenn beide Partner etwa gleich viel verdienen. Die Regel lautet, dass die Differenz des Gehalts 10 Prozent nach Möglichkeit nicht überschreiten sollte.

    Beide Partner erhalten in dieser Variante die gleichen Abzüge, die in etwa mit den Freibeträgen der Steuerklasse 1 vergleichbar sind. Alle Vergünstigungen werden zu gleichen Teilen gesplittet. So bleibt beim Gehalt mehr Netto vom Brutto.

    • Einer der größten Steuervorteile dieser Variante für ein zusammenveranlagtes Ehepaar ist zudem, dass nur eineSteuererklärung abgegeben werden muss.

    Die Steuerklassen 3 und 5 sollten gewählt werden, wenn die beiden Partner unterschiedlich viel verdienen.

    Die Faustregel lautet: Verdient einer der Eheleute 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens und der andere 40 Prozent oder gehen die Einkünfte noch weiter auseinander, sollte ein Wechsel in die Steuerklassen 3 und 5 durchgeführt werden. Der besserverdienende Partner wählt dabei die Steuerklasse 3.

    Er erhält in dieser weitreichende Abzugsmöglichkeiten: Sein Freibetrag wird verdoppelt. Dies gilt ebenso für die Vorsorgepauschale.

    Diese Kombination lässt dem Ehepaar dann netto die meisten Euro vom Brutto, wenn ein Partner keine Einkünfte hat oder nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht.

    • Ist absehbar, dass ein Teil vom Ehepaar bald eine Lohnersatzleistung beziehen muss, kann es Sinn machen, die Steuerklassen Kombination zu drehen. Wie viel Euro Elterngeld oder Arbeitslosengeld eine Person erhält, orientiert sich an ihrem Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate. Durch einen Tausch können diese Ersatzleistungen nach oben gebracht werden.

    Ein Ehepaar kann sich auch dazu entscheiden, die Variante 4 und 4 mit Faktor zu wählen. Die Idee dahinter ist, dass jeder Partner tatsächlich nur in etwa prozentual den Teil der Steuern zahlen muss, den er zum Einkommen beisteuert.

    Diese Variante eignet sich wiederum dann, wenn das Ehepaar nicht gleich viel verdient, die Gehaltsdifferenz sollte allerdings noch nicht so groß sein, dass die Variante 3 und 5 mehr Sinn macht.

    Grundlage für den Faktor sind die voraussichtlichen Arbeitslöhne des laufenden Jahres. Die persönlichen Freibeträge werden sofort abgezogen. Man spricht in disem Fall davon, dass sich der Splittingvorteil direkt positiv auswirkt.

    Durch den Faktor werden große Nachzahlungen (ebenso wie Rückzahlungen) am Jahresende vermieden. Entscheidet sich ein Paar für diese Variante, sollte es wissen, dass es monatlich einige Euro weniger netto vom Bruttogehalt haben kann.

    Steuerklassen für ein Ehepaar – Steuerklassenrechner als Hilfsmittel

    Nicht immer ist offensichtlich, welche Steuerklassenkombination für ein Ehepaar die beste ist. Mit Hilfe eines Steuerklassenrechners können Partner schnell und unkompliziert herausfinden, ob die Kombination 3/5, die Variante 4/4 oder Steuerklassen 4 mit Faktor vorteilhafter sind.

    Der Rechner benötigt nur wenige Angaben. Lediglich die Jahresbruttogehälter beider Partner sowie das Bundesland, indem das Paar lebt, reichen für ein detailliertes Ergebnis aus.

    Wie kann ein Ehepaar die Steuerklasse wechseln?

    Ehepaare haben genau wie eingetragene Lebenspartnerschaften den Vorteil, dass sie ihre Steuerklassen frei wählen können.

    Ändert sich beispielsweise durch eine Gehaltserhöhung das Einkommensverhältnis der Partner, kann ein Steuerklassenwechsel ratsam sein. Doch wie kann die Steuerklasse gewechselt werden?

    Ein Steuerklassenwechsel kann einmal jährlich vollzogen werden. Dafür muss das Ehepaar einen Antrag beim zuständigen Finanzamt einreichen. Dieser muss bis zum 30. November vorliegen.

    • Möchte ein Ehepaar oder eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft die Steuerklassen wechseln, müssen beide Partner mit dem Wechsel einverstanden sein und das Formular unterschreiben.

    Fallbeispiel: Wann ist ein Steuerklassenwechsel sinnvoll?

    Fiona und David sind verheiratet. Fiona arbeitet Vollzeit als Bankkauffrau und verdient monatlich 2700 Euro. Ihr Partner David ist in der Marketingabteilung eines Unternehmens tätig. Dort erhält er 2800 Euro monatlich. Da die Einkünfte in etwa gleich hoch sind, hat sich das Paar für die Steuerklassenkombination 4/4 entschieden.

    Nun hat sich David auf die Stelle des Marketingleiters beworben und diese auch bekommen. Mit der Beförderung ist eine Gehaltserhöhung auf 4600 Euro monatlich verbunden. Die Gehälter der beiden Partner liegen jetzt weit auseinander. Ein Steuerklassenwechsel ist daher ratsam. Die meisten Vorteile hätte das Paar in diesem Fall durch die Steuerklassenkombination 3/5. Fiona würde die Steuerklasse 5 wählen, David die Klasse 3.

    Häufig gestellte Fragen: Steuerklassen bei einem Ehepaar

    Welche Steuerklasse ist die richtige, wenn ein Ehepaar ein Kind hat?

    Zieht ein Ehepaar Kinder groß, kommt schnell die Frage auf, welche Steuerklasse die richtige ist.

    • Grundsätzlich gilt: Ob ein Ehepaar ein Kind hat oder nicht, hat zunächst keinen Einfluss auf die Steuerklasse.

    Das heißt: Möglich sind die Steuerklassenkombinationen 3/5, 4/4 und 4/4 mit Faktor. Je nach Steuerklasse können für das Kind unterschiedliche Vergünstigungen in Anspruch genommen werden. So richtet sich die Höhe des Kinderfreibetrags nach der Steuerklasse.

    Welche Steuerklasse gilt bei Nebentätigkeiten?

    Wer neben seinem Hauptjob eine oder mehrere Nebentätigkeiten ausüben möchte, muss dabei akzeptieren, dass der Nebenerwerb in die Steuerklasse 6 eingeordnet wird. Eine Ausnahme besteht lediglich dann, wenn die Nebentätigkeit auf selbstständiger oder freiberuflicher Basis durchgeführt wird.

    Diese Verfahrensweise unterscheidet sich nicht von der Verfahrensweise, die auch bei Singles praktiziert wird.

    Wahl der Steuerklassen Ehepaare können tricksen

    Von Alexander Klement

    Ehepaaren, die bei der Wahl der Steuerklasse schlafen, kann viel Geld durch die Lappen gehen. Ein Wechsel der Steuerklasse ist problemlos möglich – allerdings nur einmal pro Jahr. Deshalb sollte die Entscheidung gut durchdacht sein.

    Wer Single ist, hat keine Spielräume – jedenfalls wenn es um die Wahl der Steuerklasse geht. Ohne Ehepartner oder eingetragene Lebensgemeinschaft ist die Steuerklasse I zementiert. Frisch Vermählte und auch langjährige Ehepartner haben jedoch mehrere Optionen. Beide können sich in Steuerklasse IV einstufen lassen, was der Steuerklasse I entspricht. Eine Alternative ist die Kombination III/V. Dabei wählt der besserverdienende Ehepartner die Lohnsteuerklasse III und der andere die Lohnsteuerklasse V.

    Bei der traditionellen III/V-Kombination bekommen meist die Frauen deutlich weniger heraus.

    Da Ehefrauen häufig aufgrund ihrer Erwerbsbiographie weniger verdienen als ihre Männer, ist der Weg für die Lohnsteuerklasse V für die meisten vorgezeichnet. Hohe steuerliche Abzüge schmälern dann das ohnehin oft nicht üppige Einkommen der Frauen zusätzlich, was beim Blick auf den Kontoauszug für Frustration sorgen kann. Der Gesetzgeber hat deshalb im vergangenen Jahr eine weitere Kombination eingeführt: die Steuerklassen IV/IV mit Faktor.

    Gerechtere Verteilung mit Faktorverfahren

    Die neue Steuerklassenkombination soll den Nachteil der Kombination III/V ausgleichen. Neben dem rein optischen Effekt, dass ein Partner hohe Abzüge hat, birgt diese Wahl nämlich auch das Risiko von Nachzahlungen. Je größer die Lohnunterschiede zwischen den Ehepartnern bei dieser Kombination sind, desto höher fällt auch die Nachzahlung aus.

    Das Faktorverfahren berücksichtigt beim Lohnsteuerabzug bei jedem Ehepartner steuermindernde Tatbestände wie Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag, Sonderausgabenabzug und Vorsorgepauschale und korrigiert mit dem Faktor die Steuerprogression, die durch die ungleiche Einkommensverteilung entsteht. Der Faktor wird für jedes Ehepaar individuell berechnet und auf der Lohnsteuerkarte eingetragen, so dass der Arbeitgeber genau weiß, wie hoch der Steuerbetrag ist, den er abführen muss.

    Egal in welcher Steuerklasse – unterm Strich kommt nach der Steuererklärung das Gleiche heraus.

    Geld gewinnen oder verlieren können Ehepartner durch die Wahl der Steuerklassen erst mal nicht. Egal ob sie die Kombination III/V, IV/IV oder IV/IV mit Faktor wählen – am Jahresende erfolgt der Einkommensteuerjahresausgleich. Zu viel gezahlte Steuern werden erstattet, zu wenig gezahlte Steuern müssen nachgezahlt werden. Unterm Strich kommt bei allen Kombinationen die gleiche Summe heraus.

    Unterschiede bei Lohnersatzleistungen

    Trotzdem kann die Wahl der Steuerklasse finanzielle Vorteile oder Nachteile mit sich bringen. Immer wenn es um die Zahlung von Lohnersatzleistungen geht, spielt die Steuerklasse eine entscheidende Rolle. So wird beispielsweise das Arbeitslosengeld auf Grundlage des Nettogehalts der vergangenen zwölf Monate berechnet.

    Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Hat ein Familienvater bislang 4000 Euro Brutto verdient und wird jetzt arbeitslos, erhält er mit Steuerklasse IV etwa 1549,50 Euro. Wäre er in den vergangenen zwölf Monaten in der Steuerklasse III gewesen, würde das Arbeitslosengeld etwa 1764 Euro betragen – also monatlich über 200 Euro mehr, ohne dass die Familie zuvor finanzielle Einbußen gehabt hätte. Bei einem Arbeitslosengeldbezug würden also bis zu 2400 Euro verloren gehen.

    Wechsel bei Schwangerschaft zulässig

    Auf einer ähnlichen Basis erfolgt auch die Berechnung des Elterngeldes. Da meist die Frau den Großteil der Elternzeit nimmt, kann es sich lohnen, die Steuerklasse umgehend zu wechseln. Die für das Elterngeld günstigste Kombination ist die Steuerklasse III für die geringer verdienende Frau und die Steuerklasse V für den Ehemann. Die zu viel gezahlten Steuern erhält das Ehepaar über den Jahresausgleich zurück. Es geht also kein Geld verloren, doch das Elterngeld fällt höher aus.

    Der Steuerklassenwechsel sollte vorgenommen werden, sobald die Frau von der Schwangerschaft erfährt. Das Bundesfamilienministerium wollte den eigentlich unlogischen Steuerklassenwechsel zunächst untersagen, doch das Bundessozialgericht hat bereits im Juni 2009 entschieden, dass ein Elternteil auch dann die Steuerklasse III wählen darf, wenn das Ziel ist, mehr Elterngeld zu erhalten (Az.: B 10 EG 3/08 R).

    Zeitliche Einschränkung beim Arbeitslosengeld

    Etwas anders sieht es beim Arbeitslosengeld aus. Um Missbrauch zu vermeiden, zählt bei der Berechnung in der Regel die Steuerklasse, die zu Beginn des Jahres auf der Lohnsteuerkarte eingetragen war. Man muss also die Arbeitslosigkeit schon lange vorausgesehen haben, um durch einen Lohnsteuerklassenwechsel profitieren zu können. Eine zweite Lösung für den besserverdienenden Partner mit unsicherem Job ist es, statt der bisherigen IV/IV-Steuerklassenkombination auf IV/IV mit Faktor zu setzen.

    Generell ist ein Steuerklassenwechsel bis zum 30. November eines jeden Jahres jederzeit möglich. Allerdings kann nicht beliebig oft hin- und hergewechselt werden. Wer die Steuerklasse mehr als einmal pro Jahr wechseln will, muss triftige Gründe vorweisen. Hierzu zählen der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Tod des Ehepartners.

    Besondere Regelung bei Altersteilzeit

    Auch bei der Altersteilzeit spielt die Wahl der Steuerklasse keine unwichtige Rolle. Der Aufstockungsbetrag, den der Arbeitgeber an Angestellte in Altersteilzeit zahlt, ist vom Nettolohn abhängig. Der Zuschuss fällt also höher aus, wenn die Steuerklasse III oder IV vorliegt.

    Wenn ein Arbeitnehmer zur Altersteilzeit von der Steuerklasse V in die Klasse III wechselt, muss der Arbeitgeber wesentlich mehr Geld zuschießen. Dagegen kann sich der Arbeitgeber wehren. Den Wechsel von der Steuerklassenkombination V/III zu IV/IV muss er allerdings nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts hinnehmen (AZ.: 9 ARZ 423/05).

    Источники: http://www.finanztip.de/lohnsteuer-steuerklasse/, http://www.steuerklassen.com/lohnsteuerklassen/ehepaar/, http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Ehepaare-koennen-tricksen-article3321361.html

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