Wann bekommt man das geld von der steuererklärung

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    Steuererklärung 2017 :  So bekommen Sie Geld vom Finanzamt zurück

    985 Euro bekommt jeder Berliner im Schnitt vom Finanzamt zurück. Mit ein paar Tricks kann man Steuern sparen. Was Sie dazu wissen müssen.

    Die Mühe lohnt sich: Durchschnittlich 985 Euro haben Berlins Steuerzahler nach Angaben der Senatsverwaltung für Finanzen im vergangenen Jahr vom Finanzamt zurückbekommen – 985 gute Gründe, sich in den nächsten Tagen oder Wochen an den Schreibtisch zu setzen, Belege zusammenzusuchen und seine Steuererklärung zu machen. Denn sonst läuft man Gefahr, Geld zu verschenken.

    Online oder auf Papier?

    Dabei ist es egal, ob Sie Ihre Angaben elektronisch über das „Elster“-Verfahren machen oder die Papiervordrucke ausfüllen. Zwischen sieben und neun Wochen hat es im vergangenen Jahr nach Angaben der Senatsverwaltung gedauert, bis die Finanzämter die Steuererklärungen bearbeitet hatten – egal, ob man „Elster“ genutzt hat oder, wie es in Berlin noch immer rund ein Drittel der Steuerbürger tun, die guten alten Papierformulare. Die dürfen Arbeitnehmer und Rentner auch in Zukunft weiter verwenden.

    Eigentlich hatte die Regierung das ändern wollen. Im Steuermodernisierungsgesetz, das im vergangenen Jahr verabschiedet worden ist und dessen Regelungen nun peu à peu umgesetzt werden, hatte das Bundesfinanzministerium alle Steuerzahler in die Pflicht nehmen wollen, ihre Steuererklärungen nur noch online zu übermitteln. Viele Steuererklärungen werden schon heute nicht mehr vom Sachbearbeiter, sondern vom Computer überprüft. Eine hundertprozentige Elster-Quote hätte das erleichtert. Nach zahlreichen Protesten ist man davon aber wieder abgerückt. Für Selbstständige gibt es eine solche „Elster“-Pflicht allerdings schon heute.

    Muss ich eine Erklärung machen?

    Für viele ist die Steuererklärung freiwillig, für einige ist sie aber Pflicht. Das gilt etwa für Arbeitnehmer oder Pensionäre mit Steuerklasse V, IV mit Faktor oder VI. Auch wer sich Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte hat eintragen lassen, muss in aller Regel mit dem Finanzamt abrechnen, es sei denn, man hat im vergangenen Jahr maximal 11.000 Euro verdient (Ehepaare: 20.900 Euro). Auch bei Nebeneinkünften (Miete, selbstständige Arbeit) über 410 Euro – Minijobs zählen nicht – muss man eine Steuererklärung abgeben. Gleiches gilt, wenn man Lohnersatzleistungen wie Eltern- oder Arbeitslosengeld von über 410 Euro bezogen hat. Rentner sind betroffen, wenn sie mit ihren Einkünften aus der Rente und anderen Einkommensquellen wie Miete und Verpachtung über den steuerlichen Grundfreibetrag von 8652 Euro (Ehepaare: 17.304 Euro) kommen. Anleger müssen tätig werden, wenn sie noch Kirchensteuer für ihre Kapitalerträge abführen oder ausländische Erträge versteuern müssen.

    Wie lange habe ich Zeit?

    In Zukunft haben Steuerzahler mehr Zeit für ihre Steuererklärung. Nach dem Steuermodernisierungsgesetz wird die Frist um zwei Monate verlängert. Wer seine Steuererklärung selbst macht, hat dann bis zum 31. Juli Zeit, wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein einschaltet, sogar bis zum 28. Februar. Allerdings gilt das erst ab dem Veranlagungszeitraum 2017, für den man seine Steuererklärung 2018 abgibt. Die neuen, dann maßgeblichen Daten sind der 31. Juli 2018 und der 28. Februar 2019.

    Im neuen Recht gelten aber Zuckerbrot und Peitsche: Die Verlängerung ist nämlich an schärfere Sanktionen geknüpft, wenn man die Fristen nicht einhält. Für jeden Monat, den man verspätet abgibt, kann der Finanzbeamte in Zukunft 25 Euro Verspätungszuschlag erheben. Bisher ist das im Wesentlichen in das Ermessen der Sachbearbeiter gestellt.

    Für dieses Jahr bleibt aber noch alles beim Alten. Wer seine Erklärung ohne fremde Hilfe ausfüllt, muss bis zum 31. Mai fertig sein, Steuerberater oder Mitarbeiter von Lohnsteuerhilfevereinen müssen das Finanzamt bis spätestens 2. Januar 2018 beliefern.

    Muss ich Belege mitschicken?

    Viele Sachbearbeiter winken inzwischen ab. Sie haben keine Lust mehr, mit Bewirtungsquittungen, Bücherrechnungen oder Belegen über neue Brillen bombardiert zu werden. Das heißt aber nicht, dass Sie diese Unterlagen in den Papierkorb werfen dürfen. Auf Verlangen des Finanzamts muss man nämlich alle Ausgaben belegen können. „Spendenbescheinigungen muss man allerdings in jedem Fall beifügen“, sagt der Berliner Steuerberater Wolfgang Wawro. Auch wenn sich Ausgaben deutlich verändert haben, sollte man Quittungen beifügen. „Wenn Sie statt 100 Euro ausnahmsweise 600 Euro für Fachliteratur ausgegeben haben, sollten Sie die Rechnungen von sich aus beifügen“, rät Wawro.

    Was ist dieses Jahr neu?

    Steuerzahler profitieren bei der aktuellen Steuererklärung von einigen Vergünstigungen. Der Grundfreibetrag, bis zu dem Einkünfte komplett von der Steuerpflicht verschont bleiben, ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 168 Euro auf 8820 Euro (Verheiratete: 17.640 Euro) gestiegen. Kindergeld und Kinderfreibetrag sind ebenfalls erhöht worden, beim Kindergeld sind es zwei Euro pro Kind, beim Kinderfreibetrag sind es 108 Euro im Jahr.

    Wer Angehörige finanziell unterstützt, kann für 2016 bis zu 8652 Euro als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen, 180 Euro mehr als im Vorjahr. Beiträge an die Rentenversicherung, an berufsständische Versorgungswerke und – wichtig für Selbstständige – für die Rürup-Rente können jetzt bis zu einer Höhe von 22.767 Euro geltend gemacht werden, das Finanzamt berücksichtigt davon 82 Prozent. Bonuszahlungen der Krankenkassen mindern nicht mehr die abziehbaren Beiträge, wenn man die Gesundheitsprogramme selbst bezahlt hat, etwa Yoga- oder Pilateskurse, und von der Krankenkasse später einen Teil oder alles zurückbekommt.

    Eine wichtige Erleichterung betrifft die Schusseligen unter den Steuerzahlern. Wer Schreibfehler in seiner Steuererklärung macht, kann diese jetzt auch nach Ablauf der einmonatigen Einspruchsfrist korrigieren. Bisher galt das nur für Fehler, die dem Finanzamt unterlaufen sind. Das ist die einzige Regelung aus dem Steuermodernisierungsgesetz, die schon für diese Steuererklärung gilt.

    Wie kann ich sparen?

    Sparen lässt sich vor allem mit Hilfe der Werbungskosten. Wer schon mit dem Weg zur Arbeit (Entfernungspauschale: 30 Cent pro Kilometer, einfacher Weg) an der Werbungskostenpauschale von 1000 Euro kratzt, schafft es mit zusätzlichen Ausgaben für Büromaterial, Fachliteratur oder Fortbildungen, über die Grenze zu springen – und so Steuern zu sparen. Wer nicht nur an einem Ort arbeitet, sondern zwei Arbeitsstätten hat, kann den Weg zum zweiten Arbeitsort als Reisekosten abrechnen. Der Vorteil: Statt der Pauschale kann man dann 30 Cent für jeden gefahrenen Kilometer – also für Hin- und Rückweg – absetzen. „Für Autofahrer kann sich das lohnen“, sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine.

    Steuern sparen kann man auch, indem man Handwerker und Haushaltshilfen beschäftigt. Für Handwerker kann man Lohnkosten von bis zu 6000 Euro im Jahr ansetzen, davon berücksichtigt der Fiskus 20 Prozent, also 1200 Euro im Jahr. Ausgaben für Reinigungskräfte oder Gärtner kann man sogar bis zu einer Höhe von 20.000 Euro geltend machen, unterm Strich kann man so 4000 Euro/Jahr sparen. Übrigens: Wenn die Großeltern die Kinder hüten und man sie dafür bezahlen möchte, kann man auch das als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen, sagt Steuerberater Wawro. Falls Oma und Opa das nicht wollen, könne man ihnen zumindest die Monatskarte für die BVG spendieren – und sich einen Teil über die Steuer zurückholen.

    Wer kann ein Arbeitszimmer absetzen?

    Bis zu 1250 Euro im Jahr kann man als Werbungskosten von der Steuer absetzen, wenn man in seiner privaten Wohnung oder in seinem Haus ein Arbeitszimmer hat und der Arbeitgeber keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Ein Problem, das Lehrer kennen, aber auch Förster und Mitarbeiter im Außendienst. Sogar unbegrenzt lassen sich die Kosten für das Arbeitszimmer geltend machen, wenn sich – wie bei vielen Freiberuflern – der Schwerpunkt der gesamten Tätigkeit im Heimarbeitszimmer abspielt.

    Falls Sie nach diesen Vorgaben ein Arbeitszimmer beanspruchen können, können Sie die Ausgaben für Miete, Strom und Nebenkosten anteilig (Verhältnis des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche) absetzen. Auch Renovierungskosten und die Ausgaben für die Ausstattung des Raums mit Teppichboden oder Lampen kann man steuerlich geltend machen. Übrigens: Aufwendungen für Schreibtisch, Stuhl, Computer oder Drucker kann man immer als Werbungskosten angeben, auch ohne Arbeitszimmer.

    Was nicht geht

    Neue Urteile des Bundesfinanzhofs haben die Hoffnung so mancher Arbeitnehmer auf ein steuerlich absetzbares Arbeitszimmer gedämpft. Das Arbeitszimmer muss ein abgeschlossener Raum sein, Durchgangszimmer sind ausgeschlossen, eine kleine Arbeitsecke reicht nicht. „Der Steuerzahler muss sich warm anziehen“, sagt der Berliner Steuerberater Wolfgang Wawro. „Die Finanzrichter sehen das Ganze sehr kritisch.“ Es könne sein, vermutet Wawro, dass Finanzbeamte künftig verstärkt Kontrollen durchführen und sich die Zimmer vor Ort ansehen. Eine gute Nachricht aber gibt es. Eine Couch, sagt Wawro, dürfe auch in einem Arbeitszimmer stehen. „Auch Arbeitnehmer müssen sich ausruhen können.“

    Steuererklärung abgegeben Wann kommt die Rückerstattung?

    Die Steuererklärung ist nicht jedermanns Sache, aber wenigstens lohnt sich der Aufwand meistens. Wer sich jetzt schon an die Arbeit macht, wird allerdings eine ganze Weile auf die Rückerstattung warten müssen.

    Die Tage sind kurz, kalt und oft auch nass und als wäre das nicht genug, sind Januar und Februar auch finanziell meist unangenehme Monate. Das Weihnachtsgeld – so es denn welches gab – ist ausgegeben, die Stromrechnung fällt nicht immer erfreulich aus und oft buchen auch noch diverse Versicherungen ihre Prämien ab. Eine Möglichkeit, das gebeutelte Konto mit relativ wenig Aufwand wieder aufzufüllen: die Steuererklärung. Zumindest diejenigen, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, können sich oft ganz ansehnliche Summen zurückholen. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts bekommen Arbeitnehmer im Schnitt rund 870 Euro Nachzahlung. Wer jetzt allerdings auf buchstäblich schnelles Geld hofft, wird enttäuscht. Im Februar wird das wohl nichts mehr mit der Finanzspritze vom Fiskus.

    In der Regel legen die Finanzämter nämlich erst ab März mit der Bearbeitung der neuen Steuererklärungen los. Aus guten Gründen. Zum einen gibt es in jedem Jahr Änderungen beim Steuerrecht. Und die müssen auch in der Software der Finanzbehörden berücksichtigt werden. Anfang des Jahres werden die Programme aktualisiert. Zum anderen dauert es seine Zeit, bis die Finanzämter die nötigen Unterlagen beisammen haben. Arbeitgeber, Versicherungen und andere Institutionen haben per Gesetz bis Ende Februar Zeit, die Daten an die Finanzverwaltung zu übermitteln, die für die Steuerberechnung gebraucht werden. Dazu zählen unter anderem Lohnsteuerbescheinigungen, Rentenbezugsmitteilungen und die Beitragsdaten zur Kranken- und Pflegeversicherung.

    Solange diese Informationen nicht vorliegen, kann das Finanzamt mit den eingehenden Steuererklärungen nichts anfangen. Manchmal zieht sich der Bearbeitungsstart auch noch länger hin. Die Finanzämter in Brandenburg etwa legen erst los, wenn 85 Prozent der Daten vorliegen, berichtet die Vereinigte Lohnsteuerhilfe. Das konnte in der Vergangenheit auch mal Ende März werden. Dieses Jahr wollen die Finanzämter in Brandenburg und Berlin Mitte März startklar sein, in Hessen, Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern bereits am Anfang.

    Elster geht auch nicht viel schneller

    Auch wenn die Steuererklärungen erstmal in der Ablage landen, kann es nicht schaden, sich jetzt schon darum zu kümmern. Bearbeitet werden sie nämlich nach der Reihenfolge ihres Eingangs. Wer die Sache noch etwas beschleunigen will, nutzt zur Übermittlung das Elster-Verfahren. Der zeitliche Vorteil ist aber überschaubar. Laut dem Bund der Steuerzahler muss man nur "wenige Tage" länger warten, wenn man die Formulare per Hand ausfüllt, einscannt und per E-Mail ans Finanzamt schickt.

    Arbeitnehmer bekamen in den letzten Jahren im Schnitt meist um die 870 Euro zurück.

    Seit Jahren führt der Bund der Steuerzahler über die Bearbeitungszeiten in den einzelnen Bundesländern Statistik. Viel wichtiger als die Frage, auf welchem Weg die Steuererklärung das Finanzamt erreicht, ist demnach der Zeitpunkt. Spätestens bis Ende April sollte man in die Puschen kommen, wenn man auf eine baldige Rückzahlung hofft. Denn Ende Mai und Anfang Juni haben die Finanzbeamten alle Hände voll zu tun, den Schwung der Pflichtveranlagten abzuarbeiten, also derer, die ihre Steuererklärung bis zum 31. Mai abgeben müssen.

    Wie lange die Bearbeitung dann letztlich dauert, hängt stark vom jeweiligen Bundesland ab. In Baden-Württemberg mussten Arbeitnehmer 2014 nur 36 Tage warten, in Hamburg und Rheinland-Pfalz waren die Fälle im Schnitt nach gut fünf Wochen erledigt. In den meisten anderen Ländern dauerte es ein bis zwei Woche länger. Mit Abstand am meisten Geduld war laut Steuerzahlerbund in Bremen nötig, dort brauchten die Finanzämter gut drei Monate.

    Wenn sich nichts tut

    Eine gesetzliche Regelung, wie lange sich die Finanzämter Zeit lassen dürfen, gibt es nicht. Wer nach drei Monaten noch keine Reaktion bekommen hat, sollte beim zuständigen Sachbearbeiter nachhaken – zumindest empfiehlt sich das, wenn man Geld zurückerwartet. Ist nach sechs Monaten immer noch kein Steuerbescheid angekommen, kann man dem Finanzamt einen sogenannten Untätigkeitseinspruch schicken. Entsprechende Musterschreiben findet man im Netz. In diesem Fall empfiehlt es sich aber, dass die abgegebene Steuererklärung wirklich wasserfest ist, also keine zweifelhaften Positionen enthält. Denn nach dem Einspruch sind die Aussichten auf Kulanz seitens der Finanzbeamten natürlich geringer.

    Wenn man nicht dringend auf das Geld angewiesen ist, kann ein trödelndes Finanzamt sogar von Vorteil sein. Nach Ablauf von 15 Monaten nach dem Steuerjahr muss die Steuererstattung verzinst werden – und das sogar sehr gut. Für jeden Monat, der über diese Frist hinaus geht, muss der Fiskus 0,5 Prozent Zinsen zahlen.

    Wie lange muss ich aufs Geld warten? (Serie, Teil 53)

    Wissen Sie, tief in meinem Herzen bin ich ein sehr optimistischer Mensch. Und deshalb glaube ich fest daran, dass mittlerweile alle ihre Steuererklärung abgegeben haben. Für die hoffentlich ganz wenigen Ausnahmen: Nicht vergessen, am Dienstag ist schon der 31. Mai. Und der ist nun mal der Stichtag für die Abgabe der Steuererklärung.

    Sie sehen, für die Abgabe gibt es klare Regeln und Fristen. Doch was ist mit der Antwort des Finanzamts, also dem Steuerbescheid und der Steuererstattung? Wie lange dauert das, kann ich das Geld schon für den Sommerurlaub einplanen? Oder lässt sich das Verfahren wenigstens beschleunigen? Und weil diese Fragen jedes Jahr kommen, erfahren Sie hier alles, was Sie wissen müssen.

    Wann kommt mein Steuerbescheid?

    Ganz ehrlich, wenn ich das auf den Tag genau sagen könnte, würde ich nicht mehr bei smartsteuer arbeiten. Sondern mit meiner Glaskugel und meinen Tarotkarten jedermann die Zukunft voraussagen – und mir meine Treffsicherheit fürstlich entlohnen lassen.

    Aber im Ernst: Wie lange es dauert, bis Ihre Steuererklärung bearbeitet wird, hängt von vielen Faktoren ab. Ganz klar, je später Sie abgeben Richtung Ende Mai, desto länger wird es dauern, denn da geben erfahrungsgemäß immer noch die meisten Leute ab. Es hängt auch davon ab, wo Sie wohnen, wie gut Ihr Finanzamt mit Mitarbeitern besetzt ist, ob es gerade in diesem Jahr eine Software-Umstellung gab, wie einfach oder kompliziert Ihr Steuerfall ist, ob Sie elektronisch oder auf Papier abgeben und und und…

    Wie das im Detail aussieht, hatte im Sommer 2014 die BILD-Zeitung mit dem Bund der Steuerzahler erfragt. Demnach ging es von der Abgabe der Steuererklärung bis zum Steuerbescheid in Rheinland-Pfalz am schnellsten mit 38 Tagen, das Schlusslicht bildete Bremen mit 96 Tagen. Wichtig: Das sind „nur“ Durchschnittswerte. Auch in Bremen kann es mal nur zwei Wochen dauern – und in Rheinland-Pfalz drei Monate.

    Die Berliner Boulevardzeitung BZ stellte sich die gleiche Frage 2015 für die Hauptstadt. Dort war der Tabellenletzte Wedding (61 Tage), während Zehlendorfer im Schnitt fast einen Monat eher ihren Steuerbescheid erhielten (34 Tage).

    Sie sehen, acht Wochen Wartezeit ist nicht ungewöhnlich. Ausreißer nach oben und unten inklusive. Sie sollten die Steuererstattung also nicht für den Sommerurlaub einplanen, wenn Sie erst im Mai abgegeben haben.

    Übrigens: Das Finanzamt darf sich generell nicht unbegrenzt Zeit lassen, um Ihnen den Steuerbescheid zuzuschicken. Die Frist beträgt sechs Monate, verlängert sich aber, wenn das Finanzamt innerhalb der Frist Nachfragen hatte. Sie können unmittelbar nach Fristablauf Einspruch wegen Untätigkeit einlegen und sechs Monate später deswegen klagen. Dauert es noch länger: Ab 15 Monaten Verspätung stehen Ihnen Zinsen auf Ihre Steuererstattung zu.

    Bescheid ist da – wann ist die Steuererstattung auf dem Konto?

    Ist der Steuerbescheid da, geht es meist schnell. Wenn Sie ihn online abgerufen haben, sollte das Geld innerhalb einer Woche auf dem Konto sein. Kommt der Bescheid „nur“ per Post, sind es ab Eintreffen des Briefs in der Regel nur wenige Tage. Lässt das Geld auf sich warten, überprüfen Sie bitte noch einmal im Steuerbescheid, ob Sie bei der Kontoverbindung auch ja keinen Fehler gemacht haben und wenden sich danach ans Finanzamt.

    Kann ich das Verfahren beschleunigen?

    Ein kleines bisschen schon. Es gibt prinzipiell zwei potenzielle Tempomacher: das gute Timing bei der Abgabe und die Art der Abgabe.

    • Abgabetermin : März und April sind der Erfahrung nach die besten Monate für eine recht schnelle Bearbeitung. Wer erst im Mai seine Steuererklärung abgibt, muss mit Verzögerungen rechnen. Das lässt sich gut mit den großen Staus auf deutschen Autobahnen am Beginn der Sommerferien vergleichen. Wer hingegen sehr früh abgibt (also Januar und Februar), muss auch länger als nötig warten. Denn in den Finanzämtern wird gewartet, bis Ende Februar alle Daten (etwa vom Arbeitgeber) übermittelt wurden. Zudem müssen Anfang des Jahres auch Gesetzesänderungen in die Steuersoftware eingearbeitet werden.
    • Elektronische Abgabe : Auch wenn immer mehr Steuerzahler diesen Weg gehen – und deshalb der Vorteil gegenüber der Papiererklärung nicht mehr ganz so groß ist – es geht schneller. Es leuchtet ein, dass bei einer Steuererklärung auf Papier Daten von Finanzbeamten eingegeben werden müssen. Das macht nicht nur Fehler wahrscheinlicher, sondern kostet auch Zeit.

    Zusammenfassung : Ist Ihr Steuerbescheid da, bekommen Sie in der Regel innerhalb weniger Tage danach Ihr Geld. Wann Sie allerdings Ihren Steuerbescheid erhalten, ist nie vorherzusagen. Rechnen Sie deshalb mit acht Wochen und mehr. Nach sechs Monaten muss der Bescheid laut Gesetz aber da sein.

    Geschrieben von: Theresa Voigt

    Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

    Wo steht denn die 6 Monate Frist, in der das Finanzamt die Erklärung bearbeiten muss oder ist das herrschende Meinung bzw. Rechtsprechung? Und selbiges für die weiteren 6, nach der man klagen kann wegen Untätigkeit?

    Und die 15 Monate Verspätung mit Zinslauf: Ab Abgabe oder regular ab 1. April des übernächsten Jahres, § 233a (2) AO? Vielen Dank

    Die sechsmonatige Frist ist leider nicht explizit für das Veranlagungsverfahren geregelt und auch keine starre Grenze. In § 146 FGO ist jedoch die Untätigkeitsklage für das Rechtsbehelfsverfahren geregelt. Dort heißt es:

    „Die Klage kann nicht vor Ablauf von sechs Monaten seit Einlegung des außergerichtlichen Rechtsbehelfs erhoben werden.“

    In entsprechender Anwendung kann man davon ausgehen, dass diese Regelenscheidungsfrist auch im allgemeinen Verwaltungsverfahren gilt. Hiervon geht zumindest die herrschende Meinung aus.

    Die Verzinsung beginnt nach § 233a AO 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden ist, sog. Karenzzeit. Bei der Einkommensteuererklärung beginnt die Verzinsung für 2015 somit am 1.4.2017

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    • Juliane Bunte sagt Das kann man so pauschal leider nicht sagen. Wenn sie 2017 unter dem Grundfreibetrag (also nach Abzug von zB Vorsorgeaufwendungen) von 8.820€ liegt, w.
    • alexander schmidt sagt Hallo meine Mutter ist 83 Jahre muß die auch einen Steuerausgleich noch Machen wenn sie über 1100 euro Pension bekommt!
    • Juliane Bunte sagt Für solche konkreten Sachverhalte sollten Sie überlegen einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Diese Frage kann in diesem Rahmen leider nicht beantwortet w.
    • Jacqueline Malachowski sagt Hallo, Ich habe die Steuererklärung für 2015 viel zu sät abgegeben musste aber für 2015 für angebliche Mieteinnahmen 1700 Euro an das Finanzamt zahlen.
    • Juliane Bunte sagt Zu den Zahlungsmodalitäten können Sie Rücksprache mit Ihrem Finanzamt halten.

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    Источники: http://m.tagesspiegel.de/wirtschaft/steuererklaerung-2017-so-bekommen-sie-geld-vom-finanzamt-zurueck/19444712.html, http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Wann-kommt-die-Rueckerstattung-article16922446.html, http://www.smartsteuer.de/blog/2016/05/27/wie-lange-muss-ich-aufs-geld-warten-serie-teil-53/

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