Was ist ein minijob

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    Alles über den Minijob

    • Als Minijob gilt ein Job mit einer Verdienstobergrenze von 450 Euro.
    • Ein Minijob wird auch ‚geringfügiges Beschäftigungsverhältnis‘ genannt.
    • Beim Minijob zahlt der Arbeitnehmer keine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
    • Wenn der Arbeitnehmer möchte, kann er aber Rentenversicherung zahlen.
    • Als Minijobber hat man Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlten Urlaub.

    Was ist ein Minijob? – eine Definition

    Minijobs sind geringfügige Beschäftigungen, für die bestimmte Sonderregeln bei den Sozialversicherungen gelten. Kennzeichen derartiger Arbeitsverhältnisse sind ein klar gedeckeltes Arbeitsentgelt sowie eine ebensolche Arbeitszeit.

    Wie hoch ist das Arbeitsentgelt bei einem Minijob?

    Minijobber dürfen bis maximal 450 Euro pro Monat verdienen. Man spricht deshalb auch von 450 Euro Jobs, wenn man die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse meint.

    Das Arbeitsentgelt wurde von ursprünglich 400 Euro angehoben, da die Jobs inzwischen unter die Sozialversicherungspflicht fallen und besteuert werden. Folgende Abgaben sind an die Minijob-Zentrale zu entrichten:

    • Lohnsteuer in einer pauschalen Höhe von 2 Prozent
    • Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung
    • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung
    • diverse Umlagen

    Die häufigsten Minijobs

    Wie kann man die Sozialversicherungspflicht beim Minijob umgehen?

    Wer fürchtet, als 450 Euro Jobber keine gute Stelle mehr zu bekommen, kann sich auch mit einem Arbeitsentgelt bis 400 Euro zufriedengeben. In diesem Fall entfällt die Sozialversicherungspflicht.

    Sollte man nur die geringfügige Beschäftigung ausüben, sind auch keine Steuern zu bezahlen. Ab 400,01 Euro beginnt die Sozialversicherungspflicht.

    Minijobber können sich zudem auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. In diesem Fall zahlt der Arbeitgeber weiterhin 15 Prozent Abgaben, der Arbeitnehmer muss hingegen keine 3,7 Prozent mehr zuschießen.

    Wer zahlt die Krankenversicherung in einem Minijob?

    Die wichtigste Regelungen zuerst: Wer weniger als 450 Euro oder genau diesen Betrag pro Monat netto verdient, muss die gesetzliche Krankenversicherung nicht selbst bezahlen. Wer stattdessen dafür aufkommen muss, hängt vom individuellen Fall ab:

    Der Minijobber übt nur die geringfügige Beschäftigung aus: Der Arbeitgeber zahlt pauschal 13 Prozent des Nettogehalts noch einmal zusätzlich für die Versicherung.

    Der Minijobber ist familienversichert (z.B. als Student): Die Familienversicherung deckt die Kosten ab.

    Der Minijobber geht einer Hauptbeschäftigung nach: Die Kosten werden über den Hauptjob abgedeckt.

    Zwei weitere Szenarien sind zudem denkbar:

    1. Der Arbeitnehmer übt mehrere Minijobs gleichzeitig aus: Die Einkünfte werden addiert und der Versicherte muss selbst einen Teil der Kosten für die Krankenversicherung tragen.
    2. Der Arbeitnehmer geht zusätzlich zu seinem Hauptjob mehreren Minijobs nach: Auch hier werden die Einkünfte addiert und der Versicherte muss selbst einen Teil der Kosten für die Krankenversicherung tragen.

    Was gilt für die private Krankenversicherung bei einem Minijob?

    Wer privat versichert ist und dies auch bleiben möchte bzw. muss, sollte Folgendes beachten: Der Arbeitgeber ist von der Zahlung der Versicherung befreit. Die Kosten für diese muss der Arbeitnehmer selbst tragen.

    Wer die Möglichkeit besitzt, die private Versicherung zu verlassen und nur Einkünfte als Minijobber bezieht, sollte deshalb von der entsprechenden Option Gebrauch machen. Der finanzielle Nachteil ist andernfalls erheblich.

    Urlaubsanspruch beim Minijob – wie viele Tage stehen dem Arbeitnehmer zu?

    Grundsätzlich unterscheidet sich der Urlaubsanspruch eines Minijobbers nicht von dem, den der Gesetzgeber im Arbeitsrecht festgehalten hat. Vier Wochen bzw. 24 Tage Erholungsurlaub stehen dem Arbeitnehmer demnach zu. Zu bedenken ist dabei jedoch: Der Gesetzgeber geht von einer sechs Tage Woche aus. Wird an weniger Tagen gearbeitet, muss der Anspruch umgerechnet werden.

    Wie errechnet man den jährlichen Urlaubsanspruch bei einem Minijob?

    Die Formel, um den eigenen Anspruch auf Erholungsurlaub im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung zu errechnen, lautet:

    • (Wöchentliche Arbeitstage x 24 ‚Erholungsurlaubsanspruch‘) / 6 ‚Grundlage der wöchentlichen Arbeitstage‘ = Urlaubsanspruch
    • Der Arbeitnehmer hat eine 5-Tage-Woche: (5 wöchentliche Arbeitstage x 24) = 120 / 6 = 20

    Ein Minijobber, der an fünf Tagen in der Woche arbeitet, hat folglich einen Anspruch auf 20 Tage Erholungsurlaub.

    Wann vergrößert sich der Urlaubsanspruch im Minijob?

    Das Arbeitsrecht enthält noch eine weitere Klausel, die viele Arbeitnehmer, aber häufig auch Arbeitgeber nicht kennen. Es geht um das Gebot der Gleichbehandlung.

    Und das besagt die zusätzliche Klausel: Beschäftigt ein Arbeitgeber nicht nur Minijobber, sondern auch reguläre Kräfte und erhöht diesen den Urlaubsanspruch, so gilt die Erhöhung eins zu eins auch für die Minijobber. Die Art des Beschäftigungsverhältnisses spielt keine Rolle. Im Umkehrschluss gilt deshalb auch: Erhöht der Arbeitgeber den Minijobbern den Erholungsurlaub, so muss im gleichen Maße den regulär Beschäftigten mehr Urlaub zustehen.

    Gibt es Gehaltsansprüche während des Urlaubs beim Minijob?

    Auch hier gilt, was im Arbeitsrecht vorgeschrieben ist. Die Gehaltszahlungen werden fortgesetzt, ganz so, als wäre der Minijobber vor Ort und würde arbeiten. Der Verdienst darf nicht gekürzt werden, muss aber auch nicht zusätzlich erhöht werden.

    Anders als beim Anspruch auf die Anzahl der Urlaubstage gilt hier allerdings das Gebot der Vertragsfreiheit. Möchte der Arbeitgeber seinen regulären Kräften oder den Minijobbern zusätzliches Urlaubsgeld bezahlen, erwächst darauf im Umkehrschluss nicht die Pflicht, dies auch für die jeweils anderen zu tun.

    Der Arbeitsvertrag beim Minijob – was ist anders?

    Der Gesetzgeber hat für die Minijobber das Gebot der Gleichbehandlung festgeschrieben. Dieses greift jedoch nicht nur beim Urlaubsanspruch, sonder geht weit darüber hinaus. Denn das Gebot besagt, dass der Vertrag grundsätzlich die gleichen Erfordernisse wie jedes andere Dokument für sonstige Teilzeit-Beschäftigte erfüllen muss. Zudem gelten die identischen Arbeitsschutz-Bestimmungen.

    Hartz IV und Minijob: Auflagen und Freibeträge

    Hartz-IV und Minijob – geht das? Ja, das ist möglich! Ein Minijob kann gerade für Hartz-IV-Empfänger eine gute Möglichkeit sein, die Haushaltskasse aufzubessern. Wichtig: Die Tätigkeit und das entstehende Einkommen müssen vor Aufnahme, spätestens aber am ersten Arbeitstag, dem zuständigen Jobcenter oder Arbeitsamt gemeldet werden. Dadurch wird sichergestellt, dass niemand ungerechtfertigte Leistungen erhält.

    Lohnenswert: Hartz IV mit Minijob aufstocken

    Erwerbstätige Hartz-IV-Empfänger können ihr ALG II mit einem Minijob aufstocken. Das bedeutet, dass die Einkünfte aus dem Minijob mit den Leistungen des Jobcenters verrechnet werden. Jedoch wird nicht jedes Einkommen automatisch angerechnet.

    Folgende Freibeträge gestalten sich auf Grundlage von §11b Sozialgesetzbuch II:

    • Der Grundfreibetrag beträgt 100 Euro pro Monat.
    • Bei einem Bruttoeinkommen zwischen 101 und 1000 Euro werden 80 Prozent der Leistungen angerechnet.
    • Bei einer Bezahlung zwischen 1001 und 1200 Euro werden 90 Prozent auf die Leistungen angerechnet.
    • Höhere Beiträge werden komplett auf das ALG II angerechnet.

    Welche Kosten durch Sozialversicherungen entstehen dem Arbeitgeber?

    Wie viele Menschen haben einen Minijob?

    Die jüngsten belastbaren Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (März 2016) besagen, dass es derzeit knapp 7,3 Millionen Euro Minijobber gibt. Interessant dabei: Rund fünf Millionen Menschen üben ihre Minijobs ausschließlich aus.

    Seit aus den 400 Euro Jobs jedoch die 450 Euro Jobs wurden und die Sozialversicherungspflicht eingeführt wurde, ist die Zahl ganz offenbar rückläufig. Wie ‚Der Freitag‘ berichtet, hatten Mitte 2013 noch 6,7 Millionen Menschen einen Minijob.

    Allerdings muss der Rückgang nicht nur auf die neuen 450 Euro Jobs zurückzuführen sein, welche die Minijobs für Arbeitgeber uninteressanter machten. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt verlief in diesem Jahr insgesamt sehr positiv. Viele Minijobber konnten in ein vollwertiges Beschäftigungsverhältnis wechseln.

    Minijob-Zentrale feiert Geburtstag

    Effiziente Verwaltung und mehr legale Beschäftigung: Minijob-Zentrale zieht positive Bilanz

    Die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) feiert am 1. April ihren 10. Geburtstag. Seit 2003 ist sie die zentrale Stelle für die Abwicklung des Melde- und Beitragsverfahrens rund um die geringfügigen Beschäftigungen, die sogenannten Minijobs. Die Bilanz der Minijob-Zentrale kann sich sehen lassen.

    So wurde die Meldung und Beitragszahlung für Minijobs erheblich vereinfacht. Rund 2,1 Millionen Arbeitgeber müssen nur noch mit einer einzigen Stelle abrechnen und nicht wie früher mit mehr als 350 Krankenkassen und rund 700 Finanzämtern. Mit circa 1.700 Mitarbeitern und jährlich rund 6,7 Milliarden Euro eingezogenen Beiträgen ist sie die größte Einzugsstelle in Deutschland – und gleichzeitig eine der Effizientesten: Möglich wird dies durch modernstes Organisationsmanagement an den Standorten Essen, Cottbus, Gelsenkirchen und Hamburg.

    Das Finanz- und Logistik-Zentrum der Minijob-Zentrale ist in Essen untergebracht. Hier wird sämtliche Eingangspost gescannt und umgehend für eine Bearbeitung zur Verfügung gestellt. In Cottbus befindet sich das Service-Center der Minijob-Zentrale. Hier werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber in allen Fragen zur geringfügigen Beschäftigung kompetent beraten. 2012 erreichten das Service-Center rund 2,3 Millionen telefonische Anfragen. Die Internet-Seite der Minijob-Zentrale wurde 2012 rund 4,7 Millionen mal aufgerufen.

    Entgegen der öffentlichen Diskussion hat sich die Zahl der Minijobber in den vergangenen Jahren kaum verändert. Im gewerblichen Bereich gibt es aktuell in Deutschland etwa 6,8 Millionen Minijobber. Hier sind die Beschäftigtenzahlen in den vergangenen Jahren sogar leicht rückläufig.

    Erfreulich ist die Entwicklung der Zahl der gemeldeten Minijobber in Privathaushalten. Sie hat sich seit April 2003 mehr als verachtfacht und liegt aktuell bei mehr als 249.000. Dies liegt allerdings nicht an einer Ausweitung der Minijobs im Haushalt, sondern daran, dass immer weniger Haushaltshilfen schwarz arbeiten.

    „Mit Hilfe der neuen Regelungen und der Zentralisierung des Melde- und Beitragswesens bei einer einzigen Stelle wurde ein wesentlicher Beitrag zur Reduzierung von Verwaltungskosten und zur Entbürokratisierung geleistet“, resümiert Dr. Erik Thomsen, Leiter der Minijob-Zentrale. „Darüber hinaus konnte die Schwarzarbeit belegbar eingedämmt werden.“ Die Bedeutung der Minijobs als moderne Beschäftigungsform hat deutlich zugenommen. Die in der öffentlichen Diskussion stehende Frage, ob sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse durch Minijobs vernichtet werden, kann laut Thomsen grundsätzlich verneint werden. „Im Vergleich sind sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen seit Dezember 2004 mit 10,5 % stärker gewachsen als die Minijobs mit 1,8 %. Die Minijobs vernichten also keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“, so Dr. Thomsen.

    Weitere Informationen gibt es unter www.minijob-zentrale.de.

    Quelle: Pressemitteilung Knappschaft-Bahn-See vom 28.03.2013

    Marcel Kowalski ist Redaktionsleiter des Healthcare-Netzwerkes und in seinem Hauptberuf Managing Consultant in der Line of Business Health bei der adesso AG

    Minijob: Was ist das?

    Wer bis zu 450 Euro im Monat verdient oder nur für kurze Zeit beschäftigt ist, gilt als Minijobber. Wir erklären, welche Regeln – auch steuerlich – gelten.

    Veronika arbeitet als Kassiererin auf 450-Euro-Basis, macht also eine geringfГјgige BeschГ¤ftigung. Daher gilt sie – wie etwa sieben Millionen Menschen in Deutschland – als Minijobber. Auch ihre Schwester Miriam arbeitet zurzeit in einem Minijob. Sie verdient allerdings mehr als 450 Euro. DafГјr ist ihre Arbeit als Kellnerin auf die drei Sommermonate begrenzt. Die beiden Schwestern stehen dabei stellvertretend fГјr die 60 Prozent weiblichen Minijobber, die laut Minijobzentrale 2015 gemeldet waren. Unter den Minijobbern finden sich auГџerdem zahlreiche Rentner, Studenten oder Nebenjobber, die sich zu ihrem Hauptberuf etwas hinzuverdienen mГ¶chten.

    Mehr als drei Millionen Aushilfen arbeiten illegal in Deutschlands Privathaushalten. Das ergab eine im August 2016 veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Dabei hat eine offizielle Haushaltshilfe, die beispielsweise im Rahmen eines Minijobs angestellt ist, für alle Seiten Vorteile. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Haushaltshilfe.

    Was ist ein 450-Euro-Job?

    Die meisten geringfГјgig BeschГ¤ftigte arbeiten in einem 450-Euro-Minijob – so wie Veronika. Das heiГџt, sie dГјrfen regelmäßig nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Sind Minijobber das ganze Jahr Гјber beschГ¤ftigt, kГ¶nnen sie also maximal 5.400 Euro einnehmen. Ob sie in wenigen, einzelnen Monaten mehr als 450 Euro verdienen und in anderen weniger, spielt dabei keine Rolle, solange sie insgesamt nicht mehr als 5.400 Euro im Jahr bekommen.

    Wichtig: Zur Jahressumme von 5.400 Euro zählen nicht nur die laufenden, sondern auch einmalige Zahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Wenn Veronika die Summe von 5.400 Euro Jahresgehalt auch nur um wenige Euro überschreitet, gilt sie nicht mehr als geringfügig Beschäftigte. Daher gibt es in Sachen Urlaubsgeld noch eine andere Möglichkeit: Ihr Arbeitgeber kann Veronika als freiwillige Zahlung eine sogenannte Erholungsbeihilfe überweisen. Eine Anrechnung auf die 450-Euro Grenze findet in diesem Fall nicht statt.

    Auch für die geringfügige Beschäftigung gilt der gesetzliche Mindestlohn. Die Anzahl der Stunden, die im Rahmen eines 450-Euro-Minijobs geleistet werden, ist daher durch die Höhe des Mindestlohns begrenzt.

    Es gibt zwei Arten von Minijobs

    Neben dem 450-Euro-Job gibt es noch die weniger häufige, sogenannte kurzfristige Beschäftigung, die als Minijob gilt. Veronikas Schwester Miriam hat eine solche Beschäftigung als Kellnerin in einem Biergarten hat. Die Bedingung: Sie darf nicht länger als drei Monate arbeiten, damit ihr Aushilfsjob ein kurzfristiger Minijob ist. Nur von Juni bis August serviert sie daher an fünf Tagen pro Woche durstigen Touristen Getränke und kleine Gerichte. Würde sie in ihrem Arbeitsverhältnis wöchentlich weniger oft arbeiten, gilt derzeit eine Grenze von insgesamt 70 Arbeitstagen pro Jahr, die nicht überschritten werden darf, um weiterhin als Minijobber zu gelten. Wie viel Geld Miriam dabei verdient, ist unerheblich.

    Wichtig: Miriams Job darf nicht dauerhaft, regelmäßig oder berufsmäßig ausgeübt werden. Das heißt, die Tätigkeit als Kellnerin muss für Miriam von „untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung“ sein sonst ist es kein Minijob mehr. Eine Entscheidungshilfe zur Prüfung der Berufsmäßigkeit findet man bei der Minijob-Zentrale.

    Diese Art des Minijobs wird vor allem von Schülern und Studierenden genutzt, die in den Ferien arbeiten und sich schnell etwas dazuverdienen möchten. Was dabei alles beachtet werden muss, erklärt unser Artikel zum Thema Ferienjob.

    Minijobber mГјssen keine Sozialabgaben zahlen

    Veronika und Miriam müssen beide keine Sozialabgaben zahlen. Denn für jeden Minijob gilt: Minijobber sind nicht verpflichtet, in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung einzuzahlen. Seit Januar 2013 können Arbeitnehmer mit 450-Euro-Minijob jedoch einen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten und haben damit einen, wenn auch niedrigen, Anspruch auf Rente. Wie hoch der Beitrag ist, hängt davon ab, ob der Minijob im gewerblichen Bereich ausgeübt wird oder in einem Privathaushalt. Wenn Veronika keinen Rentenbeitrag leisten möchte, kann sie einen entsprechenden Antrag beim Arbeitgeber einreichen und sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Das ist für sie nicht nur zu Beginn, sondern sogar noch während eines Arbeitsverhältnisses möglich. Miriam hat diese Möglichkeit bei ihrer kurzfristigen Beschäftigung nicht.

    Im Gegensatz zum Arbeitnehmer zahlt der Arbeitgeber in einem 450-Euro-Job neben der Unfallversicherung einen pauschalen Beitrag zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung. Wie hoch die pauschalen Versicherungsbeiträge für den Arbeitgeber letztlich ausfallen, hängt auch hier davon ab, ob der Minijob im gewerblichen Bereich oder in einem Privathaushalt ausgeübt wird.

    Weitere Informationen zum Thema Sozialabgaben im Minijob erhalten Sie bei derВ Minijobzentrale, die Ansprechpartnerin fГјr alle Fragen rund um den Minijob ist.

    Ist ein Minijob steuerpflichtig?

    Ja, ein Minijob ist prinzipiell steuerpflichtig, unabhängig davon ob es sich um einen 450-Euro-Job oder um einen kurzfristigen Minijob handelt. Die Einnahmen aus dem Minijob können dabei entweder pauschal versteuert werden oder individuell nach Lohnsteuerkarte. Welche Art der Besteuerung gewählt wird, entscheidet der Arbeitgeber.

    Pauschal versteuern oder nach Lohnsteuerkarte

    Veronikas Arbeitgeber hat die einheitliche Pauschalversteuerung gewählt. Daher sind für sie als 450-Euro-Minijobber keine Steuern fällig: Denn allein ihr Arbeitgeber zahlt die Lohnsteuer in einer Höhe von zwei Prozent des monatlichen Bruttogehaltes. Darin sind auch Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag enthalten. Ihren Verdienst als Kassiererin muss Veronika daher auch nicht mehr in der Steuererklärung angeben. Dafür kann sie allerdings auch keine Fahrtkosten oder andere Werbungskosten absetzen.

    Minijobber können sich die Fahrtkosten zur Arbeit vom Arbeitgeber erstatten lassen, ohne dass das Geld auf den Minijob-Verdienst von 450 Euro angerechnet wird – entweder als Fahrtkostenerstattung oder als Fahrtkostenzuschuss.

    Pauschalsteuer

    Eine Pauschalsteuer, selten auch Pauschsteuer genannt, ist für alle Steuerzahler gleich, egal wie ihre wirtschaftlichen Verhältnisse sind. Sie wird oft aus Vereinfachungsgründen angewendet und auch als Kopfsteuer bezeichnet.

    Die Kellnerin Miriam versteuert ihr Einkommen nach Lohnsteuerkarte. Denn erstens liegt bei der kurzfristigen Beschäftigung die pauschale Steuer bei 25 Prozent und zudem ist sie an verschiedene Bedingungen geknüpft. Daher hat sich ihr Arbeitgeber dagegen entschieden die einheitliche Pauschalsteuer für Miriam zu zahlen.

    Wie die meisten Steuerzahler hat Miriam Steuerklasse I (1). Sie muss fГјr ihren Minijob als Kellnerin monatlich Steuern zahlen, da in dieser Steuerklasse ab 945 Euro Monatslohn Steuern fГ¤llig werden – und das verdient sie als Kellnerin in den Sommermonaten locker. HГ¤tte sie Steuerklasse V (5) oder IV (6) mГјsste sie sogar schon ab dem ersten Euro Lohnsteuer zahlen. Macht Miriam allerdings am Ende des Jahres eine SteuererklГ¤rung und bleibt ihr Jahresverdienst unter dem Grundfreibetrag, bekommt sie die komplette Steuer wieder zurГјck.

    Wer prüfen möchte, welche Art der Besteuerung des Minijobs in seinem individuellen Fall am günstigsten ist, dem helfen unsere Berater gerne weiter.

    Minijob: Die verschiedenen Arten im Vergleich

    Veronika und Miriam machen beide einen Minijob. Dennoch gelten fГјr sie ganz unterschiedliche Regeln. In der nachfolgendenВ TabelleВ haben wir die wichtigsten Infos zum Thema Minijob aus Arbeitnehmersicht noch einmal Гјbersichtlich zusammengestellt:

    Mehrere Minijobs sind auch möglich

    Wer zwei oder sogar mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander ausübt, muss Folgendes beachten: Der Verdienst aller Minijobs zusammen darf nicht die monatliche 450 Euro-Grenze überschreiten. Denn, liegt der Verdienst darüber, handelt es sich bei sämtlichen Beschäftigungen nicht mehr um Minijobs. Ähnliches gilt für die kurzfristige Beschäftigung: Als Minijobber mit mehreren Minijobs in einem Kalenderjahr dürfen Sie insgesamt maximal drei Monate bzw. 70 Arbeitstage erreichen.

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    Источники: http://www.steuerklassen.com/minijob/, http://www.healthcare-netzwerk.de/minijob-zentrale-feiert-geburtstag/, http://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/beruf/minijob-was-ist-das.html

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