Was sind außergewöhnliche belastungen

    0
    67

    Was sind außergewöhnliche belastungen

    Checkliste „ABC der anderen außergewöhnlichen Belastungen“

    • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012

    "Andere außergewöhnliche Belastungen" müssen einzeln nachgewiesen werden. Sie wirken sich nur steuermindernd aus, soweit sie die zumutbare Belastung übersteigen. Der Ratgeber "Außergewöhnliche Belastungen im Steuerrecht" erklärt die Grundlagen Zu den häufigsten "anderen außergewöhnlichen Belastungen" zählen Krankheitskosten, Kurkosten, Bestattungskosten, Scheidungskosten und Wiederbeschaffung von Hausrat (zum Beispiel bei Hochwasser oder anderen Katastrophenschäden). Es gibt darüber hinaus unzählige Fallkonstellationen, wo Steuerzahler versuchen, Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend zu machen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Vorgehensweise bei der Checkliste

    Als Faustregel gilt: Zunächst ist zu prüfen, ob der Sachverhalt unter einer der folgenden Punkte der Checkliste fällt. Nützlich ist dann die Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen zur außergewöhnlichen Belastung und damit auch die Berechnung, ob die entstandenen Kosten im Kalenderjahr überhaupt die zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Dazu wird der entsprechende Prozentsatz auf den Gesamtbetrag aller Einkünfte angesetzt. Die Aufwendungen wirken sich steuerlich nur aus, soweit sie über den so ermittelten Betrag in dem jeweiligen Kalenderjahr liegen.

    • Abfindung an Vormieter bei Wohnungswechsel wegen Krankheit
    • Aufwendungen zur Linderung von Aids
    • Kosten für krankheitsbedingte Unterbringung eines Angehörigen in einem Altenpflegeheim (Pflegebedürftigkeit)
    • Arzneimittel
    • Aufwendungen für Ayurveda-Behandlung bei medizinischer Notwendigkeit
    • Beerdigungskosten im engeren Sinne (Beerdigungskosten sind Nachlassverbindlichkeiten und können eine außergewöhnliche Belastung darstellen, wenn sie höher sind als der Wert des Nachlasses)
    • Kosten eines Zivilprozesses als außergewöhnliche Belastung
    • Kosten für Begleitung eines kranken Kindes
    • Kosten für die Begleitung eines Körperbehinderten auf einer Urlaubsreise
    • Zahlungen für Einrichtung eines behindertengerechten Bades
    • Kosten für behindertengerechte Umrüstung eines Kfz
    • Besuchsfahrten zur Krankenbetreuung auswärts wohnender Angehörigen (nur bei Nachweis der medizinischen Notwendigkeit)
    • Blitzschäden beim Einfamilienhaus (auch ohne Hausratversicherung)
    • Kosten für Brillen
    • Aufwendungen zur Beseitigung von asbestverseuchten Dachplatten
    • Kosten für Ehescheidung (Gerichts- und Anwaltskosten)
    • Entbindungskosten (Arzt, Krankenhaus, Arznei)
    • Kosten für Austausch von Elektrospeicher-Heizungen bei Asbesthaltigkeit
    • Fahrtkosten zum behandelnden Arzt
    • Fahrtkosten bei Gehbehinderung
    • Aufwendungen für Gruppentherapie, falls medizinisch geboten (amtsärztliches Attest erforderlich)
    • Kosten für Haartoupet in einem Sonderfall (Finanzgericht Düsseldorf)
    • Aufwendungen für Heilkuren, wenn unmittelbare Krankheitskosten
    • Kosten für Heilpraktiker
    • Aufwendungen für Hilfsmittel wie Brillen, Bruchbänder, Krankenfahrstühle, Zahnprothesen, Hörgeräte etc.
    • Kosten für Hörgeräte
    • Kosten für die Beseitigung von Katastrophenschäden
    • Krankheitskosten: Der Artikel Krankheitskosten in der Steuererklärung erläutert die Möglichkeiten im Detail.
    • Kosten für Krankenfahrstühle
    • Aufwendungen für Künstliche Befruchtung bei Empfängnisunfähigkeit der Ehefrau
    • Aufwendungen für fremde Samenspende bei krankheitsbedingter Zeugungsunfähigkeit des Ehemannes <Mehr hierzu im Artikel Kosten für Samenspende>.
    • Aufwendungen zur Behandlung einer krankheitsbedingten Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie)
    • Lösegeldzahlungen
    • Kosten für Logopädische Therapie
    • Medikamente
    • Scheidungskosten (Gerichts- und Anwaltskosten)
    • Kosten für Umschulung wegen Arbeitsunfähigkeit
    • Kosten für Umzug aus zwingenden Krankheitsgründen
    • Unterbringungskosten bei auswärtiger Krankheitsbehandlung
    • Vaterschaftsfeststellung bei ernstlicher Zweifel an der Vaterschaft
    • Aufwendungen zur Wiederbeschaffung von Hausrat nach Blitzschlag, Brand etc.
    • Kosten für Zahnprothesen

    Von der Finanzverwaltung nicht anerkannt bzw. sehr schlechte Chancen:

    • Abfindung nach Ehescheidung oder Erbauseinandersetzung. Eine Abfindung an den Vormieter kann nur dann eine außergewöhnliche Belastung darstellen, wenn der Wohnungswechsel wegen Krankheit zwangsläufig war
    • Abmagerungskur (nur bei starkem Übergewicht und ein vor Behandlungsbeginn ausgestelltes amts- oder vertrauensärztlichesn Attest vorliegt)
    • Adoptionskosten (Die Adoption ist nicht zwangsläufig)
    • Allergiebettwäsche (Keine Belastung: Die Bettwäsche hat einen Gegenwert)
    • Kosten für altersbedingte Unterbringung im Altenheim (Krankheitsbedingte oder durch Pflegebedürftigkeit veranlasste Kosten für die Unterbringung in einer Pflegestation schon eher)
    • Kosten für Auslandsstudium (ggf. abzugsfähig als Ausbildungskosten)
    • Aussteuer
    • Aufwendungen für Austauschschüler
    • Tilgung eines BAföG-Darlehens
    • Reisekosten zu Beerdigung naher Angehöriger
    • Besuchsfahrten anlässlich einer Kur des Ehepartners
    • Besuchsfahrten zu inhaftierten Angehörigen
    • Betrugsverluste
    • Aufwendungen für die Bewirtung von Trauergästen anlässlich einer Beerdigung
    • Leistungen aus freiwillig übernommenen Bürgschaften
    • Detektivkosten zur Beschaffung von Material für Ehescheidung
    • Diätverpflegung
    • Kosten zur Erlangung eines Doktortitels
    • Kosten der Eheschließung
    • Kosten für Einrichtung einer neuen Wohnung nach Scheidung
    • Kosten für Übernahme eines Ehrenamtes
    • Erpressungsgelder bei außerehelichem Verhältnis
    • Erstlingsausstattung für Neugeborene
    • Aufwendungen für Familienfeiern
    • Familienheimfahrten eines Wehrpflichtigen zur schwangeren Ehefrau
    • Kosten für Aufnahme von Ferienkindern
    • Kosten für Frischzellen-Behandlung
    • Geldstrafen und Geldbußen
    • Grabpflegekosten und Aufwendungen für Grabbesuch
    • Kosten für Getrenntleben während des Scheidungsverfahrens
    • Haartransplantation (ohne medizinische Notwendigkeit)
    • Aufwendungen für Hochzeitsfeier
    • Kosten für Internatsunterbringung eines gesunden Kindes
    • Mehraufwand für Kleidung wegen Körpergröße
    • Aufwendungen für Künstliche Befruchtung bei Zeugungsunfähigkeit des Mannes
    • Kosten für Medizinische Fachliteratur
    • Mehrkosten für Urlaubsreise wegen Konkurs des Veranstalters
    • Nachlassverbindlichkeiten (Ausnahme Beerdigungsksoten, wenn sie den Nachlass übersteigen)
    • Nachzahlung zur Rentenversicherung
    • Kosten für Pilgerfahrt
    • Reparaturkosten für geliehenen Pkw
    • Kosten für Telefon und Fernseher im Krankenhaus
    • Trinkgelder an Krankenhauspersonal
    • Telefonate mit hochbetagten Eltern
    • Aufwendungen für Trauerkleidung
    • Aufwendungen für Umstandskleidung
    • Verdienstausfall wegen Krankheit
    • Verlobungsgeschenke
    • Vermögenseinbußen durch Konkurs des Schuldners
    • Wochenend-Heimfahrten der alleinstehenden Mutter zur ihrem Kind
    • Aufwendungen für erstmalige Wohnungseinrichtung
    • Kosten für Besuch bei einem Wunderheiler
    • Kosten für eine Zweitwohnung

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Was sind außergewöhnliche Belastungen?

    Normalerweise haben private Ausgaben in Ihrer Steuererklärung nichts zu suchen. Eine Ausnahme bilden hier jedoch außergewöhnliche Belastungen. Entstehen Ihnen in außergewöhnlichen Lebenssituationen Ausgaben, die der Mehrzahl an Steuerzahlern nicht entstehen, beteiligt sich das Finanzamt an diesen Ausgaben. Es gibt zwei verschiedene Formen von außergewöhnlichen Belastungen, für die auch unterschiedliche steuerliche Grundsätze gelten.

    Die Steuersoftware für Ihre Steuererklärung 2017

    Allgemeine außergewöhnliche Belastungen

    Allgemeine außergewöhnliche Belastungen sind steuersparend abziehbar, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

    • Außergewöhnlichkeit: Außergewöhnlich sind Ausgaben, die der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands nicht entstehen.
    • Zwangsläufigkeit: Zwangsläufig sind Ausgaben, wenn Sie sich ihnen aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen können.

    Als allgemeine außergewöhnliche Belastungen können Sie nach dieser Definition unter anderem für folgende Ausgaben in Ihrer Steuererklärung geltend machen:

    • Zuzahlungen zu medizinischen Behandlungen
    • Zuzahlungen zu Brille oder Kontaktlinsen
    • Ausgaben für medizinisch verordnete Arzneimittel
    • Zuzahlungen zum Zahnersatz
    • Kosten für künstliche Befruchtung
    • Beerdigungskosten, wenn Erbe zur Bezahlung der Beerdigung nicht ausreicht
    • Pflegekosten
    • Augen-Laser-OP
    • Wiederbeschaffung von Hausrat nach Naturkatastrophe

    Damit das Finanzamt außergewöhnliche Belastungen zum Abzug zulässt, sollten Sie die medizinische Notwendigkeit Ihrer Ausgaben durch ein amtsärztliches Attest nachweisen. In einigen Fällen fordert das Finanzamt sogar, dass das Attest oder Gutachten vor der medizinischen Maßnahme eingeholt werden muss.

    Zumutbare Eigenbelastung bei allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen

    Leider kommt es immer wieder vor, dass sich im Steuerbescheid kein Cent Ihrer außergewöhnlichen Belastungen steuersparend auswirkt. Das liegt an der zumutbaren Eigenbelastung, die das Finanzamt je nach Höhe Ihrer Einkünfte und je nach Ihrem Familienstand ermittelt.

    Hinweis: Prozentangabe beziehen sich auf den Gesamtbetrag der Einkünfte

    Sie sind verheiratet, haben zwei Kinder und erzielen Einkünfte in Höhe von 60.000 Euro. Ihnen entstehen außergewöhnliche Belastungen für einen Zahnersatz in Höhe von 3.500 Euro. Davon wirkt sich nach Abzug der zumutbaren Eigenbelastung (siehe Tabelle) folgender Betrag steuersparend aus:

    In der Bibliothek der Steuersoftware TAXMAN finden Sie viele hilfreiche Beiträge zu der Frage, für welche Ausgaben außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden dürfen. Im Steuerplaner dieser Bibliothek verraten wir Ihnen zusätzlich, wie Sie die zumutbare Eigenbelastung austricksen können.

    Außergewöhnliche Belastungen der besonderen Art

    Es gibt aber auch außergewöhnliche Belastungen, bei denen das Finanzamt keine zumutbare Eigenbelastung abzieht. Gemeint sind insbesondere folgende Ausgaben:

    • Behinderten-Pauschbeträge
    • Hinterbliebenen-Pauschbeträge
    • Pflegepauschbetrag in Höhe von 924 Euro für die Pflege von Angehörigen
    • Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 Euro für volljährige Kinder, die sich noch in Ausbildung befinden und auswärtig (nicht im Haushalt der Eltern) leben.
    • Unterstützungsleistungen an Kinder, für die es kein Kindergeld mehr gibt oder an Eltern in Höhe von bis zu 8.820 Euro (2016: 8.652 Euro).

    Alle außergewöhnlichen Belastungen angegeben? Nehmen Sie sich für Ihre Steuererklärung am besten die Steuersoftware TAXMAN zu Hilfe. Dann entgehen Ihnen sicherlich keine außergewöhnlichen Belastungen, die Sie noch angeben könnten.

    Zuletzt aktualisiert

    Schlagwörter

    Verwandte Themen

    Steuererstattung: Rechner für die Einkommensteuer

    Steuererklärung mit Elster online oder TAXMAN erstellen?

    Muss ich das erhaltene Elterngeld in der Steuererklärung angeben?

    Artikel per E-Mail teilen

    Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Steuerwissen-Artikel. Zum Teilen des Artikels per E-Mail kopieren Sie einfach den untenstehenden Text in Ihr E-Mail-Programm.

    Dieser Artikel könnte Sie interessieren: „Was sind außergewöhnliche Belastungen?“

    Was sind außergewöhnliche Belastungen?

    Manchmal kommen unvorhergesehene Kosten auf dich zu: hohe Krankheitskosten, Pflegekosten oder Unterhaltszahlungen. Du kannst sie als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen.

    Was sind außergewöhnliche Belastungen genau?

    Private Ausgaben haben in einer Steuererklärung eigentlich nichts zu suchen. Hast du aber zwangsläufig höhere Ausgaben als andere Steuerzahler mit gleichem Einkommen und Familienstand, dann liegen außergewöhnliche Belastungen vor. Paragraf 33 des Einkommensteuergesetzes definiert diese Ausgaben als zwangsläufig, wenn sie aus „rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen“ unausweichlich sind. Sie müssen also notwendig und unumgänglich sein.

    Sie werden von deinem Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen. Diese trägst du in den Zeilen 61 – 68 auf dem Mantelbogen ein:

    Was sind außergewöhnliche Belastungen konkret?

    Unter außergewöhnliche Belastungen fallen viele Kosten. Einige Beispiele haben wir hier aufgelistet.

    Krankheitskosten sind der Klassiker für außergewöhnliche Belastungen. Ausgaben für Brillen, Hörgeräte, Rollstühle, Zahnprothesen oder Zuzahlungen zu verschriebenen Medikamenten sind nur einige typische Beispiele für Krankheitskosten, die du absetzen könntest.

    Wichtig ist, dass die medizinischen Maßnahmen notwendig und ärztlich verordnet sein müssen. Paragraf 64 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung regelt, für welche Fälle man dem Finanzamt welche speziellen Nachweise erbringen muss. Wurden von der Krankenkasse Kosten teilweise erstattet, darfst du nur den Teil absetzen, den du selbst getragen hast. Vorbeugende Maßnahmen fallen nicht darunter.

    Du kannst Kurkosten von der Steuer absetzen, wenn du eine ärztliche Bescheinigung des medizinischen Dienstes deiner Krankenversicherung hast. Deine Ausgaben, die dir nicht erstattet wurden, setzt du als außergewöhnliche Belastungen ab. Das können u.a. sein:

    • Unterbringungskosten
    • Fahrtkosten für die Hin- und Rückreise
    • 80 Prozent der Verpflegungsmehraufwendungen
    • Arztkosten
    • Kurmittelkosten

    Du kannst Pflegekosten absetzen, die dir krankheitsbedingt entstanden sind. Aber auch Kosten, die dir aus der Pflegebedürftigkeit einer anderen Person zwangsläufig entstanden sind (Pflege der eigenen Eltern, des Ehepartners, der Kinder), kannst du als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Dazu zählen beispielsweise die Unterbringung in einem Altersheim oder die Ausgaben für eine ambulante Pflegekraft.

    Die Pflegebedürftigkeit musst du nachweisen. Nutze dafür die Bescheinigung der Pflegekasse oder einer privaten Pflegeversicherung. Ist eine pflegebedürftige Person blind oder hilflos ist, steht das auf ihrem Ausweis (Bl oder H) und kann als Nachweis benutzt werden.

    Für die Pflege von Angehörigen kannst du auch den Pflegepauschbetrag in Höhe von 924 Euro ansetzen. Sollten deine realen Kosten darunter liegen, nutze lieber den Pauschbetrag. Dieser gilt jedoch nur für hilflose Personen oder Angehörige mit der Pflegestufe III.

    Pauschbeträge bei Behinderung

    Bei einer Behinderung kannst du entweder die tatsächlich entstandenen Kosten als außergewöhnliche Belastungen absetzen oder den Behindertenpauschbetrag nutzen. Der Pauschbetrag richtet sich nach dem Grad der Behinderung.

    Nutzt du den Behindertenpauschbetrag, darfst du die tatsächlichen Pflegekosten, die im Zusammenhang mit der Behinderung stehen, nicht mehr absetzen. Alle Aufwendungen, die Menschen mit Behinderungen oder Pflegebedürftige haben, sind dann abgegolten.

    Bist du für die Beerdigung eines Angehörigen aufgekommen, sind die Bestattungskosten absetzbar. Du kannst jedoch nur die Ausgaben in die Steuererklärung eintragen, die die Summe des Nachlasses übersteigt. Gibt es eine Sterbegeldversicherung wird auch diese davon abgezogen.

    Das Finanzamt übernimmt dann die unmittelbaren Bestattungskosten: Grabstätte, Sarg, Kränze, Blumen, Todesanzeigen. Kosten wie beispielsweise die Bewirtung der Trauergäste bei der Trauerfeier zählen nicht zu den außergewöhnlichen Belastungen und können nicht abgesetzt werden.

    Für den Fall, dass unvorhersehbare und unverschuldete Ereignisse, wie beispielsweise ein Hochwasser oder Brand, existenzielle Gegenstände und Hausrat zerstört haben, sind die Wiederbeschaffungskosten außergewöhnliche Belastungen. Dazu gehören auch die Kosten für Aufräumarbeiten.

    Der Schaden allein gilt nicht als außergewöhnliche Belastung. Du musst finanzielle Aufwendungen haben. Außerdem muss die Höhe der Kosten angemessen sein und sie dürfen den Wert des ersetzten Gegenstandes nicht übersteigen. Restwerte von Gegenständen werden mit den Kosten für Wiederbeschaffung verrechnet.

    Die zumutbare Belastung

    Außergewöhnliche Belastungen und ihre steuerliche Absetzbarkeit haben eine Hürde: Die zumutbare Belastung. Nur der Teil, der diese Grenze übersteigt, wird von deinem Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen.

    Jede Belastungsgrenze ist individuell. Das Finanzamt berechnet sie prozentual zu deinen gesamten Einkünften. Der Familienstand und die Anzahl deiner Kinder spielen auch eine Rolle: Singles haben eine höhere zumutbare Belastung als Verheiratete mit Kindern.

    Die zumutbare Eigenbelastung wird stufenweise ausgerechnet. Wie du diese genau ermittelst, kannst du im Artikel „Was ist meine zumutbare Eigenbelastung?“ nachlesen.

    Ein Tipp zum Schluss: Belastungsgrenze überschreiten

    Die zumutbare Belastungsgrenze zu überschreiten ist nicht einfach. Es lohnt sich daher, planbare Aufwendungen, die als außergewöhnliche Belastungen gelten, auf ein Kalenderjahr zu konzentrieren. Wenn du Zahlungen um den Jahreswechsel herum gezielt verteilst (in diesem oder im folgenden Jahr), kannst du die Überschreitung deiner Belastungsgrenze strategisch beeinflussen.

    Prüfe vor Jahresende, ob du deine zumutbare Belastung durch einen Prozentpunkt nach unten senken kannst, wenn du beispielsweise durch Werbungskosten deinen Gesamtbetrag der Einkünfte senkst.

    Tipp: Krankheitsbedingte Ausgaben in Zusammenhang mit einem Wegeunfall oder einem Arbeitsunfall können als Werbungskosten abgesetzt werden. Der Vorteil: Du musst die zumutbare Belastungsgrenze nicht überschreiten und kannst die Kosten in voller Höhe absetzen.

    Источники: http://www.finanztip.de/checkliste-aussergewoehnliche-belastungen/, http://www.taxman.de/steuer-wissen/detailseite/news-action/detail/steuer-wissen/was-sind-aussergewoehnliche-belastungen.html, http://taxfix.de/steuertipps/was-sind-aussergewoehnliche-belastungen/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here