Was sind sonderausgaben

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    Sonderausgaben: Was sind Sonderausgaben und wie kann ich steuerlich profitieren?

    Sonderausgaben sind gewissermaßen ein Sammelposten in Ihrer Einkommensteuererklärung, unter dem Sie verschiedene Ausgaben der privaten Lebensführung steuermindernd geltend machen können, die weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind. Hier finden Sie eine Übersicht über alle Sonderausgaben, die Sie steuerlich geltend machen können.

    Wann kann ich Sonderausgaben steuerlich geltend machen?

    Sonderausgaben kann nur derjenige geltend machen, der sie auch selbst geleistet hat. Einzige Ausnahme: Bei zusammen veranlagten Ehepartnern kommt es für den Sonderausgabenabzug nicht darauf an, ob sie der Ehemann oder die Ehefrau geleistet hat. Sonderausgaben können nur im Jahr der Zahlung (Abfluss) berücksichtigt werden. Für Sonderausgaben, die nicht zu den Vorsorgeaufwendungen gehören, wird ein Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 EUR (bzw. 72 EUR bei Ehepaaren) gewährt, wenn nicht höhere tatsächliche Sonderausgaben geltend gemacht werden. Hier eine Übersicht:

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    Zunächst sollten Sie prüfen, ob die Ausgaben tatsächlich den Sonderausgaben oder aber Werbungskosten oder Betriebskosten zuzurechnen sind. Denn Werbungs- oder Betriebskosten sind bei den entsprechenden Einkünften der Höhe nach unbegrenzt abziehbar.

    Beispiel: Die Haftpflichtversicherungsbeiträge für Ihr vermietetes Mehrfamilienhaus sind Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung und keine Sonderausgaben. Dagegen können Sie Beiträge zu Ihrer Privathaftpflichtversicherung oder zur Grundstückshaftpflichtversicherung für das selbst genutzte Einfamilienhaus als Sonderausgaben abziehen.

    Was kann ich als Sonderausgaben geltend machen?

    • Kirchensteuer. Als Sonderausgabe abziehbar ist die gesetzlich geschuldete und gezahlte Kirchensteuer im Inland oder EU/EWR-Ausland. Dazu gehГ¶ren auch die vom Arbeitgeber abgefГјhrte Kirchenlohnsteuer, die vierteljГ¤hrlich vorausgezahlte oder fГјr Vorjahre nachgezahlte Kirchensteuer und das besondere Kirchgeld. Die als Zuschlag zur Kapitalertragsteuer auf KapitalertrГ¤ge erhobene Kirchensteuer ist dagegen nicht als Sonderausgabe abziehbar. Das allgemeine Kirchgeld ist die Steuer der Г¶rtlichen Kirchengemeinden, die in der Regel durch persГ¶nliches Anschreiben von Personen erhoben wird, die keine gesetzliche Kirchensteuer entrichten. Das besondere Kirchgeld wird erhoben, wenn ein Ehegatte mit hГ¶heren EinkГјnften konfessionslos ist und der andere Ehegatte, der keine oder nur geringe EinkГјnfte hat – sowie ggf. die Kinder -, einer Kirche angehГ¶rt. Das Kirchgeld betrГ¤gt etwa ein Drittel der gesetzlichen Kirchensteuer. Bis zu einem gemeinsamen zu versteuernden Einkommen von ca. 30.000 EUR oder 60.000 EUR bei Zusammenveranlagung wird kein Kirchgeld erhoben. Auch erheben nicht alle Landeskirchen das Kirchgeld. Keine Kirchensteuern sind dagegen freiwillige BeitrГ¤ge an Kirchen oder andere religiГ¶se Gemeinschaften. Diese sind aber als Spenden abziehbar.
    • Ausgaben fГјr die erste Berufsausbildung oder ein Erststudium kГ¶nnen grundsГ¤tzlich nur als Sonderausgaben bis zu 6.000 EUR jГ¤hrlich abgezogen werden. Abziehbare Ausgaben sind beispielsweise Schul-, Kurs- und StudiengebГјhren, Fachliteratur, Lernmaterial, Druck- und Kopierkosten, Zulassungs- und PrГјfungsgebГјhren, Fahrtkosten, ggf. Kosten der auswГ¤rtigen Unterbringung und Verpflegung.
    • Ausgaben fГјr die zweite Berufsausbildung sind nicht als Sonderausgaben, sondern unbegrenzt als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar, wenn die Kosten mit der kГјnftigen Erzielung steuerpflichtiger Einnahmen im Zusammenhang stehen.
    • Schulgeld. Besucht ein bei Ihnen steuerlich zu berГјcksichtigendes Kind eine Гјberwiegend privat finanzierte Schule im Inland oder in einem EU- oder EWR-Staat und fГјhrt die Schule zu einem Abschluss, der mit einem inlГ¤ndisch anerkannten allgemein- oder berufsbildenden Schul- oder Berufsabschluss vergleichbar ist, kГ¶nnen 30 % der Kosten (hГ¶chstens 5.000 EUR), als Sonderausgabe abgezogen werden. Nicht begГјnstigt sind die Ausgaben fГјr Beherbergung, Betreuung und Verpflegung des Kindes.
    • Spenden. Einzelheiten zur Anerkennung von Spenden finden Sie hier.

    Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen oder Altersvorsorge)

    Einzelheiten zum Abzug von Versicherungsbeiträgen und Altersvorsorgebeiträgen als Sonderausgaben erfahren Sie im Beitrag Altersvorsorge.

    Was sind Sonderausgaben?

    Zu den Sonderausgaben gehören beispielsweise Unterhaltszahlungen oder Spenden. Was noch zu den Sonderausgaben zählt, zeigen wir Ihnen hier.

    Sonderausgaben sind in der Regel private Ausgaben, die man von seinem Einkommen abziehen darf, um Steuern zu sparen.

    Man kann die Sonderausgaben in zwei Gruppen unterteilen: Die Vorsorgeaufwendungen und die "anderen" Sonderausgaben.

    Was zählt zu den Sonderausgaben?

    Zu den Vorsorgeaufwendungen gehören:

    • BeitrГ¤ge fГјr die Altersvorsorge (auch private Rentenversicherungen wie die Riester-Rente)
    • BeitrГ¤ge zur Kranken- und Pflegeversicherung
    • BeitrГ¤ge zuВ weiterenВ Versicherungen (zum Beispiel Unfall- und Haftpflichtversicherung)

    Zu den "anderen" Sonderausgaben gehören:

    • Unterhalt an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten
    • gezahlte Kirchensteuer
    • Spenden und MitgliedsbeitrГ¤ge
    • Kosten fГјr die erste Ausbildung
    • Schulgeld (zum Beispiel fГјr eine Privatschule)

    Gibt es einen Pauschbetrag?

    Für Sonderausgaben gilt ein Pauschbetrag von 36 Euro für Singles und 72 Euro für Ehepaare. Den Pauschbetrag müssen Sie in Ihrer Steuererklärung nicht beantragen. Das heißt, das Finanzamt zieht jedem Steuerbürger am Ende des Jahres automatisch 36 Euro von seinem Jahreseinkommen ab. Voraussetzung dafür ist, dass man seine Steuererklärung abgibt. Sollten Ihre Ausgaben den Pauschbetrag aber übersteigen, sollten Sie unbedingt den Mantelbogen auf Seite 2 ausfüllen und die Quittungen beilegen.

    Kann man alle Kosten in voller Höhe absetzen?

    Nicht immer können Sie die gesamten Kosten geltend machen. Die Kosten der beruflichen ersten Ausbildung erkennt der Finanzbeamte begrenzt bis 6.000 Euro als Sonderausgabe an. Die Kirchensteuer ist beispielsweise in unbeschränkter Höhe absetzbar.

    Ihre Beiträge in die Kranken- und Pflegeversicherung können Sie in unbegrenzter Höhe angeben. Aber Achtung: Nur wenn die Summe Ihrer Beiträge niedriger ist als 1.900 Euro pro Jahr, können Sie weitere Versicherungen – wie Ihre Beiträge zur Haftpflichtversicherung – von der Steuer absetzen. Liegen Sie mit Ihren Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung über den 1.900 Euro, haben Sie den Höchstbetrag bereits ausgeschöpft und können keine weiteren Kosten geltend machen. Das hat auch der Bundesfinanzhof, Deutschlands höchstes Gericht für Steuern, in einem Urteil betont (Aktenzeichen X R 5/13).

    Gerne unterstützen Sie unsere Beraterinnen und Berater dabei und sichern Ihnen die Steuervorteile, die Ihnen zustehen. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

    Muss ich einen Nachweis erbringen?

    Sie dürfen nur absetzen, was Sie tatsächlich schon bezahlt haben. Eine Rechnung ist dem Finanzamt daher meistens nicht genug. Legen Sie einen Überweisungsbeleg, einen Kontoauszug oder eine Zuwendungsbestätigung zur Rechnung dazu und in die Steuererklärung. Bewahren Sie Kopien dieser Unterlagen zu Hause auf. Bei Spenden unter 200 Euro gilt allerdings eine Sonderregelung, die Sie in unserem Steuer-Tipp nachlesen können Bei Spenden bis 200 Euro reicht ein einfacher Nachweis.

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    Гњberblick

    Steuer-Tipp

    Steuer ABC

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    Was sind Sonderausgaben?

    So können Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden

    Zu den Sonderausgaben gehören alle Kosten, die der privaten Lebensführung zuzurechnen sind und nicht als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden können. Hierunter fallen insbesondere Beiträge zu Versicherungen, gezahlte Kirchensteuer und Spenden oder Mitgliedsbeiträge. Auch die Kosten für eine Erstausbildung bzw. ein Erststudium zählen – warum auch immer – zur privaten Lebensführung und damit zu den Sonderausgaben.

    Sonderausgaben sind nicht immer in voller Höhe von der Steuer absetzbar. Während zum Beispiel die Kirchensteuer komplett geltend gemacht werden kann, können Studienkosten nur bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 6.000 Euro von der Steuer abgesetzt werden. Zudem können Sonderausgaben immer nur in dem Jahr ihres Entstehens steuerlich verrechnet werden. Ein Verlustvortrag wie bei Werbungskosten ist damit nicht möglich.

    Für Studenten bringen Sonderausgaben im Grunde nur dann steuerliche Vorteile mit sich, wenn bereits verdient wird und Steuern gezahlt werden. Wer eine Erstaubildung (z.B. Bachelor) macht und seine Studienkosten als Sonderaugaben absetzen will, muss hierfür also mehr als den Grundfreibetrag von 8.652 Euro (in 2016) verdienen. Wird weniger Einkommen erzielt, haben Bachelor-Studenten nach aktueller Rechtslage eigentlich keine Möglichkeit, ihre Ausbildungskosten vom Staat zurückzuholen. Laufende Gerichtsverfahren bieten aber eine gewinnbringende Lösung (siehe weiter unten).

    Welche Kosten gehören zu den Sonderausgaben?

    Versicherungen

    Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Unfall- und Haftpflichtversicherung zählen ebenso zu den Sonderausgaben wie Beiträge zur Rentenversicherung oder zur Lebensversicherung.

    Kirchensteuer

    Wer kirchensteuerpflichtig ist, kann seine Beiträge in voller Höhe von der Steuer absetzen. Die gezahlte Kirchensteuer wird z.B. auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen.

    Spenden für anerkannte Hilfsorganisationen, Tierheime, Kindergärten, Schulen etc. können ebenso wie Mitgliedsbeiträge in Vereinen von der Steuer abgesetzt werden.

    Studienkosten

    Wer ein Studium als Erstausbildung absolviert, kann die Studienkosten als Sonderausgaben absetzen. Es empfiehlt sich aber, stattdessen Werbungskosten geltend zu machen.

    Unterschiede Sonderausgaben und Werbungskosten

    Sonderausgaben haben im Vergleich zu Werbungskosten einige Nachteile für Studenten. Da Sonderausgaben immer nur im Jahr ihres Entstehens von der Steuer abgesetzt werden können und kein Verlustvortrag möglich ist, können viele Studenten überhaupt keine Sonderausgaben geltend machen, da sie noch keine Steuern zahlen. Außerdem können für ein Erststudium pro Jahr nur 6.000 Euro als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Fallen höhere Studienkosten an, müssen diese selbst geschultert werden. Studenten sollten deshalb am besten grundsätzlich ihre Ausgaben als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben.

    Werbungskosten

    Unter Werbungskosten fallen alle Ausgaben, die für ein Studium oder eine Ausblidung aufgewendet werden oder durch eine beruflichen Tätigkeit entstehen.

    • voll von der Steuer absetzbar
    • Verlustvortrag möglich
    • können auch ohne Einkommen genutzt werden

    Sonderaugaben

    Als Sonderausgaben werden Aufwendungen bezeichnet, die zur privaten Lebensführung zählen (z.B. Versicherungen und Altersvorsorge). Ein Erststudium zählt kurioserweise auch zur privaten Lebensführung.

    • bis max. 6.000 Euro pro Jahr absetzbar
    • kein Verlustvortrag möglich
    • können nur genutzt werden, wenn Steuern gezahlt werden

    Erststudium als Werbungskosten absetzen

    Während Studenten im Zweitstudium (z.B. Master) ohne Weiteres ihre studienbedingten Ausgaben als Werbungskosten geltend machen und damit ggf. auch von einem Verlustvortrag profitieren können, ist dies für Studenten im Erststudium (z.B. Bachelor) laut aktuellem Steuerecht nicht möglich. Ein Erststudium zählt zur "privaten Lebensführung" und kann deshalb nur im Rahmen von Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.

    Diese steuerliche Ungleichbehandlung von Studenten in Erst- und Zweitausbildung hat der Bundesfinanzhof (BFH) bereits 2014 als verfassungswidrig eingestuft. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) muss nun als höchste Instanz entscheiden, ob auch Bachelorstudenten ihre Studienkosten als Werbungskosten geltend machen können. Beobachter gehen davon aus, dass das BVerfG die Entscheidung des BFH bestätigen wird – ein endgültiges Urteil ergeht vermutlich erst Anfang 2017.

    Bis ein Urteil gefällt ist, empfiehlt es sich für Bachelorstudenten, auf die Anerkennung ihrer Studienkosten als Werbungskosten zu bestehen. Akzeptiert das Finanzamt keine Werbungskosten für die Erstausbildung und lehnt bspw. einen Verlustvortrag ab, ist ein Einspruch mit Verweis auf die Entscheidung des BFH sowie die aktuell anhängigen Verfahren am BVerfG hilfreich.

    • Die Nichtanerkennung von Ausgaben für ein Erststudium als Werbungskosten ist laut BFH verfassungswidrig.
    • Das BVerfG wird vermutlich die aktuellen rechtlichen Regelungen im Sinne der Studenten kippen.
    • Mit Verweis auf die laufenden Verfahren vor dem BVerfG können Bachelorstudenten auf die Annerkennung von Werbungskosten bestehen.
    • Erkennt das Finanzamt keine Werbungskosten an, sollte Einspruch eingelegt werden ( > hier mehr Infos zum Einspruch und ein Muster-Einspruchsformular).

    Источники: http://www.steuern.de/sonderausgaben.html, http://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/was-sind-sonderausgaben.html, http://www.studentensteuererklaerung.de/was-sind-sonderausgaben

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