Weiterbildung steuerlich geltend machen

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    Geld zurück :  Weiterbildung von der Steuer absetzen

    Doppelt profitieren: Ob Gebühr, Fahrt oder Lehrmaterial: Wie sich Weiterbildung von der Steuer absetzen lässt.

    Lebenslanges Lernen ist längst Realität – und eine Investition in die eigene berufliche Zukunft. Damit man nicht stehen bleibt und die Karriere vielleicht sogar neuen Schwung bekommt. Weiterbildungsmaßnahmen gehören aber auch deshalb zum heutigen Berufsleben, weil Jobeinsteiger im Laufe ihres Erwerbslebens häufig den Arbeitsplatz wechseln. Und fachlich immer wieder von Neuem überzeugen und auf dem Laufenden sein müssen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man von einer Weiterbildungsmaßnahme gleich doppelt profitieren – und diese auch von der Steuer absetzen.

    WAS ALS WEITERBILDUNG GILT

    „Als Weiterbildung bezeichnet man eigentlich alles, was nach dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss folgt“, sagt der Ökonom Roman Jaich vom Bildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Beispiel: ein Zweit-, Zusatz- oder Aufbaustudium, eine Promotion, ein Pflichtpraktikum oder eine Umschulung. Nach Angaben der Stiftung Warentest gehören aber auch eine weitere Berufsausbildung oder eine berufliche Fortbildung wie der Rhetorik, Sprach- oder Meisterkurs in diese Kategorie. Oder das Referendariat, das Juristen nach dem ersten Staatsexamen absolvieren. Zur Weiterbildung gehören außerdem auch Studienreisen und Kongresse.

    Von der Steuer absetzen kann man die Weiterbildung allerdings nur, wenn diese in einem konkreten Zusammenhang mit der Berufstätigkeit steht und beruflich veranlasst ist. „Private Motive dürfen nur eine untergeordnete Rolle spielen“, sagt Alrun Jappe von der Stiftung Warentest. Wer im Tourismus arbeitet und einen Sprachkurs im Ausland macht, kann diesen Zusammenhang also leicht herstellen.

    Schwieriger ist das häufig, wenn in einem Kurs nur Grundkenntnisse vermittelt werden – zum Beispiel in allgemeiner Textverarbeitung. Computeranfänger, die zu Hause keinen eigenen Rechner haben, konnten nach Angaben der Stiftung Warentest allerdings auch diese Anfängerseminare steuerlich geltend machen.

    Die berufliche Veranlassung einer Weiterbildung sollte man auch in der Steuererklärung belegen. „Zum Beispiel durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers, eine Auflistung der Kursinhalte und eine Begründung, weshalb die Inhalte für den Beruf von Bedeutung sind“, sagt Alrun Jappe.

    Bei einer Weiterbildung kommen viele Posten zusammen, die als Werbungskosten geltend gemacht werden können: Kursgebühren und Honorare, Prüfungsgebühren und Druckkosten für die Abschlussarbeit, aber auch das heimische Arbeitszimmer – vorausgesetzt, dort wird für eine Weiterbildung gelernt. Trifft man sich bei einem Mitlernenden, kann man auch die Kosten für diese Fahrt abrechnen. Ebenso wie die Fahrten zum Vollzeitunterricht, die Verpflegung und die Übernachtung am jeweiligen Bildungsort. Auch die Arbeitsmittel können abgerechnet werden, darunter fallen neben den Büchern auch Schreibtischstühle und Taschen. Und wer einen zweiten Haushalt am Bildungsort führt, kann diesen laut Stiftung Warentest in der Steuererklärung aufführen. Im Jahr der Zahlung können die Teilnehmer auch die Zinsen für einen Bildungskredit abrechnen. Als Werbungskosten geltend machen lassen sich zudem Weiterbildungen im Ausland: „Wenn der Chef das unterstützt, dann geht das“, sagt DBG-Experte Roman Jaich.

    Selbstständige können die Weiterbildung vollständig als Betriebsausgaben abrechnen. Bei allen anderen hängt der Steuervorteil davon ab, wie hoch die weiteren Werbungskosten sind. „Weist ein Arbeitnehmer insgesamt kaum Werbungskosten nach, rechnet das Finanzamt trotzdem mit einer Werbungskostenpauschale von 920 Euro“, sagt Alrun Jappe. Durch diese Pauschale wird die Steuerbelatung mit jedem Euro gesenkt, der – auf das ganze Jahr gerechnet – zusätzlich zu den ersten 920 als Werbungskosten nachgewiesen wird.

    DARF ICH BILDUNGSPRÄMIE ABSETZEN?

    Seit 2008 übernimmt der Bund bei einer beruflichen Weiterbildung die Hälfte der Kurs-, Seminar-, oder Lehrgangsgebühr, maximal 500 Euro. In Anspruch nehmen kann die Bildungsprämie, wer erwerbstätig ist und als Alleinstehender unter einer Einkommensgrenze von maximal 25 600 Euro liegt (bei gemeinsam Veranlagten Paaren sind es 51 200 Euro). Weitere Infos sind abrufbar unter www.bildungspraemie.info oder telefonisch unter 0800 2623 000. Online und telefonisch kann auch ein Gesprächstermin vereinbart werden – denn vor der Kursanmeldung werden die Interessenten beraten. „Die zweite Hälfte der Kursgebühren, die ja vom Teilnehmer erbracht werden, sind steuerlich absetzbar“, sagt Roman Jaich.

    Arbeitnehmer, die sich weiterbilden wollen, sollten den Vorgesetzten von dieser Idee begeistern: Am besten, indem sie darstellen, dass der ins Auge gefasste Kurs kein Ego-Trip ist, sondern der Firma Vorteile bringen wird. Die Fähigkeit, die man erwerben möchte, könnte dem Unternehmen schließlich langfristige Vorteile bescheren. Zum Beispiel, wenn das Unternehmen sich breiter aufstellt und künftig auch ins Ausland exportiert. Und man schon einmal die Sprache lernt.

    Beruhigen kann den Chef auch, wenn der Arbeitnehmer zeigt, dass er sich wohl fühlt im Unternehmen. Und mit den neuen, vom Unternehmen finanzierten Kenntnissen nicht sofort zu einem anderen Unternehmen verschwindet. Arbeitnehmer können außerdem anbieten, für eine interessante Weiterbildung auf eine Gehaltserhöhung zu verzichten.

    Den richtigen Steuerberater finden

    Steuerberatung ist Vertrauenssache, denn der Kunde gibt viel von sich preis: „Zwischen dem Berater und dem Kunden sollte die Chemie stimmen“, sagt Markus Deutsch vom deutschen Steuerberaterverband. Deshalb könne es sich lohnen, in einem Kennenlerngespräch zu überprüfen, ob eine Zusammenarbeit auf der zwischenmenschlichen Ebene funktioniert. Hilfreich könne auch die Suchseite des Verbands (www.dstv.de) nach einem geeigneten Berater sein.

    „Manche Steuerberater bieten auch an, die Unterlagen in elektronischer Form auszutauschen“, sagt Markus Deutsch. Das sei zeitsparend und könne für viele Kunden ein Argument sein, sich für diesen Anbieter zu entscheiden.

    Lohnen kann sich ein Steuerberater auch schon für Freiberufler und Kleinunternehmer (deren Jahresumsatz im vergangenen Jahr nicht mehr als 17 500 Euro betrug und im laufenden Geschäftsjahr die 50 000 Euro-Marke voraussichtlich nicht überschreitet). „Kleinunternehmer müssen dem Steuerberater auch kein großes Honorar bezahlen“, sagt Deutsch. Der Berater könne geraden Neueinsteigern in der Gründungsphase den Rücken frei halten – und seinen Kunden auch auf Gefahren und Potenziale hinweise, die noch in seiner Tätigkeit stecken.

    Weiterbildungskosten steuerlich geltend machen

    Den Besuch von Weiterbildungsveranstaltungen können Arbeitnehmer bei der Einkommensteuererklärung berücksichtigen lassen. Damit lassen sich zum Teil erhebliche Steuern sparen – eine Tatsache, die bei der Entscheidung über die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme unbedingt berücksichtigt werden sollte.

    Fort- und Weiterbildungskosten sind Werbungskosten nach § 9 Einkommensteuergesetz (EStG). Sie dienen dazu „Kenntnisse und Fertigkeiten im ausgeübten Beruf zu erhalten, zu erweitern oder den sich ändernden Anforderungen anzupassen“.

    Als Werbungskosten können die Fort- und Weiterbildungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit (= Arbeitslohn bzw. Gehalt) grundsätzlich unbeschränkt abgezogen werden. Zu beachten ist allerdings, dass bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit bereits ein Werbungskostenpauschbetrag von 920 Euro pro Jahr vom Finanzamt angesetzt wird.

    Aus- und Fortbildungskosten sind beispielsweise:

  • Kursgebühren bzw. Lehrgangskosten

  • Fahrtkosten zum Veranstaltungsort und zu Arbeitsgemeinschaften

  • ggf. Arbeitszimmer (i.d.R. anteilige Kosten) grundsätzlich bis zu 1.250 Euro

  • Ausstattung des Arbeitszimmers (ggf. Abschreibungen)

  • ggf. doppelte Haushaltsführung

    Entstehen die Aufwendungen im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses, kommt ebenfalls der Abzug als Werbungskosten in Betracht.

    Zuschüsse von Dritten zu den Fort- oder Weiterbildungskosten bzw. Berufsausbildungskosten (z. B. vom Arbeitsamt oder vom Arbeitgeber) reduzieren die steuerlich absetzbaren Aufwendungen

    Im Gegensatz zu den Fort- und Weiterbildungskosten sind Berufsausbildungskosten nicht als Werbungskosten, sondern nur als Sonderausgabe steuerlich berücksichtigungsfähig. Diese Kosten des Steuerpflichtigen oder seines Ehegatten werden jedoch nur bis zu einem Höchstbetrag von je 920 Euro jährlich als Sonderausgaben anerkannt. Dieser Höchstbetrag erhöht sich auf 1.227 Euro bei auswärtiger Unterbringung (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG).

    Nach der älteren, in der Kasuistik kaum zu überschauenden Rechtsprechung gehörten zu den Berufsausbildungskosten die Aufwendungen für die erstmalige Berufausbildung oder Aufwendungen zum Erwerb von Kenntnissen, die es ermöglichen sollten, von einer Berufs- und Erwerbsart zu einer anderen zu wechseln.

    Nach neuerer höchstrichterlicher Rechtsprechung sind mittlerweile Aufwendungen auch dann als Fortbildungs- und nicht als Berufsausbildungskosten zu werten, wenn die Bildungsmaßnahme die Basis für andere Berufsfelder schafft oder einen Berufswechsel vorbereitet. Dies wurde derzeit anerkannt bei

  • Aufwendungen für ein (berufsbegleitendes) Studium (BFH-Urteile vom 17.12.2002 VI R 137/01 und vom 29.04.2003 VI R 86/99),

  • Aufwendungen für Umschulungen (BFH-Urteil vom 4.12.2002 VI R 120/01 und vom 27.05.2003 VI R 33/01).
  • Entscheidend ist nach der jüngeren Rechtsprechung nunmehr, ob die Aufwendung in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Zusammenhang mit den steuerbaren Einkünften steht. Wie sich die Rechtsprechungspraxis weiter entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

    Für Lehrgangsteilnehmer bedeutet dieser Paradigmenwechsel, dass die mit einem Lehrgang in Zusammenhang stehenden Kosten auf alle Fälle steuerlich in demjenigen Veranlagungsjahr geltend gemacht werden sollten, in denen die Aufwendungen entstanden sind. Auch wenn in einem Jahr keine Steuern zu zahlen sind, können vorweggenommene Werbungskosten festgestellt und in das Folgejahr übertragen werden.

    Aufwendungen für die private Lebensführung und bei privater (Mit-) Veranlassung – wie z. B. Hobbykurse – sind nach wie vor generell nicht steuerlich anrechenbar.

    Die Einkommensteuerersparnis richtet sich nach dem individuellen Steuersatz, der seinerseits von der Höhe des jährlich zu versteuernden Einkommens und dem Familienstand abhängig ist.

    Ansprechpartner: IHK Hannover, Dirk Sundermeier, Tel. (0511) 3107-204, Fax (0511) 3107-440, E-Mail: sundermeier(at)hannover.ihk.de

    Ansprechpartner/-in

    Dirk Sundermeier

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    Weiterbildungsprogramm

    Aktuelle Seminare und Veranstaltungen der IHK für das 2. Halbjahr 2017 in der Übersicht

    Kosten fГјr Fort- und Weiterbildung von der Steuer absetzen

    Ob Lehrgang oder Abendkurs, die Kosten für eine Fortbildung können Sie komplett von der Steuer absetzen. Das gleiche gilt für eine Weiterbildung.

    Im Steuerrecht ist eine berufliche Fort- oder Weiterbildung jede Bildungsmaßnahme, die Sie als Arbeitnehmer nach Ihrer abgeschlossenen Ausbildung in Anspruch nehmen. Dazu zählen zum Beispiel Lehrgänge, Seminare, Abendkurse und Umschulungen.

    Damit Ihre Fortbildung steuerlich anerkannt wird, muss sie Ihnen ermöglichen, Ihre „berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen“. So steht es im Berufsbildungsgesetzt (BBiG) § 1. Eine Weiterbildung hingegen kann auch die Umschulung zu einem ganz neuen Beruf sein. Das heißt: Eine Fortbildung oder Weiterbildung muss Ihre berufliche Qualifikation fördern – entweder innerhalb Ihres derzeitigen Berufs oder darüber hinaus.

    Sind diese Kriterien erfüllt, unterstützt der Staat Ihre Mühen und Sie können die Kosten für Ihre Fort- oder Weiterbildungen als Werbungskosten absetzen.

    Den privaten Besuch einer Kochschule oder den Sprachkurs für den nächsten Familienurlaub können Sie nicht steuerlich geltend machen, da hier der berufliche Bezug fehlt.

    Im Gegensatz dazu sind die Kosten fГјr eine erste Berufsausbildung entweder als Sonderausgaben oder als Werbungskosten absetzbar. Details darГјber, erfahren Sie in unserem ГњberblickВ Ausbildungskosten.

    Fortbildungskosten, die Sie absetzen können

    Diese Fort- und Weiterbildungskosten können Sie als berufliche Ausgaben in Ihrer Steuererklärung, genauer gesagt in der Anlage N, angeben:

    • Kurs- und PrГјfungsgebГјhren etc.
    • Reisekosten wie die Hin- und RГјckfahrt zum Fortbildungsort oder zu einer Lern- und Arbeitsgemeinschaft (wenn Sie sich VollzeitВ weiterbilden, kГ¶nnen Sie bei FahrtenВ zur Bildungseinrichtung nur die einfache Fahrt absetzen).В
    • Гњbernachtungskosten, beispielsweise im Hotel (eine eventuelle Miete kГ¶nnen Sie nur absetzen, wenn es sich um einenВ ZweitwohnsitzВ handelt).
    • FГјr Essen und Trinken auГџer Haus kГ¶nnen Sie pauschal Verpflegungskosten von der Steuer absetzen. Welche Verpflegungspauschalen Sie ansetzen kГ¶nnen, erfahren Sie in unserem ArtikelВ Verpflegungsmehraufwand – was ist das?.
    • Arbeitsmittel wie FachbГјcher oder Schreibmaterial.
    • Den heimischen Arbeitsplatz, wenn Sie die Fort- oder Weiterbildung daheim nach- oder vorbereiten mГјssen.

    Eine Höchstgrenze gibt es nicht.

    Wenn Sie Lehrer sind und einen pädagogischen Lehrgang besuchen wollen, gibt es ganz bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen damit Ihre Fortbildung steuerlich anerkannt wird. Welche das sind, erfahren Sie in unserem Überblick Steuertipps für Lehrer.

    BildungsprГ¤mie erhalten – Kosten absetzen

    Wenn Sie so wenig verdienen, dass Sie sich keine berufliche Weiterbildung leisten können, kann Ihnen der Staat mit der Bildungsprämie unter die Arme greifen. Mit dem sogenannten Prämiengutschein können Sie sich bei einem Weiterbildungsanbieter zu einem Kurs anmelden. Kostet der Kurs maximal 1.000 Euro, übernimmt der Staat die Hälfte der Kursgebühr für Sie. Die andere Hälfte, die Sie selbst bezahlen müssen, können Sie in Ihrer Steuererklärung eintragen.

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    Источники: http://m.tagesspiegel.de/wirtschaft/karriere/geld-zurueck-weiterbildung-von-der-steuer-absetzen/1952688.html, http://www.hannover.ihk.de/ausbildung-weiterbildung/weiterbildung/a-z-der-weiterbildung/foerderung/weiterbildungskosten-steuerlich-geltend-machen.html, http://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/beruf/kosten-fuer-fort-und-weiterbildung-von-der-steuer-absetzen.html

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