Wer zahlt lohnsteuer

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    Wer zahlt lohnsteuer

    Bei Arbeitnehmern wird die vom Arbeitslohn zu zahlende Einkommensteuer im Wege des Abzugs vom Arbeitslohn erhoben (Lohnsteuer). Mit dem Steuerabzug ist das Besteuerungsverfahren im Allgemeinen abgeschlossen, es sei denn, dass fьr den Arbeitnehmer nach Ablauf des Kalenderjahres noch eine Veranlagung zur Einkommensteuer in Betracht kommt oder dass vom Arbeitgeber ein Lohnsteuer-Jahresausgleich durchzufьhren ist.

    Der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer bei jeder Lohnzahlung einzubehalten. Grundlage des Lohnsteuerabzugs ist die Lohnsteuerkarte. Die Lohnsteuerkarte wird von der Gemeinde anhand ihrer Unterlagen (z.B. Einwohnerkartei) vor Beginn eines jeden Kalenderjahres fьr alle Arbeitnehmer ihres Bezirks ausgestellt. Die Gemeinde bescheinigt auf der Lohnsteuerkarte die Steuerklasse und die Zahl der Kinderfreibetrдge fьr die unter 18 Jahre alten Kinder sowie die Religionszugehцrigkeit des Arbeitnehmers. AuЯerdem trдgt die Gemeinde in die Lohnsteuerkarte Pauschbetrдge fьr Kцrperbehinderte und Hinterbliebene ein, soweit diese Freibetrдge bei der Besteuerung des Arbeitnehmers zu berьcksichtigen sind. Kommen fьr den Arbeitnehmer weitere Freibetrдge in Betracht oder sind bei dem Arbeitnehmer ьber 18 Jahre alte Kinder zu berьcksichtigen, so werden die Eintragungen in der Lohnsteuerkarte auf Antrag des Arbeitnehmers vom Finanzamt geдndert oder ergдnzt.

    Die Lohnsteuer sдmtlicher Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber in einer Summe zu bestimmten Fдlligkeitstagen (monatlich, vierteljдhrlich oder jдhrlich) an das fьr den Betrieb zustдndige Finanzamt abfьhren. Dabei ist eine Lohnsteuer-Anmeldung abzugeben, aus der aber lediglich der Gesamtbetrag der einbehaltenen Lohnsteuer hervorgeht; irgendwelche Angaben ьber die Arbeitnehmer, auf die sich die abgefьhrte Lohnsteuer bezieht, werden nicht gefordert.

    Im Laufe des Kalenderjahres zu viel erhobene Lohnsteuer wird dem Arbeitnehmer nach Ablauf des Jahres erstattet. Das geschieht im Wege des Lohnsteuerjahresausgleichs, den der Arbeitgeber in bestimmten Fдllen durchzufьhren hat, und/oder durch eine Antragsveranlagung (z.B. zur nachtrдglichen Geltendmachung von SteuerermдЯigungen). In bestimmten Fдllen ist auch fьr Arbeitnehmer zur Feststellung der Jahressteuerschuld eine Veranlagung zur Einkommensteuer zwingend vorgeschrieben. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Fдlle, in denen der Arbeitnehmer noch andere Einkьnfte bezogen hat oder ein Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen wurde. Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer werden ebenfalls etwa zu viel einbehaltene Steuern erstattet, aber auch etwa zu wenig erhobene Steuern nachgefordert.

    Schuldner der Lohnsteuer ist der Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber ist jedoch fьr die ordnungsgemдЯe Einbehaltung und Abfьhrung der Lohnsteuer verantwortlich. Stellt das Finanzamt bei einer Prьfung fest, dass Lohnsteuer zu niedrig einbehalten wurde, so kann es den Arbeitgeber oder unmittelbar den Arbeitnehmer fьr die Fehlbetrдge in Anspruch nehmen.

    Der Verpflichtung zur Erhebung und Abfьhrung der Lohnsteuer unterliegt jeder inlдndische Arbeitgeber. Dabei ist die Lohnsteuer nicht nur bei Arbeitnehmern einzubehalten, die im Inland einen Wohnsitz oder gewцhnlichen Aufenthalt haben (unbeschrдnkte Einkommensteuerpflicht), sondern auch bei Arbeitnehmern, die im Inland zwar keinen Wohnsitz oder gewцhnlichen Aufenthalt haben, aber deren Einkьnfte zu 90 Prozent der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder deren nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegende Einkьnfte 6.136 EUR jдhrlich nicht ьbersteigen, sofern sie einen Antrag auf Behandlung wie unbeschrдnkt einkommensteuerpflichtige Personen gestellt haben, sowie bei Arbeitnehmern, die im Inland keinen Wohnsitz oder gewцhnlichen Aufenthalt haben, wenn sie entweder im Inland als Arbeitnehmer tдtig sind oder ihre auslдndische Tдtigkeit im Inland verwertet wird (beschrдnkte Einkommensteuerpflicht). Das gleiche gilt, wenn die im Ausland lebenden Arbeitnehmer Arbeitslohn aus inlдndischen цffentlichen Kassen erhalten.

    Der Lohnsteuerabzug wird vom Arbeitslohn (so genannte Einkьnfte aus nichtselbststдndiger Arbeit) vorgenommen. Arbeitslohn sind alle Einnahmen, die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverhдltnis oder aus einem frьheren Dienstverhдltnis zuflieЯen. Zu den Einnahmen zдhlen nicht nur Barvergьtungen, sondern auch Sachbezьge (z.B.Kost und Logis) und andere geldwerte Vorteile (z.B. private Benutzung eines betrieblichen Pkw). Es kommt im Ьbrigen nicht darauf an, ob es sich um einmalige oder laufende Einnahmen handelt oder ob ein Rechtsanspruch besteht; auch die Bezeichnung oder Form, unter der die Einnahmen gewдhrt werden, ist unerheblich.

    Die Lohnsteuer wird nach dem Arbeitslohn so bemessen, dass sie der Einkommensteuer entspricht, die der Arbeitnehmer schuldet, wenn er ausschlieЯlich Einkьnfte aus nichtselbstдndiger Arbeit erzielt.

    Um dem Arbeitgeber die Steuerberechnung zu erleichtern, werden die Arbeitgeber nach Familienstand in unterschiedliche Steuerklassen eingeordnet. Aus der jeweiligen Steuerklasse ergibt sich, ob die Einkommensteuer-Grundtabelle (Steuerklassen I, II, IV) oder die Einkommensteuer-Splittingtabelle (Steuerklassen III, V, VI) anzuwenden ist und welche Freibetrдge und Pauschbetrдge zu berьcksichtigen sind. Es handelt sich dabei um den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.044 EUR jдhrlich (Steuerklassen I bis V), den Sonderausgabenpauschbetrag von 36 EUR (Steuerklassen I, IV) und von 72 EUR jдhrlich (Steuerklasse III), die Vorsorgepauschale von 20% des Arbeitslohns, begrenzt durch vom Familienstand und der Rentenversicherungspflicht abhдngige Hцchstbetrдge (Steuerklassen I bis IV) und den Haushaltsfreibetrag in 2002 von noch 2.340 EUR jдhrlich (Steuerklasse II).

    Dabei sind einzuordnen in die

    Steuerklasse I: ledige und geschiedene Arbeitnehmer sowie verwitwete Arbeitnehmer, sofern sie nicht in die Steuerklasse II oder III fallen,

    Steuerklasse V: einer der Ehegatten (an die Stelle der Steuerklasse IV), wenn der andere Ehegatte in die Steuerklasse III eingereiht wird,

    Steuerklasse VI: Arbeitnehmer, die gleichzeitig von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn erhalten, mit ihren zweiten und weiteren Lohnsteuerkarten.

    Arbeitgeber die die Lohnsteuer nicht maschinell nach den Vorgaben des amtlichen Programmablaufplans ermitteln, kцnnen die Lohnsteuer auch aus Lohnsteuertabellen ablesen. Die Lohnsteuertabellen fьr Jahres-, Monats-, Wochen- und Tageslohn sind ebenfalls aus dem Einkommensteuertarif abgeleitet und nach Steuerklassen gegliedert, wobei die den Steuerklassen entsprechenden Frei- und Pauschbetrдge eingearbeitet sind

    Wie lautet die Rechtsgrundlage?

    Die Lohnsteuer ist nur eine Erhebungsform der Einkommensteuer, also keine Steuer eigener Art. Rechtsgrundlage ist das Einkommensteuergesetz (EStG). Ergдnzend zu den lohnsteuerlichen Vorschriften des EStG ist die Lohnsteuer-Durchfьhrungsverordnung erlassen worden. Sie enthдlt Rechtsvorschriften zum Lohnsteuerabzug, soweit dieser im Einkommensteuergesetz nicht abschlieЯend geregelt ist. AuЯerdem sind zur Klдrung von Zweifels- und Auslegungsfragen, die sich aus den gesetzlichen Vorschriften ergeben, Lohnsteuer-Richtlinien herausgegeben worden.

    Die Einbehaltung und Abfьhrung der Lohnsteuer durch die Arbeitgeber wird von den Finanzverwaltungen der Lдnder ьberwacht. Jeweils 42,5 % der Lohnsteuer steht dem Bund und den Lдndern zu. 15 % der Lohnsteuer steht den Gemeinden zu.

    Wie hat sich die Steuer entwickelt?

    Die Anfдnge der Besteuerung des Arbeitslohnes sind in den alten Kopfsteuern zu suchen, mit denen in Deutschland vom ausgehenden Mittelalter an hauptsдchlich die vermцgenslosen Personen erfasst werden sollten, die nur ihre Arbeitskraft besaЯen. Дhnlich wurden die kirchlichen Personalzehnten nach dem bemessen, was durch menschlichen FleiЯ erworben war. In Wьrttemberg z.B. verlief die Entwicklung so, dass nach der Schatzungsordnung von 1470 zunдchst fixe Kopfbetrдge erhoben, 1694 die Lohnbezieher nach Rangklassen unterschiedlich eingestuft, dann 1708 in Ansдtzen und 1764 von allen "Besoldungs-Participanten" die Steuer bereits in Abzugsverfahren erhoben wurde. Die in OstpreuЯen von 1808 bis 1811 eingefьhrte erste deutsche Einkommensteuer sah fьr Besoldungen ebenfalls den Steuerabzug an der Quelle vor. Die weitere Besteuerung des Arbeitslohnes erfolgte in PreuЯen im Rahmen der Klassensteuer von 1820, in Bayern durch die Familiensteuer von 1814 und die Arbeitsertragsteuer von 1856, in Wьrttemberg durch die Dienst- und Berufseinkommensteuer von 1852 und ging um die Jahrhundertwende in die modernen Einkommensteuern (zunдchst ohne das Abzugsverfahren) ein. Durch das Reichseinkommensteuergesetz von 1920 wurde erstmals reichseinheitlich und fьr sдmtliche Bezьge aus Arbeit der Steuerabzug durch den Arbeitgeber eingefьhrt; bis 1924 hatte der Arbeitgeber Steuer-Quittungsmarken in die Steuerkarte des Arbeitnehmers einzukleben und zu entwerten. Die Reform der Einkommensteuer von 1925 brachte die besondere Art der "Einkьnfte aus nichtselbststдndiger Arbeit" und mit dem Wegfall des Markenklebens die heutige Form des Lohnsteuerkarten- und Abzugsverfahrens. Die diesbezьgliche Rechtsmaterie wurde 1934 in einer "Lohnsteuer-Durchfьhrungsverordnung" zusammengefasst und 1937 durch die "Lohnsteuer-Richtlinien" der Finanzverwaltung als Auslegungsmaterial ergдnzt.

    Eine wichtige Neuerung war die Einfьhrung des Lohnsteuerjahresausgleichs im Jahre 1948.

    Mit Wirkung ab 1975 sind die wesentlichsten Verfahrensvorschriften aus der Lohnsteuer-Durchfьhrungsverordnung unmittelbar in das Einkommensteuergesetz ьbernommen worden.

    Das Aufkommen betrug 2001 132,6 Mrd. EUR.

    Personal- und Unternehmensberatung Tobias Kafurke

    Letzte Aktualisierung am: 21.05.2002

    Lohnsteuer an das Finanzamt entrichten

    Die Lohnsteuer kennen viele Gründer, die zuvor als Angestellte ein Gehalt bezogen haben, vor allem von einer Seite: als Einkommensteuer aus ihrer Zeit als Arbeitnehmer. Wenn die eigene Firma aber erst einmal läuft und die ersten Mitarbeiter einstellt, dann bekommt man es als Arbeitgeber auch auf der anderen Seite mit der Lohnsteuer zu tun.

    Wir zeigen auf, was Sie bei der Lohnsteuer und der Zahlung der Lohnsteuer zu beachten haben. Im Kapitel Lohnbuchhaltung halten wir weitere Details für Sie parat.

    Lohnsteuer für Mitarbeiter abführen

    Jeder, der Mitarbeiter beschäftigt, muss für diese die Lohnsteuer an das Finanzamt abführen. Dabei ist die Anmeldung über das elektronische Steuerportal Elster für Unternehmer verpflichtend. Die Lohnsteuer muss man bei dem Finanzamt anmelden und abführen, das für das eigene Unternehmen zuständig ist, also nicht beim Finanzamt des Arbeitnehmers, den man eingestellt hat.

    Vor allem Gründer, die sich erstmals mit dem Thema Lohnsteuer befassen, müssen beachten, dass die Lohnsteuer nicht nur auf Geldleistungen anfällt, sondern auch auf sogenannte geldwerte Vorteile oder sonstige Sachbezüge, die der Arbeitnehmer nutzt. Typische Beispiele sind die private Nutzung eines Dienstwagens oder Essensgutscheine. Um unnötige Fehler gleich zu Beginn zu vermeiden, kann es hilfreich sein, sich an spezialisierte Steuerberater für Gründer zu wenden.

    Abzugsmerkmale der Lohnsteuer

    Die alte Lohnsteuerkarte aus Papier wurde inzwischen durch ein verpflichtendes elektronisches Verfahren ersetzt. Im Behördendeutsch lautet das System Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM). Wenn man die Abrechnung der Lohnsteuer nicht über den Steuerberater laufen lässt, benötigt man als Gründer ein Programm zu Lohnbuchhaltung, das ELStAM unterstützt bzw. eine entsprechende Schnittstelle besitzt. Das sogenannte Lohnsteuermeldewesen haben aber die meisten der gängigen Programme für die Buchhaltung integriert.

    Anschließend müssen Gründer sich für die Lohnsteueranmeldung einmalig als Arbeitgeber bei ELStAM registrieren. Später müssen Unternehmer dann jeden Arbeitnehmer, den sie einstellen, ebenfalls bei ELStAM anmelden, um dessen Lohnsteuer korrekt abführen zu können.

    Die Lohnsteuer eines Arbeitnehmers berechnet sich aus unterschiedlichen Merkmalen, den Lohnsteuerabzugsmerkmalen. Diese umfassen beispielsweise

    • die Steuerklasse,
    • die Zahl der Kinderfreibeträge,
    • den Freibetrag und den Hinzurechnungsbetrag,
    • die Beiträge für eine private Krankenversicherung und Pflegeversicherung,
    • Angaben zur Vermeidung von Doppelbesteuerung und
    • die Konfession bzw. Mitgliedschaft in einer Kirche, da der Arbeitgeber auch die Kirchensteuer einbehält.

    Außerdem benötigt jeder Arbeitgeber die eindeutige Identifikationsnummer seines Arbeitnehmers, um die Lohnsteuer abzuführen. Jede in Deutschland steuerpflichtige Person hat eine entsprechende Nummer. Für Mitarbeiter, die diese Nummer nicht haben, weil sie beispielsweise in Deutschland nicht meldepflichtig sind, oder die sie verloren haben, kann das Finanzamt dem Unternehmen eine Bescheinigung für den Abzug der Lohnsteuer aushändigen.

    Die Ermittlung der Lohnsteuer übernimmt für Sie auch der Steuerberater – so haben Sie Zeit für das Kerngeschäft. Nutzen Sie die individuellen Pakete unseres Partners felix1.de

    Die richtige Höhe der Lohnsteuer

    Für die Berechnung der richtigen Höhe der Lohnsteuer gibt es jedes Jahr Lohnsteuertabellen. Auf Basis der Lohnsteuer-Abzugsmerkmale berechnen die Tabellen, wie viel Lohnsteuer der Gründer von seinen Mitarbeitern einbehalten und an das Finanzamt abführen muss.

    Die meisten Programme zur Lohnbuchhaltung haben die Lohnsteuertabellen integriert und berechnen die richtige Lohnsteuer mit den hinterlegten Merkmalen des Arbeitnehmers. Alternativ finden Unternehmer im Internet auch frei verfügbare Lohnsteuer-Rechner. Für mögliche Fehler in der Berechnung der Lohnsteuer (wie aller anderen Steuern) ist aber der Gründer selbst verantwortlich. Er oder sie kann die Verantwortung nicht auf ein fehlerhaftes oder unvollständiges Programm abwälzen. Daher empfiehlt es sich, für die Berechnung der Lohnsteuer auf zuverlässige Anbieter zurückzugreifen.

    Fristen bei der Abführung der Lohnsteuer

    Die Lohnsteuer ist, wie viele andere Steuern (beispielsweise die Mehrwertsteuer) jeweils spätestens am 10. des Folgemonats nach der Fälligkeit zu entrichten.

    Je nachdem, wie hoch die Lohnsteuer ist, die man als Unternehmen anmeldet, muss man die Lohnsteuer für seine Mitarbeiter monatlich, vierteljährlich oder auch nur jährlich abführen. Wer als Gründer im Vorjahr weniger als 4.000 Euro Lohnsteuer für seine Mitarbeiter abgeführt hat, kann die Lohnsteuer einmal im Quartal abführen. Wer im Vorjahr weniger als 1.000 Euro abgeführt hat, kann die Zahlung einmal im Jahr vornehmen.

    Vor allem bei längeren Intervallen gilt aber, dass man wie bei allen Steuerthemen – vor allem bei der Mehrwertsteuer – als Gründer aufpassen muss, nicht in Liquiditätsnöte zu kommen, wenn die Steuern dann wirklich fällig werden. Man sollte also gerade, wenn man die Lohnsteuer für Mitarbeiter nur einmal im Jahr oder im Quartal abführt, das Geld das Jahr über beiseitelegen.

    Einkommensteuer als Selbstständiger

    Die Lohnsteuer für Mitarbeiter ist damit zwar in der Berechnung komplex, folgt aber im Grundsatz relativ simplen Regeln. Wie aber steht es um die Einkommensteuer für den Gründer selbst?

    Wichtig ist, dass Gründer ihre Selbstständigkeit spätestens einen Monat nach Betriebseröffnung anmelden. Vom Finanzamt kommt dann ein Formular zur steuerlichen Erfassung. Für das Ausfüllen sollte man sich als Gründer Zeit nehmen oder auch einen spezialisierten Berater zu Rate ziehen, da die Angaben nicht unerhebliche Auswirkungen auf die Steuerlast haben können.

    Es macht beispielsweise einen Unterschied, ob das Finanzamt die Existenzgründung als freiberufliche Tätigkeit oder als Gewerbebetrieb einordnet. In letzterem Fall fällt dann Gewerbesteuer an. Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaften (zu den verschiedenen Rechtsformen siehe hier) müssen keine Einkommensteuerzahlen, wenn die Gesellschaft Verluste erwirtschaftet. Mehr zum Thema Einkommensteuer für Selbständige finden Sie hier.

    Lohnsteuer als Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft

    Die meisten Gründer beginnen ihre Existenzgründung als Einzelunternehmen oder Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Später aber ist oft eine Gesellschaft mit begrenzter Haftung (GmbH) sinnvoll. Dann stellt sich auch die Frage nach der Lohnsteuer für den Gründer oder die Gründerin, der oder die dann Geschäftsführer/-in in der Kapitalgesellschaft ist.

    Zunächst einmal ist auch ein Gründer-Geschäftsführer bzw. Gesellschafter-Geschäftsführer hinsichtlich der Lohnsteuer zu behandeln wie jeder angestellte Arbeitnehmer. Das heißt das Gehalt und sonstige Vergütungen sind steuerrechtlich zu verrechnen und als Lohnsteuer oder andere Abzüge abzuführen.

    Vorsicht ist bei der Höhe der Vergütung geboten. Sie ist so zu wählen, dass sie bei neutraler Prüfung dem Arbeitsaufwand und der Leistung angemessen erscheint. Die Frage ist also: Würde der Gründer auch einem extern angestellten Geschäftsführer diesen Lohn zahlen? Wenn nicht, wenn der Gründer sich selbst als Gesellschafter-Geschäftsführer also eine deutlich höhere Vergütung zukommen lässt, liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor.

    Das ist für die Gesellschaft steuerlich relevant, da eine Gewinnausschüttung – wie der Name sagt – vom Gewinn der Gesellschaft abgeht und nicht als regelmäßige, steuermindernde Kosten zu Buche schlagen sollte. Und es ist für den Gründer- bzw. Gesellschafter-Geschäftsführer relevant, da Gewinnausschüttungen, also Kapitaleinkünfte, anders zu versteuern sind als Arbeitslohn.

    Als Geschäftsführer-Gesellschafter haftet man in diesen Fällen gleich doppelt: Zum einen wird man als Privatperson Schwierigkeiten mit dem Finanzamt bekommen, wenn der Verdacht besteht, dass man Einnahmen falsch deklariert (z.B. Kapitaleinkünfte als Lohnbestandteile). Zum anderen haftet man als Geschäftsführer für die richtige Ausweisung und Abführung der Lohnsteuer – auch der eigenen. Dies wird durchaus auch im Rahmen der Betriebsprüfung durch das Finanzamt angeschaut.

    Lohnbuchhaltung und Gehaltsabrechnung

    Die Lohnsteuer ist ein Aspekt rund um die steuerlichen Pflichten beim Thema Mitarbeiter. Wir haben Ihnen in gesonderten Kapiteln noch weitere Details zur Lohnbuchhaltung und zur Gehaltsabrechnung zusammengestellt.

    Lohnsteuer und Einkommenssteuer: Wer zahlt was?

    Die parallele Verwendung der Begriffe „Lohnsteuer“ und „Einkommenssteuer“ führt zuweilen zu Irritationen bei den Steuerbürgern. Im Grunde bezeichnen die beiden Begriffe den gleichen Sachverhalt: sie stellen den Anteil des Staates dar, den dieser von den Einkünften seiner Bürger abfordert.

    Damit werden prozentual die meisten Staatsausgaben gedeckt. Da „Lohnsteuer“ und „Einkommenssteuer“ mit einer unterschiedlichen Art des Erwerbs verbunden sind, werden sie auch unterschiedlich klassifiziert.

    Die Lohnsteuer ist eine Quellensteuer, da sie direkt am Punkt ihres Entstehens (bei er monatlichen Lohnzahlung) abgeführt wird. Wer Einkommenssteuer zahlt, kommt seiner Verpflichtung nach, den Staat an seinen Erträgen zu beteiligen.

    Lohn- und Einkommenssteuer werden auf unterschiedliche Einkunftsarten gezahlt

    Lohnsteuer und Einkommenssteuer kommen auf unterschiedliche Weise zustande. Die Gehaltsvereinbarung mit einem Arbeitgeber ist ein fester Vertrag, aus dem genau definierte Zahlungen fällig werden. In diesem Fall ist es möglich, den vorgesehenen Lohnsteuerbetrag sofort bei Zahlung abzuführen.

    Erträge kommen im Wirtschaftskreislauf zustande und sind in der Regel nicht konstant. Das hängt einerseits mit den Schwankungen zusammen, die am Markt für wechselnde Preise, Zinsen oder Handlungskonditionen sorgen. Andererseits beinhaltet eine wirtschaftliche Tätigkeit so viele organisatorische und zeitliche Aspekte, dass sie nicht im Zeitraum eines Monats erschöpfend bilanziert werden kann.

    Daher wird hier als Handlungs- und Steuerzeitraum das so genannte Wirtschaftsjahr zugrunde gelegt. Zwar bildet auch dieser Zeitraum das unternehmerische Handeln nicht komplett ab, aber es ist möglich, einen realen Gewinn zu definieren. Dieser wird bei natürlichen Personen als Einkommen bezeichnet und analog des Steuerverfahrens beim Lohn nach Höhe versteuert.

    Lohnsteuer = Einkommenssteuer für Arbeitnehmer

    Das deutsche Steuergesetz kennt sieben Hauptarten des Einkommens, die in den Paragrafen 13 – 23 des Einkommensteuergesetzes definiert sind:

    • Einkünfte aus selbständiger Arbeit
    • Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit
    • Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft
    • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
    • Einkünfte aus Kapitalvermögen
    • Sonstige Einkünfte
    • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit

    Der Unterschied der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit zu allen anderen Einkommensarten besteht darin, dass dafür kein eigenes unternehmerisches Handeln notwendig ist. Jede andere Einkunftsart ist mit eigenem Kapital, eigener Struktur und eigenem Risiko verbunden.

    Lohn- und Einkommenssteuer: Die Fristen

    Insofern ist die zeitliche Bemessung des Wirtschaftsjahres auch eine Referenz des Staates an die Akteure der Wirtschaft, deren wertschöpfende Tätigkeit in einen angemessenen Rahmen zu stellen. Das hält ihn indes nicht davon ab, bereits in den laufenden Prozess eines Jahres mit Vorauszahlungen einzugreifen, und eine zügige Abrechnung des Wirtschaftsjahres zu fordern.

    Unternehmen und Selbständige müssen für einen solchen Fristenaufschub zwingende Grund vorweisen, und erhalten in der Regel auch nicht eine so langen Bedenkzeit.

    Wer einen Steuerberater beschäftigt, hat bis zum 30. September des Folgejahres Zeit. Fristverlängerungen werden meist bis zum Jahresende genehmigt, bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben bis zum 31. März des nächsten Jahres.

    Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.

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    Источники: http://www.unternehmerinfo.de/Steuern/Steuerarten/Lohnsteuer.htm, http://www.fuer-gruender.de/wissen/unternehmen-fuehren/buchhaltung/steuererklaerung/lohnsteuer/, http://www.gevestor.de/details/lohnsteuer-und-einkommenssteuer-2013-wer-zahlt-was-687132.html

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