Werbungskosten fortbildung fahrtkosten

    0
    136

    Fortbildungskosten in der Steuererklärung

    Wer an Seminaren und Lehrgängen aus beruflichen Gründen teilnimmt, kann in vielen Fällen das Finanzamt an den Kosten beteiligen. Aus meiner Arbeit als Dozent weiß ich, daß die Teilnehmer oft nur wenig Informationen dazu haben und deshalb allzu oft auf Steuervorteile verzichten. Deshalb hier die wichtigsten Hinweise.

    1. Privat oder beruflich?

    1. Privat oder beruflich?

    2. Werbungskosten oder Sonderausgaben?

    Siehe dazu auch das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 4. November 2005 – IV C 4 – S 2227 – 5/05.

    Keinen steuerlichen Vorteil hat ein Arbeitnehmer, wenn auch mit den Fortbildungskosten der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 Euro im Jahr nicht überschritten wird. Das hängt vor allem davon ab, wie hoch die sonstigen Werbungskosten (z.B. Entfernungspauschale) im Jahr sind. Für Selbständige gibt es keinen entsprechenden Pauschbetrag, hier mindern die Betriebsausgaben direkt den Gewinn.

    3. Welche Ausgaben können abgesetzt werden?

    3.1. Lehrgangsgebühren

    Die an den Veranstalter gezahlten Kosten für Anmeldung, Teilnahme, Skripte und Prüfungen; ebenso Püfungsgebühren an andere Stellen wie z.B. die IHK oder Handwerkskammer.

    3.2. Fahrtkosten

    • PKW: 0,30 Euro je gefahrener Kilometer
    • Motorrad/Motorroller: 0,13 Euro je gefahrener Kilometer
    • Moped/Mofa: 0,08 Euro je gefahrener Kilometer
    • Fahrrad: 0,05 Euro je gefahrener Kilometer
    • bei Mitnahme von weiteren Personen (Fahrgemeinschaft) im PKW zusätzlich 0,02 Euro je Mitfahrer und km, auf dem Motorrad 0,01 Euro

    Falls die Mitfahrer einen Kostenbeitrag an den Inhaber des PKW zahlen, ist das entsprechend zu verrechnen (Ausgabe bei den Mitfahrern, geringere Fahrtkosten beim Fahrer) und sollte am besten durch Quittungen dokumentiert werden. Zusätzlich zur km-Pauschale können z.B. Parkplatzgebühren angegeben werden.

    3.3. Verpflegungsmehraufwand

    Ohne tatsächlichen Nachweis akzeptiert das Finanzamt Mehrkosten für Verpflegung auf Dienstreisen und somit auch bei Fortbildungen. Die Pauschalen richten sich nach der tatsächlichen Abwesenheit am Kalendertag, also einschließlich Wegezeiten:

    3.4. Übernachtungen

    Übernachtungskosten – sofern nicht schon in der Lehrgangsgebühr enthalten – müssen einzeln mit Beleg nachgewiesen werden. Sind in der Hotelrechnung auch Mahlzeiten enthalten, werden diese nicht anerkannt, da es dafür bereits die oben genannte Pauschale gibt. Wenn die Hotelrechnung ein Frühstück einschließt, ohne daß dafür ein besonderer Betrag genannt ist, werden 4,50 Euro abgezogen.

    3.5. Fachliteratur und Lernmittel

    Die Kosten für beruflich benötigte Fachliteratur (Bücher, Zeitschriften, evtl. Datenträger) können auch unabhängig von der Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme als Werbungskosten abgesetzt werden. Gerade bei Weiterbildungen fallen solche Kosten aber erfahrungsgemäß an, entweder aus eigener Initiative oder auf Empfehlung der Dozenten. Quittungen für Bücher dürfen nicht nur den Hinweis „Fachliteratur“ enthalten, sondern die genaue Bezeichnung des Buches.

    Privater PC in den Werbungskosten:

    4. Praktische Hinweise:

    4.1. Steuerhinterziehung?

    4.2. Angaben in der Steuererklärung

    • Zur Art der Bildungsmaßnahme die Ausschreibung des Veranstalters, der Teilnahmevertrag, der Stundenplan und/oder das Abschlusszeugnis bzw. die Teilnahmebescheinigung
    • Zu den Lehrgangskosten die Rechnungen oder Quittungen
    • Zu den Fahrtkosten bei der Kilometer-Pauschale eine übersichtliche Darstellung der einzelnen Fahrten, zeitlich geordnet mit Angabe der Strecken (z.B. Nürnberg-München und zurück) und der gefahrenen Kilometer.

    selbst entworfen hat oder dies gerne tun möchte, veröffentliche ich es gerne an dieser Stelle.

    Bedingung wäre aber die kostenlose Nutzung für jedermann.

    Bitte schreiben Sie mir, zur Gestaltung gebe ich dann gerne auch Tipps.

    Selbständige verbuchen die genannten Kosten ebenso wie alle anderen Betriebsausgaben und beachten dabei ggf. den Vorsteuerabzug (Bildungsmaßnahmen sind allerdings oft von der Umsatzsteuer befreit). Sonderausgaben geben Selbständige ebenso wie Arbeitnehmer im Hauptvordruck an, bei den Betriebsausgaben erscheinen sie nicht.

    4.3. Freibetrag in der Lohnsteuerkarte

    4.4. Verlustabzug in einem anderen Kalenderjahr

    • Auszubildende, deren Lehrlingsgehalt unter dem Grundfreibetrag liegt
    • Studenten im Zweitstudium, die nicht oder nur in geringem Umfang erwerbstätig sind
    • Arbeitslose, die während der Arbeitslosigkeit auf eigene Kosten an einer Fortbildung oder Umschulung teilnehmen (das ist seit einigen Jahren trotz gleichzeitigen Bezuges von Arbeitslosengeld möglich)
    • Arbeitnehmer, die für die Dauer eines Lehrganges vom Arbeitgeber unbezahlt freigestellt werden

    In diesen Fällen können die Werbungskosten oder Betriebsausgaben auch auf ein anderes Kalenderjahr übertragen werden, in dem sie sich auswirken. Möglich ist der Verlustrücktrag in das unmittelbar vorhergehende Jahr oder der Verlustvortrag in ein oder mehrere Folgejahre. Das kann zu nachträglichen Steuererstattungen für das Vorjahr oder zu Steuerminderungen in den folgenden Jahren führen. Wer diese Möglichkeiten in Anspruch nehmen möchte, sollte sich zur Beratung an einen Steuerberater oder an einen Lohnsteuerhilfe-Verein (beides kostenpflichtig) oder direkt an sein Finanzamt wenden.

    5. Steuerersparnis

    Ein Beispiel:

    Karin Leyh ist ledig, arbeitet als Krankenschwester in Nürnberg und nimmt berufsbegleitend an einer Weiterbildung zur Stationsleitung teil. Dazu fährt sie an insgesamt 65 Tagen 30 km nach Erlangen und zurück mit ihrem eigenen PKW. Sie ist jeweils von 7.30 bis 17.00 Uhr unterwegs. Der Arbeitgeber beteiligt sich nicht an den Kosten.

    Frau Leyh könnte z.B. folgende Werbungskosten errechnen:

    Alle Angaben auf dieser Seite erfolgen ohne Gewähr und ersetzen nicht die individuelle Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten oder Rechtsanwalt.

    Ein Hinweis für Bildungsträger:

    Für Bildungsträger und Kollegen weise ich auch noch auf meine folgende Publikation hin:

    Weiterbildung: Fahrtkosten sind steuerlich absetzbar

    Eine Bildungseinrichtung gilt nicht als regelmäßige Arbeitsstätte, wenn ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer mehrmals wöchentlich in seiner Freizeit an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnimmt. Die Fahrtkosten können dann in tatsächlicher Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden – also die Hin- und die Rückfahrt. Das geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofes in München hervor, auf das der Bund der Steuerzahler in Berlin hinweist.

    Teilzeitbeschäftigte bekommen nur die einfache Strecke erstattet

    Vereinfachend können hier 30 Cent für jeden mit dem Auto gefahrenen Kilometer angesetzt werden, erklären die Steuerexperten. Allerdings muss der Arbeitnehmer die Weiterbildung neben seiner Vollzeitbeschäftigung wahrnehmen, und die Maßnahme muss zeitlich befristet sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Weiterbildung mehrere Jahre dauert.

    Bei einer bloßen Teilzeitbeschäftigung können die Fahrten zur Weiterbildungsstätte hingegen nur mit der Entfernungspauschale angesetzt werden. Das heißt, es können nur eine Strecke mit 30 Cent je mit dem Auto gefahrener Kilometer oder die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel berücksichtigt werden, aber nicht Hin- und Rückfahrt mit dem Auto.

    Werbungskosten: Fortbildungskosten absetzen

    Wenn du aus beruflichen Gründen eine Fortbildung machst, kannst du in deiner Steuererklärung die entstandenen Fortbildungskosten absetzen. Wie du das machst und was du beachten musst, erklären wir dir in sieben Schritten.

    Was ist eine Fortbildung?

    Fort- und Weiterbildungskosten muss man von den Kosten für eine Erstausbildung abgrenzen. Ein erstes Studium oder eine Ausbildung zählen nicht zu den Fortbildungen. Die Kosten dafür sind keine Werbungskosten. Du kannst sie jedoch als Sonderausgaben absetzen.

    Eine Fortbildung liegt vor, bei:

    • einer Fortbildung (Lehrgänge, Kurse) im bereits erlernten Beruf
    • einer Umschulungsmaßnahme für den Wechsel eines Berufes
    • einem Zweitstudium (auch Masterstudium)

    Deine Erstausbildung kannst du nur absetzen, bei:

    • einer Ausbildung oder einem Erststudium im Rahmen eines
    • Dienstverhältnisses (klassische Lehre, Duales Studium)

    Beispiele für Fortbildungen:

    • Handwerkergeselle wird Meister
    • Bachelorabsolvent macht seinen Master
    • Ingenieur wird Wirtschaftsingenieur
    • Arzt wird Zahnarzt
    • Krankenschwester macht einen Lehrgang zur Auffrischung neuer medizinischer Methoden

    Welche Fortbildungskosten kann ich absetzen?

    Alle Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Fortbildung stehen, kannst du über die Steuererklärung als Werbungskosten absetzen. Diese sind im u.a.:

    • Teilnahmegebühr für Kurse, Seminare
    • Prüfungsgebühr
    • Arbeitsmaterialien (z.B. Fachliteratur oder Schreibwaren)
    • Reisekosten
    • Verpflegungskosten
    • Übernachtungskosten

    Hat dein Arbeitgeber einen Arbeitgeberzuschuss gezahlt?

    Manche Arbeitgeber schicken ihre Angestellten zu Lehrgängen. Dafür zahlen sie oft einen steuerfreien Arbeitgeberzuschuss. Diesen ziehst du von den Gesamtkosten einer Fortbildung ab, wie im folgenden Beispiel:

    Den Arbeitgeberanteil musst du in jedem Fall von den Kosten abziehen!

    Bei ElsterFormular die richtige Anlage hinzufügen

    Du findest das Formular Anlage N in der Elster-Software Elsterformular unter dem Punkt weitere Vordrucke.

    Mit einem Rechtsklick auf das Feld Anlage N und der Auswahl Anlage N zu meiner Steuererklärung hinzufügen kannst du dieses Formular zu deiner Steuererklärung hinzufügen und anschließend bearbeiten.

    Werbungskosten eintragen & Fortbildungskosten absetzen

    Einfach in der Zeile 44 der Anlage N unter Werbungskosten: Fortbildungskosten die Bezeichnungen und die Summe der einzelnen angefallenen Ausgaben für Fortbildungen eintragen.

    Falls ein steuerfreier Arbeitgeberzuschuss geleistet wurde, muss dieser abgezogen werden! Im folgenden Beispiel wurde der Zuschuss in Höhe von 80 Euro von den Teilnahmegebühren abgezogen:

    Belege aufheben und ggf. nachweisen

    Die Quittungen und Belege für die angefallenen Kosten müssen nicht mit der Steuererklärung mitgeschickt werden. Nur wenn das Finanzamt Rückfragen hat und die Belege anfordert, reichst du sie nach.

    Doch aufgepasst: Im Zweifelsfall lässt du dir von deinem Arbeitgeber einen Dreizeiler ausstellen, der besagt, dass deine Weiterbildung für deinen Beruf notwendig war. Somit gehst du auf Nummer Sicher, falls das Finanzamt bzgl. deiner Fortbildungskosten Nachfragen hat.

    Steuern sparen oder Geld zurück

    Fertig! Bei Abgabe der Steuererklärung zieht das Finanzamt den Betrag der Fortbildungskosten als Werbungskosten von dem zu versteuernden Einkommen ab und berechnet anschließend die zu zahlende Steuer.

    Je mehr Werbungskosten du hast, desto geringer ist die zu zahlende Steuer. Es kann sogar sein, dass du einen Teil deiner gezahlten Steuern zurückbekommst. Diese werden bei Abgabe der Steuererklärung nach einigen Wochen Bearbeitungszeit vom Finanzamt auf dein angegebenes Konto ausgezahlt.

    Источники: http://www.erwin-denzler.de/fortbild/, http://www.berlin.de/special/finanzen-und-recht/steuern/1268676-1657471-weiterbildung-fahrtkosten-sind-steuerlic.html, http://taxfix.de/anleitungen/fortbildungskosten-absetzen/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here