Werbungskosten pauschbetrag

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    Werbungskosten: Welche Ausgaben kann ich in der Steuererklärung geltend machen?

    Manchmal muss man zunächst Geld ausgeben, um Geld zu verdienen. Diese alte Weisheit hat auch das Finanzamt erkannt und lässt deshalb den Abzug von Werbungskosten im Rahmen der jährlichen Steuererklärung zu. Werbungskosten sind Ausgaben, die Sie haben, um Ihre Einnahmen zu sichern. Zu den typischen Werbungskosten von Arbeitnehmern gehören Ausgaben für Arbeitsmittel, Fachbücher, Fortbildungen oder Dienstreisen. Aber auch Renovierungskosten für eine vermietete Wohnung oder Betriebsausgaben können als Werbungskosten die Steuerlast verringern.

    In diesem Artikel erfahren Sie:

    • Welche Kosten kann ich als Werbungskosten in der SteuererklГ¤rung absetzen?

    Das Wichtigste zuerst: Nutzen Sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag!

    Denn auch wenn die Werbungskosten darunter liegen, lohnt sich die Abgabe einer Steuererklärung!

    Ihr Vorteil: In Ihrer Steuererklärung dürfen Sie diese Kosten als Werbungskosten abziehen, und können damit Ihr zu versteuerndes Einkommen und Ihre Steuerlast mindern. Als Arbeitnehmer mit Lohnsteuerkarte können Sie auf jeden Fall den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 EUR von der Steuer absetzen. Dieser pauschale Abzug lohnt sich immer dann, wenn Ihre tatsächlich angefallenen Aufwendungen geringer waren. Falls Ihre Ausgaben höher waren, können Sie diese als Werbungskosten geltend machen, müssen sie aber dann belegen.

    Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen: So gelingt die Steuererklärung

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    Welche Kosten kann ich in der Steuererklärung als Werbungskosten absetzen?

    Bei dem Ausfüllen der Steuererklärung dürfen Sie Werbungskosten jeweils bei der Einkunftsart (Lohn, Gehalt, Kapitalerträge, Einkünfte aus Vermietung etc.) abziehen, bei der sie entstehen. Hier finden Sie die am häufigsten vorkommenden Arten von Werbungskosten.

    Typische Werbungskosten bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit

    • Arbeits-/Berufskleidung
    • Arbeitsmittel, z. B. Aktentasche, Werkzeuge
    • Arbeitszimmer
    • Auslandsreisen und Reisekosten
    • BeitrГ¤ge zum Berufsverband, z. B. GewerkschaftsbeitrГ¤ge
    • Bewerbungskosten, z. B. Stellenanzeigen, Fotokopien, Porto, Vorstellungsreisen, Гњbersetzungen, Urkunden, Bewerbungsbilder, Bewerbungsmappen
    • Bewirtungskosten
    • Computer
    • Doppelte HaushaltsfГјhrung
    • FachbГјcher/Fachzeitschriften
    • Fachtagungen (Fortbildung/Fachtagungen)
    • Fahrtkosten
    • KontofГјhrungsgebГјhr (pauschal 16 EUR)
    • Reisekosten fГјr Dienstreisen
    • Studien- und Sprachreisen
    • Telefonkosten
    • Umzugskosten
    • Unfallkosten

    Typische Werbungskosten bei EinkГјnften aus Vermietung und Verpachtung

    • Abschreibungen/GebГ¤ude
    • Annoncen im Zusammenhang mit der Mietersuche
    • BeitrГ¤ge zum Hausbesitzerverein
    • Erbbauzins
    • ErschlieГџungs-/Anschlusskosten, z. B. Zinsen, Kosten einer Grundschuldbestellung
    • Finanzierungskosten (Zinsen, Kosten einer Grundschuldbestellung etc.)
    • Grundsteuer
    • Heizkosten
    • Gartenanlagen
    • Kabelanschluss (Aufwendungen fГјr den Anschluss an das Breitbandkabel sind bei bestehenden GebГ¤uden als Reparaturen absetzbar)
    • KontofГјhrungsgebГјhr (pauschal 16 EUR je Objekt)
    • Mietvertragsformulare
    • MГ¶bel
    • Rechtsanwalts- und Prozesskosten im Zusammenhang mit Streitigkeiten mit dem Mieter und Handwerkern, die Reparaturen unsachgemäß durchgefГјhrt haben
    • Reparaturen
    • SAT-SchГјssel (Aufwendungen fГјr die Anbringung einer SAT-Anlage sind bei bestehenden GebГ¤uden als Reparaturen abzugsfГ¤hig)
    • Verwaltungskosten, z. B. Kosten fГјr Schriftverkehr und Telefonate mit dem Mieter
    • Wasser (Kosten fГјr EntwГ¤sserung)
    • Vermietung/Immobilien

    Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen

    Werbungskosten für Kapitaleinnahmen sind nur noch in wenigen Ausnahmefällen abzugsfähig. Der Grund: In den meisten Fällen unterliegen Kapitalerträge der pauschalen Abgeltungssteuer (25 %) und nicht mehr dem individuellen Einkommensteuertarif. Mit dem Sparerpauschbetrag sind alle Werbungskosten im Zusammenhang mit dieser Einkunftsart abgegolten.

    Praxis-Tipp: Nutzen Sie ein Steuersoftwareprogramm, um die steuerliche Abzugsmöglichkeiten von Werbungskosten voll auszureizen. Im Durchschnitt bekommen Nutzer von Steuersoftware doppelt so viel Geld erstattet wie Steuerpflichtige, die einfach von Hand Ihre Steuererklärung mit einem Steuerformular erstellen.

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    Welche Voraussetzungen müssen für den Abzug von Werbungskosten in der Steuererklärung erfüllt sein?

    Diese Grundregeln gelten, damit Sie Werbungskosten in der Steuererklärung abziehen und damit Ihre Steuer mindern können:

    • Die Werbungskosten mГјssen aus beruflichen GrГјnden entstanden sein. Sehr viele Aufwendungen sind zum Teil beruflich, zum Teil privat veranlasst. Steuerlich spricht man dann von einer "gemischten Veranlassung". Auch bei solchen Aufwendungen ist unter bestimmten Voraussetzungen ein Werbungskostenabzug (zumindest anteilig) mГ¶glich, und zwar wenn der beruflich veranlasste Anteil der Werbungskosten erkennbar und nicht von untergeordneter Bedeutung ist.
    • Auch vorab entstandene Werbungskosten kГ¶nnen Sie unter bestimmten UmstГ¤nden geltend machen, z. B. Bewerbungskosten.
    • Auch Werbungskosten, die sich nachtrГ¤glich als vergeblich herausgestellt haben, dГјrfen Sie abziehen (z. B. fГјr eine Bewerbung, die zu keiner Anstellung gefГјhrt hat).
    • Werbungskosten werden in dem Jahr berГјcksichtigt, in dem Sie sie bezahlen, hier gilt das sogenannte Abflussprinzip. Ausnahme: Bei GegenstГ¤nden, die Sie mehrere Jahre nutzen, wie Computer oder MГ¶bel, kommt es zu einer Verteilung der Aufwendungen auf die Nutzungsdauer des Gegenstands (siehe auch Abschreibungen/Anschaffungs- und Herstellkosten).
    • Гњbersteigen die Werbungskosten die Summe der Einnahmen, kommt es zu einem Verlust. Das kann z. B. bei einer GroГџreparatur bei einem MietwohngrundstГјck passieren.

    Achtung: Für Arbeitnehmer gilt grundsätzlich: Ohne Beleg kein Werbungskostenabzug! Dagegen ist es im Zusammenhang mit Vermietungseinkünften nicht üblich, der Steuererklärung Belege beizulegen. Ausnahme: Reparaturaufwendungen in großem Umfang.

    In welcher Höhe darf ich Werbungskosten in der Steuererklärung abziehen?

    FГјr Werbungskosten gibt es bestimmte PauschbetrГ¤ge und Pauschalen, die Sie auf jeden Fall abziehen dГјrfen – selbst dann, wenn Sie keine Ausgaben hatten. Ein pauschaler Abzug der Werbungskosten lohnt sich immer dann, wenn die PauschbetrГ¤ge/Pauschalen hГ¶her sind als Ihre tatsГ¤chlich angefallenen Aufwendungen. Liegen Ihre Ausgaben fГјr Werbungskosten oberhalb der PauschbetrГ¤ge bzw. Pauschalen, kГ¶nnen Sie diese hГ¶heren Kosten geltend machen. Dann mГјssen Sie die Ausgaben aber konkret nachweisen, also Belege zusammen mit Ihrer EinkommensteuererklГ¤rung einreichen.

    Werbungskostenpauschbeträge. Wenn Sie keine höheren Aufwendungen geltend machen, erhalten Sie automatisch folgende Werbungskostenpauschbeträge:

    • Arbeitnehmer Pauschbetrag: Arbeitnehmer mit Lohnsteuerkarte unabhГ¤ngig von der BeschГ¤ftigungsdauer und der Anzahl der BeschГ¤ftigungsverhГ¤ltnisse: 1.000 EUR (= Arbeitnehmerpauschbetrag).
    • Wenn Sie eine Rente, Pension oder Unterhaltszahlungen erhalten: 102 EUR

    Pauschalen bei Werbungskosten. Grundsätzlich können Sie nur tatsächliche Aufwendungen, die Sie nachweisen können bzw. die glaubhaft sind, als Werbungskosten abziehen. Im Einzelfall lässt das Finanzamt aber auch pauschale Abzüge zu, wenn höhere Kosten nachgewiesen werden. Sind Ihre Werbungskosten als Arbeitnehmer bspw. höher als die Arbeitnehmerpauschale, akzeptiert das Finanzamt einen pauschalen Abzug von 110 EUR für Arbeitsmittel und 16 EUR für Kontoführungsgebühren.

    Pauschale Betriebsausgaben (BA). Bestimmte Berufsgruppen können einen pauschalen Betriebsausgabenabzug in Anspruch nehmen. Trotzdem können Sie natürlich höhere Betriebsausgaben nachweisen.

    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Für jedes vermietete Haus bzw. jede Eigentumswohnung können Sie pauschal 16 EUR Bankgebühren absetzen. Für Verwaltungskosten, z. B. für Fahrten zum Mietwohngrundstück im Zusammenhang mit Reparaturen, können Sie pauschal 50 EUR abziehen.

    Arbeitnehmer-Pauschbetrag

    Ohne Nachweise 1.000 Euro als Werbungskostenpauschale absetzen

    • Zuletzt aktualisiert: 19. November 2015
    • Von: Sabine Himmelberg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Beruflich veranlasste Kosten, sogenannte Werbungskosten, können Sie steuerlich geltend machen. Bis zu einem Pauschalbetrag von 1.000 Euro müssen Sie keine Belege oder Nachweise einreichen. Ihr zu versteuerndes Einkommen reduziert sich automatisch um diese Werbungskostenpauschale.
    • Die Pauschale gilt für jeden einzelnen Arbeitnehmer – also doppelt für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften, wenn beide arbeiten.
    • Auch wenn Sie mehrere Jobs haben, können Sie den Pauschbetrag nur einmal in Anspruch nehmen.
    • Für viele Arbeitnehmer kommt allein schon durch die Kilometerpauschale ein Jahresbetrag von mehr als 1.000 Euro für Kosten zusammen, die durch den Beruf entstanden sind.
    • Sie sollten deshalb unbedingt Belege sammeln, die Sie zusammen mit Ihrer Einkommensteuererklärung einreichen können, wenn Ihre Aufwendungen den Pauschbetrag übersteigen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Das Finanzamt berücksichtigt von sich aus als Werbungskosten einen Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro – ganz ohne Nachweise. Dieser Betrag wird auch dann von Ihren Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit abgezogen, wenn Ihnen nur geringe oder gar keine Werbungskosten entstanden sind. Liegen die Kosten, die Sie für Ihren Beruf geltend machen können und wollen, höher, müssen Sie sie durch Einzelbelege nachweisen.

    Diese Bedingungen müssen Sie erfüllen

    Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag ist ein Jahresbetrag. Selbst wenn Sie also nicht das ganze Jahr über gearbeitet haben, verringert er sich nicht. Ihr Arbeitgeber berücksichtigt diesen Pauschbetrag bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug.

    Als Arbeitnehmer haben Sie einen Rechtsanspruch darauf, dass das Finanzamt den ungekürzten Arbeitnehmerpauschbetrag ansetzt – selbst wenn feststeht, dass bei Ihnen keine oder nur geringe Werbungskosten angefallen sind.

    Ganz oder gar nicht

    Sie können entweder mit dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag vorliebnehmen oder höhere Werbungskosten angeben. Eine Kombination aus Werbungskostenpauschale und Einzelnachweis zwecks höheren Werbungskostenabzugs ist nicht möglich.

    Einmal pro Arbeitnehmer

    Die Werbungskostenpauschale wird insgesamt nur einmal bei jedem Arbeitnehmer abgezogen. Die 1.000 Euro werden auch dann nicht doppelt berücksichtigt, wenn Sie mehrere Arbeitsverhältnisse oder sowohl inländische als auch ausländische Arbeitseinkünfte erzielt haben. Das heißt: Wird der Arbeitnehmerpauschbetrag bei Ihnen berücksichtigt, haben Sie beispielsweise für ein zweites Arbeitsverhältnis kein Wahlrecht, Werbungskosten von der Steuer abzusetzen.

    Sofern Ihre Werbungskosten aus mehreren Arbeitsverhältnissen aber zusammengerechnet 1.000 Euro übersteigen, können Sie diese Kosten in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben, damit das Finanzamt sie steuermindernd berücksichtigt. Und das sollten Sie auch unbedingt tun.

    Ehepaare und eingetragene Lebenspartner

    Die Werbungskostenpauschale wird bei jedem Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner jeweils einmal berücksichtigt. Entscheidet sich eine oder einer von Ihnen für einen Einzelnachweis der Werbungskosten, ist der oder die andere deshalb nicht gezwungen, seine oder ihre Werbungskosten ebenfalls einzeln nachzuweisen.

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    Das müssen Sie beachten

    Die 1.000 Euro dürfen laut Gesetz nur bis zur Höhe der Einnahmen abgezogen werden. Die Berücksichtigung des Arbeitnehmerpauschbetrags kann also nicht zu negativen Einkünften führen. Betragen Ihre Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit beispielsweise 800 Euro, mindern sich Ihre zu versteuernde Einkünfte auf 0 Euro – zu einem Verlust von 200 Euro kann es nicht kommen.

    Den pauschal versteuerten Arbeitslohn aus einem Minijob müssen Sie nicht in Ihrer Steuererklärung angeben. Ihre Verpflichtung gegenüber dem Finanzamt hat sich mit der Pauschalsteuer von zwei Prozent erledigt, die Ihr Arbeitgeber abführt. Die Kehrseite der Medaille ist, dass Sie keine Werbungskosten absetzen können und auch der Arbeitnehmerpauschbetrag nicht berücksichtigt wird. Anders ist das nur, wenn Sie statt als Minijobber wie ein normaler steuer- und sozialversicherungspflichtiger Mitarbeiter tätig sind.

    Haben Sie Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld, Elterngeld oder andere Lohnersatzleistungen bezogen, werden diese Leistungen bei der Ermittlung des auf Ihr übriges steuerpflichtiges Einkommen anzuwendenden Steuersatzes berücksichtigt – der sogenannte Progressionsvorbehalt. Bei der Berechnung dieses besonderen Steuersatzes wird der Arbeitnehmerpauschbetrag von den Lohnersatzleistungen abgezogen.

    Sollten Sie von Ihrem Arbeitgeber eine steuerlich ermäßigte Entschädigung erhalten haben, wird der Arbeitnehmer-Pauschbetrag vorrangig vom laufenden Arbeitslohn abgezogen. Falls Sie keinen laufenden Arbeitslohn mehr bezogen haben, weil Ihnen nur die Abfindung gezahlt wurde, wird der Arbeitnehmerpauschbetrag bei der Ermittlung der begünstigten außerordentlichen Einkünfte abgezogen (Bundesfinanzhof, Urteil vom 29. Oktober 1998, Az. XI R 63/97).

    Sammeln Sie das ganze Jahr Belege

    Wenn Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung höhere Werbungskosten als 1.000 Euro nachweisen, berücksichtigt das Finanzamt den höheren Betrag. Auch wenn Sie zunächst annehmen, dass Ihre Werbungskosten nicht über dem Arbeitnehmerpauschbetrag liegen werden, sollten Sie schon ab Jahresbeginn sämtliche Belege über Aufwendungen aufbewahren, die durch Ihr Arbeitsverhältnis entstanden sind. Denn erst am Jahresende können Sie mit Sicherheit errechnen, wie hoch Ihre Werbungskosten ausfallen. Dazu gehören beispielsweise Aufwendungen für Arbeitsmittel, Bewerbungs- und Fortbildungskosten, Kontoführungsgebühren, Reisekosten bei Auswärtstätigkeiten sowie Beiträge zu Berufsverbänden. Viele Arbeitnehmer erreichen schon allein durch die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer einfacher Fahrstrecke zur Arbeit einen 1.000 Euro übersteigenden Betrag: Wer beispielsweise an 230 Arbeitstagen 20 km zur Arbeit fährt, hat allein dadurch schon Werbungskosten in Höhe von 1.380 Euro.

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    Die gesetzliche Regelung zu den Pauschbeträgen für Werbungskosten können Sie in § 9a EStG nachlesen. Dort sind neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag noch zwei andere Pauschbeträge genannt:

    Versorgungsbezüge sind unter anderem Beamten- und Werkspensionen, die ein Arbeitgeber finanziert hat. Bei Empfängern von Versorgungsbezügen zieht das Finanzamt für Werbungskosten automatisch einen Pauschbetrag von 102 Euro jährlich von den steuerpflichtigen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit ab. Die beiden Pauschbeträge von 1.000 Euro und 102 Euro können Ihnen nebeneinander gewährt werden, wenn Sie gleichzeitig Arbeitslohn und Versorgungsbezüge beziehen. Bei Versorgungsempfängern bleiben ein Versorgungsfreibetrag und ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag steuerfrei (siehe § 19 Abs. 2 EStG).

    Ein Pauschbetrag von 102 Euro wird auch bei Einkünften aus Unterhaltsleistungen, aus Versorgungsleistungen, aus Ausgleichszahlungen im Rahmen des Versorgungsausgleichs sowie bei Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen, Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen gewährt.

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    Artikel verfasst von

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Arbeitnehmer-Pauschbetrag/ Werbungskosten-Pauschbetrag

    Grundsätzlich muss der Steuerpflichtige die ihm entstandenen Aufwendungen, die er als Werbungskosten geltend machen will, im Einzelnen durch Belege nachweisen oder mindestens glaubhaft machen, um eine Steuerminderung aufgrund der durch das Arbeitsverhältnis veranlassten Ausgaben zu erreichen; der Steuerpflichtige ist zur Beweisvorsorge verpflichtet. Alternativ werden in einigen Bereichen des Steuerrechts Pauschalen ohne Einzelnachweis berücksichtigt. So kann sich ein Arbeitnehmer auf die Geltendmachung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags i. H. v. 1.000 EUR beschränken, wenn er seine Werbungskosten nicht im Einzelnen belegmäßig nachweisen kann oder will.

    Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

    Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag ist in § 9a Nr. 1 EStG geregelt.

    Weitere Werbungskosten-Pauschbeträge finden sich in den Richtlinien (EStR, LStR), in den Erlassen der Ministerien und Verfügungen der Oberfinanzdirektionen (z. B. für Umzugskosten). Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand sind in § 9 Abs. 4a EStG geregelt.

    1.1 Zweck und Bedeutung

    Werbungskosten-Pauschbeträge dienen der pauschalen Abgeltung von Werbungskosten. Sie stellen zulässige Typisierungen dar und sollen theoretisch nicht den Charakter von Steuervergünstigungen haben. De facto wirken sie sich jedoch mitunter als Steuerermäßigung (Steuerfreibetrag) aus, wenn sie – typisierend – großzügig bemessen sind. Denn nur bei großzügiger Bemessung können Werbungskosten-Pauschalen flächendeckend ihrem Zweck gerecht werden, der Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens sowohl bei der Finanzverwaltung als auch bei den Steuerpflichtigen zu dienen. Der Vereinfachungseffekt von Werbungskosten-Pauschbeträgen besteht darin, dass sie die Ermittlung, den Nachweis und die Überprüfung der tatsächlich entstandenen Werbungskosten entbehrlich machen.

    1.2 Gewährung von Amts wegen

    Die gesetzlich geregelten Werbungskosten-Pauschbeträge werden bei der Ermittlung der entsprechenden Überschuss-Einkünfte von Amts wegen gewährt, falls nicht die höheren, tatsächlich angefallenen Werbungskosten vom Steuerpflichtigen nachgewiesen werden.

    Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag i. H. v. 1.000 EUR wird auch berücksichtigt, wenn dem Arbeitnehmer keine oder nachweislich geringere Werbungskosten entstanden sind. An die Höhe der gesetzlichen Werbungskosten-Pauschalen sind nicht nur die Finanzverwaltungsbehörden, sondern auch die Gerichte der Finanzgerichtsbarkeit gebunden. Werbungskosten-Pauschbeträge können auch von beschränkt Steuerpflichtigen beansprucht werden.

    Im Gegensatz zu den gesetzlichen Werbungskosten-Pauschalen besteht auf die Gewährung von Werbungskosten-Pauschbeträgen, die sich aus Verwaltungsanweisungen, wie z. B. LStR, Schreiben des BMF, Erlasse der Länder, Verfügungen der OFDs usw., ergeben, kein Rechtsanspruch. Sie werden auch nicht von Amts wegen gewährt. Sie müssen vielmehr ausdrücklich geltend gemacht werden. Die in Verwaltungsvorschriften geregelten Werbungskosten-Pauschbeträge werden grundsätzlich auch von den Gerichten der Finanzgerichtsbarkeit beachtet.

    Mit dem Werbungskosten-Pauschbetrag sind regelmäßig alle Werbungskosten, auf die sich die Abgeltungswirkung sachlich bezieht, abgegolten. Es ist grundsätzlich nicht zulässig, bestimmte Aufwendungen in tatsächlicher Höhe nachzuweisen und daneben – bei derselben Einkunftsart und für denselben Sachverhalt – Pauschbeträge abzuziehen.

    Pauschbeträge für Werbungskosten dürfen von den Einnahmen des Steuerpflichtigen aus derselben Einkunftsart grundsätzlich nur einmal abgezogen werden.

    1.4 Keine Verluste durch Pauschbeträge

    Werbungskosten-Pauschbeträge sind nur insoweit abziehbar, als sie die Einkünfte der entsprechenden Einkunftsart nicht übersteigen. Der Abzug von Werbungskosten-Pauschbeträgen darf also nicht zu negativen Einkünften führen. Die Berücksichtigung eines Verlusts (negative Einkünfte) kann demnach nur durch Nachweis der tatsächlichen Werbungskosten bei der jeweiligen Einkunftsart erreicht werden.

    1.5 Mehrere Einkunftsarten/negative Einnahmen

    Treffen bei einem Steuerpflichtigen mehrere Einkunftsarten zusammen, bezieht also z. B. ein Steuerpflichtiger neben seinen Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit auch Einkünfte aus Kapitalvermögen, ist der jeweilige Pauschbetrag bei jeder Einkunftsart bis zur Höhe der jeweiligen Einnahmen (bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit gekürzt um den Versorgungs-Freibetrag) abzusetzen.

    Hat ein Steuerpflichtiger ihm zu Unrecht zugeflossene Einnahmen, z. B. zu Unrecht gewährte Ruhestandsbezüge, zurückzuzahlen, handelt es sich bei den zurückgezahlten Beträgen u. E. und nach der Rechtsprechung des BFH nicht um Werbungskosten, sondern um negative Einnahmen, die den Arbeitnehmer-Pauschbetrag nicht verbrauchen. Die Rückzahlung ist im Kalenderjahr des Abflusses zu berücksichtigen.

    1.6 Zuordnung bei Ehegatten

    Die Werbungskosten-Pauschbeträge stehen demjenigen Steuerpflichtigen zu, der nach den allgemeinen steuerlichen Zurechnungsregeln den Tatbestand der Einkunftsart verwirklicht.

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    Источники: http://www.steuern.de/werbungskosten.html, http://www.finanztip.de/werbungskostenpauschale/, http://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/arbeitnehmer-pauschbetrag-werbungskosten-pauschbetrag_idesk_PI11525_HI351391.html

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