Wie kann ich lohnsteuer sparen

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    Steuererklärung 2017 :  So bekommen Sie Geld vom Finanzamt zurück

    985 Euro bekommt jeder Berliner im Schnitt vom Finanzamt zurück. Mit ein paar Tricks kann man Steuern sparen. Was Sie dazu wissen müssen.

    Die Mühe lohnt sich: Durchschnittlich 985 Euro haben Berlins Steuerzahler nach Angaben der Senatsverwaltung für Finanzen im vergangenen Jahr vom Finanzamt zurückbekommen – 985 gute Gründe, sich in den nächsten Tagen oder Wochen an den Schreibtisch zu setzen, Belege zusammenzusuchen und seine Steuererklärung zu machen. Denn sonst läuft man Gefahr, Geld zu verschenken.

    Online oder auf Papier?

    Dabei ist es egal, ob Sie Ihre Angaben elektronisch über das „Elster“-Verfahren machen oder die Papiervordrucke ausfüllen. Zwischen sieben und neun Wochen hat es im vergangenen Jahr nach Angaben der Senatsverwaltung gedauert, bis die Finanzämter die Steuererklärungen bearbeitet hatten – egal, ob man „Elster“ genutzt hat oder, wie es in Berlin noch immer rund ein Drittel der Steuerbürger tun, die guten alten Papierformulare. Die dürfen Arbeitnehmer und Rentner auch in Zukunft weiter verwenden.

    Eigentlich hatte die Regierung das ändern wollen. Im Steuermodernisierungsgesetz, das im vergangenen Jahr verabschiedet worden ist und dessen Regelungen nun peu à peu umgesetzt werden, hatte das Bundesfinanzministerium alle Steuerzahler in die Pflicht nehmen wollen, ihre Steuererklärungen nur noch online zu übermitteln. Viele Steuererklärungen werden schon heute nicht mehr vom Sachbearbeiter, sondern vom Computer überprüft. Eine hundertprozentige Elster-Quote hätte das erleichtert. Nach zahlreichen Protesten ist man davon aber wieder abgerückt. Für Selbstständige gibt es eine solche „Elster“-Pflicht allerdings schon heute.

    Muss ich eine Erklärung machen?

    Für viele ist die Steuererklärung freiwillig, für einige ist sie aber Pflicht. Das gilt etwa für Arbeitnehmer oder Pensionäre mit Steuerklasse V, IV mit Faktor oder VI. Auch wer sich Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte hat eintragen lassen, muss in aller Regel mit dem Finanzamt abrechnen, es sei denn, man hat im vergangenen Jahr maximal 11.000 Euro verdient (Ehepaare: 20.900 Euro). Auch bei Nebeneinkünften (Miete, selbstständige Arbeit) über 410 Euro – Minijobs zählen nicht – muss man eine Steuererklärung abgeben. Gleiches gilt, wenn man Lohnersatzleistungen wie Eltern- oder Arbeitslosengeld von über 410 Euro bezogen hat. Rentner sind betroffen, wenn sie mit ihren Einkünften aus der Rente und anderen Einkommensquellen wie Miete und Verpachtung über den steuerlichen Grundfreibetrag von 8652 Euro (Ehepaare: 17.304 Euro) kommen. Anleger müssen tätig werden, wenn sie noch Kirchensteuer für ihre Kapitalerträge abführen oder ausländische Erträge versteuern müssen.

    Wie lange habe ich Zeit?

    In Zukunft haben Steuerzahler mehr Zeit für ihre Steuererklärung. Nach dem Steuermodernisierungsgesetz wird die Frist um zwei Monate verlängert. Wer seine Steuererklärung selbst macht, hat dann bis zum 31. Juli Zeit, wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein einschaltet, sogar bis zum 28. Februar. Allerdings gilt das erst ab dem Veranlagungszeitraum 2017, für den man seine Steuererklärung 2018 abgibt. Die neuen, dann maßgeblichen Daten sind der 31. Juli 2018 und der 28. Februar 2019.

    Im neuen Recht gelten aber Zuckerbrot und Peitsche: Die Verlängerung ist nämlich an schärfere Sanktionen geknüpft, wenn man die Fristen nicht einhält. Für jeden Monat, den man verspätet abgibt, kann der Finanzbeamte in Zukunft 25 Euro Verspätungszuschlag erheben. Bisher ist das im Wesentlichen in das Ermessen der Sachbearbeiter gestellt.

    Für dieses Jahr bleibt aber noch alles beim Alten. Wer seine Erklärung ohne fremde Hilfe ausfüllt, muss bis zum 31. Mai fertig sein, Steuerberater oder Mitarbeiter von Lohnsteuerhilfevereinen müssen das Finanzamt bis spätestens 2. Januar 2018 beliefern.

    Muss ich Belege mitschicken?

    Viele Sachbearbeiter winken inzwischen ab. Sie haben keine Lust mehr, mit Bewirtungsquittungen, Bücherrechnungen oder Belegen über neue Brillen bombardiert zu werden. Das heißt aber nicht, dass Sie diese Unterlagen in den Papierkorb werfen dürfen. Auf Verlangen des Finanzamts muss man nämlich alle Ausgaben belegen können. „Spendenbescheinigungen muss man allerdings in jedem Fall beifügen“, sagt der Berliner Steuerberater Wolfgang Wawro. Auch wenn sich Ausgaben deutlich verändert haben, sollte man Quittungen beifügen. „Wenn Sie statt 100 Euro ausnahmsweise 600 Euro für Fachliteratur ausgegeben haben, sollten Sie die Rechnungen von sich aus beifügen“, rät Wawro.

    Was ist dieses Jahr neu?

    Steuerzahler profitieren bei der aktuellen Steuererklärung von einigen Vergünstigungen. Der Grundfreibetrag, bis zu dem Einkünfte komplett von der Steuerpflicht verschont bleiben, ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 168 Euro auf 8820 Euro (Verheiratete: 17.640 Euro) gestiegen. Kindergeld und Kinderfreibetrag sind ebenfalls erhöht worden, beim Kindergeld sind es zwei Euro pro Kind, beim Kinderfreibetrag sind es 108 Euro im Jahr.

    Wer Angehörige finanziell unterstützt, kann für 2016 bis zu 8652 Euro als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen, 180 Euro mehr als im Vorjahr. Beiträge an die Rentenversicherung, an berufsständische Versorgungswerke und – wichtig für Selbstständige – für die Rürup-Rente können jetzt bis zu einer Höhe von 22.767 Euro geltend gemacht werden, das Finanzamt berücksichtigt davon 82 Prozent. Bonuszahlungen der Krankenkassen mindern nicht mehr die abziehbaren Beiträge, wenn man die Gesundheitsprogramme selbst bezahlt hat, etwa Yoga- oder Pilateskurse, und von der Krankenkasse später einen Teil oder alles zurückbekommt.

    Eine wichtige Erleichterung betrifft die Schusseligen unter den Steuerzahlern. Wer Schreibfehler in seiner Steuererklärung macht, kann diese jetzt auch nach Ablauf der einmonatigen Einspruchsfrist korrigieren. Bisher galt das nur für Fehler, die dem Finanzamt unterlaufen sind. Das ist die einzige Regelung aus dem Steuermodernisierungsgesetz, die schon für diese Steuererklärung gilt.

    Wie kann ich sparen?

    Sparen lässt sich vor allem mit Hilfe der Werbungskosten. Wer schon mit dem Weg zur Arbeit (Entfernungspauschale: 30 Cent pro Kilometer, einfacher Weg) an der Werbungskostenpauschale von 1000 Euro kratzt, schafft es mit zusätzlichen Ausgaben für Büromaterial, Fachliteratur oder Fortbildungen, über die Grenze zu springen – und so Steuern zu sparen. Wer nicht nur an einem Ort arbeitet, sondern zwei Arbeitsstätten hat, kann den Weg zum zweiten Arbeitsort als Reisekosten abrechnen. Der Vorteil: Statt der Pauschale kann man dann 30 Cent für jeden gefahrenen Kilometer – also für Hin- und Rückweg – absetzen. „Für Autofahrer kann sich das lohnen“, sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine.

    Steuern sparen kann man auch, indem man Handwerker und Haushaltshilfen beschäftigt. Für Handwerker kann man Lohnkosten von bis zu 6000 Euro im Jahr ansetzen, davon berücksichtigt der Fiskus 20 Prozent, also 1200 Euro im Jahr. Ausgaben für Reinigungskräfte oder Gärtner kann man sogar bis zu einer Höhe von 20.000 Euro geltend machen, unterm Strich kann man so 4000 Euro/Jahr sparen. Übrigens: Wenn die Großeltern die Kinder hüten und man sie dafür bezahlen möchte, kann man auch das als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen, sagt Steuerberater Wawro. Falls Oma und Opa das nicht wollen, könne man ihnen zumindest die Monatskarte für die BVG spendieren – und sich einen Teil über die Steuer zurückholen.

    Wer kann ein Arbeitszimmer absetzen?

    Bis zu 1250 Euro im Jahr kann man als Werbungskosten von der Steuer absetzen, wenn man in seiner privaten Wohnung oder in seinem Haus ein Arbeitszimmer hat und der Arbeitgeber keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Ein Problem, das Lehrer kennen, aber auch Förster und Mitarbeiter im Außendienst. Sogar unbegrenzt lassen sich die Kosten für das Arbeitszimmer geltend machen, wenn sich – wie bei vielen Freiberuflern – der Schwerpunkt der gesamten Tätigkeit im Heimarbeitszimmer abspielt.

    Falls Sie nach diesen Vorgaben ein Arbeitszimmer beanspruchen können, können Sie die Ausgaben für Miete, Strom und Nebenkosten anteilig (Verhältnis des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche) absetzen. Auch Renovierungskosten und die Ausgaben für die Ausstattung des Raums mit Teppichboden oder Lampen kann man steuerlich geltend machen. Übrigens: Aufwendungen für Schreibtisch, Stuhl, Computer oder Drucker kann man immer als Werbungskosten angeben, auch ohne Arbeitszimmer.

    Was nicht geht

    Neue Urteile des Bundesfinanzhofs haben die Hoffnung so mancher Arbeitnehmer auf ein steuerlich absetzbares Arbeitszimmer gedämpft. Das Arbeitszimmer muss ein abgeschlossener Raum sein, Durchgangszimmer sind ausgeschlossen, eine kleine Arbeitsecke reicht nicht. „Der Steuerzahler muss sich warm anziehen“, sagt der Berliner Steuerberater Wolfgang Wawro. „Die Finanzrichter sehen das Ganze sehr kritisch.“ Es könne sein, vermutet Wawro, dass Finanzbeamte künftig verstärkt Kontrollen durchführen und sich die Zimmer vor Ort ansehen. Eine gute Nachricht aber gibt es. Eine Couch, sagt Wawro, dürfe auch in einem Arbeitszimmer stehen. „Auch Arbeitnehmer müssen sich ausruhen können.“

    Tipps & Tricks: Ganz legal Steuern sparen

    Tipps & Tricks : Ganz legal Steuern sparen

    Bei Steuertricks rund um Fahrtkosten oder Arbeitszimmer ist Vorsicht geboten. Diese kennt das Finanzamt in- und auswendig.

    Steuerpflichtige Arbeitnehmer müssen bis zum 31. Mai 2013 ihre Steuererklärung abgeben, wenn sie nicht auf die Unterstützung eines Lohnsteuerhilfe-Vereins oder eines Steuerberaters setzen. Mit zum Teil rechtswidrigen Tricks versuchen viele, ihre Schuld beim Fiskus zu drücken. Dabei gibt es auch legale Wege, Geld zu sparen.

    Wie Sie Ärger mit den Finanzbeamten vermeiden können:

    Arbeitszimmer absetzen: Millionen Arbeitnehmer profitieren von einem Steuerbonus fürs heimische Büro und erledigen zu Hause Arbeiten, für die sie keinen Firmenarbeitsplatz haben. Generell gilt: Für häusliche Arbeitszimmer können bis zu 1250 Euro jährlich von der Steuer abgesetzt werden – diese Grenze gilt aber nicht bei einem reinen Heimarbeitsplatz. Problemlos ist es auch zum Beispiel, ein Arbeitszimmer bei Angehörigen zu mieten.

    Nicht ratsam ist es aber, das Kinder- oder Gästezimmer als Arbeitsraum abzusetzen. Falls das Finanzamt vorbeischaut, müssen hektisch verdächtige Möbel verrückt werden. Denn der Beamte wird genau nach verräterischen Spuren schauen.

    Bewerbungskosten: Bewerbungen kosten viel Geld. Deswegen sind Ausgaben für Stellenanzeigen in Zeitungen oder im Internet, Bewerbungsfotos, Zeugniskopien, Papier, Porto sowie Reisekosten zum Vorstellungsgespräch als Werbungskosten absetzbar, egal ob die Bewerbung Erfolg hatte oder nicht. Die Kosten müssen aber nachgewiesen werden.

    Buchquittungen: Mancher Steuerzahler reicht grundsätzlich jede Buchquittung ein. Doch anhand der Buchnummer (ISBN) kann das Finanzamt herausfinden, um welches Buch es sich tatsächlich handelt. Seit 2011 dürfen aber Bücher angegeben werden, die keine reine Fachliteratur sind und Allgemeinwissen enthalten. Wer ein Buch zur Hälfte beruflich nutzt, kann in der Steuererklärung 50 Prozent ansetzen.

    Wenn Steuerzahler für Arbeitsmittel wie Fachliteratur oder Berufskleidung keine Belege aufbewahrt haben, können sie einen Pauschalbetrag von 110 Euro ohne Quittung absetzen. Das Finanzamt fordert in diesem Fall keine Nachweise.

    Verrückte Steuern rund um den Globus

    Unser Nachbarland Dänemark hat diese Abgabe 2011 auf ungesunde Lebensmittel eingeführt. Für ein Kilo ungesättigter Fettsäuren kassiert der dänische Staat 16 Kronen (2,15 Euro). Für ein Paket Butter zahlen Verbraucher umgerechnet 35 Cent mehr. Nun soll die Steuer allerdings wieder abgeschafft werden: Schokoladen- und Pizza-Anhänger gingen nämlich einfach im Ausland einkaufen.

    Fahrtkosten: Ein beliebter Trick ist es, den Weg zur Arbeit künstlich zu verlängern. Auf diese Weise kann man höhere Kosten von der Steuer absetzen. Doch die Finanzbeamten lassen sich selten austricksen und rechnen mit einem Routenplaner nach. Allerdings wird ein Umweg zur Arbeit anerkannt, wenn die Strecke verkehrsgünstiger ist. Auch Nutzer von Fahrgemeinschaften oder Dienstwagenfahrer können ihre Fahrtkosten geltend machen.

    Schnell werden die Sachbearbeiter stutzig, wenn Steuerzahler mehr als rund 220 Arbeitstage pro Jahr angeben. Urlaubs- und Krankheitstage werden übrigens abgezogen. Grundsätzlich akzeptiert das Finanzamt Fahrtkosten bis höchstens 4500 Euro.

    Gewinne aus Wertpapieren: Sparer und Aktienanleger teilen ihre Gewinne nur ungern dem Fiskus mit. Jedoch sollte man keine Einnahmen verschweigen, selbst dann nicht, wenn sie im EU-Ausland erzielt wurden. Denn das Finanzamt kann die obligatorische Jahresbescheinigung der Banken über alle steuerpflichtigen Wertpapiergeschäfte anfordern. Und ausländische Geldhäuser melden Zinserträge automatisch den deutschen Finanzbehörden.

    Die so genannte Abgeltungssteuer greift seit Januar 2009, wenn Aktien, Fondsanteile oder andere Wertpapiere, die nach dem 31. Dezember 2008 gekauft wurden, mit Gewinn veräußert werden. Die Faustformel für Anleger lautet deshalb: Umschichten der Wertpapiere vermeiden, aber verkaufen, wenn es sinnvoll ist.

    Konto für den Nachwuchs: Indem sie Geldvermögen auf ihre Kinder übertragen, wollen manche Eltern Steuern auf Kapitalerträge umgehen. Für den Nachwuchs kann man nämlich einen eigenen Sparerfreibetrag geltend machen. Das Geld sollte jedoch nicht nur zum Schein übertragen werden – die Eltern dürfen keinen Zugriff mehr auf das Sparguthaben für eigene Zwecke haben. Sie müssen jederzeit vor dem Fiskus beweisen können, dass das Kind wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögens ist.

    Grundsätzlich gilt: Die Schenkung von Kapitalvermögen an Kinder ist bis zu einem Betrag von 400.000 Euro steuerfrei. Dieser Betrag gilt für jedes Kind, und er kann nach Ablauf von zehn Jahren erneut in Anspruch genommen werden.

    Weiterbildung: Bei einer Weiterbildung können viele Posten als Werbungskosten geltend gemacht werden. Dazu zählen zum Beispiel Arbeitsmittel und Fahrtkosten, Kursgebühren und Honorare, Prüfungsgebühren und Druckkosten für die Abschlussarbeit. Wer von seinem Arbeitgeber ein Fortbildungsseminar bezahlt bekommt, darf die Kosten nicht auch noch steuerlich abziehen. Eine selbst finanzierte tausende Euro teure Weiterbildung weckt das Misstrauen der Finanzämter.

    Auch wer vom Arbeitgeber bezahlte Dienstreisen absetzen will, muss aufpassen: Schaut das Finanzamt beim Arbeitgeber vorbei, kann so etwas schnell auffliegen. (gs/dpa)

    Um das monatliche Nettogehalt zu erhöhen, können Arbeitnehmer beim Finanzamt bis zum 30. November eines jeden Jahres eine Lohnsteuer-Ermäßigung beantragen. Mit dem Antrag wird ein sogenannter Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. Durch den Freibetrag wird die zu viel bezahlte Lohnsteuer monatlich gesenkt. Freibeträge kann man für Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen beantragen. Im Folgejahr muss in jedem Fall eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden.

    Die Abkürzung ELStAM bedeutet Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale. Hintergrund: Am 1. Januar 2013 wird in Deutschland sukzessive die Lohnsteuerkarte aus Papier durch ein elektronisches Verfahren ersetzt. Bei den ELStAM handelt es sich um die Angaben, die bislang auf der Vorderseite der Papier-Lohnsteuerkarte von Arbeitnehmern eingetragen waren.

    Dazu zählen die Steuerklasse, der Faktor bei Steuerklasse IV, das Kirchensteuermerkmal (ggf. auch des Ehegatten), wenn vorhanden Behindertenfreibeträge, die Zahl der Kinderfreibeträge, sowie Lohnsteuerfreibetrag und Hinzurechnungsbetrag. Künftig werden alle Daten zwischen der Finanzverwaltung und Arbeitgebern digital übermittelt.

    Für 2010 wurden das letzte Mal Lohnsteuerkarten aus Papier versandt. Was nicht alle Arbeitnehmer wissen: Für die Umstellung auf das elektronische Verfahren hätten sie bestimmte ELStAM-Daten bis 31.12.2012 selbst neu eintragen lassen müssen. Dazu zählen Freibeträge für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen. Hinzu kommen Freibeträge für volljährige Kinder. Alleinerziehende mit volljährigen Kindern müssen die Steuerklasse II neu eintragen lassen. Ehegatten, die bisher die Steuerklasse IV mit Faktor gewählt hatten, müssen diesen ebenfalls erneut beantragen.

    Nur die grundsätzlichen Angaben (z.B. Familienstand, Freibeträge für Behinderten- und Hinterbliebenenpauschalbeträge) wurden automatisch in das neue System übernommen. „Vielen Arbeitnehmern wird das erst Ende Januar mit der ersten Lohnabrechnung, in der der Arbeitgeber ELStAM angewendet hat, bewusst “, sagt Steuerexpertin Martina Bruse. Sie sollten darauf achten, ob ihr Monatsnettogehalt plötzlich niedriger ist.

    Wer es versäumt hat, seine ELStAM-Daten rechtzeitig ändern zu lassen, sollte dies möglichst schnell beim Finanzamt am Wohnsitz nachholen. Die gute Nachricht: Fehlende Freibeträge etwa für den Monat Januar sind auf keinen Fall verloren: Arbeitnehmer bekommen ihr Geld mit der Jahressteuererklärung zurück. „Allerdings müssen sie so natürlich länger auf ihre Rückzahlung warten “, weiß Steuerexpertin Martina Bruse.

    Einkommensteuer und Lohnsteuer sparen: Diese Tipps sind bares Geld wert

    Nützliches für die Steuererklärung

    Im November noch schnell heiraten, um am Jahresende die Steuerklasse zu wechseln und dem Finanzamt ein Schnippchen zu schlagen? Zugegeben, eine etwas extreme Maßnahme. Aber das ist Gott sei Dank nicht der einzige Trick, um ordentlich Steuergeld zu sparen. Gerade Anschaffungen, die sowieso anstehen, können die Steuerlast am Ende des Jahres noch extrem mindern.

    Tipp 1: Reparaturarbeiten nutzen

    Bis zu 6.000 Euro lassen sich mit Ausbesserungen am Haus pro Jahr steuerlich absetzen. Wer also 2014 noch kein Geld für Reparaturen, die ohnehin nötig sind, ausgegeben hat, sollte das schnell noch tun. „Diese Beträge gelten in jedem Jahr neu, insofern sollten die Handwerker noch in diesem Jahr beauftragt werden und es können auch schon Vorauszahlungen geleistet werden“, rät Steuer-Experte Markus Deutsch. Lassen Sie diese Reparatur noch 2014 durchführen, können Sie den steuerlichen Vorteil im kommenden Jahr wieder in vollem Umfang ausschöpfen.

    Tipp 2: Haushaltshilfe anerkennen lassen

    Hier liegt die jährliche Summe, die sich steuerlich geltend machen lässt, bei 20.000 Euro. Davon bekommen Sie bis zu 4.000 Euro vom Finanzamt zurück. Dabei ist aber eines ganz wichtig: „Wer eine Haushaltshilfe beschäftigt, sollte unbedingt eine Rechnung zur Hand haben und die Kosten auf jeden Fall überweisen – Barzahlung ist nicht möglich“, warnt Experte Markus Deutsch. Auch die Rechnungen vom Fensterputzer, vom Babysitter und Gärtner werden mit berücksichtigt.

    Tipp 3: Medizinrechnungen sammeln

    Im Gesundheitsbereich dürfen Steuerzahler erst Kosten absetzen, wenn alle Medizinrechnungen der ganzen Familie zusammengerechnet eine bestimmte Summe übersteigen. Wie viel das ist, ist vor allem vom Gehalt abhängig. Beträgt das Haushaltsbrutto 30.000 Euro, dann werden etwa 900 Euro (3 Prozent) als ‚zumutbare Belastung‘ nicht berücksichtigt. Nur was darüber anfällt, bringt Steuerermäßigung. Zu den absetzbaren Leistungen gehören zum Beispiel eine professionelle Zahnreinigung, der Kauf einer Brille oder Massagen.

    Riestern: Im Prinzip vorteilhaft

    Tipp 4: Spenden lohnt sich

    Sie möchten Gutes tun, und für die Arbeit gemeinnütziger Vereine und Organisationen spenden? Das lohnt sich auch für Sie! Alles was den Betrag von 36 Euro übersteigt, wirkt sich steuermindernd aus.

    Tipp 5: Fortbildung macht sich bezahlt

    Sie haben eine Fachtagung besucht oder in einem Seminar Ihre Fähigkeiten vertieft oder neue erworben? Auch das macht sich bezahlt, denn das Finanzamt erkennt die Gebühren, aber auch die Fahrt- und Hotelkosten an.

    Tipp 6: Doppelte Haushaltsführung

    Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt führen muss, kann Einrichtungs-, Miet- und Betriebskosten für die Zweitwohnung absetzen. Maximal werden 12.000 Euro pro Jahr anerkannt. Ist dieser Betrag noch nicht ausgeschöpft, dann könnten Sie eventuell noch eine Schreibtischlampe oder einen Teppich für die Zweitwohnung kaufen. Sie müssen lediglich beachten, dass jede Anschaffung maximal 487,90 Euro kosten darf, damit der volle Betrag anerkannt wird.

    Ein Riester-Vertrag lohnt sich steuerlich. Wer jetzt noch einen Vertrag abschließt, spart bis zu 882 Euro Einkommensteuer (Alleinstehender Arbeitnehmer mit Kind), da der Beitrag als Sonderausgabe angerechnet wird, so Finanztest. Allerdings ist nicht jeder angebotene Riester-Vertrag wirklich vorteilhaft. Informieren Sie sich gründlich!

    Bis zu 2.856 Euro Lohn werden pro Jahr als steuer- und sozialabgabenfrei anerkannt. Wenn Sie mit dem Chef jetzt sprechen, dann können Sie zum Beispiel den vollen Dezemberlohn – brutto für netto – für die geförderte betriebliche Altersversorgung nutzen. Sie haben darauf einen Anspruch. Klingt das nicht interessant?

    Wenn Sie für Ihre Arbeit auch zuhause einen Computer brauchen, können Sie den Kaufpreis für den Rechner vom zu versteuernden Einkommen absetzen. Das Gleiche gilt für den Bürostuhl, den Schreibtisch oder die Aktentasche. In voller Höhe und sofort werden allerdings nur Gegenstände bis maximal 487,90 Euro anerkannt. Kostet das Notebook etwa 600 Euro und die Rechnung datiert von November, dann geht das Finanzamt von drei Jahren Nutzungsdauer aus und rechnet 600:3=200. Und diese 200 Euro werden auch noch für 2014 auf zwei Monate (November und Dezember) runtergerechnet, so dass lediglich 33,33 Euro Werbungskosten angerechnet werden.

    Tipp 10: Freistellungsaufträge

    Es ist außerdem sinnvoll, zum Jahresende einmal die Freistellungsaufträge durchzugehen. Manche Geldanlagen können ausgelaufen sein. Dann macht die Freistellung keinen Sinn mehr und könnte anderweitig eingesetzt werden. Ein Alleinstehender darf Kapitalerträge bis 801 Euro pro Jahr unversteuert genießen. Bei Verheirateten ist es das Doppelte.

    Источники: http://m.tagesspiegel.de/wirtschaft/steuererklaerung-2017-so-bekommen-sie-geld-vom-finanzamt-zurueck/19444712.html, http://mobil.berliner-zeitung.de/wirtschaft/-legale-steuern-einkommensteuer-steuererklaerungt-steuertricks-780258, http://rtlnext.rtl.de/cms/einkommensteuer-und-lohnsteuer-sparen-diese-tipps-sind-bares-geld-wert-1726560.html

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