Wie viel ist kindergeld

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    Ratgeber Kindergeld

    So viel Kindergeld erhalten Sie

    • Zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2017
    • Von: Dr. Britta Beate Schön

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sie haben Anspruch auf Kindergeld, wenn Sie mit Ihrem Kind in Deutschland wohnen.
    • Im Jahr 2017 gibt es für das erste und zweite Kind je 192 Euro monatlich, für das dritte Kind 198 Euro und für jedes weitere Kind 223 Euro.
    • Wird Ihr Kind 18 Jahre alt, müssen Sie nachweisen, dass Ihr Kind noch in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium ist. Ist Ihr Kind 25 Jahre alt geworden, gibt es grundsätzlich kein Kindergeld mehr.
    • Seit Anfang 2017 liegt der Kinderfreibetrag für Familien bei 7.356 Euro. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Kinderfreibetrag.

    So gehen Sie vor

    • Beantragen Sie das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, am besten gleich nach der Geburt.
    • Sie können den Antrag online ausfüllen und vorab verschlüsselt an die Familienkasse übermitteln.
    • Drucken Sie den Antrag aus und unterschreiben Sie ihn.
    • Schicken Sie ihn mit der Post oder bringen Sie ihn persönlich bei der Familienkasse vorbei.
    • Auf der Internetseite der Arbeitsagentur finden Sie alle Formulare für den Kindergeldantrag.

    Unser Tipp: Bleiben Sie über Änderungen beim Kindergeld immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Wer Kinder hat, weiß, dass der Nachwuchs ganz schön viel kostet. Das Kindergeld ist daher eine wichtige Geldquelle für die meisten Eltern. Es wird unabhängig vom Einkommen gezahlt. Im Jahr 2015 hat der Staat nach Angaben der Bundesregierung über 39 Milliarden Euro Kindergeld für mehr als 16 Millionen Kinder gezahlt.

    Höhe des Kindergelds (seit 1. Januar 2017)

    Das Kindergeld steht in einem direkten Zusammenhang mit dem Kinderfreibetrag. Grundsätzlich gilt: Sie können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verrechnet nämlich das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt.

    In dem Jahr 2018 wird das monatliche Kindergeld um zwei Euro erhöht. Für das erste und zweite Kind gibt es dann 194 Euro. Für das dritte Kind steigt es auf 200 Euro im Jahr 2018. Für das vierte und jedes weitere Kind zahlt die Kindergeldkasse dann 225 Euro im Jahr 2018.

    Wie Sie an das Kindergeld kommen

    Sie können das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragen, am besten gleich nach der Geburt. Das geht in drei Schritten:

    1. Antrag online ausfüllen und vorab verschlüsselt an die Familienkasse übermitteln,

    2. Antrag ausdrucken und unterschreiben und

    3. Antrag per Post versenden.

    Ein Telefonanruf reicht nicht. Sie müssen aber nicht jedes Jahr einen neuen Antrag stellen: Die Familienkasse zahlt weiter, solange es keine Veränderungen gibt. Sie sind verpflichtet, der Familienkasse Änderungen wie eine neue Anschrift umgehend mitzuteilen. Hier finden Sie alle Formulare für den Kindergeldantrag.

    Achtung: Die Familienkasse wird Anträge, die Eltern nach dem 31. Dezember 2017 stellen, nur noch sechs Monate rückwirkend auszahlen. Das soll im Gesetz zur Bekämpfung der Steuerumgehung und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften geregelt werden (§ 66 Abs. 3 EStG-E). Dann wird es um so wichtiger, den Antrag auf Kindergeld zeitnah nach der Geburt zu stellen.

    Steueridentifikationsnummer

    Seit 2016 verlangt die Familienkasse Ihre Steueridentifikationsnummer und die Ihrer Kinder, wenn Sie Kindergeld beziehen. Die Bundesagentur für Arbeit stellte aber klar, dass den Familienkassen die meisten Steuer-IDs bereits durch einen automatischen Meldeabgleich vorlägen. In den Fällen, wo die Steuer-IDs nicht bekannt seien, würden Eltern im Laufe des Jahres 2016 kontaktiert. Das Kindergeld werde in jedem Fall weiter ausgezahlt.

    Um sicherzugehen, dass Ihre Nummern der Familienkasse vorliegen, können Sie unser Musterschreiben verwenden. An welche Familienkasse Sie sich wenden müssen, können Sie der Liste der Familienkassen entnehmen. Haben Sie Ihre Kindergeldnummer nicht zur Hand, schauen Sie in den letzten Kontoauszug. Bei der Buchung des Kindergelds ist immer auch die Kindergeldnummer unter Verwendungszweck angegeben. Die Nummer beginnt mit den zwei Buchstaben KG.

    Die Steueridentifikationsnummern haben Sie vom Bundeszentralamt für Steuern mitgeteilt bekommen. Sollten Sie Ihre Steueridentifikationsnummer oder die Ihrer Kinder in Ihren Unterlagen nicht finden, können Sie mit dem Eingabeformular im Internetportal des Bundeszentralamts für Steuern beantragen, dass sie Ihnen nochmals zugeschickt werden. Für Neuanträge ab 2016 sind immer die Steueridentifikationsnummern nötig.

    So lange bekommen Sie Kindergeld

    Von der Geburt bis zur Volljährigkeit zahlt der Staat Kindergeld für alle Kinder. Die Zahlung endet in dem Monat, in dem das Kind den 18. Geburtstag feiert. Danach gibt es die Leistung nur unter bestimmten Voraussetzungen.

    Quellen: Finanztip-Recherche, § 32 Abs. 4 EStG (Stand: 2. Mai 2016)

    Kinder in der Ausbildung

    Das Kindergeld müssen Sie nach dem 18. Geburtstag erneut beantragen. Die Familienkasse will einen Ausbildungsnachweis oder eine Bescheinigung der Hochschule sehen. Die Fortdauer eines Studiums ist jedes Jahr nachzuweisen, und zwar spätestens im Oktober. Sind Lehre oder Studium vor dem 25. Geburtstag beendet, gibt es auch kein Kindergeld mehr.

    Beendet ist ein Studium, sobald die Prüfungsergebnisse für den Abschluss bekannt gegeben sind. Bis dahin fließt noch Kindergeld, urteilte das Finanzgericht Sachsen (Urteil vom 17. Juni 2015, Az. 4 K 357/11).

    Eine Ausbildung ist beendet, wenn das Ausbildungsverhältnis laut Vertrag beendet ist. War die Ausbildung nach dem Vertrag noch nicht beendet, als die Prüfungsergebnisse bekannt gegegeben werden, fließt auch noch weiter Kindergeld (Finanzgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 19. Oktober 2016, Az. 7 K 407/16).

    Es kommt grundsätzlich nicht darauf an, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drittausbildung handelt. Allerdings entfällt der Anspruch, wenn Ihr Kind nach der Erstausbildung eine weitere Ausbildung absolviert und daneben regelmäßig mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet (§ 32 Abs. 4 Satz 2 EStG). Nur in diesen Fällen ist entscheidend, ob es sich um eine Erst- oder Zweitausbildung handelt.

    Masterstudium – Ein Masterstudium kann Teil einer einheitlichen Erstausbildung sein, falls es zeitlich und inhaltlich auf das vorangegangene Bachelorstudium angepasst ist (BFH, Urteil vom 3. September 2015, Az. VI R 9/15). Auch nach Abschluss des Bachelors besteht dann weiter ein Anspruch auf Kindergeld.

    Duales und berufsbegleitendes Studium – Bei einem dualen Studium (Ausbildung und Studium) kann auch nach der Lehre weiterhin Anspruch auf Kindergeld bestehen (FG Münster, Urteil vom 22 August 2014, Az. 4 K 1914/14 Kg). Das Studium muss dazu Teil der Erstausbildung sein. In einem solchen Fall ist es unschädlich, wenn das Kind mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet. Setzt allerdings ein berufsbegleitendes Studium voraus, dass der Student vorher mindestens ein Jahr berufstätig war, handelt es sich um einen Weiterbildungsstudiengang und damit um eine Zweitausbildung. Arbeitet der Student dann während des Studiums mehr als 20 Stunden, hat er keinen Anspruch auf Kindergeld mehr (BFH, Urteil vom 4. Februar 2016, Az. III R 14/15).

    Studium im Ausland – Studiert das Kind mehrere Jahre im Ausland, kann es weiter Kindergeld geben. Dazu muss der Nachwuchs die Semesterferien aber überwiegend bei den Eltern im Inland verbringen (BFH, Urteil vom 23. Juni 2015, Az. II R 38/14).

    Verheiratetes Kind in der Ausbildung – Eltern haben für ein volljähriges Kind Anspruch auf Kindergeld, auch wenn es verheiratet ist, sich aber in der Erstausbildung befindet und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden (BFH, Urteil vom 17. Oktober 2013, Az. III R 22/13). Auf die Höhe der Einkünfte des Kindes und auf einen etwaigen Unterhaltsanspruch durch den Ehegatten kommt es nicht an.

    Übergangszeit von vier Monaten – Meist vergehen ein paar Monate zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung oder des Studiums. In dieser Zeit von bis zu vier Monaten steht Ihnen das Kindergeld weiter zu (§ 32 Abs. 4 Nr. 2b EStG).

    Kinder ohne Ausbildungsplatz – Wenn das Kind zwar eine Ausbildung aufnehmen will, aber keine Ausbildungsstelle findet, zahlt die Kasse weiter. Als Nachweis für die ernsthaften Bemühungen, einen Ausbildungsplatz zu finden, genügen zum Beispiel die Absagen der Ausbildungsunternehmen (§ 32 Abs. 4 Nr. 2c EStG).

    Kinder im freiwilligen sozialen (FSJ) oder ökologischen Jahr (FÖJ)

    Hat sich Ihr volljähriges Kind für ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr entschieden, steht Ihnen auch für diese Zeit Kindergeld zu. Gleiches gilt für eine Zeit im Bundesfreiwilligendienst (§ 32 Abs. 4 Nr. 2d EStG).

    Kinder ohne Arbeitsplatz

    Auch wenn Ihr Kind schon über 18 Jahre alt und nicht mehr in der Ausbildung ist, bekommen Sie Kindergeld, falls der Nachwuchs keine Arbeit hat und bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet ist (§ 32 Abs. 4 Nr. 1 EStG). Das gilt allerdings nur bis zum 21. Geburtstag des Kindes.

    Es reicht, wenn das Kind der Agentur für Arbeit persönlich mitteilt, dass es arbeitslos ist. Ein Nachweis, dass tatsächlich eine Arbeit gesucht wird, ist nicht erforderlich (BFH, Urteil vom 18. Februar 2016, Az. V R 22/15). Ein Minijob schließt den Anspruch auf Kindergeld nicht aus.

    Für Kinder mit Behinderung wird Kindergeld über das 25. Lebensjahr hinaus ohne altersmäßige Begrenzung gezahlt. Voraussetzung ist, dass das Kind wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu versorgen. Die Behinderung muss vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten sein (§ 32 Abs. 4 Nr. 3 EStG).

    Unser Tipp: Bleiben Sie über Änderungen beim Kindergeld immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Im Internet gibt es zum Kindergeld ein ausführliches Merkblatt der Familienkasse sowie eine Kurzfassung.

    An wen das Kindergeld ausgezahlt wird

    Im Internet finden Sie die Auszahlungstermine des Kindergelds durch die Familienkasse. Das Einkommensteuergesetz schreibt vor, dass die Zahlung des Kindergelds im Laufe des jeweiligen Monats erfolgt, für den der Anspruch besteht. Nicht alle Eltern erhalten das Kindergeld also am selben Tag.

    Die Familienkasse zahlt Kindergeld immer nur an einen Berechtigten – meist ist es entweder der Vater oder die Mutter. Wenn Ihr Kind im gemeinsamen Haushalt lebt, müssen Sie also untereinander klären, an wen das Geld überwiesen werden soll. Dasselbe gilt, wenn Ihr Kind zum Beispiel nach der Trennung der Eltern in zwei Haushalten nahezu gleichwertig aufgenommen worden ist. Sie müssen dann der Familienkasse mitteilen, an wen sie zahlen soll. Das können Sie rückwirkend nicht mehr ändern. Auch den Großeltern kann Kindergeld zustehen, wenn sie mit dem Enkelkind zusammenwohnen.

    Lebt das Kind nicht im gemeinsamen Haushalt, sondern zum Beispiel überwiegend bei der Mutter, erhält sie auch das Kindergeld (§ 64 Abs. 2 Satz 1 EStG). Das gilt selbst dann, wenn vorher die Eltern gemeinsam den Vater als Berechtigten bestimmt hatten. Mit Auflösung des gemeinsamen Haushalts wird nämlich die vorher getroffene Bestimmung, wer das Kindergeld erhalten soll, gegenstandslos (BFH, Beschluss vom 15. Januar 2014, Az. V B 31/13).

    Leben die Eltern des Kindes in unterschiedlichen EU-Staaten und besteht kein gemeinsamer Haushalt, steht dem Elternteil das Kindergeld zu, bei dem das Kind überwiegend wohnt. Das kann auch in einem anderen EU-Staat sein (BFH, Urteil vom 4. Februar 2016, Az. III R 17/13).

    Beispiel: Das Kind lebt bei seiner Mutter in Polen, hat damit in Deutschland keinen Wohnsitz. Der in Deutschland lebende von der Mutter geschiedene Vater hat keinen Anspruch auf Kindergeld. Anspruchsberechtigt ist die in Polen lebende Mutter.

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    So erheben Sie Einspruch gegen den Bescheid

    Nicht jede Entscheidung der Familienkasse muss hingenommen werden. Sollte der Bescheid falsch sein oder handelt es sich um einen Ablehnungsbescheid, können Sie Einspruch einlegen.

    Grundsätzlich haben Sie dazu einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids Zeit (§ 355 AO). Ist allerdings die Rechtsbehelfsbelehrung fehlerhaft, können Sie sogar nach Ablauf des Monats innerhalb eines Jahres seit Bekanntgabe tätig werden (§ 356 Abs. 2 AO). So haben zwei Finanzgerichte entschieden, die die Belehrung der Familienkassen als irreführend bewertet haben (FG Münster, Urteil vom 9. Januar 2014, Az. 3 K 742/13 Kg, AO; Urteil vom 9. Januar 2014, Az. 3 K 3794/13 Kg).

    Einspruch einlegen können Sie nach einer gesetzlichen Änderung zum 1. August 2013 grundsätzlich auch per E-Mail. Wenn die Familienkasse eine solche bekannt gibt, darf sie dafür auch verwendet werden. Auch für Fälle vor diesem Datum hat der Bundesfinanzhof am 13. Mai 2015 entschieden, dass das Einlegen eines Einspruchs durch einfache E-Mail ohne qualifizierte elektronische Signatur gültig ist (Az. III R 26/14).

    Wer bekommt Kindergeldzuschlag von 170 Euro im Monat?

    Elternpaare und Alleinerziehende, die wenig verdienen, haben neben dem Kindergeld Anspruch auf Kinderzuschlag für ihre unter 25 Jahre alten Kinder, die in ihrem Haushalt leben, wenn

    • für diese Kinder Kindergeld bezogen wird,
    • das monatliche Einkommen der Eltern über 900 Euro, bei Alleinerziehenden über 600 Euro liegt, aber nicht höher als der Höchstbetrag ist und
    • der Bedarf der Familie gedeckt ist durch die Zahlung von Kinderzuschlag und eventuell zustehendem Wohngeld und deshalb kein Anspruch auf Arbeitslosengeld II/Sozialgeld besteht.

    Als Faustregel gilt: Eltern, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe beziehen und sonst kein Einkommen oder Vermögen haben, erhalten nur Kindergeld, aber keinen Kinderzuschlag. Der höchstmögliche Kinderzuschlag beträgt ab dem 1. Januar 2017 für jedes im gemeinsamen Haushalt lebende Kind 170 Euro im Monat (§ 6a BKKG).

    Der Zuschlag wird nur bis zu einem Höchsteinkommen gezahlt. Dieses kann je nach Familie sehr unterschiedlich sein. Berechnungsbeispiele finden Sie in unserem speziellen Ratgeber Kinderzuschlag.

    Die Sozialleistung müssen Sie bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit schriftlich beantragen. Im Internet gibt es zum Kinderzuschlag ein ausführliches Merkblatt. Laut Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend haben von Januar bis September 2014 knapp 93.000 Familien den Kinderzuschlag bezogen, das betrifft mehr als 250.000 Kinder.

    Zusätzliche Hilfe für den Schulbedarf

    Hilfebedürftige Schülerinnen und Schüler können eine zusätzliche Leistung für Schulbedarf in Höhe von 100 Euro im Jahr erhalten (§ 6b BKGG , § 28 SGB II). 70 Euro werden jeweils zum 1. August gezahlt und weitere 30 Euro zum 1. Februar. Das Geld soll für den Kauf persönlicher Schulausstattung verwendet werden, zum Beispiel für Schulranzen oder Schreib- und Rechenmaterialien. Es wird Hilfebedürftigen bis zum Ende der Schulausbildung gewährt, wenn Schüler das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Einen entsprechenden Antrag müssen Sie in der Stadt oder dem Landkreis stellen, in dem das Kind wohnt.

    Diesen Kinderfreibetrag können Sie geltend machen

    Seit Anfang 2017 liegt der Kinderfreibetrag für Familien bei 7.356 Euro (§ 32 Abs. 6 EStG). Er setzt sich zusammen aus dem Kinderfreibetrag in Höhe von 2.358 Euro (verdoppelt 4.716 Euro) und dem Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung (BEA) in Höhe von 1.320 Euro (verdoppelt 2.640 Euro). Bei Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, verdoppeln sich die Beträge auf insgesamt 7.356 Euro.

    Im Jahr 2018 soll sich der Freibetrag um weitere 72 Euro erhöhen auf insgesamt 4.788 Euro.

    Grundsätzlich verrechnet das Finanzamt nämlich das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Ihnen bleibt daher nur die Differenz zwischen Kindergeld und Steuerfreibeträgen. Die Kinderfreibeträge führen übrigens nur bei etwa 5 Prozent aller Steuerzahler zu einem zusätzlichen Steuervorteil. Mehr dazu in unserem Artikel Steuervorteile für Eltern.

    Kinderfreibetrag 2014

    Ob der Kinderfreibetrag 2014 zu niedrig war, muss gerichtlich geklärt werden. Steuerbescheide von 2014 erhalten einen Vorläufigkeitsvermerk zu diesem Punkt. Haben die Kläger in einem Musterverfahren vor dem Finanzgericht München (Az. 8 K 2426/15) Erfolg, das vom Bund der Steuerzahler unterstützt wird, kann der Bescheid zugunsten der Eltern noch geändert werden. Bescheide möglichst lange offen zu halten kann sich also lohnen, um von steuerzahlerfreundlichen Urteilen zu profitieren.

    Nach der Trennung

    Trennen sich Vater und Mutter, erhält derjenige das Kindergeld komplett, bei dem das Kind wohnt. Falls die Mutter das Kind betreut, ist sie allein kindergeldberechtigt. Auch wenn das Kind annähernd zu gleichen Teilen bei beiden Eltern wohnt, wird das Kindergeld nur komplett an ein Elternteil ausgezahlt.

    Unterhaltsrechtlich wird das Kindergeld dem Kind zugeordnet. Folge: In aller Regel mindert das Kindergeld nach der Düsseldorfer Tabelle den zu zahlenden Barunterhalt des Unterhaltspflichtigen – im obigen Beispiel wäre das also der Vater.

    Anders behandelt werden die steuerlichen Freibeträge: der Kinderfreibetrag und der sogenannte BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Grundsätzlich stehen diese beiden Elternteilen gleichmäßig zu. Deshalb gibt es steuerrechtlich halbe Kinder: Wenn nämlich ein Kinderfreibetrag für ein Kind zwischen Vater und Mutter mit je 0,5 aufgeteilt wird. Mehr dazu in unserem Ratgeber Steuervorteile für Eltern.

    Kindergeld Ratgeber 2017 / 2018

    Anspruch – Kindergeldantrag – Höhe und Auszahlung

    Entgegen der weit verbreiteten Meinung, handelt es sich beim Kindergeld um keine Sozialleistung. Zwar wird es i. d. R. von den Familienkassen ausgezahlt, ist im Endeffekt aber eine steuerliche Ausgleichszahlung. Das Kindergeld soll das steuerliche Existenzminimum des Kindes freistellen und dient der Grundversorgung der in Deutschland lebenden Kinder vom Geburtsmonat an. Dabei entsteht der Anspruch automatisch, setzt aber einen schriftlichen Antrag voraus.

    Außer der kleinen Kindergelderhöhung um 2 Euro haben sich für 2017 keine weiteren Änderungen beim Kindergeld ergeben.

    Kindergeld Erhöhung 2018

    Die Kindergelderhöhung für die Jahre 2017 und 2018 basiert dem „Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnkürzungen und –verlagerungen“. Veröffentlicht wurde sie im Bundesgesetzblatt(BStBl Teil I Nr. 63 Seite 3000 ff). Im kommenden Jahr 2018 wird das Kindergeld also erneut erhöht. Wie im Jahr 2017 wird es auch in 2018 eine Steigerung um jeweils 2 Euro je Kind geben.

    Weitere Informationen zu Änderungen beim Kindergeld ab dem 01.01.2018 sowie den Überweisungsplan finden Sie unter der eigens eingerichteten Informationseite Kindergeld 2018.

    Kindergeld Änderungen 2016

    Seit 2016 müssen zwingend in allen Kindergeldanträgen die Steuer-Identifikationsnummern des Antragstellers sowie des berechtigten Kindes angegeben werden, da der Antrag sonst nicht bearbeitet wird und so auch kein Kindergeld fließt. Bei bereits vor dem Jahreswechsel laufenden Kindergeldzahlungen müssen die Identifikationsnummern schriftlich an die Familienkasse gemeldet werden. Damit es zu keinen Zahlungsverzögerungen kommt, raten wir, die Identifikationsnummern schnellstmöglich an die Familienkasse zu melden. Sollten Kindergeldbezieher diese jedoch nicht an die Kindergeldkasse melden, droht die Rückzahlung des gesamten Kindergeldes für 2016.Hintergrund dieser zwingenden Nennung der Steuer-IdNr. ist eine klare Identifizierung der Kindergeldbezieher und damit auch der Vermeidung von Doppelzahlungen.

    Weitere Informationen finden Sie im ausführlichen Artikel unter: Kindergeld 2016

    Was Eltern zum Kindergeld 2015 wissen müssen

    Bild: lilo/ fotolia.com

    Im folgenden Ratgeber finden sie zunächst kurze Informationen zum Kindergeld, die die wichtigsten Themen der Förderung für Familien aufgreifen. Weitere Hilfe sowie tiefergehende Informationen finden Sie, indem Sie den Links an der entsprechenden Stelle folgen.

    Eine der wichtigsten Änderungen fand zum Jahreswechsel von 2011 auf 2012 statt. Durch die Reform wurde die Einkommensgrenze beim Kindergeld ersatzlos abgeschafft, so dass volljährige Kinder unabhängig der Höhe ihres Einkommens weiter Leistungen beziehen können, sofern sie die weiteren Anspruchsvoraussetzungen erfüllen.

    Kindergeldanspruch

    Einen Anspruch auf Kindergeld haben Eltern oder Erziehungsberechtigte (z.B. Adoptiv- und Stiefeltern, Pflegeeltern, Großeltern) für Kinder, die im Haushalt der Familie aufgenommen wurden. Weiter wird vorausgesetzt, dass die Erziehungsberechtigten in Deutschland

    • einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben oder
    • keinen Wohnsitz/ gewöhnlichen Aufenthalt haben, aber in der Bundesrepublik unbeschränkt steuerpflichtig sind

    Für Ausländer oder im Ausland lebende Deutsche, die weder einen Wohnsitz/ gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik haben, noch unbeschränkt steuerpflichtig sind, gelten besondere Regelungen nach dem Bundeskindergeldgesetz (BKGG).

    Anspruch für minderjährige Kinder

    Der Kindergeldanspruch entsteht bereits im Geburtsmonat und besteht uneingeschränkt bis zum 18. Geburtstag des Kindes. Antragsberechtigt sind die Eltern oder andere Erziehungsberechtigte (nicht das Kind selbst!).

    Volljährige Kinder

    Mit Vollendung des 18. Lebensjahres bleibt der Kindergeldanspruch nur weiterhin bestehen, wenn sich das Kind in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet oder bei der Agentur für Arbeit als arbeit- bzw. ausbildungssuchend gemeldet ist. In diesem Fall werden Leistungen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres weiter gezahlt (die Monate, in denen das Kind den gesetzlichen Wehr- oder Zivildienst abgeleistet hat, werden über das 25. Lebensjahr hinaus weiter gezahlt).

    Lesen Sie folgende Beiträge mit weiteren Erläuterungen:

    Keine Altersbeschränkung für behinderte Kinder

    Bei behinderten Kindern spielt es keine Rolle ob diese sich in einer Ausbildung etc. befinden. Sofern die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist, wird Kindergeld ohne Altersbeschränkung weitergezahlt.

    Kindergeldantrag stellen

    Der Kindergeldantrag erfolgt schriftlich mit dem dafür vorgesehenen Formular/ Vordruck

    Um Kindergeld zu erhalten, müssen die Eltern dieses schriftlich beantragen. Grundsätzlich sind die Familienkassen zuständig, die in den meisten Fällen bei der zuständigen Agentur für arbeit ansässig sind. Zusammen mit einer Lebensbescheinigung (Geburtsurkunde) wird der Kindergeldantrag bei der Behörde eingereicht, wobei mit einer Bearbeitungsdauer von 4 bis 6 Wochen gerechnet werden muss.

    Bis zu 4 Jahre rückwirkend können Leistungen beantragt werden. Wer also den Kindergeldantrag zunächst versäumt, hat genügend Zeit, ihn nachzuholen.

    Antragsvordrucke

    Entweder nutzt man hierfür die bei den Familienkassen ausgelegten Antragsformulare oder lässt sich diese zuschicken. Eine andere Alternative ist das Online Formular, welches zu Hause als PDF ausgefüllt und anschließend ausgedruckt werden kann.

    Antrag bei Beamten und im öffentlichen Dienst

    Für Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst gilt die Besonderheit, dass die Familienkasse nicht zuständig ist. In diesem Fall wird das Kindergeld beim Dienstherren bzw. der Vergütungsstelle beantragt und monatlich direkt an den Anspruchsberechtigten zusammen mit den Bezügen ausgezahlt.

    Kindergeld Höhe 2017 und 2018

    Die Höhe des Kindergeldes ist in § 66 EStG bzw. § 6 BKGG definiert, welche sich nach Anzahl der Kinder richtet. Die letzte Erhöhung hat es im Jahr 2017 gegeben und die nächste folgt 2018 (Beträge in Klammern), seither werden für

    Wie hoch Ihr individuelles Kindergeld unter Berücksichtigung der Anspruchsvoraussetzungen ausfällt, können Sie mit unserem Kindergeldrechner ermitteln.

    Kindergelderhöhung in 2015, 2016 und 2017

    Zwar war bei Koalitionsgesprächen nach der Bundestagswahl 2013 eine Kindergeld Erhöhung angesprochen worden, diese wurde jedoch im November 2013 wieder verworfen. Bereits im Wahlkampf hatte die Union sogar 35 Euro pro Kind ab 2014 angekündigt. Anfang März 2014 gab die Bundesregierung jedoch bekannt, dass es aufgrund der Haushaltskonsolidierung aktuell keine Kindergeld Erhöhung geben werden. Aufgrund der Anhebung des Existenzminimums würde sich aktuell pro Kind rechnerisch eine Erhöhung des Kindergeldes von zwei Euro ergeben, für den Staat Kosten von insgesamt gut 425 Millionen Euro.

    Die nächste Kindergelderhöhung wurde sodann um zwei weitere Jahre auf 2016 verlegt. Nun wurde am 13.01.2015 bekannt, dass der Bund bereits ein Jahr früher als geplant ohne neue Schulden auskomme und somit die die Erhöhung des Kinderfreibetrags sowie des Kindergeldes im Jahr 2015 stattfinden kann.

    Nach den Zahlen des aktuellen Existenzminimum-Berichts müsste der Kinderfreibetrag von aktuell 7.008 Euro je Kind im Jahr 2015 um 144 Euro steigen und im Jahr 2016 um weitere 96 Euro. Im Kern einer solchen Erhöhung stehe die Entlastung von Familien mit mittlerem Einkommen, weshalb im gleichen Zuge auch das Kindergeld steigen würde. Rechnerisch ergebe sich daraus eine Kindergelderhöhung pro Kind in 2015 um fünf Euro oder im Jahr 2016 um acht Euro.

    Erhöhung in vier Schritten um insgesamt 10 Euro bis 2018

    Anfang März 2015 berichteten die Medien, dass Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) an einem Gesetzentwurf zur Anhebung des Kinderfreibetrages sowie des Kindergeldes arbeiten lässt, das doch schon in 2015 greifen soll. Im Vergleich zu den bisherigen Plänen von etwa zehn Euro auf einmal war dann nur eine gestaffelte Kindergelderhöhung von 4 Euro in 2015 und um weitere 2 Euro ab 2016 erfolgt. Eine weitere Kindergelderhöhungung folgte um 2 Euro ab 01.01.2017. Ab Januar 2018 erhalten Elteern weitere 2 Euro je Kind mehr.

    Auszahlung

    Die festen Auszahlungstermine sowohl für das Kindergeld als auch den Kinderzuschlag richten sich nach den Anfangsbuchstaben der Kindergeldnummer, welche auf dem Kindergeldbescheid vermerkt sind. Hier finden Sie die Termine zur Kindergeldauszahlung 2017

    Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

    Ob Eltern das Kindergeld erhalten oder doch der Kinderfreibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG gewährt wird, hängt von der Höhe des Einkommens ab. Am Jahresende macht das Finanzamt bei der Veranlagung zur Einkommensteuer automatisch eine Günstigerprüfung, welche Vergünstigung vorteilhafter ist. Als grobe Richtung gilt, dass der Kinderfreibetrag günstiger ausfällt als das Kindergeld bei einem zu versteuernden Einkommen von

    • ca. 33.500 Euro bei Alleinstehenden
    • ca. 63.500 Euro bei Verheirateten

    Auch wenn das persönliche Einkommen diese Beträge übersteigt, muss dennoch ein Kindergeldantrag gestellt werden. In einem solchen Fall kommt es dann am Jahresende ggfls. zu einer Verrechnung und das Kindergeld wird als Vorauszahlung auf den Kinderfreibetrag berücksichtigt.

    Was Sie sonst noch wissen sollten

    Weitere Informationen und Verweise hält auch die Bundesagentur für Arbeit mit Ihrem Merkblatt bereit:

    Startseite :

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    Kindergeld in Ausbildung

    Kindergeldanspruch bei betrieblicher Berufsausbildung und Studium

    Während einer Ausbildung können volljährige Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld bekommen. Zudem ist seit 2012 die komplizierte Einkommensanrechnung (Freigrenze) weggefallen. Entsprechende Erläuterungen aus dem BMF-Schreiben vom 07.12.2011 sind in diesem Fachartikel verarbeitet. Die Einkommensgrenze von 8.130 Euro (8.004 Euro alt) sorgt nicht mehr für den Fallbeileffekt, dass bei Überschreiten des Einkommens das gesamte Kindergeld zurückgezahlt werden muss. Hier handelt es sich um eine Vereinfachung, basierend auf dem Steuervereinfachungsgesetz 2011.

    So wie der Entfall dieser Einkommensanrechnung für Auszubildende und Studenten Vorteile schafft, birgt die Gesetzesänderungen aber auch Gefahren und hat ihre Tücken, auf die wir in diesem Artikel zum Kindergeld in der Ausbildung näher eingehen werden.

    Höhe des Kindergeldes

    Das Kindergeld wurde letztmalig in 2017 angehoben, nachdem der Bundesrat am 10.07.2015 zugestimmt hatte. In 2015 stieg das Kindergeld um vier Euro und in 2016 um weitere zwei Euro geben. Zum 01.01.2017 gab es eine erneute Erhöhung um weitere 2 Euro. Auch ab dem kommenden Januar 2018 wird das Kindergeld erneut um 2 Euro erhöht.

    Zwar war nach der diesjährigen Bundestagswahl eine Erhöhung im Gespräch, jedoch wurde diese Idee wieder verworfen. Gleichzeitig wurde aber eine deutliche Erhöhung des BAföG in die Polit-Runde geworfen, so dass möglicherweise Schüler und Studenten in naher Zukunft – wenn auch an anderer Stelle – von einer Erhöhung der Leistungen profitieren können.

    Ernsthaftigkeit der Ausbildung

    Eine Ausbildung ist beim Kindergeld nur berücksichtigungsfähig, wenn diese auch ernsthaft betrieben wird. Die Dienstanweisungen schreiben dabei vor, dass „Zeit und Arbeitskraft“ des Auszubildenden/ Studenten soweit in Anspruch genommen werden, dass keine Zweifel daran bestehen, das gewünschte Berufsziel zu erreichen.

    Zweifel an der Ernsthaftigkeit einer Berufsausbildung würden beispielsweise dann aufkommen, wenn der Auszubildende/ Student erheblich von der festgelegten Ausbildung- bzw. Studiendauer abweicht, die für eine vergleichbare Ausbildung üblich ist.

    Leistungsnachweise über Ausbildungsstand

    Insbesondere bei Ausbildungsgängen, die keine regelmäßige Anwesenheitspflicht erfordern, dazu gehören ein Universität- oder Hochschulstudium sowie das Fernstudium, müssen in regelmäßigen Abständen Leistungsnachweise – ähnlich dem BAföG – erbracht werden. Studenten werden diese auch als „Scheine“ kennen. In der Regel sind die Bescheinigungen von Hochschulen zum Semesterende ausreichend. Sind diese jedoch nicht aussagekräftig genug, können die Familienkassen auch die Zusendung von Arbeiten verlangen, um den Ausbildungsstand nachzuvollziehen. Gerade bei einem Fernstudium kann es daher vorkommen, dass die Familienkasse auch die Vorlage von Einsendeaufgaben verlangt.

    Ausbildungs- und Unterrichtszeit

    Bei einer Ausbildungs- bzw. Unterrichtszeit von 10 Wochenstunden gehen die Behörden von einer ernsthaft angestrebten Ausbildung aus. Liegen die Wochenstunden darunter, muss nachgewiesen werden, dass ein entsprechender Zeitaufwand durch die Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffs entsteht oder zusätzliche ausbildungsfördernde Aktivitäten (z. B. praktische Übungen, Versuche etc.) durchgeführt werden.

    Schulische Ausbildung und erste Berufsausbildung

    Befindet sich das volljährige Kind noch in allgemeiner Schulausbildung oder in der ersten Berufsausbildung/ Studium, so haben Eltern weiterhin vollen Kindergeldanspruch. Gleiches gilt auch, wenn das Kind noch ohne Ausbildungsplatz ist oder sich zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befindet (max. vier Monate). Auch wenn das Kind währenddessen neben der Ausbildung Geld verdient, z.B. mit einem Studentenjob oder einem Ferienjob, können diese das Kindergeld nicht mehr streitig machen.

    Je nachdem, was zuerst eintrifft, endet die Bezugsdauer des Kindergeldes entweder mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Berufsausbildung (z. B. Gesellenbrief, Fachangestelltenbrief, Bachelor-Abschluss etc.) oder mit der Altersgrenze von 25 Jahren. Die Altersgrenze verlängert sich um Zeiten, in denen der gesetzliche Wehr- oder Zivildienst (Pflicht zum 01.07.2011 abgeschafft) abgeleistet wurde. Ausführliche Erläuterungen zur Verlängerung erhalten Sie ganz unten in diesem Artikel.

    Zwischen zwei Ausbildungsabschnitten

    Befindet sich der Auszubildende zwischen zwei Ausbildungsabschnitten, z.B. Abitur und anschließendes Studium, so kann das Kindergeld für höchstens vier Monate weitergezahlt werden.

    Zweite und weitere Berufsausbildung

    Hat das Kind bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung, kommt es nun zu den o.g. Tücken, mit denen Eltern bisher nicht gerechnet haben.

    Als abgeschlossene Berufsausbildung wird hier nicht das abgesehen, was der Auszubildende darunter versteht, sondern ob die bisherige Ausbildung zur Ausübung eines Berufes befähigt. Es wird nicht danach unterschieden, ob es sich um eine Fortführung der Ausbildung handelt oder ob die zweite auf der ersten aufbaut. Beispiele hierfür:

    • So befindet sich eine Medizinstudentin, die nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung als Krankenschwester absolviert hat, in ihrem Studium bereits in der zweiten Berufsausbildung. Der erlernte Beruf als Krankenschwester befähigt sie zur Berufsausübung.
    • Ein Student, der bereits erfolgreich einen Bachelor Abschluss hat und anschließen ein Master Studium hinterher hängen will, befindet sich im Masterstudiengang ebenfalls in der zweiten Berufsausbildung. Der Bachelor ist ein anerkannter Abschluss des Studiums, der bereits zur Ausübung eines Berufes befähigt.
    • Wurde eine Ausbildung zum Rettungssanitäter mit einer Prüfung abgeschlossen, so liegt eine abgeschlossene Berufsausbildung vor

    Ist die erste Berufsausbildung bereits abgeschlossen, erlischt der Kindergeldanspruch nicht automatisch. Die Familienkasse muss nun prüfen, ob das volljährige Kind schädliche Einkünfte erwirtschaftet.

    Keine Einkommensgrenze – aber schädliche Einkünfte

    Wie bereits Eingangs erwähnt, ist die Einkommensgrenze vollständig entfallen. Dafür wurden beim Kindergeld für Auszubildende in der zweiten oder einer weiteren Ausbildung andere Kriterien eingeführt. In den Dienstanweisungen der Familienkassen ist von „schädlichen Einkünften“ die Rede. Als schädlich ist eine

    • Erwerbstätigkeit von mehr als 20 Stunden pro Woche

    Eine Tätigkeit im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses ist stets unschädlich. Hierzu gehört nach 63.4.3.2 DA_FamEStG 2013:

    • ein Berufsausbildungsverhältnis nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG)
    • Praktikum oder Volontariat (siehe auch Voraussetzungen für Kindergeld im Praktikum)
    • Praktikum bei Pharmazeuten im Anschluss an universitäres Pharmaziestudium
    • Referendariat beim Studium auf Lehramt/ Rechtswissenschaften als Vorbereitung auf das 2. Staatsexamen
    • berufsbegleitendes Studium/ dualer Studiengang
    • Dienstverhältnis bei Beamtenanwärtern/ Aufstiegsbeamten
    • Dienstverhältnis von Berufssoldaten während des Studiums an einer Bundeswehrhochschule
    • Anerkennungsjahr im Rahmen der Ausbildung zum Erzieher

    Unschädlich sind neben der Ausbildungsvergütung auch Tätigkeiten im Rahmen einer

    • geringfügig entlohnten Beschäftigungen (Minijob, 450-Euro-Job)
    • kurzfristigen Beschäftigung

    Ob eine geringfügige bzw. kurzfristige Beschäftigung vorliegt, richtet sich nach der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber.

    Schädliche Einkunftsarten

    Zu diesen schädlichen Einkünften zählen:

    • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
    • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
    • Einkünfte aus selbständiger und/ oder gewerblicher Tätigkeit

    Unschädlich dagegen sind

    • Tätigkeit in einem Au-Pair-Verhältnis
    • Einkünfte aus Kapitalvermögen
    • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

    An dieser Stelle kommt es bei der gesetzlichen Regelung zu einer Ungerechtigkeit, die wir an einem Beispiel verdeutlichen wollen:

    Stefan ist 23 Jahre alt und hat erfolgreich seine Lehre abgeschlossen und wurde vom Ausbildungsbetrieb in eine Vollzeitstelle übernommen. Um sich weiterzubilden, hat er zusätzlich ein Fernstudium aufgenommen. Aus seiner Tätigkeit im Ausbildungsbetrieb erhält er monatlich ein Einkommen von 1.300 Euro. Stefan ist vom Kindergeldbezug ausgeschlossen, da er nach dem Gesetz schädliche Einkünfte erzielt.

    Martin ist 23 und hat eine Lehre abgeschlossen und ein Studium an einer Fernhochschule begonnen. Martin muss nicht arbeiten, da seine Eltern für ihn mit Sparvermögen und einer vermieteten Eigentumswohnung vorgesorgt haben. Neben monatlichen Zinsen von 450 Euro erhält er zusätzlich 900 Euro aus der Vermietung. Da er keinen schädlichen Einkünften nachgeht, behalten die Eltern den vollen Anspruch auf Kindergeld für Martin.

    Ungerechtigkeit durch Einkunftsarten

    Sowohl Stefan als auch Martin befinden sich im obigen Beispiel in einer weiteren Ausbildung. Ungerecht ist jedoch, dass Einkünfte aus Erwerbstätigkeit (persönliche Arbeitskraft) schädlich sind. Obwohl der unvermögende Stefan geringere Einkünfte als der vermögende Martin hat, erhält Stefan kein Kindergeld mehr. Für Martin haben die Eltern dagegen weiterhin vollen Kindergeldanspruch, da er nicht arbeitet und Einkünfte aus der Verwaltung seines Vermögens bezieht.

    20-Stunden-Grenze bei anspruchsschädlicher Erwerbstätigkeit

    Entscheidend für die Einhaltung der 20-Stunden-Grenze ist die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit des Kindes. Maßgeblich ist die individuell vereinbarte Arbeitszeit, so beispielsweise im Arbeitsvertrag. Die Ermittlung der Arbeitszeit beginnt im Folgemonat, der auf den Abschluss der erstmaligen Berufsausbildung bzw. Erststudium folgt.

    Auch wenn mehrere Tätigkeiten während der Ausbildung nebeneinander ausgeübt werden (z.B. ein Minijob und eine Teilzeittätigkeit), sind diese unschädlich, wenn insgesamt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit in der Summe 20 Stunden nicht überschreitet.

    Vorübergehende Ausweitung der Arbeitszeit

    Für einen Zeitraum von höchstens zwei Monaten kann die Arbeitszeit auch über die 20 Wochenstunden hinaus ausgeweitet werden. Voraussetzung ist allerdings, dass im Durchschnitt des gesamten Zeitraums, in dem Anspruch auf Kindergeld während der Ausbildung besteht, die wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden nicht überschritten wird. Für eine korrekte Ermittlung sind nur volle Wochen mit der gleichen Arbeitszeit heranzuziehen. Ein Jahreswechsel unterbricht die Ausweitung der Arbeitsstunden nicht.

    1. 01.03. – 31.07. – Teilzeit 20 Std./ Woche – (21 Wochen + 6 Tage )
    2. 01.08. – 30.09. – Vollzeit 40 Std./ Woche (8 Wochen + 5 Tage )
    3. 01.10. – 30.11. – Teilzeit 15 Std./ Woche (8 Wochen + 5 Tage )

    Die einzelnen Tage sind nicht relevant, also müssen wir zunächst die Arbeitszeit der einzelnen, vollen Wochen zusammenzählen:

    (21 Wochen x 20 Std.) + (8 Wochen x 40 Std.) + (8 Wochen x 15 Std.) = 860 Std.

    Da der Anspruchszeitraum auf Kindergeld volle 52 Wochen beträgt, müssen wir nun 860 gearbeiteten Stunden durch die 52 Wochen teilen und erhalten die durchschnittliche, wöchentliche Arbeitszeit:

    860 Std. /52 Wochen =16,54 Std./ Woche

    Die vorübergehende Ausweitung der Arbeitsstunden im August und September beträgt nicht länger als zwei Monate und hat nicht dazu geführt, dass die Grenze von durchschnittlich 20 Stunden überschritten wurde. Somit hat das Kind auch während dieser Monate den vollen Kindergeldanspruch.

    Bei Überschreiten entfällt der Anspruch nicht komplett

    Überschreiten der vorübergehenden Dauer von zwei Monaten

    Wird der vorübergehende Zeitraum von zwei Monaten überschritten, so gilt die Tätigkeit für diesen Zeitraum als anspruchsschädlich. Dies gilt im Übrigen auch, wenn trotz des überschrittenen Zeitraums die Grenze bei der wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden eingehalten wird. Greifen wir dazu o.g. Beispiel auf und ersetzen die Vollzeittätigkeit unter 2. auf

    16.07. – 25.09. – Vollzeit 40 Std. /Woche (10 Wochen + 2 Tage – mehr als 2 Monate)

    Obwohl die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit unter 20 Stunden liegt, entfällt der Kindergeldanspruch für den Monat August. Da die vorübergehende Zeit von zwei Monaten überschritten wurde, kann das Kindergeld für das Kind in Ausbildung nur bis zum Monat Juli und dann wieder ab September weitergezahlt werden.

    Überschreiten der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden

    In den Monaten, in denen die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit überschritten wurde, erhält das Kind kein Kindergeld. Auch das lässt sich am besten an einem Beispiel verdeutlichen.

    Das Kind befindet sich im gesamten Jahr 2016 im Studium. Um sich zur Ausbildung etwas dazuzuverdienen, hat es einen Nebenjob aufgenommen. Die vertragliche Arbeitszeit beträgt wöchentlich 20 Stunden. In den Semesterferien im Juli und August weitet es die Tätigkeit auf 40 Wochenstunden aus. Ab September beträgt die Arbeitszeit dann wieder 20 Stunden die Woche.

    Hier liegt die Ausweitung mit nicht mehr als zwei Monaten wieder im Rahmen. Rechnet man die wöchentliche Arbeitszeit auf das gesamte Jahr um, so werden die 20 Stunden überschritten, da das Kind in den Monaten Juli und August einer Vollzeittätigkeit mit 40 Wochenstunden nachgegangen ist. Als Folge wird für Juli und August kein Kindergeld gezahlt. Für die Zeiträume davor und danach besteht weiterhin Kindergeldanspruch.

    Dualer Studiengang/ berufsbegleitendes Studium

    Das berufsbegleitende Studieren wird mittlerweile von vielen Auszubildenden in Anspruch genommen, vereint es doch theoretische Ausbildung und Praxisnähe. Damit das duale Studium aber auch beim Kindergeld anerkannt wird, muss die Ausbildung ebenfalls weitere Voraussetzungen erfüllen. Hierzu scheibt die Verwaltung in seinen Dienstanweisungen (63.4.3.2 Abs. 2):

    Verlängerung des Bezuges durch gesetzlichen Wehrdienst/ Zivildienst

    Für die Zeit der Ableistung des gesetzlichen Wehr- und Zivildienstes, dessen Pflicht zum 01.07.2011 abgeschafft wurde, kann der Kindergeldbezug verlängert werden. Volljährige Kinder, die sich noch in Ausbildung befinden, erhalten Kindergeld über das 25. Lebensjahr hinaus, und zwar um die Monate, für die sie den gesetzlichen Dienst geleistet haben.

    Als Verlängerungsgründe gelten nicht nur Dienste nach deutschem Recht. Auch Entwicklungshilfedienste sowie entsprechende Dienste nach ausländischen Vorschriften sind gleichgestellt. Berücksichtigungsfähig sind jedoch nur die Dauern, die für den deutschen Grundwehr- bzw. Zivildienst vorgeschrieben waren.

    In erster Linie ist die tatsächliche Dienstzeit maßgeblich. Die Grenze für die Verlängerung des Kindergeldanspruchs bildet allerdings die geforderte Höchstdauer nach dem Verpflichtungsgesetz, diese belaufen sich auf

    Der anstelle der gesetzlichen Pflicht eingeführte Bundesfreiwilligendienst (BFD) begründet hingegen keine Verlängerung des Kindergeldes über das 25. Lebensjahr hinaus. In welchem Fall bei einem BFD oder anderen freiwilligen Diensten Kindergeld gewährt wird, lesen Sie in einem gesonderten Artikel.

    Zu diesem Thema auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit:

    Kindergeld in Ausbildung :

    3,47 von 5 Punkten, basierend auf 220 abgegebenen Stimmen.

    Источники: http://www.finanztip.de/kindergeld/, http://www.kindergeld.org/, http://www.kindergeld.org/kindergeld-in-ausbildung.html

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