Zahnersatz steuererklärung

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    Wie kann man Zahnersatz von Steuer absetzen ?

    Zahnersatz (Kosten) ist nicht billig und kann die Haushaltskasse ganz schön belasten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass es von Gesetzeswegen auch die Möglichkeit gibt diese Kosten bzw. einen Teil davon bei der Steuererklärung geltend zu machen. Die Regeln dafür sind allerdings sehr streng. Es handelt sich steuerrechtlich gesehen auch um eine Außergewöhnliche Belastung. Um hier allerdings eine Steuerermäßigung erhalten zu können, muss die sogenannte „zumutbare Eigenbelastung“ überschritten werden. Das bedeutet konkret, dass es sich hier schon um einen recht hohen Betrag handeln muss, welcher als schon „unzumutbar“ gilt. Die gesetzlichen Regelungen für die Eigenbelastung, die steuerlich geltend gemacht werden kann, finden sich in § 33 EStG .

    Was ist die zumutbare Eigenbelastung?

    Die „zumutbare Eigenbelastung“ errechnet sich anhand der gesamten Einnahmen. Und diese bestehen in diesem Fall aus Gehalt, Rente, Miet- und sonstigen Einnahmen. Dabei gelten zwischen 1 und 7 Prozent als zumutbar. Wie hoch die Grenze ist, hängt zudem auch vom Familienstand und der Anzahl der Kinder ab. Das heißt für jeden Steuerpflichtigen liegt die individuelle Belastung verschieden hoch. Es gibt dafür entsprechende Online-Rechner, die genutzt werden können. Neben den Kosten für die Zahnbehandlung bzw. den Zahnersatz können natürlich auch noch weitere Krankheitskosten abgesetzt werden, wenn der Belastungsbetrag überschritten wird. Das heißt die Höhe der Krankheitskosten bemisst sich nicht nur allein aus den Kosten für den Zahnersatz. Bei Gesamteinkünften bis zu 15.340 Euro ohne Kinder beträgt die zumutbare Eigenbelastung 5% vom Bruttoeinkommen, bei bis zu 51.130 Euro 6% und bei über 51.130 Euro 7%. Auf diese Weise wird Steuergerechtigkeit betrieben. Denn Steuerpflichtige mit höherem Einkommen und keinen Kindern haben eine höhere Eigenbelastung, als Familien mit Kindern. Beträgt das Einkommen bis zu 15.340 Euro liegt die Eigenbelastung mit einem Kind bei 2% und bei ab zwei Kindern bei 1%. Ein verheirateter Patient mit einem Einkommen von 27.000, der zwei Kinder hat, hat zum Beispiel eine Eigenbelastung von 3%. Das sind rund 825 Euro. Und das sind die Kosten, die ungefähr bei einem Heil- und Kostenplan für ein Zahnimplantat aufgewandt werden müssten.

    Was kann abgesetzt werden?

    Entscheidend ist natürlich auch die Frage, was für spezielle Zahnkosten abgesetzt werden können. Hierunter fallen natürlich in erster Linie die Arztkosten. Das heißt das Honorar für den Zahnarzt, das in der Regel auch separat auf der Rechnung ausgewiesen ist, aber auch die Laborkosten und die sonstigen Aufwendungen. Wurde die Abwicklung über einen Heil- und Kostenplan durchgeführt, ist als „zumutbare Eigenbelastung“ natürlich nur das anzusetzen, was auch wirklich vom Patienten als Eigenleistung bezahlt wurde bzw. nur die Kosten, die die Zahnzusatzversicherung nicht übernimmt und vom Patienten selbst getragen werden müssen. Dies sind in der je nach vereinbartem Tarif noch 30 oder 20 Prozent der Kosten, die als Eigenleistung stehengeblieben sind. Vor allem für Zahnersatz, bei dem die Krankenkasse keine Kosten übernimmt, ist die Eigenleistung des Patienten allerdings sehr hoch so dass sich auf jeden Fall rechnet, wenn der Patient alle seine Krankheitskosten am Ende des Jahres zusammenzählt und diese von der Steuer als „Außergewöhnliche Belastung“ abzieht. In Zusammenhang mit den Zahnbehandlungen und dem Zahnersatz können hierzu auch die nicht rezeptpflichtigen Arzneimittel berücksichtigt werden von den Kosten her, die die Krankenkasse nicht zahlt. Voraussetzung ist allerdings, dass der Zahnarzt diese verordnet hat. Die Rezeptgebühren für Arzneimittel, die in Zusammenhang mit Zahnbehandlungen und Zahnersatz stehen, sind in vollem Umfang als Krankheitskosten abzugsfähig. Allerdings ist hierfür natürlich ein Beleg erforderlich. Quittungen stellt aber die Apotheke immer auf Verlangen aus! Zu den Kosten, die je nach Belastungsgrenze auch von der Steuer abzugsfähig sind, gehören auch die Fahrten bzw. Fahrtkosten zur Behandlung. Sogar Kosten für alternative Behandlungsmethoden wie die Verwendung von Lachgas – was die Krankenkasse auch nicht zahlt- wird vom Finanzamt als entsprechende Ausgabe anerkannt. Sogar wenn sich der Steuerpflichtige seinen Zahnersatz im Ausland machen lässt, kann er die Eigenleistung daraus beim Finanzamt absetzen. Normalerweise reicht hier die Kreditkartenabrechnung, besser ist aber eine Rechnung vom behandelnden Zahnarzt, die eh ausgestellt wird, da die Krankenkasse ja auch Zahnersatz aus bzw. im Ausland mit dem Festzuschuss unterstützt von den Kosten her.

    Privat versichert oder wenn Krankenkasse Zusatzbeitrag erhebt

    Ist ein Patient privat versichert, kann dieser zusätzlich in der Steuererklärung auch noch die Beiträge zur privaten Krankenversicherung als Sonderausgabe geltend machen. Die Höhe ist hier allerdings auf maximal 2800 Euro beschränkt. Das heißt nur dieser Betrag ist von Privatversicherten pro Jahr steuerlich auch absetzbar. Gesetzlich Versicherte können noch die Höhe der Zusatzbeiträge absetzen, und zwar bis zu einer Höhe von 1900 Euro. Das heißt auch die Zusatzbeiträge, die von vielen Krankenkassen inzwischen verlangt werden, können steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie über der Eigenbelastungs-Grenze liegen.

    Immer belegen!

    Bei der Angabe in der Rubrik „Außergewöhnliche Belastungen“ reichen in der Regel in der Steuererklärung selbst einige Notizen. Jedoch müssen die einzelnen Posten in der Steuererklärung selbst immer belegt werden. Das heißt der Steuererklärung sind die Belege über die Abrechnungen des Zahnarztes und andere Belege stets beizufügen. Das heißt neben der Rechnung muss auch der Kontoauszug beigefügt werden, aus dem die Bezahlung der Rechnung hervorgeht. Wir für einen der aufgeführten Posten kein Beleg beigefügt, wird dieser vom Finanzamt auch nicht anerkannt. Aus diesem Grund sollte hier schon recht gewissenhaft und vollständig Belege und Posten sortiert und aufgelistet werden.

    Weiterführende Infos zu Zahnersatz Steuer:

    Übersicht häufigste Zahnprobleme – Fragen und Antworten

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    Kann man das absetzen?

    Zahnarzt absetzen

    Kann man Zahnarzt bei der Steuer absetzen?

    Die Kosten für den Zahnarzt können Sie in der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastung ansetzen, wenn der Besuch medizinisch notwendig war. Von den Kosten wird eine zumutbare Belastung abgezogen, erst dann wirken sich die außergewöhnlichen Belastungen aus. Die Höhe dieser zumutbaren Belastung hängt von Lebenssituation, Jahreseinkommen, Familienstand und Kinderzahl ab.

    Steuerrechner

    Weitere Informationen zum Thema Zahnarzt absetzen

    Es müssen zwangsläufig größere Aufwendungen entstanden sein als der Mehrzahl der Steuerpflichtigen. Auch wenn die Krankheitskosten die Kriterien einer allgemeinen außergewöhnlichen Belastung erfüllen, werden sie nicht in voller Höhe bei der Steuererklärung berücksichtigt.

    Das Finanzamt zieht eine »zumutbare Belastung« von den Ausgaben ab. Den Rest des Betrags können Sie geltend machen. Die Höhe der zumutbaren Belastung hängt von Lebenssituation, Jahreseinkommen, Familienstand und Kinderzahl ab (siehe Beispielrechnung unten).

    Krankheitskosten sind durch Krankheit verursachte Kosten. Als Krankheitskosten gelten aber nur solche Aufwendungen, die zum Zwecke der Heilung oder mit dem Ziel aufgewendet werden, die Krankheit erträglicher zu machen.

    Zu den Krankheitskosten zählen beispielsweise Aufwendungen für:

    • Arzt, Zahnarzt, Kieferorthopäde und Heilpraktiker,
    • ärztlich verordnete Arzneimittel (inklusive Rezeptgebühren),
    • kieferorthopädische Maßnahmen wie Zahnspangen, Brackets, Bionatoren, Retainer oder Quadhelix,
    • Zahnersatz wie Implantate, Kronen oder Brücken.

    Die Kosten müssen dem Finanzamt nachgewiesen werden. Wenn Sie eine andauernde Erkrankung haben und anhaltend bestimmte Arznei-, Heil- und Hilfsmittel benötigen, reicht es aus, wenn Sie die Verordnung Ihres Arztes einmalig vorlegen.

    Nicht als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen ist z.B. das Bleachen von Zähnen, da es nicht medizinisch notwendig sind.

    Bitte denken Sie daran, Versicherungserstattungen von den Kosten abzuziehen, bevor Sie sie als außergewöhnliche Belastung ansetzen.

    Außergewöhnliche Belastungen werden bei der Berechnung der Einkommensteuer nur insoweit berücksichtigt, als die Kosten die zumutbare Belastung übersteigen. Die Höhe der zumutbaren Belastung ist in der Übersicht dargestellt:

    Sie haben für Zahnbehandlungen eine Zahnarztrechnung über insgesamt 2.400 € erhalten.

    Sie sind verheiratet und Eltern von zwei Kindern. Der Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte beträgt 27.500 €. Daraus ergibt sich eine zumutbare Belastung abgerundet 671,00 € (2% von 15.340 € = 306,80 und 3% von 12.160 € = 364,80 €). 1.729,00 € können Sie als außergewöhnliche Belastung abziehen.

    Sie sind ledig und haben eine Tochter. Ihr Gesamtbetrag der Einkünfte beläuft sich auf 25.000 €. Damit beträgt die zumutbare Belastung abgerundet 596,00 € (2% von 15.340 € = 306,80 und 3% von 9.660 € = 289,80 €). Sie haben abziehbare außergewöhnliche Belastungen in Höhe von 1.804,00 €.

    Sie sind verheiratet, kinderlos und werden zusammen veranlagt. Ihr gemeinsamer Gesamtbetrag der Einkünfte ist 45.000 €. Somit haben Sie eine gemeinsame zumutbare Belastung abgerundet von 2.096,00 € (4% von 15.340 € = 613,60 und 5% von 29.660 € = 1.483,00 €). Die zumutbare Belastung wird um 304,00 € überschritten, die Sie als außergewöhnliche Belastung abziehen können.

    Brille, Medikamente und Zahnersatz von der Steuer absetzen – so geht's

    Geld sparen : So setzen Sie Brille, Medikamente und Zahnersatz von der Steuer ab

    Von FALK ZIELKE

    Manche Ausgaben zur Linderung von Krankheiten lassen sich in der Steuererklärung absetzen.

    Medikamente gegen den lästigen Heuschnupfen, eine teure Brille wegen der Sehschwäche und dann noch eine Zahnprothese – Gesundheit ist manchmal teuer. Doch es gibt eine gute Nachricht:

    Sie können das Finanzamt an diesen Ausgaben oft beteiligen. Denn Ausgaben für die Gesundheit sind grundsätzlich steuerlich absetzbar.

    Was gilt als Krankheitskosten?

    „Krankheitskosten sind Aufwendungen, die zur Heilung oder zur Linderung einer Krankheit getragen werden müssen“, erklärt Nöll. Kosten, die entstehen, um eine Krankheit erträglicher zu machen, gehören ebenfalls dazu. Vorbeugende Krankheitskosten können hingegen nicht abgesetzt werden. Auch Behandlungen, die lediglich aus kosmetischen Erwägungen heraus vorgenommen werden, sind keine steuerlich relevanten Ausgaben.

    Das Finanzamt erkennt die Aufwendungen zwar als außergewöhnliche Ausgaben an, berichtet die Stiftung Warentest in dem «Finanztest Spezial Steuern 2017». Allerdings müssen die Kosten über der zumutbaren Eigenbelastung liegen.

    Erst ab einer bestimmten Grenze beteiligt sich der also Fiskus. „Außergewöhnliche Belastungen liegen grundsätzlich dann vor, wenn dem Steuerzahler größere Aufwendungen erwachsen, als sie der überwiegenden Mehrzahl von Steuerzahlern gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstandes entstehen“, erklärt der Bund der Steuerzahler (BdSt). Das heißt: Das Finanzamt erkennt nicht den vollen Betrag an, sondern rechnet eine sogenannte zumutbare Belastung an.

    Wie berechnet sich die Höhe der „zumutbaren Belastungen“?

    Die Höhe der zumutbaren Belastung wird individuell berechnet. Sie richtet sich nach der Höhe des Einkommens, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder. «Bei einer Familie mit zwei Kindern und einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 40 000 Euro wird der zumutbare Eigenanteil beispielsweise bei 1200 Euro im Jahr überschritten», rechnet Klocke vor.

    Denn dieser liegt hier bei drei Prozent der Einkünfte. Singles ohne Kinder, die im vergangenen Jahr mehr als 51 130 Euro verdient haben, müssen mehr aus eigener Tasche zahlen: Sie können erst Kosten geltend machen, die sieben Prozent ihrer Einkünfte übersteigen – also über etwa 3579 Euro liegen.

    Welche Kosten können Steuerzahler einreichen?

    Der Fiskus erkennt zum Beispiel Ausgaben an für den Zahnarzt, die Geburt eines Kindes, für eine Brille oder für die Krankengymnastik, erklärt die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH). Auch wer sich das Rauchen abgewöhnt, kann die Kosten dafür eventuell steuerlich absetzen. Bedingung ist hier: Die Krankenkasse hat die Kosten nicht übernommen. Zudem müssen Raucher ihre Nikotinsucht mit einem ärztlichen Attest belegen.

    Abzugsfähig sind laut Stiftung Warentest auch Zuzahlungen zu rezeptpflichtigen Medikamenten. Als Nachweis genügt meist der Zahlungsbeleg der Apotheke. Übernimmt die Kasse die Medikamente nicht, sollte der Arzt sie mit einem grünen Rezept verordnen. Dies kann später als Nachweis dienen. Chronisch Kranke können eine Dauerverordnung vorlegen. Manche Apotheken erstellen auch eine Jahresübersicht über die Zahlungen des Patienten.

    Abzugsfähig sind nicht nur Ausgaben für schulmedizinische Therapien. Auch die Kosten für alternative Behandlungen, zum Beispiel homöopathische Therapien, können Patienten unter Umständen absetzen. Vorausgesetzt: Die Behandlung ist medizinisch notwendig und wurde verordnet. Ebenfalls anerkannt werden in der Regel die Kosten Rollstühle, Krücken oder Rollatoren.

    Wann können Krankheitskosten Betriebsausgaben sein?

    Wurde eine Krankheit durch den Beruf bedingt, können die entstandenen Kosten auch Betriebsausgaben beziehungsweise Werbungskosten sein. Das kann laut BDL beispielsweise bei typischen Berufskrankheiten oder durch einen betrieblich bedingten Unfall der Fall sein.

    Zuletzt bestätigte der BFH 2013, dass Aufwendungen zur Wiederherstellung der Gesundheit als Werbungskosten abziehbar sind, wenn es sich um eine Berufskrankheit handelt (Az.: VI R 37/12). Der Vorteil: „Hierbei gibt es das Kriterium der zumutbaren Eigenbelastung nicht“, erklärt Nöll. „Das heißt: Die Aufwendungen sind ab dem ersten Euro berücksichtigungsfähig.“

    Источники: http://www.kosten-beim-zahnarzt.de/wie-zahnersatz-von-steuer-absetzen.html, http://www.kann-man-das-absetzen.de/zahnarzt/, http://mobil.mopo.de/ratgeber/digital/geld-sparen-so-setzen-sie-brille–medikamente-und-zahnersatz-von-der-steuer-ab–1260624

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