Zweitwohnsitz steuererklärung

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    Was ist eine doppelte Haushaltsführung?

    Wann liegt eine doppelte Haushaltsführung vor?

    Wenn Studenten eine Zweitwohnung am Studienort unterhalten, weil die Distanz zwischen Heimatort und Universität das tägliche Pendeln nicht erlaubt, können viele Kosten, die in diesem Zusammenhang entstehen, als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Als Voraussetzung muss hierbei erfüllt sein, dass eine weitere Unterkunft am ersten Wohnsitz besteht. Der Erstwohnsitz muss zugleich Lebensmittelpunkt sein. Dies ist etwa der Fall, wenn hier auch Familie und Freundeskreis leben. Liegt eine doppelte Haushaltsführung vor, können monatlich bis zu 1.000 Euro allein für die Zweitwohnung (Miete und Nebenkosten) steuerlich geltend gemacht werden. Zusätzlich können auch Fahrten zum Heimatort oder Ausgaben für Möbel etc. abgesetzt werden.

    Voraussetzungen für eine doppelte Haushaltsführung

    Damit das Finanzamt das Absetzen von Kosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung akzeptiert, müssen die folgenden fünf Kriterien erfüllt sein:

    • Die Zweitwohnung (auch WG-Zimmer) wird zum Zwecke eines Studiums bezogen.
    • Von der Zweitwohnung ist die Uni schneller zu erreichen als vom Hauptwohnsitz.
    • Außerhalb des Universitätsorts wird eine weitere Wohnung am Erstwohnsitz unterhalten.

    Der Erstwohnsitz ist Lebensmittelpunkt.

    Finanzielle Beteiligung an der Wohnung am Erstwohnsitz. >> Seit 2014 muss nachgewiesen werden, dass für die Wohnung am Hauptwohnsitz ein finanzieller Beitrag geleistet wird. Die finanzielle Beteiligung an den laufenden Kosten für die Haushaltsführung muss dabei die Bagatellgrenze von 10 Prozent der monatlich anfallenden Kosten überschreiten. Wenn Studenten als Erstwohnsitz ein Zimmer im Elternhaus angeben, müssen sie also nachweisen können, dass sie sich an den Kosten für Haus oder Wohnung beteiligen.

    Welche Kosten für die Zweitwohnung können von der Steuer abgesetzt werden?

    Miete & Nebenkosten

    Monatsmiete, Strom, Heizung und Wasser können bis zu maximal 1.000 Euro pro Monat von der Steuer abgesetzt werden.

    Zweitwohnungsteuer

    Viele Städte erheben für den zweiten Wohnsitz eine Steuer. Diese kann voll geltend gemacht werden.

    Rundfunkbeitrag

    Der Beitrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von 17,50 Euro pro Monat kann komplett steuerlich verrechnet werden.

    Weitere absetzbare Kosten bei doppelter Haushaltsführung

    Wird ein zweiter Wohnsitz am Studienort unterhalten, können eine Reihe weiterer Aufwendungen für den doppelten Haushalt als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Dabei fallen die nachfolgend aufgelisteten Werbungskosten nicht unter den auf 1.000 Euro pro Monat begrenzten Höchstbetrag für die Absetzbarkeit von Unterkunftskosten.

    Heimfahrten

    Zu Beginn und bei Beendigung der doppelten Haushaltsführung können die im Zuge des Wohnungswechsels entstandenen Fahrtkosten (maximal 2 Fahrten) in voller Höhe oder alternativ pauschal mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer von der Steuer abgesetzt werden.

    Auch die wöchentlichen Heimfahrten an den Erstwohnsitz können steuerlich geltend gemacht werden. Hier gewährt das Finanzamt ausschließlich die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer. Belege müssen dabei nicht eingereicht werden.

    Hinweis: Wer nicht jedes Wochenende in den Heimatort pendelt, kann Telefonkosten für Gespräche mit Familie und Freunden anteilig von der Steuer absetzen. Studenten können aber auch pauschal die Telefon-/Internetpauschale von 20 Euro pro Monat nutzen.

    Umzugskosten

    Die Kosten für den Umzug vom Heimatort an den Zweitwohnsitz sind bei Vorlage von Belegen voll abzugsfähig. Die Umzugskostenpauschale von 730 Euro kann bei der doppelten Haushaltsführung nicht in Anspruch genommen werden.

    Verpflegungsmehraufwand

    Für die ersten drei Monate nach Einzug in die Zweitwohnung können Pauschbeträge für Verpflegungskosten in Anspruch genommen werden. Pro Tag gibt es eine Pauschale von 24 Euro.

    Den Zweitwohnsitz in der Steuererklärung absetzen

    Ein Zweitwohnsitz ist oft ein großes Ärgernis. So kann man beispielsweise seine Familie oder den Partner nicht so häufig sehen wie man gerne würde.

    Zudem verursacht eine solche doppelte Haushaltsführung natürlich auch doppelte Kosten – beispielhaft sei hierbei nur die Zweitwohnsitzsteuer erwähnt, die inzwischen vielerorts eingeführt wurde.

    Allerdings kann man sich oft einen Teil der Kosten über die Steuererklärung wieder zurückholen.

    Zweitwohnsitz: In der Steuererklärung absetzen

    Entscheidend ist die Antwort auf die Frage, weshalb man überhaupt einen zweiten Wohnsitz hat. Führt man diesen aus privaten Gründen, wie es beispielsweise Studenten häufig tun, kann dieser nicht angerechnet werden.

    Ist der zweite Wohnsitz hingegen beruflich bedingt, so dürfen die Aufwendungen für diesen über die Einkommensteuererklärung abgesetzt werden.

    Wie werden die Kosten für den Zweitwohnsitz abgesetzt?

    Sind die Kosten für den zweiten Wohnsitz beruflich bedingt, werden sie so behandelt wie alle anderen entsprechenden Aufwendungen auch: Sie können als Werbungskosten in voller Höhe in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

    Hierbei ist allerdings zu bedenken, dass eine umfassende Belegpflicht besteht. Die Finanzämter schauen beim zweiten Wohnsitz in der Regel ganz genau hin.

    Dafür sind die Kosten auf breiter Flur absetzbar. Zu diesen zählen beispielsweise:
    • Miete
    • (Doppelter) Kilometersatz für Heimfahrten
    • Verpflegung am zweiten Wohnsitz

    Generell gilt die Faustformel: Alle logischen Ausgaben für den zweiten Wohnsitz, die man belegen kann, sollte man auch geltend machen.

    Welcher der beiden Wohnsitze sollte als Zweitwohnsitz gewählt werden?

    Man muss bei der Wahl des zweiten Wohnsitzes aufpassen, nicht in eine Falle zu tappen: Oft wählen die Steuerpflichtigen die Adresse als ihren zweiten Wohnsitz, wo die niedrigere Steuer erhoben wird.

    Dieser Logik folgen die Finanzämter jedoch nicht: Der zweite Wohnsitz ist stets an dem Ort, an dem sich auch der Arbeitsplatz befindet. Wählt man die andere Adresse, darf man keinerlei Aufwendungen absetzen.

    Doppelte Haushaltsführung

    So sparen Sie Steuern mit der Zweitwohnung

    • Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Beschäftigungsort führt, kann grundsätzlich seine Aufwendungen als Werbungskosten von der Steuer absetzen.
    • Voraussetzung ist, dass Sie weiterhin einen eigenen Haushalt an Ihrem ersten Wohnort haben. Dieser muss der Lebensmittelpunkt sein.
    • Bis zu 1.000 Euro der monatlichen Unterkunftskosten am Beschäftigungsort können Sie als Werbungskosten absetzen.
    • Das Finanzgericht Düsseldorf ist – anders als die Finanzämter – der Meinung, dass zusätzlich die nachweisbaren Aufwendungen für Möbel, Gardinen, Lampen und Haushaltsartikel absetzbar sind. Diese wären dann auch absetzbar, wenn die monatliche 1.000-Euro-Grenze schon ausgeschöpft ist.
    • Ihre Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen (innerhalb der ersten drei Monate) und etwaige Umzugskosten wirken sich ebenfalls steuermindernd aus.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    In Hamburg wohnen und in Berlin arbeiten: Arbeitnehmer müssen heutzutage flexibel und mobil sein. Der Fiskus belohnt das: Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Beschäftigungsort unterhält, kann seine Aufwendungen als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Doppelte Haushaltsführung heißt das im Fachjargon.

    Vier Voraussetzungen

    Für eine doppelte Haushaltsführung müssen diese vier Punkte erfüllt sein:

    Helfer für die Steuererklärung

    • Die Wohnung wird aus beruflichen Gründen bezogen.
    • Der Arbeitnehmer nutzt diese Zweitwohnung am Ort der „ersten Tätigkeitsstätte“, dem Beschäftigungsort. Auf jeden Fall sollte er von dieser Wohnung aus den Arbeitsplatz schneller erreichen können als von der Hauptwohnung.
    • Der Arbeitnehmer unterhält weiterhin außerhalb des Beschäftigungsorts seinen Hauptwohnsitz.
    • Dieser Hauptwohnsitz bildet zugleich seinen Lebensmittelpunkt.

    Das Finanzamt berücksichtigt dann die Kosten der Zweitwohnung, Fahrtkosten, innerhalb der ersten drei Monate Zusatzkosten für die Verpflegung (Verpflegungsmehraufwendungen) und Umzugskosten. Ihre Mehraufwendungen können Sie als Werbungskosten abziehen, soweit Ihr Arbeitgeber sie Ihnen nicht steuerfrei erstattet hat. Eine anerkannte doppelte Haushaltsführung gilt unbefristet, das heißt über den gesamten Zeitraum der Beschäftigung (§ 9 Absatz 1 Satz 3 Nummer 5 des Einkommensteuergesetzes).

    Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat Details und Beispiele in einem Schreiben vom 24. Oktober 2014 zusammengestellt (IV C 5 – S 2353/14/10002). Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das BMF-Schreiben vom 23. Dezember 2014 (IV C 6 – S 2145/10/10005) zu den Entfernungspauschalen. Schließlich sind auch Fahrtkosten absetzbar.

    Sie beantragen die doppelte Haushaltsführung, indem Sie die dritte Seite der Anlage N ausfüllen.

    Freibetrag eintragen lassen

    Weil eine doppelte Haushaltsführung in der Regel mit dauerhaften Zusatzkosten verbunden ist, können Sie die Vorteile des Lohnsteuerermäßigungsverfahrens für sich nutzen, indem Sie beim Finanzamt einen Freibetrag beantragen. Dann müssen Sie aber auf jeden Fall eine Steuererklärung abgeben.

    Berufliche Gründe

    Eine doppelte Haushaltsführung muss beruflich veranlasst sein. Als Gründe zählen vor allem:

    • ein Wechsel des Beschäftigungsorts, weil Sie versetzt wurden,
    • ein Wechsel des Arbeitsplatzes,
    • die Aufnahme eines Beschäftigungs- oder Dienstverhältnisses außerhalb Ihres bisherigen Wohnorts und dessen Umgebung.

    Immer geht es darum, dass von der Zweitwohnung aus die Tätigkeitsstätte schneller zu erreichen ist. Das Ganze funktioniert auch umgekehrt: Eine doppelte Haushaltsführung ist ebenfalls beruflich begründet, wenn Sie Ihre Hauptwohnung aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegen – und anschließend am Beschäftigungsort einen Zweithaushalt gründen, um von dort aus weiter Ihrem bisherigen Job nachzugehen (sogenannte Wegverlegungsfälle).

    Eigener Haushalt

    Damit der Fiskus eine doppelte Haushaltsführung berücksichtigt, müssen Sie an Ihrem Beschäftigungsort eine Zweitwohnung haben und einen eigenen Haushalt an einem anderen Ort führen, der Ihren Lebensmittelpunkt darstellt.

    Ein eigener Haushalt setzt eine Ihren Lebensbedürfnissen entsprechende Wohnung voraus. Diese Wohnung muss Ihnen gehören, von Ihnen gemietet sein, oder Sie dürfen sie als Partner oder Ehegatte nutzen. Außerdem bestimmen Sie die Haushaltsführung selbst oder tragen wesentlich dazu bei.

    Seit 2014 ist zudem eine finanzielle Beteiligung an den laufenden Kosten der Haushaltsführung vorgeschrieben. Diese muss nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums (BMF) die Bagatellgrenze von 10 Prozent der monatlich anfallenden Kosten überschreiten. Hierzu zählen: Miete, Mietnebenkosten, Aufwendungen für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Während das BMF bei Ehegatten mit den Steuerklassen III, IV oder V immer eine finanzielle Beteiligung annimmt, ist sie in anderen Fällen nachzuweisen. Kritisch hinterfragt werden in der Praxis die Fälle, bei denen volljährige Kinder ein Zimmer im Elternhaus als Erstwohnsitz angeben.

    Zimmer bei Eltern genügt nicht

    Wenn Sie unentgeltlich ein Zimmer in der elterlichen Wohnung nutzen, gilt das nicht als eigener Hausstand. Sie müssen belegen können, dass Sie sich an den laufenden Kosten mit mindestens 10 Prozent beteiligen. Auch wer sich in einem Wohnmobil aufhält, unterhält keinen eigenen Haushalt. Dagegen kann ein eigener Hausstand vorliegen, wenn Sie im Haus Ihrer Eltern eine abgeschlossene Wohnung allein nutzen und hierfür zahlen.

    Lebensmittelpunkt bestimmt Erstwohnsitz

    Der Mittelpunkt Ihres Lebensinteresses muss sich auf Dauer am Erstwohnsitz befinden. Bei Verheirateten gilt in der Regel die Familienwohnung als Lebensmittelpunkt, wenn der Arbeitnehmer sie mindestens sechsmal im Jahr aufsucht. Bei Singles gilt als Lebensmittelpunkt der Ort, zu dem sie die engere persönliche Bindung haben. Wer seine Wohnung an diesem Ort weniger als zweimal im Monat besucht, sollte beispielsweise mit den Beziehungen zu Eltern, zum Lebenspartner, zur Verwandtschaft und zu Freunden argumentieren können oder auch mit der Mitgliedschaft in einem Verein.

    Sonderfall Ausland: Wenn sich Ihr eigener Hausstand im Ausland befindet und deshalb weit von Ihrer Zweitwohnung entfernt ist, sollten Sie einmal im Jahr mindestens eine Heimfahrt antreten. Bei größeren Entfernungen (beispielsweise Japan oder Australien) kann auch eine Heimreise innerhalb von zwei Jahren ausreichen, damit das Finanzamt davon ausgeht, dass sich Ihr Lebensmittelpunkt dort befindet. Anders als im Inland ist Voraussetzung für den Lebensmittelpunkt im Ausland außerdem, dass dort hauswirtschaftliches Leben herrscht, die Wohnung also dauerhaft bewohnt ist.

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    Kosten der Zweitwohnung

    Unterkunftskosten: Wenn Sie aus beruflichen Gründen einen doppelten Haushalt führen, können Sie in Ihrer Steuererklärung die Kosten Ihrer Unterkunft angeben, die Ihnen tatsächlich entstanden sind. Es werden allerdings nur nachweisbare Kosten bis zu 1.000 Euro im Monat berücksichtigt, also bis zu 12.000 Euro im Jahr. Soweit der monatliche Höchstbetrag nicht ausgeschöpft wird, kann das übrigegebliebene Volumen in andere Monate des Bestehens der doppelten Haushaltsführung im selben Kalenderjahr übertragen werden.

    Auf die Größe der Wohnung oder die ortsübliche Vergleichsmiete kommt es bei Wohnungen in Deutschland nicht an. Bei einer doppelten Haushaltsführung im Ausland sind die Kosten jedoch auf eine Wohnung mit maximal 60 Quadratmetern begrenzt.

    Als Haustand gilt eine Miet- oder Eigentumswohnung, ein möbliertes Zimmer, ein Hotelzimmer oder auch eine Gemeinschaftsunterkunft. Vergessen Sie auch nicht, die Kosten zum Suchen und Besichtigen der Wohnung am Arbeitsort steuerlich abzusetzen (zum Beispiel die Maklerkosten).

    Der auf 1.000 Euro begrenzte Höchstbetrag für die Unterkunft umfasst folgende Aufwendungen:

    • Miete,
    • Nebenkosten zum Beispiel für Heizung und Wasser,
    • Reinigungskosten,
    • Kosten für Sondernutzungen beispielsweise für den Garten oder für den Autostellplatz,
    • Rundfunkbeitrag,
    • Zweitwohnungssteuer und
    • speziell für Eigentümer die Positionen Abschreibung und Schuldzinsen.

    Kosten für Einrichtung der Zweitwohnung: Umstritten ist, wie die Kosten für Hausrat und Einrichtungsgegenstände behandelt werden. Dazu zählen die Aufwendungen für Möbel, Lampen, Gardinen und Haushaltswaren für die Zweitwohnung. Das BMF verpflichtet per Schreiben vom 24. Oktober 2014 die Finanzämter dazu, dass sie in die 1.000-Euro-Monatsgrenze auch die Einrichtungskosten einbeziehen. Das Finanzgericht Düsseldorf hält dies für falsch, weil es keine gesetzliche Begründung dafür erkennen kann (Urteil vom 14. März 2017, Az. 13 K 1216/16). Folglich wären solche Kosten zusätzlich – und zwar grundsätzlich unbegrenzt – absetzbar. Ob dies tatsächlich möglich ist, muss der Bundesfinanzhof (BFH) entscheiden.

    Geben Sie daher Ihre Einrichtungskosten komplett in der Steuererklärung an. Lehnt das Finanzamt dies ab, legen Sie innerhalb eines Monats Einspruch ein. Verweisen Sie dabei auf das anhängige BFH-Verfahren mit dem Aktenzeichen (Az.) VI R 18/17. So können Sie Ihren Fall bis zu einer höchstrichterlichen Entscheidung offenhalten.

    Haben Sie die Wohnung am Beschäftigungsort gekauft, können Sie zusätzlich Erhaltungsaufwendungen, Grundbesitzabgaben und Versicherungsbeiträge absetzen.

    Möbel sofort abschreiben — ab 2018 sogar bis 952 Euro

    Die Kosten der Möblierung und die nötige Ausstattung mit sonstigem Hausrat für die Zweitwohnung können Sie möglicherweise unbegrenzt geltend machen (zum Beispiel die zweite Waschmaschine), soweit sich diese in angemessenem Rahmen bewegen. Wenn die Anschaffungskosten für den einzelnen Gegenstand nicht die Nettogrenze von 410 Euro überschreiten (Bruttorechnungsbetrag 487,90 Euro), sind sie sofort und in voller Höhe abziehbar. Höhere Kosten müssen Sie über die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilen und abschreiben. Für sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG), die Sie ab 2018 anschaffen, wird der Nettowert auf 800 Euro (brutto 952 Euro) je Gegenstand erhöht, beispielsweise ein Schrank. Wer also mit der Einrichtung noch warten kann, der sollte erst ab Januar 2018 einkaufen, um davon zu profitieren. Die Aufwendungen müssen belegbar sein.

    Fahrtkosten: Zu den abziehbaren Mehraufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung gehören auch die Fahrtkosten aus Anlass des Wohnungswechsels zu Beginn und am Ende der doppelten Haushaltsführung sowie für wöchentliche Heimfahrten zum Haupthaushalt. Für die erste und letzte Fahrt dürfen Sie die tatsächlichen Kosten abrechnen oder pro gefahrenen Kilometer 30 Cent.

    Für Familienheimfahrten gilt hingegen die Entfernungspauschale: Pro Entfernungskilometer werden 0,30 Euro anerkannt, wenn Sie mit Ihrem eigenen Auto gefahren sind (kein Dienst- oder Firmenwagen). Weil es sich um eine Pauschale handelt, müssen Sie hierfür keine Belege abgeben. Allerdings kann das Finanzamt Sie trotzdem dazu auffordern, insbesondere dann, wenn Sie für jede Woche Fahrtkosten geltend machen. Denn die Entfernungspauschale ist nur für tatsächlich durchgeführte Familienheimfahrten anwendbar.

    Falls Sie nicht jede Woche nach Hause gefahren sind, sollten Sie für solche Wochen wenigstens die Telefonkosten für ein Ferngespräch mit Angehörigen (bis zu einer Dauer von 15 Minuten) ansetzen. Auch Anteile der Grundgebühr oder der Flatrate-Gebühr sind ansetzbar.

    Bei Heimreisen mit dem Zug, Flugzeug oder Bus können Sie die tatsächlich entstandenen und nachgewiesenen Reisekosten absetzen.

    Verpflegungsmehraufwendungen: Für höchstens drei Monate nach dem Einzug am neuen Arbeitsort können Sie Pauschbeträge für Verpflegung von der Steuer geltend machen. Für jeden Kalendertag, an dem Sie von Ihrer Hauptwohnung abwesend waren, werden die auch bei Auswärtstätigkeiten absetzbaren Beträge anerkannt. Entscheidend ist die Dauer der Abwesenheit von der Wohnung am Lebensmittelpunkt. Maßgeblich sind folgende Beträge:

    Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen

    Tipp: Wird die Tätigkeit in den ersten drei Monaten für mindestens vier Wochen unterbrochen, beginnt die dreimonatige Frist für die Verpflegungsmehraufwendungen erneut zu laufen. Dies gilt auch bei Krankheiten oder Urlauben. Die Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen sind zugleich Höchstbeträge. Selbst wenn Sie unterwegs Restaurantrechnungen gesammelt haben, können Sie damit keine höheren Kosten geltend machen.

    Umzugskosten: Ihre nachweisbaren Umzugskosten setzen Sie in tatsächlicher Höhe an. Eine Pauschale wird im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung nicht angesetzt.

    Wahlrecht für Vielpendler

    Wenn Sie außerhalb Ihres Erstwohnsitzes am Beschäftigungsort wohnen, können Sie wählen: Entweder machen Sie Ihre kompletten Aufwendungen anlässlich einer doppelten Haushaltsführung (Unterkunftskosten, Verpflegungspauschale und eine wöchentliche Heimfahrt) geltend. Oder Sie setzen sämtliche Fahrtkosten für Ihre tatsächlichen Fahrten zwischen Wohnung und Beschäftigungsort im Rahmen der Entfernungspauschale an. Dieses Wahlrecht können Sie bezüglich derselben doppelten Haushaltsführung allerdings nur einmal im Jahr ausüben.

    Interessant ist diese Option zum Beispiel, wenn Sie mehr als einmal pro Woche an Ihren Lebensmittelpunkt zurückkehren und Ihre dadurch entstehenden Fahrtkosten die laufenden Kosten Ihrer Unterkunft am Beschäftigungsort und nur einer Familienheimfahrt überschreiten. Eine überschlägige Berechnung im Vorfeld lohnt sich also. Zumindest in dem Jahr, in dem Sie erstmals die doppelte Haushaltsführung geltend machen, ist der Abzug der kompletten Kosten meist günstiger. Schließlich können dann auch die Verpflegungsmehraufwendungen für die ersten drei Monate abgesetzt werden.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Источники: http://www.studentensteuererklaerung.de/doppelte-haushaltsfuehrung, http://www.steuerklassen.com/steuererklaerung/wohnen/zweitwohnsitz/, http://www.finanztip.de/doppelte-haushaltsfuehrung/

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