Zweitwohnsitzsteuer werbungskosten

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    An zwei Orten leben: So spart die Zweitwohnung Steuern

    Wenn Dein Arbeitsplatz so weit von zu Hause entfernt liegt, dass eine tägliche Heimfahrt nicht möglich ist und Du deshalb am auswärtigen Beschäftigungsort eine Zweitwohnung nimmst, dann geht das ganz schön ins Geld. Zum Glück senken die Kosten einer doppelten Haushaltsführung wenigstens die Steuerlast – Werbungskosten heißt das Zauberwort.

    Abziehbare Werbungskosten sind:

    Absetzbarkeit von (wöchentlichen) Heimfahrten zur Familie, Fahrten von der Zweitwohnung zum Arbeitsplatz, Telefonkosten statt Heimfahrt, Besuch von Partner und Familie am Beschäftigungsort usw.

    Höhe der absetzbaren Kosten, Auswirkungen von Heimfahrten auf die Absetzbarkeit, Wechsel des Beschäftigungsorts usw.

    Miete, Maklerprovision, Zweitwohnungsteuer, Möbel kaufen, GEZ, Übernachtung im Hotel usw.

    beruflicher Anlass für den Umzug, Reisekosten bei Wohnungsbesichtigungen, Umzugsunternehmen und private Umzugshelfer usw.

    tatsächliche Kosten oder Pauschale, wichtige Rechtsänderung ab 2014

    Fahrtkosten

    Absetzbarkeit von (wöchentlichen) Heimfahrten zur Familie, Fahrten von der Zweitwohnung zum Arbeitsplatz, Telefonkosten statt Heimfahrt, Besuch von Partner und Familie am Beschäftigungsort usw.

    Abzugsfähig sind unter anderem die Fahrtkosten, die (neben der Miete) wahrscheinlich das tiefste Loch in den Geldbeutel reißen.

    Es sind verschiedene Situationen denkbar, die zu Fahrtkosten führen: Entweder fährst Du selbst nach Hause zur Familie, oder die Familie besucht Dich in der Stadt, in der Du arbeitest. Vielleicht muss die Heimfahrt auch mal ganz ausfallen und wird nur durch ein extra-langes Telefonat ersetzt. Und natürlich fährst Du auch von der Zweitwohnung zum Arbeitsplatz – auch dafür darfst Du in der Steuererklärung Werbungskosten abziehen.

    Fahrt nach Hause

    Eine Heimfahrt pro Woche – meist wird sie am Wochenende stattfinden, aber das ist keine Bedingung – unterstützt das Finanzamt finanziell: Für diese Fahrt darfst Du in Deiner Steuererklärung Werbungskosten in Höhe der Entfernungspauschale geltend machen.

    Das bedeutet: Auf Seite 3 der Anlage N zu Deiner Steuererklärung machst Du in der Zeile Fahrtkosten für Heimfahrten die Fahrten geltend. Der Betrag ergibt sich aus der sogenannten Entfernungspauschale von zurzeit 30 Cent Entfernungskilometer, die Du mit der einfachen Strecke nach Hause multiplizierst.

    Du kommst eigentlich aus Friedrichshafen und hast dort noch Deinen Lebensmittelpunkt. Du arbeitest aber in Stuttgart, wo Du unter der Woche auch wohnst. Stuttgart ist von Friedrichshafen 200 Kilometer entfernt. Bei jeder Familienheimfahrt (so nennt das Finanzamt diese wöchentlichen Heimfahrten) entstehen Dir 60 € Werbungskosten (200 × 30 Cent), die Du steuerlich geltend machst.

    Nicht jeder wird diese Strecke mit dem eigenen Auto – oder überhaupt mit dem Auto – zurücklegen. Die Entfernungspauschale gibt es zum Glück verkehrsmittelunabhängig und sogar unabhängig davon, ob Dir überhaupt Kosten entstanden sind – also auch dann, wenn Du mit dem Zug fährst, Dich einer Fahrgemeinschaft anschließt, eine Mitfahrgelegenheit nutzt oder kostenlos z. B. von Verwandten mitgenommen oder abgeholt wirst. Anerkannt werden aber natürlich nur Heimfahrten, die tatsächlich stattgefunden haben.

    Fahrt von der Zweitwohnung zur Arbeit

    Die tägliche Fahrt zwischen der Zweitwohnung und Deiner Arbeitsstelle sind auch Werbungskosten, werden aber auf der Seite 2 der Anlage N unter Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte eingetragen. Auch hier gibt es Werbungskosten in Höhe der Entfernungspauschale – wenn Du also beispielsweise von Deiner Zweitwohnung 6 Kilometer zur Arbeit fährst, dann sind das pro Arbeitstag 6 × 30 Cent, also 1,80 € Werbungskosten. Die gibt es auch dann, wenn Du mit dem Bus oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst.

    Für die Steuererklärung musst Du nicht mühsam die Arbeitstage zählen: Das Finanzamt akzeptiert es, wenn Du bei einer 5-Tage-Arbeitswoche von 220 Arbeitstagen im Jahr ausgehst.

    Telefonieren statt nach-Hause-Fahren

    Fährst Du an einem Wochenende mal nicht nach Hause, dann darfst Du natürlich auch keine Werbungskosten für eine Familienheimfahrt angeben. Das Finanzamt geht dann aber davon aus, dass Du – wo ihr euch schon nicht sehen könnt – etwas länger mit Deiner Familie telefonierst: Akzeptiert werden die Kosten für ein Ferngespräch mit Angehörigen in der Heimatwohnung von in der Regel 15 Minuten Dauer.

    Klingt erst einmal einfach – aber wie geht das, wenn Du eine Telefon-Flatrate hast? Dazu gibt es weder gesetzliche Vorschriften noch Urteile. Bei der Telekom kosten Ferngespräche in der Hauptzeit (tagsüber bis 19 Uhr) zurzeit etwa 5 Cent pro Minute, in der Nebenzeit (abends / nachts) 3 Cent. Orientiere Dich bei der Berechnung am besten an diesen Zahlen. 15 Minuten zur Hauptzeit mit zuhause telefonieren bringt also 15 × 5 Cent Werbungskosten = 75 Cent. Das ist nicht viel, aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.

    Besuch von Partner und Familie am Arbeitsort

    Wenn Du aus beruflichen (!) Gründen oder wegen Krankheit einmal nicht nach Hause fahren kannst, und Dich Dein Partner oder die Familie stattdessen an Deinem Arbeitsort besucht, darfst Du ausnahmsweise auch diese Kosten in der Steuererklärung angeben. Das Finanzamt spricht in diesem Fall von einer umgekehrten Heimfahrt .

    Anerkannt werden die Fahrtkosten Deiner Besucher, nicht aber die Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

    Verpflegungskosten

    Höhe der absetzbaren Kosten, Auswirkungen von Heimfahrten auf die Absetzbarkeit, Wechsel des Beschäftigungsorts usw.

    Für die ersten drei Monate, die Du am Beschäftigungsort wohnt, darfst Du auch Werbungskosten für Essen und Trinken geltend machen. Dafür gibt es Pauschbeträge, sodass keiner seine tatsächlichen Verpflegungskosten zusammenrechnen muss (oder darf).

    Seit 2014 gelten dabei folgende Beträge:

    24 € gibt es pro Kalendertag, wenn Du an diesem Tag 24 Stunden von zuhause weg bist.

    12 € darfst Du ansetzen für Anreisetage und Abreisetage, wenn an diesen Tagen, einem anschließenden oder vorhergehenden Tag auswärts übernachtet wird.

    Du bist aus Friedrichshafen, wo Du auch Deinen Lebensmittelpunkt (Partner, Familie, Freundeskreis) hast, arbeitest aber unter der Woche in Stuttgart. Montagmorgen fährst Du von Friedrichshafen nach Stuttgart, Freitagabend von Stuttgart nach Friedrichshafen.

    Während der ersten drei Monate dieser Situation darfst Du diese Verpflegungspauschalen geltend machen:

    Montag (Abreisetag, nächste Übernachtung am Arbeitsort): 12 €

    Dienstag bis einschl. Donnerstag (ganztätige Abwesenheit von Friedrichshafen): je 24 €

    Freitag (Anreisetag, Übernachtung davor war in Stuttgart): 12 €.

    Falls Du einen längeren Urlaub planst, solltest Du folgendes wissen: Sobald diese sogenannte Dreimonatsfrist für mindestens vier Wochen unterbrochen wird, beginnt sie wieder von vorne, sodass erneut drei Monate lang Pauschbeträge angesetzt werden können. Der Grund für die Unterbrechung spielt seit 2014 keine Rolle mehr.

    Aufwendungen für die Zweitwohnung

    Miete, Maklerprovision, Zweitwohnungsteuer, Möbel kaufen, GEZ, Übernachtung im Hotel usw.

    Die Kosten für die Wohnung am Arbeitsort gehören ebenfalls zu den Werbungskosten. Hier gibt es allerdings keine Pauschalen, sondern Du musst die Kosten einzeln aufführen und zusammenrechnen:

    Miete plus Nebenkosten,

    Kosten für Inserate zur Wohnungssuche in der örtlichen Tageszeitung, im Internet usw.,

    Gerichts- und Anwaltskosten, falls es zu einem Mietrechtsstreits gekommen ist,

    Rundfunk- und Fernsehgebühren (GEZ),

    Anerkannt werden seit 2014 maximal 1.000 € pro Monat. Früher kam es darauf an, wie groß die Wohnung am Arbeitsort war, aber das ist heute nicht mehr wichtig. Du darfst also auch ein 200 m 2 großes Loft mieten, wenn Dir danach ist.

    Möbel neu kaufen und in der Steuererklärung richtig angeben

    Eine leere Wohnung braucht Möbel. Ein Möbelstück, das maximal 487,90 € (Endverbraucherpreis, also einschließlich Mehrwertsteuer) kostet, wird im Jahr des Kaufs mit dem vollen Preis bei den Werbungskosten angegeben.

    Für Dinge, die Du ab 2018 kaufst, gilt ein höherer Wert – dann kannst Du 952,00 € (einschl. 19% Mehrwertsteuer) sofort absetzen

    War das Möbelstück teurer, muss der Kaufpreis auf mehrere Jahre verteilt in den kommenden Steuererklärungen angegeben werden. Man spricht davon, dass die Möbel verteilt über mehrere Jahre abgeschrieben werden . Die Dauer dieser Abschreibung richtet sich nach Tabellen der Finanzverwaltung, den sogenannten AfA-Tabellen (AfA = Absetzung für Abnutzung, steuer-umgangssprachlich sagt man Abschreibung). Die Tabellen gehen davon aus, dass Möbelstücke 13 Jahre genutzt werden (Steuer-Fachleute sprechen von Nutzungsdauer ). Eine 13jährige Nutzungsdauer bedeutet, dass in den nächsten 13 Jahren jedes Jahr 1 / 13 des Kaufpreises bei den Werbungskosten angegeben wird.

    Nutzungsdauer verschiedener Einrichtungs- und Haushaltsgegenstände laut AfA-Tabelle:

    Waschmaschine: 10 Jahre

    Kühlschrank: 10 Jahre

    Spülmaschine: 7 Jahre

    (Büro-)Möbel: 13 Jahre

    Teppich: 8 Jahre

    Fernseher: 7 Jahre

    Möbel gebraucht kaufen oder vom Vormieter übernehmen und in der Steuererklärung angeben

    Auch gebraucht gekaufte Möbel, egal ob vom Flohmarkt oder vom Vormieter übernommen, kannst Du so bei den Werbungskosten angeben. Allerdings kommt es doch auch ein bisschen darauf an, von wem Du die Möbel kaufst. Schuld daran ist die Umsatzsteuer: Privatleute, die Möbel verkaufen und Dir darüber eine Quittung ausstellen, geben dabei keine Umsatzsteuer an (dürfen sie auch gar nicht). Kaufst Du in einem Möbelgeschäft oder Second-Hand-Kaufhaus, wird auf der Rechnung 19 % Umsatzsteuer ausgewiesen.

    Ob Du die Kosten für das Möbelstück in der Steuererklärung auf einen Schlag angeben darfst oder über mehrere Jahre verteilen musst, hängt von einem Höchstbetrag ab. Dieser ist – je nach dem, ob Umsatzsteuer ins Spiel kommt oder nicht – unterschiedlich hoch:

    für Möbel, die ohne Umsatzsteuer gekauft wurden, beträgt er 410 €,

    für Möbel, die mit Umsatzsteuer gekauft wurden, beträgt er 487,90 € (das entspricht 410 € plus 19 % Umsatzsteuer).

    Für Dinge, die Du ab 2018 kaufst, gelten höhere Werte, nämlich:

    800 € (ohne Mehrwertsteuer) bzw.

    952 € (inkl. 19 % Mehrwertsteuer).

    Möbelstücke, Waschmaschinen usw., die Du für maximal diesen Betrag kaufst, gibst Du gleich komplett in der Steuererklärung als Werbungskosten an – mit dem vollen Kaufpreis, den Du gezahlt hast (auf keinen Fall mit dem Neupreis!).

    Sollte ein gebraucht gekauftes Möbelstück tatsächlich einmal mehr kosten als das, gilt: Auch bei gebrauchten Möbeln gibt es eine Nutzungsdauer – da die Nutzung aber bereits angefangen hat, spricht man von Restnutzungsdauer . Diese liegt zum Beispiel bei einer gekauften Küche bei sieben Jahren – sagt das Finanzgericht München, wobei wir natürlich keine Ahnung haben, wie die Küche, über die dort entschieden wurde, ausgesehen hat.

    Mit anderen Worten: Je nach dem, wie alt ein gebraucht gekauftes Möbelstück ist und wie stark es abgenutzt ist, kannst Du die Restnutzungsdauer schätzen. Möbel haben normalerweise eine Nutzungsdauer von 13 Jahren (das ist in den sogenannten AfA-Tabellen so festgelegt). Wenn Du also ein fünf Jahre altes Designer-Sofa für 1.300 € erstehst, legst Du eine Restnutzungsdauer von 8 Jahren zugrunde und gibst in der Steuererklärung in den nächsten 8 Jahren bei den Werbungskosten jedes Jahr 1 / 8 von 1.300 € an. Je niedriger die Restnutzungsdauer ist, desto schneller hast Du das Möbelstück wie oben bei den neu gekauften Möbeln beschrieben auf die kommenden Steuererklärungen verteilt und abgeschrieben .

    Noch keine Wohnung gefunden? So sparen Hotelkosten Steuern

    Vielleicht hast Du nicht gleich zum Arbeitsbeginn eine Wohnung gefunden, sondern erst im Hotel gewohnt. Dann darfst Du bei den Werbungskosten nur die Übernachtungskosten im Hotel geltend machen – das Frühstück nicht. Wenn Deine Hotelrechnung neben dem Preis für die Übernachtung einen zusätzlichen Sammelposten Service-Pauschale enthält, in dem sich auch das Frühstück versteckt, dann musst Du den Rechnungsbetrag um eine Pauschale von 4,80 € kürzen und darfst nur den niedrigeren Betrag als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben.

    Umzugskosten

    beruflicher Anlass für den Umzug, Reisekosten bei Wohnungsbesichtigungen, Umzugsunternehmen und private Umzugshelfer usw.

    Auch der Umzug selbst kostet Geld: Wahrscheinlich beauftragst Du nicht gleich eine Spedition, um Deine Sachen von A nach B zu transportieren, aber vielleicht hast Du ja einen Transporter gemietet? Die Kosten dafür gehören ebenfalls zu Deinen Werbungskosten.

    Und auch vor dem Einzug können bereits Kosten entstanden sein: Für Besichtigungsfahrten zur (potentiellen) neuen Wohnung beispielsweise. Hier darfst Du für jeden gefahrenen Kilometer 30 Cent als Werbungskosten eintragen. Um beim Beispiel von oben – Lebensmittelpunkt in Friedrichshafen, Arbeitsort Stuttgart – zu bleiben: Die Entfernung beträgt 200 Kilometer, für eine Wohnungsbesichtigung einschließlich Heimfahrt legst Du 400 Kilometer zurück – ergibt 400 × 30 Cent = 120 € Werbungskosten.

    Generell gilt: Für Deinen Umzug im Rahmen der doppelten Haushaltsführung gibt es keine Pauschalen, die Du in der Steuererklärung eintragen kannst. Du musst also die Umzugskosten einzeln nachweisen, um mit ihnen Steuern zu sparen.

    Höchstbetrag: So viel darfst Du maximal absetzen

    tatsächliche Kosten oder Pauschale, wichtige Rechtsänderung ab 2014

    Als Aufwendungen für die Zweitwohnung am auswärtigen Beschäftigungsort kannst Du die tatsächlich entstandenen Kosten als Werbungskosten geltend machen. Es gibt also keine bequemen Pauschbeträge, sondern man muss ein bisschen rechnen. Das ist aber finanziell oft vorteilhaft.

    Die Regelung, wie viele Werbungskosten für eine sogenannte doppelte Haushaltsführung geltend gemacht werden dürfen, wurde zum 1.1.2014 geändert.

    Falls Du also noch eine Steuererklärung für Jahre bis einschließlich 2013 machen musst, gilt folgendes:

    Zu den absetzbaren Werbungskosten für eine Mietwohnung am Arbeitsort gehören Miete plus Nebenkosten sowie Renovierungskosten, Maklerprovision, Inseratskosten, Gerichts- und Anwaltskosten wegen eines Mietrechtsstreits, außerdem die Zweitwohnungsteuer.

    Absetzbar sind nur die Kosten für eine angemessene Unterkunft. Was angemessen ist, hat der Bundesfinanzhof definiert: Angemessen sind die Mietkosten in Höhe der ortsüblichen Miete für eine nach Lage und Ausstattung durchschnittliche Wohnung mit einer Wohnfläche von 60 m 2 . Bei unterdurchschnittlichem Wohnungsstandard mit Quadratmeterpreisen unter dem Ortsüblichen kann die Wohnfläche auch größer sein und umgekehrt. Das muss man dem Finanzamt gegebenenfalls erklären, normalerweise haben die Sachbearbeiter durchaus Verständnis dafür.

    Soweit die Rechtslage bis einschließlich 2013.

    Für die Jahre ab 2014 gilt:

    Seit 2014 werden die tatsächlichen Kosten der Zweitunterkunft (also Miete und Nebenkosten, Renovierungskosten, Maklerprovision, Inseratskosten, Gerichts- und Anwaltskosten wegen eines Mietrechtsstreits, Zweitwohnungsteuer) bis maximal 1.000 € pro Monat als Werbungskosten anerkannt. Die vom BFH vorgegebene Obergrenze der ortsüblichen Durchschnittsmiete für eine 60 m 2 große Wohnung ist damit seit 2014 Geschichte.

    Zweitwohnungssteuer als Werbungskosten geltend machen

    Die Zweitwohnungssteuer ist für immer mehr Städte eine beliebte Einnahmenquelle. «Mitunter lässt sich die Zweitwohnungssteuer aber umgehen, wenn man Haupt- und Zweitwohnsitz tauscht und der bisherige Hauptwohnsitz keine Zweitwohnungssteuer erhebt. Denn längst nicht alle Städte erheben diese Sondersteuer», erläutert Anita Käding vom Bund der Steuerzahler.

    Zweitwohnungssteuer: Verheiratete sind befreit

    Generell befreit von der Zweitwohnungssteuer sind Verheiratete, die nur aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung unterhalten. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (Az.: 1 BvR 1232/00) diesbezüglich erging zwar explizit zu Eheleuten, sollte aber für Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ebenso gelten. «Betroffene sollten sich insbesondere vor dem Hintergrund der nun umgesetzten Gleichstellung im Einkommensteuerrecht auch in diesem Bereich auf die Gleichbehandlung berufen», rät Käding.

    Zweitwohnungssteuer sparen bei beruflicher Nutzung

    Alle anderen sollten die Steuer als Werbungskosten in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen, wenn die Zweitwohnung aus beruflichen Gründen unterhalten wird. «So kann die finanzielle Belastung zumindest etwas abgefedert werden», erläutert Käding.

    Doppelte Haushaltsführung: Diese Kosten können Sie absetzen

    Wer aus beruflichen GrГјnden eine Zweitwohnung am Arbeitsort hat, also einen doppelten Haushalt fГјhrt, kann einen Teil der Kosten absetzen.

    Tobias‘ Arbeitsplatz liegt viele Kilometer von seinem Wohnort entfernt, daher hat er sich eine zweite Wohnung am Arbeitsort gesucht. In einem solchen Fall, liegt in der Regel eine doppelte HaushaltsfГјhrung vor, das heiГџt: Tobias hatВ einen Hauptwohnsitz und einen Zweitwohnsitz bzw. Nebenwohnsitz. An beiden Orten muss er einen kompletten Haushalt finanzieren.

    Da diese doppelten Ausgaben beruflich motiviert sind, kann er einen Teil der Kosten von der Steuer absetzen.

    Wann erkennt das Finanzamt die doppelte HaushaltsfГјhrung an?

    Grundvoraussetzung, um die Kosten einer zusätzlichen Wohnung von der Steuer absetzen zu können, ist die Anerkennung der Wohnung als Zweitwohnsitz. Folgende drei Kriterien müssen dafür erfüllt sein:

    1. Sie benötigen die Zweitwohnung aus beruflichen Gründen, weil Sie zu weit von Ihrem Arbeitsort weg wohnen, um täglich zur Arbeit fahren zu können.

    Früher galt das Prinzip, dass der Weg zur Arbeit "zumutbar" sein muss. Aber was bedeutet "zumutbar"? Darüber kam es immer wieder zu Streitfällen zwischen Steuerzahlern und Finanzämtern. Daher hat der Gesetzgeber im Jahr 2014 definiert, dass der Nebenwohnsitz einen bestimmten Abstand vom Arbeitsplatz haben muss: Er darf nur halb so weit von der Arbeit entfernt liegen wie der Erstwohnsitz. Gerechnet wird dabei mit der kürzesten Straßenverbindung.

    Beispiel: Im Fall von Tobias beträgt die Entfernung von seinem Hauptwohnsitz zur Arbeit 150 Kilometer, daher darf seine Zweitwohnung nur höchstens 75 Kilometer vom Arbeitsort entfernt liegen.

    Eine Nebenwohnung, die lediglich als Ferienort dient und nur in der Urlaubszeit besucht wird, ist kein Zweitwohnsitz – schließlich ist die Anschaffung nicht beruflich motiviert. Bei einer Blockhütte in den Bergen, beim Wochenendhaus am See oder bei der Gartenlaube akzeptiert das Finanzamt also nicht die doppelte Haushaltsführung. Je nach Stadt oder Region in Deutschland müssen Sie für die zusätzliche Wohnung außerdem eine sogenannte Zweitwohnungssteuer zahlen.

    2. Ihr Zweitwohnsitz ist nicht Ihr „Lebensmittelpunkt“

    Doppelte HaushaltsfГјhrung

    Laut Statistischem Bundesamt führen in Deutschland etwa 391.000 Arbeitnehmer einen doppelten Haushalt. Der Wohnort dieser Arbeitnehmer liegt so weit vom Arbeitsort entfernt, dass ein tägliches Pendeln nicht möglich ist und sie sich eine Zweitwohnung in der Nähe ihres Arbeitsplatzes suchen müssen.

    Die Kosten für eine weitere Wohnung können Sie immer dann als doppelte Haushaltsführung absetzen, wenn der Nebenwohnsitz nicht zum "Lebensmittelpunkt" bzw. zum Hauptwohnsitz wird. Die entscheidende Frage lautet: Ist die Wohnung am Heimatort der Lebensmittelpunkt oder die Wohnung am Beschäftigungsort?

    Folgende Kriterien zieht ein Finanzbeamter zu Rate, um diese Frage zu beantworten:

    • Größe und Ausstattung der beiden Wohnungen
    • Dauer und HГ¤ufigkeit der Aufenthalte
    • Absehbarkeit und Dauer der auswГ¤rtigen BeschГ¤ftigung
    • soziale Kontakte zur Familie, zu Freunden und Bekannten

    Ein Beispiel: Tobias Arbeitskollegin Judith hat am Beschäftigungsort eine Wohnung, die größer ist als an ihrem Heimatort. Zudem ist sie häufiger und länger an Ihrem Zweitwohnsitz. Aus diesem Grund gilt Judiths Zweitwohnung in den Augen des Finanzamts als Lebensmittelpunkt. Die Kosten für eine doppelte Haushaltsführung werden ihr folglich nicht anerkannt.

    Die VLH empfiehlt Argumente dafГјr zu sammeln, dass Ihr Lebensmittelpunkt weiterhinВ am Hauptwohnort ist:

    • Belegen Sie mГ¶glichst viele Fahrten nach Hause, nГ¤mlich durch ein Fahrtenbuch.
    • Nehmen Sie keine Wohnung als Zweitwohnsitz, die größer ist als Ihre Wohnung am Hauptwohnsitz.
    • Vorteile haben Sie, wenn Sie soziale Bindungen an Ihrem Heimatort belegen kГ¶nnen, z. B. Mitgliedschaften bei einem Verein, kulturelle AktivitГ¤ten oder soziale Kontakte.

    Fügen Sie alle Belege – also Fahrtenbuch, Kopie des Mietvertrags der zweiten Wohnung, Kopie von Vereinsmitgliedschaften, Theaterkarten usw. – Ihrer Steuererklärung bei.

    Das ist Ihnen zu aufwendig? Die Beraterinnen und Berater der VLH kennen sich in Sachen doppelter Haushaltsführung aus und helfen Ihnen gerne weiter. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über unsere Beratersuche.

    3. Sie zahlen mindestens 10 Prozent der Kosten am Hauptwohnsitz

    Seit einigen Jahren gilt die Regel: Als Mieter einer zweiten Wohnung müssen Sie mehr als 10 Prozent der laufenden Kosten (Miete, Nebenkosten) am Hauptwohnsitz bezahlen. Nur dann können Sie die Kosten für den Zweitwohnsitz als doppelte Haushaltsführung beim Finanzamt geltend machen. Die Regelung trifft zum Beispiel die meisten Azubis und einige Studierende. Diese können, weil sie kostenlos bei den Eltern leben, keine zweite Wohnung am Ausbildungsort steuerlich geltend machen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Student kann Miete absetzen.

    Nicht nur Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner können einen doppelten Haushalt führen, auch bei Alleinstehenden ist das möglich. So beispielsweise bei wirtschaftlich selbstständigen und berufstätigen Kindern, die mit Ihren Eltern in einem gemeinsamen Haushalt leben. Wenn das Kind am weit entfernt liegenden Arbeitsplatz eine Zweitwohnung nutzt, die nur als Schlafplatz dient und es durchschnittlich zwei Mal im Monat nachhause fährt, können die Kosten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung steuerlich geltend gemacht werden. Das geht auf ein Urteil am Finanzgericht München zurück (Aktenzeichen 15 K 1981/12).

    Gemietete Nebenwohnung: Folgende Ausgaben können Sie absetzen

    Da Tobias alle drei Kriterien einer doppelten Haushaltsführung erfüllt, kann er einen Teil der Kosten, die er für seinen Zweitwohnsitz zahlt, als Werbungskosten in seiner Steuererklärung geltend machen. Wichtig: Als Kosten für eine Unterkunft in Deutschland sind seit 2014 nur maximal 1.000 Euro im Monat absetzbar. Dazu gehören folgende Kosten:

    • Miete
    • Nebenkosten (z. B. Heizung, Wasser, Strom)
    • Kosten fГјr die Reinigung von Keller oder Treppenhaus
    • Kosten fГјr die MГјllabfuhr, den Schornsteinfeger oder die StraГџenreinigung
    • RundfunkgebГјhren
    • Kosten fГјr einen Kfz-Stellplatz
    • Zweitwohnungssteuern: Die Zweitwohnungssteuer muss nur in bestimmten FГ¤llen gezahlt werden. Generell befreit von der Steuer sind beispielsweise Verheiratete, die nur aus beruflichen GrГјnden eine Nebenwohnung unterhalten. Das entschied das Bundesverfassungsgericht.
    • Kosten fГјr Sondernutzungen: Beispielsweise wenn ein Garten mit zur Zweitwohnung gehГ¶rt und Sie selbst die Kosten fГјr die Pflege des Gartens tragen mГјssen.

    Zusätzlich zu den Unterkunftskosten kann Tobias weitere Werbungskosten steuerlich geltend machen:

    • Maklerkosten: Kosten fГјr die Suche Ihrer Zweitwohnung, also Anzeigen im Internet oder in der Zeitung sowie MaklergebГјhren.
    • Umzugskosten: Dazu gehГ¶ren Kosten fГјr Kartons, Umzugswagen oder EinrГ¤umhelfer. Weitere Details erfahren Sie in unserem Гњberblick Umzug aus beruflichen GrГјnden: Kosten absetzen.
    • Renovierungsarbeiten wie Streichen, Tapezieren, Teppich ausbessern oder Parkett abschleifen
    • Kosten fГјr "notwendige" EinrichtungsgegenstГ¤nde wie KГјche, Bett, Schrank, Tisch, StГјhle, KГјhlschrank, Duschvorhang oder Nachttisch. So entschied 2017 das FG DГјsseldorf (Aktenzeichen 3 K 1216/16 E). Das Urteil ist allerdings beim BFH zu Revision zugelassen. Dabei gilt: EinrichtungsgegenstГ¤nde, die nicht mehr als 410 Euro netto kosten, kГ¶nnen Sie noch im Anschaffungsjahr steuerlich geltend machen. EinrichtungsgegenstГ¤nde, die dagegen den Nettowert von 410 Euro Гјbersteigen, mГјssen Sie Гјber mehrere Jahre abschreiben. Das nennt sich auch Absetzung fГјr Abnutzung (AfA).
    • Kosten fГјr ein hГ¤usliches Arbeitszimmer
    • Fahrtkosten fГјr eineВ Fahrt nach Hause unter der Woche: 30 Cent fГјr die einfache StreckeВ oder stattdessen ein 15-minГјtiges TelefongesprГ¤ch einmal in der Woche zu einem Euro pro GesprГ¤chsminute.
    • Verpflegungsmehraufwand: Innerhalb der ersten drei Monate kГ¶nnen Sie fГјr jeden Tag, den Sie an Ihrem Zweitwohnsitz am Arbeitsort verbringen, pauschal 24 Euro fГјr Essen und Trinken als Werbungskosten geltend machen.

    Für die Steuererklärungen 2014, 2015 und 2016 gelten die neuen Regeln. Erstellen Sie aber eine Steuererklärung für das Jahr 2013 oder die Jahre davor, werden die alten Regeln zur Entfernung und zur Höhe der absetzbaren Kosten berücksichtigt:

    Bis Ende 2013 spielte es keine Rolle, wie weit die Zweitwohnung vom Arbeitsplatz entfernt war. Es galt lediglich, dass die Entfernung "zumutbar" sein musste.

    Wenig konkret war auch die Obergrenze fГјr die Kosten der Zweitwohnung. Als Maximalwert fГјr die Mietkosten galt der Betrag, der fГјr eine 60 Quadratmeter groГџe Wohnung in der jeweiligen Wohngegend Гјblich war. Die Folge: Wer in der MГјnchner Innenstadt eine Nebenwohnung hatte, konnte mehr Kosten absetzen als ein Arbeitnehmer mit einer zweiten Wohnung in der brandenburgischen Provinz.

    Gekaufte Nebenwohnung: Diese Kosten können Sie absetzen

    Auch wenn Tobias seine Zweitwohnung kaufen statt mieten würde, könnte er die oben genannten Werbungskosten als doppelte Haushaltsführung von der Steuer absetzen. Hinzu kämen die jährliche Abschreibung der Anschaffungskosten, Zinsen für den Kauf der Wohnung aufgenommener Kredite, Renovierungskosten, Nebenkosten und die Zweitwohnungssteuer.

    Wichtig: Auch hier gilt, dass maximal 1.000 Euro monatlich geltend gemacht werden dГјrfen.

    Mit dem Partner in der zusätzlichen Wohnung wohnen – und trotzdem Kosten absetzen

    Tobias ist verheiratet und lebt mit seiner Ehepartnerin gemeinsam am Zweitwohnsitz. Daher muss sein Finanzamt anhand des Einzelfalls prüfen, ob die Hauptwohnung noch der Lebensmittelpunkt ist und somit eine doppelte Haushaltsführung vorliegt (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 16/14). Das gilt sowohl, wenn er und seine Partnerin berufstätig sind, unter der Woche gemeinsam in Ihrer Zweitwohnung leben und von dort aus zu Ihrer Arbeitsstelle fahren, als auch, wenn ein Partner nicht berufstätig ist und dennoch die Woche über in der zweiten Wohnung lebt.

    Erkennt das Finanzamt Ihren Zweitwohnsitz an, dann gilt:

    • Fall 1: Beide Eheleute bzw. Lebenspartner sind berufstГ¤tig

    Dann kann jeder von Ihnen die Kosten für die Nebenwohnung von der Steuer absetzen, nämlich die Unterkunftskosten jeweils zur Hälfte. Das sind maximal 1.000 Euro pro Monat für jeden. Sie sowie Ihr Partner können außerdem in den ersten drei Monaten die vollen Verpflegungspauschbeträge geltend machen (BMF-Schreiben vom 30.9.2013 und BStBl. 2013 I S.1279, Tz. 100).

  • Fall 2: Nur ein Partner ist berufstГ¤tig, der andere nicht

    Dann trägt nur die berufstätige Person die Zweitwohnungskosten in die Steuererklärung ein.

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    Источники: http://www.steuertipps.de/die-erste-steuererklaerung/steuerthemen-fuer-alle/an-zwei-orten-leben-so-spart-die-zweitwohnung-steuern, http://www.berlin.de/special/finanzen-und-recht/steuern/3203633-1657471-zweitwohnungssteuer-als-werbungskosten-g.html, http://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/pendeln/doppelte-haushaltsfuehrung-diese-kosten-koennen-sie-absetzen.html

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